Nach "München" besetzten Polen und Ungarn Teile der Tschechei. Die Slowakei erklärte sich für selbständig. Der tschechische Staatspräsident Hacha unterstellt mit Vollmacht seiner Regierung am 15.3.1939 in Berlin sein Land deutscher Oberhoheit. Deutsche Truppen marschieren ein, das Protektorat wird errichtet.
- "Unserer Ansicht nach hat sich die Lage von Grund aus geändert, seit der Slowakische Landtag die Unabhängigkeit der Slowakei erklärt hat. Diese Erklärung hatte die Wirkung, daß der (tschechoslowakische) Staat von innen her zerbrach und so sein Ende fand ..." (Chamberlain, englischer Premier, 24.9.1938) (vgl. "Dokumente zur Vorgeschichte des Krieges 1939", Deutsches Weißbuch, Nr. 2, Berlin 1939, 2 Doc., S. 259)
- Um auszudrücken, daß die Tschechoslowakei durch ihre geographische Lage an der Mitte Deutschlands bei feindlicher Orientierung eine große militär-strategische Bedrohung darstellte, nannte der französische Minister Pierre Cot die Tschechoslowakei "das Flugzeugmutterschiff des Westens". Hitler nannte die Tschechoslowakei einen "russischen Flugzeugträger mitten in Deutschland". (vgl. Härtle, H. "Kriegsschuld", a.a.O., S. 182)
- M. Freund bezeichnete die Tschechei "als einen auf das Herz Deutschlands gerichteten Dolch, eine feindliche Festung mitten im deutschen Raum" (vgl. Freund, M., "Weltgeschichte", a.a.O., S. 24)
- "Hitlers Bemerkung, daß das Protektorat im gegenwärtigen Moment eine Notwendigkeit sei, mag durchaus wert sein, daß man sich ihrer erinnert. Böhmen mag letzten Endes eine Frage der Formulierung sein ... Es mag sein, was es wolle, solange es nicht als Bastion gegen Deutschland und als Brückenkopf für einen Angriff auf Deutschland ausgebaut werde." (Henderson, englischer Gesandter in Berlin) (vgl. Walendy, "Wahrheit" a.a.O., S. 112)
- "Die Sowjets hatten bis März 1939 bereits 300 Kriegsflugzeuge an die Tschechei (den "russischen Flugzeugträger") geliefert. Außerdem standen mehrere Geschwader sowjetischer Flugzeuge auf tschechischen Flugplätzen bereit" (F. Sanborn, amerikanischer Historiker) (vgl. Sanborn, zit. bei Lenz, F. "Nie wieder München", Heidelberg 1965, I, S. 82)