Kopf hoch – auch wenn uns das Wasser bis zum Halse steht!

Von Castle Hill Publishers

Südostengland am 13. Oktober 2000

…und mitten drin die Druckerei und das Buchlager von Castle Hill Publishers

Ein Unglück kommt selten allein. Zuerst wurde ich im Oktober letztes Jahr gezwungen, in den Untergrund zu gehen – die Geschichte dazu können Sie detailliert in dieser Ausgabe nachlesen. Durch die damit verbundenen Kommunikationsschwierigkeiten brach dann schnell der Kontakt zu Jürgen Graf ab, der mir bisher vor allem viel Übersetzungsarbeit abgenommen hat. An dieser Stelle sei daher all jenen gedankt, die mir bei der Übersetzung diverser Artikel geholfen haben! Gott sei Dank hat Jürgen Graf unseren Ratschlag zu Herzen genommen und ist nicht freiwillig in den Schweizer Kerker eingerückt! Mit seinem Sprachgenie und seinen didaktischen Fähigkeiten ist er viel zu wertvoll für uns alle, als daß wir auf ihn für viele Jahre großmütig zu verzichten bereit gewesen wären. Seit Anfang Dezember 2000 hat er nun einen Rechner und Internetanschluß, so daß unsere Zusammenarbeit endlich wieder Früchte tragen kann. Sie glauben gar nicht, was mich diese Frohe Nachricht beflügelt hat!

Als Krönung der Tiefschläge des vergangenen Jahres gab es dann im Oktober 2000 als "Sahnehäubchen" noch eine verheerende Flut in Südengland, wodurch "meine" Druckerei für Wochen lahmgelegt wurde und im Lager Bücher im Wert von DM 40.000 verloren gingen. Die nebenstehenden Bilder geben ihnen einen Eindruck von dem, wie es hier im Oktober aussah. Alle Arbeiten waren für zwei Wochen wegen Aufräum- und Reinigungsarbeiten so ziemlich lahmgelegt. Die verloren gegangenen Bücher werde ich nur teilweise ersetzen können, da ein Nachdruck erst ab einer Auflage von etwa 1.000 rentabel ist. Das heißt, daß einige ältere Bestände in nächster Zeit ausverkauft sein werden. Schon jetzt ist der Sammelband 1997 ausgegangen (die letzten Exemplare ertranken in den Fluten).

Auch wenn dies ein weiterer harter Schlag war, so heißt das noch lange nicht, daß ich jetzt die Ohren hängen lasse. Ich werde hingegen Druck und Vertrieb sowohl von VffG als auch der von Castle Hill Publishers vertriebenen Bücher Schritt für Schritt umorganisieren, um in Zukunft sicherzustellen, daß ich auch kleine Druckauflagen je nach Nachfrage kosteneffektiv herstellen kann. Auch werde ich wahrscheinlich das Internet-Angebot umrüsten, so daß in Zukunft das Herunterladen von Büchern, die noch verkauft werden, nur noch gegen eine Gebühr möglich sein wird.

Heimatlicher Blick einmal anders

Sicher haben sich einige unter Ihnen schon gewundert, was denn mit mir und mit VffG los ist. Ich kann sie beruhigen: Es hat bisher keine weiteren Verfolgungsmaßnahmen gegeben, allerdings waren die organisatorischen Umstände in den Monaten seit Juli 2000 sehr chaotisch. Ich zog in dieser Zeit dreimal um und konnte immer nur eine Art provisorisches Hilfsbüro aufbauen. Auch dieses Heft wurde praktisch aus dem Nähkästchen gezaubert, denn viel mehr steht mir zur Zeit nicht zur Verfügung. Ich hoffe, daß sich dies Anfang nächstes Jahr ändert, kann aber noch nichts versprechen. Somit muß ich leider auch einräumen, daß sich die Herausgabe all der vollmundig im Frühjahr 2000 angekündigten Bücher erheblich verzögern wird. Schließlich darf bei wichtigen Büchern, wie etwa der Neuauflage meines Gutachtens, die Qualität nicht leiden. Das Gutachten sollte eigentlich vor Weihnachten in den Versand gehen, jedoch ist es termingerecht Mitte Oktober in den Fluten abgesoffen, und die Produktion mußte Anfang November vor vorne begonnen werden. Alle anderen Projekte sind vorerst zurückgestellt und müssen nun Stück für Stück angegangen werden, je nach Arbeitspensum und Finanzlage.

Ich darf Sie alle noch einmal daran erinnern, daß VffG eine Zeitschrift für kritische Beiträge der Geschichtsforschung ist, die von den Beiträgen ihrer Autoren lebt. Ich fungiere lediglich als Herausgeber dieser Zeitschrift. Aufgrund meiner persönlichen und geschäftlichen Lage – der Verlag Castle Hill Publishers besteht nur aus einer Person, nämlich mir – ist es mir unmöglich, regelmäßig größere Beiträge selbst zu schreiben. Ich darf Sie daher bitten: Wenn Sie zu einem Thema Material und Wissen besitzen, senden Sie es mir nicht zu zwecks Verfassung eines Beitrages, sondern verfassen Sie diesen Beitrag bitte selbst.

Ich darf mich an dieser Stelle bei Ihnen allen für Ihre Geduld und Ihr Verständnis bedanken.

Ihr Germar Rudolf


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 4(3&4) (2000), S. 243.


Zurück zum Inhaltsverzeichnis