»Schlüsseldokument« ist Fälschung

Dipl.-Ing. Manfred Gerner

1. Das »Dokument«

Das hier behandelte Schriftstück wird als wesentlicher »Beweis« zu den behaupteten Ereignissen im KL Auschwitz benutzt, soll es doch die angeblich gigantische Verbrennungkapazität der in Auschwitz errichteten Krematorien beweisen.[1] Es trägt das Datum »28. Juni 1943« und ist im ersten Buch des Apothekers J. C. Pressac[2] auf Seite 247 abgebildet. Das Buch wurde 1989 veröffentlicht. Kennzeichnend für das abgebildete, inkriminierte Exemplar ist seine Fertigung als »Abschrift«, obschon es, wie nachstehend bewiesen wird, im Archiv in Auschwitz ein weiteres Exemplar gibt. Es ist ausweislich keine »Abschrift«, hat aber wie das erstere keine Unterschrift. Es hat den Anschein, daß mit der Abschrift ein besonderer Effekt erreicht werden sollte, weil es eine Unterschrift vortäuscht.

Pressac selbst weist auf die dubiose Tatsache hin, daß dieses Schriftstück erst am 15. Mai 1981, also 38 Jahre nach dessen behaupteter Entstehung, durch den »Ausschuß der antifaschistischen Widerstandskämpfer der DDR« als Photokopie an den Kurator des Auschwitzmuseums übermittelt wurde. Eine genaue Herkunft ist nicht genannt. Auf Seite 91 des obigen Buches wird die Kopie aus dem aus 2 Seiten bestehenden Bestand BW 30/42 des Archivs in Auschwitz zur »Quelle« erhoben. Schon die gesonderte Form der Aufbewahrung dieser zwei Blätter hätte einen aufmerksamen Beobachter kritisch machen müssen.

Schriftstück, Fassung A (Fassungs-Buchstabe hinzugefügt) (Zum Vergrößern anklicken.)

Schriftstück, Fassung B (Fassungs-Buchstabe hinzugefügt) (Zum Vergrößern anklicken.)

Dazu schreibt Pressac weiter:[3]

»Außer für Krematorium I sind die angegebenen Zahlen gänzlich theoretisch, durch Berechnung ermittelt, dann um etwa ein Drittel erhöht.« (Übersetzung d. Verf.)

Durch welche Tatsachen er seine Behauptung belegt glaubt, verschweigt er. Es bleibt dahingestellt, ob er mit seinen Worten die »Echtheit« des Papiers unterstreichen oder entwerten wollte.

Merkwürdig empfinden wir es, daß er das Schriftstück auf Seite 102 der deutschen Ausgabe seines zweiten Buches,[4] die ca. 1 Jahr nach der französischen erschien, als glaubwürdig darzustellen versucht. Unter Randnummer 252, mit Hinweis auf die vorgenannte »Quelle« und weiter auf ZAM 502-1-324, wird es belegt. Hier verkündet Pressac dann:[5]

»Diese offiziellen Zahlen sind eine interne Propagandalüge, und dennoch sind sie verläßlich.«

Noch merkwürdiger berührt es dann aber, wenn sich in der französischen Ausgabe des Buches,[6] unter der gleichen Randnummer 252, zunächst auch die gleiche »Quelle« findet, dann aber, verändert, ZAM 502-1-314 genannt wird. Wir bestellten nach letzterer Akten-Nr. und erhielten das Dokument aus Moskau mit der zusätzlichen Bezeichnung »a«. Es folgen dann in beiden Buchausgaben Pressacs unbewiesene Berechnungen und Argumente.

Man hat erneut den Eindruck, als versuche Pressac mit vorstehenden Mitteln seine Leser zu täuschen. Ob das stimmt, weiß nur er. Die Texte sollen jedoch das Schriftstück offenbar glaubwürdiger machen. Seine Berechnungen sind typisch für den "fabulierenden Pressac". Beweise nennt er keine, statt dessen aber aufwendige, in großer Zahl nicht belegte Behauptungen. Das ist der Pressac, dem jedes Mittel Recht ist um "Beweise" vorzulegen, auch wenn die Wahrheit auf der Strecke bleibt. Für unseren Artikel sind sie nicht relevant.

In beiden Buchausgaben findet sich dann unter »Chronologischer Überblick« das Datum »28. Juni 1943« und danach zunächst die gleichen Texte. Es sind die Zahlenangaben des Schriftstückes, dann aber unter der Rubrik »tatsächlich« von Pressac reduzierte Zahlen. Um es kurz zu machen, er verändert die Kremierungskapazität von 4.756 Personen pro Tag auf »3.250«. Hierbei beachtet er technische und physikalische Grundgesetze nicht. Auf den Gedanken, daß das Schriftstück eine Fälschung sein könnte, kam Pressac nicht, trotz seiner eigenen Einwendungen zum Sachverhalt. Er verändert jedoch großzügig den Inhalt seines vorgelegten Schriftstückes. Er ist also davon überzeugt, daß es falsch ist.

2. Inhalt des Schriftstückes

Das Schreiben enthält Leistungsangaben von fünf Krematorien in Auschwitz und Birkenau bei einer 24-stündigen Arbeitszeit wie vorstehend erwähnt.

Schriftstücke, Fassung C (Zum Vergrößern anklicken.)

Schriftstück, Fassung D (Fassungs-Buchstabe hinzugefügt) (Zum Vergrößern anklicken.)

Es ist nicht Aufgabe dieses Artikels, sich mit diesen Angaben kritisch auseinanderzusetzen. Wir verweisen deshalb lediglich auf die akribischen Veröffentlichungen des Italieners Carlo Mattogno, der zusammen mit zwei Ingenieuren hierzu eine Reihe von Arbeiten vorgelegt hat, in denen, er die bestehende Behauptungen sowohl technisch als auch physikalisch widerlegt. [7] Wir haben uns auch mit dieser Thematik befaßt und können uns - als Ingenieure verschiedener Sparten - daher darauf beschränken festzustellen, daß seine Argumentationen in allen Einzelheiten schlüssig und nach unseren eigenen Forschungen richtig sind.

