Gregory Douglas: Revisionist oder Scharlatan?

Anfang Juni 2002 entbrannte in den USA ein offener Streit zwischen Gregory Douglas, Autor mehrerer Bücher über den ehemaligen Gestapo-Chef Heinrich Müller, auf der einen Seite und dem britischen Historiker David Irving sowie Mark Weber, Direktor des kalifornischen Institute for Historical Review auf der anderen Seite. Gefochten wurde auch mit unschönen Mitteln, wie etwa Angriffe auf tatsächliche oder auch nur unterstellte Charakterschwächen der Beteiligten. Während es sich selbstverständlich verbietet, diese Angriffe unter die Gürtellinie zu behandeln, scheint es aber um so notwendiger, die aufgeworfenen Sachfragen und Vorwürfe wissenschaftlicher Unredlichkeiten zur Diskussion zu stellen. Nachfolgend erfolgt daher zunächst eine Übersetzung im Journal of Historical Review veröffentlichten Rezension Mark Webers von G. Douglas Büchern sowie einer Erwiderung des kritisierten Autors. Daran schließt sich eine tiefgehende Analyse der gegen Douglas erhobenen Vorwürfe durch Germar Rudolf and, der als revisionistischer Verleger in die Schußlinie beider Streitparteien geriet und sich daher veranlaßt sah, den aufgeworfenen Sachfragen, die für die Geschichtschreibung von nicht unerheblicher Bedeutung sein können, auf den Grund zu gehen.


Auf der Suche nach der Wahrheit

Von Germar Rudolf

Einleitung

Dem Leser wird nicht verborgen geblieben sein, daß sowohl Webers Rezension als auch Douglas' Reaktion darauf angefüllt sind mit Attacken auf die jeweils andere Person. Es ist zwar üblich, Buchrezensionen nicht mit allen möglichen Quellenverweisen zu versehen, wie dies Mark Weber auch hier tat; es ist aber zumindest sehr ungewöhnlich, sich in einer Rezension nicht so sehr dem besprochenen Buch als vielmehr der Person des Autors zu widmen und gegen ihn massive Anschuldigungen (»Fälscher«) zu erheben. Derartige Vorwürfe müssen bewiesen werden, bevor sie unkommentiert in einer wissenschaftlichen Zeitschrift wie dem Journal of Historical Review abgedruckt werden, denn wenn sie nicht beweisbar sind, so hat der Autor selbst den kriminellen Tatbestand der Verleumdung erfüllt. Daß Weber deswegen bisher nicht mit einem Straf- und/oder Zivilverfahren überzogen wurde - wo er seine Anschuldigungen hätte beweisen müssen, um einer Bestrafung zu entgehen -, kann er nur dem zweifelhaft glücklichen Umstand verdanken, daß sowohl er als auch G. Douglas an der Armutsgrenze leben und G. Douglas daher bisher nicht klagen konnte.

Die Leser der Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung sind sich aber sicher bewußt, daß es nicht immer die Wahrheit ist, die in Gerichtssälen festgestellt wird, so daß wir uns nachfolgend nicht auf strafrechtliche Fragen konzentrieren, sondern vielmehr den Tatsachen zuwenden wollen.

In den letzten Jahren hat sich Gregory Douglas vermehrt publizistisch zur Geschichte des Dritten Reiches und zu anderen zeitgeschichtlichen Fragen geäußert und wird dies aller Voraussicht nach auch in Zukunft tun. Es ist daher angebracht, der in diesem Zusammenhang aufgeworfenen Frage der Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit der Person und der Arbeiten von Gregory Douglas erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken.

Wesentlich massivere Vorwürfe, als sie von Mark Weber im oben wiedergegebenen Beitrag erhoben wurden, werden vom britischen Historiker David Irving auf dessen Website erhoben. Da diese jedoch recht zusammenhanglos und unübersichtlich über mehrere Dokumente verstreut sind, können sie hier nicht vollständig wiedergegeben werden. Der interessierte Leser muß sich daher per Internet selbst Zugang zu diesem Konvolut verschaffen. Wegen der Massivität von Irvings Vorwürfen werden diese nachfolgend teilweise zitiert und entsprechend untersucht.

Die Vorgeschichte

1994 erhielt Dr. Sudholt vom Druffel Verlag von dem amerikanischen Schriftsteller Gregory Douglas ein Manuskript, das angeblich ein vom Autor kommentiertes, 1948 von den Amerikanern in der Schweiz angefertigtes Vernehmungsprotokoll des ehemaligen Gestapochefs Heinrich Müller sein sollte. Demnach sei Müller bei Kriegsende aus Berlin in die Schweiz geflohen und habe den USA 1948 beim Ausbruch des Kalten Krieges seine Hilfe zur Bekämpfung des Kommunismus angeboten, was von den USA gerne angenommen worden sei.

Da ich zu jener Zeit als revisionistischer Autor meines Gutachtens[1] und des Buches Vorlesungen zur Zeitgeschichte[2] gerade meine ersten Erfolge gehabt hatte und ich mir auch wegen der laufenden Arbeiten als Herausgeber des in Vorbereitung befindlichen Buches Grundlagen zur Zeitgeschichte[3] offenbar schon einen Namen als "Experte" in Sachen Holocaust gemacht hatte - wie schnell man doch zum Experten avanciert! -, bat mich Herr Dr. Sudholt anläßlich meines ersten Besuches in seinem Verlagsbüro, das ihm vorliegende Manuskript doch bitte daraufhin zu prüfen, ob die von Müller während seiner Vernehmung durch die Amis gemachten Aussagen zu den Konzentrationslagern und zur Endlösung mit meinen Erkenntnissen als Revisionist übereinstimmten. Dr. Sudholt äußerte seine Besorgnis, er könne dem Revisionismus schaden, wenn sich herausstelle, daß die Angaben Müllers revisionistischen Erkenntnissen zuwiderliefen.

Nach Lektüre der mir von Dr. Sudholt vorgelegten Passagen teilte ich ihm meine Ansicht etwa wie folgt mit: Heinrich Müllers Aussagen über Auschwitz decken sich voll mit revisionistischen Erkenntnissen, nämlich daß es dort weder Gaskammern noch eine Massenvernichtung gegeben hat. Müllers Aussage ist diesbezüglich eindeutig, da Auschwitz innerhalb der Jurisdiktion der Gestapo lag und diese im Lager selbst sogar eine Zweigstelle hatte. Er gibt daher an, genau zu wissen, was dort vorging und was nicht. Im Bezug auf die Lager der sogenannten Aktion Reinhardt jedoch ist Müllers Aussage sehr vage. Diese Lager lagen außerhalb der Reichsgrenzen und unterstanden der SS. Er weiß von Untersuchungen von SS-Richtern über Unregelmäßigkeiten in Lagern im Osten zu berichten, und geht davon aus, daß es insbesondere in den Lagern Globocniks, also vornehmlich in Treblinka, Sobibor und Belzec, zu Massakern gekommen ist. Aus seinen Ausführungen ergibt sich eindeutig, daß seine Kenntnisse bezüglich dieser Lager auf Aussagen Dritter, Hörensagen, Gerüchten und womöglich nach dem Krieg Gehörtem beruhen. Wahrscheinlich war Müller 1945-1946 ebenso von den "Erkenntnissen" des Nürnberger Tribunals beeindruckt und beeinflußt worden wie auch die meisten anderen ehemaligen hohen Tiere des Dritten Reiches. Ich teilte Herrn Dr. Sudholt daher mit, ich hätte keine Bedenken gegen die Aussagen Müllers, denn offenbar weiß er in Sachen östliche Lager nicht genau, wovon er spricht. Seine Ausführungen eigneten sich daher nicht, die Erkenntnisse revisionistischer Forschungen zu widerlegen. Man könnte sogar andersherum argumentieren: Hätte es in den östlichen Lagern tatsächlich die behaupteten Massaker gegeben, so wäre der Chef der Geheimpolizei wohl einer der ersten gewesen, der darüber konkrete Kenntnisse erlangt hätte.

Peter Stahls unter dem Pseudonym Freiherr von Mollendorf 1969 im Selbstverlag herausgegebene Broschüre Fakes & Frauds of the Third Reich
(Zum Vergrößern anklicken)

Dr. Sudholt teile mir ferner mit, der amerikanische Verleger des Autors habe sich geweigert, das Buch zu verlegen, da er rechtliche Interventionen der U.S.-Regierung befürchtete, zumal die von Douglas zur Veröffentlichung vorgesehenen Dokumente aus den privaten Händen eines Geheimdienstlers stammten und von der U.S. Regierung nicht deklassifiziert worden seien. Aus diesem Grunde wurde das Buch 1995 zuerst in deutscher Sprache veröffentlicht.[4]

Mitte 1996 erschien in den inzwischen eingestellten Staatsbriefen eine vernichtende Rezension des ersten Gestapo-Müller-Bandes von Steffen Werner,[5] der seine Kritik in erster Linie auf die angebliche technische und logistische Unmöglichkeit der von Müller beschriebenen Flucht aus Berlin in die Schweiz konzentriert. Eines von Werners Argumenten ist, Müller habe nicht, wie behauptet, in einem Fiseler Storch von Berlin zur Schweizer Grenze fliegen können, da die Reichweite dieses Flugzeugs nicht groß genug gewesen sei. Übersehen hat Werner dabei freilich, daß ein Fiseler Storch mit Zusatztanks durchaus die Schweizer Grenze erreichen konnte. Aber hier ist nicht der rechte Ort, Werners Rezension einer Kritik zu unterziehen.[6]

Etwa ein Jahr später erschien im Druffel Verlag ein zweiter Band mit weiteren kommentierten Auszügen aus den Müller-Verhören.[7] Ermutigt durch die Tatsache, daß ein deutscher Verlag die Veröffentlichung wagte, erschien der erste Band 1995 auch auf Englisch, gefolgt von zwei weiteren Bänden mit Auszügen aus den Müller-Verhören sowie einem Band mit Auszügen aus dem Tagebuch, das Müller in den USA nach dem Kriege geführt haben soll.[8]

Wegen ihres revisionistischen Inhalts wurden die beiden deutschen Ausgaben 1996 bzw. 1997 auf Anordnung des Amtsgerichts Starnberg eingezogen und verbrannt.[9]

Zur Person des Autors

Dr. Sudholt teilte mir anläßlich unseres ersten Gespräches 1994 mit, Gregory Douglas sei das Pseudonym eines amerikanischen Autors, der Verbindungen zur amerikanischen Geheimdienstszene habe. Persönlichen Kontakt nahm Herr Douglas mit mir in den USA Anfang 2001 auf. Meine Telefonnummer hatte er von dem inzwischen verstorbenen Washingtoner Revisionisten Andrew Gray erhalten, der mich als "die kommende Größe" und "den führenden Kopf" des Revisionismus beschrieben habe, so Douglas. Da Herr Douglas offenbar sehr mitteilungsbedürftig und ich einsam und somit ein guter Zuhörer war, rief er mich in der Folgezeit immer häufiger, bald täglich an und hielt seine manchmal stundenlangen Monologe über Gott, die Welt und sein ereignisreiches Leben. Einige seiner Geschichten über seine Beziehungen zu wichtigen Persönlichkeiten und Verwicklung in allerlei Gaunergeschichten, bei denen er stets als Held auftrat, klangen recht wild und unglaubhaft. Mir boten seine Telefongeschichten aber die Möglichkeit, mich besser in den amerikanischen Akzent und die Umgangssprache hineinzuhören, so daß ich ihn gewähren ließ. Aufgrund meiner Schafsgeduld mit seinen endlosen Gesprächen faßte Douglas schließlich soviel Vertrauen zu mir, daß er mich schließlich sogar zu sich nach Hause einlud, wo ich quasi in seine intimsten Geheimnisse eingeweiht wurde.[10]

Nachfolgend fasse ich zusammen, was ich in all den Monaten über ihn als Person erfahren habe.

Nach einiger Zeit gestand mir Douglas, daß sein richtiger Name Peter Stahl sei - er zeigt mir seine Ausweispapiere -, er aber häufig die beiden Vornamen seines unehelichen Sohnes verwendet habe, der 1993 anfing, Zeitungsartikel über Gestapo-Müller zu schreiben und ihn dazu inspiriert habe, die Sache in Buchform auszuarbeiten. Es sei dann auch sein Sohn gewesen, der die Autorenverträge mit dem US-Verleger der Gestapo-Müller-Bücher unterzeichnet und die Tantiemen für die Bücher erhalten habe.

