Wiedergutmachung: Korrektur eines Fehlurteils

Von Anonym

Ergeben Strafgesetze und Political Correctness die Wahrheit? Diese Frage stellt man sich, wenn ein Schreiben ankommt, dessen Verfasser sich nicht zu erkennen gibt. Wir prüften den Inhalt und stellten fest, daß der Verfasser zum Beweis seiner Angaben an die »1. Zivilkammer des Bonner Landgerichtes, Az.: 1 O 134/92« nur Zitate aus »etablierter Literatur« - also in Deutschland als »unbezweifelbar« geltende - benutzte. Seine Feststellungen und Zitate sind richtig. Das von ihm benutzte Buch stammt aus der Feder einer Mitarbeiterin des Archives in Auschwitz. Warum dann »Anonymus«? Dem Autor ist offenbar bekannt, daß man nicht nur in unserem Lande für eine derartige Wahrheit, üblich umdeklariert in »bezweifeln« oder gar »Leugnung« mit Strafen verfolgt wird, die höher sind als die für Kriminelle.

Unser Kommentar: Dieses Beispiel zeigt in bestechender Deutlichkeit auf, wie weit die »Rechtsgepflogenheiten« in Deutschland heruntergekommen sind! Es zeigt auch, wie es um die vom Grundgesetz, Art. 5, geschützte »Meinungsfreiheit« wirklich bestellt ist! Es beweist leider auch wie weit der Begriff »Demokratie« ausgehöhlt oder gar korrumpiert ist!

Aus den vom Verfasser beigefügten Unterlagen entnehmen wir weitere Einzelheiten zum Prozeß und zum Artikel in der SZ:

»Es gibt noch viele, die warten«: SZ vom 6.11.1997: Nachweislich falsche Angaben der Klägerin führten zu diesem Urteil. Vergrößern durch Anclicken

  1. In der Süddeutschen Zeitung Nr. 201 vom 2.9.1997 erschien, groß aufgemacht, ein Artikel über den Prozeß, den eine ehemalige Zwangsarbeiterin des Dritten Reiches gegen die Bundesrepublik Deutschland führt. Sie möchte vom Bund eine Entschädigung erhalten. Berichtet wird ferner über eine Person, die die Klägerinnen unterstützt. In der Mitte des Artikels ist ein dubioses »Dokument« wiedergegeben, daß sich mit der Übernahme des Union Metall Werkes bei Auschwitz durch die Firma Krupp beschäftigt. Schon bei oberflächlicher Betrachtung werden erhebliche Zweifel an der Echtheit geweckt. So ist erkennbar ein Stempel, oben rechts, unlesbar gemacht. Es erhebt sich auch die Frage, warum auf einer unbeglaubigten »Abschrift« (eine Quellenangabe gibt es nicht) derartig viele Stempel und Bearbeitungsvermerke vorhanden sind. Im übrigen stimmt der Vorgang. Das Werk Union Metall Weichsel wurde von der SS errichtet und ursprünglich durch die Fa. Krupp angemietet. Daher werden wir uns hier nicht näher mit diesem Dokument beschäftigen.
    Über den Prozeßbevollmächtigten »Auch, wenn er kein Jurist ist, einmal Koch war und dann auf dem zweiten Bildungsweg Politikwissenschaftler wurde.«, sollte man sich ein eigenes Bild durch Lektüre des Artikels verschaffen.
  2. Am 6.11.1997 veröffentlicht die SZ einen Artikel, in dem der Ausgang des Verfahrens dargelegt wird. Demnach erhält die Klägerin eine einmalige Entschädigung in Höhe von DM 15.000 zuzüglich 4% Zinsen für angeblich 55 Monate Zwangsarbeit in den Union Metall Werken.
  3. Am 24.11.1997 erschien ein »Leserbrief« in der SZ zum Artikel vom 6.11.97. Der Verfasser Bernd Wagner, Dossenheim, bestätigt die Kritik des Verfassers des nachstehend wiedergegebenen »Offenen Briefes« an der SZ. Bemerkenswert ist sonst nur seine folgende Formulierung, weil sie indirekt bestätigt, wie sehr die »Revisionisten« nur durch ihr Dasein zur Wahrheit beitragen. Der Satz lautet:

    »Angesichts dieser prominenten Position [der veranlassende Artikel in der SZ war in der Mitte der ersten Seite der Zeitung abgedruckt, d.V.] ist allerdings die sachliche Richtigkeit - nicht zuletzt wegen der nicht zu unterschätzenden Zahl von ›Auschwitz-Leugnern‹ - von besonderer Bedeutung.«

    Kann man den Revisionisten ein besseres Kompliment zu ihrer Wahrheitsliebe machen?

