LEITARTIKEL

Georg Albert Bosse

Seid einig, Deutsche!

Wie wir alle wissen, hindern gemeinsamkeitsunfähige, dogmatisch fixierte Grundeinstellungen, die wir häufig in politischen Parteien vorfinden, einen Staat daran, in wichtigen Existenzfragen zu einem einheitlichen Handeln zu kommen. Deshalb ist jeder Parteienstaat, wie an den Beispielen der ehemaligen KPD-Staaten des Ostblocks unschwer abzulesen, zum Untergang verurteilt. Genaugenommen stirbt der Parteienstaat an seinem eigenen, sich selber gegebenen Richtlinienkonzept. Parteiprogramme, die auf Ideologien aufbauen, wie auf das praxisferne kommunistische Theorien des Herrn MARX, oder auf Lehren, die alle menschliche Lebensbewegungen in ein wirklichkeitsfremdes, blutleeres Wirtschafts- und Geldsystem einzwängen wollen, führen kurz über lang zum Staatszusammenbruch. Den todkranken Patienten Mitteldeutschland mit einer Blutübertragung aus den Venen seines westlichen Zwillingsbruders auf die Beine stellen zu wollen, ist mit jenem mörderischen Unterfangen vergleichbar, das einen von schleichender Auszehrung Befallenen mit dem Blute eines an Aids Erkrankten retten will.

Um es deutlich zu sagen: Unser westdeutsches vom jüdischen Amerika-Kapitalismus vergiftetes Blut rettet unseren vom kommunistischen Aderlaß geschwächten Bruder nicht, sondern wird ihn töten - genauso wie dieses Gift uns töten wird, finden wir nicht bald ein geeignetes Gegenmittel.

Alle »modernen« Staaten des 20. Jahrhunderts, die sich auf diese beiden staatstragenden Säulen gründeten: auf den Eigentum zerstörenden materialistischen Marxismus oder auf den ebenso materialistischen, seelenzerstörerischen auf Lustbefriedigung angelegten Amerika-Kapitalismus, werden eines nicht allzu fernen Tages wie ausgebrannte Sonnen in sich zusammenstürzen. Dieses Zusammenstürzen, diese scheinbar in ein Chaos endende Auflösung eines alten, längst überholten Systems, reißt aber nicht nur seine einstigen Gewaltherrscher nebst Handlanger in den Orkus des Verderbens mit sich, sondern viele unschuldige Opfer gleichermaßen. Der augenblicklich auf dem Balkan tobende Bruderkrieg gibt ein abstoßendes Beispiel für ein solches Kollabieren (Zusammenstürzen). Aber wir wissen auch - und dies ist uns Hoffnung!-, daß sich im Durcheinander eines wilden Trümmerhaufens das Prinzip Ordnung regt, welches nach Zerbrechen der alten Form sich eine neue schafft.

Alle Parteien - ganz gleich wie sie sich nennen mögen - stehen auf dem wackligen Podium von Manifesten, deren wichtigste Teile als unumstößlich gültig und bindend zu gelten haben. Damit greifen solche Parteiprogramme in sämtliche Lebensbereiche der Menschen ein und meinen wie der Marxismus, der Mensch sei schon deshalb dazu berufen, verändernd in die SEINSWELT einzugreifen, damit sich sein Bewußtsein nach dem Vorbild der UMWELT forme. Die Erklärung lautet: Materielle Produktion und der Verkehr mit ihr, erzeugen eine veränderte Wirklichkeit, die ihrerseits das Denken verändert und - last not least - als Ergebnis dieses Veränderungsprozesses, die Produktion allen Denkens. Das ist Materialismus in Reinkultur. »Gott und Natur« haben in solch einem »Anwenderprogramm« keinen Platz. Nicht anders ergeht es uns, wenn wir uns kopfüber ins Wechselbad des Kapitalismus stürzen. Auch dieses »Programm« will durch manipulierten Eingriff in die Umwelt Bewußtseinsveränderungen bei den Manipulierten hervorrufen. Das Leben der Menschen, gestaltgewordenes Produktergebnis seines Denkens - selbstverständlich entstehen die Leitbilder dieser »neuen Welt« in den Denkfabriken der "Parteiführer« - soll nach dem Willen dieser MEINUNGSMACHER überall in der Welt nach gleichem Muster ablaufen. Aber das Leben und der Fortgang der Geschichte unterliegen anderen Gesetzlichkeiten: göttlichen - und lassen sich nicht dirigistisch umfunktionieren. Die »sanfte Revolution« unserer mitteldeutschen Landsleute hat es bewiesen: Die Wirklichkeit unseres Daseins bedrängt uns mit Erfordernissen und Herausforderungen, die ein dirigistischer Parteienstaat mit pragmatischen Lösungsvorschlägen nicht bewältigen kann. Also tritt der Tod des in geistiger Unbeweglichkeit erstarrten Parteienstaates in dem Augenblick ein, indem er am eigenen Dogma erstickt. Diagnose: Der Parteienstaat reagierte auf lebenswichtige Daseinsherausforderungen mit einer programmatisch festgelegten Fehleinschätzung der Situation.

