»Also wirklich, nun kommt Jungs, warum bestreiten?
Ihr mögt keine Juden - das ist offensichtlich
«

Über die Kindereien eines Profs, der auszog, sich mit den Revisionisten zu messen, und andere Platitüden

Von Dipl.-Chem. Germar Rudolf

 

1. Prof. Shermer: Thema verfehlt, fünf!

Es mag bequem sein, als Erwiderung auf eine grundsätzliche Darstellung zur Frage der Wissenschaftlichkeit und der Bewertung der Beweiskraft von Beweismitteln mit langen inhaltlichen Ausführungen zu antworten, frisch zitiert aus dem in Vorbereitung befindlichen Buch, wie dies Prof. Shermer getan hat. Allerdings war dies nicht das eigentliche Thema meines Beitrages.

Prof. Shermer behauptet nun, er sei in der Diskussion mit Mark Weber nicht ausgewichen, und diese Unterstellung sei eine »typische Strategie der Revisionisten, um vorzuspiegeln, sie hätte die Leute bei einer Lüge ertappt.« Keineswegs möchte Sie jemand der Lüge bezichtigen, Herr Professor, und derartige Unterstellungen Ihrerseits sind unredlich!

Ich stelle aber die Behauptung auf, daß Sie die hier nun aufgenommene Diskussion entweder nicht ernst nehmen, da Sie sich nicht die Zeit nehmen wollen, auf die Fragen einzugehen. Oder aber Sie sehen sich nicht in der Lage, auf die aufgeworfenen Punkte entsprechend zu antworten (was, wohlgemerkt, nichts mit einer Lüge zu tun hat). Ich darf dies näher erläutern:

2. Und Prof. Shermer weicht doch aus!

In Ihrer Antwort haben Sie so ziemlich keine der angesprochenen Fragen bezüglich der einzelnen Beweismittel aufgegriffen:

  1. Sachbeweise: Wiederum sparen Sie diesen gesamten Bereich aus und versuchen noch nicht einmal, diesen Mangel zu erklären.
  2. Demographien: Auch hier fehlt jedes Eingehen auf meine angeführte Kritik.
  3. Fotografien: völliges Schweigen auch hier.
  4. Dokumente: es ist meines Erachtens nicht möglich, die Echtheit der vielen von Ihnen zitierten Dokumente aus der damaligen Zeit zu bestreiten, und diese müssen bei einer Gesamtbetrachtung natürlich mit einbezogen werden. Aber wiederum gehen Sie nicht auf meine Feststellung ein, daß diese Dokumente eben nicht beschreiben, was denn nun genau wann, wo und auf welche Weise tatsächlich passiert ist. Diese Dokumente befreien uns nicht von der Pflicht herauszufinden, was wirklich geschah, und zu diesem Zweck helfen uns diese Dokumente herzlich wenig. Zudem gehen Sie auch nicht auf den erwähnten Umstand ein, daß Ihre Seite in dieser Diskussion, insbesondere Pressac[1] und van Pelt,[2] tatsächlich immer wieder Dokumente zitieren, die aus ihrem Kontext herausgerissen wurden. Um Ihnen dies zu verdeutlichen, habe ich Ihnen vier ins Englische übersetzte Facharbeiten über kleine Detailfragen übersandt,[3] sowie auf eine andere Arbeit hingewiesen.[4] Diese Artikel basieren auf einer großen Anzahl von Dokumenten im Kontext, und zwar ganz im Gegenteil zu dem, was Pressac und van Pelt machen, die einzelne Stücke Papier zur Stützung ihrer Behauptungen herausgreifen. Man kann die vielen existierenden Archive mit Zigtausenden von Dokumenten und die Bibliotheken füllende Fachliteratur zu den jeweils berührten Fachthemen wirklich nicht auf diese Weise behandeln (Entwesung, Sanitätswesen, Luftschutz, ganz zu Schweigen von chemischer, toxikologischer, motortechnischer u.a. Fachliteratur).

3. Poppers Falsifikationsansatz mißverstanden

Offenbar haben Sie Popper und/oder meine Ausführungen dazu nicht ganz verstanden. Popper fordert nicht, daß man etwas de facto falsifiziert haben muß, sondern daß es logisch möglich sein muß, und das trifft wohl auf die Thesen der von Ihnen genannten geschichtlichen Wissenschaften zu.

Ich möchte aber nachfolgend meine Ansicht bezüglich der Frage, wie man Wissenschaft von Pseudowissenschaft unterscheidet, korrigieren und zugleich verdeutlichen, indem ich diese Frage erweitere:

Wie unterschiedet man Nicht-Wissenschaft von Wissenschaft und diese wiederum von Pseudowissenschaft?

  1. Eine wissenschaftliche These ist eine solche, für deren Richtigkeit Beweise angeboten werden, die einer logischen Falsifikation zugänglich sind.
  2. Eine pseudowissenschaftliche These ist eine solche, für deren Richtigkeit Beweise angeboten werden, die einer logischen Falsifikation nicht zugänglich sind.
  3. Für eine nicht-wissenschaftliche These werden außer weiteren nicht-wissenschaftlichen Thesen keine Beweise angeboten.

