GEFRAGT - GEANTWORTET

Ist Ihnen bekannt…

... daß die ALLGEMEINE - Jüdische Wochenzeitung in ihrer Ausgabe vom 14.10. 1999 (Nr. 21) auf ihrer Titelseite schrieb:
»Ein Jahr nach Martin Walsers skandalöser Rede in der Frankfurter Paulskirche hat sein Kollege und Rivale Günter Grass die bedeutendste Auszeichnung, die die Welt für literarische Leistungen zu vergeben hat, den Nobelpreis erhalten. Damit wurde auch ein Mann ausgezeichnet, der wie nur wenige andere die schuldbeladene deutsche Geschichte dieses Jahrhunderts als Antrieb und Provokation für seine Gegenwart verstanden hat. (...)
Mag die Häme der konservativen Presse, allen voran die FAZ, über Grass noch so groß sein: mit ihm ehrt die Welt einen Autor, der einer verdrängten Vergangenheit immer wieder virtuos seine Stimme geliehen hat und weiter leiht....«

... daß uns die ALLGEMEINE (durch Rafael Seligmann) sagt, wer Jörg Haider ist?
»Der FPÖ-Chef ist ein Populist reinen Wassers. Er schwimmt auf der Volksmeinung.... Jörg Haider kommt aus einem nazistischen Elternhaus.«
Als Haider die Zeit für gekommen sah, warf er das Steuer herum: »Er machte auf Jörg Legalité, gab sich politisch korrekt....
Er mahnte vor dem Ausverkauf Österreichs an ausländische Drogendealer, dem „Asylmißbrauch“ und verkündete andere Hetzparolen. Gleichzeitig hält sich Haider einen jüdischen Abgeordneten. Peter Sichovsky gibt zu, Haiders Alibijude zu sein. Gelegentlich zeigt sich Haider auch mit Afro-Amerikanern.
Ist Jörg Haider ein geläuterte Demokrat? Oder ist er in seinem Herzen weiterhin ein Nazikind? Er ist beides. Vor allem ist Jörg Haider ein politischer Opportunist, dem die Macht alles, und politische Grundsätze nichts bedeuten. Dies ist die wahre Gefahr des Jörg Haider. Und seine Anhänger.«

... daß laut einer Emnid-Umfrage eine „breite Mehrheit der Deutschen gegen das Holocaust-Stelenfeld in Berlin“ besteht?
Laut dpa-Meldung vom 20.09.1999 stößt das in Berlin geplante Holocaust-Mahnmal für die jüdischen Opfer der NS-Zeit in der Bevölkerung weitgehend auf Ablehnung. Nur drei Prozent der Befragten befürworten nach einer Emnid-Umfrage 10/11.9. das vom Bundestag im Juni beschlossene Stelenfeld-Mahnmal. Nach dieser Umfrage im Auftrag des Bundes freier Bürger (BfB) sprachen sich 49 Prozent gänzlich gegen die Errichtung eines weiteren Denk- oder Mahnmals aus. Weitere 33 Prozent meinten, ein Denkmal sollte nicht nur für die Juden, sondern für alle Opfer des Nationalsozialismus errichtet werden. Neun Prozent hatten keine Meinung oder wollten sich nicht äußern. Fünf Prozent befürworteten ein schlichtes Mahnmal für die Juden mit der mehrsprachigen Aufschrift: »Morde nicht«, wie es von dem Theologen Richard Schröder vorgeschlagen worden war. 

... daß man der folgenden Pressenotiz kaum Glauben schenken würde, hätte sie nicht in der BERLINER ZEITUNG vom 11.11.1999 gestanden? (Kein Karnevalsscherz!)

