Milliarden Franc den Juden geraubt... oder von Marschall Pétain?

Von Prof. a.D. Dr. Robert Faurisson

Am 31. Januar 1997 zeigte eine in Sachen Ausraubung der Juden während des Krieges recherchierende Journalistin auf France 2Informations«, 20 Uhr), daß die Deutschen den französischen Juden eine Strafe von einer Milliarde Franc auferlegt haben, was sie durch Dokumente belegte. Diese Summe würden die Deutschen, so ihre Aussage, bis heute den Juden schulden.

Es war genau im Dezember 1941, nach einer Serie von Attentaten, in die unter anderem auch jüdische Widerständler verwickelt waren, als die Deutschen der Vereinigung der Israeliten Frankreichs (UGIF) eine Strafe in dieser Höhe auferlegten. Davon alarmiert wandten sich André Baur (UGIF-Nord) und Raymond-Raoul Lambert (UGIF-Süd) umgehend an die Verantwortlichen in Vichy, mit denen es zu Gesprächen kam, an denen auch das Grand Rabbinat und das Consistoire Central des Israélites de France teilnahmen. Mit der Vollmacht von Marschall Pétain ergriff Xavier Vallat, Generalbevollmächtigter für die Judenfrage, sogleich die Initiative - die er auch behalten sollte - und sorgte dafür, daß der UGIF das Geld von dem französischen Bankenverband ausgezahlt wurde. Den Deutschen wurde davon nichts mitgeteilt. X. Vallat hatte die Idee zu einer List. Aber lesen wir, wie uns R.-R. Lambert selbst diese List erklärt:

»Vertraulich teilte uns [X. Vallat] mit, daß die französische Regierung diese Summe der UGIF in Paris zukommen lassen wird, und daß sie, um zu gehorchen und sich abzusichern, die jüdischen Immobilien im besetzten Gebiet beschlagnahmen würde, wobei darauf eine Hypothek genommen würde, die in 99 Jahren rückzahlbar sei [d.h. im Jahr 2040]. Bis dahin... sagte er.«

Und derselbe R.-R. Lambert, der X. Vallat seinen »Freund« nennt und von dessen »Aufrichtigkeit« spricht, bewertet diesen Vorgang als »lustig und sehr wichtig«[1]

Sechs Jahre später machte X. Vallat anläßlich seines eigenen Prozesses erstaunliche Enthüllungen über das Thema des jüdischen Vermögens, über die von Marschall Pétain gewährten Finanzhilfen für jüdische Organisationen und, nebenbei, löste er damit die Affäre der Milliarden aus.[2]

Serge Klarsfeld, der häufig von dieser bekannten Strafe gesprochen hat, hat meines Wissens nie präzisiert, daß das Geld mit Bürgschaft Pétains von den französischen Banken stammte. Jedenfalls verliert er darüber kein Wort auf seinen 959 Seiten von Vichy-Auschwitz.[3], so ich es nicht übersehen habe.

Der amerikanische Historiker Richard Cohen meint, daß die UGIF letztlich dank ihres finanziellen Geschicks nicht mehr als ein Viertel der Gesamtsumme habe auszahlen müssen.[4] Die amerikanischen und kanadischen Historiker Paxton und Marrus sprechen von Zahlungen in Höhe von 300 Millionen Franc.[5]

In Sachen Kooperation jüdischer Organisationen und Institutionen mit Deutschland, und zwar sowohl in Frankreich wie im restlichen Europa, möge man die Werke von Richard Cohen lesen sowie die Bücher, die Maurice Rajsfus den »Braunen Juden« gewidmet hat bzw. denen, die er »eine wahrhaftige jüdische Internationale der Kollaboration« nennt.[6] Im Unterschied zu den anderen Franzosen, die verfolgt wurden, weil sie mit dem Feind kollaboriert hatten, entkamen die verantwortlichen Juden, die den Zweiten Weltkrieg überlebten, der großen Säuberung und hatten das Privileg, vor sogenannten Tribunalen der Ehre (»tribunaux d'honneur«) zu erscheinen, wo sie alle freigesprochen wurden. Diese Tribunale wurden unter der Leitung von Léon Meiss durchgeführt, der im Januar 1944, also noch während der Besetzung, Präsident der neu gegründeten CRIF (Conseil représentatif des institutions juives de France) wurde.[7]

Nota bene: In seinem neulich ausgestrahlten, von Paul Amar geführten Interview hat Maurice Papon in einem Satz daran erinnert, daß eine hochgestellte jüdische Persönlichkeit im Lager Drancy bei der Selektion der Juden für Auschwitz mitgewirkt habe. Es handelt sich bei dieser Anspielung um Robert Blum, der seine Schriftstücke, darunter auch solche bezüglich der Vorbereitungen der Deportationszüge nach Auschwitz, wie folgt signierte: »Lieutenant-Colonel Blum, Kommandant des Lagers Drancy.« In seinem Buch über Drancy widmet ihm M. Raisfus ein ganzes Kapitel (s. 234-275). Am 2. Februar frug Daniel Schneidermann Paul Amar in der Sendung »Arrêt sur image« (La Cinq, 12_30-13:30):

»Warum haben Sie [diesen Satz von Papon] beim Zusammenschnitt nicht weggelassen?«

[Hier ging Prof. Faurisson noch irrtümlich von R. Blum aus, wurde aber später von äußerst kompetenter Seite auf seinen Irrtum hingewiesen. Aus Sicherheitsgründen kann der Informant nicht genannt werden, d.Ü.]


Anmerkungen

Zuerst publiziert in Rivarol, 7.2.1997, S. 6f.

[1]Carnet d'un témoin, 1940-1943, Fayard 1985, S. 146-151.
[2]Le Procès Xavier Vallat pas ses amis, éd. du Conquistador 1948, S. 132-137.
[3]Fayard, Bd. 1, 1983; Bd. 2, 1985.
[4]Richard I. Cohen, The Burden of Conscience. French Jewish Leadership during the Holocaust, Indiana University Press, Bloomington 1987, S. 81.
[5]Vichy et les Juifs, Calmann-Lévy 1981, S. 109f., 114 und Anmerkung 98, S. 351.
[6]Des juifs dans la Collaboration, Bd. 1, (E.D.I), 1980, Bd. 2, L'Harmattan, 1989; Drancy, Manya 1991.
[7]Nähere Ausführungen diesbezüglich sind zu finden in: R. Faurisson, »L'affaire des "juifs bruns"«, Revue d'Histoire révisionniste, Mai 1992, S. 69-82; vgl. http://www.zundelsite.org/french/rhr/rhrtoc.html.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 2(1) (1998), S. 44.


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