LEITARTIKEL

Georg Albert Bosse

Vereinigte Rechte?

Immer häufiger, darum desto unüberhörbarer melden sich Deutsche zu Wort, die in Anbetracht der Notlage unserer Nation nach einer "Einheitsfront« der Rechten rufen. Sie sind der Auffassung, daß der gemeinsame Gegner - das Bonner Parteiensystem - nur über einen Zusammenschluß von "Köpfen und Kapital« der politischen Rechte zu beseitigen sei. Sie argumentieren, daß eine gemeinschaftlich angewandte Strategie, die die geballte Kraft der Rechte zentral steuere, das einzige Mittel sei, um eine politische Wende in diesem Land einzuleiten. Sie beklagen, daß durch die Zersplitterung der Rechte in kleinere Gruppen und Zirkel, die einander noch nicht einmal beachten, geschweige denn kennen, alle gutgemeinte politische Kleinarbeit wirkungslos verpuffe. Ja, daß die Zersplitterung der Rechte Mitschuld trage an der seit Jahren bei ihr festzustellenden politischen Unbedeutsamkeit, weil ihr bis auf den heutigen Tag ein ernstzunehmendes Mitwirkungsrecht in den Parlamenten, wo die Tagespolitik gemacht wird, versagt geblieben sei.

Auf dem ersten Blick gesehen, scheinen diese Einwände plausibel, aber näher betrachtet, Iösen sie sich in konturenlose Eindimensionalität auf. Wieso das? Stellen wir einmal die hypothetisch gemeinte Betrachtung an, was wäre, - wenn...

Stellen wir uns also einmal vor - jeweils von den realen Ist-Zuständen und den hieran gekoppelten personellen Gegebenheiten in den zwei größten »Rechtsparteien« ausgehend - daß die Herren FREY und SCHÖNHUBER sich dahingehend verständigt hätten, parteipolitisch künftig unter einer gemeinsamen Flagge zu segeln. (Unser Beispiel sieht zunächst ein Zusammengehen dieser beiden Herren vor, obwohl jeder von uns weiß, daß es mindestens ein halbes Dutzend weiterer rechter Parteiführer gibt, die gleichfalls in einen rechten "Eintopf« mit hineingehören.) Die Frage lautet fürs erste: Wer, meinen Sie, übernimmt die Führungsrolle in dieser neuen NEP (Nationalen Einheitspartei)? Der Herr F.?, oder tippen Sie da eher auf Herrn SCH.? Sie meinen, das hinge ganz davon ab, wer von den beiden Parteiführern dazu bereit ist, vom anderen Anweisungen entgegenzunehmen? Richtig! Dann frage ich Sie, hat dies vielleicht etwas damit zu tun, daß derjenige in der neuen Partei das Sagen haben wird, der behauptet, die meisten Wählerstimmen auf die Beine bringen zu können oder könnte es vielmehr derjenige sein, der angibt, über das größere Bankkonto zu verfügen?

Sehen Sie, schon an diesem Punkt angelangt, verlieren sich Fragen und Antworten im Ungewissen.

Kehren wir zu der eingangs aufgestellten Hypothese zurück, die da lautet: Herr F. und Herr SCH. sind zu gemeinsamen Handeln bereit. Weitere Frage hierzu: Wessen politisches Programm soll künftig die gemeinsame Marschrichtung dieser Einheitspartei bestimmen? Die Inhalte der DVU oder die Inhalte der REP?

Aber es geht noch weiter: Da wir davon ausgehen, daß beide Herren sich einig sind über ihr Zusammengehen, stellt sich ihnen da nicht die Frage, ob dieser Zusammenschluß nicht der Zustimmung durch ihre Parteianhänger bedarf? Muß nicht sein, meinen Sie? Na gut, wenn die Parteianhänger nicht gefragt werden müssen, weil auch ihnen das Zustandekommen einer Einheitspartei am Herzen liegt (davon gehen wir ja aus), taucht dann nicht trotzdem die gleiche Frage innerhalb der Landes- und Ortsverbände auf, die gleiche Frage, die schon auf der Zweierebene keine befriedigende Lösung fand, nämlich wer nun wem über oder unter geordnet sein wird: wessen Posten und Person entbehrlich ist - wer letztlich bleiben darf und wer gehen muß?

Nächste Frage: Glauben Sie, daß das von den USA befehligte Bonner Establishment einer Fusion zweier als rechtsradikal (nicht rechtsextremistisch) verschrieenen Parteien tatenlos zusehen wird? Wenn ja - was meinen Sie, wäre hierfür der Grund? Etwa weil diese neue, nun vereint auftretende »Nationale Einheitspartei« ihren Wählern verspricht, schmarotzende Asylbewerber aus Deutschland schleunigst hinauszuwerfen? Weil sie den Deutschen (möglicherweise) versprechen, der anwachsenden Kriminalität, dem Drogenhandel und der Drogensucht durch harte Gesetzesmaßnahmen entgegenzutreten? Oder weil sie versprechen, die Ostverträge von 1970 und 1991 und die hierin festgelegten Ostgrenzen Deutschlands revidieren zu wollen? Oder weil sie gar die Wiederherstellung des Deutsches Reiches in seinen Grenzen von 1914 anstreben?

