PLATON

"DER STAAT"

Aus Buch drei

Haben nun also, sprach ich, o Glaukon, auch die, welche die Bildung durch Musik und Gymnastik einführten, dies nicht aus dem Grunde eingeführt, welchen einige für den richtigen halten, damit sie (die zu Erziehenden) durch die ein ' e am Leibe, durch die andere an der Seele gepflegt würden? Aber warum denn? fragt er Sie scheinen, bemerkte ich, beides in der Hauptsache um der Seele willen eingeführt zu haben.- Wieso? - Bemerkst du nicht, sprach ich, in welcher Verfassung diejenigen sind, welche ihr Leben lang mit Turnkunst befaßt, die musische Bildung aber nicht berührt haben, oder welche in der entgegengesetzten Lage waren? In welcher Beziehung meinst du? fragte er. In bezug auf Heftigkeit und Härte und andererseits auf Weichheit und Milde, versetzte ich. Freilich, erwiderte er; die, welche sich ausschließlich an die Gymnastik halten, sind heftiger als recht ist, andererseits werden die, welche sich an die Tonkunst halten, weichlicher als es für sie schön ist. Und wirklich, versetzte ich, wird das Heftige von dem Mut der Naturanlage ausgehen und, recht entwickelt, Mannhaftigkeit sein, aber über die Gebühr angespannt, begreiflicherweise Härte und Widerwärtigkeit werden. Einverstanden, erwiderte er. Und wie? Das Milde -wird es nicht der weisheitsliebenden Naturanlage anhaften? Und wenn es zu sehr sich selbst überlassen wird, so wird es über Gebühr weichlich sein, gehörig ausgebildet, aber mild und geordnet? - So ist's. - Von den Wächtern (den HOTERN der Kultur, den SOLDATEN der "Staatsordnung", d. Schriftltg.) nun sagen wir, daß sie diese beiden Naturanlagen haben müssen? - Freilich müssen sie. -Also müssen sie zueinander in das rechte Verhältnis gesetzt werden? - Natürlich. - Und bei wem sie im rechten Verhältnis sind, dessen Seele ist besonnen und mannhaft? - Allerdings. - Bei wem aber nicht im rechten Verhältnis, bei dem ist sie feig und ungeschliffen? - Sicherlich.

18. Wenn nun jemand der Musik gestattet, seine Seele durch die Ohren wie durch einen Trichter zu übergießen und mit den soeben genannten süßen und weichlichen und klagenden Tonarten zu überflöten, und er sein ganzes Leben wimmernd und durch den Gesang in Entzücken versetzt hinbringt, so wird ein solcher zuerst den Mut, den er etwa hat, wie Eisen erweichen und aus einem Unbrauchbaren und Harten zu einem Brauchbaren machen; wenn er aber nicht abläßt darauf zu hören, sondern im Zauber bleibt, da beginnt schon ein Schmelzen und Zerlassen, bis er den Mut herausgeschmolzen und aus seiner Seele gleichsam die Sehnen herausgeschnitten und einen "weichlichen Kriegsmann" hervorgebracht hat. Immerhin, versetzte er. Und falls er nun, fuhr ich fort, von Anfang an eine von Natur mutlose (Seele) bekommen hat, so wird er dies schnell zustande bringen; falls er aber eine mutige hat, so macht er den Mut schwächlich und bringt ihn aus dem Gleichgewicht, so daß er aus Anlaß von Kleinigkeiten rasch gereizt und gelöscht wird; leidenschaftlich und jähzornig sind sie dann aus einem Mutigen geworden, voll mürrischen Wesens. - Allerdings, offenbar. - Und wie? Wenn er andererseits sich mit der Gymnastik (Sport, d. Schriftltg.) anstrengt und sich das Essen tüchtig schmecken läßt, sich aber mit Musik und Philosophie nicht befaßt, wird er nicht zuerst bei körperlichen Wohlbefinden voll Entschlossenheit und Mut werden und an Mannhaftigkeit sich selbst überbieten? - Allerdings.- Wie aber?