Die vorliegende Zahlenangabe von täglich kremierbaren 4.756 Leichen ist unhaltbar falsch (so auch Pressac, wie dargelegt!), weil sie gegen Grundgesetze der Naturwissenschaften verstößt.

3. Was ist ein »Dokument«?

Eine Vertreterin der Exterminationisten, Frau Dr. phil. Brigitte Bailer-Galanda, hat in einem 1995 erschienenen Buch[8] folgende Definition formuliert:

»Bei der Überprüfung von Dokumenten auf ihre Echtheit geht die Geschichtswissenschaft vom Grundsatz aus, daß entweder ein überprüfbares oder schon überprüftes Original vorliegen muß oder der Weg von der Behörde, Person oder Institution, die das Dokument erstellt hat, bis zu dessen Abschrift oder Kopie lückenlos verfolgt werden kann.«

Wir schließen uns der Interpretation der Autorin an, sie deckt sich mit unserer Auffassung. Die erste Überprüfung ergibt:

3.1 ES IST BISHER KEIN ORIGINAL BEKANNT

Nach Auffassung unserer Historiker sind, in Übereinstimmung mit obiger Meinung, die uns vorliegenden Schreiben ohne Unterschrift keine »Dokumente«.

3.2 ALLE VON UNS NACHFOLGEND VORGESTELLTEN KOPIEN HABEN KEINE UNTERSCHRIFT.

Lediglich in die bisher beschriebene »Abschrift« wurde eine solche hineingefälscht, wie wir noch beweisen werden.

Schriftstück, Fassung E (Fassungs-Buchstabe hinzugefügt) (Zum Vergrößern anklicken.)

Anlage 1, vgl. Text ("Anlage 1" hinzugefügt) (Zum Vergrößern anklicken.)

3.3 DER WEG DER VORGELEGTEN EXEMPLARE IST NICHT NACHPRÜFBAR.

Die Schriftstücke enthalten keinerlei Hinweise auf ihren Ursprung. Daraus ist zu folgern, daß das bisher beschriebene Schriftstück und vier weitere von uns aufgefundene Exemplare, keine »Dokumente« sind. Wir haben das zunächst mit obigen Argumenten, die wir in der Folge noch ergänzen werden, begründet. Es ist notwendig, daß wir uns an dieser Stelle auch mit dem Begriff »Schlüsseldolument« befassen. Auf den Seiten 275 und 283 des folgend genannten Gutachtens gebrauchte diesen Begriff zuerst der Historiker Prof. Dr. G. Jagschitz. Dann wurde er im Prozeß gegen den Revisionisten Gerd Honsik vor dem Landesgericht für Strafsachen in Wien unter dem Aktenzeichen 26 b Vr 14.184/86 vom Beschuldigten benutzt. (Protokoll vom 5. Verhandlungstag, 4.5.1992, Blatt 13).[9] Der Formulierung widersprach der Sachverständige des Gerichtes Prof. Dr. G. Jagschitz, er hielt die Bezeichnung nicht für richtig.[10]

4. Die uns vorliegenden Fassungen des Schriftstücks

Wir haben mehrere Exemplare gefunden und nach vorstehenden Kriterien geprüft. Von allen Fassungen fügen wir Kopien bei.

4.1. FASSUNG A

Das ist die vorstehend bereits beschriebene »Abschrift« Schon allein die an der Position der Unterschrift aufgenommene Textstelle »gez.: Jährling« beweist die Fälschung, wie wir nachstehend noch belegen werden. Wir meinen, daß Pressac das hätte erkennen können, denn die Fassung hat keinen Stempel des Archivs.

4.2. FASSUNG B

Es ist eine weitere Ausfertigung aus dem Archiv in Auschwitz wie der Stempel beweist. Es ist demnach sicher, daß im Archiv zwei Varianten vorliegen. Es ist unverständlich, warum Pressac ausgerechnet die »Abschrift« zur Veröffentlichung verwendete. Das verursachte jedoch unseren vorbeschriebenen Verdacht.

4.3. FASSUNG C

Diese ist gedruckt in einem 1957 (!) in der DDR (!) erschienenen Buch.[11] Sie unterscheidet sich von allen anderen dadurch, daß im »Verteiler« ein »Registrator« genannt wird, der nicht in einem einzigen von Tausenden eingesehenen Dokumenten in Moskau vorkommt. Eine Quellenangabe ist nicht vorhanden. Hier ist es überraschend, daß keine Faksimileausgabe erschien. Warum zwischen dieser ersten Bekanntgabe und der vermutlichen Weitergabe 24 Jahre verstrichen, ist unbekannt.

Anlage 2, vgl. Text ("Anlage 2" hinzugefügt) (Zum Vergrößern anklicken.)

Anlage 3, vgl. Text ("Anlage 3" hinzugefügt) (Zum Vergrößern anklicken.)

4.4. FASSUNG D

Sie stammt aus dem Aktenbestand ZAM 502-1-314 a. Ob das auch eine gesonderte Aufbewahrung ist, müssen wir erst prüfen. Eine solche Akte ist in unserer Liste der Archivbestände nicht verzeichnet.[12] Nur der Bestand ZAM 502-1-314 ist darin genannt. Er enthält »Korrespondenz und Rechnungen Topf und anderer Firmen bezüglich der Konstruktion und Ausrüstung eines Krematoriums und ähnlicher Arbeiten. 36 Blatt« (Übersetzung d. Verf.)

4.5. FASSUNG E

Der nicht vollständige, vermutlich von einem Telefax abstammende Abdruck ist aus Der Spiegel Nr. 40/93, Seite 151. Er unterscheidet sich von den anderen durch einen dreieckigen Stempel im Bereich der fehlenden Unterschrift, der nicht lesbar ist.