Jeder mag selber zu den gestellten Fragen die ihm richtig dünkende Antwort geben.

Unter dem Strich betrachtet müßte jedoch jeder Nachdenkende zu der Erkenntnis kommen, daß ein Zusammenschluß der vorhandenen "rechten« Parteien nicht zu dem von allen (Vaterländischen) erhofften Ergebnis hinführen wird und deshalb kein Allheilmittel ist, mit dem sich die uns allen bedrängenden Probleme schnell lösen lassen. Dabei haben wir noch nicht einmal untersucht, ob die Führungsspitze dieser rechten Einheitspartei den Anforderungen und Voraussetzungen gerecht wird, welche für eine wahrhaft deutsche Politik die Grundlagen bilden.

Jetzt dürfen wir auch das Zweiermodell erweitern und müssen uns fragen, wie sich die Situation darstellt, wenn

a 1 1 e rechten parteipolitischen Kräfte zu einer einzigen durchschlagskräftigen Kampffront sich zusammenschlössen. Denn die meisten Befürworter einer Parteienkonzentration der Rechten übersehen ganz einfach die mutigen, täglich sich für die Belange des Volkes einsetzenden, selbstverantwortlichen Partei freie n Einzelkämpfer, weil sie die vordergründig Sichtbaren im Auge haben, d.h. die im Politgeschäft »Erfolgreichen« zum Spitzenkandidaten« ihrer herbeigesehnten nationalen Einheitsfront machen.

Wissen Sie eigentlich, wieviele zugelassene "Rechtsparteien« es augenblicklich in der Bundesrepublik gibt?

Es existieren mehr sogenannte rechte Parteien, als es etablierte und ihnen nahestehende Parteien gibt! Und täglich kommen neue hinzu!

Warum dies so ist - besser: warum dies so gewollt ist -, habe ich in meinem letzten Aufsatz in Folge 9+10/92 von RuW unter der Überschrift "Seid einig, Deutsche!« darzutun versucht. Schlußfolgerung: Weil durch Parteienzersplitterung die nationale Rechte geschwächt werden soll.

Natürlich sind wir für Einigkeit und Stärke der Rechte, sofern sie sich zu einer einheitlicher ZIELSETZUNG zusammenfindet!

Aber zugleich muß auch dies gefragt werden: Woher wissen wir, daß alle rechten Kleinparteien, die vorgeben, sich für deutsche Belange einzusetzen, tatsächlich e c h t e Vertreterinnen eben dieser nationalen Belange sind?

Soviel dürfte an dieser Stelle jetzt schon herausgekommen sein, Einigkeit und Stärke der Rechten lassen sich nicht dadurch erzeugen, indem sich viele der kleinen Parteien und parteifreien Gruppen einfach zu einem Ganzen unter einem Einheitsnamen zusammenschließen. Fragen wie: Wie sieht das »Einheitsprogramm« aus, wer soll führen, wer gibt die Marschrichtung an - ja. dies ganz zuerst gefragt: Wo befindet sich derjenige, der das Format zur Führung hat? - zu diesen Fragen müssen von vornherein klare Antworten vorliegen, ehe man zum Zusammenschluß schreitet.

Gerade deshalb, weil es eine Vielzahl von rechten Kleinparteien gibt - besteht da nicht zu Unrecht der Verdacht, daß einige der Gründer eigens dazu ausgesandt wurden, um die von den wahrhaft Vaterländischen erzielten positiven Arbeitsergebnisse in seichte Abwässer zu lenken, so daß alle gutgemeinten Ansätze gar nicht erst die richtigen Kanäle erreichen. was zur Folge hat, daß das angestrebte Ziel verfehlt wird?

Bevor ein Zusammenschluß der sogenannten Rechten kommen kann - vorausgesetzt, daß alle rechten »Gruppenführer« willens sind, ihr Eigenleben aufzugeben muß das vorhandene Führungspotential der politischen Rechte auf ihre Unbedenklichkeit durchleuchtet werden.

Eine Politik zum Wohle Deutschlands kann nur dann erfolgreich betrieben werden, wenn redliche Persönlichkeiten, die sich keiner anderen Verpflichtung unterwerfen, als die, Deutschland zu dienen, bereit sind, die Spitze zu übernehmen.