Ich darf feststellen, daß Ihre These von der Existenz einer Gaskammertüre im KL Mauthausen der letzten Kategorie angehört, denn die Behauptung, es habe Sie gegeben, wird von Ihnen nur durch die Behauptung Dritter untermauert, also durch ihrerseits unfundierte Behauptungen. (Im Volksmund heißen derartige unfundierte Thesen auch Märchen). Ich hoffe, daß Sie in der Lage sind, diesen Mangel in Ihrem kommenden Buch zu beseitigen.

Ähnliches gilt im übrigen auch für Ihre Perpetuierung der Behauptung, in Majdanek sei mit Kohlenmonoxid vergast worden. Dazu gibt es nämlich, wie Mattogno gezeigt hat, nicht nur keinen Beweis, sondern sogar einen triftigen Gegenbeweis: In der angeblich von den Sowjets aufgefundenen Stahlflasche prangt noch heute eingraviert: CO2, also das ungiftige Kohlendioxid.[5]

4. Majdanek-Propaganda in alle Ewigkeit?

Ihre Ausführungen zum KL Majdanek basieren offenbar erheblich auf dem sowjet-polnischen Werk von Jozef Marszalek aus der Ära des Kommunismus. Die Einsprengsel der neueren Arbeit von Michael Tregenza zeigen aber immerhin, daß auch die Polen inzwischen von zentralen Thesen in dieser Frage abrücken. Ich habe Ihnen das im letzten Jahr erschienene, vor allem auf umfangreichen Primärquellen basierende Buch KL Majdanek von J. Graf und C. Mattogno in meinem kritischen Beitrag als Lektüre empfohlen. Seine Kenntnisnahme muß vorausgesetzt werden, wenn man sich argumentativ mit den Revisionisten zum Thema auseinandersetzen will. Womöglich aus Gründen der Sprachbarriere und der zeitlichen Überlastung haben Sie dies bisher nicht getan. Sollte dies auch ferner so bleiben, so kann der Schluß nur lauten, daß Sie sich grob unwissenschaftlich verhalten. Denn genau so bezeichnet man Personen, die die wichtigsten Argumente der Gegenseite ausblenden.

Ich habe Sie frühzeitig auf diese Mängel Ihrer Erwiderung aufmerksam gemacht und von meinem harten Urteil darüber, und ich habe Ihnen Abhilfe angeboten durch den Verweis auf die entsprechende Literatur. Sie haben darauf geantwortet:

»Im Moment ist das alles, wofür ich Zeit finde. [...]
Sie können, wenn Sie wollen, das, was ich Ihnen gesandt habe, abdrucken und darauf nach belieben antworten.«

Es bleibt mir daher abschließend keine andere Wahl als festzustellen, daß Ihr Beitrag thematisch wie qualitativ weit davon entfernt ist, als ein ernsthafter Versuch gewertet zu werden, sich mit den revisionistischen Thesen auseinanderzusetzen. Zudem darf ich Ihnen folgendes nahelegen: Wenn Sie über das KL Auschwitz und KL Majdanek publizieren wollen, so sollten Sie sich selbst in die entsprechenden Archive in Auschwitz, Lublin, Prag, Moskau usw. begeben und dort Primärquellenarbeit betreiben (was freilich Jahre in Anspruch nimmt), anstatt Werke der Sekundär- und Tertiärliteratur zu zitieren. Seit etwa 1993 versuchen "wir"[6]Revisionisten genau diese Aufgabe zu erfüllen, und es wird wahrscheinlich noch viele Jahre dauern, bis wir in der Lage sein werden, ein tiefgründiges Werk zum KL Auschwitz vorzulegen. Falls Sie diese Arbeit allerdings nicht auf sich nehmen wollen (oder aus Zeitmangel nicht können), so verzeihen Sie mir bitte diesen gutgemeinten Ratschlag, daß Sie in Zukunft etwas vorsichtiger mit dem sein sollten, was sie publizieren. Sie könnten sich ansonsten bei den Lesern, die auch die andere Seite der Diskussion kennen, lächerlich machen, insbesondere mit derart flotten Sprüchen, wie der als Überschrift zitierte!

5. Die Bedeutung der Chemie

Ich bin Herrn Kramer dankbar dafür, daß er mir die Gelegenheit gibt, einige Unklarheiten bezüglich naturwissenschaftlich-technischer Beweise und ihrer Relevanz für die Bestätigung oder Widerlegung von Massenmordbehauptungen im Zweiten Weltkrieg zu beseitigen.

Herr Kramer irrt, wenn er meint, ich hätte in meinem kritischen, gegen die Thesen Prof. Shermers gerichteten Artikel[7] die Tatsache der Abwesenheit von Eisenblauverbindungen in den sogenannten Menschengaskammern von Auschwitz in ihrer Beweiskraft mit der von genetischen "Fingerprints" zur Ermittlung der Vaterschaft verglichen. Tatsächlich habe ich mit keinem einzigen Wort in diesem Beitrag diese chemische Frage auch nur angesprochen - mit gutem Grund.

Auch ist es völlig falsch zu behaupten, ich hätte zielstrebig die generelle Schlußfolgerung gezogen »Kein Eisenblau, keine Vergasungen«, wie er es mir unterstellt. Derartige Schnellschüsse mag man Fred A. Leuchter unterstellen, ich hingegen habe derartige isolierte und generelle Schlußfolgerungen nie gemacht. Ein ähnlicher oder gar noch weitergehender Unsinn ist die bisweilen sogar von Anwälten, die mich seinerzeit beauftragt haben, in Beweisanträgen vorgebrachte Formulierung: »Der Gutachter kann beweisen, daß die Wände der angeblichen Gaskammern nicht mit Zyklon B [oder Blausäuregas] in Berührung gekommen sind«. Derart unsinnige, weil viel zu weitgehende Schlußfolgerungen habe ich immer abgelehnt, aber ich bin damit nicht nur bei den Rechtsanwälten auf taube Ohren gestoßen.

