Über die Ignoranz der deutschen Elite

Aktion Troja enttarnt unredliche Persönlichkeiten

Von VHO

In den letzten zwei Ausgabe dieser Zeitschrift publizierten wir die ersten Reaktionen auf unsere Aktion Troja. Mit der Aktion Troja hatte die Stiftung Vrij Historisch Onderzoek im Frühjahr 1996 30.000 Personen der geistigen Elite Deutschlands, Österreichs und der Schweiz angeschrieben und sie auf die durch den Holocaust-Revisionismus aufgeworfenen Probleme aufmerksam gemacht. Am Ende unseres Schreibens forderten wir diese deutschsprachige Elite auf, sich des Problems des Revisionismus anzunehmen und ihr Scherflein zur Auffindung und Festigung der historischen Wahrheit beizutragen. Außerdem wurde den Empfängern des Schreibens die Möglichkeit gegeben, ein Buchpaket mit revisionistischen und antirevisionistischen Büchern zu einem Sonderpreis zu beziehen.

In dieser Ausgabe veröffentlichen wir zwei Reaktionen von mehr oder weniger bekannter Persönlichkeiten, die eine gewisse Ignoranz und Unredlichkeit offenbaren, die beim Umgang mit zeitgeschichtlichen Themen leider häufig zu beobachten sind.

Als erstes ist hier Frau Dr. phil. Salcia Landmann, geb. Passweg, zu nennen. Die heute in der Schweiz lebende berühmte jüdische Schriftstellerin wurde 1911 in Zolkiew in der heutigen Ukraine geboren. Sie studierte in Berlin, Paris, Zürich, Genf und Basel Jura, Philosophie, Psychologie und Kunstgeschichte und wurde 1939 promoviert. Im gleichen Jahr heiratete sie Prof. Michael Landmann. Ihre umfangreiche publizistische Tätigkeit erstreckt sich neben Kochbüchern vor allem auf die Kultur und Geschichte des Ostjudentums sowie auf die Selbstzerstörung des freien Westens.

In ihrem Antwortschreiben vom 29.6.1996 auf unsere Zusendung führt sie aus:

»Sehr geehrte Herren und Damen,

Revisionismus-Literatur werde ich bei Ihnen sicher nicht bestellen. Erstens bekomme ich ganze Berge davon gratis ins Haus geliefert aufgrund von einem dummen Mißverständnis: Aus meinem Konservatismus und Antimarxismus schliessen manche Leute auf meine Sympathie zur Auschwitzleugnung. Und zweitens lese ich diesen Blödsinn ohnehin nicht.

Aber ich lege ihnen einen kleinen Aufsatz von mir bei, aus dem Sie meine Haltung zu dieser Frage erkennen können. Hierzu habe ich ausführlich Texte bei mir liegen, bin aber auch bereit, gratis und franco für Sie einen Text in gewünschter Länge abzufassen, den Sie in Zukunft Ihren Buchsendungen gratis beilegen können.

Wenn Sie das wollen, dann melden Sie sich!

Mit freundlichen Grüssen (gez. SL)«

Als Anlage legte sie einen Artikel des Titels »Für einen fruchtbaren Dialog zwischen Christen und Juden« bei, den sie in der Jungen Freiheit vom 14.6.1996 publiziert hatte. Außer einer pauschalen Ablehnung gegenüber der sogenannten »Leugnung von Gaskammern« ist dem Artikel allerdings wenig über Frau Dr. Landmanns Einstellung zum Revisionismus zu entnehmen. Wesentlich aufschlußreicher ist da schon ein Beitrag, den sie am 5.8.1994 in der Jungen Freiheit als Erwiderung auf die ebenda abgedruckten revisionistischen Thesen von Dr. Armin Mohler publizierte. Darin äußert sich Frau Dr. Landmann mit erkennbar großem moralischen Engagement, aber leider wenig Fachwissen, zu den revisionistischen Thesen. Ihr im hier wiedergegebenen Brief abgelegtes Geständnis, daß sie die revisionistische Literatur »ohnehin nicht« lese, erklärt diesen Kompetenzmangel hinreichend. Allerdings läßt diese Ignoranz einer ganzen Literaturgattung ihre fulminanten Wertungen derselben als arrogante Anmaßung erscheinen.

Als nächstes wollen wir hier einen Briefwechsel wiedergeben, der sich aufgrund der Reaktion des Oberbürgermeisters von Landau/Pfalz, Dr. Christof Wolff, ergab.

