Zur Forschung und Ausgrenzung von Jürgen Spanuth

Ist das sagenhafte Atlantis enträtselt?

Von Rudolf Czeppan

Durch die in den Vierteljahresheften für freie Geschichtsforschung erschienenen eingehenden Untersuchungen zu ungeklärten, nur gerichtsnotorisch beantworteten Fragen der deutschen Vergangenheit wurde es möglich, sich ein vollständiges, bis in Einzelheiten gehendes objektives Bild von gewissen Ereignissen in der damaligen Zeit zu machen.

In Heft 4/1999 wurde von einem Vorfall berichtet., der diesmal die amerikanische Geschichte betrifft und aufzeigt, daß man auch dort, sogar von Staats wegen, an der Aufklärung der eigenen Ursprungsgeschichte nicht interessiert ist. Der überraschende Fund eines 9400 Jahre alten Skelettes europäischer Abstammung wurde von der amerikanischen Regierung beschlagnahmt und die Fundstelle vernichtet. Offenbar paßt der weiße Urahn Amerikas nicht in die Neue Weltordnung.

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit einem ähnlich gelagerten Fall, nämlich der Unterdrückung der Forschungsergebnisse von Jürgen Spanuth zur einer vorgeschichtlichen Frage, die viele Forscher seit Jahrhunderten beschäftigt: Hat es das sagenhafte Atlantis jemals gegeben, und wenn, wo lag es?


Ein weiterer Fall geschichtswissenschaftlicher Ausgrenzung

Jürgen Spanuth vor Helgoland

Es sind neue, revolutionierende Erkenntnisse über die Entstehungsgeschichte unseres Abendlandes, die der nordfriesische Pastor Jürgen Spanuth bei seiner unermüdlichen Suche noch Atlantis, dem "größten Rätsel der Weltgeschichte" gewonnen hat. Spanuth konnte dieses Rätsel wissenschaftlich einwandfrei lösen: Atlantis war das hochentwickelte Kulturzentrum der nordeuropäischen Bronzezeit und ging um 1200 v.d.Ztr. durch den Sturz eines riesigen Planetoiden in die Nordsee bei Helgoland unter. Obwohl dieses Katastrophenereignis auch andere Teile der Welt betroffen hatte, überall gut überliefert und auch geologisch nachweisbar ist, wird es von der offiziellen akademischen Lobby einfach bestritten. Zuerst möchte ich einen Überblick geben über dieses ganz neue Geschichtsbild, das Spanuth in sieben gut lesbaren, überzeugend geschriebenen wissenschaftlichen Büchern veröffentlicht hat. Sodann werde ich auf die schändliche Reaktion der akademischen Phalanx näher eingehen.

Die Herkunft des Atlantisberichtes

Der Kern- und Ausgangspunkt aller Atlantisforschung ist der Atlantisbericht des großen griechischen Philosophen Platon. Darauf stützen sich sämtliche angeblich 20.000 Autoren, die seither über dieses "größte Rätsel der Weltgeschichte" geschrieben haben und Atlantis an allen erdenklichen Orten der Welt und zu den unterschiedlichsten Zeiten haben untergehen lassen.

Die Unterlagen zu diesem Atlantisbericht stammen eigentlich von Solon, dem großen Staatsmann und Gesetzgeber Athens, der von 570-560 v.d.Z. in Ägypten weilte, um dort "die Kunde vergangener Zeiten" zu studieren.

Platon

Die ägyptischen Priester übersetzten dem Solon alte Papyrusrollen und Tempelinschriften ins Griechische und weckten sein Interesse u.a. auch für eine angebliche Heldentat seiner Vaterstadt Athen in alter Zeit und sagten:

»Ihr Griechen seid wie die Kinder, weil ihr nichts wißt über eure Geschichte!«

Solon notierte sich, was die Priester ihm über diese Heldentat und den ganzen Zusammenhang damit erzählt haben und wollte nach seiner Rückkehr aus Ägypten ein großes Epos darüber schreiben. Das wäre der ursprüngliche Atlantisbericht geworden. Solons Aufzeichnungen blieben aber eineinhalb Jahrhunderte liegen und gelangten über etliche Mittelsmänner in die Hand von Kritias dem Jüngeren, der sie bei einem von Sokrates veranstalteten Lehrgespräch vortrug. Der dabei anwesende Platon nahm diesen Bericht in seine Dialoge Kritias und Timaios auf, und weil wir das Glück haben, daß uns die meisten Werke Platons erhalten sind, ist uns auch dieser Bericht, der sog. Atlantisbericht, erhalten.