Ohne Zweifel hat Herr Kramer recht, wenn er feststellt, daß die Vielzahl der kaum zu kontrollierenden Parameter bei der chemischen Untersuchung des "Gaskammerproblems" keine "gute" Wissenschaft erlaubt in dem Sinne, daß man exakte und definitive Aussagen über irgendwelche Erwartungswerte machen kann. Allerdings geht seine spitze Frage nach der Luftfeuchtigkeit und Temperatur in der angeblichen "Menschengaskammer" völlig am Thema vorbei, denn ein ungeheizter, im Grundwasser stehender Keller wird immer etwa 100% Luftfeuchtigkeit haben, und mehr als 100% Luftfeuchtigkeit gibt es eben nicht. Zudem kann die Temperatur beispielsweise der Wände eines solchen Kellers durch eine temporäre Erhöhung der Lufttemperatur durch eingeschlossene Menschen kaum erhöht werden (erfahrungsgemäß liegt er bei etwa 10°C). Mithin: Die von Kramer als unbekannt konstatierten Parameter sind alles andere als unbekannt.

Unbekannt sind sie eher im Falle der Entlausungskammern, wo über die Luftfeuchtigkeit und die Raum- bzw. Mauertemperatur nur begründet spekuliert werden kann: Da Entlausungsanlagen gewöhnlich bei Temperaturen über 20°C betrieben wurden (jene in Birkenau besaßen nachweislich Heizungen) und bei solchen Temperaturen die Luftfeuchtigkeit selten über 50% liegt, läßt sich schließen, daß zumindest jene Wände der Entlausungskammer, die keine Außenmauern waren, warm und trocken gewesen sein müssen, mit einer entsprechend niedrigeren Tendenz zur Anreicherung und chemischen Umsetzung von Blausäure in stabile Eisenblau-Verbindungen (Faktor 10-100 gegenüber kühlen Kellerräumen!).[8] Diese Innenwände sind aber genauso wie die möglicherweise(!) etwas kühleren und daher feuchteren Außenwände blau gefärbt und reich an Cyaniden! Man vergleiche dazu meine Proben Nr. 12 & 13 (Innenwand: 2.900/3.000 mg CN-/kg Gestein) im Gegensatz zu Proben Nr. 9, 11, 16, 17, 19, 20, 22 (Außenwand: 11.000, 2.640, 10.000, 13.500, 1.860/3.880, 7.850, 4.530 mg CN-/kg Gestein).[9] Analoges gilt für Majdanek, wo sowohl die Innenwände als auch die Außenwände fleckig sind.[10] Dies spricht dafür, daß selbst bei Entlausungen in warmen Räumen eine annähernde Sättigung des Mauerwerkes mit Cyaniden erreicht wurde. Um so mehr muß man dann also mit solchen oder gar höheren Cyanidmengen im Falle feucht-kühler Kellerräume rechnen![11] Da hilft es auch nicht, daß man die Begasungszeiten im Falle der hypothetischen Menschenvergasungen um den Faktor 10 herabsetzt, denn dieser Faktor wird durch die höhere Tendenz der kühl-feuchten Wände eben kompensiert![12]

Dennoch habe ich mich in der ersten veröffentlichten Ausgabe meines Gutachtens nur zu der Aussage durchringen können, daß die bezeugten Massenvergasungen in den "Gaskammern" zu einer Eisenblaukonzentration geführt haben müßten, die in ihrer Größenordnung ähnlich der in den Entlausungskammern ist. Diese Beschränkung auf bestimmte bezeugte Szenarien (bezeugte Massenvergasungen), auf lediglich die Größenordnung eines Erwartungswertes lag nicht nur darin begründet, daß ich über viele mir damals wichtig erscheinende Parameter nur bedingte Informationen hatte, sondern auch daran, daß die Angaben, die etwa auf Zeugenaussagen beruhen, in sich so widersprüchlich sind, daß ein sicherer und allgemeinerer Schluß alleine anhand dieser Angaben nicht zu ziehen ist. Dementsprechend habe ich bereits in meinem Beitrag zu den Grundlagen deutlich erklärt, daß die Grenzen der chemischen Methode dort erreicht werden, wo aufgrund ständig wechselnder bzw. immer unsicherer werdender Randbedingungen eine zumindest wahrscheinliche Aussage mehr und mehr unmöglich wird,[13] was, nebenbei bemerkt, die nicht unerheblich dafür ursächlichen Zeugenaussagen nicht glaubhafter macht. In meiner letzten Antwort auf meine Kritiker habe ich diese Position erneut unterstrichen: Die Chemie ist nicht in der Lage, bezüglich der Existenz oder Nichtexistenz von Menschenvergasungskammern in Auschwitz eine "rigorose" Antwort zu geben.[14]