Der Protestant Dr. Wolff wurde 1941 in Brückenau geboren. Er ist seit 1972 mit Karla, geb. Winterhoff, verheiratet und hat drei Söhne. Nach einem Jurastudium wurde er 1974 in Speyer promoviert. In der Folgezeit durchschritt er verschiedene Karrierestufen in der Verwaltung verschiedener Gemeinden und Kreise in Rheinland-Pfalz, bevor er Oberbürgermeister der Stadt Landau/Pfalz wurde.

In seinem Brief vom 30.5.1996 schrieb er:

Sehr geehrte Damen und Herren,

herzlichen Dank für die Übersendung der Informationsschrift zur Lage des Holocaust-Revisionismus der europäischen Stiftung zur Förderung freier historischer Forschung.

Unbestritten teile auch ich die Auffassung, daß die Leistungsträger unserer Gesellschaft in besonderer Verantwortung stehen, dem Holocaust-Revisionismus mit allen Mitteln zu begegnen.

So veranstalten wir alljährlich ein Diskussionsforum, die Landauer Gespräche. Hierbei handelt es sich um eine Gesprächsrunde, die zuletzt nahezu 1000 Zuhörerinnen und Zuhörer besuchten. Die Landauer Gespräche wurden im Jahre 1987 gestiftet. Damals waren auf Einladung der Stadt über 100 ehemalige jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger in ihre alte Heimatstadt gekommen. Anlaß dieser "Woche der Begegnung" war die Einweihung des Frank-Loebschen Hauses, ein kunsthistorisches Kleinod, das mit großem Aufwand restauriert worden war. Dieses Haus stand einst im Besitz der Vorfahren von Anne Frank und dient heute als Stätte des Gedenkens und der Erinnerung der Landauer Juden und ihres Schicksals. Weil die Tage in Landau von vielen Teilnehmern als besonders Erlebnis empfunden wurde, entstand die Idee der "Landauer Gespräche". Nach dem Willen der Stifter sollen sie zu mehr Mitmenschlichkeit, Verständnis, Toleranz und Frieden in unserer Gesellschaft aufrufen, gleichzeitig aber auch das Schicksal unserer jüdischen Mitbürger in stetem Gedenken halten.

In Erinnerung an die schrecklichen Verbrechen des nationalsozialistischen Regimes begingen wir in Landau erstmals in diesem Jahr den Gedenktag für die Opfer des "Nationalsozialismus", den der Bundespräsident Roman Herzog erstmals proklamiert hat. Alljährlich soll anläßlich dieses Gedenktages am Landauer Synagogendenkmal ein Kranz niedergelegt werden. Wir begehen diesen Gedenktag, um gerade der jüngeren Generation, die die Schrecken und Verbrechen des Naziregimes nicht hautnah miterlebte, den Blick dafür zu schärfen, welches Ausmaß Rassismus und Totalitarismus annehmen kann. Den Sinn sehe ich insbesondere darin, der jungen Generation die Vergangenheit zu vergegenwärtigen.

Als weiteren Ansatzpunkt behandeln wir derzeit im Stadtrat einen Antrag auf Förderung der politischen Bildung von Jugendlichen. Dieser Antrag zielt darauf ab, insbesondere Jugendliche über die Situation von Minderheiten an praktischen Beispielen in Gesprächen zu informieren, um Verständnis und Toleranz zu wecken. Auch hierin sehe ich gute Möglichkeiten, der Gefahr des Revisionismus entgegenzusteuern und möglichen Dissidenten die Grundlage zu entziehen.

Mit freundlichen Grüßen (gez. Dr. Christof Wolff)

Die Antwort darauf wurde am 18. Juni 1996 von Germar Rudolf verfaßt:

Verehrter Herr Dr. Wolff,

ich darf mir erlauben, Ihnen im Namen der Stiftung Vrij Historisch Onderzoek zu antworten, deren freier Mitarbeiter ich bin und die mich beauftragt hat, die deutsche Korrespondenz zu führen.

Zunächst darf ich Ihnen meinen herzlichen Dank für Ihr außerordentlich ausführliches Schreiben obigen Datums aussprechen.