Peter Stahl selbst wurde 1933 in Deutschland geboren. Wegen der damals in Deutschland herrschenden Armut wanderte seine Familie 1934 in die USA aus, wo sie allerdings offenbar noch mehr von Armut geplagt wurde, so daß seine Eltern ihn schließlich zur Adoption freigaben. Peter Stahl wurde schließlich von deutschstämmigen Amerikanern adoptiert und aufgezogen. Als junger Erwachsener erforschte Stahl seine Herkunft und fand unter anderem heraus, daß seine leibliche Mutter eine geborene Müller gewesen war, deren Familie ursprünglich aus dem Elsaß stammt.

Stark beeinflußt von seinem deutschnationalen Adoptivopa zeigte sich Stahl schon in seiner Kindheit an allem hochinteressiert, was mit Deutschland und dem Dritten Reich zu tun hat. Auch die Niederlage Deutschlands konnte dem keinen Abbruch tun. In seiner Jugendzeit wandte sich Stahl u.a. dem Sammeln von und Handel mit NS-Devotionalien zu und brachte es rasch sowohl zu einem hohen Kenntnisstand der Materie als auch zu einem nicht unerheblichen Wohlstand, da der NS-Devotionalienmarkt in den 50er bis 70er Jahren in den USA ein gigantisches Geschäft war. Über Hitler-Malereien fand Stahl auch den Weg in die Malerei und Bildhauerei, und zwar sowohl als aktiver Künstler als auch als Händler.

Seine Vorliebe für alles Deutsche und seine offene Bewunderung für viele Aspekte des Dritten Reiches brachten ihn 1963 in Kontakt mit einem Herrn, der sich zunächst einfach als ehemaliger Jagdflieger der Weltkriegs-Luftwaffe vorstellte, sich aber später als ehemaliger Pilot der Führerbegleitstaffel zu erkennen gab. Nach kurzer Zeit des Kennenlernens wurde Peter Stahl schließlich einem Freund dieses Herrn vorgestellt, der nach einiger Zeit seine wirkliche Identität preisgab: Gestapo-Chef Heinrich Müller. Anläßlich eines Gespräches über Stahls Familienhintergrund ergab sich eine große Überraschung, jedoch habe ich Herrn Stahl versprechen müssen, diese nicht preiszugeben, so daß wir warten müssen, bis er sie selbst veröffentlicht. Meine Versuche, seine Angaben zu überprüfen, sind aufgrund bundesdeutscher Datenschutzbestimmungen gescheitert. Würde Stahl seine nur im engen Freundschaftskreis aufgestellte Behauptung öffentlich beweisen, so würde seine Glaubwürdigkeit massiv gestärkt werden, aber darauf scheint er keinen Wert zu legen.

Zwei der von Peter Stahl verfaßten unverfänglichen Broschüren über Aspekte der Wehrmacht
(Zum Vergrößern anklicken)

The Stanford Daily, Dienstag, 1. März 1979
(Zum Vergrößern anklicken)

In den folgenden zwanzig Jahren bis zum Tod von Heinrich Müller im Jahr 1983 entwickelte sich eine sehr enge und intensive Freundschaft zwischen Stahl und Müller. Sie verbrachten sehr viel Zeit mit gemeinsamen Aktivitäten. Stahl kitzelte in jenen Jahren so viele Informationen wie nur möglich über das Dritte Reich aus Müller heraus, was die Grundlage für die beeindruckenden geschichtlichen Kenntnisse Stahls über jene Epoche ist.

Bestätigt werden diese biographischen Angaben von den engen Freunden Peter Stahls, denen ich nach und nach persönlich vorgestellt wurde und die mir unter vier Augen unaufgefordert und jeder auf seine Weise wiederholten, was mir Herr Stahl bereits mitteilte. Wenn Stahl also in dieser Hinsicht die Unwahrheit berichtet, so hat er dies seit Jahrzehnten zumindest konsistent und widerspruchsfrei getan.

Sein erstes Buch in zwei Bänden veröffentlichte Peter Stahl 1969 unter dem Pseudonym Freiherr von Mollendorf.[11] Darin enthüllt er den auf dem NS-Devotionalienmarkt blühenden Handel mit Fälschungen. Es stellte sich als vorteilhaft heraus, für diese Bücher ein Pseudonym verwendet zu haben, denn durch diese Bücher verloren die Sammlungen viele Liebhaber über Nacht ihren Wert, das millionenschwere Geschäft vieler dubioser Händler wurde zerstört, und nicht wenige der "Geschädigten" hegten einen tiefen Groll gegen den Autor dieser Broschüren. Nach einer Reihe weniger verfänglicher Bücher und Broschüren über Waffen, militärische Einheiten und Devotionalien des Zweiten Weltkrieges[12] legte Stahl 1990 noch einmal nach und enthüllte weitere Devotionalien-Fälschungen und Machenschaften ihrer Fälscher: The Crooked Cross, A History of Counterfeit Third Reich Memorabilia, diesmal sicherheitshalber unter einem neuen Pseudonym: Mike Hunt.

Aus seinen Veröffentlichungen wie auch seinen mündlichen Berichten geht also hervor, daß Stahl nicht nur intime Kenntnisse über den NS-Devotionalienmarkt hat, sondern auch über den grauen Markt gefälschter Devotionalien. Folgt man seinen Worten, so war er selbst wiederholt mit der Produktion, Beschaffung und Veräußerung von Nachahmungen von NS-Devotionalien beschäftigt. Er gibt an, diese Nachahmungen unter ausdrücklicher Angabe ihres Replikationscharakters an Händler verkauft zu haben, jedoch habe er immer wieder erlebt, daß diese Händler seine Immitationen dann als "echte" Devotionalien an Sammler weiterverkauften. Dies sei der Hintergrund für sein Wissen über den großen Markt nachgemachter, dann aber unter falschem Etikett vermarkteter NS-Devotionalien. Es handle sich daher bei den Replikas weniger um Fälschungen, als es sich bei den NS-Devotionalienhändlern um Betrüger handele.

Den Berichten, Handlungen und Beziehungen Peter Stahls kann man eindeutig entnehmen, und er hat dies auch ausdrücklich bestätigt, daß er eine professionelle Ausbildung als Agent genossen hat. Er gab auch zu, zu verschiedenen Zeiten für die USA, Deutschland und Rußland gearbeitet zu haben, in welcher Funktion und zu welchen Anlässen ist mir jedoch nicht bekannt. Was sich aber sowohl aus seinen Berichten entnehmen als auch von dritter Seite bestätigen läßt, ist die Tatsache, daß Stahl seit Jahrzehnten bei der Aufdeckung von Fälschungen, Betrügereien und vom Handel mit Diebesgut auf dem internationalen Devotionalien-, Kunst- und Dokumentenmarkt aktiv ist, als Agent jedoch nur wenig Spuren hinterläßt, die diese Tatsachen belegen. Drei Beispiele mögen dies illustrieren.

Auguste Rodin

Albert Elsen, Professor an der Universität Stanford, galt als einer der bekanntesten Experten für die Kunstwerke des französischen Künstlers Auguste Rodin. 1954 hatte das Rodin-Museum in Paris verkündet, es werde eine limitierte Anzahl von Kopien einiger Rodin-Bronzeskulpturen gießen. Anfang 1974 verschenkte B. Gerald Cantor, ein Investment Banker aus Los Angeles, 158 dieser Skulpturen zur Einrichtung eines Rodin-Skulpturgartens an die Universität Stanford, und Prof. Elsen bestätigte den gigantischen Wert dieser Schenkung von "echten" Rodin-Skulpturen auf 3,5 Mio. Dollar. Es darf angenommen werden, daß Cantor der damaligen Rechtslage folgend den von Prof. Elsen deklarierten Wert dieser Schenkung bei seiner nächsten Steuererklärung als abzugsfähige Spende deklarierte.

Nun wäre dies allein eine Sache zwischen dem US-Finanzamt und Herrn Cantor gewesen, wäre da nicht George Schattle gewesen, der Ende der siebziger Jahre versuchte, vier echte Rodin-Skulpturen von Prof. Elsen schätzen zu lassen, die laut Schattle angeblich aus Görings Kunstsammlung stammten, wohin sie als Beutegut der Wehrmacht nach dem Feldzug gegen Polen gelangt seien. Prof. Elsen verlangte daraufhin die sofortige Übergabe der Skulpturen an ihn, damit er sie den rechtmäßigen Eigentümern in Polen zurückgeben könne, was ihm Herr Schattle aber verweigerte. Daraufhin startete Prof. Elsen eine Verleumdungskampagne gegen Schattle und seine Kunstwerke, indem er behauptete, Schattle würde versuchen, gefälschte Rodin-Skulpturen zu verkaufen, wogegen sich Schattle mit einer Zivilklage wehrte. Zu Hilfe eilte ihm auf Anfrage Peter Stahl, der sich der Sache annahm und schnell herausfand, welchen Schwindel Cantor und Elsen abgezogen hatten. Er verfaßte diesbezüglich ein (nie veröffentlichtes) Manuskript des Titels Rodin: The Anatomy of a Fraud (R.: Anatomie einer Fälschung) unter dem Pseudonym Friedrich Hasek mit dem Ziel, Prof. Elsen zu einer Überreaktion zu treiben, was auch perfekt gelang (vgl. den umseitig wiedergegebenen Zeitungsartikel). Die von Schattle initiierte Zivilklage endete aufgrund von Elsens Ausfällen und der vernichtenden Beweislage schließlich mit einer außergerichtlichen Einigung, bei der Prof. Elsen drei Millionen Dollar Schadensersatz zahlte und sich verpflichtete, jeden Angriff auf Schattle und die Echtheit seiner Skulpturen zu unterlassen.[13] Peter Stahl informierte schließlich verschiedene Kunstmagazine über seine Entdeckungen.[14]

Berlin Document Center

Ende der achtziger Jahre bemerkten die deutschen Behörden einen umfangreichen Diebstahl von Dokumenten aus dem Berlin Document Center. Der für die Ermittlungen zuständige leitenden Staatsanwaltschaft Detlev Mehlis wandte sich zur Auffindung und Festsetzung der zumeist in den USA ansässigen Täter an Peter Stahl. Dank dessen Ermittlungsarbeit wurde es schließlich möglich, viele der gestohlenen Dokumente sicherzustellen und eine große Anzahl von Tätern festzunehmen.[15]

Die Hitler-Tagebücher

Das letzte Beispiel betrifft die berühmt-berüchtigten gefälschten Hitler-Tagebücher des Konrad Kujau. Wolfgang Schultze war ein in Florida ansässiger Händler mit NS-Devotionalien mit sächsischem Akzent. Da Peter Stahl im gleichen Geschäft tätig war, kannten sich beide Herren. Schultze war bekannt, daß Stahl detaillierte historische Kenntnisse über das Dritte Reich und Adolf Hitler hatte. Eines Tages frug Schultze daher, ob Stahl ihm eine tägliche Aufstellung der Ereignisse liefern könne, in die Hitler im Dritten Reich während eines beliebigen Jahres verwickelt war. Diese Daten würden für ein Buchprojekt benötigt und würden entsprechend mit "Sachgegenständen" (wertvollen Devotionalien) bezahlt werden. Stahl willigte ein und verfaßte in einer drei Monate währenden Arbeit aufgrund umfangreicher Literaturstudien und eigener Kenntnisse eine Tag-für-Tag-Aufstellung von Hitlers Tätigkeiten für ein bestimmtes Jahr.

Mit der Zeit lernte Stahl Schultze besser kennen. Er bemerkte Schultzes sächsischen Akzent sowie die Tatsache, daß dieser fast ausnahmslos in NS-Devotionalien von Garnisonsstädten aus Mitteldeutschland handelte. Da es verboten ist, Militaria aus der DDR auszuführen, lag die Schlußfolgerung nahe, daß Schultze im offiziellen Auftrag der DDR Devisen eintrieb, was Schultze letztlich in einem Gespräch mit Stahl auch zugab.

