Liebe Leser von »Recht und Wahrheit«!

Braucht Deutschland Parteien? - habe ich einen meiner Aufsätze in RuW einmal überschrieben. Hierauf selber antwortend, hatte ich »Nein!« gesagt. Weiterführend schrieb ich: »Ich weiß, diese Behauptung wird von jenen angezweifelt, die in den Strukturen einer Parteiorganisation die einzig handhabbare Möglichkeit sehen, ihre politische Zielvorstellungen durchzusetzen...«

Um diesen Gedankengang erneut aufzunehmen: Parteienbefürworter vergessen leicht, daß Parteien im großen Meinungskessel einer Nation lediglich Segmente (Teilchen) sind, die aus ihrer (parteieigenen) Sichtweise Vorschläge zur Bewältigung vorhandener Gegenwartsprobleme propagieren. Parteien lassen sich als Zugpferde willig (wenn auch nicht immer billig) vor die Karren ungenannt bleibender Interessenvertreter spannen, die zur Verwirklichung ihrer Ziele dringend der Mithilfe von Parteien bedürfen. Parteien geben vordergründig Zielvorstellungen bekannt, die die wahren Absichten der hinter ihnen als Souffleure (Einflüsterer) Stehenden verschleiern. Fast alle Parteien schieben soziale Anliegen, lebensverbessernde, dem „Frieden" dienende Maßnahmen vor, versprechen eine bessere Zukunft - ohne im einzelnen zu sagen, was sie hierunter verstehen. Rote Liberale reden von „grenzenloser Freiheit", von der wundervollen, alle Rassen- und Territorialkonflikte lösenden Gleichheit der Menschen. Sie erträumen sich eine gleichgeschaltete demokratische Gesellschaft unter einem einzigen Hut, unter einer roten republikanischen Jakobinermütze.1) Dieses Traumgebilde hat auch einen Namen: Eine Welt! - Der zum „König der New Yorker Wallstreet" sich herausgemauserte Kapital-Marxismus will, gleich einem neuen King David 2), Herrscher einer Eine-Welt-Regierung (One-World-Government) auf diesem Planeten werden. Das dies mit einem Völkersterben einhergeht, verschweigen die Eine-Welt-Strategen geflissentlich. Dafür malen sie uns ihre „schöne, neue Welt" in herrlichen bunten Farben aus, und obwohl das ihrer Politik innewohnende gleichmacherische Prinzip zweifeilsohne das wahre Programm ist, das sich vor einem noch nicht gänzlich Erblindeten in aller Deutlichkeit ausbreitet, folgt der Parteienbefürworter ihren dreisten Parolen blindlings mit geschlossenen Augen. Er gehört der bewußt dumm gehaltenen profanen (in die wahren Ziele der Eine-Welt-Macher nicht eingeweihten) Wählermasse an. Will er das denn? Warum will er nicht wahrhaben, daß er sich mit seinem Wahlurnengang in allerletzter Konsequenz an einer seiner eigenen Interessenlage zuwiderlaufende, ja, die Existenz aller Völker vernichtende weltweit angewandte Konzeption mitbeteiligt, die den geheimen Interessenvertretern absolute Macht über ihn und seinesgleichen einräumt? Denn was will die Beseitigung einer nationalen Geldwährung anderes erreichen, als die gesichtslosen Eine-Welt-Managern, zu alleinigen Geld- und Währungsinhaber zu machen. Sich willfähriger Politiker zur Durchsetzung ihrer Ziele zu bedienen, ist lediglich eine Frage des Preises - man guckt sich die richtigen Politiker aus, deren Käuflichkeit außer Zweifel steht.

Es mag dahingestellt sein bleiben, ob die in unserer gegenwärtigen Politlandschaft sich tummelnden Parteien oder Vereine ihren Satzungen einen politischen oder apolitischen Charakter unterlegen. Auf dem Weg zur Verwirklichung verdeckter wie offener Ziele, berührt jede Parteiengruppierung die Interessenlage anderer Mitmenschen empfindlich; vornehmlich die jener Volksangehörigen, die unter gar keinen Umständen bereit sind, eine ihnen aufgezwungene Fremdmeinung mitzutragen.

Einer deutschen Wählerschaft im Jahr 2000 Dummheit ankreiden zu wollen, fällt leicht. »Demokratiebewußtsein« in Deutschland heutzutage hat sehr viel mit wirklichkeitsfremdem Wunschdenken zu tun, das selbst reale Mißstände, wie sie diese Parteien-Demokratie zur Zeit unter üblem Gestank ausscheidet, in einem milderen Licht erscheinen läßt. Vor allem jüngere Deutsche halten DEMOKRATIE für einen Regulierungsmechanismus, der Krummes wieder grad’ biegt und schmutzig Gewordenes wieder rein wäscht. Derartige Ansichten spielen sich in Bereichen außerhalb logischen Denkens ab. Wegsehen ist angesagt - Nichtstun wird zur Parole. Oder: Wer wählt, hat bereits genug (für sich, seinem Gewissen) getan. Beten war schon immer weniger aufwendig als zupackendes Handeln. Man muß nur fest an die Selbstreinigungskraft der momentan herrschenden demokratischen Regierungsform glauben, dann renkt sich alles wieder von allein ein...

Ihr
Georg Albert Bosse


  1. Synonym für kommunistisch-marxistisch. Die franz. Revolution von 1789 (äußeres Kennzeichen: Rote Jakobinermütze) mit ihren Schlagworten von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ war letztlich der Ideenlieferant für den nachgeborenen Herrn Herschel Mardochai (1818 - 1883) = Karl Marx.

  2. David, König von Israel im 10. Jh. v.d. Zeitwende; vereinigte Juda und Israel zu einem Großreich mit Jerusalem als Zentrum.


Quelle: Recht und Wahrheit, Folge 1+2/2000, S. 3.


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