So ist es einer ganzen Reihe glücklicher Zufälle zu verdanken, daß dieser zweieinhalb Jahrtausende alte Atlantisbericht überhaupt auf uns gekommen ist und in unseren Tagen für Spanuth der Schlüssel werden konnte, das Tor zu unserer alten Geschichte aufzusperren. Auch dieser letzte Abschnitt ist noch abenteuerlich genug und kann, wenn man so will, schicksalhaft genannt werden.

Der Atlantisforscher Jürgen Spanuth

Jürgen Spanuth wurde als Sohn des Superintendenten der protestantischen Kirche in Leoben (Österreich) 1907 geboren. Als er als Schüler des Leobener Gymnasiums als Griechisch-Matura-Hausarbeit den Atlantisbericht Platons zu übersetzen und zu kommentieren bekam, hielt er ihn für solch einen Unsinn, daß er um Zuteilung eines anderen Themas bat. Das war dann "Der Schild des Achilles" aus der Ilias. Der Atlantisbericht aber sollte Spanuth nie mehr loslassen!

Schon während seiner Theologie- und Archäologiestudien an den Universitäten von Wien, Tübingen, Berlin und Kiel stieß der erstaunte Student immer wieder auf Fakten, die auch im Atlantisbericht erwähnt werden, dort zwar in eine unmögliche Zeit datiert sind, 9000 Jahre vor Solon(!), sonst aber verblüffende Übereinstimmungen aufweisen. Die richtige Datierung bekam Spanuth später dadurch heraus, daß er die schon bekannte Tatsache auf den Atlantisbericht anwendete, daß nämlich die ägyptischen Priester nicht nach Jahren, sondern nach Monaten rechneten. Wir gelangen somit in die ausgehende Bronzezeit um 1200 v.d.Z., wo all die Angaben des Atlantisberichts erst möglich und sinnvoll werden, wie z. B. eine Stadt Athen, Bronzeschwerter oder gar das erste Eisen.

Eine weitere glückliche Fügung des Schicksals war, daß Spanuth von der Vikarstelle in Wiener Neustadt, die er als Pastor zunächst innehatte, nach Bordelum in Nordfriesland berufen wurde, also mitten hinein in das Gebiet, das er dann als in unmittelbarer Nachbarschaft der untergegangenen Königsinsel von Atlantis gelegen erkannt hatte.

So wurden die Schiffe der Nordmänner
zum Kentern gebracht (Aus Medinet Habu, Ägypten, entnommen dem Buch
Earlier Historical Records of Ramses III., The University of Chicago Press)

Seeschlacht zwischen Ägyptern und den Nordleuten
(mit Strahlenkrone)

Der Atlantisbericht

Es handelt sich nämlich um genau jenes Gebiet, von dem die ägyptischen Priester dem Solon erzählten, ich zitiere jetzt den Atlantisbericht, daß

Jürgen Spanuth vor der Tempelwand
von Medinet Habu (Ägypten)

»eine gewaltige Heeresmacht der Atlanter aus dem Hohen Norden, von den Inseln und dem Festland am Weltmeer über Europa und Kleinasien hereingebrochen sei. Die Könige von Atlantis wollten damit alle griechischen und ägyptischen Gebiete, sowie überhaupt alle Länder am Mittelmeer unter ihre Gewalt bringen. Bei diesem Ansturm der Atlanter gab nun Athen, meine Vaterstadt, einen überragenden Beweis der Tapferkeit seiner Bewohner. Es stellte sich an die Spitze der bedrohten griechischen Staaten und führte, als ein Staat nach dem andern unterjocht wurde, den Kampf auf sich allein gestellt weiter und rettete seine Freiheit.«

Durch diesen Heldenkampf Athens wurde auch den Ägyptern geholfen, welche durch die Atlanter ebenfalls in äußerste Bedrängnis gekommen waren, aber sich des Angriffs der Atlanter mit Müh und Not erwehren konnten.

