Die alten deutschen Kleinstädte

Ihr wundervollen kleinen Städte
euch alle hab ich stets geliebt,
ihr bildet eine Perlenkette,
die schönste, die's auf Erden gibt.

Es war vor vielen hundert Jahren,
als nachts mit Hellebard und Spieß
- um eure Bürger zu bewahren -
der Landsknecht nichts durch's Stadttor ließ.

Den Markt umstanden Fachwerkhäuser,
und jedes stellt ein Kunstwerk dar,
das stolze Rathaus, Gildehäuser
verrieten welcher Wohlstand war,

mit Märchenbrunnen in den Straßen,
dem Heilgenbild aus Bronzeguß,
geschnitzten Erkern in den Gassen,
dem Brückenbogen übern Fluß.

An dunklen Kirchen, Säulen, Türmen,
stand oft in leuchtend goldner Schrift
so einiges von Schicksalsstürmen,
was Not und Glück der Stadt betrifft.

Und alles das besteht noch heute
gar sauber, liebevoll gehegt,
manch Wirtshausschild weckt unsre Freude,
weil dort man beste Weine pflegt.

Ich sah die Weit und darf vergleichen:
Solch nette Städtchen fand ich nicht,
denn bauen kann man nur dergleichen,
wo man die deutsche Sprache spricht!

Rolf Schiebler


Quelle: Recht und Wahrheit, Folge 1+2/1990, S. 13.

Möchten Sie unsere Zeitschrift abonnieren? Dann klicken Sie hier!


Zurück zur Hauptseite | Zurück zum Archiv | Zurück zum Inhaltsverzeichnis


Senden Sie uns Ihre Meinung: E-Post »Recht und Wahrheit«, Hohensteinstr. 29, D-38440 Wolfsburg
Ruf: (05361) 22 5 76; Fax: (05361) 23 5 96

Haben Sie einen Fehler auf unserer Webside gefunden?
Bitte schreiben Sie unserem Webmeister:
Fehler-E-Post