6. Das Problem der Kontrollmessungen

Kramers Vergleich eines hypothetischen HIV-"Revisionisten" mit meinen chemischen Untersuchungen ist aber, so humorvoll er auch ist, dennoch weit hergeholt. Schließlich vergleicht der HIV-"Revisionist" in dem genannten Beispiel quasi Äpfel mit Bananen, im Bewußtsein und unter bewußter Ignoranz des Umstandes, daß es sich um unvergleichbare Dinge handelt. Diese Art 1:1-Übertragung von Meßwerten von "Affe auf Mensch" hat Leuchter ohne Zweifel gemacht, als er die Meßergebnisse von Entlausungskammern auf die Menschengaskammern übertrug, ohne die Unterschiede zu bedenken. Aber selbst hier hinkt Kramers Vergleich, denn daß man Affen nicht mit Menschen gleichsetzen kann, ist für jeden absolut offensichtlich. Daß man hingegen Entlausungen nicht mit Menschenvergasungen gleichsetzen kann - vergleichen kann man sie schon -, war zumindest vor zehn Jahren weder offensichtlich noch auch nur der Kenntnisstand unter der Mehrheit der Kennern der Materie. Die heute in der Regel bekannten Fakten haben sich vielmehr erst im Laufe der Zeit durchgesetzt. Das mildert zwar nicht Leuchters Fehler, macht ihn aber zumindest nachvollziehbar. Doch wie dem auch sei, ich jedenfalls glaube nicht, daß man mir vorwerfen kann, den gleichen Fehler gemacht zu haben.

Ich stimme mit Kramer darin überein, daß meine vielseitigen theoretischen und mit Referenzen untermauerten Argumente, mit denen ich meinen Vergleich zwischen den Meßwerten aus den angeblichen Menschengaskammern und denen aus den Entlausungskammern begründet habe, eine sorgfältige Versuchsreihe nicht ersetzen, aber wir werden uns wohl mit derartigen begründeten Theorien begnügen müssen, zumal realistische Versuche schlechterdings unmöglich sind.[15] Die Frage, die sich dann stellt, ist, ob die von mir gezogenen Vergleiche aufgrund meiner Argumente tragbar sind oder nicht. Vergleiche zwischen Datenreihen, die aufgrund unterschiedlicher Randbedingungen gewonnen wurden, sind ja nicht prinzipiell unwissenschaftlich. Kramers Argumentationsstil ist in diesem Punkt ausgesprochen rhetorischen, also unwissenschaftlich, denn man kann praktisch immer behaupten, die Kontrollgruppe sei nicht äquivalent ausgewählt worden, weil die Randbeningungen andere seien. Kramers Vergleich entspricht etwa der Forderung, die Kontrollgruppe zu den HIV-Patienten müßte seit Jahren die gleiche Nahrung aufgenommen haben, die gleiche Schuhgröße haben, den gleichen Beruf ausüben, etc. Es kommt eben darauf an, ob man die Parameter, mit denen diese Datenreihen verknüpft werden können bzw. müssen, soweit im Griff hat, daß die gezogenen Schlußfolgerungen tragbar sind, was ich durchaus meine behaupten zu können. Daß diese meine Schlußfolgerungen nur begrenzte Aussagekraft haben, habe ich bereits erläutert. Die Frage der Schlüssigkeit meiner Argumente ist dann aber fachlicher Natur, zu der Herr Kramers Kompetenz dann womöglich nicht ganz ausreicht, wie er selbst eingesteht.

7. Das Problem der Statistik

Josef Bailer hat bereits anno 1995 die Streuung der Meßwerte in meiner Untersuchung kritisiert und festgestellt, daß sich die daraus ergebende Unsicherheit größer sei als die Meßwerte selbst, so daß den Meßwerten keinerlei Beweiswert zukommen könne.[16] Das ist freilich auch eine Art, um unbequemen Fragen aus dem Weg zu gehen. Diese Art der pauschalen Verwerfung von Analysenergebnissen mit sachlich völlig unhaltbaren Methoden - hier der Mittelwertbildung und Berechnung von Standardabweichungen von Meßwerten, die miteinander recht wenig zu tun haben - habe ich bereits anderswo kritisiert.[17]

Kramers Ansatz ist vor diesem Fehler leider auch nicht gefeit. Er wirft mit Begriffen um sich, die im Zusammenhang mit der Fragestellung gar keinen Sinn haben. Sein methodologisches Brimborium soll wissenschaftlich imposant aussehen - seriöse Wissenschaftler greifen aber nicht zu Imponiergehabe. Wenn er angibt, eine Signifikanz-Prüfung gemacht zu haben, muß er zuerst einmal sagen, welche Verteilungskurve er zugrundelegt - und woher er weiß, daß die Werte so verteilt sind. Ob ihm das klar ist? Statistik ist eine Methode, um aus einer Vielzahl divergierender Werte eine Richtung (Tendenz) abzuschätzen, bei offensichtlich klaren Werten ("Menschengaskammer" : Entlausungskammer = 1:1000) gibt sie aber keine neue Information.