Ursache dieser Nöte jener Zeit seien furchtbare Naturkatastrophen gewesen, verheerende Dürreperioden, weltweite Vulkanausbrüche und der Sturz eines Planetoiden in die Mündung des Eridanus mit ungeheuren Überschwemmungen. Von all dem war nicht nur das Mittelmeergebiet betroffen, sondern auch die Heimat der Atlanter, deren Königsinsel Basileia »an einem Tag und in einer Nacht voll entsetzlicher Schrecken vom Meer verschlungen worden ist.«

»Der ägyptische Priester erinnerte mich an die griechische Sage von Phaethon, der einst den Sonnenwagen seines Vaters Apollon bestiegen habe und, weil er es nicht verstand, auf dem Wege des Vaters zu fahren, von der Richtung abwich, so daß viele Länder der Erde verbrannten oder in schrecklicher Hitze und Dürre ausgetrocknet wurden. Schließlich habe Zeus durch einen Blitz Phaethon vom Himmel in die Mündung des Eridanus geschleudert und die riesigen Brände durch gewaltige Regenfluten und Überschwemmungen gelöscht.

Diese Sage höre sich zwar wie ein Märchen an, sagte der ägyptische Priester, doch sei ähnliches damals wirklich geschehen.«

Soweit einige Zitate aus diesem Atlantisbericht des Platon.

Wagentreck der Nordmeervölker mit Frauen und Kindern wird von ägyptischen Söldnern und Hilfstruppen (Sardana) überfallen.

Nordleute in der Seeschlacht. Ein nordischer Krieger ist verwundet über Bord gegangen und wird von seinem Kameraden festgehalten (grauer Kreis).

Er enthält noch eine reiche Fülle von Mitteilungen über die Königsherrschaft der Atlanter auf ihrer heiligen Insel am Weltmeer im Norden. Ihr erster König war Atlas, wovon der Name Atlantis abgeleitet ist. Die Königsburg »Basileia« war von drei konzentrischen Wasserringen umgeben, die befahren werden konnten. Die Atlanter hatten einen hohen Stand der Schiffsbaukunst erreicht, vermochten Kupfer zu schmelzen und zu verarbeiten, kannten schon das erste Eisen. An ihren Küsten gruben sie den Bernstein aus der Erde, der damals nach dem Golde im Wert am höchsten war.

Diese Dialoge Kritias und Timaios des Platon beschreiben auch die Organisation des atlantischen Staatswesens, schildern Brauchtum und Religion, Sport und Spiele, die Einteilung ihres Heeres, seine Bewaffnung und schließlich den schicksalhaften Zug der Atlanter mit Weib und Kind durch ganz Europa bis an die Tore von Ägypten. Es ist unbegreiflich, daß diese wertvolle Geschichtsquelle von der Wissenschaft stets abgelehnt und in den Bereich der Fabel verwiesen wurde, obwohl Platon selber darauf hinweist, daß es sich hier um kein Märchen, sondern um eine durchaus wahre Geschichte handelt.

Dabei läßt die Erwähnung von Kupfer und Bernstein auf Atlantis allein schon eine Lokalisierung zu, denn es gibt auf der ganzen Erde nur einen Ort, wo diese beiden Stoffe zusammen vorkommen: nämlich Helgoland! Der Eridanus, das ist die Eider, fließt in die Nordsee und hatte vor der Flutkatastrophe südlich von Helgoland einen gemeinsamen Mündungstrichter mit Elbe und Weser. Der Sturz des Phaethon in dieses Mündungsgebiet ließ mit seiner gewaltigen Flutwelle Atlantis untergehen. Heute trutzt nur mehr der einsame Felsen von Helgoland der anbrandenden Nordsee.

Das ganze Land dahinter bis zur nordfriesischen Küste ist jetzt vom Meer bedeckt und heißt in seinem östlichen Teil Wattenmeer. Es liegt nur bei Ebbe trocken. Wo die Königsburg einst stand, hat Spanuth bei mehreren schwierigen Tauchunternehmungen auf der Suche nach ihren Ruinen festgestellt: In ca. 8 m Tiefe und 50 Stadien, also 9,2 km östlich der steilen Felswand von Helgoland, genau wie im Atlantisbericht angegeben, auch bezüglich der Ausmaße und der Beschaffenheit und der Farben: Schwarz-weiß-rot.