- Entschuldigung nach 489 Jahren -

Evangelische Gemeinde erinnert an verfolgte Juden

VON MARLIES EMMERICH

Am kommenden Mittwoch, dem Buß- und Bettag, will die evangelische Gemeinde St. Marien mit einem christlich-jüdischem Gebet an Juden erinnern, die im Jahre 1510 nach Folter und Prozess auf dem Neuen Markt verbrannt worden waren. Den Ort, wo heute der Neptunbrunnen steht, bezeichnet Lothar Wittkopf, Superintendent des Kirchenkreises, als „eine offene Wunde in der Mitte Berlins.“
Aus der Kirche des havelländischen Knoblauch waren 1510 eine vergoldete Monstranz und Hostien gestohlen worden. Der Täter bezichtigte einen Spandauer Juden, eine der Hostien gekauft zu haben. „Ein Jude wurde beschuldigt und wie so oft die gesamte Judenschaft in Mitleidenschaft gezogen“, sagt Hermann Simon, Direktor des Centrum Judaicum. Am 19. Juli 1510 wurden auf dem Neuen Markt 35 Juden verbrannt. Nach Angaben von Salomea Genin, selbst jüdischer Herkunft, wurden einen Tag später zwei weitere Juden hingerichtet. Alle anderen wurden vertrieben.
„Die Opfer sind als Martyrer in die jüdische Geschichte eingegangen“, sagt Simon. Für Salomea Genin ist die Ehrung „ein Schuldbekenntnis nach 489 Jahren.“ Der Kirchenkreis möchte „zum ersten Mal so dezidiert“ Abbitte leisten, sagt Wittkopf. Das Kirchenparlament habe sich bisher allgemein zur christlichen Schuld am Antisemitismus der Jahrhunderte bekannt.
RuW: Mea culpa, mea culpa, mea maximima culpa! 
(Die dreimalige Wiederholung des Wortes „culpa“ bezieht sich auf die Sünden in Gedanken, Worten und Werken). Auch wenn dieses Schuldbekenntnis am Beginn der katholischen Meßliturgie ausgesprochen wird, im Sinne neuen christlichen Gemeinschaftsdenken treffen diese Worte nach Fallens des Vorhangs ausnahmsweise auch auf diese evangelischerseits in Berlin inszenierte Posse zu.

... daß im DER TAGESSPIEGEL vom 9.11.199 zu lesen war?

Deutschland, sei deutsch!

»Unter dem Titel „Sei stolz, deutsch zu sein“ warnt THE DAILY TELEGRAPH (London), Deutschland dürfe seine Interessen nicht den europäischen unterordnen:
„Deutschland ist eine erfolgreiche Demokratie und ein guter Freund Großbritanniens. Es liegt in unserem Interesse, daß Deutschland wie jede andere Nation seine Ziele ohne Verlegenheit verfolgt. Die Deutschen sind froh, Deutsche zu sein. Und sie respektieren unseren Wunsch britisch zu bleiben. Vor zehn Jahren erlangten sie durch einen mutigen und friedliche Aufstand, der unseren tiefen Respekt hat, ihre nationale Souveränität wieder. Aber es wird ihnen kein guter Dienst durch Politiker erwiesen, die aus der Schuld des Schreckens heraus, der vor 54 Jahren endete, heute einen europäischen Staat zu errichten versuchen, der die Demokratie in ganz Europa gefährdet.“«

...daß der verleumderischen sogenannten „Wehrmachtausstellung“ („Vernichtungskrieg. Die Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“), die unsere auf Preußentum gründende soldatische Erziehung schmäht und der Deutschen Wehrmacht Verbrechen nachsagt, die sie in ihrer Ganzheit nie begangen hat, endlich „der Lichtschalter“ abgedreht wurde?
Der Initiator der sog. Wehrmachtsausstellung, die inzwischen 330.000 Besucher gehabt haben soll, Reemtsma, befindet sich in Rückzugsgeplänkel mit angesehenen Historikern in aller Welt.
Unterdessen gab der Leiter der weltweit größten NS-Fahndungsstelle in Ludwigsburg, Oberstaatsanwalt Willi Dreßen, bekannt, daß zwei der umstrittenen Fotos der Wehrmachtsausstellung aus „Mappen des Landeskriminalamts Baden-Württemberg stammen...
(RuW: Nur die Spitze eines Eisbergs!)


Quelle: Recht und Wahrheit, Folge 11+12/1999, S. 23


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