Als Schultze auf Stahls Nachfragen auswich, wann denn nun das Buch erscheine, zu dem er beigetragen hatte, gab Stahl dem Stasi-Mann zu verstehen, daß das FBI sicher an einem Gespräch mit Stahl über Schultze interessiert sei. Daraufhin gab Schultze zu, Stahls Ausführungen seien von einem weiteren Stasi-Mann namens Konrad Kujau übersetzt, umformuliert und mit einer Hitler-Handschrift in ein altes, in Deutschland antiquarisch erworbenes leeres Tagebuch übertragen worden, das schließlich dem Texaner Billy F. Price für eine Million Dollar verkauft worden sei.[16] (Dies war, wie sich später herausstellte, ein "Probelauf" für die später dem stern verkauften "Hitler-Tagebücher".) Unter diesen Umständen lehnte Stahl ein weiteres Angebot Schultzes zur Verfassung weiterer Jahrgänge von Hitlers täglichen Tätigkeiten ab.

Als dann allerdings wenige Jahre später der Skandal um die gefälschten Hitler-Tagebücher aufflog, kam Stahl wiederum auf Schultze zu und erhielt nach Hinweis auf das FBI erneut all die Informationen, die er haben wollte: Schultze und Kujau hätten diese Aktion im Auftrag der Stasi durchgezogen, um in Westdeutschland Devisen für die DDR abzuschöpfen. Der stern-Reporter Gerd Heidemann habe mit ihnen von Anfang an unter einer Decke gesteckt, und als Belohnung sei er mit einer Gewinnbeteiligung, einer (falschen) Göring-Uniform und (falschem) Rosenthal-Geschirr bezahlt worden. Diesen Hintergrund legte Stahl in einem Interview nieder, das ein Stern-Reporter damals in Grass Valley, Kalifornien, mit ihm führte, nachdem die Fälschung bereits aufgeflogen war. Dieses für den stern recht peinliche Interview wurde nie verwendet, legte aber die Grundlage zur Verurteilung von Kujau und Heidemann.[17]

Im Gegensatz zu den ersten beiden hier angeführten Beispielen, habe ich Stahls Darstellungen über seine Rolle bei der Erstellung der "Hitler-Tagebücher" und ihrer Enthüllung nicht überprüft. Zumal der Fall für weites Aufsehen sorgte und die Täter in Gerichtsverfahren wie auch in verschiedenen Veröffentlichungen geständig waren und sind und nun allgemein bekannt sind, gehe ich einfach davon aus, daß Stahl selbst in dieser Angelegenheit keine schmutzigen Hände hat. Er mag seine eigene Rolle übertrieben haben, wäre dann aber höchstens ein Angeber.

David Irvings Angriffe auf Gregory Douglas/Peter Stahl

Vorgeschichte

Der kürzlich verstorbene Charles Hamilton war einer der angesehensten Experten für Handschriften.[18] 1997 veröffentlichte Hamilton sein letztes Buch, Band zwei des Werkes Leaders and Personalities of the Third Reich.[19] Bei seinen Recherchen zu diesem Buch, für das er originale handschriftliche oder unterzeichnete Dokumente von Größen des Dritten Reiches sammelte, kaufte oder auslieh, erhielt Hamilton auch vom britischen Historiker David Irving Dokumente. Über seine Erfahrungen mit Irving berichtete Hamilton in einem Schreiben an Gregory Douglas wie folgt (Auszug):[20]

»[...] Lieber Gregory: [...]

Ich dachte, ich halte Dich auf dem laufenden über meine Probleme mit David Irving.

Er hat mir jede Menge Dokumente von Hitler und anderen Persönlichkeiten geschickt zum Verkauf bei meinen Versteigerungen. Bis zu diesem Monat hat es keine Probleme gegeben, aber es ist schrecklich, sich mit Irving abzugeben. Kein Benehmen und sehr rüde.

Die letzte Ladung erhielt eine Anzahl Hitler-Dokumente. Ich mußte Irving mitteilen, daß einige davon mechanisch unterzeichnet worden waren, woraufhin er sehr ausfällig wurde ... wie üblich.

Der Hamilton-Biref an David Irving (Zum Vergrößern anklicken)

Ich hatte so meinen Verdacht über die Herkunft von einigen dieser Dokumente und fand ein Rundschreiben eines ehemaligen sowjetischen Archivs über gestohlene Hitler-Papiere. Und siehe da, eines dieser Irving-Stücke stellte sich als gestohlen heraus.

Nun, wie Du weißt, ich bin in diesen Dingen vorsichtig, weshalb ich etwas tiefer grub und entdeckte, daß alle diese Irving-Stücke über die letzten Jahre aus verschiedenen Archiven entwendet worden waren.

Ich habe Irving darüber natürlich informiert, und er wurde sehr ausfällig und meint, er habe keine Ahnung (ha!!), daß sie gestohlen worden seien (aber alle scheinen von Archiven zu stammen, die er aufgesucht hatte), um dann kategorisch zu verlangen, daß die Dokumente sofort zurückgesandt werden!

Als ich ihm mitteilte, diese Stücke würden ihren rechtmäßigen Eigentümern zurückgegeben, ging er erst richtig auf mich los! Er verlangte die Dokumente zurück und drohte mir, mich wegen Diebstahls (sic!) seiner (gestohlenen) Dokumente zu verklagen! Er sagte zudem, daß er mich wegen Verleumdung verklagen werde, sollte ich jemals seinen Namen im Zusammenhang mit dieser ganzen Sache nennen!

Er wird die Dokumente selbstverständlich nicht zurückbekommen, und er kann sich verdammt glücklich schätzen, wenn ihm der Zutritt zu diesen Archiven nicht dauerhaft verwehrt wird. Er hat einen schlechten Ruf wegen seines Handels mit sehr, sehr dubiosen Nazi-Relikten, und nun das!

Ich denke, ich habe einen Fehler gemacht, als ich mit dem Hinweis abfackelte, Peter Stahl wisse alles über seine Schwindeleien und Betrügereien. Ich bin sicher, daß er Stahl nun haßt und sich nun gegen ihn wenden wird!

Ich habe es verpfuscht, aber er wird sich womöglich darüber im klaren sein, daß ich mich nicht mehr mit ihm abgeben kann. (J. Costello teilte mir vor drei Jahren mit, daß Irving seine Aktentasche im National Archiv mit originalen Dokumenten vollstopfte.)

Noch einmal danke für Deine Höflichkeit, und ich verspreche, Deinen Namen aus diesen bedauerlichen Vorgängen herauszuhalten.

Dein Freund [gez. Charles Hamilton]«

Laut Peter Stahl war der Handel mit echten und "dubiosen" NS-Devotionalien und Dokumenten über Jahrzehnte eine erhebliche Einnahmequelle für David Irving. Da Stahl selbst in dem Geschäft mit Devotionalien tätig war, gibt er an, viele Einzelheiten über Irvings Geschäfte zu kennen. In einer Email teilte mir Irving allerdings jüngst mit, er habe niemals mit NS-Devotionalien gehandelt. Tatsache ist aber, daß der oben zitierte Ch. Hamilton von einem diesbezüglich schlechten Ruf Irvings weiß und daß sich Irving und Stahl offenbar mindestens seit Ende der siebziger Jahre kannten. Der Grund dafür kann wohl nur sein, daß Irving eben doch mit dem Handel von NS-Devotionalien befaßt war - wozu auch NS-Dokumente gehören -, was wenig überraschend wäre, zumal viele Historiker, Forscher und Schriftsteller dieser Epoche ihren Zugang zu derartigen Materialien gewinnbringend auszunutzen wußten. Das ist weder moralisch verwerflich noch ist dies hier ein Streitpunkt.

1977 veröffentlichte Irving sein umstrittenes Buch Hitler's War.[21] Die darin vertretene These, Hitler habe nichts von der "Endlösung" gewußt, verstanden als Massenvernichtung der Juden, brachte ihm massive Angriffe seitens der etablierten Historikerzunft ein. Da Irving offenbar keinen dokumentarischen Beweis für seine These finden konnte, wandte er sich schließlich an verschiedene Experten, darunter auch an Dr. Charles B. Burdick, Dekan an der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften an der Staatsuniversität von San Jose.[22] Dr. Burdick kannte Peter Stahl sehr gut, da letzterer ihm verschiedentlich zeitgeschichtliche Dokumente zukommen ließ. Burdick arrangierte ein Treffen zwischen Stahl und Irving, bei dem Irving Herrn Stahl um dessen Hilfe bei der Suche nach einem Dokument bat, welches Hitlers Unwissen über die Endlösung belegt. Was sich daran anschloß, wird von Peter Stahl wie folgt dargestellt:[23]

Da Stahl trotz Recherchen in verschiedenen Archiven keinen Erfolg vermelden konnte, wurde Irving mit der Zeit immer aufdringlicher und aggressiver. Um den lästigen Irving endgültig abzuwimmeln, empfahl Michael Shea, ein Bekannter Stahls, der einige Zeit in Deutschland verbracht hatte und somit rudimentäre Deutschkenntnisse hatte, man möge Irving doch einfach eine Verulkung in den Rachen werfen. So setzte sich Shea schließlich hin und tippte in seinem gebrochenen Deutsch etwas zusammen, was Himmler an Pohl geschrieben haben könnte, klebte einen Briefkopf Himmlers darüber und seine Unterschrift darunter, und da er keine Ahnung vom Rang Pohls oder dessen Adresse hatte, ließ er all dies einfach weg.

Dieser grotesker Text Sheas kann in der hier wiedergegebenen Abbildung bewundert werden. Füt jeden des Deutschen Mächtigen ist sofort ersichtlich, daß es sich dabei um eine groteske Parodie handelt. Sogar Stahl, der nur begrenzte Deutschkenntnisse besaß, bemerkte dies und zögerte daher, dieses Machwerk Sheas überhaupt zu verwenden. Da David Irving aber hartnäckig irgend etwas von Stahl forderte - er rief sogar wiederholt rücksichtslos mitten in der Nacht an -, diktierte Stahl ihm das "Dokument" schließlich im Juni 1980 übers Telefon. Irving schrieb nieder, was Stahl im diktierte, und war nicht nur hellauf begeistert von diesem Fund, sondern versuchte fortlaufend, den widerborstigen Stahl dazu zu bewegen, ihm entweder das Original oder doch eine hochwertige Kopie dieses "Dokumentes" zuzusenden. Stahl konnte nicht fassen, daß Irving, der des Deutschen perfekt mächtig ist, trotz des offenbar grotesken Deutsch und der absurden Formfehler dieses "Dokuments" so hartnäckig darauf bestand, das Dokument zu bekommen, und spielte auf Zeit, hoffend, daß Irvings blinder Fanatismus schließlich der Vernunft weichen und er aufhören würde, ihn zu belästigen. Doch nichts half. So übersandte er Irving schließlich Ende Juli 1980 das "Dokument", jedoch statt des erwarteten Wutanfalles rief Irving nach Erhalt der Sendung bei Stahl an, bedankte sich herzlich bei ihm und sandte ihm anschließend als Dank ein Rommel-Bild mit dessen eigenhändiger Unterschrift.