Wer eine Handvoll Meßdaten statistisch aufbereitet, erweckt zudem einen falschen Eindruck von Genauigkeit. Man könnte das selbst als geschäftige Pseudowissenschaft bezeichnen. Sinnreich wären derartige Untersuchungen erst, wenn uns zu jeder Probe zahlreiche Analysenergebnisse vorlägen und wenn man exakte Parameter hätte, mit dem man verschiedene Probeentnahmestellen miteinander verknüpfen kann. Das ist aber alles nur bedingt der Fall, so daß man derartige selbstbefriedigende Zahlenjonglierereien tunlichst unterlassen sollte.[18]

Daß die Wertebasis für statistische Berechnungen zu klein ist, mag man selbst als einen Mangel ansehen, aber das ist mir schon immer bewußt gewesen.[19] Weil ich das Problem der statistischen Unsicherheit erkannt hatte, hatte ich mich im Herbst 1991 entschlossen, wenigstens einige wenige Kontrollanalysen durchzuführen, deren Ergebnisse dann fast in allen Fällen stark von denen des Institut Fresenius abwichen. Nach diesen Resultaten hätte ich alle Proben mindestens noch einmal von Dritter Seite einem Test unterziehen lassen sowie evtl. weitere Proben in Auschwitz nehmen müssen. Leider hätte ich derartige Untersuchungen selbst bezahlen müssen, wozu ich damals als Student nicht in der Lage war.[20]

Das hindert freilich niemanden daran, meine Ergebnisse anderweitig zu verifizieren. Eine Chance dazu hat das Krakauer Institut für Gerichtsmedizin gehabt, jedoch entschied man sich dort aufgrund eingestandenen mangelnden chemischen Verständnisses für die Verwendung einer völlig anderen Analysenmethode.[21] Dadurch sind unsere jeweiligen Analysenergebnisse absolut inkompatibel.[22] Auf die Aufforderung, ihre Proben doch noch einmal, diesmal aber mit der international gültigen Normanalysenmethode durchzuführen, um so wenigstens Vergleiche durchführen und zu weiteren Schlußfolgerungen kommen zu können,[23] sind diese Autoren meines Wissens bis heute nicht eingegangen.

Ich denke daher, daß wir in der Frage der abschließenden Interpretation der Analysenergebnisse noch lange nicht am Ende der Diskussion sind. So ist beispielsweise allein schon die Frage nicht beantwortet, welche chemischen Substanzen eigentlich zweckmäßigerweise gemessen werden sollen.[24]

8. Das Problem der Replizierbarkeit

Ich denke, daß bei allem Streit in dieser Sache in folgendem Einigkeit besteht:

  1. Die Gesamtcyanidwerte in den Mauern der Birkenauer Entlausungskammern liegen in der Größenordnung von 1.000 bis 10.000 mg/kg (mit Streuungen in beide Richtungen).
  2. Die Gesamtcyanidwerte in den Mauern der angeblichen Birkenauer Menschenvergasungsräume liegen in irgendeiner Größenordnung unterhalb von 10 mg/kg.

Die Frage ist, ob derartige Aussagen angesichts der von mir und von anderen erarbeiteten Fakten irgendwelche Schlußfolgerungen erlauben. Ich meine: Mit wenn und aber ja. Wohlgemerkt: nicht ohne, sondern mit wenn und aber. Freilich unterliegt dies einer gewissen Beliebigkeit, denn was jemand als die gegebenen Randbedingungen für die angeblichen Menschenvergasungen betrachtet, ist so diffus, daß man auch zu ganz anderen Schlußfolgerungen kommen kann, wenn man unter Mißachtung der einzigen "Beweise", die wir haben, nämlich den Zeugenaussagen, nur genug an dem "Schräubchen" dreht.

Daß ich in meinem Gutachten nach wie vor bezüglich der Realität der Massenvergasungen in Auschwitz dennoch zu einer relativ klaren Schlußfolgerung komme, hat damit zu tun, daß meine in Kramers Augen »erstaunliche« Überzeugung eben nicht ausschließlich auf dem chemischen Argument beruht. Kramer erliegt hier der Propaganda der Gegenseite, die immer so tut, als habe "der Rudolf" nur ein paar Gesteinsklumpen analysieren lassen.[25]

Haupttragpfeiler meiner Überzeugung sind vielmehr die leider zumeist ignorierten Ergebnisse der bautechnischen Untersuchung, die den ersten Teil meines Gutachtens ausmachen und deren wichtigstes Argument in der letzten Ausgabe dieser Zeitschrift nochmals deutlich hervorgehoben wurde, endend mit Prof. Faurissons Slogan:

»No Holes, no "Holocaust"«

Nun bin ich weder Architekt noch Ingenieur, der sich dazu aufschwingen könnte, über dieses Fachgebiet eine sachkundige Meinung verbreiten zu können. Tatsache ist, daß ich seit 1991 auf der Suche bin nach irgend jemand Kompetentem, der meine diesbezüglich zugegebenermaßen anfangs nur rudimentäre Arbeit verifizieren bzw. falsifizieren kann. Bezüglich der Erstellung einer entsprechenden veröffentlichungsreifen Arbeit habe ich bis heute leider nur Absagen bekommen. Zwar gedeiht die Zusammenarbeit mit einigen Ingenieuren und Baufachleuten inzwischen recht gut, die zentrale Frage der bautechnischen Untersuchung der Decke der angeblichen "Menschengaskammer" des Krematorium II in Birkenau jedoch ist bis heute nicht erfolgt. Wo ich auch hinkomme, stoße ich auf Angst vor gesellschaftlicher und juristischer Verfolgung.