5. Beweise

5.1. ALLGEMEINES

Generell ist zum Vorgang noch notwendig zu erwähnen, daß der gesamte Schriftverkehr im KL Auschwitz nach den Regeln der H. Dv. 30[13] und H. Dv. 99[14] etc. geführt wurde, die für die Waffen-SS galten. Lediglich die Zentralbauleitung (ZBL) und die jeweiligen selbständigen Bauleitungen bedienten sich hierbei zusätzlich der Brieftagebuch-Nr. Andere Bereiche, wie z. B. die Abteilung III a und andere führten lediglich ein Tagebuch.

Wir müssen zudem erklären, daß wir noch nicht alle Überprüfungen durchgeführt haben. So z. B. hat eine Prüfung der Schrifttypen der Schreibmaschinen noch nicht stattgefunden. Wir meinen, daß dies eine Arbeit für Experten ist. Sollte es in unserem Leserkreis einen solchen geben, wären wir für seine Hilfe dankbar. Das gilt ebenso für die Tatsache, daß in unseren Unterlagen die verschiedensten Formen von Durchschlägen vorhanden sind. Wir konnten, weil uns die Zeit fehlte, noch nicht abschließend feststellen, welche Form, in welcher Zeit, für die verschiedenen Zwecke gebraucht wurde. Es gibt sowohl Bogen mit dem Text »Auschwitz, den« und »Bftgb. Nr.«, als auch solche ohne diese Texte. (Anlagen 1 und 2.) Daraus folgern unterschiedliche Abstände in Höhe und Breite zwischen der Datumszeile und der Brieftagebuchzeile. Durch deckungsgleiches auflegen von Schreiben mit und ohne Briefkopf auf einem Leuchttisch lassen sich unschwer Vergleiche anstellen. Unsere Rückschlüsse werden wir bekanntgeben, wenn unsere Ermittlungen abgeschlossen sind.

5.2. BRIEFTAGEBUCHZEILE

Die Brieftagebuchzeile aller Fassungen ist falsch. Auf vier Fassungen sieht sie gleichmäßig wie folgt aus, auf der fünften fehlt sie:

31550/Ja./Ne.

Eine vollständige und richtige Brieftagebuchzeile enthält jedoch eine weitere Angabe, nämlich das Kalenderjahr. Nach uns vorliegenden richtigen Dokumenten müßte die Zeile wie folgt aussehen:

31550/43/Ja/Ne.

Die erste Zahl steht für die Brieftagebuchnummer, sie wurde fortlaufend vergeben für alle auslaufenden und eingehenden Briefe, solange die Zentralbauleitung bestand. Es ist nicht auszuschließen, daß die obige Bftgb.Nr. falsch ist. Sie fällt nur bedingt in die Zeit um den 28.6.1943. Ein anderes Schriftstück der benutzten Nummer liegt bisher jedoch nicht vor.[15]

Anlage 4, vgl. Text ("Anlage 4" hinzugefügt) (Zum Vergrößern anklicken.)

Anlage 5, vgl. Text ("Anlage 5" hinzugefügt) (Zum Vergrößern anklicken.)

Die Nummer bleibt also nur möglich, bis nicht ein weiteres Schriftstück mit gleicher Nr. gefunden wird. Wir schreiben dies nicht ohne Grund, denn es liegt uns schon ein Dokument vor, das einige Tage vorher geschrieben schon eine erheblich höhere Brieftagebuchnummer ausweist. Es ist ein ausgesprochen nebensächliches Schriftstück, und es ist daher schwer verständlich, warum es einem so wichtigen Schreiben evtl. zeitlich vorgezogen wurde. Wir bitten um Verständnis dafür, daß wir ausnahmsweise die Aktennummer des ZAM nicht angeben, weil unsere Nachforschungen nicht abgeschlossen sind. Darüber hinaus haben wir einen weiteres, wichtiges Dokument in Händen, das darauf hinweist, daß ein weiterer Vorgang existiert, dem wir noch nachgehen müssen. Es wäre ein zusätzlicher Beweis.

Die zweite Zahl in der Zeile steht für das Kalenderjahr. Das darauf folgende Kurzzeichen gehört zum Verfasser des Briefes. Das ist hier der Bauleiter Untersturmführer Janisch. Das abschließende Kurzzeichen gehört zu dem, der das Schreiben fertigte. Meistens wurde auf Durchschlägen die Bftgb.Nr. von Hand eingetragen (Anlagen 3 und 4).

Zu beachten ist, daß Schreiben vorhanden sind, die erst Tage nach ihrer Fertigung erkennbar eine Bftgb.Nr. erhielten. Darauf beruht unsere Vorsicht. Um solche Fälle zu erkennen, haben wir unsere Akten nur nach den Bftgb.Nr. geordnet, um einerseits Fehlschlüsse zu vermeiden und andererseits die offensichtlich aufgetretenen, personellen Engpässe zu erkennen.

5.2. NICHT EXISTIERENDE SCHREIBKRAFT

Wir haben nun unseren nicht geringen, chronologisch geordneten Aktenbestand durchgesehen, und zwar vom 1.4.1943 (Bftgb. 26218) bis zum 18.9.1943 (Bftgb. 36428) und nach besonderen Kriterien in einer gefertigten Liste geprüft. Erstes Kriterium war, alle Schreiben mit dem Zeichen »Ja.« und mit dem Zeichen »Ne.« zu suchen. Hierdurch konnten wir eindeutig klären, daß es kein zweites Schreiben mit dem Zeichen Ne. gibt. (Mit und ohne Punkt.)

Als zweites Kriterium wählten wir Schreiben mit dem Zeichen »Ja.« (der Punkt hinter »Ja« ist hierbei wesentlich). Wir fanden nicht ein Exemplar. Hingegen fanden wir 50 Exemplare mit dem Zeichen »Ja« (Also ohne Punkt.)

Natürlich wollten wir dann wissen, wer schrieb für »Ja« als Schreibkraft. Ergebnis: 49 Schreiben »L.« und eines »Lm.« in unseren Beständen. Ferner fanden wir 3 Schreiben die für Bischoff und Jährling von »L.« gefertigt waren.

Geklärt ist mit dieser Untersuchung, daß es in der fraglichen Zeit in der ZBL keine Person gab, die unter dem Zeichen Ne. schrieb.