Doch damit war die Sache noch nicht ausgestanden. Nachdem die ersten Bände über Gestapo-Müller erschienen waren, wurde Stahl von dem ihm bekannten Dokumentensammler Thomas L. Shutt II kontaktiert, der ihm die Kopie eines interessanten Dokuments über die Konzentrationslager versprach. Als Stahl diese Kopie schließlich mit der Post erhielt, erkannte er sofort, daß es sich dabei um Sheas groteskes Elaborat handelte. Shutt gab auf Rückfrage an, er habe dieses Dokument von Irving erhalten, der es ihm als wertvolles und wichtiges Dokument angepriesen und geschenkt habe.[24]

Etwa um die Zeit, als Charles Hamilton auf Irvings oben erwähnte Drohungen hin mit den Kenntnissen Peter Stahls "zurückgedroht" hatte, nahm Irving mit dem deutschen Verleger Kontakt auf, um in davon abzubringen, die Gestapo-Müller-Bücher zu veröffentlichen, da Peter Stahl ein bekannter Fälscher sei.[25] Im April 1996 schreibt Irving einen (unveröffentlichten) Leserbrief an den Londoner Observer, in dem er seine Fälschungsvorwürfe wiederholte, und er veröffentlicht diesen Brief auf seiner Website.[26] Im Jahr 1997 findet sich der erste Eintrag in seinem nun im Internet ausgehängten Tagebuch, das Stahl ebenfalls als Fälscher bezeichnet,[27] gefolgt von einer ähnlichen Erwähnung in seinem Action Report von 1998.[28]

Zusammen mit ähnlichen Attacken von Mark Weber vom IHR (vgl. weiter unten) führen diese Einträge dazu, daß nach anfänglichem Erfolg der Verkauf eines neuen Buches von Gregory Douglas über die Ermordung John F. Kennedys[29] ins Stocken kommt, da die gegen Stahl/Douglas erhobenen Fälschungsvorwürfe Verschwörungstheoretiker, Kritiker und Rezensenten von dem Buch zurückschrecken lassen. Als Reaktion auf diese Diffamierungskampagne starten Gregory Douglas und Peter Stahl im Juni 2002 ihre eigenen Webseiten,[30] auf die Irving umgehend mit einem massiven Gegenangriff reagiert.[31]

Wer würde ein solches "Dokument" ernst nehmen? Irving tat es... (Zum Vergrößern anklicken)

Eine Analyse der Vorwürfe Irvings

1. "Webbugs"

Die auffälligste Attacke gegen Douglas/Stahl ist Irvings oft wiederholte Behauptung, die Webseiten von Douglas besäßen irgendwelche Programme (JavaScript, ActiveX, Cookies, Bilder), die es ermöglichten, die Besucher dieser Seiten zu observieren. Als Kenner all dieser Techniken weiß ich, daß dies nicht stimmt. Douglas' Webseiten sind recht primitiv programmiert und weisen keinerlei Programme auf. Darauf aufmerksam gemacht, änderte Irving seine anfänglich falsche Warnung, erweiterte sie noch auf andere angebliche Observierungstechniken und schloß noch eine weitere Website ein, wo Stahl Material veröffentlicht hat.[32] Es muß also festgestellt werden, daß Irving absichtlich bösartig Unwahrheiten verbreitet, um seine Besucher davon abzuschrecken, die andere Seite anzuhören. Zudem hat er auf seiner Webseite keine Links zu Douglas'/Stahls Webseite, wohingegen Douglas'/ Stahls jede Menge Links zu Irving aufweisen, es also ihren Besuchern ermöglichen, die andere Seite anzuhören.

2. Pseudonyme

Prof. Dr. Frank Thayer,
Universität Neu-Mexiko

Einer der gegen Stahl aufgeworfenen Vorwürfe ist, er habe unter verschiedenen Pseudonymen Schriften verfaßt. Wer den Beitrag bis hierher gelesen hat, der wird bereits mit einigen dieser Pseudonyme vertraut sein: Gregory Douglas, Freiherr von Mollendorf, Mike Hunt, Friederich Hasek. Hinzufügen können wird man getrost jene Namen, die sich auf jener Webseite befinden, auf der Artikel sowie angebliche Dokumentenabschriften publiziert wurden, die aus dem privaten Material von Robert T. Crowley stammen, dem im Oktober 2000 verstorbenen ehemaligen zweiten stellvertretenden Direktor des CIA. Stahl hat wiederholt zugegeben, in den Besitz dieser Crowley-Dokumente gekommen zu sein und diese auf dieser Webseite ausgehängt zu haben. Die dort auftauchenden Namen sind: Walter Storch,[33] Karl Kolcheck,[34] George S. MacAlister.[35] Während Irving die ersten beiden Namen nicht aufzählt, listet er jedoch andere Namen auf, die Pseudonyme von P. Stahl sein sollen, es aber nachweislich nicht sind:[36] Robert T. Crowley, Chris Crowles,[37] Frank Thayer, Richard Mundhenk,[38] Aaron Johnson,[39] Zack Mehlis, Norwood Burch, Roger Steele[40] und wer weiß wen sonst noch. Überhaupt scheint Irving so ziemlich jeden Namen, der im Zusammenhang mit Peter Stahl auftaucht, als dessen Pseudonyme aufzuführen.

Psychologisch interessant ist hier insbesondere der Name Roger Steele, ein Pseudonym von Gaylord Wessock, der u.a. wegen Diebstahl und Geldfälschung mehrfach verurteilt wurde und einst ein Lieferant Peter Stahls für NS-Devotionalien war. Es ist denkbar, daß Irvings wiederkehrende Behauptung, Peter Stahl sei ein Dokumenten- und Geldfälscher, auf seiner Annahme beruht, Roger Steele sei tatsächlich Peter Stahl (steel ist English für Stahl!). Roger Steele verstarb am 29.11.1978.[41]

Aus Sicherheitsgründen und zum Schutz seiner Privatsphäre hat Peter Stahl seit den achtziger Jahren immer Wert darauf gelegt, daß sein richtiger Name nicht ins Spiel kommt. Da sich Peter Stahl nie darum geschert hat, wo und unter welchem Namen seine Artikel erscheinen, was oft zur Veröffentlichung von gleichen Artikeln unter verschiedenen Namen oder zu Ich-Referenzen zu anderen Pseudonymen führte, sind seine Pseudonyme allerdings löchrig wie ein Schweizer Käse.

Vorstrafenregister von Gaylord Wessock alias Roger Steele
 (Zum Vergrößern anklicken)

Sterbeurkunde von Gaylord Wessock alias Roger Steele
 (Zum Vergrößern anklicken)

Es ist aber unerfindlich, wie man einem Autor, der in seinen Schriften hochbrisante und für ihn durchaus gefährliche Themen behandelt, vorwerfen kann, er schreibe unter Pseudonym. Zunächst ist die Verwendung von Pseudonymen durchaus üblich, rechtlich erlaubt und moralisch absolut nicht verwerflich. Ich selber habe in den letzten 20 Jahren etwa 30 verschiedene Pseudonyme verwendet. In den Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung wimmelt es nur so von Autoren, die nicht unter ihrem richtigen Namen schreiben, und Revisionisten, die unter ihrem richtigen Namen schreiben, sind eher die Ausnahme als die Regel. Wie Sie als Leser der Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung wissen, hat dies alles einen guten und verständlichen Grund, wenn man sich die soziale und strafrechtliche Verfolgungswut der Umwelt gegen die Revisionisten betrachtet. Bisher hat es wegen meiner Verwendung von Pseudonymen nur von radikalen Gegnern des Revisionismus unsachlichen Angriffe gegeben. Auf mich wirkt es abstoßend, nun ähnliche Angriffe aus den Reihen des Revisionismus gegen einen Autor zu erkennen, der zumindest kein ausgesprochener Gegner des Revisionismus ist.

3. Fälschung des Himmler-Dokuments

Wie weiter oben dargestellt, übergab Stahl Irving Mitte 1980 ein von einem Bekannten Stahls angefertigtes groteskes "Dokument", wie es Irving über eine Zeitspanne von vielen Wochen hartnäckig gefordert hatte. Stahls weiter oben wiedergegebene Seite der Geschichte wird in wesentlichen Teilen von den Tagebucheintragungen bestätigt, die Irving auf seiner Website veröffentlicht hat.[42] Auch danach hat Stahl ihm das Dokument übers Telefon diktiert. Irving veröffentlicht eine Mitschrift dessen, was Stahl ihm diktierte. Der Textkörper dieser Niederschrift stimmt mit dem "Dokument" Stahls überein, jedoch nicht die Anschrift und Anrede, die sich in Irvings Tagebuch wie folgt liest:

»SS Obergruppenführer und General der Waffen SS Oswald Pohl,
SS Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt
Berlin Lichterfelde-West
Unter den Eichen 126-135.

Sehr geehrter Herr Obergruppenführer,«

Stahl behauptet, den Brief so wie von Shea getippt diktiert zu haben. Der Grund für die Diskrepanz zwischen Stahls Aussage und Irvings Tagebucheintrag sei dahin gestellt. Entscheidend ist, daß aus Irvings online ausgehängten Tagebucheintragungen nicht hervorgeht, daß er diesem "Dokument" kritisch gegenüberstand. Seine Eintragungen bestätigen tatsächlich den von Stahl konstatierten Enthusiasmus, denn Irving telefonierte nur fünf Tage danach mit Professor Joe Hobbs aus Raleigh, North Carolina, und verkündete ihm die frohe Botschaft dieses Dokumentenfundes:

»21. Juni 1980

(New Orleans)

[...]
19:25 telefonierte mit Professor Joe Hobbs aus Raleigh, North Carolina, und berichtete ihm von Peter Stahls Dokument. Er war erstaunt und voll Bewunderung und Glückwünschen. Er verglich es mit Kopernikus und sagte, der Unterschied sei, daß ich zu meinen Lebzeiten bestätigt würde. Er fügte hinzu, daß er vor wenigen Tagen ein Bilderbuch über den Luftkrieg mit einigen Seiten über die Angriffe aus Dresden gesehen und gefolgert habe, daß meine schriftstellerische Tätigkeit auch dann auf Lebzeiten gerechtfertigt wäre, wenn ich nur das Dresden-Buch verfaßt hätte. [...]«

Laut Irvings Tagebuch hatte Stahl ihm das Dokument Mitte Juli 1980 zugesandt. Man wird annehmen dürfen, daß Irving spätestens nach Erhalt dieser Parodie gemerkt haben muß, daß er auf den Arm genommen wurde, was unter Kenntnis von Irvings Temperament doch wohl zu einem Eintrag in seinem Tagebuch geführt haben dürfte. Auf seiner Website jedoch hat Irving nichts aus seinem Tagebuch zitiert, was darüber hindeutet, daß er das Dokument erhielt und wie er darauf reagierte. Auch sonst wird der ganze Vorgang siebzehn Jahre lang(!) nicht mehr erwähnt, bis zum 15.2.1997 während einer Telefonunterredung mit Andrew Gray, als Irving behauptet, Stahl habe dieses Himmler-"Dokument" gefälscht. Ob Irving uns also einige Tagebucheintragungen unterschlagen hat, die Peter Stahls Aussage stützen, Irving habe sich über den Erhalt des Dokuments gefreut und sich durch Übersendung des Rommel-Bildes bedankt?[43]

Alles in allem wirft diese Affäre ein schlechtes Licht sowohl auf Irving als auch auf Stahl, der zwar nicht der Hersteller dieser Parodie ist, sie aber sehr wohl mit Wissen weitergab. Diese Parodie ist dabei von so grotesker, miserabler Qualität, daß man nicht ernsthaft annehmen kann, Michael Shea oder Peter Stahl hätten auch nur eine Sekunde daran gedacht, sie könnten mit einem solchen Machwerk einen im Deutschen perfekten Historiker dieser Epoche reinlegen. Das war nichts weiter als eine Verarschung von David Irving, und der lief prompt ins offene Messer. Offenbar war er so versessen darauf, seine These von der Unkenntnis Hitlers über die Endlösung mit jedem beliebigen Dokument zu untermauern, daß er den ihm diktierten absurden Text dieses Schriftstückes über einen Monat lang hinnahm und hartnäckig versuchte, dieses "Dokuments" habhaft zu werden. Da Irving perfekt deutsch spricht, hat er keine Entschuldigung dafür. Zudem hat er dieses "Dokument" - oder Kopien davon - später selbst verteilt, diesmal aber offenbar an eine Person - Thomas L. Shutt -, die mangels Deutschkenntnissen auf den Schwindel hereinfiel. Dieses Absurdum - in diesem Zusammenhang kommt mir das Wort "Fälschung" noch nicht einmal über die Lippen, weil dies eine Beleidigung für alle Fälschungen dieser Welt wäre -, wurde von Irving über 17 Jahre stillschweigend hingenommen. Schließlich hat er mit seiner aufdringlichen Suche nach Beweisen für seine These die Herstellung dieses Dokumentes in gewisser Weise provoziert und an dessen Verbreitung mitgewirkt. Er sitzt also im selben Boot wie Shea und Stahl bezüglich der Verbreitung dieses Unsinns.

Ein Wissenschaftler paßt seine Thesen der Beweislage an. Irving versuchte in diesem Fall zwanghaft, die Beweislage seiner These anzupassen, hat aber wohl letztlich gemerkt, das es nicht funktioniert. Nun benutzt er diesen Vorgang, um andere anzuschwärzen. Dieser ganze Vorgang gehört eigentlich nicht hierher, sondern ins Kabarett.