Die Parteien sind in jeder Hinsicht Hindernis auf dem Wege zu einer einheitlichen Willensbildung im Volk. Der Grund dafür ist rasch erläutert: Bestimmte Teile eines Staatsvolkes - und das sind nicht wenige - legen ihre besonderen Anliegen vertrauensvoll in die Hände von Parteien, weil diese ihrer Klientel (Schützlingen) weismacht, für deren Lebensbelange ehrlich und wahrhaft einzutreten. Was am Ende dabei herauskommt, sind unüberbrückbare Gegensätzlichkeiten beim Staatsvolk, weil Parteigänger der einen Partei in Parteigängern der anderen (zumeist nicht zu Unrecht) Gegner vermuten, die sie von einer Verwirklichung ihrer allein seligmachenden Utopie abhalten wollen. Es kann also gar nicht oft genug wiederholt werden, daß die programmatisch formulierten Leitlinien einer politischen Partei Versprechen enthalten, mit denen sie diejenigen Volksschichten zu ködern versuchen, die über eine Verwirklichung ihres Programmes bessere Lebensbedingungen erwarten, die weil andere Volksteile (die sich nicht angesprochen fühlen) leer ausgehen. Die kommunistische Parteiideologie zum Beispiel verneint klar und deutlich die Möglichkeit, auch für andere (nicht der »Arbeiterklasse« zuzuordnenden) Volksschichten Lösungen für deren Gegenwartsprobleme bereitzuhalten. Daraus darf man ableiten: Eine Partei - dies zum einen -, die sich kommunistisch nennt, wendet sich ausschließlich an die besitzlose Masse, an das »Proletariat«; eine zweite Partei, die vorgibt Bauern- und Handwerkerinteressen zu vertreten, will die Mittelschicht auf ihre Seite ziehen; eine Partei, drittens, die sich als »liberal" bezeichnet, spricht zu geistig Bindungslosen, und indem letztere ihren Anhängern »Freiheit« verspricht, ufert bindungsloser Intellektualismus in Zügellosigkeit und Anarchie aus; eine vierte Partei schließlich, die sich als eine »nationale« bezeichnet, verspricht, über alle sozialen und sonstigen Gegensätzlichkeiten hinweg, Ziele zum Wohle des Volksganzen zu verwirklichen.

Die Zielsetzung der vorstehend aufgeführten »Parteien« lassen sich in einer kurzen Übersicht wie folgt zusammenstellen:

Partei eins wendet sich an die von Existenzsorgen (von wirtschaftlichen Nöten) bedrängte Volksmasse und verspricht Abhilfe und »Beseitigung« auf Kosten aller übrigen. Merkmal: Monokratisch und internationalistisch!

Partei zwei will die Sicherung und Wahrung seines vorhandenen Besitzstandes. Wie Partei eins sind auch ihre Anliegen von egoistischen Wünschen diktiert. Merkmal: Konservativ und regionalistisch!Partei drei schert sich einen Dreck um die Sehnsüchte und Wünsche aller anderen. Um ihre Wahnsinnsziele zu erreichen, verbünden sie sich mit jeder Partei, solange deren Weg parallel zum eigenen verläuft. Merkmal: Anarcho-Internationalistisch!

Partei vier will »Glanz und Größe« des Vaterlandes mehren, seine Ehre, falls diese verletzt wurde, wiederherstellen. Die eigene Wohlfahrt ist an die des Volksganzen geknüpft. Merkmal: Heimatverbunden und nationalistisch!