Gefangene und gefesselte Nordmänner werden abgeführt, Tempelwand von Medinet Habu, Ägypten.

Gefangene Nordleute werden mit dem Namen des Pharao gebrandmarkt. Tempelwand von Medinet Habu, Ägypten.

Die Große Wanderung

Der große Kriegszug der Atlanter durch Europa wird heute »Die Große Wanderung« genannt. Die Wanderwege erscheinen dabei gleichsam von Marksteinen gekennzeichnet, das sind die »Germanischen Griffzungenschwerter«. Nach den spektralanalytischen Untersuchungen sind sie allesamt aus Helgoländer Kupfer hergestellt, gleichgültig, ob sie in Norddeutschland, dem übrigen Europa oder in Ägypten gefunden wurden. Das ist ein weiterer, ein naturwissenschaftlicher und deshalb unanfechtbarer Beweis für den Ausgangspunkt der Großen Wanderung.

Als erfahrene Seeleute, die die Atlanter waren, haben sie am Golf von Korinth eine neue Flotte gebaut, mit der sie die ägäischen Inseln besetzten und dann gegen Ägypten fuhren. Inzwischen rückte ein anderer Teil der Atlanter zu Lande über Kleinasien und Syrien gegen Ägypten vor, wieder andere von Westen her, zusammen mit den Libyern, mit denen sie verbündet waren, so daß der Großangriff auf Ägypten schließlich von drei Seiten gleichzeitig erfolgte! Eine solche enorme Leistung ist nur denkbar als ein einheitliches, von einem gut organisierten Staatsgebilde geplantes Unternehmen. 1200 Schiffe und ebenso viele Streitwagen sollen die Atlanter dabei zum Einsatz gebracht haben. Ein einziger dieser nordischen Streitwagen hat sich im trockenen Wüstensand erhalten. Die Ägypter waren auf den Angriff der Atlanter wohl vorbereitet und konnten ihn - durch besonderes Kriegsglück begünstigt - abwehren. Nach ihrer verlorenen Schlacht ließen sich die überlebenden Atlanter weiter nördlich an der kleinasiatischen Küste nieder.

Ihr führender Stamm, die Philister, gab Palästina seinen Namen, die "Denen von den Inseln" siedelten weiter nördlich, in Galiläa und auf der Insel Zypern. Die Sakar legten im Libanongebiet die künstlichen Häfen von Dor, Tyrus und Sidon an. Sie alle waren als tüchtige Seefahrer und Schiffbauer bekannt. Die Griechen nannten sie mit dem Sammelnamen Phöniker. Sprachwissenschaftlich werden die Philister mit den Friesen, die Sakar mit den Sachsen zusammengebracht, die "Denen von den Inseln" bedürfen wohl keiner weiteren Erklärung.

Die große Wanderung der Atlanter ließ auch auf der Apenninhalbinsel Teilstämme zurück, die mit ihren germanischen Namen ebenfalls eindeutig auf ihr Herkunftsgebiet hinweisen, z.B. die italischen Umbrer auf die Ambronen und die Insel Amrum im Wattenmeer, Amber-Bernstein, oder die Falisker auf die Falen, die uns heute als Westfalen geläufig sind. Auch die Dorer sind mit der Großen Wanderung in den Mittelmeerraum gekommen und haben sich dann in Griechenland niedergelassen, wie überhaupt die Große Wanderung die europäischen Völker indogermanischer Sprache erst hat entstehen lassen. Damit wurde die Geburtsstunde unseres Abendlandes eingeläutet.

Die Quellen des Atlantisberichtes

Ein besonderer Wurf ist Spanuth gelungen mit der Entdeckung der Originalvorlagen des Atlantisberichtes. Amerikanische Ägyptologen haben nämlich in Oberägypten einen riesigen Tempel ausgegraben, den Amontempel von Medinet Habu. Es handelt sich um den Siegestempel Ramses III., der auf einer Fläche von 10.000 m² im Bild und in Hieroglyphenschrift den Sieg über die dort als Seevölker aus dem Norden bezeichneten Atlanter eindrucksvoll darstellt. Die Amerikaner betrachten diesen Tempel als die umfangreichste Urkunde, die wir aus der Antike überhaupt besitzen.