4. Andere Vorwürfe

Bezüglich Irvings Vorwürfen, die von Gregroy Douglas in seinen Gestapo-Müller-Büchern verwendeten Dokumente seien gefälscht und es gebe polizeiliche Führungszeugnisse von Peter Stahl, aus denen hervorgehe, daß er tatsächlich ganz anders heiße und ein wegen Fälschungen vorbestrafter Krimineller sei, verweise ich auf den nächsten Abschnitt, da sich Irving in der Sache im wesentlichen auf Weber bezieht und dessen Ausführungen diesbezüglich ohnehin ausführlicher und sachlicher sind.

An verschiedenen Stellen wirft Irving Stahl direkt oder indirekt vor, Peter Stahl habe tatsächlich in Sachen Rodin-Fälschungen, Diebstahl aus dem Berlin Dokument Center und der Fälschung der Hitler-Tagebücher auf der anderen Seite des Gesetzes gestanden. Irving stellt also die von Peter Stahl angegebenen und verifizierbaren Fakten auf den Kopf und bietet dafür nicht den geringsten Beweis an, wie auch für all die anderen kleineren Vorwürfe, die sich verstreut an verschiedenen Stellen seiner Webseiten finden. Dies alles ist nichts weiter als Rufmord.

Bewertung

Zumal sich David Irving den Ruf erworben hat, jeden zu verklagen, der über ihn unbequeme Dinge auszusprechen wagt, sind die hier nur im Vorbeigehen angesprochenen Dinge bisher nie wirklich an die Oberfläche gelangt. Da ich keinerlei Lust empfinde, mich meinerseits den bösartigen Angriffen und ruinösen Klagen Irvings ausgesetzt zu sehen, verkneife ich mir hier eine Bewertung der Person Irving sowie auch der Natur seiner gegen Gregory Douglas/Peter Stahl vorgebrachten Vorwürfe. Die Fakten müssen für sich sprechen.

Mark Webers Angriffe auf Gregory Douglas/Peter Stahl

Vorgeschichte

Gregory Douglas hat in seiner diesem Beitrag angefügten Kritik an Webers Rezension selbst seine Sichtweise der Entwicklung seiner Beziehung zu Mark Weber dargelegt, und auch Mark Weber hat die seine in seiner Rezension ausgeführt.

Hinzufügen möchte ich dem die Ereignisse des Frühlings 2001. In den langen Telefongesprächen mit Peter Stahl kamen wir darin überein, daß der sich hinziehende gerichtliche Kampf zwischen Willis Carto, Gründer der "Legion for the Survival of Freedom", LSF (Dachorganisation des Institute for Historical Review), auf der einen Seite und der LSF/IHR auf der anderen Seite dem Revisionismus nur schade, weshalb alles unternommen werden müsse, diesen Streit beizulegen. Ich unternahm daher einen Versuch, eine außergerichtliche Einigung für beide Seiten zustande zu bringen, indem ich als Vermittler beide Seiten miteinander ins Gespräch brachte. Für Carto verhandelte sodann Gregory Douglas alias Peter Stahl, und für die LSF der in San Francisco ansässige Anwalt Andrew Allen. Zumal nach Ansicht des IHR Carto zuvor bereits zwei außergerichtliche Einigungen hatte platzen lassen, war die Skepsis auf Seiten der LSF/IHR nachvollziehbar. Allerdings überreagierte man dort völlig auf den Vorschlag Cartos, Gregory Douglas als Vertrauensmann Cartos in den LSF-Beirat aufzunehmen. In einer noch während der Schlichtungsgespräche veröffentlichten Presseerklärung der LSF hieß es, Carto habe vorgeschlagen, »einen bekannten Kriminellen und Dokumentenfälscher für deren Beirat zu ernennen.«[44] Deutlicher konnte ein Vermittlungsversuch nicht sabotiert werden und eine Kriegserklärung an Peter Stahl/Gregory Douglas nicht erfolgen. Als Fortsetzung dieser Kriegserklärung veröffentlichte dann Mark Weber seine Rezension der Gestapo-Müller-Bücher[45] - sechs Jahre nach deren Erscheinen! -, womit er dieses Medium zur Austragung seiner persönlichen Animositäten mißbrauchte.

Eine Analyse der Vorwürfe Webers

1. Pseudonyme

Weber macht hier im Prinzip die gleichen Vorwürfe wie Irving, allerdings mit einer Reihe anderer Namen und mit Ausnahme des Namens Gregory Douglas in allen Fällen ohne Beleg für seine Behauptung. Es gelten hier die bereits im Abschnitt über Irving gemachten Aussagen.

In mehreren Telefongesprächen meinte Weber, das Verwerfliche an Stahls Verwendung von Pseudonymen liege nicht daran, daß er damit seine Privatsphäre als Autor zu schützen trachte, sondern daß er diese falschen Namen auch bei Auftritten in der Öffentlichkeit verwende sowie dafür, um persönliche Attacken gegen andere zu lancieren, gegen die sich die Angegriffenen dann nicht zur Wehr setzen können.

Dem Argument über die angebliche Verwerflichkeit der Verwendung von Pseudonymen bei öffentlichen Auftritten kann ich nicht folgen. Letztlich dient auch das dem Schutz der Privatsphäre. Allerdings ist natürlich offensichtlich, daß ein Pseudonym dann zusammenbricht, wenn eine Person öffentlich unter vielen Namen auftritt und als solche identifiziert wird. Diese Handlungsweise ist daher dumm zu nennen, nicht aber verwerflich.

Der Vorwurf, Stahl würde persönliche Angriffe aus der Deckung von Pseudonymen starten, ist allerdings gerechtfertigt, wie seine teilweise geschmacklosen Angriffe unterhalb der Gürtellinie gegen Irving zeigen,[46] die freilich erst nach den Attacken Irvings auf Stahl publiziert wurden.

2. Vorstrafenregister

Sowohl Weber als auch Irving behaupten, sie hätten Unterlagen, aus denen hervorgehe, Peter Stahls wirklicher Name sei tatsächlich ein anderer, und er habe ein nicht unerhebliches Vorstrafenregister. Trotz mehrmaliger Bitte gegenüber Irving wie auch Weber weigerten sich beide, mir eine Kopie dieser Dokumente zukommen zu lassen. Es scheint, daß es sich bei diesem Dokument nicht um ein Vorstrafenregister handelt, sondern um ein Verhaftungsregister, also um die Auflistung von Gründen, die zur Verhaftung von Peter Stahl führten. Peter Stahl gab mir gegenüber zu, daß ein solches Dokument durchaus existieren könne, jedoch sei er niemals wegen eines Verbrechens angeklagt oder gar verurteilt worden, die Gründe damaliger Verhaftungen hätten also nicht aufrecht erhalten werden können.[47] Da die Veröffentlichung derartiger Dokumente ohne die Zustimmung der betroffenen Person in den USA verboten ist, können Weber und Irving diese Dinge niemals als Beweis vorlegen. Dennoch behaupten sie, diese Dokumente bewiesen, das Stahl ein Fälscher sei. Dies ist jedoch nur dann erwiesen, wenn Peter Stahl rechtskräftig wegen eines solchen Verbrechens verurteilt wurde, und das scheint eben nicht der Fall zu sein.

Mit anderen Worten: Die Vorwürfe von Mark Weber und David Irving stellen unbewiesene und wahrscheinlich unbeweisbare Anschuldigungen dar, gegen die Peter Stahl gerichtlich vorgehen könnte. Alle drei beteiligten Personen sind allerdings chronisch pleite, so daß Stahl weder Weber noch Irving verklagen kann, denn die ihm entstehenden Rechtskosten eines solchen Verfahrens könnte er niemals eintreiben.

Das gleiche gilt für Gregory Douglas, Peter Stahls Sohn, der im gleichen Atemzug mit seinem Vater auch immer mit verleumdet wird, allerdings bereits einige Zivilverfahren gewonnen und entsprechende Entschädigungen erhalten hat.

3. Gestapo Müller

Webers Beweisführung, daß es sich bei Peter Stahl/Gregory Douglas um einen Dokumentenfälscher handle, konzentriert sich einzig auf das Schreiben Gestapo-Müllers, mit dem dieser die Evakuierung Hitlers und anderer führender Köpfe des Dritten Reiches aus Österreich nach Spanien angeordnet haben soll. Da Gregory Douglas in seiner Erwiderung auf Weber darauf selbst intensiv eingeht, erspare ich mir eine Wiederholung seiner Ausführungen. Ergänzend sei nur darauf hingewiesen, daß mir, wie oben berichtet, Dr. Sudholt bereits 1994 mitteilte, der englische Verleger Douglas', Roger Bender, habe vor der Veröffentlichung des Gestapo-Müller-Manuskripts zunächst abgesehen, weil er Angst hatte, wegen der Veröffentlichung geheimer US-Papiere in Schwierigkeiten zu geraten. Dies paßt zu den Ausführungen Benders und Stahls, Roger Bender habe bei der erstmaligen Veröffentlichung eines Artikels von Douglas über Gestapo-Müller in seinem Periodikum das echte Dokument aus den gleichen Gründen nicht ablichten wollen, weshalb er gewünscht habe, daß es keine Archiv- bzw. "Geheim"-Markierung enthalten solle, woraufhin das Dokument manipuliert wurde. Später sei dies aber als Fehler erkannt und mit einer Richtigstellung und Erklärung in einer späteren Ausgabe seiner Zeitschrift korrigiert worden. Damit sind Webers Fälschungsvorwürfe eigentlich in sich zusammengefallen.

Daraufhin angesprochen meinte Weber telefonisch, für ihn sei weiterhin erwiesen, daß Stahl dieses Dokument gefälscht habe, und zwar zuerst das fehlerhafte, und nachdem Douglas die Fehlerhaftigkeit bemerkt habe, habe er Bender dazu veranlaßt, sein zweites gefälschtes, verbessertes Dokument mit einer falschen Erklärung abzudrucken. Einen Beweis für diese ausgeweitete Anschuldigung hat Weber allerdings nicht.

Nach der Kenntnisnahme von Peter Stahls Erwiderung bot ich Mark Weber an, auf Stahls Kritik wiederum zu antworten, jedoch hat er darauf verzichtet.

Webers These ist, daß Müller nach dem Kriege nie in den USA war, und daß alle von Douglas diesbezüglich wiedergegebenen und zitierten Dokumente Fälschungen seien. In mehreren Telefongesprächen und Email-Korrespondenzen wies ich Weber auf folgende Tatsachen hin:

- 1997 deklassifizierte die U.S.-Regierung Akten des militärischen Geheimdienstes. Diese Akten können bestellt werden bei: US Intelligence Command, Ft. George Meade, Maryland 20755-5995, file no. XE 235539WJ. Diese Akten enthalten keine konkreten Angaben darüber, ob Müller 1948 in die USA überführt und dort vom CIA angestellt wurde, jedoch weist insbesondere ein Dokument vom 15.2.1961 (vgl. Abbildung) daraufhin, daß die US-Behörden in dem Augenblick, als die bundesdeutsche Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen in Ludwigsburg anfing, über den Verbleib von Gestapo-Müller konkrete Fragen an die US-Regierung zu stellen, anordneten, alle weiteren Untersuchungen zum Schicksal Müllers einzustellen! Bedenkt man die sonstige Bereitschaft der USA, ehemalige angebliche oder tatsächliche NS-Kriegsverbrecher zu verfolgen, so ist dies merkwürdig genug. Ein Teil dieser Akten, die schon vor 1997 freigegeben worden waren, wurde von Douglas in seinen Gestapo-Büchern abgebildet, mit der Angabe der Quelle und der Adresse, wo man diese Dokumente bestellen kann.[48]

- Im April 1997 erschien in der von der Association of Former Intelligence Officers (Vereinigung ehemaliger Geheimdienstler) herausgegebenen Zeitschrift The Periscope ein Artikel folgenden Inhalts:

»Eine Bitte von Senator Alfonse D'Amato

Ich bedanke mich für die Gelegenheit, Ihre hochgeschätzen Mitglieder anzusprechen. [...] Wie sie womöglich wissen, sind mein Mitarbeiterstab und ich zur Zeit damit beschäftigt, Werte von Schweizer Banken ausfindig zu machen, die Opfern des Zweiten Weltkriegs und des Holocaust gehören. [...] In diesem Zusammenhang erbitte ich von ihren Mitgliedern jede Information über die folgenden zwei hochrangigen Nazi-Beamten. [...] Der zweite dieser Beamten ist SS-General, Chef der Gestapo Heinrich Müller. Beide kooperierten mit Mitgliedern der Geheimdienste der Vereinigten Staaten nach dem Krieg. Ich suche Informationen über den Aufenthaltsort von Personen, die mit einer dieser beiden Personen oder anderen hohen Nazi-Beamten in Verbindung standen. Jeder, der irgendwelche Informationen hat, kann mich über meinen juristischen Direktor Gregg Rickman erreichen. Gregg kann telefonisch unter 202-224-8358 erreicht werden. [...]