Diesmal muß das Problem richtig und von Anfang an radikal bei der Wurzel angepackt werden. Keiner der Kandidaten, die für ein Führungsamt im Staat zur Verfügung stehen, darf einer Loge oder einer sonstigen überstaatlichen Organisation leitend oder in untergeodneter Mitgliedsfunktion angehören. Ein »Kirchenmann« kann ebensowenig ein hohes Regierungsamt bekleiden wie ein Logenbruder oder der heimliche Angehörige einer dem deutschen Nationalstaat feindlichen Sekte, geschweige denn ein Nichtdeutscher.

Nicht Parteiprogramme regieren den neu zu schaffenden Volksstaat, sondern die Erfordernisse deutscher Gegenwarts- und Zukunftsinteressen.

Nicht das Parteibuch entscheidet über eine Mitwirkung an führender Stelle im Staatsgefüge, sondern die fachliche Fähigkeit eines Regierungsamtsanwärters; seine charakterliche Sauberkeit und der Wille, zum Wohle der Staatsidee, die Deutschland heißt, sein ganzes Können und seine ganze Persönlichkeit einzusetzen.

Nicht von zu bildenden Mehrheitsverhältnissen innerhalb einer Partei - und damit wieder gebunden an ein Minderheitenvotum, gemessen am Volksganzen - muß und darf der echte VOLKSFÜHRER sein Handeln abhängig machen, sondern allein von der mitbestimmenden Zustimmung des ganzen Volkes.

Daß aus dem brodelnden Kessel vielfach einander zuwiderlaufender Parteienmeinungen solch ein persönliches Wirken möglich sein soll, scheint bei den Fürsprechern des Parteienstaates eingefahrenem Wunschdenken zu entspringen. Sie sollten endlich der starren Vorstellung entsagen, daß nur über P a r t e i e n sich Veränderungen Im Staat herbeiführen lassen; daß n u r über Parteien ein Weg in die Führungsspitze des Staates führe.

Die Rettung kommt nicht von Parteien, die auf Stimmenfang weniger aus sind und die das "dumme« Wahlvolk mit Schlagworten abspeisen. Die Rettung Deutschlands hängt von der Verbreitung derjenigen Wahrheit ab, die den tatsächlichen Ablauf deutscher Geschichte in der jüngeren Vergangenheit ans Licht des Tages hebt und die endlich Schluß macht mit Verdrehungen, Verleumdungen, hetzerischer Lüge gegen unser Volk - mit der Herabsetzung deutscher Eigenart und deutschen Wesens schlechthin.

Auch wer meint, wir müßten uns der gleichen Mittel und Waffen bedienen, wie der Feind sie wider uns einsetzt - der irrt. Wir schlagen den Feind niemals mit seinen, sondern nur mit unseren eigenen (besseren) Waffen! Wo des Feindes Waffen Falschheit. List, Verstellung und Verleumdung sind, da setzen wir ihm die unsrigen mit Wahrheit, Klugheit, Aufrichtigkeit und Kühnheit entgegen. Wir sind Abkömmlinge von Germanen und nicht von Hebräern.

Zum Schluß sei noch einmal zusammengefaßt gesagt: Fort mit dem Parteienstaat. Unser Staat ist der vom Volk getragene Volksstaat - eine wahrhaft echte Demokratie, in der des Volkes Wille regiert.

Parteien bieten allen nur möglichen volksfeindlichen Elementen eine Plattform zu eigenem zerstörerischen Wirken. Sie sind die Schlupflöcher des Feindes. Parteienregierung heißt, mit Hilfe aufgestellter Richtlinienkonzepte gewisse Teile des Volkes auf das jeweilige Parteiprogramm einzupolen, was immer der Partei zum eigenen Selbsterhalt dient, nicht jedoch dem Wohle des Volksganzen.

Weniger Bedenken auf politische Unredlichkeit, so will mir scheinen, besteht innerhalb der parteiungebundenen Gruppierungen (von sicherlich auch hier vorhandenen Ausnahmen einmal abgesehen). In den parteiunabhängigen Gruppen sind Idealisten am Werk, die unbeschadet ihrer Person für die Ideale ihrer politischen Auffassung mutig eintreten. Und obwohl sie in diesem Parteienstaat Verbotsgesetze unterliegen, die neben hohen Geldstrafen sogar Gefängnishaft vorsehen, ist diese Gruppe aufopferungswilliger Patrioten stets bereit, alles zum Wohle derer zu unternehmen, deren Rettung allein von der geistigen Annahme jener WAHRHEIT abhängt, die diese Frauen und Männer Tag um Tag verbreiten:

Von der WAHRHEIT über Deutschland!

In diesem Sinne, verehrte Freunde, Leser, Kameraden und Mitkämpfer für RECHT und WAHRHEIT
wünsche ich Ihnen eine frohe Weihnacht !

Es lebe Deutschland!


Quelle: Recht und Wahrheit, Folge 11+12/1992, S. 4f.

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