Mit Ihnen teile ich die Auffassung, daß es notwendig in des Wortes eigentlicher Bedeutung ist, gerade der jungen Generation die Vergangenheit zu vergegenwärtigen, wozu ohne Zweifel auch die Verfehlungen des Dritten Reiches gehören, denen Sie sich in Ihren Landauer Gesprächen widmen. Freilich darf man aber dabei meiner Auffassung nach auch nie den Blick dafür verlieren, daß unsere Vergangenheit aus mehr besteht als aus den dunklen Schattenseiten der zwölf "tausendjährigen" Jahre.

Lassen Sie mich zu Ihrem weiteren Ansatzpunkt zur Bekämpfung des Holocaust-Revisionismus eine möglicherweise überraschende Meinung kundtun, die der britische Innenminister jüngst darlegte. Trotz Druckes vor allem seitens jüdischer Vereinigungen hat sich die britische Regierung bis heute geweigert, ein Gesetz zur Bestrafung der "Auschwitz-Lüge" zu beschließen. Vor der jüdischen Gemeinde in Leeds führte der britische Innenminister Howard aus (Jewish Chronicle, 14.6.1996, S. 19):

»Ich verstehe eure starken Gefühle, aber ich beschwöre euch, es noch einmal zu durchdenken. Derzeit handelt es sich bei den Bestreitern des Holocaust um eine kleine Gruppe ohne Freunde. Wenn wir aber die Angelegenheit zu einer Sache von Meinungsfreiheit machen, wird es sogleich Leute geben, die zur Verteidigung dieser Leute an ihre Seite eilen werden.«

Tatsächlich sind wir in Deutschland inzwischen durch die nochmalige Strafverschärfung gegen die sog. "Auschwitz-Lüge" inzwischen in genau die von Howard befürchtete Lage gekommen. Zum Beweis dessen lege ich Ihnen eine Fax-Kopie eines Aufrufes in der FAZ vom 17.5.96, S. 12, bei, die sich gegen die Zensur holocaust-revisionistischer Bücher und die strafrechtliche Verfolgung ihrer Autoren und Verleger wendet. Andere Beispiele ähnlicher Solidarisierungstendenzen könnte ich bei Interesse nachliefern. Viele der Persönlichkeiten des Aufrufes hätten sich wahrscheinlich nie für die Revisionisten engagiert, wenn man sie in Frieden gelassen hätte. Nun hat aber das Tübinger Amtsgericht beschlossen, den Herausgeber eines revisionistischen Buches ins Gefängnis zu werfen, dem Verleger eine hohe Geldstrafe aufzuerlegen und das Buch einzuziehen. Eingezogene Bücher werden in der Bundesrepublik nicht etwa in Kellern gelagert, sondern der Bücherverbrennung anheimgeben.

Das Fatale an dem Fall ist, daß besagtes Buch von zwei etablierten Historikern Deutschlands in Gerichtsgutachten als wissenschaftlich und seriös eingestuft wurde, so daß es eigentlich den Schutz des Grundgesetzes Art 5/3 genießen müßte. Fatal ist weiterhin, daß dieses Buch nicht nur nicht den geringsten Anflug antisemitischer Tendenz hat, sondern daß es im Gegenteil die Unrechtmäßigkeit und Grausamkeit der NS-Judenverfolgung eingesteht und nur bezüglich der Art und des Umfanges der einzelnen Tötungsmaßnahmen zu – nach Meinung obiger sachverständiger Historiker – zumindest partiell berechtigten Einwänden kommt. Der Herausgeber gibt diesem Buch durch seinen einleitenden Vortrag sogar eine betont judäophile Intention. Er plädiert dafür, das "Tabuthema Holocaust" auch unter Revisionisten und Juden offen zu diskutieren, um dadurch eine Entkrampfung des deutsch-jüdischen Verhältnisses zu erlangen. Dadurch erhofft er sich die Realisierung einer Zukunftsvision: Die Erneuerung einer fruchtbaren deutsch-jüdischen Symbiose.

Wissen Sie, wie die Revisionisten diese Bücherverbrennung ausschlachten werden und mit welcher Resonanz? Können Sie beurteilen, welche Gefühle bei heutigen Deutschen entstehen, wenn sie hören, es werden wieder einmal wissenschaftliche, nicht-antisemitische Bücher verbrannt? Die Revisionisten werden aus diesem Fall enormen Honig saugen. Ihre Unterstützer dürften demnächst sogar bei Amnesty International und Human Rights Watch zu finden sein. Dann Gnade unserer Republik Gott!

