Zur englischen Ausgabe von Pressacs neuestem Buch

Robert Faurisson

Die Form der im Juli 1994 erschienenen englischen Version von Pressacs Buch zeugt von der tiefen Ratlosigkeit derjeinigen, die diese Version veröffentlicht haben:

  1. Während die deutsche Ausgabe eine beinah getreue Übersetzung des französischen Originals darstellt (abgesehen von den Herabsetzungen der Vergasungszahlen und der Toten von Auschwitz), ist die englische Version nurmehr eine »Bearbeitung« in Form eines langen Artikels; der französische Originaltext wurde durchgesehen, korrigiert, verstümmelt und empfindlich gekürzt. Vgl.: Yisrael Gutman und Michael Berenbaum, Anatomy of the Auschwitz Death Camp, veröffentlicht in Zusammenarbeit mit dem United States Holocaust Memorial Museum [in Washington D.C.], Bloomington, Indiana University Press 1994 [Juli], XVI - 638 Seiten. J.-C. Pressac ist einer der 25 Autoren zu diesem Buch.
  2. Es wurde J.-C. Pressac nicht erlaubt, sich ungehindert zu äußern. Er stand unter der Vormundschaft von Robert-Jan van Pelt,
  3. »[der] eng mit Herrn Pressac zusammenarbeitete, um sicherzustellen, daß dieser technische Artikel sowohl klar und deutlich als auch präzise und auf dem aktuellsten Stand der Wissenschaft war«. (S. XV.)

    Der Beitrag dieser beiden Autoren, die sich gegenseitig überwachten, ist übertitelt mit »The Machinery of Mass Murder at Auschwitz« (S. 183 - 245).

  4. J.-C. Pressac sah sich einem Verbot gegenüber, seine Schätzungen der Toten von Auschwitz (zwischen 775.000 und 800.000 in gerundeten Zahlen in der französischen Originalfassung bzw. zwischen 630.000 und 710.000 in der deutschen Fassung des Piper-Verlages, München 1994, S. 202) zu veröffentlichen, und so wurden in diesem Buch lediglich die Schätzung von Franciczek Piper (1.100.000) wiedergegeben. Dieses Verbot wurde mir von Michael Berenbaum höchstpersönlich in Gegenwart von Zeugen in seinem Büro im Holocaust Museum am 30 August 1994 bestätigt:[1]
  5. »Pressac wurde verboten, seine Zahlen zu veröffentlichen.«

  6. Wie ich es mir bereits immer gedacht habe, erhielt J.-C. Pressac auch schon während der Zeit, als er sich den Revisionisten als unabhängiger Forscher präsentierte, Geld vom Ehepaar Klarsfeld. Dieser Umstand wird in der Vorstellung seiner Person in dem hier behandelten Buch enthüllt:

»Jean-Claude Pressac ist Apotheker und ein unabhängiger Wissenschaftler in La Ville du Bois, Frankreich. Seit 1982 wurde die Arbeit von Herrn Pressac von der Beate Klarsfeld Foundation durch dokumententechnische, verlegerische und finanzielle Hilfe gefördert und unterstützt.« (S. XIII, Hervorhebungen von mir.)

Ich darf hier enthüllen - ohne meine Quelle anzugeben -, daß J.-C. Pressac während der Zeit seiner Verhandlungen mit Berenbaum bezüglich der Veröffentlichung einer englischen Übersetzung der Krematorien von Auschwitz stolz ausposaunte, er »werde sich von Berenbaum nichts gefallen lassen und seine eigenen Bedingungen durchsetzen«. Wie man jetzt feststellen kann, war er gezwungen, sich demütigenden Bedingungen zu unterwerfen, wie sie von Berenbaum, der die finanziellen Fäden zieht, vorgeschrieben wurden.

Eine vergleichende Studie der französischen Originalversion mit der englischen Übersetzung dürfte für weitere Überraschungen gut sein.

1955 wurde am Schluß des von Alain Resnais gedrehten und noch heute in allen französischen Schulen ständig gezeigten Films »Nuit et Brouillard« (Nacht und Nebel) die Zahl der Auschwitz-Opfer mit 9 Millionen angegeben:

»Neun Millionen Menschen starben an diesem verfluchten Ort!«

Zehn Jahre zuvor, beim Nürnberger Prozeß, hatte ein »von Amts wegen zur Kenntnis zu nehmendes« (sic!) Dokument allerdings noch von vier Millionen Opfer gesprochen.

Die Revisionisten ihrerseits lassen sich nicht den Mund stopfen. Sie werden auch weiterhin Fragen stellen und Antworten vorschlagen:

  1. Wie hoch ist die Gesamtzahl der Auschwitz-Opfer? Beläuft sie sich auf 9 Millionen, wie man den französischen Kindern immer noch unverfroren eintrichtert? Oder liegt sie vielleicht bei 630.000, wie J.-C. Pressac heute mutmaßt?
  2. Die Revisionisten verfügen über gewichtige Argumente für ihre These, daß die Mehrzahl der Todesfälle in Auschwitz auf Epidemien zurückging.

Nur wer den Tatsachen und den Zahlen gleichgültig gegenübersteht, kann behaupten, all dies sei gar nicht wichtig.


Note

  1. Bei dieser Unterredung merkte ich gegenüber M. Berenbaum an, daß sein Museum außer einem künstlerischen Modell, das mit der noch heute feststellbaren Wirklichkeit nicht in Übereinstimmung zu bringen ist, keine materielle Darstellung der »Nazi-Gaskammern« enthalte. Anfänglich zum Schweigen gebracht, antwortete M. Berenbaum nach heftigen Ablenkungsmanövern wie folgt: »The decision had been made [by us] not to give any physical representation of the Nazi gas chamber«! Er verweigerte jede weitere Erklärung zu diesem Thema. Zur Zeit fertige ich von dieser Zusammenkunft einen Bericht an.

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