Oder glaubt jemand im Ernst, irgendein international angesehener Verband würde einer Arbeit, die definitiv bewiese, daß das Krematorium II in Birkenau keine den Aussagen entsprechend funktionierende Gaskammern besessen haben kann, Rückendeckung geben (können) gegen alle mediale, gesellschaftliche und staatliche Verfolgungswut? Also habe ich mich anno 1992 entschlossen, es mit der Hintergrundhilfe einiger Fachleute selbst zu tun.

Soviel zudem zum von Kramer angesprochenen Thema "peer-review". Fairneß und Solidarität von fachlich "Gleichrangigen" kann man bei diesem Thema nicht erwarten, denn hier ist die tatsächliche oder nur unterstellte Gesinnung wichtiger als die Qualifikation eines Wissenschaftlers bzw. die Qualität seiner Arbeit.

9. Das Problem der Pseudowissenschaftlichkeit

Kramers Kritik an meiner Einordnung von Shermers Beweisführung in Sachen Gaskammertüre im KL Mauthausen als Pseudowissenschaft ist berechtigt. Bereits unter Punkt 3. habe ich dies daher korrigiert: Shermers Argumentationsweise ist keine Pseudowissenschaft, sondern Nicht-Wissenschaft, Wahrsagerei, Märchenerzählerei, Traumdeuterei, Kaffesatzleserei oder was auch immer. Auf jeden Fall aber keine Wissenschaft. Denn auf der Grundlage völlig unfundierter Behauptungen kann man keine Wissenschaft gründen. Deshalb gilt nicht von ungefähr in der Justiz (und in der Geschichtswissenschaft sollte es nicht anders sein): was nicht bewiesen wurde, sollte nicht behauptet werden.

Im übrigen geht Kramer völlig fehl, ich hätte in den Vorlesungen zur Zeitgeschichte meine Thesen von der Höhe der Opferzahl des Terrorbombardements auf Dresden mit der Tatsache begründet, daß es keine verläßliche Statistiken darüber gebe. Ich schrieb dort:

»Da ist zunächst die Untertreibung der Opfer des alliierten Bombenkrieges. Der Angriff auf Dresden soll nach diesem Buch lediglich rund 35.000 Opfer gekostet haben. Diese Zahl wird von vielen Medien und Historikern immer wieder vorgebracht. Unbestritten ist dagegen, daß bei dem größten Terrorangriff alliierter Bomber auf Hamburg (Aktion Gomorrha) etwa 50.000 Menschen ihr Leben verloren. Dieser Luftangriff ist aber nicht vergleichbar mit dem Angriff auf Dresden im Februar 1944 [recte: 1945]. Dieser war um Größenordnungen infamer und mörderischer. Dresden war zu dieser Zeit mit Flüchtlingen aus dem Osten überfüllt und überschritt dadurch leicht eine Million Einwohner. Die gesamte Innenstadt brannte nach dem Angriff im Feuersturm vollkommen aus. Daß in diesem riesigen Inferno weniger Menschen umgekommen sein sollen als in Hamburg, ist ein schlechter Witz, nein: es ist eine Verharmlosung des Völkermordes am deutschen Volk. Tatsächlich wird die Zahl der beim Angriff umgekommenen eher zwischen 200.000 und 300.000 liegen[2]

Meine Argumentation bestand also in einem Vergleich der Opferzahl von Hamburg und des damals viel dichter "besiedelten" Dresden, über dem - nebenbei bemerkt - eine viel höhere Bombenlast pro Fläche und Zeit abgeworfen wurde mit dem Resultat eines wesentlich grauenhafteren Feuersturms als mehrere Jahre zuvor in Hamburg. Es ist daher meines Erachtens ausgeschlossen, daß die Opferzahl in Dresden geringer gewesen sein kann als in Hamburg. Kramers Hinweis auf den angeblichen "Vergeltungscharakter" dieses Angriffes offenbart zudem eine massive Bildungslücke über die Ursache, Begründung und Motivation der angelsächsischen Bombardements, die juristisch betrachtet ganz klar einen völkermordenden Charakter besaßen. Anlaß - wenngleich nicht die Mittel und womöglich noch nicht einmal den Willen - zu einer Vergeltung hatten immer nur die Deutschen.[26]

Kramers Ausführungen über den logischen Lapsus von W. Stäglich möchte ich den Hinweis hinzufügen, daß auch einige der Bemerkungen von Udo Walendy zu diesem Thema ähnlich rigoroser Natur sind. Hier ist sicherlich eine Revision dringend nötig.[27]

Allerdings ist es zu einfach, über die von Stäglich angeschnittene und heute heiß umstrittene Frage einfach so hinwegzugehen: Bis zu welchem Zeitpunkt bedeutete der von der NS-Regierung bezüglich der Juden verwendete Begriff "Umsiedlung" und ähnliche Wörter das, was diese Begriffe eigentlich aussagten, und ab wann und von wem wurden die Begriffe umgedeutet, erhielten sie eine andere Bedeutung? Denn daß es zumindest bis zum Ausbruch des Krieges gegen die Sowjetunion tatsächlich eine NS-Politik der angestrebten "Umsiedlung" ohne Massenmordoption gegeben hat, ist unbestritten.[28] Die Frage der tatsächlichen oder angeblichen Tarnwort-Verwendung jedenfalls, wie sie Stäglich auf eindeutige und radikale Weise beantwortet, ist durchaus ein wissenschaftlicher Streitpunkt sogar unter der etablierten Historikerschaft, der eng mit der Frage zusammenhängt, wann eigentlich genau (bzw. revisionistisch: ob überhaupt) die Entscheidung für die Endlösung gefallen ist. Eine ausgewogene, tiefgehende quellenkritische Analyse der sogenannten Himmler'schen "Geheimreden" (die offenbar alles andere waren als geheim) harrt noch der Durchführung.