Wenn Sie schließlich Ihre Arbeit zur Einübung von Toleranz und Verständnis für Minderheiten dafür instrumentalisieren wollen, der dissidenten Minderheit der Revisionisten "die Grundlage zu entziehen", dann handeln Sie ja gerade Ihren eigenen Ansprüchen zuwider, denn auch die Revisionisten sind heute eine verfolgte Minderheit, der man sich massiv intolerant gegenüber verhält. Glauben Sie nicht, daß Sie mit ihrer Arbeit zur Förderung der Toleranz gegenüber Minderheiten und zur Festigung der Menschenrechte das Gegenteil dessen bewirken könnten, was Sie bezüglich der Revisionisten erreichen wollen?

Der Kampf gegen den Revisionismus wäre gemäß Ihren Maximen nur gerechtfertigt, wenn die Revisionisten zu Intoleranz gegenüber etwa den Juden aufriefen. Sie hätten unser Rundschreiben aber völlig mißverstanden, wenn Sie den Eindruck erlangt hätten, das sei immer der Fall. Der Sinn unseres Schreibens war es gerade, Bewußtsein dafür zu schaffen, daß die Revisionisten zu einem wissenschaftlichen Problem geworden sind, das als solches ernstzunehmen ist. Bekämpft man es mit polizeistaatlichen Methoden, wie einst der Osten Dissidenten verfolgte, haben wir zusätzlich zu dem wissenschaftlichen Problem auch noch ein menschenrechtliches.

Auch Sie sprechen in Ihrem Schreiben von "Dissidenten", denen man "die Grundlage" "entziehen" müsse. Merken Sie nicht die Sprache der Unmenschen, die Sie selbst verwenden?

Ich hoffe, mit diesem Schreiben bei Ihnen einen selbstkritischen Denkprozeß in Gang setzen zu können, und verbleibe mit freundlichen Grüßen Ihr

(gez. Germar Rudolf)

Herr Dr. Wolff reagierte darauf am 1.7.1996 wie folgt:

Sehr geehrter Herr […Rudolf],

herzlichen Dank für Ihr Schreiben vom 18.06. dieses Jahres, auf das ich aufgrund meiner begrenzten Zeit nur in wenigen Sätzen eingehen möchte.

Ich war doch sehr überrascht, daß Sie mir vorwerfen, daß die auf Sachlichkeit und Objektivität beruhenden Aktivitäten in Landau, die zu mehr Verständnis und Toleranz in der Gesellschaft beitragen sollen, das Gegenteil dessen bewirken könnten, was ich bezüglich der Revisionisten erreichen möchte.

So liegt beispielsweise die Intention und tatsächliche Wirkung der Landauer Gespräche jedenfalls keinesfalls darin, gleichzeitig Intoleranz gegenüber Revisionisten zu schaffen. Ihre Argumentationslinie kann ich diesbezüglich nicht bestätigen.

Im übrigen nehmen wir Revisionisten durchaus sehr ernst, sehen jedoch den Ansatz nicht in deren Bekämpfung, schon gar nicht mit polizeistaatlichen Methoden, sondern vielmehr in der Grundlage jeden friedlichen Zusammenlebens: im Gespräch und dem Gedankenaustausch.

Mit freundlichen Grüßen Dr. Christof Wolff

Germar Rudolf beantwortete diese Zuschrift im Namen von VHO am 3. August 1996:

Verehrter Herr Dr. Wolff,

offensichtlich habe ich die letzten Sätze Ihres Schreibens vom 30.5.96 mißverstanden, in dem Sie davon sprachen, mit Ihrer Arbeit den revisionistischen Dissidenten die Grundlage entziehen zu wollen. Prof. Nolte – man mag zu seinen Thesen stehen wie man will – hat bezüglich des Umgangs der wissenschaftlichen Öffentlichkeit mit den Revisionisten treffend bemerkt:

»Obwohl ich mich also durch den "Revisionismus" weit mehr herausgefordert fühlen mußte als die deutschen Zeithistoriker, bin ich bald zu der Überzeugung gelangt, daß dieser Schule in der etablierten Literatur auf unwissenschaftliche Weise begegnet wurde, nämlich durch bloße Zurückweisung, durch Verdächtigungen der Gesinnung der Autoren und meist schlicht durch Totschweigen.« Streitpunkte, Propyläen, Berlin 1993, S. 9.