Hochachtungsvoll

Alfonse D'Amato«

Eine Kopie dieses Artikels kann man bei der Zeitschrift bestellen: ++1-703-790-0320.

Seite 4 der April-Ausgabe 1997 der Zeitschrift Periscope, Organ der Vereinigung ehemaliger US-Geheimdienstler. Der Artikel von Interesse befindet sich umrahmt in der linken Spalte.
 (Zum Vergrößern anklicken)

- In seinem 2001 erschienen Buch The Secret History of the CIA bestätigt der bekannte Historiker Joseph Trento, daß die CIA nach dem Kriege Gestapo Müller beschäftigt hatte.[49] Trento ist selbst Mitglied der oben erwähnten Vereinigung ehemaliger Geheimdienstler, weshalb anzunehmen ist, daß er sein Buch in Abstimmung mit den Behörden schrieb. Trento gibt an, diese Informationen den Papieren des ehemaligen Top-CIA-Mannes Robert T. Cowley entnommen zu haben, von denen er einen kompletten Satz erhalten haben will. Aus den gleichen Papieren erhielt Peter Stahl eigenen Angaben zufolge von R.T. Crowley die Kopien einiger ausgewählter Dokumente, darunter auch ein Schreiben von Brigadegeneral John Weckerling vom 11.9.1950 mit dem Betreff »Früherer deutscher Generalleutnant Heinrich MUELLER«, das Stahl im 4. Band seiner Gestapo-Müller Serie auf S. 237 veröffentlichte (vgl. Abbildung). Hier einige Auszüge in Übersetzung:

»1. Auf ausdrücklichem Befehl des Stabschefs des Heeres, auf Anordnung des Präsidenten handelnd, werden alle Akten bezüglich des Überlebens und der dienstlichen Verwendung des SUBJEKTS dem Stabschef per direktem Kurier zugesandt. [...]

3. Es wird zudem befohlen, daß es über das SUBJEKT keine, wiederhole keine, weitere, wie auch immer geartete Diskussion gibt, weder mündlich noch schriftlich, da das SUBJEKT nunmehr für zukünftige geheimdienstliche und Sicherheitsfragen als von erstrangiger Wichtigkeit angesehen wird.

4. Die Fortführung laufender Ermittlungen durch das CIC und andere Behörden bezüglich des Aufenthaltsortes des SUBJEKTS werden erlaubt, sollten sich aber Informationen ergeben, die auf die tatsächliche Verwendung des SUBJEKTS hinweisen, müssen diese Informationen umgehend an dieses Büro weitergeleitet werden, und alles damit befaßte Personal muß auf die Quellen hin befragt sowie anschließend über die Geheimhaltungsstufe dieser Informationen ermahnt werden.«

Dieses Dokument paßt vorzüglich in den Zusammenhang des oben erwähnten Dokuments aus dem Archiv der US-Armee vom 15.2.1961. Wurde untergeordneten Behörden 1950 noch erlaubt, Nachforschungen über Müllers Verbleib anzustellen, so erfolgte 1961 eine Anweisung zur Einstellung aller Nachforschungen, nachdem die deutschen Behörden anfingen, zuviel Wind zu machen.

Webers Reaktion auf diese mehrfachen unabhängigen Bestätigungen, daß Müller tatsächlich 1948 in die USA geflogen wurde und dort für die US-Geheimdienste arbeitete, ist bezeichnend: Er verweigerte, diese Dinge zu diskutieren, und verharrte auf seinem Standpunkt, daß nicht sein kann, was nicht sein darf. Seiner Ansicht nach sei undenkbar, daß die Medien und allen voran die jüdische Lobby in den USA stillhalten würden, wenn es auch nur einen konkreten Verdacht gäbe, Müller habe sich nach dem Krieg in den USA aufgehalten. Er übersieht, daß Müller nicht wie Demjanjuk oder andere angebliche "Kriegsverbrecher" "heimlich" in die USA immigrierte, sondern von der US-Regierung selbst angeheuert wurde. Dies zuzugeben würde bedeuten, daß die USA-Regierung entweder keine Skrupel hatte, mit einem der schlimmsten "Nazis" und größten Massenmörder gemeinsame Sache zu machen, oder daß sie den Angaben Müllers glaubte und die "Erkenntnisse" des IMT in Nürnberg für Propaganda hielt. Den Fall Müller zu einem Skandal aufzublasen wäre also keine neue "Nazi-Hatz", sondern sowohl eine Anerkennung revisionistischer Erkenntnisse als auch ein massiver Angriff auf die US-Regierung selbst, sprich: ein Angriff der Juden auf sich selbst. Es kann daher nicht verwundern, daß das gesamte US-Establishment die Sache am liebsten unter den Teppich gekehrt sehen will.

4. Hitlers angebliche Flucht nach Spanien

Douglas' Anmerkungen zur angeblichen Entstehungsweise der zwei Fassungen des Dokumentes zum angeblichen Hitler-Flug nach Spanien bedürfen der kritischen Analyse.[50] In einem Gespräch mit Mark Weber teilte mir dieser mit, er habe mit dem Verleger Douglas, Roger J. Bender, gesprochen, der Douglas widersprochen habe, indem er angab, er habe die zuerst veröffentlichte Fassung nicht selbst manipuliert, sondern von Douglas erhalten. In seinem Schreiben an mich vom 24.6.2002, also 12 Jahre nach dem Vorfall, schrieb mir Herr Bender:[51]

Seite 37 von Akten-Nr. XE 235539WJ, US Intelligence Command, Ft. George Meade, Maryland 20755-5995
 (Zum Vergrößern anklicken)

Brief von Brigadegeneral John Weckerling vom 11.9.1950
bezüglich Heinrich Müller, aus den Crowley-Papieren
 (Zum Vergrößern anklicken)

»Es ist mehr als zehn Jahre her, daß ich diese Veröffentlichung gemacht habe, so daß die Erinnerung ein bißchen vage sein mag. Ich erinnere mich, wegen der Verwendung eines mit "geheim" markierten Dokuments ein wenig beunruhigt gewesen zu sein und dies dem Autor mitgeteilt zu haben. Daraufhin legte er die saubere Fassung ohne die Markierungen vor.«

Nach weiteren Telefongesprächen, in denen ich die Herren Bender und Douglas jeweils mit der Aussage des anderen konfrontierte und auf innere und logische Widersprüche aufmerksam machte, ergab sich folgendes:

a) Die als zweites veröffentlichte "originale" Fassung ist die, die Herrn Bender zuerst, nämlich geraume Zeit vor Abdruck des ersten Artikels, von Herrn Douglas vorgelegt wurde. Herr Bender weigerte sich zunächst, diese Fassung abzudrucken, aus Angst, damit einen Rechtsbruch zu begehen, was er dem Autor mitteilte. Herr Bender bat irgend jemanden, das Dokument so zu verändern, daß seine Ängste ausgeräumt würden.

b) Letztlich übergab Herr Douglas Herrn Bender eine Kopie des Originals ein zweites Mal, nachdem es nach Abdruck der manipulierten Fassung zu Leserprotesten kam. Herr Douglas hatte das Original also immer zu seiner Verfügung.

c) In seiner ereignisnahen, mit Herrn Bender koordinierten Richtigstellung zwei Ausgaben später erläuterte Douglas den Vorgang wir folgt:[52]

»Das Dokument, wie veröffentlicht, war keine exakte Kopie des Originals, sondern ist vor dem Druck retuschiert worden, um eine Anzahl verräterischer Nachkriegsstempel und Markierungen von U.S. Geheimdiensten zu entfernen. Beim Löschen dieser Markierungen wurde der Text teilweise zerstört und mußte von einer Person rekonstruiert werden, der die deutsche Grammatik nicht geläufig war.«

d) Es sei hier einmal angenommen, daß Herr Douglas selbst versuchte, die Stempel und Markierungen zu entfernen; daß ihm dabei ein Unglück geschah, wodurch der Text in Mitleidenschaft gezogen wurde, was ihn dann dazu trieb, den ganzen Text neu abzuschreiben und Briefkopf und Unterschrift der Neuschrift aufzukleben. Dies würde nur dann sinnvoll sein, wenn Herr Douglas entweder dummerweise sein Original selbst für die Manipulation verwendete ohne Sicherheitskopien angefertigt zu haben, oder wenn er keinen Zugriff auf das Original mehr hatte, denn dann hätte er einfach die verpfuschte Kopie verworfen, eine weitere Fotokopie angefertigt und erneut versucht, die Stempel und Markierungen auszuweißen. Da er Herrn Bender später erneut eine unversehrte Kopie des Originals zur Reproduktion übergab, können beide Szenarien ausgeschlossen werden: Herr Douglas zerstört sein Original nicht, und er hatte stets Zugriff darauf. Es kann daher logisch und vernunftmäßig ausgeschlossen werden, daß Herr Douglas die Manipulation selbst vorgenommen hat.

e) Herr Bender gibt an, daß er das Dokument mit Sicherheit nicht selbst habe manipulieren können, da er gar keine deutsche Schreibmaschine besaß (genauso übrigens auch Gregory Douglas). Bender gab an, daß Endsatz und Endmontage damals vom Drucker besorgt wurden, er aber nicht mehr feststellen könne, welcher der damals von ihm engagierten Drucker diese Arbeit vollzogen habe. Die damals von Benders Drucker verwendete Technologie bestand darin, von allen Abbildungen und Dokumenten Negative passender Größe herzustellen und diese auf die Seitenschablone aufzumontieren. Was heute vom Autor oder Verleger elektronisch am Computer gemacht wird, wurde damals zumeist vom Drucker bei der Endmontage erledigt. Es ist daher durchaus wahrscheinlich, daß dem Drucker die hier diskutierte Panne passierte, daß also beim Versuch der Ausweißung der unerwünschten Stempel die dem Drucker einzig vorliegende Dokumenten-Kopie beschädigt wurde. Der Drucker jedenfalls hätte keinen Zugriff auf das Original oder eine weitere Fotokopie davon gehabt, sehr wohl aber zur Technologie, flugs eine neue (fehlerhafte) Abschrift anzufertigen. Wenn er unter Termindruck stand und Herr Douglas nicht schnell genug eine neue Kopie lieferte - was genau das Szenario ist, das mir Herr Douglas mitteilte -, so scheint die Notlösung "Neutippen" (ob mit Schreibmaschine oder Computer sei dahingestellt) durchaus plausibel zu sein.

f) Herr Douglas ist des Deutschen recht gut mächtig und würde bei einer einfachen Abschrift die Grammatik-Fehler höchst wahrscheinlich nicht begehen, sehr wohl denkbar ist dies aber von einem des Deutschen nicht mächtigen Drucker.

g) Herr Bender gab an, nach 12 Jahren wirklich nicht mehr zu wissen, woher diese von ihm angeforderte manipulierte Fassung kam. Er habe sie nicht als Originalfassung angesehen, sondern nur als inhaltstreue Wiedergabe des Originals (auch wenn die Bildunterschrift unglücklicherweise von einem "Original" spricht). Seine Angabe, er habe sie von Herrn Douglas erhalten, basiere nicht auf einer konkreten Erinnerung, sondern auf einer bloßen Annahme, zumal er als Verleger die zur Abbildung kommenden Dokumente und Fotos immer von den jeweiligen Autoren der entsprechenden Beiträge erhalte.

Womit wieder einmal bewiesen ist, daß Zeugenaussagen nach vielen Jahren mit Skepsis zu begegnen ist.

Wenn man einmal davon ausgeht, daß sich Roger Bender nicht mit Peter Stahl verschworen hat, um eine Fälschung zu decken, dann läßt sich mit Sicherheit zumindest sagen, daß es das "Original" dieses Dokuments zuerst gab und daß die "Abschrift" auf Anforderung Roger Benders erstellt wurde - von wem auch immer.