Nach vorstehenden Feststellungen sind wir dann noch weiter gegangen und haben das gesamte Jahr 1943 geprüft. Eine Veränderung im Ergebnis ergab sich nicht.

Eine Feststellung nebenbei, die sicher aufschlußreich ist. Das erste Dokument in unseren Akten aus 1943 trägt die Bftgb.-Nummer 20.751. Das letzte im Jahr ist die Nummer 42.422. Somit sind allein in der ZBL 1943 ca. 21.700 Schriftstücke neben den internen verzeichnet. Ein Maßstab für die Größe der Aktivitäten nach der ersten Typhusepidemie.

5.3. BRIEFKÖPFE

In dem genannten Zeitraum fanden wir 3 Originalbriefbögen, die uns zu weiteren Erkenntnissen verhalfen. Wir fügen diese wichtigen Schriftstücke als Anlage 3, 4 und 5 der Veröffentlichung bei. Wir stellten fest, daß vom 1.4.1943 bis zum 4.8.1943 - bis auf sechs Schriftstücke - auf den Durchschlägen die folgenden Texte alle mit Schreibmaschine durchgeschrieben sind, vgl. Anlage 1 und 6:

- Datumszeile »Auschwitz, den...«. In Anlage 1, z. B. 9. April 1943.

Anlage 6, vgl. Text ("Anlage 6" hinzugefügt) (Zum Vergrößern anklicken.)

- Bftgb. Zeile »Bftgb.Nr:...«. In Anlage 1, z. B. 26754/43/Ja/L.

Die sechs Ausnahmen sehen wie Anlage 2 aus, also ohne den einleitenden Text »Auschwitz, den...« bzw. »Bftgb.Nr:«

Damit scheint geklärt zu sein, daß Anlage 3 kein gedruckter Briefbogen ist, sondern ein Normalbogen mit Stempel. Dagegen sind Anlagen 4 und 5 deutlich gedruckte Bögen.

Der Höhenunterschied zwischen den beiden Zeilen des Schriftstückes Anlage 3 beträgt von Unterkante zu Unterkante ca. 1,5 cm (vgl. auch den Durchschlag Anlage 1). Im Gegensatz dazu beträgt er bei Anlage 4 ca. 2,5 cm, und natürlich auch in den entsprechenden Durchschlägen, (vgl. z.B. Anlage 2).

5.4. Dienstgradbezeichnung

Alle Fassungen haben eine falsche Dienstgradbezeichnung des Briefempfängers. Es gab in der Waffen-SS nur den zusätzlichen Dienstgrad »und Generalmajor der Waffen-SS«, wie auf Anlage 1 ausgeführt.

Wir haben, wie oben geschildert, auch diesen Fehler geprüft. Im eingegrenzten Bereich fanden wir 5 Schreiben mit richtiger Anschrift von »Ja« verfaßt, darunter 4 mit dem weiteren Zeichen »L.« und eines mit »Lm.« Die auf das gesamte Jahr 1943 erweiterte Untersuchung ergab sehr viele weitere richtig adressierte Briefe. Eines, wie das inkriminierte Exemplar, mit lediglich der Bezeichnung »Generalmajor«, fand sich nicht!

5.5. INHALTLICHE FEHLER

Ohne vollständige Bearbeitung, d. h. nur als Beispiele erwähnt, enthält der Text ausgesprochene Falschmeldungen.

1. Das Krematorium I ging bereits am 19. Juli 1943 außer Betrieb.[16] Es ist undenkbar für jene Zeit, daß ein Offizier eine solche Meldung unterlassen hätte. Ebenso undenkbar ist es, daß einem Dienstvorgesetzten, der diesen Brief hätte unterschreiben müssen, eine Falschmeldung vorgelegt worden wäre. Es muß im übrigen davon ausgegangen werden, daß obige Tatsache im WVHA bekannt war. Es mag in heutiger Zeit, in der Wahrheit und Ehre anders bewertet werden, merkwürdig erscheinen, aber nicht nur das unterscheidet die Vergangenheit von der heutigen, sie war eben so. Die Ehre war in der Zeit nicht nur einem Offizier der Waffen-SS einer der höchsten sittlichen Werte.

2. Das Krematorium II war am 28.6.43 ebenfalls außer Betrieb. Dies ist nicht nur einem Brief der Firma Topf vom 23.7.43 zu entnehmen:[17]

»Da das Krematorium seit 6 Wochen außer Betrieb ist, [...]«

Wie unangenehm dies allen Beteiligten war, geht aus einem umfangreichen, uns vorliegenden, Schriftverkehr hervor. (Am Rande sei hier erwähnt, daß selbst gut Informierten, die erheblichen Ausfallzeiten aller Krematorien nicht bekannt sind. Die Akten geben jedoch weitgehend Auskunft.) Auch für diesen Fall treffen die Worte des vorherigen Abschnittes zu. Undenkbar, daß eine solche Tatsache verschwiegen worden wäre.

3. Die in dem behandelten Schriftstück angeführten Kremierungskapazitäten liegen weit über dem theoretisch technisch Möglichen und entbehren daher jeder Grundlage, wie Deana und Mattogno gezeigt haben.[7]

5.6. FEHLENDE UNTERSCHRIFT

Wir haben schon erwähnt, daß keine vorliegende Fassung eine Unterschrift trägt.

Auf die Fassung A. gehen wir später ein. Tatsache ist, daß der Leiter der Bauabteilung Bischoff jeden Durchschlag mit seiner Paraphe (Namenszeichen) versehen hat. Die Akten des ZAM enthalten unzählige Beispiele, und liegen uns auch in entsprechender Menge als Beweise vor. In unseren Unterlagen sind sogar Beispiele von Schriftstücken, bei denen mehrere Durchschläge vorliegen. Sie sind zu unterscheiden durch verschiedene handschriftliche Vermerke. Wir gehen davon aus, daß dies nicht bestritten wird, und betrachten die Anlagen 1 und 2 als ausreichende Beweise.