Wie klar zu erkennen ist, zerreißt die gegensätzliche Parteienmeinung in diesem Beispiel das Volksganze in vier miteinander verfeindete Teile. Doch zuvor schon hatte religiöser Eifer den deutschen Volkskörper in zwei Hälften zerteilt: Oktober 1517 (Luthers Thesen zu Wittenberg). Seither geht dieser Riß durch alle Parteien in Deutschland. Innerhalb der Parteien wiederum - ganz abgesehen vom erwähnten konfessionellen Riß - stehen widersprüchliche Meinungen einander gegenüber, so daß die Zerrissenheit im Volke eher zunimmt denn abnimmt.

Ich habe schon mehrfach gesagt (und dies auch geschrieben), daß wir keine Parteien nötig haben, um ein Staatswesen zu gründen, daß demokratisch ist - im edelsten Sinne des Wortes - und zusätzlich sozial und national.

Die Abkehr des Volkes vom Unsinn der parlamentarischen Demokratie, die sich selbst unglaubwürdig gemacht hat durch die Nichteinhaltung von abgegebenen Wahlversprechen, vor allem aber durch ihre w i d e r die Interessen des deutschen Volkes gerichtete Tagespolitik, ist zugleich ein Hilferuf nach einer neuen Form staatlichen Zusammenlebens.

Hans ZEHRER schrieb in einem im April 1933 veröffentlichten Aufsatz in der Monatschrift »DIE TAT« die (heute noch immer) gültigen Sätze: »Es wäre heute nur noch die Anerkennung von Tatsachen, wenn man Parteien überhaupt beseitigen würde. (...) Ihre Auflösung würde zudem tatsächlich eine große Entspannung im Volke schaffen, die endlich die Gitter, die die Parteien errichtet haben, beseitigen würden. «

Adolf HITLERS persönliche Vorstellung, daß nach siegreich beendetem Kriege die NSDAP aufzulösen sei, ist bereits in den ersten zwei Sätzen des 25 Punkte umfassenden Programms der »Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei« (am 25. Februar 1920 der deutschen Öffentlichkeit in München erstmals vorgelegt) vorweggenommen. Sie lauten: »Das Programm der Deutschen Arbeiterpartei ist ein Zeit-Programm. Die Führer lehnen es ab, nach Erreichung der im Programm aufgestellten Ziel neue aufzustellen, nur zu dem Zwecke, um durch künstlich gesteigerte Unzufriedenheit der Massen das Fortbestehen der Partei zu ermöglichen. «

Heutzutage scheint es umgekehrt zu sein: Weil sich die Unzufriedenheit der Massen nicht gegen eine der etablierten Parteien erheben darf, um sie von der politischen Bühne wegzufegen, müssen zahllose weitere Parteien gegründet werden, damit auch der letzte Unzufriedene eine vermeintliche (ideologische) Heimstatt in einer der neuen Parteien findet. Indes ist es doch wohl so, daß nur systemgewollte Parteien für hoffähig erklärt werden, was besagen will, daß nur solche Parteien das Wohlwollen des Systems geniessen, deren Führerschaft dem System das Überleben garantiert. Das System entledigt sich erbarmungslos der alten "Führer«, sobald diese ihre Aufgabe erfüllt haben. Das jeweilige »neue« Programm ist nur ein Fliegenleim! Das System »an sich« bleibt immer das alte!

Lassen wir doch noch einmal Hans ZEHRER zu Worte kommen, der bereits 1933 ausspricht, was wir 1992 genauso empfinden: »Allerdings muß man sich darüber klar sein, daß man Parteien dauerhaft und mit Erfolg nur dann beseitigen kann, wenn man an ihre Stelle ein völlig anderes System politischer Mitarbeit des Volkes aufbaut. Denn es darf ja heute nicht auf die Ausschaltung des Volkes ankommen. (Beachten Sie bitte: 1933, nach der Machtübernahme durch A.H. wurde das geschrieben.) Diese Ausschaltung hat der Liberalismus selbst schon gründlich genug besorgt. Sondern es geht ja im GegenteiI darum, das Volk näher als bisher heranzuziehen und seine Mitarbeit dem Staate dienstbar zu machen. Worin bestand denn die Mitarbeit bisher? Darin, daß sich der Bürger irgendwann an die Wahlurne begab, sein Kreuz in die Sparte irgendeiner der dreißig (!) Parteien malte und dieses Votum in einem Briefumschlag in die Urne warf: Das war alles. Er hatte keine Verantwortung, er brauchte nicht mitzuarbeiten, er hatte keinen Einfluß darauf: ob denn diese Partei praktisch in seinem Sinne handeln würde; er war restlos ausgeschaltet und die keine Parteibürokratie besaß alle Macht. Fremder konnten sich Volk und Staat nicht gegenüberstehen, wie unter dem Parlamentarismus. Der Bürger besaß schließlich keine andere Rückversicherung als die, daß er bei der nächsten Wahl anders wählen konnte. «