10. Zum Schluß: "harte" Beweise

Herrn Kramer seien einige "harte" Fragen gestellt, die bisher auch nicht von einem Gegner der Revisionisten aufgegriffen, geschweige denn beantwortet worden sind. Ohne deren schlüssige Beantwortung kann meiner Meinung nach dem Revisionismus nicht unterstellt werden, er könne nicht überzeugen:

  1. Wo sind die Zyklon B-Einwurflöcher in der angeblich am häufigsten verwendeten Menschengaskammer des Dritten Reiches, im Krematorium II in Birkenau? Meine Antwort: Es gibt sie nicht, weil es das Ereignis nicht gab.
  2. Wo sind auf den alliierten Luftaufklärungsbildern jene gigantischen Verbrennungsgruben zu sehen, in denen genau zu jener Zeit angeblich über 400.000 Juden aus Ungarn nach ihrer Ermordung durch Gas verbrannt worden sein sollen, wo die Vorratslager an Brennstoffen, wo Rauchschwaden? Und bitte keine unqualifizierten Ausflüchte à la Prof. Jagschitz, die Alliierten hätten eben irgendwelche Filter besessen, die das herausgefiltert haben. Meine Antwort: Es gibt sie nicht, weil es das Ereignis nicht gab.[29]
  3. Wo sind auf den von den Alliierten erbeuteten deutschen Aufklärungsfotos die Spuren des Massenmordes an (je nach Quelle) 70.000 bis 300.000 Juden in der Schlucht von Babij Yar zu erkennen? Und bitte keine Ausflüchte à la Jagschitz, diese Aussage müßte erst von Fachleuten bestätigt werden, als ob der Mann keine Augen im Kopf hat. Meine Antwort: Es gibt sie nicht, weil es das Ereignis nicht gab.[30]
  4. Wo sind die Spuren der angeblich im KL Belzec vernichteten und verbrannten 600.000 Juden geblieben? Dortige jüngst durchgeführte Ausgrabung haben "nur" Massengräber in der Größenordnung einiger Tausend Opfer ermittelt (schlimm genug). Und bitte keine technisch unmöglichen Ausflüchte à la "Die Überreste der Opfer wurden spurlos vernichtet." Meine Antwort: Es gibt sie nicht, weil es das Ereignis nicht gab.[31]

Und zuletzt: Welche Glaubhaftigkeit kommt Zeugenaussagen über Vergasungen im KL Auschwitz oder den anderen angeblichen Vernichtungslagern zu, die 50 Jahre lang keiner objektiven Forschung zugänglich waren,[32]wenn entsprechende Aussagen über Lager im sogenannten Altreich (Dachau, Bergen-Belsen, Buchenwald...) heute erwiesenermaßen als falsch eingestuft werden? Antwort: eine noch geringere.

Angesichts dieses unumstößlichen und allgemein anerkannten Faktums - oder höre ich Widerspruch? - kommt daher die seriöse Geschichtsschreibung nicht umhin, in dieser Frage gänzlich ohne Zeugenaussagen auszukommen. Doch was bleibt uns dann?

Sie sind dran.


