Nein zur Zensur! Nein zum Fanatismus!

Ein Offener Brief an vierzehn arabische Intellektuelle

Von Mark Weber

An:

Adonis (Ali Ahmad Said)

Mahmoud Darwish

Mohammed Harbi

Elias Khoury

Gerard Khoury

Salah Stetie

Mohamad Berada

Jamel Eddine

Ben Sheikh

Edward W. Said

Dominique Edde

Fayez Mallas

Farouk Mardam-Bey

Khalida Said

Elias Sanbar

 

Sie haben neulich einen öffentlichen Appell getätigt, in dem Sie die Behörden des Libanon dazu aufforderten, die Konferenz "Revisionismus und Zionismus" in Beirut zu verbieten. Diese Konferenz, die für den 31. März bis zum 3. April geplant war, wurde mit der Unterstützung unseres Instituts organisiert. (Dies wurde zum Beispiel in Le Monde am 16. März berichtet.)

Ihr Aufruf erfolgte kurz nachdem drei größere jüdisch-zionistische Organisationen – der World Jewish Congress, die Anti-Defamation League und das Simon Wiesenthal Center – das geplante Treffen angeprangert und gefordert hatten, daß es vom Libanon verboten wird. Es war nicht überraschend, daß Israels Botschafter in Frankreich ihren Appell öffentlich gelobt hat.

Zusammen mit den Vereinigten Staaten und den Regierungen anderer Länder setzten diese drei jüdischen Gruppen den Libanon unter Druck, das viertägige Treffen zu verbieten. Als Reaktion darauf verkündete Libanons Premierminister am 22. März, die Konferenz "Revisionismus und Zionismus" werde nicht zugelassen werden.

Ihr Aufruf an die libanesischen Behörden, ein friedliches, von privater Hand organisiertes Treffen von Wissenschaftlern, Autoren und Forschern zu verbieten – ein Treffen, das in den meisten Ländern, einschließlich den USA, völlig legal wäre – versetzt der Freiheit, dem Frieden und der Gerechtigkeit einen schweren Schlag.

Sie haben die Konferenz verurteilt, bevor sie irgend etwas über den Inhalt der Vorträge wußten oder sogar bevor Sie die Identität der Vortragenden kannten.

Ihr Aufruf ist beleidigend für die Libanesen, denen sie wohl ein ungenügendes Urteilsvermögen unterstellen, um sich selbst eine aufgeklärte und fundierte Meinung über die Geschichte des 20. Jahrhunderts zu bilden. Jeder sollte das Recht haben, sich eine fundierte Meinung über die revisionistischen Argumente zu bilden. Es darf nicht sein, daß in einem Teil der Welt ein bestimmter Standard für die Redefreiheit gilt, in der arabischen Welt dagegen ein niedrigerer, schlechterer Standard.

Sie haben ihren Ruf nach Zensur mit der Behauptung gerechtfertigt, unsere Konferenz sei "antisemitisch". Diese Begründung ist jämmerlich angesichts der Tatsache, wie schnell die Verteidiger des zionistischen Staates dieses billige Attribut all jenen anheften, die gegen Israels kriminelle Politik sind.

Seit über zwanzig Jahren hat sich unser Institut durchweg gegen Fanatismus, Zensur und Unterdrückung gewandt, indem es sich für ein besseres geschichtliches Bewußtsein einsetzte.

Zu den Vortragenden bei unseren Versammlungen und zu den Beitragenden zu unserer Zeitschrift Journal of Historical Review gehören angesehene Wissenschaftler aus der ganzen Welt, einschließlich des palästinensischen Historikers Issa Nahkleh, Autor der vierbändigen Enzyklopädie zum Palästina-Problem, und Sami Hadawi, Autor des Buches Bitter Harvest: Palestine 1914-1979.

Andere bekannte Vortragende bei IHR-Konferenzen waren der US-Historiker und Pulitzer-Preisträger John Toland, Autor mehrerer Bestseller auf dem Gebiet der Geschichte, John Bennett, ein bekannter australischer Menschenrechtsanwalt und Vorsitzender der Australian Civil Liberties Union (australischen Menschenrechtsvereinigung), sowie der ehemaliger US-Kongreßabgeordnete Paul "Pete" McCloskey.

Das IHR gibt zudem die englischsprachige Fassung des Buches Die Gründungsmythen des modernen Israel heraus (The Founding Myths of Modern Israel), das mächtige Exposé des französischen Wissenschaftlers Roger Garaudy, das in der ganzen arabischen Welt gepriesen wurde.

Ist es Ihre Ansicht, daß es solchen Persönlichkeiten nicht mehr erlaubt sein sollte, irgendwo ihre Meinung zu äußern, oder nur im Libanon nicht, oder nur nicht bei einem vom IHR organisierten Treffen? Ist Ihr Aufruf zur Zensur auf den Libanon beschränkt, oder dürfen wir nun auch Aufrufe von Ihnen erwarten, ähnliche Treffen in Frankreich, Kanada, den Vereinigten Staaten oder in anderen Ländern zu verbieten? Dürfen wir in Übereinstimmung mit ihrem Aufruf, das Treffen über "Revisionismus und Zionismus" zu verbieten, nun auch damit rechnen, daß Sie die Zensur revisionistischer Bücher, Zeitschriften und Rundfunksendungen unterstützen?