Germanisches Griffzungenschwert

Wegen der Übereinstimmung dieser Tempelberichte mit dem Atlantisbericht, und weil auch Pharao Ramses III. kurz nach 1200 v.u.Z., also im fraglichen Zeitraum zur Regierung kam, hat Spanuth geschlossen, daß das jene Urkunden gewesen sein müssen, die - laut Atlantisbericht - dem Solon damals bei seinem Studienaufenthalt in Ägypten gezeigt und übersetzt worden waren. Wir finden dort Hörnerhelme, Bronzeschwerter, Rundschilde und Schiffe mit hohen Steven abgebildet, wie auf skandinavischen Felszeichnungen, kurz gesagt alles, was man als Beweismaterial für die Herkunft dieser Völkerwelle aus dem europäischen Norden nur haben will.

Darüber hinaus hat Spanuth im großen Homerischen Epos, der Fahrt des Odysseus ins Phäakenland, ebenfalls eine Schilderung der Verhältnisse auf Atlantis erkannt, und zwar noch vor der Katastrophe. Er hat auch Nachrichten zahlreicher weiterer griechischer und römischer Schriftsteller als Parallelüberlieferungen zum Atlantisbericht erschlossen, darunter nicht zuletzt die Bibel.

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Nordische Griffzungenschwerter

1: Hojlandsvandet, Dänemark; 2: Rügen; 3: Mykene; 4: Ägypten; 5: Beneditto in Perillis, Italien; 6: Annenheim, Kärnten; 7: Leoben, Steiermark; 8: bei Fucinio, Italien; 9: bei Fucinio, Italien; 10: Beneditto in Perillis, Italien

Die Edda als Geschichtsquelle

Sozusagen als Nebenprodukt seiner Forschung, für uns aber um so erfreulicher, gelang Spanuth aufgrund der gewonnenen geschichtlichen Grundlagen die zeitliche Einordnung und dadurch eine klare Deutung der nordischen Sagen und Lieder der Edda, um die sich ganze Forschergenerationen vergeblich bemüht hatten. Viele Mythen und Sagen aus dem germanischen Raum sind tatsächlich viel älter als bisher angenommen. Ihre große Übereinstimmung mit dem Atlantisbericht, der Odyssee und anderen antiken Quellen ist so verblüffend, daß man die Lieder der Edda auch als eine Art Atlantisbericht bezeichnen kann. Dort wird von Asgard erzählt, der Stätte der Weltsäule, dem Wohnsitz der Götter, der Asen, deren Name von dem Wort Ass = Stützbalken, Firstbalken abgeleitet ist, Atl-Ass ist der Träger des Himmelsgewölbes, der Nordsäule.

Dieses Asgard ist von einem Pfostenwall umgeben wie der Tempel und die Königsburg auf der Basileia des Atlantisberichts, der Heiligen Insel im Bernsteinland, wo nach der Argonautensage im Gebiet des Atlas die Hesperiden die goldenen Äpfel behüten, genau wie das Idun in Asgard tut. Wie nach der griechischen Sage Phaeton in die Mündung des Eridanus stürzt, so stürzt die schreckliche Himmelserscheinung Fenrir in die Mündung des Flusses bei Asgard. So, wie die 10 Könige bei ihrem großen Thing einen langen, blauen Mantel tragen, so trägt Odin in Asgard den wunderbar gewirkten, blauen Himmelsmantel!

Die germanische Seherin Völa berichtet von Urzeiten, da die Asen auf dem Idafeld Essen setzten und Erz hämmerten. Das werden wohl die germanischen Griffzungenschwerter gewesen sein, die Ausrüstung für die große Wanderung. Es ist das Goldene Zeitalter, wie es die Gylfaginning nennt, in dem wahrhaft ungeheure Mengen an Gold nach dem Norden strömten, wohl als Gegenleistung für den intensiven Bernsteinexport in alle Welt.

Der Machtbereich der Atlanter

Nach dem Atlantisbericht herrschten über den ganzen Machtbereich der Atlanter 10 Zwillingskönige, aber nicht despotisch, wie orientalische Gottkönige, sondern durch ihr Vorbild, als Gleiche unter Gleichen. Sie erscheinen als die erste europäische Gemeinschaft, mit dem ersten Beistands- und Nichtangriffspakt der Weltgeschichte. Die Könige von Atlantis trafen sich nämlich alle 5, abwechselnd 6 Jahre auf der heiligen Insel Basileia, im Heiligtum des Poseidon (der spätere Friesengott Fosites), schworen Frieden und Beistand, berieten gemeinsame Angelegenheiten, legten in nächtlicher Stunde ihre wunderbar gewirkten, dunkelblauen Königsgewänder an und ließen bei der Glut ihrer Eidesopfer, an der Bernsteinsäule, nach den dort eingeritzten Anordnungen des Poseidon, als Richter und Gerichtete dem Rechte seinen Lauf.

