BUCHBESPRECHUNG

Stuart Russel/Jost W. Schneider
"Heinrich Himmlers Burg"
Das weltanschauliche Zentrum der SS
Bildchronik der SS-Schule Haus Wewelsburg 1934-1945
Verlag Heitz & Höffkes, Essen 1989, 214 S.,
ca. 200 Abb., Großformat, gebunden, dtsch., engl., frz.
Preis: DM 49,80

Vierundvierzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges geraten immer mehr die zum Dogma erhobenen gängigen Klischees, mit denen Feinde der historischen Wahrheit das DRITTE REICH verleumden, ins Wanken.

Ein Beispiel hierfür bietet die Geschichte der westfälischen WEWELSBURG bei Paderborn. Bisher lag über deren Verwendung in den Jahren von 1933-1945 lediglich eine wenig objektive "Dokumentation" mit dem Untertitel "Kult- und Terrorstätte der SS" vor, die der Feder des Paderborner Gesamthochschulprofessors Dr. Karl Hüser entflossen war (Verlag Bonifaziusdruckerei, Paderborn 1982).

In dieser "Dokumentation" wurde natürlich dem kleinen KL Niederhagen - das anfänglich 100 Berufsverbrecher(!) aufnahm, die zu Aufräumarbeiten und zur Trümmerbeseitigung auf der vom Verfall bedrohten Wewelsburg eingesetzt worden waren - erheblich Raum gewidmet. Die post festum-Berichterstattung dieser ehemaliger KL-Insassen, d.h. deren nachgeschobenen, später erst niedergeschriebenen Erlebnisdarstellungen wurden für diese "Dokumentation", weil ja ein bestimmter Umerziehungszweck erzielt werden sollte, dann auch dementsprechend popig aufgemotzt. Damit hat die Arbeit der beiden o.e. Autoren natürlich nichts zu tun.

Ihr Thema handelt allein die Geschichte der Burg in den Jahren des Nationalsozialismus ab.

Aus Sicht des Reszendenten kann den beiden Autoren eine wohltuende Objektivität bei ihrem Bemühen um die Erforschung der wirklichen Vorgänge "rund um die Wewelsburg" zu Zeiten des Dritten Reiches bescheinigt werden. Die verfallene Wewelsburg - vormals den Fürstbischöfen von Paderborn gehörig - war Heinrich Himmler 1933 als Schulungsstätte für seine SS-Elite angeboten worden. Beeindruckt von der Schönheit der Burg und deren wohl einmaligen baulichen Anlage, griff er begeistert zu.

Bevor die Autoren den mühevollen Wiederaufbau der Wewelsburg anhand zahlreicher Bilder schildern, wird der Leser mit dem geschichtlichen Ursprung der Burg vertraut gemacht. In der frühen deutschen Geschichte galt sie als eine altgermanische Fliehburg. Himmlers Pläne zielten darauf ab, die Wewelsburg zum Mittelpunkt einer SS-Siedlung mit Flugplatz und Autobahnanschluß zu machen. Leider gelangten diese Pläne wegen des unglücklichen Kriegsausganges nicht zur Verwirklichung. Nur ein Modell beeindruckt den Betrachter von diesem architektonischen Großvorhaben sowie Bilder, die von der gediegenen, neuen Inneneinrichtung der Schulungsburg einen Einblick geben.

Das nächstfolgenden Kapitel des Buches beschreibt die wirtschaftliche Führung und die Verwaltung der Burg in den Jahren von 1934 - 1945, wobei der hohe Stellenwert dieses wohl einmaligen Schulungszentrums der SS dem Leser im wahrsten Sinne des Wortes "vor Augen" geführt wird. Danach erfährt der Leser und Bildbetrachter von regsamen wissenschaftlichen Aktivitäten, die sich auf Befehl Himmlers auf der Burg entfalteten. Die Einrichtung einer umfassenden, wissenschaftlichen Bibliothek wurde in Angriff genommen. Unter der Leitung eines hervorragenden Archäologen entstand ein frühgeschichtliches Museum, deren Ausstellungstücke durch Ausgabungen im Umfeld der Burg zusätzlich ergänzt wurden.

Schließlich erfährt der Leser noch, welche prominenten Besucher auf der Wewelsburg weilten. Und zum Schluß liest er von der befohlenen Zerstörung der Burg zu Kriegsende.

Heute ist die Wewelsburg weitgehend wieder aufgebaut, Sie hat wieder ein Museum bei sich aufgenommen und gibt einer Jugendherberge Dach.

Der tiefere Sinn, der diesem Buch durchaus unterlegt werden darf, er erfüllte sich, wenn möglichst viele Deutsche dieses wirklich sehenswerte alte Kulturdenkmal besuchen würden.

Am Ende dieser Besprechung angelangt, sollte den beiden Autoren sowie dem Verlag aufrichtig Dank gesagt werden für die Herausgabe dieses Buches. Der Leser, der es in den Händen hält, wird sich diesem Dankeschön sicherlich gern anschließen wollen!

Dr. A. Lambardt


Quelle: Recht und Wahrheit, Folge 1+2/1990, S. 28.

Möchten Sie unsere Zeitschrift abonnieren? Dann klicken Sie hier!


Zurück zur Hauptseite | Zurück zum Archiv | Zurück zum Inhaltsverzeichnis


Senden Sie uns Ihre Meinung: E-Post »Recht und Wahrheit«, Hohensteinstr. 29, D-38440 Wolfsburg
Ruf: (05361) 22 5 76; Fax: (05361) 23 5 96

Haben Sie einen Fehler auf unserer Webside gefunden?
Bitte schreiben Sie unserem Webmeister:
Fehler-E-Post