ZEITGESCHEHEN

DAVID IRVING:
Haftbefehl in Österreich - Blumen in der "DDR"

von Karl Philipp

Obwohl das österreichische Innenministerium die Vortragsreise durch neun Städte schon im Juli 1989 genehmigte, erging im Verlauf der Redetournee im November 1989 gegen den in der Welt am meisten gelesenen englischen Historiker, David Irving, Haftbefehl. Irvings und der Organisatoren Rechtsanwalt erhielten vom Innenminister zunächst die Bewilligung, daß der berühmteste Zeitgeschichtler der Weit in Österreich seine neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse, wonach es weder in Auschwitz, Birkenau noch Majdanek Gaskammern zur Tötung von Menschen gab, der Öffentlichkeit vorstellen dürfe. Diese ursprünglich erteilte Zusage von höchster Stelle wurde noch während Irvings Rundreise in einen Haftbefehl verkehrt. Nach Irvings Ansicht konnten die österreichischen Behörden dem wachsenden Druck der jüdischen Gemeinde Wien nicht mehr standhalten und gaben sich schließlich dafür her, ihn wider gute Sitten eines zivilisierten Staates mit einem Haftbefehl durch das Land zu hetzen. Der Geschichtswissenschaftler sah sich genötigt, seine Vorträge ab Salzburg in einem grenznahen Ort der Bundesrepublik abzuhalten. Die merkwürdige Haltung der österreichischen Behörden wurde durch Dr. Felix Ermacora vom Institut für Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität Wien in einem Brief vom 6. November 1989 an einen um die Freiheit der Forschung bangenden Mitbürger mit folgendem Wortlaut bestätigt: »Im Grunde genommen teile ich Ihre Meinung. Es zeigt sich jedoch aus der Gerichts- und Verwaltungspraxis immer wieder, daß die österreichischen Behörden soweit wie möglich eine Darstellung der Ereignisse vor 50 Jahren in einem ganz bestimmten Sinne wünschen. Dazu dient auch der Art. 10, Abs. 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention. Die europäische Kommission hat in einer jüngsten Rechtsprechung der österreichischen Auffassung Rechnung getragen und Begrenzungen der Meinungsfreiheit unter Berufung auf das Demokratieinteresse geteilt.«

Zum Auftakt seiner weltweiten Vortragsreisen für 1990 erhielt David Irving eine Einladung von Kulturdirektor Matschke der Stadt Dresden, um anläßlich des 45. Jahrestages der Zerstörung durch alliierte Bombergeschwader eine Rede im Rahmen der Trauerfeierlichkeiten zu halten. In einem Telegramm an den Historiker empfand es die Stadt als Ehre und Verpflichtung zugleich, ihm, dem verdienten Zeitgeschichtler den großen Saal des Kulturpalastes für seinen Vortrag am 13. Februar zur Verfügung zu stellen. Überall in der Stadt klebten Plakate mit Irvings Portrait und dem Hinweis auf seinen Vortrag im Kulturpalast.

Bereits am Morgen des 13. Februar verabredete Irving mit Vertretern des DDR-Fernsehens einen Pressekonferenztermin. Man vereinbarte sich für vierzehn Uhr. Sich an seinen Vortrag in Österreich erinnernd, sah Irving seinen Vortrag am Abend mit gemischten Gefühlen entgegen: »In Österreich würde man mich mit Sicherheit verhaften, wenn ich sagen würde, die Engländer und die Amerikaner hätten 1945 Dresden bombardiert. Denn wie wir wissen, wünscht man sich dort die Ereignisse vor 50 Jahren in einem ganz bestimmten Licht. Und in diesem Licht dürfen die Alliierten nur als "christliche Kriege" erscheinen und nicht als Zerstörer und Mörder«, kommentierte Irving seine Erfahrungen mit der österreichischen Justiz.

Irvings Empfang durch Kulturdirektor Matschke, dessen Mitarbeiterstab sowie weiterer Stadthonoratioren, geschah unter dem gleißenden und blitzenden Scheinwerferlicht der zahlreichen Kameras von Zeitungs- und Fernsehjournalisten. Blumen wurden ihm überreicht. Irving bedankte sich und erinnerte witzelnd an seinen Besuch vor dreißig Jahren: »Die Herzlichkeit der Dresdner hat sich ebensowenig verändert wie die Schwierigkeit, einen englischen Tee zu bekommen.«

Irvings nun folgender Vortrag vor mehr als 1000 Zuhörer im vollbesetzten Kulturpalast fand Einleitung durch Gerd Honsiks Ballade "DER UNTERGANG VON DRESDEN". Der Dichter las selbst.

