DER KOMMENTAR

April-Geburtstage

Wie vor einem Jahr, so besteht auch im April dieses Jahres wiederum Anlaß an die Geburtstage bedeutender Männer der deutschen Geschichte zu erinnern.


Wir gedenken dieser Großen unserer Geschichte in Frieden, abseits "von der Parteien Zank und Hader". In welcher Weise auch immer der eine oder der andere unserer Leser glaubt, das mitgestaltende Wirken dieser Persönlichkeiten am deutschen Geschick aus angelerntem Meinungswissen heraus gültig beurteilen zu können, nichtsdestoweniger gilt: Diese Männer haben - sei es wie es will - stets für i h r Land, n i e gegen ihr Land gehandelt:

Fürst Otto von Bismarck, 1. April 1815
Erich Ludendorff, 9. April 1865
Rudolf Heß, 25. April 1994
Adolf Hitler, 20. April 1889

In diesem Jahr gilt unsere Würdigung Erich Ludendorff und dessen 125. Geburtstag!

Ein willkommener Anlaß, die Persönlichkeitsumrisse dieses Heros der deutschen Geschichte in wenigen Strichen nachzuzeichnen. Ein bescheidener Versuch nur. Die Parallelen, die sich insbesondere bei dem von ihm Selbstgesagten zum Heute auftun, sollten nicht allein zum Nachdenken, sondern vielmehr noch zu entschlossenem Handeln auffordern.

Wer war dieser Mann, dem sich Hunderte von belgischen Soldaten ergaben, als er fast allein am 7 August 1914 an das Tor zur Festung Lüttich schlug und Übergabe forderte? Wer war dieser Mann, der sich aus Sorge um das deutsche Heer und in ernster Pflichterfüllung um sein Land -eine Eigenschaft, die in seinem Wesen eingebunden lag -sich im Großen Generalstab soviele Feinde geschaffen hatte, »daß er als unbequemer Mahner beiseite geschoben wurde…?« Wer war dieser Mann, zu dessen Großtat die Erringung des Sieges über die russische Übermacht bei Tannenberg zählt; einer Abwehrschlacht, die Zeugnis ablegt vom kühnen Geist eines einzelnen und vom tapferen Einsatzwillen deutschen Soldatentums?

Der einstige Gegner, der französische Generalstabschef, General Buat, äußerte sich in dem Vorwort der französischen Übersetzung von Ludendorffs "Kriegserinnerungen" so: »…wenn Deutschland doch schließlich zum Ruin gekommen ist, so geschah das einfach, weil sein (Ludendorffs) Ratschlag nicht befolgt wurde.«

Ein anderer Franzose, ein Major im Generalstabe, sprach aus, was vermutlich auch seine Offizierskollegen von Erich Ludendorffs Feldherrntalent dachten: »Der General Ludendorff ist ohne Zweifel der größte Feldherr der jemals gelebt hat. Er war der Offizier der unseren Generalstab, schon lange vor dem Kriege mehr interessiert hat, als jeder andere deutsche Offizier Obwohl erst Oberst, war sein Name wohl bekannt. Man hat sich in Frankreich sehr gewundert, daß General Ludendorff 1914 nicht den deutschen Aufmarsch leitete.«

General de Bono, ein Italiener, fand folgende Worte für den Feldherrn:

»Das ungeheure Werk seines Lebens wird einst in Ruhe von der Geschichte beurteilt werden. Noch sind die Leidenschaften der Zeitgenossen zu lebhaft, um die Fülle des Erwägens zu ermöglichen. Aber man muß an die Makellosigkeit und Sauberkeit dieses Mannes glauben und man darf hinzufügen, daß er einer der größten Feldherrn aller Zeiten gewesen ist,- denn in ihm verbanden sich mit dem Intellekt und Können eine persönliche Energie, die von einer ungeheuren Urteilskraft und einem organisatorischen Willen beseelt war, wie ihn nur wenige Feldherrn jemals besessen haben ...«

Und Generalmajor Fries, USA, urteilte:

»Ludendorff wird in der Geschichte einen besonderen Platz einnehmen,- er ist einer der fähigsten deutschen Befehlshaber, der fast gegen die halbe Welt kämpfte.«

Wie kümmerlich, wie schwarz, wie düster, wie feindselig und abgefeimt nimmt sich im Reigen dieser Persönlichkeitsbeurteilungen das triumphierende Feixen des Hochgradfreimaurers und Eingeweihten aus, das des kapitalistischen "Edelkommunisten", Br. Walther Rathenau: »Es ist noch im letzten Augenblick gelungen, alle Schuld auf Ludendorff zu werfen.«

Zum Abschluß dieser Würdigung, die selbstverständlich unvollständig ist - im Rahmen des uns zur Verfügung stehenden Platzes auch unvollständig bleiben muß -, ein Wort von ihm selbst. Er äußerte diese Sätze am 9. April 1935, an seinem 70. Geburtstag. Er sprach sie als Erwiderung auf eine Ansprache des Reichskriegsministers Generaloberst v. Blomberg aus: »…Ich warnte vor dem Kriege, ich warnte im Weltkriege und wurde nicht gehört. Vielleicht werde ich auch jetzt wieder nicht gehört, doch meine Stimme muß ich erheben. Sie haben zu entscheiden, weichen Weg Volk und Wehrmacht gehen; aber ich bitte Sie, für meine Person festzuhalten, daß zwischen mir als Feldherrn und meinem geistigen Ringen keine Unterschiede bestehen; diese geistigen Ziele für Volk und -Wehrmacht sind Ausfluß meines Feldherrntums. Ich bin eine Einheit, und der Ludendorffsche Geist, von dem Sie sprechen, verlangt, sich rücksichtslos für die erkannte Wahrheit einzusetzen.

Graf Schlieffen sagte seinen früheren Mitarbeitern, nachdem er aus seinem Amte entlassen war:

"Macht mir den rechten Flügel stark!"

Das wurde nicht verstanden und von theoretisierenden Nachbetern mißverstanden. Ich sage Ihnen, meine Herren, und sage es allen Deutschen als Ausfluß schwerer Kriegserfahrungen in ernster Sorge für Volk und Wehrmacht:

Machet des Volkes Seele stark«


Quelle: Recht und Wahrheit, Folge 1+2/1990, S. 16.

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