    Ansonsten bemerkt Herr Wagner, daß das Entgelt für die Arbeit der Häftlinge nicht die SS erhielt, sondern direkt das Reich. Eine Richtigstellung, die vielen anderen Autoren widerspricht. Seinen sonstigen Ausführungen über »Vernichtung durch Arbeit« kann man nicht beipflichten. Dem Problem »Vernichtung durch Arbeit« steht die einfache Tatsache entgegen, daß jeder Häftling der in den Werken der IG Farben arbeitete zwangsläufig zum Facharbeiter wurde. Der gewollte Tod eines solchen Menschen wäre »Wehrkraftzersetzung« gewesen, worauf u. U. die Todesstrafe stand. Monate Ausbildung eines ihn ersetzenden Häftlings wären nämlich die sicherlich unerwünschte Folge gewesen und damit entsprechender Ausfall an Produktion.

  4. Ein weiterer Leserbrief meint in der gleichen Ausgabe der SZ lediglich, daß die Firmen, in denen Zwangsarbeiter tätig waren, an den Zahlungen beteiligt werden sollten.

Der Verlag bestätigt, daß dem unten wiedergegebenen anonymen Brief vom 9.11.1997 außer dem hier faksimilierten Artikel der SZ vom 6.11.1997 beigefügt waren: (Ein Abdruck benötigt zuviel Raum!)

  1. Die Seiten 32, 189, 610 und 969 in verkleinerter Kopie aus dem Buch D. Czech, Kalendarium. Diese belegen die im Schreiben genannten Tatsachen.
  2. Der Leserbrief aus der SZ vom 24.11.1997. Dessen Inhalt ist richtig wiedergegeben.
  3. Der Artikel vom 2.9.1997 aus der SZ.
    Interessierte Leser können gegen DM 10,- Spende als Unkostenersatz die genannten Unterlagen beim Verlag anfordern.

Nun der uns zugegangene Brief:


Landgericht Bonn

1. Zivilkammer

53113 Bonn

Offener Brief zu: Az.: 1 O 134/92

9.11.1997

SZ vom 6.11.1997, Titelseite: »Es gibt noch viele, die warten«, in Anlage.

Als freier Bürger dieses Staates, widerspreche ich dem Urteil des Gerichtes. Mir ist bekannt, daß es ein Recht hierzu nicht gibt, jedoch sehe ich hierin den einzigen Weg, der Öffentlichkeit mitzuteilen, daß dies Urteil auf unwahren Sachverhalten aufgebaut wurde. Das Gericht und die Öffentlichkeit soll nicht behaupten können, von der wahren Sachlage keine Kenntnis erhalten zu haben.

Ich unterstelle, daß die SZ in ihrem Artikel wahrheitsgemäß berichtet hat. Zusammengefaßt skizziert die Zeitung folgenden Tatbestand: Die jüdische Zwangsarbeiterin Rywka Merin, jetzt in Israel lebend, habe in Auschwitz in der Fa. »Union Metall Weichsel« 55 Monate gearbeitet. Nach 5jährigem Prozeß habe ihr das Gericht DM 15.000,- Entschädigung, zuzüglich 4 % Zins, dafür zuerkannt. Der Vorsitzende des Gerichtes Heinz Sonnenberger habe erklärt, dem Gericht seien die Hände gebunden, wie immer er das gemeint haben mag.

Basis meiner Widersprüche ist das bekannte Buch über Auschwitz: D. Czech, »Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939-1945«, Reinbek: Rowohlt Verlag, 1989. Ich verweise hier darauf, daß der Titel eine Irreführung enthält, da erst 1940, wie folgend bewiesen, erste Häftlinge ins Lager verlegt wurden.