»Ringsum das Tagewerk grauenhafter Wut:
Verschmorte Kinder an verkohlten Brüsten,
Verrenkt - ein Meer von Gliedern, Schultern, Hüften,
Gegart, gesotten in verkochtem Blut.«

Irving trat ans Mikrofon und empfing stehend Applaus. Irving ließ seine Zuhörer wissen, daß er, ebenso wie die meisten seiner englischen Landsleute, vor mehr als dreißig Jahren nichts von der sinnlosen und brutalen Zerstörung der deutschen Kulturstadt an der Elbe wußte. Drei Jahre intensivster Recherche in Archiven sowie umfangreiche Befragungen von Zeitzeugen führte n schließlich zur Aufdeckung dieses »Menschheitsverbrechen«, wie er es nannte. Er sprach es mit Abscheu aus: »Winston Churchill feierte, nachdem er Hunderttausende von Frauen, Kindern, Kriegsversehrte und Tiere "gebraten" hatte." Winston Churchill habe schon in den frühen dreißiger Jahren die Bombardierung der deutschen Zivilbevölkerung vorbereitet, erklärte Irving seine Zuhörerschaft. Im Gegensatz zu Churchill wollte Hitler niemals den Bombenkrieg gegen die Zivilbevölkerung.« Mit dieser Aussage konfrontierte Irving seine Zuhörer mit einer bis dahin in der "DDR" nach nie laut gewordenen Erkenntnis. »Es war Winston Churchill, der mit der Bombardierung deutscher Städte den Luftkrieg begann, nachdem er am 3. September 1939 der Reichsregierung den Krieg erklärte«, wies er auf den wahren Kriegsbrandstifter hin. Mit seinen Dokumentenfunden könne er seine Behauptung jederzeit belegen. »Hitler bombardierte weder Rotterdam noch Paris.«

Irving hielt ein Dokument der Zeitgeschichte hoch und zitierte hieraus Teile des Inhalts. Auf die Vorschläge englischer Generäle, deutsche Hydrierwerke zu zerstören, um der deutschen Wehrmacht den Treibstoff zu entziehen, wütete Churchill los: »Ich möchte keine Vorschläge hören, wie wir die deutsche Kriegswirtschaft sowie die Maschinerie außer Gefecht setzen können, ich möchte Vorschläge haben, wie wir die deutschen Flüchtlinge bei ihrem Entkommen aus Breslau braten können.«

Als die Zahl der in Dresden angelangten Flüchtlinge die Zahl 600.000 überschritten und damit mehr als 1.200.000 Menschen zusammengepfercht in Elbflorenz auf die Beendigung des für die Alliierten zu diesem Zeitpunkt längst gewonnenen Krieges hofften, zog in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 das Unheil am fernen Horizont auf. Das Alliierte Oberkommando stellte zu diesem Zeitpunkt fest, daß es in Dresden weder Flakabwehr noch Nachtjäger gab und daß alle Krankenhäuser, Standort- sowie Hilfslazarette überfüllt waren.

Das größte Bomberaufgebot der Menschheitsgeschichte, die Flotte der Vereinten Nationen, erhielt von Churchill am 13. Februar 1945 unter dem Decknamen "Clarion" den Mordbefehl. Die Hinrichtung Dresdens war damit besiegelt. Der englische Luftmarschall Arthur Harris (Bomber Harris) setzte für diesen Holocaust an der deutschen Zivilbevölkerung 9000 amerikanische und britische viermotorige Bomber, einmotorige Jäger und Jagdbomber ein. Dresden verfügte noch nicht einmal über Schutzbunker. Nach drei mörderischen Angriffswellen war Dresden in Schutt und Asche versunken. Irving: »Am 13./14. Februar wurde eine der schönsten deutschen Städte durch britische und amerikanische Terrorbombenangriffe vernichtet. Wahrscheinlich fanden an die 500.000 Menschen den Tod. In jener Nacht wurden in Dresden mehr Menschen getötet, als im Zuge der Atombomenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki. Über 12.000 Gebäude wurden dem Erdboden gleichgemacht. Opferzahl und Zerstörung übertrafen bei weitem alles, was sonst Städte im Zweiten Weltkrieg erlitten.«

Schlesiens großer Dichter Gerhard Hauptmann schrieb: »Wer das Weinen verlernt hat, der lernt es wieder beim Untergang Dresdens.«

Daß sich die Russen nie am Luftkrieg gegen die deutsche Zivilbevölkerung beteiligten, wollte Irving der sowjetischen Weitsicht zugeordnet wissen. Die Sowjets dächten in Generationen und nicht in Jahren. Das, so Irving, sei wahrscheinlich der Grund gewesen, daß man sich an diesen Verbrechen gegen das deutsche Volk nicht beteiligte. Es würde sonst jeden politischen Neubeginn erschwert haben.