In den nordischen Sagen sind natürlich auch die schweren Naturkatastrophen am Ende der Bronzezeit überliefert. Es ist die Rede von Ragnarök, dem Untergang der Götter. Muspilli, der Weltbrand, bricht aus mit Feuern, die vom Himmel fielen. Surt verbrennt die ganze Welt, Unerhörtes ereignet sich, die Welt stürzt, es zittert die Esche Yggdrasil, der erste Volkskrieg in der Welt bricht aus, große Schlachten gibt es auf der ganzen Erde.

Vier Jahre dauerte der Fimbulwinter - ohne Sonnenschein! Auch das finnische Kalevala-Epos überliefert diese Weltkatastrophe. Sogar die Tataren im Altaigebirge erzählen davon.

Der zu Ende des 13. Jahrhunderts von der Erde eingefangene große Planetoid hieß bei den Ägyptern Sekhmet. Die Syrer nannten ihn Anat, die indischen Parsen Gocihar, die Griechen und Römer Phaethon bzw. Typhon. In den Edden ist es der Surter aus Muspelheim.

Die Bedeutung der Forschung Spanuths

Jürgen Spanuths Entdeckungen haben ein neues Zeitalter der Geschichtsbetrachtung eingeleitet. Darauf ist die panische Reaktion der alten Professoren zurückzuführen, die mit Spott und Hohn, sogar teilweise mit Verleugnung ihrer eigenen Forschungsergebnisse - um Spanuth die Grundlagen zu entziehen - den "Bordelumer Pastor" fertigzumachen versuchen, nur um das alte "Ex Oriente Lux" aufrecht zu erhalten.

Spanuth hat diesen unfairen und schändlichen Angriffen seiner Gegner stets unerschütterlich standgehalten und schon 1955 eine Entgegnung herausgebracht, die 1980 neu aufgelegt wurde, mit dem Titel ...und doch: Atlantis enträtselt! In dieser Broschüre können seine Hauptthesen ganz klar nachgelesen werden, sozusagen im Feuer seiner Gegner hart geschmiedet.

Das wichtigste Forschungsergebnis Jürgen Spanuths ist die Erkenntnis, daß die griechische Kultur nicht eine Weiterentwicklung der Mittelmeer-Kulturen ist, sondern ihre Wurzeln im europäischen Norden hat. Sie wurde mit der Großen Wanderung zwar nicht freiwillig in den Osten hineingetragen, konnte sich aber in diesem nach der Katastrophe fast menschenleer gewordenem Raum allmählich zu jener Höhe entwickeln, die wir heute stolz unsere abendländische Hochkultur nennen.

Jürgen Spanuth und seine Ausgrenzung

Die überraschende Entdeckung der überragenden Kulturhöhe der Germanen und der Nachweis ihrer kulturschöpferischen Kraft im Süden bedeuten andererseits einen Verstoß gegen den herrschenden Zeitgeist. Eine Ausgrenzung dieser genialen Entdeckungen durch die etablierte Wissenschaft war daher zu erwarten. Daß man aber, offenbar in Ermangelung schlagkräftiger Einwände, mit diesem durchaus ernst zu nehmenden Wissenschaftler persönlich so unfair und standesunwürdig verfuhr, wie im folgenden an einigen Beispielen aufgezeigt wird, ist eine Schande in unserer "aufgeklärten" Zeit.

