Liebe Leser von »Recht und Wahrheit«!

Bald ist Wahltag. Alle Politiker sagen, das Wohl der Nation hinge für die kommenden vier Jahre vom Ausgang dieser im September stattfindenden Bundestagswahl ab. Sie lügen! Bonn hat noch nie Politik zum Wohle des Volkes gemacht. Deshalb ist's völlig egal, wer am Ende die Wahl gewinnt. Der Verlierer steht schon heute fest. Es ist das Volk! Es hat schon immer, auch für die allerschlechteste Leistung seiner Politiker, zum Schluß die Zeche bezahlen müssen...

Schlimm genug ist's, anläßlich bevorstehender Wahlen von allen Seiten immer wieder hören zu müssen, daß die von diesem oder jenem parteigesteuerten Bonner Politiker in zurückliegender Zeit erbrachte politische Leistung nichts als Bockmist zutage befördert hat. Für noch schlimmer halte ich es, wenn ich als betroffener Staatsbürger die Richtigkeit solcher Vorwürfe selber zu erkennen vermag. Sollte man sich angesichts derartiger Fehlleistungen nicht fragen, was uns eigentlich dazu brachte, staatsmännischen Versagern vier Jahre lang freie Hand zu lassen?

Der Sinn abwertender Äußerungen über die Leistungen der machtinnehabenden Partei liegt darin begründet, die vor einer Wahl von der oppositionellen Gegenseite anzubietende Dienstleistung "Hohe Politik" als "besser", als "demokratischer" und vor allem als "geeigneter" (für die zu lösenden Probleme) anzupreisen. Reden denn nicht alle Wahlparteien dem zum Wahlurnengang aufgeforderten "Wahlberechtigten" ein, sein "Kreuzchen" hinter dem "richtigen" Namen entscheide die politische Zukunftsgestaltung dieser Republik? Ein "dummer" Wähler glaubt immer an das, was die Wahlstrategen ihm versprechen. Und ein "kluger" Wähler? - Einen "klugen" Wähler gibt es nicht!

Wir leben in einer Welt, die voll von Verheißungen (vagen Versprechungen) und optimistisch "gestylten" Zukunftsbildern ist. Was der Kirche seit gut 2000 Jahren gelungen ist, nämlich ihre Gläubigen per nicht nachweisbarer Verheißung kirre zu machen (und auf Dauer auch gefügig zu halten), dürfte von einem modernen Wahlfeldzugstrategen, stellte man ihn vor eine ähnliche Aufgabe, nicht besonders schwierig zu lösen sein - indes, billig zu haben ist die Dienstleistung von Psychologen und sonstigen Werbefachleuten nicht! Andererseits, mit Geld läßt sich alles kaufen - auch Wählerstimmen. Nicht zuletzt hängt der Ausgang dieser Bundestagswahl von der Qualität (dem Können) eingekaufter Wahlparolen-Erfinder ab. Eine Partei, die sich keinen teuren, "griffige" Parolen erzeugenden Soziologen oder Sozialpsychologen leisten kann, hat so gut wie keine Chance in diesem härtesten aller Geschäfte. Falls Gerhard Schröder den angepeilten Kanzlerstuhl rechts neben dem Rednerpult im Plenarsaal des Bundeshauses á la dem Stühlespiel "Reise nach Jerusalem" (die er ja schon hinter sich gebracht hat) erfolgreich für sich belegen sollte, so verdankt er dies nicht zuletzt auch der Versimplifizierung seiner betont unterkühlt sich gebenden, anspruchslosen Drei-Worte-Herausforderung: »Ich bin bereit!«

Daß ihn bislang niemand in diesem Lande zu fragen wagte, wozu er, der Kanzler-Kandidat der SPD, denn letztendlich bereit sei, wirft eine bezeichnendes Licht auf eine von Karriereängsten gebeutelte, geduckt-servil sich gebende Bonner Gehorsamsgesellschaft, in deren Dunstkreis es von Parteibuchinhabern, Sympathisanten und Spekulanten jeglicher Couleur nur so wimmelt. Mag sein, daß sich sogar der eine oder andere "Politikverdrossene" in Träume über die verheißungsvolle Möglichkeit einer »neuen Politik der Mitte« verliert, die der elegant auftretende Dr. Schröder seinem Wahlspruch als eine von mehreren undurchschaubarer Interpretationsvarianten beipackte. Vielleicht liegt hierin einer der Gründe verborgen, weshalb Gerhard Schröder eine klare Aussage über seine wahre politischen Absichten bisher mied. Eine gute Geschenkpackung sagt noch lange nichts über deren Inhalt aus. Wenn hernach ein hämisch lächelnder Teufelskopf aus der Packung hervorfedert, darf sich niemand hierüber wundern.