Wenn er nichts anderes tut und sich mit der Muse in keinerlei Gemeinschaft setzt, wird nicht das Lernbegierige in seiner Seele, wenn dergleichen überhaupt darin vorhanden war, infolge davon, daß es weder einen Wissensgegenstand noch eine Untersuchung zu kosten bekommt und weder einer Rede noch sonst einer Musenkunst teilhaftig wird, schwach und taub und blind werden, weil es nicht geweckt und genährt und auch ihren Empfindungen keine Läuterung zuteil wird? So ist es, versetzte er Ein Feind der Rede wird also, glaub ich, ein solcher werden, den Musen (dem GUTEN, WAHREN, SCHONEN, d. Schrftlg.) abgekehrt, und von der Überredung durch Worte macht er nicht mehr Gebrauch, sondern bei allem (nur) von Gewalt und Heftigkeit, gleich einem wilden Tier, und er lebt in Unwissenheit und Plumpheit, ohne Ebenmaß und Anmut. Vollkommen, bemerkte er, verhält es sich so. Für dieses beides also, wie es scheint, möchte ich behaupten, daß ein Gott den Menschen die beiden Künste gegeben habe, die Musik und die Gymnastik, für das Muthafte und Weisheitsliebende, nicht für Seele und Leib, außer etwa nebenbei, sondern für jene beiden, damit sie in das rechte Verhältnis zueinander gesetzt werden, durch Anspannen und Nachlassen bis zu dem gehörigen Maße. So scheint es allerdings, sagte er. Von demjenigen also, weicher am schönsten die Turnkunst mit der Tonkunst mischt und sie in dem besten Maße der Seele zuführt, von dem werden wir mit dem vollsten Recht sagen, er sei im höchsten grade vollkommen tonkundig und wohlgestimmt, vielmehr als derjenige, welcher die Saiten untereinander ordnet? Billigerweise, o Sokrates, erwiderte er. So werden wir also, mein Glaukon, auch in dem Gemeinwesen immer eines solchen Vorstehers (FÜHRERS, d. Schrftltg.) bedürfen, wenn die Verfassung bestehen bleiben soll? - Freilich werden wir, so sehr wie nur möglich.

Soviel zur ausgewogenen Geistes- u. Körper(ertüchtigungs) erziehung eines PLATON, dessen idealisierter Staatsauffassung die demokratischen Staatsform entgegenstand, weshalb er der Demokratie in der Rangfolge möglicher Staatsformen einen allerletzen Platz zuwies.

Erkenntnisträchtig erweist sich Platons Lehre, wenn er uns wissen läßt, welche Fehler in der Erziehung gemacht werden können, sobald ein bestimmtes Lehrfach im Übermaß vor ein anderes gefördert wird. Wenn, bezogen auf das oben angeführte Beispiel, eine einseitig bevorzugte Leibeserziehung (Sport) dem Verfall von geistigem Wissensgut gegenübersteht und dadurch eine "Verrohung der Sitten" eintritt. In diesem Falle werden nur "schlagende Argumente" ausgetauscht, keine rednerisch überzeugenden. Umgekehrt werde durch eine einseitige Geisteserziehung eine "Verweichlichung der Triebreaktionen" einsetzen: Statt Mut und Entschlossenheit bediente sich der solchermaßen einseitig Erzogene "klügelnder Argumentation"

Besonders aufschlußreich sind Platons Worte, die er hinsichtlich eines Übermaßes an "Musikerziehung" findet. Denken wir hierbei nicht unwillkürlich an das gnadenlos auf uns einströmende, lediglich von "unwichtigen Meldungen" unterbrochene "Musikgeräusch" tagtäglich, dem wir uns durch Hör- und Sehfunk pausenlos ausgeliefert hören? Vor allem unsere Jugend? Zum nachhaltigen Verständnis dessen, das Platon zum Thema "Musikerziehung" beisteuert, seine Worte noch einmal: "Wenn nun jemand der Musik gestattet, seine Seele durch die Ohren wie durch einen Trichter zu übergießen und mit den soeben genannten süßen und weichlichen und klagenden Tonarten zu überflöten, und er sein ganzes Leben wimmernd und durch den Gesang in Entzücken versetzt hinbringt, so wird ein solcher zuerst den Mut, den er etwa hat, wie Eisen erweichen und aus einem Unbrauchbaren und Harten zu einem Brauchbaren machen; wenn er aber nicht abläßt darauf zu hören, sondern im Zauber bleibt, da beginnt schon ein Schmelzen und Zerlassen, bis er den Mut herausgeschmolzen und aus seiner Seele gleichsam die Sehnen herausgeschnitten und einen "weichlichen Kriegsmann "hervorgebracht hat."

