GEFRAGT - GEANTWORTET

Ist Ihnen bekannt…

... daß das Vertrauen der Bürger in die Parteien nachhaltig gestört ist?
Nur 17 Prozent trauen (nach forsa) der SPD zu, mit den Problemen in Deutschland fertig zu werden. Der CDU/CSU trauen dies (ebenfalls „nur") 22 Prozent zu. Eine stattliche absolute Mehrheit der Bürger von sage und schreibe 57 Prozent traut dies keiner Partei zu.

...daß Lafontaines Stasi-Akten seinen Rücktritt begründen?
Auch nach Oskar Lafontaines offizieller Erklärung zu seinem Rücktritt bleibt die Frage nach den wahren Beweggründen. Die seriöse und gewöhnlich gut informierte britische Sonntagszeitung »The Sunday Times« erwähnte in einem umfangreichen Artikel zu Lafontaines Rücktritt in einem Nebensatz einen Bericht, nach dem es »Beweise für seine [Lafontaines, d. Red.] Verbindung zur ostdeutschen Geheimpolizei Stasi gebe, die veröffentlicht werden sollten«.
Eine andere Quelle ließ verlauten, dass US-Präsident Bill Clinton dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) bei dessen letztem Besuch in Washington eine kompromittierende Lafontaine-Akte ausgehändigt habe, die aus den Beständen der DDR Staatssicherheit stammte. Die Akte soll zu den zahlreichen Dossiers zählen, die sich der CIA nach dem Fall der Mauer aus dem Archiv des DDR-Geheimdienstes sicherte und deren Rückgabe an die Bundesregierung erst vor kurzer Zeit verwehrt wurde.
Oskar Lafontaine wird trotzdem nicht am Hungertuch nagen. Für das Ministeramt bekommt er ein Übergangsgeld von insgesamt 106.420 Mark, danach eine lebenslange Pension von monatlich 15.724 Mark (indexiert, selbstverständlich). Die nächsten drei Monate bekommt er übrigens sein volles Monatsgehalt zusätzlich - satte 23.650 Mark.
Es würde die Glaubwürdigkeit der Regierung Schröder stärken, wenn sie die neuen Dossiers aus Amerika der Gauck-Behörde und damit der wissenschaftlichen Forschung überlassen würde. Sie im Keller des Bundeskanzleramtes einzuschließen und den Bürgern die Wahrheit vorzuenthalten läßt vermuten, daß die Gerüchte, wonach man die jüngere Geschichte Deutschlands sonst völlig neu schreiben müßte, zutreffen.
Quellen: »Sunday Times« und »Vertrauliche Mitteilungen«, Nr. 3294.

...daß Großbritannien Hilfe vereitelte?
Die britische Regierung hat im Zweiten Weltkrieg einen US-Plan vereitelt, mehrere tausend Juden aus deutschen Konzentrationslagern zu retten. Das belegen geheime Staatsdokumente, die teilweise in britischen Zeitungen veröffentlicht wurden. (»Ruhr-Nachrichten« Nr. 166, v. 22.07.99)

...daß Forderung nach einer Bannmeile laut wurde?
Berlin (dpa) - Die Polizeigewerkschaft im Beamtenbund hat nach den Störungen beim öffentlichen Rekrutengelöbnis in Berlin die Einführung einer Bannmeile gefordert. Es sei unverständlich, daß in Berlin auf diesen Schutzbereich um das Regierungsviertel verzichtet worden sei.

...daß die deutsche Baubranche massiv durch italienische Mafia-Organisationen bedroht ist?
Mit dieser Aussage ließ Konrad Freiberg, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) aufhorchen. Freibergs Beweggründe, jetzt an die Öffentlichkeit zu gehen: Erkenntnisse des Bundeskriminalamtes sowie der verschiedenen Landeskriminalämter (LKA), sollen nicht unbeachtet in den Schubladen liegenbleiben. Auch die des nordrhein-westfälischen LKA nicht.
»Es ist immer das gleiche Verfahren: Strohmänner aus Italien werden in einem Unternehmen als Geschäftsführer eingesetzt«, bestätigt Fredrick Holtkamp vom LKA in Düsseldorf diese Form der organisierten Kriminalität. Gehe es um Auftragsangebote großer Firmen, als Subunternehmer zu arbeiten, habe der jeweilige dubiose Anbieter leichtes Spiel. Holtkamp: »Kein normales mittelständisches Unternehmen kann diese Firmen bei der Auftragsvergabe unterbieten.«
Der Grund: Steuern oder Sozialabgaben sind für die italienischen Firmen ein Fremdwort - belangt werden können sie deshalb aber noch lange nicht. Denn binnen eines halben Jahres werden die Geschäftsführer der billigen Subunternehmen ausgetauscht. Sie verschwinden meist spurlos - ohne auch nur einen Pfennig an den Staat gezahlt zu haben.
»In den Niederlanden ist das anders, da müssen die Generalunternehmer
zahlen«,, erläutert Holtkamp. Und Konrad Freiberg von der GdP ergänzt: »Dem Sozialstaat entsteht ein immenser Schaden. Noch nie ist eine Branche in Deutschland derartig untergraben worden.«

...daß Walter Scheel, der Jubilar, achtzig geworden ist?
Nun ist es ist ruhig um ihn geworden, meinte der MÜNCHNER MERKUR: Gemeint war Walter Scheel. Er ist ein typischer Repräsentant für die Bonner Politiker, ein Prototyp sozusagen. Er war Mitglied der NSDAP, wovon er natürlich nichts wußte, ist Altpräsident der »Europa Union Deutschland«, Präsident des Deutschen Rates der Europäischen Bewegung, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Wirtschaftliche Zusammenarbeit, Neutraler im Aufsichtsrat bei Thyssen, Vorsitzender des Kuratoriums der Friedrich-Naumann-Stiftung, Ehrenvorsitzender der F.D.P., Präsident der Bilderberger (die kapitalistische Internationale), Vorsitzender des Germanischen Nationalmuseums, Ehrenpräsident des Deutschen Künstlerbundes, Präsident im Kölner Direktorium für Vollblutzucht und Galopprennen und „Ritter wider des tierischen Ernstes".
Wie sein Nachfolger Graf Lambsdorff hatte er Schwierigkeiten mit dem Geld umzugehen. Als Aufsichtsratvorsitzender der Deutschen Investitions-und Entwicklungsbank genehmigte ihm der Geschäftsführer Rainer von Othegraven Dienstreisen mit der Ehefrau für 208.000 DM. In einem Untreu-Prozeß mußte er 50.000 DM Strafe bezahlen, damit das Verfahren niedergeschlagen wird und er nicht als Krimineller beschuldigt werden kann (MÜNCHNER MERKUR, 14.4.1999).
Früher schon machte er sich kulinarisch ums Vaterland verdient. Er wurde von einer 40köpfigen Jury der Cognac-Firma Rémy Martin zum Feinschmecker des Jahres auserkoren. Altpräsident Scheel labte seine Zunge an „Froschschenkeln im Ruländer", „Roggenfäden mit Hummer", und „Kalbsherz mit Birnen und Steinpilzen" (DER SPIEGEL, Nr.28/1981). [Der Chronist: Georg Wiesholler]

...daß Dr. Erich Lipok, Arzt, schlesischer Dichter und Schriftsteller am 10.8.99 seinen 90. Geburtstag begehen konnte?
RuW gratuliert dem Jubilar auf das herzlichste!!


Quelle: Recht und Wahrheit, Folge 9+10/1999, S. 23


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