GEFRAGT - GEANTWORTET

Ist Ihnen bekannt…

… daß auch in Frankreich die Political correctnes-Hysterie grassiert?
Wenn man zur Feder greift, muß man besondere Vorsicht walten lassen, wenn man sich mit einem "empfindsamen" Mitbürger befaßt. Diese Lehre ist aus dem Mißgeschick zu ziehen, das einem gewissen Alsin Terrail, Staatsanwalt bei einem Berufungsgericht und Ehrenvorsitzender der Richtervereinigung widerfahren ist.
A. Terrail hat in der Zeitschrift seiner Vereinigung den Fall des Albert Lévy in Toulon (FN-Hochburg) abgehandelt und seinen Aufsatz mit folgendem Satz beendet: "Lévy geht so lange zum Ofen bis er sich die Finger verbrennt«, der deutschen Entsprechung von "Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht".
Diese wenigen Worte haben ausgereicht, um in den Medien einen größeren Sturm der Entrüstung auszulösen als sein amtschädigendes, weitaus befremdlicher anmutendes Verhalten, das ihm sogar ein Ermittlungsverfahren einbrachte: Er hatte Unterlagen aus dem (FN-) Rathaus an die Presse weitergegeben...
Alles weist darauf hin, daß A. Terrail keine Sekunde daran gedacht, welche Folgen sein Vergleich mit sich bringen werde. Wie konnte er auch wissen, daß sein Kollege in Toulon Jude ist, und daß diese Zuordnung eine Art zusätzlichen Schutz bedeutet?
A. Terrail ist zurückgetreten und seine Berufsvereinigung hat sich selbst aufgelöst.
Dieser Vorgang vermittelt einen guten Einblick in das in Frankreich herrschende Polit-Klima, zu dem die Kollegen des A. Terrail einen maßgeblichen Beitrag leisteten. Sie haben sich nie gescheut, sich der Hundemeute anzuschließen, die die Meinungsfreiheit bekämpft und haben "Abweichler" stets freudig verurteilt.
Quelle: »Les Nouvelles du Dront«, Nr. 19, Nov. 98, privater Rundbrief, herausgegeben von Alain D. - Übersetzung ins Deutsche von Günter Deckert

… daß der junge französische Gymnasiallehrer und Revisionist, u.a. Verfasser der revisionistischen Untersuchung zum Komplex ORADOUR, in Zusammenarbeit mit Dr. Henri Roques Mitverfasser einer Zusatzabhandlung zum Thema "Gerstein" [»Die Geständnisse des Kurt Gerstein« (Doktorarbeit von Nantes, deutsche Bearbeitung/Übersetzung Günter Deckert)] in St. Nazaire in 1. Instanz zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde, weil er die mittlerweile auch in Frankreich verbotene Untersuchung von Germar Rudolf zum Thema "Auschwitz" verkauft hat?
Im Zusammenhang hiermit stehend: In Freiburg, Schweiz, hat ein Gericht in 1. Instanz einen (arbeitslosen) Journalisten ebenfalls wegen Verkauf des Rudolf-Gutachtens zu einigen Monaten Gefängnis verurteilt.

… daß Staatsminister Naumann die Deutsche Wehrmacht als eine "Tötungsmaschine" bezeichnet hat?
»Ein marschierendes Schlachthaus, das sich selbst intakt hielt, indem es jeden ungehorsamen Soldaten erschoß« - mit diesen Worten über die Deutsche Wehrmacht zitiert die SUNDAY TIMES den deutschen (?) Staatsminister für Kulturelle Angelegenheiten. Michael Naumann.
Naumann hatte englischen Journalisten anläßlich der Berliner Filmfestspiele erklärt, England habe ein falsches Bild von den deutschen Streitkräften im Zweiten Weltkrieg. Briten hätten zum Beispiel Feldmarschall Erwin Rommel, den Wüstenfuchs, als heldenhaften, galanten Offizier dargestellt. In Wahrheit sei die Wehrmacht eine Tötungsmaschine gewesen. Der wirkliche Rommel und seine Generale seien weit entfernt von dem Bild, das der Schauspieler James Mason in dem 1951 gedrehten Film "Der Wüstenfuchs" gezeichnet habe.
Anmerkung: Vielleicht bezieht Herr Manfred Rommel, Stuttgart, als Sohn des Gescholtenen zu den gegen seinen Vater geäußerten Vorwürfen eines BRD-Amtsinhabers Stellung. Oder darf vermutet werden, daß ihm diese Verleumdung genauso kalt läßt wie die Schmutzwasser, welche sich kübelweise über sein Volk ergießen?