Die in der Folge zitierten Passagen dieses Buches füge ich in Fotokopie bei, um Ihnen eine Verifizierung meiner Begründungen zu erleichtern.

Sachverhalt

  1. Die ersten Häftlinge trafen am 20.5.1940 im Lager ein, s. Seite 32. Es waren die Häftlinge Nr.1 bis Nr. 30, Kriminelle aus dem KL Dachau.

  1. Die letzten Häftlinge verließen Auschwitz am 18.1.1945, s. Seite 969. Am gleichen Tag kam der letzte Häftling Nr. 202.499 im Lager an.
    Das Lager bestand demnach 56 Monate. Diese gesamte Zeit haben, auch das weist das Buch nach, viele Häftlinge in diesem Lager überstanden.

  1. Die ersten Frauen kamen am 26.3.1942 in das Lager Auschwitz, s. Seite 189. Sie wurden aus dem KL Ravensbrück überstellt.
    Eine Frau kann also höchstens 34 Monate Zwangsarbeit in Auschwitz geleistet haben. Wenn die Häftlingsnummer der Frau Merin bekannt wäre, könnte der genaue Tag ihres Eintreffens in Auschwitz, mit Hilfe des genannten Buches, bestimmt werden.
  2. Die Fa. »Weichsel-Union-Metallwerke«, so ihr richtiger Name, hat ihre Arbeit am 20.9.1942 in Auschwitz aufgenommen, s. Seite 610. Die ersten weiblichen Arbeiter begannen jedoch erst am 21.9.1942 mit ihrer Tätigkeit. Eine Frau kann also höchstens 16 Monate in Auschwitz für die genannte Fa. gearbeitet haben. Höchstwahrscheinlich hat die Fa. jedoch ihre Tätigkeit früher, d.h. bei Annäherung der Front, eingestellt.

Vorstehende Daten entsprechen vorhandenen Dokumenten und sind richtig.

Zur Nachricht der Süddeutsche Zeitung ist festzustellen:

  1. Eine Zeitung, die nicht weiß, daß »Buna« und »Monowitz« identische Lager sind, urteilt sich selbst ab. Sie hat schlecht recherchiert.
  2. Wenn die Gazette nicht erkennt, daß nach ihrer eigenen Formulierung die l. Zivilkammer, Bonn, gegen geltendes Recht geurteilt haben muß, verfehlt sie ihre Informationspflicht. Sie selbst schreibt: »...weil das geltende Recht keine Entschädigung für Zwangsarbeit vorsieht.«

Zu ergänzen ist: Frau Merin ist der lebende Gegenbeweis für die, von der SZ vorgetragene Behauptung: »...überlebte ein Arbeiter im Durchschnitt drei bis vier Monate.« Sie überlebte sogar diese angegebene Zeit, wie im Artikel nachzulesen, ca. 18 bzw. 14 mal.

Der SZ, wie der Mehrheit der Medien, ist vorzuwerfen, daß nach dem Öffentlichen Druck und der persönlichen Diffamierung im Fall des Richters Orlet, kein deutscher Richter mehr »FREI UND UNABHÄNGIG« urteilen kann. Die Medien bedienen sich seither verstärkt der Methoden, die sie der vergangenen Zeit nachsagen. Das »gesunde Volksempfinden« der Vergangenheit, sind heute allein die Medien. Sie erpressen mit Political Correctness schon lange rücksichtslos nicht nur die Justiz. Sie diktieren, mit unqualifizierter Urteilsschelte, wie die Gerichte zu urteilen haben. Dem beugte sich auch die 1. Zivilkammer in Bonn. Die Allmacht der zügellosen Presse regiert Deutschland, nicht mehr das Recht, das die Politik laufend mißbraucht. Welcher Richter kämpft noch für die Gerechtigkeit, wenn er seine Existenz damit aufs Spiel setzt? Von den heutigen keiner!

Da in unserem Lande die verurteilt werden, die - wie hier - für die Wahrheit eintreten, bleibt kein anderer Weg als:

Anonymus

Kopie: SZ und andere Vertreter der Medien.


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 2(2) (1998), S. 133f.
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