GEFRAGT - GEANTWORTET

Ist Ihnen bekannt...

... daß "Roter Terror" in Marburg die Straße beherrschte, als anläßlich der vom 12. September bis zum 17. Oktober 1997 in Marburg gezeigten Wanderausstellung "Vernichtungskrieg Verbrechen der Wehrmacht 1941 1944" - die nun schon seit über zwei Jahren durch deutsche Lande zieht - es in der ehrwürdigen Universitätsstadt Marburg zu Schlägereien zwischen friedlich demonstrierenden Ausstellungsgegnern und "roten Befürwortern" kam?

Der ehemalige Rechtsanwalt Manfred Roeder, der mehrmals gegen dieses verunglimpfende und pseudowissenschaftliche Machwerk vorging, hatte zu einer Mahnwache vor der Universität in Marburg aufgerufen, um gegen die weitere Kriminalisierung unserer Väter und Großväter zu protestieren.

Im Vorweg hatte er alle 500 Professoren der dortigen Uni und 75 Theologen in Marburg angeschrieben und sie gefragt wie es sich mit ihrer Aufgabe vereinbaren läßt - da sie doch vorgeben, der Wissenschaft und der Wahrheit zu dienen -, solch eine (Lügen)ausstellung zuzulassen.

Zündstoff zu brutalem Vorgehen gegen die Ausstellungsgegner war somit gelegt. Vor dem Eingang zur Uni kam es denn auch am 1. Okt. 1997 zu blutigen Schlägerszenen, als unter den Augen der Polizei am Sonntag nachmittag aus einer Ansammlung von etwa 300 Befürwortern der Ausstellung - zusammengetrommelt vom DGB - mehrere vermummte und mit Schlagstöcken bewaffnete Autonome losstürmten und auf die friedlichen demonstrierenden Ausstellungsgegner einprügelten.

Manfred Roeder und weitere mußten mit Kopf- und Gesichtsverletzungen im Krankenhaus notärztlich behandelt werden.

Sven Jacobs

... daß es zu einer weiteren (nunmehr schon vierten) Kundgebung in Marburg am 9. November gekommen ist?

Diesmal hatte der mutige Manfred Roeder zu einem Gedenkmarsch anläßlich des Einrisses der "Berliner Mauer" am 9. November 1989 - Symbol der "kleindeutschen Wiedervereinigung" aufgerufen.

Mit Transparenten "Wir sind das Volk Deutschland einig Vaterland" und "Deutschland ist größer als die brd", erinnerten sie an das g a n z e Deutschland, an das völkerrechtlich noch immer bestehende Deutsche Reich.

Die Demonstration verlief diszipliniert und ohne Zwischenfälle. Marburger Einwohner haben gesehen, daß es auch noch aufrichtige Deutsche gibt, die sich nicht durch Schuldkomplexe verführen lassen.

Sven Jacobs

...daß der Vorsitzende der FRONT NATIONAL (Frankreich), Jean-Marie LE Pen, vom Landgericht in Nanterre bei Paris, zur Zahlung von Schmerzensgeld (jeweils etwa 5.000 Franc = DM 1.600.-) an elf jüd. Organisationen zahlen muß? Le Pen hatte am 5. Dezember auf einer Pressekonferenz in München die Gaskammern als "Detail der Geschichte des Zweiten Weltkriegs" bezeichnet. Der Dachverband der jüdischen Gemeinden in Frankreich, CRIF, erklärte, Le Pen sei "dafür verurteilt worden, weil der die tragischen Ausmaße der Schoa in provokanter Weise geleugnet" habe.

...daß die deutsche ALLIANZ-Versicherung in Zusammenarbeit mit maßgeblichen jüdischen Organisationen eine rasche Erledigung von möglicherweise noch offenen Ansprüchen aus Lebensversicherungen von Holocaust-Opfern erreichen will?