Anmerkungen

[1]Technique and Operation of the Gas Chambers, Beate Klarsfeld Foundation, New York 1998; ders., Die Krematorien von Auschwitz, Piper, München 1994.
[2]D. Dwork, R. van Pelt, Auschwitz . 1270 to the Present, Yale, New Haven 1996.
[3]Jene in Anm. 7 meiner Kritik zitierten Artikel, VffG 3(1) (1999), S. 74.
[4]Beitrag von C. Mattogno über Luftschutzmaßnahmen in Birkenau, »Morgue Cellars of Birkenau: Gas Shelters or Disinfesting Chambers?«; eine Übersetzung erscheint im nächsten Heft.
[5]J. Graf, C. Mattogno, KL Majdanek, Castle Hill Publishers, Hastings 1998, S. 145.
[6]Liebe Mitrevisionisten, ich hoffe ihr verzeiht mir diese kollektive Inanspruchnahme!
[7]VffG 3(1) (1999), S. 68-74.
[8]Ich habe für mindestens einen Faktor 10 plädiert, die Polen haben in ihren Tests sogar Faktoren bis zu 100 ermittelt; vgl. J. Markiewicz, W. Gubala, J. Labedz, Z Zagadnien Nauk Sadowych, 1994, Z XXX, S. 17-27.
[9]R. Kammerer, A. Solms, Das Rudolf Gutachten, Cromwell Press, London 1993, S. 33, 100.
[10]Vgl. J. Graf, C. Mattogno, aaO. (Anm. 5), Bildteil sowie S. 137-154.
[11]Erst recht, wenn das dort verwendete Material - Zement - eine zusätzlich erhöhte Tendenz zur Bindung von HCN hat gegenüber dem Kalk-Verputz der Entlausungskammern. Aber das nur nebenbei.
[12]Eine angeblich niedrigere Anwendungskonzentration von HCN wird inzwischen von allen kompetenten Diskutierenden ausgeschlossen, da die bezeugte kurze Hinrichtungszeit dies ausschließt, siehe dazu mein Gutachten in der aktuellen Fassung im Internet: vho.org/D/rga. Gleichfalls unangebracht ist die künstliche Heraufsetzung eines CO2-Gehaltes in der Gaskammer, wie die Polen (aaO., Anm. 8) es in ihren Testbegasungen praktizieren, setzt dies doch voraus, daß die Opfer lange lebten und daß nur geringe Mengen an HCN verabreicht wurden, was klar aussagenwidrig ist.
[13]Ernst Gauss (Hg.), Grundlagen zur Zeitgeschichte, Grabert, Tübingen 1994, S. 274f.
[14]VffG 3(1) (1999), S. 77-82.
[15]Womöglich "realitätsnahe" Versuche würden erhebliche finanzielle Anstrengungen erfordern und würden wahrscheinlich dennoch aufgrund der unsicheren Randbedingungen nur zu bedingt zuverlässigeren Ergebnissen führen, so daß deren Durchführung weder wahrscheinlich noch sonderlich ratsam erscheint.
[16]Josef Bailer, in: Brigitte Bailer-Galanda, Wolfgang Benz und Wolfgang Neugebauer (Hg.), Wahrheit und Auschwitzlüge, Deuticke, Wien 1995, S. 117f.
[17]Derartiges hat nur Sinn, wenn die einzelnen in die Mittelwertbildung einbezogenen Analysenergebnisse von identischen oder doch weitgehend homogenen Proben stammen, was hier aber absolut nicht der Fall ist. G. Rudolf, »Zur Kritik an "Wahrheit und Auschwitzlüge"«, in: Herbert Verbeke (Hg.), Kardinalfragen zur Zeitgeschichte, VHO, Berchem 1996, S. 105f.; vgl. darin auch weitere Ausführungen zu den von Kramer angesprochenen Problemen.
[18]Nebenbei: die Ausbildung in statistischen Signifikanztest wurde im Chemiestudium, das ich genossen habe, fast völlig vernachlässigt. Nur durch die freiwillige Belegung eines zusätzlichen Wahlfaches (Nuklearchemie) bin ich in den Genuß einer derartigen Ausbildung gekommen.
[19]Vgl. dazu beispielsweise in E. Gauss, Vorlesungen über Zeitgeschichte, Grabert, Tübingen 1993, S. 196.
[20]Dies zeigt zudem das Dilemma, in dem sich jeder Gutachter befindet, denn er muß seinem Auftrag in dem ihm vom Auftraggeber gesteckten finanziellen und zeitlichen Rahmen unter Wahrung der sachlichen Zweckmäßigkeiten nachkommen
[21]J. Markiewicz, W. Gubala, J. Labedz, Z Zagadnien Nauk Sadowych, 1994, Z XXX, S. 17-27.
[22]Da mir meine Proben im Spätsommer 1993 beschlagnahmt wurden, kann ich heute keine Verifizierungen mehr durchführen, und von weiteren Probenahmen in Auschwitz möchte ich wegen der beschränkten Aussagekraft der Ergebnisse, wie auch immer sie ausfallen, ohnehin abraten.
[23]Vgl. dazu G. Rudolf, Deutschland in Geschichte und Gegenwart 43(1) (1995), S. 22-26; J. Markiewicz, W. Gubala, J. Labedz, G. Rudolf, Briefwechsel, in: Sleipnir 1(3) (1995), S. 29-33; Nachdruck in: Herbert Verbeke (Hg.), Kardinalfragen zur Zeitgeschichte, Vrij Historisch Onderzoek, Berchem 1996, S. 81-90.
[24]Noch nicht einmal darüber besteht ja Einigkeit. So bestehen die polnischen Wissenschaftler z.B. darauf, Verbindungen des Typs Eisenblau von der Analyse auszuschließen, um Fremdeinträge aus anderen Cyanidquellen wie etwa Wandanstriche auszuschließen. Vgl dazu meine Kritik in Anm 23.
[25]Ich sage bewußt Propaganda, denn solche Äußerungen beruhen entweder auf Unkenntnis oder aber erfolgen wider besseren Wissens.
[26]Vgl. dazu z.b. Maximilian Czesany, Europa im Bombenkrieg 1939-1945, Leopold Stocker, Wien 1998.
[27]Kramers Ausführungen über meine angebliche, womöglich mir selbst schadende, allgemeine Verbrüderung mit anderen Revisionisten übergehe ich hier ganz bewußt, weil das Thema eventueller menschlicher Solidarität unter Verfolgten - ob sie nun mit ihren Thesen immer recht haben oder nicht oder einer Meinung sind oder nicht - nicht hierher gehört und ich niemandem Rechenschaft schulde, mit wem ich wie umgehe.
[28]Vgl. dazu die Rezensionen von Frau Weckert in diesem Heft.
[29]John C. Ball, Air Photo Evidence, Ball Resource Services Ltd., Delta, B.C., 1992.
[30]Vgl. Grundlagen..., aaO. (Anm. 13), S. 239f.; zu Jagschitz vgl. ebd., S. 51.
[31]Vgl. dazu VffG 2(3) (1998), S. 222.
[32]Diese ambivalente Formulierung ist gewollte: Weder die angeblichen Vernichtungstätten noch die meisten angeblichen Augenzeugen waren bis frühestens 1989 für freie Untersuchungen zugänglich.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 3(2) (1999), S. 176-181.


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