6. Weitere Beweise zu Fassung A

Die bisherigen Feststellungen zu allen Fassungen sind bereits gravierend, mehr jedoch noch die folgenden. Hier handelte, wie wir belegen werden, ein unbekannter Fälscher.

Bevor wir auf die Einzelheiten eingehen, sind Ausführungen zu dem mißbrauchten Namen »Jährling« notwendig. Er gehörte schon sehr früh zur Zentralbauleitung, war jedoch Zivilangestellter und zuständig für den Bereich Heizung. Er war also kein Mitglied der Waffen-SS, mithin kein SS-Sturmbannführer, wie es die Fassung A (Abschrift) suggeriert!

Offensichtlich hat Pressac dies in seinem ersten Buch nicht erkannt (oder nicht erkennen wollen?), denn sonst wäre ihm sein grober Fehler in der Sache »10 Gasprüfer« sicher nicht unterlaufen. Er übersah nämlich in den bekannten Akten, daß sowohl das Bestell-Telegramm,[18] als auch der Brief der Fa. Topf vom 2.3.1943, enthalten im zweiten Buch,[19] vom zuständigen Sachbearbeiter mit Namenszeichen also hier »Jäh.« abgezeichnet war. Eine übliche Form für Vorgesetzte, sich die Richtigkeit von Texten bestätigen zu lassen. So ist Jährling als Sachbearbeiter erkennbar. Jährling war der Veranlasser des Telegramms und der Sachbearbeiter für das Schreiben als der Heizungsfachmann. Für Entseuchung und Entwesung war unbestritten jedoch der Standortarzt zuständig.

Näheres entnehmen sie bitte den Ausführungen von C. Mattogno.[20]

6.1. SCHREIBWEISE DES NAMENSZUGES »JÄHRLING«

Der Heizungsfachmann ist nun mit einem linksgeneigten, handschriftlichen Namenszug im »Verteiler«(!!!) der Fassungen B., D. und E. nachgetragen. Nach den in unseren Akten vorliegenden Beispielen unterschrieb Jährling jedoch rechtsgeneigt. Somit stammt dieser Namenszug nicht von Jährling. Das führt auf die Spur der Fälscher.

6.2. FALSCHE ZEICHNUNG

In der in Buchdruck vorgestellten Fassung C ist im Verteiler »gez. Jährling« nachzulesen. Man muß wissen, daß diese Schreibweise nur dann zulässig ist, wenn eine eigenhändige Unterschrift nachweisbar ist. Das ist, wie belegt, nicht der Fall.

Vereinfacht zusammengefaßt benutzte also der Fälscher von Fassung A (Abschrift) die seinerseits gefälschte Fassung C (Buchdruck) als Vorlage, indem er »gez. Jährling« an die Stelle der Unterschrift hineinfälschte. Wer damit der 1. Fälscher ist, steht fest. Es ist der »Kongress-Verlag Berlin«[11] in der seinerzeitigen DDR, aus der nach Pressac das »Dokument« stammt.

Es verwundert nur, daß im Buch Macht ohne Moral,[21] das im Jahr 1957, also gleichzeitig und im Umfeld der DDR, erschien, das Schriftstück nicht erwähnt ist. Es enthält allein 184 solcher »Dokumente«, für die nicht ein einziger Nachweis geführt wird. Ein typisches Beispiel, wie in frühen Jahren auf der Gegenseite ohne jede glaubhafte Quelle geschrieben wurde. Dennoch wird das Buch von Exterminationisten noch heute als »Quelle« benutzt.

Um einen vollständigen Nachweis zu führen, wollen wir auf die H. Dv. 30 zurückkommen. Sie regelt unter anderem unter »10.« die Unterschrift:

»Die Schreiben sind im allgemeinen durch den Dienststelleninhaber oder Behördenleiter zu unterschreiben.

Das Unterschreiben durch Vertreter oder Adjutanten usw. ist durch besondere Dienstanweisungen zu regeln.

Unterschreibt ein anderer als der Dienststellenleiter, so setzt er über seinen Namen:

I.V., wenn er in Vertretung,

I. A., wenn er im Auftrag handelt.«

Es ist wiederum in jener Zeit undenkbar, aber auch unzulässig gewesen, daß ein Zivilist in einer militärisch geführten Einrichtung eine Unterschriftsvollmacht erhielt. Es gab in der ZBL genügend Offiziersdienstgrade zur Vertretung.

So kommen wir noch zum letzten zu beweisenden Fehler in diesem angeblichen »Dokument«

6.3. FALSCHE BESTÄTIGUNG DER ABSCHRIFT

Auch die Bestätigung der Abschrift des Schriftstückes ist falsch. Sie wurde so niemals ausgeführt, weil auch das geregelt war. Selbst ein unleserlicher Name, wie hier zutreffend, war nicht zulässig. Dieser Schriftzug ist an keiner anderen Stelle in den Dokumenten zu finden.

Auch hierzu gilt die Anweisung der H. Dv. 30, Ziff. 10, f.

»Die Richtigkeit einer Abschrift oder eines Auszuges wird durch den Vermerk genehmigt: F. d. R. - Für die Richtigkeit - Name, Dienstgrad, wenn nötig auch Dienststellung.

Bei Abschriften von urkundlichem Wert sind dem Richtigkeitsvermerk die Orts- und Tagesangabe sowie der Abdruck des Dienststempels beizufügen.«

Man vergleiche dazu die Anlage 6. In der angeblichen Abschrift des hier behandelten Dokuments ist annähernd alles falsch: Ausgeschriebener Text statt Abkürzung, unleserliche Unterschrift in Klammern(!), kein Dienstgrad. Die Anlage 6 belegt außerdem, was wir schon erwähnt haben: Wichtige Berechnungen oder anderes wurden zudem gesondert unter »Aufgestellt« vom Verfasser bestätigt. In dem hier untersuchten Fall hätte also die Berechnung der Krematoriumskapazitäten vom Verfasser der Berechnungen als »Aufgestellt« bestätigt werden müssen.