Tatsache ist, daß man vor einer Auseinandersetzung mit einer These nicht wissen kann, ob diese These einer Grundlage entbehrt oder nicht. Die wissenschaftliche Öffentlichkeit verhält sich aber gemeinhin so, als kenne sie das Ergebnis dieser Auseinandersetzung schon vorher, weshalb man es sine ira et studio ablehnt, sich mit dieser "Schule" zu beschäftigen.

Ich möchte Ihnen nun erläutern, worauf mein möglicher Fehlschluß in meinem letzten Schreiben beruht: Sie würden einen ähnlichen logischen Fehler begehen wie oben beschrieben, wenn Sie behaupteten, Sie könnten den Revisionisten ihre Grundlage durch reine pädagogische Arbeit entziehen. Selbst wenn Ihre pädagogische Arbeit bzw. Methode weltweit gegenüber allen Menschen angewandt würde, wäre damit nicht gesagt, daß die Revisionisten ihre Grundlage verlören, denn das würde voraussetzen, daß die Revisionisten keine wissenschaftliche, sondern nur eine pseudowissenschaftliche Grundlage haben. Dies vor einer Studie der revisionistischen Thesen zu behaupten, ist aber fatal unwissenschaftlich und geradezu Ihren eigenen pädagogischen Ansprüchen (Vorurteilsfreiheit als ein hohes Ziel) zuwiderlaufend. Würde nämlich einer Ihrer "Schüler" bemerken, daß Sie in diesem Punkt Ihren eigenen hohen Zielen zuwiderhandeln würden, so käme durch den Zweifel und die Skepsis an Ihrer Lauterkeit im für Sie ungünstigsten Fall das Gegenteil dessen heraus, was sie beabsichtigen: Die Menschen würden sich wegen Ihrer Unehrlichkeit von Ihnen ab- und dem Revisionismus zuwenden. Wohlgemerkt: Dieser Absatz steht im Konjunktiv!

Nun erwähnen Sie in Ihrem neuen Brief, daß Sie die Revisionisten u.a. durch das Gespräch und den Gedankenaustausch sehr ernst nehmen. Das deutet an, daß Sie tatsächlich geneigt, sind, die Thesen der Revisionisten nicht ungeprüft beiseite zu schieben, sondern sich mit ihnen zu beschäftigen. Diese Tatsache war Ihrem ersten Brief nicht zu entnehmen, so daß ich wohl leider den falschen Eindruck bekam, Sie würden nur über die Revisionisten, nicht aber mit ihnen über ihre Thesen sprechen.

Darf ich nun fragen, wie sich Ihre Gespräche und der Gedankenaustausch mit Revisionisten gestalten? Haben Sie schon einmal einen Revisionisten zu Ihren Tagungen eingeladen? Oder gibt es eine Korrespondenz oder gar eine Online-Auseinandersetzung mit ihnen? Und schließlich: können Sie mir Namen nennen von Revisionisten, die von Ihnen zu einem Ihrer Anlässe einbezogen wurden?

Und last but not least: Diese Ihre Auseinandersetzung mit den Revisionisten muß wohl zu Ihrer im letzten Brief geäußerten Feststellung geführt haben, daß Sie der Überzeugung sind, mit Ihrer Arbeit den Revisionisten die Grundlagen entziehen zu können. Dementsprechend darf ich damit rechnen, daß sie in Ihrem Kreis selbst schon seit längerem daran arbeiten, die Revisionisten entweder als unwissenschaftlich zu demaskieren oder doch zumindest sie ihrer Irrtümer und Fehler zu überführen. Genau an solchen Arbeiten nun sind wir höchst interessiert, so daß ich anfragen darf, ob und unter welchen Bedingungen Sie uns entsprechende Ausarbeitungen Ihres Kreises zukommen lassen können.

Mit freundlichen Grüßen Ihr

(gez. Germar Rudolf)

Dieses Schreiben blieb bis November 1997 ohne Antwort. Anscheinend war Dr. Wolffs Behauptung nicht beweisbar, man würde die Auseinandersetzung mit den Revisionisten »im Gespräch und dem Gedankenaustausch« suchen. Somit bleibt der fatale Eindruck zurück, als würden bei den Landauer Gesprächen pädagogische Mittel eingesetzt, die unter anderem dazu führen, daß die menschenrechtswidrige Verfolgung der dissidenten Minderheit der Revisionisten eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung findet. Dies ist leider nichts Ungewöhnliches in Deutschland.


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 1(4) (1997), S. 267-270.


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