Irving hielt ein Flugblatt der CDU zum Jahrestag der Bombardierung hoch und verlas den Text: »Dresden mahnt! Nie wieder: Faschismus, Rassismus, Stalinismus, Machtmißbrauch«. Das schlägt doch dem Faß den Boden raus,« entrüstete sich Irving. »Die Mörder von Dresden waren bekanntlich Antifaschisten, Antirassisten, Antistalinisten und Demokraten. Hier gehen die vermeintlichen Demokraten der sogenannten westlichen Wertegemeinschaft wieder nach dem beliebten und bewährten Motto vor: das Opfer ist immer schuld.«

Und dem Initiator dieses Holocaust an deutschen Menschen verleihen Nachkriegsdeutsche in der Bundesrepublik dann auch noch den Karlspreis der Stadt Aachen, das begreife wer will. »Churchill war ein Verbrechen Er hat diesen Massenmord nicht nur kaltblütig geplant, sondern er hat ihn hinterher auch noch ausschweifend mit Alkohol gefeiert. Er befahl seinen Bomberverbänden nach der Vernichtung Dresdens Chemnitz anzugreifen, um die der Hölle entronnenen, jene, die es schafften nach Chemnitz zu entkommen, ebenfalls zu braten. Diesem Kriegsverbrecher wurde in der Bundesrepublik der Karlspreis verliehen. Ein unglaublicher Vorgang. Und Bomber Harris wurde in der Westminster-Abtei durch ein wappengeschmücktes Namensschild ein ewiger Ehrenplatz in der Kirche der englischen Könige eingerichtet. Dieses Privileg ist nur wenigen Rittern des Großkreuzes des Bath-Ordens vorbehalten. Meine sehr verehrten Damen und Herren, Überlebende und Nachkömmlinge von Überlebenden des Holocausts von Dresden. Der Holocaust an den Deutschen in Dresden war echt. Der an den Juden in den Gaskammern von Auschwitz ist frei erfunden. Ich schäme mich, ein Engländer zu sein.«

Mit diesen Worten schloß Irving seinen Vortrag im großen Saal des Kulturpalast zu Dresden. Die anschließende Podiumsdiskussion, an der auch das DDR-Fernsehen teilnahm, fand in anderen Räumlichkeiten statt. Was die Menschen von Irving wissen wollten, war, wie konnte er sagen, der Holocaust an den Juden in Gaskammern von Auschwitz sei frei erfunden?

Irving hielt einige Dokumente hoch und verwies darauf, daß diese Papiere der englischen Abteilung für psychologische Kriegführung entstammten. »Diese Unterlagen beweisen eindeutig,« so Irving, »daß die Gaskammerpropaganda den brillanten Köpfen des britischen Propagandaministeriums entstammen« Der Historiker zitierte in diesem Zusammenhang den Leiter dieser Abteilung, Cavendish Bendict, der die Regierung warnte, die eigene Gaskammerpropaganda mit der Autorität der Regierung Seiner Majestät zu versehen. Bendict, so Irving, befürchtete, daß sich die englische Krone dafür später einmal ebenso peinlich zu entschuldigen hätte, wie sie es seinerzeit im Zusammenhang mit der Propaganda von den durch deutsche Landser angeblich abgehackten belgischen Kinderhände im Ersten Weltkrieg tun mußte.

Irving verwies darauf, daß sich seine Erkenntnis auf das von Professor Dr. Robert Faurisson und Ernst Zündel in Auftrag gegebene und von dem amerikanischen Ingenieur für Gaskammern zur Tötung von Menschen, Fred Leuchter, erstellten Gutachten stützen. Leuchter untersuchte Gemäuerproben der in Auschwitz, Birkenau und Majdanek als Gaskammern bezeichneten Gebäude und fand dort keine Zyanidrückstände, während in den Proben der von allen Holocaust- Historikern als offizielle Kleidungsentlausungskammern eingestuften Räumlichkeit 1050 gr/kg nachzuweisen waren. In den von den Behörden als Gaskammern ausgewiesenen Gebäude hätten allerdings bis zu einer Million mal mehr Rückstände sein müssen, als in der Kleiderentlausungskammer. Für Irving beweist diese Sachlage, daß es die Gaskammern zur Tötung von Menschen in Auschwitz, Birkenau und Majdanek niemals gab.