Bleibt zu erwähnen, daß es 1945 jedem alliierten Geheimdienst möglich war, sich ungehindert alle Formen von Briefbögen zu beschaffen, wie auch Schreibmaschinen und alles sonst notwendige Material. Erpressbare Personen, um nicht härtere Methoden zu erwähnen, die um ihr Überleben kämpften, gab es genug.

7. Diskussion

7.1. PROF. DR. GERHARD JAGSCHITZ

Prof. Dr. Gerhard Jagschitz hat in seinem, bereits unter 3. erwähnten, mündlichen Gutachten vor Gericht über zwei »Dokumente« berichtet, die mit den von uns vorgestellten Fassungen evtl. textgleich sind. Da sie bisher nicht vorgewiesen wurden, ist eine sichere Aussage nicht möglich. Auf Seite 475 des Protokolls vom 30.4.1992 zitiert er ausschließlich die bekannten Zahlenwerte und erklärt dann:

»Ich habe auch hier eine eindeutige Prüfung der Echtheit, weil eine Abschrift und zwar eine Amtsabschrift mit einer Richtigkeitsbeglaubigung in Auschwitz liegt und der Durchschlag in Moskau.«

Was er als eine »Amtsabschrift« und »Richtigkeitsbeglaubigung« bezeichnet, sagte er nicht aus. Als Beweis wurden sie dem Protokoll nicht beigefügt und sind für uns daher nicht prüfbar. Auskunft hätte ihm die H. Dv. 30 gegeben, s. Zitat unter 6.3.

Eine weitere Äußerung von Prof. Jagschitz zu Dokumenten wurde am 4.5.92 nach Seite 19 protokolliert: Sie lautet:

»[...], meiner Meinung nach eindeutigen Dokument von ca 4.700 etliche Kremierungen durch die vier großen Krematorien berichtet wird, [...]«

Im folgenden Text wiederholt er die Zahl 4.756.

An anderer Stelle, vom 4.5.1992, auf Blatt 27 beginnend, sagt der Sachverständige:

»Es gibt zwei Dokumente, das eine ist eine Abschrift des Dokumentes, das befindet sich im Archiv in Auschwitz, und das zweite ist der Durchschlag mit einer Originalunterschrift der Zentralbauleitung, "Der Leiter der Zentralbanleitung" aus Moskau.«

Auch hier gibt es wieder keine eindeutige Bezeichnung des Dokumentes. Weder das Datum, noch eine Bftgb.-Nr. ist erwähnt. Faksimiles liegen nicht vor. Da zwei Unterschiede zu unseren Fassungen zu erkennen sind, besteht erneut keine Sicherheit, daß Prof. Jagschitz von den gleichen Dokumenten sprach, die wir vorgestellt haben: Einmal sind es bei uns fünf Krematorien, und zum anderen gibt es bei uns kein Dokument mit einer Originalunterschrift des Chefs der ZBL Bischoff.

Vermutlich hat Jagschitz die Fassung A. in Auschwitz und die Fassung D. in Moskau gesehen und hat an deren Echtheit ohne fachgerechte Prüfung geglaubt. Er erkannte nicht, was wir vorstehend schon bewiesen haben. Diese angeblichen »Dokumente« sind Fälschungen. Es ist schier unglaublich, daß das Gericht die Vorlage solcher Beweise nicht gefordert hat. Ebenso unbegreiflich ist es, daß das Gericht überhaupt ein mündliches Gutachten zugelassen hat. Wahrscheinlich hat sich das Gericht von Jagschitz täuschen lassen. In epischer Breite hat er nämlich seine Fähigkeiten geschildert, Fälschungen und anderes erkennen zu können.

Stimmt unsere Vermutung und werden die behaupteten »eindeutigen Dokumente« nicht vorgelegt, dann ist Jagschitz' »eindeutige Prüfung«, wie wir schon belegt haben, ein eindeutiger Reinfall. Er ist dann bewiesenen Fälschungen aufgesessen.

Nun ist das für uns kein Grund zu triumphieren, denn niemand ist vor solchen Fehlern gefeit. Wichtiger ist uns unseren Lesern zu belegen, mit welcher Genauigkeit wir unsere Arbeit durchführen.

Um größeres Verständnis für unsere Formulierungen zu wecken, schildern wir kurz die Entstehung des Jagschitz-Gutachtens.

Der Sachverständige Prof. Dr. G. Jagschitz erhielt den Auftrag zum Gutachten am 28.1.1987. Einen Zwischenbericht gab er am 10.1.1991 ab.[22] Dieser enthält Erkenntnisse, die in den Jahren gewachsen waren. Ein nicht unwesentlicher Anteil ist auf die Arbeiten der Revisionisten zurückzuführen.

Es folgte das mündliche Gutachten vor Gericht vom 29.4.1992 bis 4.5.1992, aus dessen Protokollen wir zitieren. In einer Fernsehdiskussion im »Club 2«, Österreich, erklärte Jagschitz am 5.5.1992, daß er zur Fertigstellung des Gutachtens noch weitere 5 Jahre brauchen werde. Mit anderen Worten hat er also selbst verkündet, daß die Basis für sein mündliches Gutachten gar nicht fertig war. Auf die schriftliche Ausfertigung des Gutachtens wartet die Öffentlichkeit noch heute, nach über 11 Jahren. Jagschitz bearbeitete Unmengen von Akten und Zeugenaussagen mit ausreichender Hilfe und Geld. Vielleicht ist es "normal", daß darunter die Genauigkeit der Leistung gelitten hat. Ein Beweis, in Form eines veröffentlichten Gutachtens, liegt bis heute nicht vor, aber der Beklagte wurde verurteilt. Hier wurde zweifellos das Recht gebeugt.

Wir dagegen können uns nicht den geringsten Fehler leisten. Deshalb weichen wir bei unseren Artikeln auch nicht von der Devise ordentlicher Gerichte ab:

Sachbeweis geht vor Zeugenbeweis.