Konnte - oder in Hinblick auf die heutigen Parteienlandschaft gefragt - Kann der Deutsche wirklich »anders wählen«?

Wie bereits oben ausgeführt, ist das gemeinsame Merkmal der sogenannten »Etablierten« ihr gottloser Materialismus. Ob marxistisch-kommunistisch, ob demokratisch-kapitalistisch, letztendlich wollen beide »Parteien« nur eines: Die Unterwerfung der Menschen unter ihrem Willen!

Was wir anstreben, ist ein deutscher Volksstaat. Keinen Staat, der sich erneut auf eine Partei gründet - auch nicht auf eine sogenannte "nationale«. Ich darf wiederholen: Jedwede Partei bedarf zur Durchsetzung ihres Programmes, d.i. ihrer Ziele, gehorsamer Handreichungen durch opportunistische Parteigänger. Es kann doch wohl nicht angehen, daß diejenigen wertvollen Kräfte im Volk nur deshalb von einer Mitbestimmung am politisch-gesellschaftlichen Geschehen ihres Staates ausgeklammert werden, nur weil sie sich mit dogmatisch zu wertenden Programmteilen dieser oder jener »nationalen Partei« nicht einverstanden erklären können. Schauen wir um uns. In diesem, dem Bonner Unrechtsstaat, streben nämlich auch die wertvollsten Kräfte des deutschen Volkes »draußen vor der Tür«. Allein schon der Anspruch einer solchen »Rechtspartei«, die sich womöglich zur alleinseligmachenden »politischen Kraft" selbst aufschwingt, besitzt alle Merkmale einer SYSTEMPARTEI. Einer Partei also, die, wie im Bonner Parteienstaat zu beobachten. nichtkonforme, andersgeartete Weltanschauungen unterdrückt. Natürlich geht's auch anders. Aus der Mitte des Volkes heraus erwählen wir uns »Vertrauensleute«. Das sind Deutsche, die sich bereit erklären, sich uneigennützig und aufopferungswillig für die Wohlfahrt ihrer deutschen Landsleute einzusetzen. Wir müssen nur hineingehen ins Volk und uns diese Vertrauensleute selber heraussuchen. Diese Deutschen müssen nicht erst geboren werden, sie sind mitten unter uns; sie leben und arbeiten still und unerkannt in unserer Mitte. Ihnen vertrauen wir unser Leben an! Bei jeder Aufgabe, die sie anpacken, bei jedem Problem, das sich vor ihnen auftürmt, bei jedem handelnden Tun, dem sie sich gegenüber sehen - immer sind sie vor der Frage gestellt: Entscheide ich richtig zum Wohle der Volksgemeinschaft - zum Wohle Deutschlands? Nur das zählt in u n s e r e m STAAT: die Wahrung und Sicherung unserer Lebensideale, die uns ein freiheitliches Eigenleben als freie D e u t s c h e in einem eigenen freien Staat ermöglichen!

Doch der Weg, der uns hinführt zu diesem Volksstaat, ist keine ausgebaute Straße des alten Systems. Wollten wir es dem System gleichmachen und über eine Partei die »Macht im Staate« an uns reißen, das System würde diese »Partei« aus seinem Körper ausscheiden wie einen ungenießbaren Gifttrank oder aber, was ebenfalls möglich ist, diese Partei zu einer der ihrigen machen, d.h. sie assimilieren.

Deshalb fort mit den Parteien! Sagt dem eklen Wurm der deutschen Zwietracht den Kampf an! Besinnt euch darauf:

Deutsch sein ist alles!


Quelle: Recht und Wahrheit, Folge 9+10/1992, S. 4f.

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