DIE AUSGRENZUNG DURCH PROF. KARL GRIPP, UNI KIEL

Gleich noch der Veröffentlichung seines ersten Buches, Das enträtselte Atlantis (1953 bei Union Deutsche Verlagsgesellschaft), bei dem ihn Fachleute aller in Frage kommenden Wissenschaftsgebiete unterstützt haben, wurde Spanuth von der Arbeitsgemeinschaft für Landes- und Volkstumsforschung in Schleswig zu einer Diskussion eingeladen, bei der unter Leitung des Prof. Karl Gripp fünf Stunden lang ohne Pause fünfzehn Herren ihre Manuskripte verlasen, die, so schreiben die Kieler Nachrichten, »in auffallender Einmütigkeit ihre ganze Kraft daran setzten, den Bordelumer Pastor herabzusetzen«. Erst am Schluß wurde Spanuth das Wort zu einer kurzen Entgegnung von 10-15 Minuten erteilt. Das Flensburger Tageblatt schrieb:

»Es war ein gut vorbereiteter Vernichtungskampf.«

Deutsche Nordseeküste heute und vor 3200 Jahren

Wenige Tage später wurde vom Geologischen Institut der Universität Kiel, dessen Leiter besagter Prof. Gripp ist, eine zweite Diskussion veranstaltet. Davor erklärte Prof. Gripp einem Journalisten gegenüber, daß er es ablehne, Spanuths Buch zu lesen und nicht mit Spanuth diskutieren werde, falls er anwesend sein werde. Es wurden dann wieder die gleichen Manuskripte vorgelesen wie in Schleswig und Spanuth bekam wiederum sehr wenig Gelegenheit zu entgegnen, und schon gar keine, sein Bildmaterial zu zeigen.

Die gelehrten Herrn mit bekannten Namen, wie Dr. Schwantes, Dr. Otto, Dr. Diller, Dr. Sprockhoff, Dr. Grabowski, stritten sogar ihre eigenen wissenschaftlichen Forschungsergebnisse ab, auf die sich Spanuth bei seinen Studien berufen hatte, nur um unbedingt gegen ihn aussagen zu können. Prof. Gripp bemerkte zum Beispiel zu dem aus Helgoländer Kupfer erzeugten germanischen Griffzungenschwertern:

»Spanuth ist ein Phantast, auf Helgoland hat es niemals Kupfer gegeben.«

Nachher stellte sich heraus, daß der Geologe Gripp selber in seinen Schriften 1933, und nochmals 1964, über das Vorkommen von Kupfererz auf Helgoland geschrieben hat!

DIE AUSGRENZUNG DURCH PROF. FELGENHAUER, UNI WIEN

Als ich einen Wiener Universitätsprofessor, der in Klagenfurt einen Vortrag hielt, anschließend auf die Forschungen Spanuths ansprach, erklärte er mir ganz kleinlaut:

»Wenn ich den Namen Spanuth in Wien ausspreche, muß ich um meinen Posten fürchten.«

Daraufhin suchte ich den für Ur- und Frühgeschichte zuständigen Herrn an der Universität in Wien auf, Prof. Felgenhauer. Zu meiner ersten Frage, warum der spektralanalytische Beweis nicht zur Kenntnis genommen werde, nach welchem die germanischen Griffzungenschwerter aus Helgoländer Kupfer hergestellt sind, sagte Felgenhauer

»Das gilt nur für den Erstguß.«

Etwas verblüfft erlaubte ich mir zu entgegnen:

»Na, Altmetallsammler waren das damals bestimmt keine!«

Im übrigen müßte auch bei Zweitgüssen bei Nachweis des für Helgoländer Erz so typischen Arsengehalts auf die selbe Herkunft geschlossen werden.

Zum zweiten Faktum, daß die Bernsteinwege alle vom Nordseeraum ausgehen, meinte Felgenhauer:

Antike Bernsteinrouten durch Deutschland

»In der Marsch gibt es auch Bernstein.«

Darauf entgegnete ich, daß gerade dieser Flußlauf ein Teilstück der römerzeitlichen Bernsteinstraße war, und da ist halt beim Transport einmal eine Ladung hineingefallen. Darauf sagte Feigenhauer:

»Der Transport kann auch in umgekehrter Richtung erfolgt sein!«

Die Ostsee als Bernsteineinfuhrgebiet! Nach dem Gespräch konnte ich dann vor der Tür des Professors in einigen Schaukasten etliche schöne Exemplare von germanischen Griffzungenschwertern bewundern. Es fehlen dabei aber jegliche Angaben von Fundort, Material und Kulturzuweisung. Hoffentlich hat man diese Schwerter nicht inzwischen weggeräumt, wie in Schleswig, wo die Griffzungenschwerter samt ihren Gußformen in den Keller des Museums Schloß Gottorf gewandert sind. Auch in andern deutschen Museen sollen bronzezeitliche Sammlungen entfernt worden sein, ähnlich wie es dem Rassensaal in Wien passiert ist. Auch Alte Geschichte scheint heute ein gefährlicher Gegenstand geworden zu sein!

