Geschrieben um der Wahrheit willen

Hans M o n d

D-58708 Menden, 23.08.97
Pommernstr. 6
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Herrn
Bundesminister der Verteidigung
VOLKER RÜHE
Hardthöhe
53125 Bonn

Bonn, dpa 16./17.08.97: »Bundeswehr will frei von Rechtsradikalen bleiben - Polizei und Justiz müssen Vorstrafen melden…«

Volker Rühe: »Das Vertrauen der Menschen wieder verfestigen!«

Sehr geehrter Herr Minister,

Sie sprechen diese Worte gelassen daher! - Egal ob rechts- oder linksradikal, Verbrecher gehören nicht in die Bundeswehr!

Nun haben Sie ja mit den sogenannten Linksradikalen - oder Autonomen - ohnehin keine Probleme, da diese sich sowieso der Wehrpflicht entziehen und ihren eigenen Krieg auf unseren Straßen ausführen können, wann immer es ihnen beliebt. Siehe "Chaos-Tage" in Hannover, Castor-Transport Gorleben und anderes mehr.

Selbst wenn die geringe Zahl der Wehrdienstwilligen zu Volk und Staat stehen, enthebt es den Gesetzgeber nicht der Pflicht, sich vor Einstellung in die Bundeswehr juristische und polizeiliche Führungszeugnisse vorlegen zu lassen!

Da er dies anscheinend nicht tat, handelte er fahrlässig! Bei soviel politischer Ignoranz sträuben sich einem Soldaten des 2. Weltkrieges die Nackenhaare!

Zugegeben, damals wurde die Uniform noch als Ehrenkleid der Nation bezeichnet - das Gros aller Soldaten handelte auch danach!

Als dann in den 50er-Jahren der "Kalte Krieg" und unsere Besatzer gemeinsam mit Konrad Adenauer, Graf Baudissin I und Theo Blank - den "Bürger in Uniform" kreierten, konnte der Wehrwillige schlecht solch ein Ehrenkleid übergestülpt bekommen.

Jedenfalls wurden damals alle künftigen Vorgesetzten auf Herz und Nieren geprüft, ob sie nicht doch ein braunes Fleckchen auf der sonst dekorierten Weste hatten, schließlich waren sie ja aus dem Vernichtungskrieg übriggeblieben.

Für den Landser, der ja nun wieder als Kanonenfutter für die gute demokratische Sache gebraucht wurde, unterblieb diese "Röntgenaufnahme" anscheinend gänzlich ?!

"Der Bürger in Uniform" hatte sich grundsätzlich von dem helden- und ehrenhaft kämpfenden Wehrmachtssoldaten zu unterscheiden! Siehe auch: Traditions-Erlaß (Apel) Mörderurteil (Limbach), Verbrecher-Ausstellung (Reemtsma-Heer).

Ja, was macht man denn nun, wo in Dresden das Kind in den Brunnen fiel? Ein Neonazistischer Popanz muß her, weiß man doch zu gut, daß sich unter diesem Deckmantel eigene politische- und führungsschwache Unzulänglichkeiten abschirmen lassen.

Jetzt, Herr Minister, können Sie nach alter Manier in aller Ruhe - bis zu den nächsten Wahlen - prüfen und politisch diskutieren wie man an die vertrackten Führungszeugnisse kommt.

Von seinem "Ziehvater" weiß man auch, wenn nichts Schlimmeres kommt, läßt sich die Sache auch ganz gut aussitzen.

Vor allem jetzt, wo man - für ganz selbstverständliche Handlungen an der Oder - eine überschwengliche Presse erhielt!

Herr Minister, denken Sie lieber ganz schnell nach, ob Ihre Truppe zu wenig ausgelastet ist!

Suchen Sie die Schuldigen in Ihrer nächsten Nähe!

Positive Vorbilder schaffen mehr, als ständige Sprechblasen! Noch immer gilt - auch für "Bürger in Uniform": Eine Truppe ist immer so gut wie ihre Führung!

Wenn Sie, wie Sie so schön sagten: "Das Vertrauen der Menschen wieder verfestigen wollen", dann fangen Sie nicht bei den "Irren" von Dresden an!

Nicht diese beiden, sondern die Politik der letzten Jahrzehnte hat den Vertrauensverlust zu verantworten!

Mit freundlichem Gruß

gez: H. Mond


Quelle: Recht und Wahrheit, Folge 11+12/1997, S. 22

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