Wir sind stolz darauf, Unterstützung von Personen mit den unterschiedlichsten politischen Ansichten sowie ethnischen und religiösen Hintergründen erhalten zu haben. So war John Sack einer der Redner auf der 13. IHR-Konferenz im Mai 2000 in Südkalifornien. John Sack ist ein Jude. Ein Bericht dieses altgedienten amerikanischen Journalisten und Autors erschien dieses Jahr in der Februar-Ausgabe des Esquire Magazins. Der Bericht basiert auf Sacks Teilnahme während dieses dreitägigen Treffens. Er verwarf darin die oft wiederholte Lüge, das IHR und die Revisionisten seien "Hasser" oder Fanatiker. Sack beschrieb die Vortragenden und Teilnehmer der IHR-Konferenz als »umgänglich, aufgeschlossen, intelligent, intellektuell.« Er bestätigte zudem, daß eine Vielzahl revisionistischer Argumente und Ergebnisse tatsächlich wahr sind.

Auf der ganzen Welt wächst die Einsicht, daß die "Holocaust"-Kampagne eine der Hauptwaffen im jüdisch-zionistischen Arsenal ist und daß sie benutzt wird, um die ansonsten nicht zu rechtfertigende israelische Politik zu rechtfertigen, und als mächtiges Instrument zur Erpressung enormer Geldsummen von den Amerikanern und Europäern. Sogar einige mutige jüdische Autoren haben sich öffentlich gegen das gewandt, was sie den "Holocaust-Kult", die "Holocaust-Keule", "Holocaustomanie" und die "Holocaust-Industrie" nennen.

Indem es sich für ein breiteres öffentliches Geschichtsbewußtsein einsetzt, hat das IHR darauf hingewiesen, daß jüdisch-zionistische Verzerrungen der Vergangenheit nicht auf die Geschichte Palästinas und des Nahen Ostens beschränkt sind, sondern daß sie auch Geschichtslügen der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts umfassen. Die Palästinenser mögen heute die offensichtlichsten Opfer jüdisch-zionistischer Geschichtslügen sein, aber sie sind bei weitem nicht allein. Millionen Europäer wurden ebenfalls zu Opfern ähnlicher Verzerrungen der Vergangenheit, wobei die "Holocaust"-Kampagne die wichtigste davon ist. Aber wir müssen alle derartigen Geschichtslügen zurückweisen, die ihren Ursprung in der Verachtung für die nichtjüdische Menschheit haben, ob sie nun den Nahen Osten betreffen, Europa oder die Vereinigten Staaten.

Wenn die revisionistische Auffassung über den Holocaust wirklich so primitiv und falsch wäre, wie unsere Kritiker suggerieren, so hätte sie wohl kaum Unterstützung erhalten von Universitätsprofessoren wie etwa Arthur Butz und Robert Faurisson, Historikern wie Roger Garaudy und Harry Elmer Barnes, und ehemaligen Konzentrationslagerinsassen wie etwa Paul Rassinier. Diese Personen haben sich nicht deshlab dazu entschlossen, öffentlich die orthodoxe Holocaustgeschichte zu verwerfen – womit sie sich der Zensur und noch Schlimmerem aussetzten – etwa weil sie Narren sind oder weil sie bösartige Motive hatten, sondern aufgrund einer ehrlichen und gründlichen Abwägung der Beweise.

Anstatt einen Aufruf zu unterzeichnen, der lediglich den Interessen Israels und des Zionismus dient, hätten Sie sich besser für die Opfer von Fanatismus und Unterdrückung eingesetzt.

In vielen Ländern werden diejenigen, die die Holocaust-Behauptungen bestreiten, wie Kriminelle behandelt, d.h. für ihre friedlichen Ansichten, ja sogar für Äußerungen, die nachweislich wahr sind, mit Geldstrafen belegt und eingesperrt. Zudem wurden einige Revisionisten wegen ihrer Ansichten körperlich angegriffen. Einer wurde gar ermordet. Sogar hier in den Vereinigten Staaten sind Revisionisten verprügelt, angegriffen und auf schwarzen Listen aufgeführt worden. Unser Institut war wiederholt das Ziel von Haß und Gewalt. Im Juli 1984 wurde unser Büro durch einen verheerenden Brandanschlag niedergebrannt, ein Verbrechen, für das niemals jemand verhaftet wurde.

Der jüdisch-amerikanische Wissenschaftler Noam Chomsky bewies anno 1980 besonderen Mut, als er öffentlich die Redefreiheit für die Holocaust-Skeptiker verteidigte. Er hat diesen Standpunkt trotz massiver Kritik nie verlassen. Dieser Standpunkt ist selbstverständlich der einzige ethisch vertretbare, den ein aufrichtiger Intellektueller einnehmen kann. Jetzt, etwa 21 Jahre danach, haben Sie auf beschämende Weise Ihre Namen dafür hergegeben, um zu staatlicher Unterdrückung dissidenter Historiker aufzurufen.

Um die Geschichte zu verstehen, bedarf es der offenen, vernünftigen Debatte, nicht hingegen der Beleidigung und Zensur. Das gilt auch für das emotionsgeladene Thema "Holocaust". An Ihre verabscheuenswerte Unterstützung für die Zensur revisionistischer Wissenschaftler wird man sich erinnern, und es wird ihr Ansehen beflecken. Wir möchten Sie daher bitten, Ihren Standpunkt zu überdenken.

Hochachtungsvoll

Mark Weber
Direktor
Institute for Historical Review
weber@ihr.org


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 5(3) (2001), S. 248f.


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