Wie die Konzerndachgesellschaft Allianz AG in München mitteilte, fanden am 18. u. 19. Dezember in München, Stuttgart und Berlin Gespräche mit Repräsentanten des Jüdischen Weltkongresses (WJC) und der Jüdischen Weltorganisation für Wiedergutmachung (WJRO) und der Organisation der Vereinigung der Überlebenden des Holocaust statt. Bei den Gesprächen seien historische, rechtliche und ethische Aspekte erörtert worden. Im Frühjahr wurde in New York (RuW berichtete hierüber) gegen sechzehn europäische Versicherungsgesellschaften, darunter vier Allianz-Versicherungen, eine Klage über angeblich noch offene Ansprüche aus Lebensversicherungen eingereicht, die in den Jahren 1920 bis 1945 abgeschlossen wurden. Die Lebensversicherungs-AG (Stuttgart) leistete bislang in diesen sieben Fällen eine freiwillige Zahlung. Moshe Sanbar, Vorsitzender der Organisation der Vereinigung der Überlebenden des Holocaust wird in der Allianz-Mitteilung zitiert: "Wir werden die Initiativen der Allianz sehr genau beobachten, und wir hoffen, daß diesen ersten Schritten weitere Initiativen von Gewicht folgen werden. Wir erwarten auch, daß weitere Versicherungsunternehmen an diesem Verfahren teilnehmen. "

...daß Bundespräsident Roman Herzog aus Solidarität mit Israel eine Kerze für das erste Chanukka-Licht in München entzündete?

Roman Herzog zündete am 23.12. 97 eine Chanukka-Kerze an, mit der der Lubawitscher Rabbiner Israel Diskin das erste Licht der Chanukkia entfachte. Herzog reihte sich damit in die Schar der Vertreter von dreißig Staaten ein, in denen mit dem Lichterzünden die Jubiläumsfeiern für Israel eröffnet wurden. (Chanukka = Einweihung. Es werden nacheinander die Kerzen des 8-flammigen Chanukka-Leuchters, von dessen Lichtern am 1. Tag nur eines angesteckt wird, zum Andenken an die Tempelweihe des Makkabäers Juda entzündet. Lichtwunder deshalb, weil der Ölvorrat eines Tages im Tempelheiligtum für 8 Tage reichte, RuW).

Das Chanukka-Ritual ist zugleich Auftakt für den Beginn der Jubiläumsfeiern anläßlich der Staatsgründung Israels am 15. Mai 1948 gewesen.

Der Festakt fand in der Münchener Innenstadt [natürlich auch in Anwesenheit von Ignatz Bubis, des israelischen Botschafters in der BRD, Avraham Primor, und von OB Ude (SPD)] an der Stelle statt, wo noch 1938 die Hauptsynagoge der Münchener Gemeinde stand, die aber aus verkehrstechnischen Gründen einer Straßenweiterführung weichen mußte.

...daß Roman Herzog sich "unbequeme Denker" wünscht?

Zum 200. Geburtstag von Heinrich Heine hat Herzog an die Notwendigkeit von unbequemen Denkern in einem demokratischen Staat erinnert. Die Gesellschaft verkümmere ohne den kritischen Einspruch von Intellektuellen und Schriftstellern, sagte Herzog am 13.12.97 bei einem Festakt zum Heine-Geburtsjahr in Düsseldorf. Die Kritiker hätten zwar keineswegs "die Wahrheit gepachtet", doch müsse die Gesellschaft auf sie hören, um nötigenfalls umzudenken, meinte Herzog. Die Wahrheit liege aber "auch nicht automatisch bei der Mehrheit, schon gar nicht bei den jeweils Herrschenden." Herzog unterstrich, daß der "sperrige Individualist" nie notwendiger gewesen sei als heute, um die ständig neuen Moden des Denkens zu überprüfen.

RuW:

Angesichts von Meinungsunterdrückung und "Patriotenverfolgung" in diesem Land, heuchlerische Worte.


Quelle: Recht und Wahrheit, Folge 1+2/1998, S. 23

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