Dank an Helgoland

Dort, wo an steilem, rotem Riff
grün - Gischt versprühend - Wogen rollen;
kühn Möwen segeln, Boot und Schiff
auf See hinausfährt, um den Fischfang einzuholen -,
liegst Du, mein Eiland, in der Deutschen Bucht.

Warst Hort dem Dichter, den Gedankenflug -
trotz Flucht
Bedrängnis und Beschwer -
der Traum von Einheit eine Brücke schlug.

Hab Dank dafür, Du Felsenburg im Meer!

Hab Dank, Du Inselland im Nordseewinde,
daß hier - im Schutze Deiner Wehr -
des deutschen Liedes schönstes Reimgebinde:
Ein Kleinod immergrüner Poesie entstand.

Gelobt sei's Du, mein Helgoland!

Heil auch dem Tag, an dem wir, Deutschland,
Deine Teilung überwinden:
Und Einigkeit und Recht und Freiheit triumphiert!
Zu frohem Feste Deutsche
sich auf Helgoland zusammenfinden.
Da wird getanzt und musiziert.

Sie eilen her aus allen deutschen Gauen,
mit ihren Kindern, steh'n nun Hand in Hand.
O deutsche Männer, deutsche Frauen:
Ihr seid des Glückes Unterpfand!

Der Sang, der jetzt ertönt aus vielen Kehlen,
erklingt nach jener Melodie, die Haydn schuf!
Des Liedes Klang drängt aus den nun befreiten Seelen
zum Firmament empor, gleich einem Dankesruf!

Ein jeder hört es, von den Klippen schallt es,
der deutschen Worte edler Sinn!
In allen Herzen widerhallt es,
der Wind trägt's weit zum Festland hin.
Was Deutsche fest zusammenhält,
schwebt als ein Schwur zum Sternenzelt:

"Deutschland, Deutschland über alles - über alles in der Welt!"

Georg Albert Bosse


Quelle: Recht und Wahrheit, Folge 1+2/1990, S. 11.

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