Die "sogenannten" Rechten nehmen sich in dieser Wahlkampfintrige Wie biedere Laiendarsteller auf einer Bauernbühne aus, die sich zudem über die Frage, wer denn nun in dieser vom Bonn inszenierten

Komödie die Hauptrolle spielen soll, auf schärfste untereinander befehden. Auf die Behauptung der REP hin, nur sie allein dürfe "Anspruch auf eine Vormachtstellung im rechten Lager" erheben, konterte die DVU, daß einer Partei, deren "politische Unfähigkeit" in ihrer Führungsschwäche liege, die Voraussetzung für eine politische Führungsrolle gänzlich fehle. Als dritte Partei mischt die NPD bei der "Kollegenbeschimpfung" mit. »Die DVU…« ist, so will es uns der NPD-Bundesorganisationsleiter weismachen, »…nach den Erfahrungen Ende der 80er Jahre eben keine für Nationaldemokraten ernsthafte Kooperationskraft…«

»…Im Gegensatz zur Deutschen Volksunion ist die NPD eine Partei mit Gesicht, mit Charakter und mit Identifikationswert.« Und: »…Wir Nationaldemokraten sind die einzige nationale Kraft in Deutschland, die für politische Veränderungen kämpft und eine wirkliche Systemalternative darstellt.«

Armer "Rechtswähler"! Wem soll er seine Stimme geben? Wem ist denn nun eine "Führungsrolle" im rechten Lager" zuzutrauen? Genaugenommen keiner! Keine der hier genannten "rechten" Parteien" stellt eine echte "Systemalternative" dar. Eine "wirkliche Systemalternative" sein zu wollen - allein diese zwei Worthülsen, inhaltslos wie sie sind, in einer Verlautbarung auszuformulieren wagen, ohne sich um ihre Erklärungsbedürftigkeit zu bemühen, stellt in meinen Augen nichts anderes als wirklichkeitsfremdes Wunschdenken dar. "Rechte Parteien" sind genauso ein Teil des Bonner Parteiensystems wie dessen etablierte "Altparteien". Ich weiß, sie lassen sich nicht gern daran erinnern, die "rechten" Parteien, daß der Bonner Parteienstaat sie für unverzichtbar hält, weil sie als ein Teil seines Systems gut zu gebrauchen sind. Oder wollen die "Rechtsparteien" etwa behaupten, sie würden, ohne von Bonn offiziell "mit Stempel und Unterschrift" genehmigt und zugelassen worden zu sein, Wahlpropaganda für ihre Ziele betreiben dürfen? Sie sind weiter nichts als ein Stimmen-Auffangbecken, dazu da, ein vorhandenes, nicht zu unterschätzendes Wählerpotential von national Denkenden und national Fühlenden in ableitenden Kanälen und damit zu bedeutungslosen Rinnsalen versickern zu lassen!

Nichts anderes dürfen sie, sollen sie und müssen sie tun !

Zum Schluß sei nochmals (und sicherlich nicht zum letzten Mal) gefragt: Wen von diesen drei "großen" rechten Parteien denn nun ein mit seinem Vaterland sich verbunden fühlender Deutscher wählen soll, wenn er der "wahren", der "richtigen", der "echt nationalen" Partei seine Stimme geben will? Ich möchte mit ein paar wenigen Zeilen antworten, die ich vor vielen Jahren meinem Erstgeborenen ins Stammbuch schrieb:

Mein Sohn, sei stets zum Kampf für das Gute bereit!
Erkenne den Trug, der Dich lockend umgarnt,
wehre dem Feind, der
sich listig getarnt:
Bleibe deutsch alle Zeit!

Mehr ist nicht zu sagen:

 

Für uns Deutsche sind Bonn-Parteien nicht wählbar !

Treffen Sie die "richtige" Entscheidung am 27. September 1998.

Danach melde ich mich wieder!

Ihr

Georg Albert Bosse


Quelle: Recht und Wahrheit, Folge 7+8/1998, S. 3f.


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