Doch nun von der Dokumentengeschichte zum von Mark Weber lächerlich gemachten Inhalt des Dokuments. Eine ausführliche Recherche zum Thema des Schicksals Hitlers bei Kriegsende im Internet ergibt rasch, daß die offizielle Version vom angeblichen Selbstmord, der Einäscherung, Auffindung und erfolgreichen gerichtsmedizinischen Identifizierung Hitlers durch die Russen durchaus zweifelhaft ist. Jedenfalls sind alternative Theorien über das Schicksal Hitlers wesentlich verbreiteter und sozial akzeptabler als die ja auch von Mark Weber vertretenen radikalen revisionistischen Thesen von der Nichtexistenz der Gaskammern oder einer Ausrottungspolitik gegen die Juden. Jeder kann diese Recherchen selbst durchführen, so daß ich mich hier nur auf einen Aspekt konzentrieren will: Die angebliche von den Sowjets durchgeführte Obduktion der Überreste Hitlers. 1994 unterzogen vier französische Mediziner den sowjetischen Obduktionsbericht einer kritischen Analyse und kamen darin zu dem Urteil, daß es sich bei den aufgefundenen Überresten unmöglich um jene Hitlers gehandelt haben kann, und daß die sowjetischen Mediziner offenbar unter Druck von ganz oben standen, öffentlich zu erklären, die so lang ersehnte Kriegstrophäe "Leiche Hitler" sei tatsächlich erbeutet worden.[53]

Es macht historisch gesehen eigentlich keinen Unterschied, ob Hitler nun nach Spanien entkam und dort nach wenigen Jahren in Einsamkeit starb und irgendwo beerdigt wurde, oder ob er in den Ruinen Berlins umkam. Jedenfalls ist eine solche These weniger radikal und umwälzend als die, es habe im Dritten Reich keine Massenvernichtung von Juden gegeben.[54] Trotzdem machen sich sowohl Weber als auch Irving über Douglas' These lustig, ähnlich wie sich die Gegner des Revisionismus über die revisionistischen Thesen lustig machen, und ignorieren die ihrer eigenen Ansicht entgegenstehenden Argumente. Ich gehe jede Wette ein, daß Weber eine Diskussion der Argumente für und wider eine erfolgreiche Flucht Hitlers niemals in den Spalten "seines" Periodikums erlauben würde. Es mag ja sein, daß Mark Weber mit seiner Ansicht recht hat, die These einer Flucht Hitlers sei falsch - ich selbst neige ebenfalls zu dieser Ansicht. Ein Wissenschaftler aber, und vor allem ein revisionistischer, sollte wissen, daß die Wahrheit nur dort bestehen bzw. entdeckt werden kann, wo bestehende Thesen kritisiert und neue auf öffentlichen Podien geprüft werden. Webers Zensurverhalten jedenfalls ist mit der eines revisionistischen Historikers und Verlegers unvereinbar.

5. Stahls Kontakt mit Gestapo Müller und Crowley

Mark Weber hält es für äußerst unwahrscheinlich, daß Gestapo Müller, wenn er sich denn tatsächlich in den USA unter strengster Geheimhaltung und in Anonymität aufgehalten hätte, zu einer so unwichtigen Person wie Peter Stahl Kontakt aufgenommen und zu ihm eine tiefgehende Beziehung aufgebaut hätte. Auch hält es Weber für unglaubhaft, daß ein Top-Mann des CIA wie Robert T. Crowley jemals dem Niemand Stahl seine intimsten Geheimnisse anvertraut und äußerst geheime und sensible Dokumente übergeben hätte. Die Ähnlichkeit von Sprache, Stil, Themenwahl, Blickwinkeln und im Zynismus zwischen Peter Stahl und dem, was Gestapo Müller in Stahls/Douglas' Büchern ausführt, ist für Weber ein Indiz dafür, daß dies alles von Stahl selbst erfunden wurde.

Weber hätte recht, wenn Stahl für Gestapo Müller und Robert Crowley ein Niemand gewesen wäre. Aber dem war eben nicht so, wenn man Stahls Ausführungen folgt. Stahl und Müller waren demnach erstens aus gleichem Holz geschnitzt, und Crowley war zusammen mit dem heute noch lebenden Colonel Critchfield derjenige, unter dem Müller nach dem Kriege in den USA für den CIA arbeitete. Hätte sich Mark Weber durch sein antagonistisches Verhalten Peter Stahl nicht zum Feind gemacht, so wäre ihm womöglich auch eine Kontaktaufnahme mit engen Freunden und Bekannten Stahls ermöglicht worden, die mir die langjährige Freundschaft Müllers mit Stahl aus eigenem Erleben bestätigten, wie auch die ausführlichen Kontakte zwischen Stahl und Crowley. Ohne danach gefragt zu haben, oder womöglich gerade weil ich anfangs nicht ständig und aufdringlich nach Beweisen frug (weil mich dies alles anfangs ehrlich gesagt einfach nicht interessierte), wurden mir diese Kontakte und Gespräche schließlich ermöglicht.

Typische Stahl-Arbeitsweise: Er erhielt diese neunte Seite eines Dokuments über den Verbleib Hitlers aus den US National Archives, hat aber keinerlei Referenz mehr. Nun kann der skeptische Forscher in den Abermillionen von Dokumenten fleißig suchen gehen...

Ich stimme mit Mark Weber und anderen Historikern darin überein, daß es schade ist, daß ausgerechnet Peter Stahl all diese Kenntnisse und Dokumente erhalten hat, denn wegen seiner Unfähigkeit und seines Unwillens, wissenschaftlich zu arbeiten und ein hohes, der Wahrheit, Exaktheit und Überprüfbarkeit verpflichtetes Ethos aufrechtzuerhalten, werden die von Stahl publizierten Werke immer einen höchst zweifelhaften Ruf haben.

Bewertung

Es ist meiner Ansicht nach kein Zufall, daß Mark Weber und David Irving quasi im Gleichschritt und mit den gleichen schmutzigen Waffen gegen Gregory Douglas/Peter Stahl zu Felde ziehen.

In mehreren Telefongesprächen erläuterte mir Herr Weber, die Tatsache, daß Gregory Douglas nachweislich in einigen Fällen Unwahrheiten verbreitet habe, mache für ihn alles, was Douglas sage und schreibe, unglaubhaft. Seine Pauschalverwerfung frei nach dem Motto "Falsus in uno, falsus in omnibus" ist jedoch wissenschaftlich nicht haltbar. Als Revisionist weiß Weber, daß ein "Augenzeuge" des Holocaust nicht nur Lügen verbreiten, sondern auch ehrliche Irrtümer begehen und immer auch ein Kern von Wahrheit in seinen Aussagen stecken kann. Die Aufgabe des Revisionisten ist nicht, eine Aussage als "Lüge" komplett zu verwerfen, nachdem man eine Unrichtigkeit entdeckt hat, sondern den wahren Kern von Irrtümern, Verzerrungen, Übertreibungen und schließlich auch absichtlichen Lügen zu trennen. Das gleiche gilt auch für Gregory Douglas/Peter Stahl.

Meine eigene Kritik an Gregory Douglas/Peter Stahl

Peter Stahls Versteckspiel hinter allerlei Pseudonymen wird langsam wirklich lächerlich. Wenn er sich dazu durchringt, ab jetzt alle seine Schriften unter dem Namen Gregory Douglas zu veröffentlichen, um den einmal eingeschlagenen Weg weiter zu beschreiten, so ist das akzeptabel. Es wirkt aber nur noch lächerlich, wenn er versucht, sich hinter dem schmalen Rücken seines Sohnes zu verschanzen, zumal er es doch nicht lassen kann, seine wahre Identität immer wieder preiszugeben.

Sein ungebremstes Mitteilungsbedürfnis hat den Nachteil, daß ein mit ihm geteiltes Geheimnis höchstens zwei Stunden ein Geheimnis bleibt. Andererseits hat dies freilich auch den Vorteil, daß man über ihn und seine Machenschaften letztlich doch alles herausbekommt. Man muß ihm nur geduldig zuhören. Auf diese Weise stellt man auch bald fest, daß er es bei seinen endlosen Geschichten mit der Wahrheit nicht immer so genau hält. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er sich in Widersprüche verheddert. Nach einigen solcher Vorfälle wurde ich ihm gegenüber sehr kritisch und bestand auf dokumentarische Belege für seine Behauptungen, sofern sie historisch relevant oder zur Bewertung der Glaubwürdigkeit seiner Angaben ausschlaggebend sind. Insbesondere hinsichtlich seiner historischen Ausführungen über Gestapo-Müller legte ich Wert darauf, die Dokumente direkt von der von ihm angegebenen Quelle zu bekommen, nicht aber von ihm selbst.

Stahl hat niemals eine akademische Ausbildung genossen und hat nie im wissenschaftlichen Stile publiziert. Da leider auch der Verleger seiner Gestapo-Bücher keine Erfahrung mit historischen Werken hatte, sind die Gestapo-Bücher handwerklich schlecht gemacht. So gibt es für die vielen von Stahl/ Douglas gemachten Behauptungen keine Quellenverweise, und die summarischen Bibliographien sind nur von begrenztem Wert. Um diesen Werken Glaubwürdigkeit zu verleihen, müßten sie komplett überarbeitet werden.

Irving kritisierte Stahl, weil er viele Versprechungen mache, einem Dokumente zukommen zu lassen, diese aber nie halte. Dem kann ich teilweise zustimmen. Allerdings ist der Grund nicht, wie Irving vermutet, daß Stahl diese Dokumente nicht hat, sondern der Umstand, daß seine Wohnung sehr unordentlich ist; seine Garage, in der die meisten seiner Dokumente und Bücher lagern, konnte bisher am besten als Müllhalde beschrieben werden, auf die er einfach alle seine Dokumente und Bücher wahllos ausgekippt hatte. Nach mehreren Besuchen im Hause Stahl und vielen Versuchen, ihn dazu zu bewegen, Ordnung zu schaffen, damit er seine Sachen findet, kann ich nach 18 Monaten endlich einen Teilerfolg vermelden: Dazu ermuntert, seine vielen historischen und biographischen Behauptungen niederzuschreiben und zu belegen, fängt er nun endlich an aufzuräumen, zu organisieren und seine Dokumente tatsächlich zu finden.

Nach monatelangen Kämpfen, Peter Stahl zum erfolgreichen Bedienen von Schreibmaschine oder Computer zu bewegen, ist mir auch klar geworden, daß jeder Vorwurf, Peter Stahl habe jemals selbst ein Dokument fälschen können, völlig absurd ist. Er mag aufgrund seiner Kontakte aus der Zeit als Dokumenten- und Devotionalienhändler Leute kennen, die so etwas machen könnten. Er selbst ist aber im Umgang mit Papier und Schreibgeräten jedweder Art dermaßen unbeholfen, daß es mich jedesmal auf die Palme treibt, wenn ich von ihm auch nur einen einfachen Text geschrieben haben möchte.

Irving ist im Unrecht, wenn er behauptet, Stahl habe eine Sucht, als Schriftsteller und Historiker anerkannt zu werden. Irving beschreibt sich da wohl eher selbst. Peter Stahl hat leider einen zu wenig ausgebildeten Trieb, ernst genommen zu werden. Er geht seine Themen mit der Gelassenheit eines Zeitzeugen an, der davon überzeugt ist, daß das, was er schreibt, wahr ist. Ob ihm jemand glaubt, daß er zwanzig Jahre mit seinem besten Freund Heinrich Müller verbracht hat, oder daß er mit seinem jetzigen jungen Freund Aaron Johnson zusammen den Goldschatz des Odilio Globocnik im Weißensee in Österreich barg,[55] ist ihm schnurzpiepe. Es interessiert Peter Stahl kaum, ob ihm jemand glaubt, daß Müller und Globocnik nach dem Krieg in den USA waren. Er war dabei, und er hat den Goldschatz verscherbelt und aus dem Gewinn eine Zeit lang wie Gott in Frankreich gelebt. Punktum. Sich mit Ignoranten vom Schlage eines Weber oder Irving herumzuschlagen, die sich noch nicht einmal die Mühe machen, die von ihm zitierten Dokumente in den angegeben Archiven selbst einzusehen, ist für Stahl pure Zeitverschwendung.