… daß der in Frankreich lebende Alain Finkelkraut eine interessante Aussage zur Sühnehaltung der Deutschen gemacht hat?
In einem Interview, das die WELT in ihrer Ausgabe vom 20. Februar 1999 abdruckt, antworte Finkelkraut auf die Frage, ob es denn wirklich nur negativ zu bewerten sei, wenn nicht zuletzt die Medien es waren, »die der persönlichen und gesamtnationalen Amnesie - Auschwitz in Deutschland, Vichy in Frankreich - ihre bohrenden Fragen entgegengesetzt haben?«
Finkelkraut: Das betraf die Vergangenheit, in der solche Aufklärung tatsächlich nottat. Was die Wichtigkeit des Fragens betrifft, stimme ich Ihnen völlig zu. Was aber ist, wenn die Medien nur noch stereotype Bilder und selbstgerechte Antworten liefern? Ist nicht gerade das auch ein Akt der permanenten Selbstentlastung? Damit wir uns jetzt nicht mißverstehen: Ich möchte hier keine pauschale Medienschelte betreiben. Aber wir müssen anerkennen, daß sich die Gesellschaft inzwischen weiterentwickelt hat, daß es wichtige - und lesbare! - historische Werke gibt, daß die Universitäten gute Arbeit geleistet haben. Man sollte auch die Schule nicht unterschätzen, sondern dafür sorgen, daß dort die Vermittlung der Geschichte und möglicher Lehren daraus noch intensiver betrieben wird. Ich wehre mich nur dagegen, jedes und alles den Medien zu überlassen, als wären sie es allein, die uns Verdammung oder Absolution geben könnten. Es genügt eben nicht, allein die Bilder vergangener Schrecken zu sehen, um gegen die totalitäre Versuchung immun zu werden oder ihr aktiv zu widerstehen. Deutschland, wo man immer behauptet, seine Lehren aus der Geschichte gezogen zu haben, ist dafür das beste Beispiel. Als die Sowjets ihre SS 20 aufstellten, übten sich maßgebliche Intellektuelle, Politiker, aber auch viele junge Menschen in einem völlig ahistorischen Pazifismus, der ziemlich leichtfertig die Relativität unserer demokratischen Werte behauptete: lieber rot als tot. Nach dem Fall der Mauer kam dann das Schweigen zu Bosnien. Man sieht im Fernsehen Bilder aus Auschwitz, berauscht sich an seiner eigenen Sensibilität - und kommt keine Sekunde lang auf die Idee, daß es eher die Bilder aus Sarajevo oder Srebrenica sind, die die heutige Herausforderung an unsere Menschlichkeit darstellen. Auf geradezu pathologische Weise zeigt das auch der Fall Peter Handke: Gerade er, der sich stets so angeekelt zeigte vom postnazistischen Deutschland und Österreich, übernimmt während des Krieges eine militante proserbische Haltung, die in vielem gerade jener mentalen Abschottung gleicht, die er seiner Vätergeneration immer wieder vorgeworfen hat. Das zeigt, daß Deutschland den alten Dämonen ebenso mißtrauen sollte wie jenen, die von der Mission erfüllt sind, diese Dämonen um jeden Preis auszutreiben.
Anmerkung: Wen mag wohl Finkelkraut mit dieser Bemerkung gemeint haben?


Quelle: Recht und Wahrheit, Folge 3+4/1999, S. 24


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