Dazu zwei Zitate aus Gerichtsurteilen:

»Dazu ist festzuhalten, daß ein Sachverständigengutachten niemals durch Zeugen entkräftet werden kann(MGA14, §362 ZPO, E 10)«[23]

»Ebenso zutreffend hat das Erstgericht darauf verwiesen, daß ein Sachverständigengutachten durch Zeugen nicht entkräftet werden kann (Rechberger in Rechberger, § 362 ZPO Rz 9; 1 Ob 220/71; 5 Ob 31/75 ua).«[24]

Nur Jagschitz versucht hiervon abzugehen (obschon er zunächst das Gegenteil behauptet), weil seine Beweisdecke immer dünner wird. Seite 281:

»[...] und zehntausende Akten mußten durchgesehen werden, ohne daß ein konkretes Ergebnis zu finden war. In dieser Situation haben die Zeugen ein höheres Gewicht, weil sie in den meisten Fällen als unmittelbar Betroffene Zeugnis geben können.«

7.2. PROF. DR. ERNST NOLTE

Prof. Dr. Ernst Nolte ist der zweite, uns bekannte Historiker, der sich vermutlich zu dem Dokument äußerte. Im Sommer 1994 schrieb er:[25]

»[...] und zeitgenössische Dokumente, wie zum Beispiel das zweifellos echte Schreiben der SS-Bauleitung in Auschwitz an die vorgesetzte Dienststelle in Berlin, in dem die tägliche Höchstkapazität der Krematorien mit nahezu 5.000 angegeben wird.«

Kurze Zeit später schreibt er dann wieder an gleicher Stelle:[26]

»[...]; ich kann nicht leugnen, daß mir einige der revisionistischen Einwände gegen die Glaubwürdigkeit bestimmter Zeugen und die Echtheit von Dokumenten gewichtig, wenn auch nicht zwingend erscheinen.«

Leider gibt es auch bei Prof. Nolte nicht nähere Angaben, welche Dokumente er genau meint. In beiden Fällen müssen wir daher auf eine Diskussion von Gegenmeinung verzichten.

Die vorstehend dargelegten Äußerungen der beiden Professoren sind nicht geeignet, das Ergebnis unserer Forschung zu verändern.

8. Zusammenfassung

Weitere Gegenmeinungen zu unseren vorstehenden Ausführungen sind nicht bekannt oder, wie oben angeführt, nicht klar erkennbar. Weitere Fachgutachten, z. B. über die verwendeten Schreibmaschinen, können die getroffenen Feststellungen ebenfalls nicht verändern, sondern nur ergänzen. Auch Gutachten zu den möglichen Kremierungszahlen der Krematorien verändern die getroffenen Feststellungen nicht. Somit sind die Rückschlüsse allein aus unseren eigenen Feststellungen zu ziehen.

Die Fassung A., d. h. die »Abschrift« ist unzweifelhaft eine Fälschung, da bewiesen ist, daß bewußt eine Fälschung durch irreführende Veränderung vorgenommen worden ist.

Alle anderen Fassungen sind solange als bewußte Fälschungen anzusehen, bis ein unbezweifelbares Original (evtl. durch Prof. Jagschitz?) vorgelegt wird. Die belegten, gravierenden Fehler in den Fassungen B. bis E. und die fehlende Unterschrift lassen diese Behauptung zu. Nach den unter 3. erwähnten wissenschaftlichen Kriterien sind die vorgelegten Fassungen auch keine Dokumente. Sie sind wertlos.

9. Nachwort

Nach inzwischen vollständiger Kenntnis des Gutachtens des Prof. Dr. Jagschitz würde es reizen, sich damit auseinanderzusetzen. Nur wer finanziert uns das so wie ihm? Er macht den Revisionisten pauschale Vorwürfe, ohne die geringste Ahnung zu haben, wie wir arbeiten müssen. Sicher würde er mit uns nicht tauschen wollen. Steht doch der Staatsanwalt schon hinter jeder Veröffentlichung in Deutschland, die sich zur Wahrheit bekennt. Die einzige Handhabe der Justiz gegen die unabhängige Forschung ist unter solchen Umständen die aus dem Mittelalter bekannte »Offenkundigkeit«, auch wenn diese ohne jeden Beweis durchgesetzt wird und längst mit Dokumenten widerlegt ist.

Unter anderem meint Jagschitz, die Revisionisten würden sich »einer zunehmend differenzierten Argumentation« bedienen.[27] Er kann sogar sicher sein, daß wir zunehmend bisher unbekannte Argumentationen, bis ins Detail bewiesen, darlegen werden, die uns erst jetzt - abgesichert durch die Dokumente - ermöglicht werden. Es fehlt ihm die Kenntnis über die unvergleichbare Basis der revisionistischen Tätigkeit. Wir müssen uns nämlich selbst finanzieren und in vielen Fällen noch dazu die uns auferlegten Strafen und Bußgelder abbezahlen!

Aus seinem, finanziell gut gepolstertem Sessel kann er es sich leisten, über ein Jahrzehnt an einem Gutachten zu arbeiten, dessen Notwendigkeit er berechtigt prüft.[28]

Deshalb bleibt uns keine andere Wahl, als Stück für Stück aus dem Fundament des aufgebauten Gesamtbildes herauszubrechen, ohne jegliche Hilfe von Presse und Medien. Daß dies gelingt, wird zunehmend spürbarer werden und damit den Druck auf die blind gläubigen Juristen erhöhen.

Tatsächlich sind wir schon immer die einzigen gewesen, die sich ausschließlich auf Dokumente stützen und diese - im Gegensatz zu ihm - auch vorlegen. Wir sind, vom Beruf geprägt, logisch denkende Systematiker, und das fließt in unsere Veröffentlichungen ein. Das stellen wir auch seiner Berufsausbildung entgegen.