VERUNGLIMPFUNG IM INTERNET

Auf 60 Seiten eines Internet-Artikels untersucht ein Franz Wegener vom Kulturförderverein Ruhrgebiet das »Atlantidische Weltbild« als Mythos, wie ihn Lanz von Liebenfels, Guido von List, Rudolf von Gorsleben und Herman Wirth auffaßten und wie er weiter seine Rolle spielte bei Alfred Rosenberg und Heinrich Himmler bis hin zur europäischen Rechten und zu deutschen Neonazis, wobei auch der Name Jürgen Spanuth aufscheint! Und zwar erwähnt Spanuth Tauchuntersuchungen, die die Deutsche Kriegsmarine im Auftrag der SS-Organisation »Ahnenerbe« 1943 bei Helgoland durchgeführt hat, worüber der Vorgeschichtler Peter Wiepert einen Bericht schrieb, in dem er Ruinen am Meeresgrund beschreibt, die Spanuth dann in den Jahren 1953 bis 1961 selbst aufgesucht und dokumentiert hat.

Mit solchen unterschwelligen politisch-ideologischen Zuordnungen des Internet-Artikels haben die Arbeiten Spanuths allein den Namen Atlantis gemeinsam.

AUSGRENZUNG AUCH BEIM BEGRÄBNIS

Als Jürgen Spanuth am 17. Oktober 1998 im 92. Lebensjahr starb, war es für mich nach langjähriger Freundschaft mit ihm eine selbstverständliche Pflicht, ihm das letzte Geleit zu geben und seine bedeutende Forschungsarbeit am Grabe zu würdigen. Da sich Spanuth in seiner Jugendzeit Österreich buchstäblich erwandert hatte und es auch immer als seine Heimat ansah, besorgte ich für den Trauerkranz eine Schleife in den Kärntner Farben mit der Aufschrift »Dein Grenzland Kärnten«. Diese Schleife aber wurde zu meiner größten Überraschung durch eine weiße ersetzt, auf der lediglich das Wort »Kernten« stand, (noch dazu mit »e« geschrieben). Bei der Totenmesse dann erwähnte der evangelische Pfarrer die lebenslange, wissenschaftliche Tätigkeit des Verstorbenen nur mit drei Worten und daß sie ohnehin umstritten sei, und verkündete, daß weltliche Ansprachen von der Familie abgelehnt werden. Das war Ausgrenzung bis ins letzte Glied.

ANERKENNUNG UND HOFFNUNG

Anerkennend muß gesagt werden, daß Spanuth 20 Jahre nach der standesunwürdigen sog. Diskussion von Kiel eingeladen wurde, dort seine Forschung in Wort und Bild darzulegen, und man sich für das damalige unfaire Vorgehen ihm gegenüber entschuldigte. Sehr oft fand Spanuth von unabhängigen Fachleuten begeisterte Anerkennung. Der Schweizer Gelehrte Prof. Emile Biollay bezeichnet Spanuths Forschungsergebnisse. als »die größte geschichtliche Entdeckung der Gegenwart« und der Wiener Prof. Dr. Schmied-Kowarzik stellte fest:

»Nach dieser bahnbrechenden Entdeckung sind damit große Aufgaben der Wissenschaft gestellt.«

Spanuth meint dazu:

»Diese Aufgaben wird die Wissenschaft nur lösen können, wenn sie die Mahnung Platons, der ja schließlich den Atlantisbericht niedergeschrieben hat, beherzigen wollte: Man muß die Wahrheit mit ganzer Seele suchen!«

Dennoch dauert die akademische Ausgrenzung Spanuths bis heute an, wobei Neid, Eigen- und Standesdünkel oder die am verläßlichsten wirksame Political Correctness eine Rolle spielen mögen. In jedem Fall verstellt sich die Wissenschaft damit selbst den Weg zu Fortschritt und neuen Erkenntnissen.


Weiterführende Literatur


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 5(4) (2001), S. 374-381.


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