Ein Diskussionsteilnehmer wollte wissen, wie er denn die Zeugenaussagen in dieser Frage bewerte, welche ja von der Existenz der Gaskammern Zeugnis ablegten.

Irving bezeichnete diese Zeugen als Fall für die Psychiatrie. Er zitierte eine Zeugenaussage, die ihm von der zentralen Verfolgungsstelle für NS-Verbrechen in Ludwigsburg zur Verfügung gestellt wurde. Dieser von Irving zitierte Zeuge wollte gesehen haben, wie ein SS-Mann mit Gasmaske auf der Leiter bis zum Dach der Gaskammer emporstieg und den Inhalt der Büchse Zyklon B in die Einwurfluke schüttete. Nach etwa 10 Minuten gräßlichen Geschreis sei alles verstummt und ein Lagerkommando - ohne Gasmasken geschützt - transportierte nach Angaben dieses Zeugen die mehr als 1000 Leichen heraus. Der Zeuge versicherte unter Eid, daß der blaue Nebel noch über den Leichen schwebte, als das Lagerkommando die Leichen hinausschaffte.

Irving: »In der Tat ist dieser Zeuge ein Fall für die Psychiatrie. Wo noch vor einer Minute die Menschen an dem bläulichen Nebel starben, machte sich das Lagerkommando daran - umgeben von diesem tödlichen, bläulichen Nebel - die Leichen herauszuschaffen. War das Lagerkommando immun gegen Zyklon B? Desweiteren wissen wir heute, daß die sogenannten Einwurfluken erst später, also nach 1945 angebracht wurden, um die Gebäude den Zeugenaussagen anzupassen. Sehr schlampige Arbeit übrigens. Und von Zeugen dieses Formats gibt es Hunderte, versicherte der Ludwigsburger Staatsanwalt voller Stolz. Tatsächlich wäre das Lagerkommando in diesem geschilderten Fall sofort selbst getötet worden, wäre es in die angebliche Gaskammer zum Abtransport der angeblich durch Giftgas getöteten Menschen gegangen.«

Der Geschichtswissenschaftler fügte noch hinzu, daß es in einem, wie dem soeben geschilderten Fall, keines Gases bedurft hätte. Die mehr als 1000 Menschen wären auf der 80 qm Grundfläche, in die sie angeblich gepfercht wurden, alleine an Sauerstoffmangel in wenigen Minuten gestorben.

»Meine Damen und Herren, bei den Gaskammern von Auschwitz handelt es sich um das größte Propagandamarchen des zwanzigsten Jahrhunderts.«

David Irving wurde im Anschluß an die Podiumsdiskussion noch zusätzlich vom DDR-Fernsehen zur deutschen Wiedervereinigung gefragt. Auf die Frage, wie er sich ein vereinigtes Deutschland vorstelle, antwortete er: »Neutral und stark. Stark, damit es sich selbst verteidigen kann.« Auf die Frage, in welchen Grenzen er dieses starke, neutrale Deutschland sehe, antwortete er: »In fünf Jahren sehe ich dieses Deutschland weitestgehend in den früheren Reichsgrenzen. Die von Polen besetzten Gebiete sind fast ausnahmslos dünn besiedelt, so daß ein Anschluß keine großen Probleme mit sich bringen wird.« »Aber kann dieser Prozeß friedlich verlaufen?« wollte die Dame vom Fernsehen wissen. Irving: »Natürlich friedlich.« »Aber freiwillig würden die Polen diese Ländereien nicht herausgeben,« forschte die Reporterin weiter. Irving: »Die Transaktion wird nach der Formel "Mark gegen Hektar" abgewickelt werden.«

Im Anschluß an das Fernsehinterview wurde David Irving wiederum von Kulturdirektor Matschke, seinen Mitarbeitern und von den Honoratioren der Stadt mit Blumen verabschiedet. Die Stadtoffiziellen verliehen der Hoffnung Ausdruck, David Irving recht bald wieder in Dresden begrüßen zu dürfen. Der Historiker spendete seine Gage sowie die Einnahme aus dem Verkauf seiner Bücher als symbolische Wiedergutmachung Englands an Deutschland zum Aufbau alter Kulturstätten in Dresden.


Wir danken den Organisatoren der Veranstaltung im Dresdner Kulturpalast: Ewald Althans vom "Deutschen Jugendbildungswerk" nebst Mitarbeitern!


Quelle: Recht und Wahrheit, Folge 1+2/1990, S. 8ff.

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