Setzen wir anstelle von "weichlichen Kriegsmann" "lebensuntüchtigen Daseinsbewältiger", dann wird uns das ganze Ausmaß der auf uns eindringenden modernen schwarz-afrikanischen Discomusic klar. Braucht's zur Kenntlichmachung zielgerichteten JUGENDVERDERBNISSES einer besseren Erklärung als die von PLATON?

GAB


Die objektiv zu erkennenden äußeren personalen Unterscheidensmerkmale der Menschen werden ergänzt durch verschieden geartete Handlungsäußerungen auf Umweltreize. Umweltreize, die zu Willenskundgebungen und Handlungen herausfordern, führen zu Handlungsergebnissen, die der im Menschen ungleich angelegten Bewußtseinslage und der hierin eingebundenen Begabung zur geistigen und seelischen Bewältigung von vorgefundenen ",Daseinsherausforderungen" entsprechen. Das heißt, über ihre verschieden angelegte Geistes- und Seelenhaltung beziehen die Menschen ihr handelndes Wollen. Alle Handlungsäußerungen entsprechen somit unterschiedlich aufgefaßten, voneinander abweichenden Motivationen. Allein die immer wieder erneut festzustellende verschiedenartige Erkennensmöglichkeit von "Weltbewegungs- und Weltentstehungsvorgängen" und deren intellektuelle Inbesitznahme - sprich: ihr Hinzufügen zu bereits vorhandenem "Wissenseigentum" -, verrät, durch die angewandte Methodik bei der "Stoffeverarbeitung" solcherweise archivierten Besitzstandes und seine Anwendbarkeit, variantenreiche, menschliche Unterschiedlichkeit. Ja, verrät durch eine gänzlich anders gewertete "Welt- u. Lebensauffassung" RASSENUNTERSCHIEDE!

Diese normalerweise sie trennende, sie voneinander unterscheidende Veranlagung zu "Weltbilderkennen" und "Weltbildverarbeitung", verwischt sich um so mehr, wie das Bildungsniveau der Begabten dem Bildungsniveau der Minderbegabten angeglichen wird. Das heißt, dem Bildungswilligen und dessen günstigere biologische Möglichkeit zur Erfassung vorhandenen Bildungsgutes wird durch "Nichtauslieferung" dieses Bildungsgutes ein höherer, elitär sich auswirkender Bildungsstand vorsätzlich vorenthalten - schlimmer noch: Er wird ihm unterschlagen!

Hierin liegt eine vermutete Aufgabenerfüllung neuzeitlichen Bildungswesens in der Bundesrepublik Deutschland - und nicht nur hier. Bei zwei "Dummen", die sich auf gleicher Bildungsebene bewegen, verwischt sich deren rassische Herkunft eher. Das Ziel überstaatlicher Mächte ist es, die in der Ungleichheit der Menschen verborgenliegende Überlegen wie Unterlegenheit aus rassischem Anderssein in intellektuellen Bereichen nicht mehr erkennbar werden zu lassen. Nach erfolgter gleichmacherischer Volksverdummung ist dies Ziel erreicht!

Ein "dummer Deutscher" erkennt in einem gleichdummen Nichtdeutschen keine ihn provozierende Unterschiede.

G.A. Bosse


"Nur unter der Herrschaft des Christentums, welche alle nationalen, natürlichen, sittlichen, theoretischen Verhältnisse äußerlich macht, konnte die bürgerliche Gesellschaft sich vollständig vom Staatswesen trennen, alle Gattungsbande des Menschen zerreißen, den Egoismus anstelle dieser Gattungsbande setzen, die Menschheit in eine Weit atomischer, feindlich sich gegenüberstehender Individuen auflösen.

Das Christentum ist ganz dem Judentum entsprungen, es hat sich wieder in das Judentum aufgelöst ...

Das Christentum hat das reale Judentum nur zum Schein überwunden. Das Christentum ist der gemeine Gedanke des Judentums; aber die Nutzanwendung konnte erst allgemein werden, nachdem das Christentum die Selbstentfremdung des Menschen von sich und der Natur theoretisch vollendet hatte. Nun erst konnte das Judentum den entäußerten Menschen, die entäußerte Natur zu veräußerlichten, verkäuflichen, der Knechtschaft der egoistischen Bedürfnisse anheimfallenden Gegenständen machen."

"Deutsch-französische Jahrbücher", Paris 1842.
Herausgegeben von Arnold Ruge und Karl Marx


Quelle: Recht und Wahrheit, Folge 11+12/1989, S. 9f.

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