Prof. Jagschitz sollte sich einmal die Frage vorlegen, warum in der Arbeit auf seiner Seite keine Ingenieure und kompetenten Naturwissenschaftler schreiben. Die Antwort ist einfach: sie wollen sich nicht blamieren, weil ihr Fachwissen nachprüfbar ist. Damit werden bei diesen gefälschte Interpretation unmöglich. In unserem beruflichen Wortschatz hat auch deshalb »glauben«, weil es "nicht wissen" ausdrückt, keinen Platz. So zu handeln bleibt allein den Historikern überlassen, wie z. B. Prof Jagschitz, der schon am Anfang seines Gutachtens auf Seite 283, seinen Auftrag verfehlend bekennt:

»Die Linie des Gutachtens geht davon aus, daß ich glaube, [sic!] daß Vernichtung von Menschen im Konzentrationslager Auschwitz in einem logistischen System stattgefunden hat.«

Wir wollen wissen, nicht glauben.

© 1998, Manfred Gerner

Dokumentennachweis

Fassung A: PMO BW 30/42 Seite 2. Archiv Domburg (GDR) ND 4586
Fassung B: PMO ?
Fassung C: Siehe Quellenverzeichnis 11.
Fassung D: ZAM 502 - 1 - 314 a
Fassung E: Der Spiegel Nr. 40/93, S. 151.
Anlage 1: ZAM 502 - 1 - 186 - 204
Anlage 2: ZAM 502- 1 - 186- 156
Anlage 3: ZAM 502 - 1 - 186 - 219
Anlage 4: ZAM 502 - 1 - 26 - 149
Anlage 5: ZAM 502-1-313-48
Anlage 6: ZAM 502 - 1 - 26 - 106

Abkürzungen

Exterminationist: Eine von der Vernichtungstheorie der KL-Häftlinge überzeugte Person. Englisch: extermination = Vernichtung.
H. Dv.: Heeres Dienstvorschrift
WVHA: Wirtschafts-Verwaltungs-Hauptamt.
ZAM: Zentrum für die Aufbewahrung historisch dokumentarischer Sammlungen, Moskau.

Anmerkungen

[1]Vgl. Eugen Kogon, Hermann Langbein, Adalbert Rückerl u.a. (Hg.), Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas, Fischer, Frankfurt/Main 1983, S. 219; Brigitte Bailer-Galanda, Wolfgang Benz und Wolfgang Neugebauer (Hg.), Wahrheit und Auschwitzlüge, Deutike, Wien 1995, S. 69.
[2]Jean-Claude Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers, Beate Klarsfeld Foundation, New York 1989.
[3]Ebenda, S, 91.
[4]Ders., Die Krematorien von Auschwitz. Die Technik des Massenmordes, R. Piper GmbH & Co. KG, München 1994.
[5]Ebenda, S. 103.
[6]Ders., Les crématoires d'Auschwitz: La machinerie du meurtre de masse, CNRS Editions, Paris 1993.
[7]Carlo Mattogno, Franco Deana, The Crematory Ovens of Auschwitz-Birkenau, Granata Communications, Palos Verdes (CA) 1995; diess., Die Krematorien von Auschwitz-Birkenau, in: E. Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tübingen 1994, S. 281-320; C. Mattogno, Auschwitz. The End of a Legend. A Critique of J. C. Pressac, Institut for Historical Review, Newport Beach 1994; ders., »Auschwitz. Das Ende einer Legende«, in: Herbert Verbeke (Hg.), Auschwitz: Nackte Fakten, Vrij Historisch Onderzoek, Berchem 1995, S. 101-162. Eine ausführlichere, mehrbändige Publikation befindet sich in Italien in Vorbereitung.
[8]Brigitte Bailer-Galanda u.a., aaO. (Anm. 1), S. 139.
[9]Landesgericht für Strafsachen Wien, Geschäftszahl 26 b Vr 14184/86, 29.4.92-30.4.92, S. 261-521 und 4.5.1992, S. 1-62; Gesamt 222 S.
[10]Ebenda, Blatt zwischen 17 und 18.
[11]Komitee der antifaschistischen Widerstandskämpfer in der DDR (Hg.), SS im Einsatz, Kongress-Verlag, Berlin 1957, S. 269.
[12]United States Holocaust Research Institute Archvies Preliminary Finding Aid. RG-11.001M.03 Records of the Zentralbauleitung der Waffen-SS und Polizei in Auschwitz (Osobyi fond #502). Ca. 1992.
[13]Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, H.Dv.30 Schrift- und Geschäftsverkehr der Wehrmacht, Verlag E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1939.
[14]Ders., H.Dv.99.Verschlußsachen-Vorschrift, ebenda.
[15]Für Interessierte, die bisher höchste Nummer in unseren Akten ist 59520 vom 13.1.1945.
[16]Danuta Czech, Kalendarium der Ereignisse im KZ Auschwitz-Birkenau 1939-1945, Rowohlt, Reinbek 1989, S. 549
[17]ZAM 502-1-313-36/37.
[18]J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 2), S. 371, 433.
[19]Ders., aaO. (Anm. 4), Dokument 28.
[20]Carlo Mattogno, »„10 Gasprüfer": Der endgültige Beweis?« und Robert Faurisson, »Die zehn Anzeigegeräte für Blausäure-Reste«, in: Herbert Verbeke (Hg.), aaO. (Anm. 7), S. 146-152 bzw. S. 76; vgl. C. Mattogno, »Die „Gasprüfer" von Auschwitz «, VffG 1(2) (1998), S. 13-22.
[21]Reimund Schnabel, Macht ohne Moral, Röderbergverlag GmbH, Frankfurt/Main1957.
[22]Udo Walendy, »Weitergehende Forschungen«, Historische Tatsachen Nr. 52, Verlag für Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1992.
[23]Handelsgericht Wien, Abt. 36, 20.11.1996, S. 30.
[24]Oberlandesgericht Wien, Abt. 3, 23.5.1997, Az. 3 R 56/97w, S. 15.
[25]Ernst Nolte, »Ein Gesetz für das Außergesetzliche«, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.8.1994, S. 7.
[26]Ders., ebenda, 8.9.1994, S. 13.
[27]Protokoll, aaO. (Anm. 9), S. 275.
[28]Protokoll, aaO. (Anm. 9), S. 273 ff.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 2(3) (1998), S. 166-174.
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