Die Gelassenheit, mit der Stahl diese Dinge vorbringt, und die dokumentarischen und materiellen Beweise, die er einem vorlegt, sowie die Augenzeugen-Beweise seiner engen Freunde, die sich voll mit dem decken, was Stahl mitteilt, all das eröffnet Stahl nur dem, der zu seinem Herzen vorgedrungen ist, aber bestimmt nicht jenen, die ihn fortwährend bösartig als Kriminellen, Lügner, Fälscher und Betrüger verleumden.

Peter Stahl hat einen schrecklichen Ruf, gegen jene, die ihm das Leben schwer machen, rücksichtslos vorzugehen und ihre wirtschaftliche und soziale Existenz mit völlig legalen, aber sehr wirksamen Methoden zu ruinieren. Als ausgebildeter Agent mit vielen einflußreichen Verbindungen hat er dazu alle Fähigkeiten und Möglichkeiten. Er scheint aus diesen privaten Fehden leider Gottes viel Genugtuung zu ziehen. Es wäre wünschenswert, wenn er sich mehr konstruktiven Projekten zuwendete.

Zusammenfassung und Ausblick

Da ihm David Irving und mit ihm im Schlepptau Mark Weber nun den Krieg erklärt haben, wird Stahl wohl leider nicht eher ruhen, bis beide wirtschaftlich und sozial völlig ruiniert sind. Mein Versuch, Irving dazu zu bewegen, seine Angriffe gegen Stahl einzustellen, so daß Stahl im Gegenzug auch seine Angriffe gegen Irving einstellen würde, schlug fehl.

Die Beweislage zeigt eindeutig, daß Peter Stahl zeit seines Lebens bei der Aufklärung von Fälschungen, der Verfolgung von Fälschern und bei der Aufdeckung von Dokumentendiebstählen und der Festsetzung von Dieben beschäftigt war. Bei dieser Tätigkeit bewegte er sich aber auch häufig in der Grauzone halblegaler oder zumindest anrüchiger Aktivitäten, was der Hintergrund des Mißtrauens ist, das ihm von vielen Seiten entgegenschlägt. Stahl hat nie das Licht der Öffentlichkeit gesucht, und erst nach seiner Pensionierung wandte er sich der Veröffentlichung historischer Bücher zu. Die in seinen Schriften verbreiteten Thesen hätten die Revisionisten eigentlich zu regen Diskussionen anregen müssen. Statt dessen aber wurde Peter Stahl einer Rufmordkampagne unterzogen, die die Wahrheit über ihn in grotesker Weise auf den Kopf stellt. Diese Kampagne wird angeführt von David Irving, dem - laut Ch. Hamilton - Peter Stahl Mitte der 90er Jahre im Zusammenhang mit dubiosen Praktiken Irvings gehörig auf die Zehen trat.

Jeder, der Irving persönlich kennengelernt hat, weiß nur zu gut, daß dieser britische Historiker sehr schlechte Manieren hat. Die hier dargestellte moralische Niederträchtigkeit und Falschheit Irvings kann niemanden ernsthaft überraschen, der ihn kennt.

Peter Stahl unternahm nichts gegen Irving, als dieser dessen Gestapo-Bücher zu verhindern suchte. Als Irvings Diffamierungen sich jedoch auf sein neues Buchprojekt über die Ermordung Kennedys auswirkte, entschied Stahl, sich mit Argumenten zu verteidigen. Die darauf von Irving losgetretene üble Schmutzkampagne gibt meiner Ansicht nach Peter Stahl ein Recht auf Selbstverteidigung.

Peter Stahl ist eine reiche Fundgrube sowohl an historischen Kenntnissen als auch Dokumenten. Er hat zudem sehr viele weitreichende Beziehungen, die jedem Verleger und Forscher in vielerlei Hinsicht - finanziell, organisatorisch, thematisch - außerordentlich nützlich sein können. Man sollte Stahl nicht alles glauben, was er sagt und schreibt, denn kritische Fähigkeiten sind bei ihm als Nichtwissenschaftler nicht sonderlich ausgebildet. Es war aber dumm von Mark Weber als Direktor des IHR, diese fruchtbare Goldgrube vorsätzlich zu verschütten und sich sodann aggressiv gegen Stahl zu wenden.

Ich jedenfalls werde versuchen, diese Quelle kritischen Auges zugänglich zu machen und zu halten, wie auch, die Handlungen Peter Stahls zu mäßigen, um den Schaden zu mildern, den dessen Rachsucht verursachen kann.

Nachwort

Mark Weber schrieb mir Mitte Juni, er hoffe nur, daß ich von Peter Stahl gut bezahlt würde. Was ist das für eine Geisteshaltung, die andere Auffassungen nur dadurch zu erklären vermag, indem sie annimmt, die Träger dieser Auffassungen müßten gekauft worden sein? Tatsächlich habe ich von Stahl keinen einzigen Cent erhalten, und auch nicht von irgendeinem seiner Freunde. Ich bin nicht käuflich.

 


Anmerkungen

[1]Hgg. von Rüdiger Kammerer und Armin Solms, Cromwell Press, London 1993; 2. Aufl.: Castle Hill Publishers, Hastings 2001.
[2]Unter dem Pseudonym Ernst Gauss, Grabert, Tübingen 1993.
[3]Unter dem Pseudonym Ernst Gauss, Grabert, Tübingen 1995.
[4]online: www.vho.org/D/ggm1/index.html
[5]»Die Gestapo-Müller-Fälschung«, Staatsbriefe 7(5-6) (1996), S. 68-71; online: www.vho.org/D/Staatsbriefe/Werner7_5-6.html
[6]Gregory Douglas wird dies beizeiten wohl selbst tun, vgl. seine Website www.gregorydouglas.com
[7]online: www.vho.org/D/ggm2/index.html
[8]Gestapo Chief. The 1948 Interrogation of Heinrich Müller, Bender Publishing, San Jose, Kalifornien, Bd. 1-3 (1995, 1997, 1998); Müller Journals. The Washington Years, Bd. 1: 1948-1950, ebenda, 1999.
[9]AG Starnberg, 11 Js 24942/96; AG Starnberg, 11 Js 4458/97.
[10]Eine davon ist der Umstand, daß sein Apartment sehr unordentlich ist. Sein "Bücherei" und sein "Archiv" besteht aus einer Garage, in der er all seine Bücher, Dokumente und Schriftstück hineingekippt(!) hat. Ein gigantischer Haufen chaotischen Papiers!
[11]Fakes & Frauds Of The Third Reich, Selbstverlag, 1969. Die zwei Bände zirkulierten nur im Devotionalienmarkt.
[12]Basic Nazi Swords and Daggers (1969), The Afrikakorps (1972), Kreta: the German invasion of Crete, 20.5.41-2.6.41 (1972), Kriegsmarine; uniforms, insignia, daggers & medals of the German Navy, 1935-1945 (1972), A History of the Fallschirmjäger troops, Uniforms and Insignia of the German Luftwaffe, und Panzer. German Amror 1935-1945 (Jahr unbekannt). Nur die mit Jahreszahlen angegebenen Werke konnte ich in amerikanischen Nationalbibliothek Library of Congress ausfindig machen. Es sind alles im Selbstverlag ohne ISBN-Nummern veröffentlichte Büchlein und Broschüren.
[13]Vgl. Stahls Artikel »Auguste Rodin: Anatomy of a Fraud«, www.peterstahl.com/douglas/Rodin.html; Superior Court of California, County of Santa Clara, 22.12.1978, ref. 405954.
[14]Einer dieser Briefe wurde laut Stahl im Magazin The Connoisseur als Leserbrief abgedruckt. Die örtliche Universitätsbibliothek hat allerdings nur eine unvollständige Sammlung dieser Zeitschrift, so daß ich dies bisher nicht bestätigen konnte. Der Vorgang wird aber durch Artikel in der Lokalpresse von Palo Alto und San Francisco (Palo Alto Times, SF Chronicle) bestätigt, vgl. den in Anm. 14 genannten Online-Artikel. Rodin schien überhaupt ein beliebtes Objekt von Fälschungen gewesen zu sein, vgl. Lillian Browse, »False castings of Rodin bronzes«, The Burlington Magazine, 129 (12) (Dez. 1987), S. 807f.; Sylvia Hochfield, »Cast in doubt«, Art News, 88(2) (Feb. 1989), S. 108-115; P. Rowlands, »Foundering foundry«, Art News, 94(1) (Jan. 1995), S. 42.
[15]Vgl. FAZ, 10.1.1988; SZ, 17.2.1988; Berliner Morgenpost, 21.3.1989; Die Welt, 28.2.1988; New York Post, 5.3.1989; FAZ 16.3.1989. Englische Übersetzungen dieser Artikel befinden sich online: www.peterstahl.com/douglas/FourthReich.html. Stahls zentrale Rolle bei der Auffindung von Diebesgut und Tätern wird von OStA Detlev Mehlis bestätigt: StA beim Kammergericht, Elssholzstr. 30-33, D-10781 Berlin-Schönefeld; 030-21 78 27 01.
[16]Autor des Werks Adolf Hitler als Maler und Zeichner, Gallant Verlag, Zug/Schweiz, 1983. Das Buch enthält laut Aussage Stahls auch einige Fälschungen.
[17]Siehe diesbezüglich auch Robert Harris, Selling Hitler, Pantheon Books, New York 1986.
[18]Einige seiner Werke: Collecting Autographs & Manuscripts, Univ. of Oklahoma Pr., 1961; Big Name Hunting, Simon & Schuster, 1973; The signature of America: a fresh look at famous handwriting, Harper & Row, 1979; Great Forgers and Famous Fakes, Crown Pub., 1980; Auction Madness, Dodd Mead, 1981; In Search of Shakespeare: A Reconnaissance into the Poet's Life & Handwriting, Harcourt Brace, 1985; The Book of Autographs, Simon & Schuster, 1987; The Hitler Diaries: Fakes That Fooled the World, Univ. Press of Kentucky, 1991.
[19]Bender Publishing, San Jose, California. Dies ist der gleiche Verleger wie jener der Gestapo-Müller Bücher.
[20]Wie der Verleger Hamiltons, Roger Bender, mir berichtete, erhielt er von Charles Hamilton ein Schreiben ähnlichen Inhalts.
[21]Hodder & Stoughton, London 1977.
[22]Bezglich seiner zeitgeschichtlichen Werke vgl. z.B.: Donald S. Detwiler, Charles B. Burdick, Jürgen Rohwer (Hg.) World War II German military studies: a collection of 213 special reports on the Second World War prepared by former officers of the Wehrmacht for the United States Army, Garland Pub., New York 1979; Germany's military strategy and Spain in World War II, Syracuse University Press, Syracuse, NY, 1968.
[23]Vgl. www.peterstahl.com
[24]Vgl. www.peterstahl.com/douglas/IrvingCP.html
[25]22.6.1995, vgl. sein Tagebuch online: www.fpp.co.uk/docs/Irving/Peter_Stahl/diary_extracts.html
[26]www.fpp.co.uk/docs/ReadersLetters/Observer230496.html
[27]15.2.1997, www.fpp.co.uk/docs/Irving/Peter_Stahl/diary_extracts.html
[28]www.fpp.co.uk/ActionReport/AR14/RadDi3.html
[29]G. Douglas, Regicide. The Official Assassination of John F. Kennedy, Monte Sano Media, Huntsville, Alabama, 2002.
[30]www. gregorydouglas.com; www.peterstahl.com
[31]www.fpp.co.uk/docs/Irving/Peter_Stahl/index.html
[32]www.crow96.20m.com
[33]Kontakt-Email der Website www.crow96.20m.com
[34]Dieser Name steht unter einem Artikel über Irving, der fast identisch ist mit jenem auf www.gregorydouglas.com ausgestellten, ist dort aber mit dem Namen G. Douglas gezeichnet.
[35]Dieser Name steht unter einem Artikel über Rodin-Fälschungen, der identisch ist mit jenem auf www.gregorydouglas.com ausgestellten, ist dort aber mit dem Namen G. Douglas gezeichnet; vgl. www.fpp.co.uk/docs/Irving/Peter_Stahl/alias_McAlister.html
[36]Crowley: vgl. die Todesanzeige in der Washington Post vom 10.10.2000, S. B6; www.montesanomedia.com/b/1-59148-297-6/wp.html; C. Crowles, A. Johnson, Z. Mehlis: ich kenne die Herren persönlich; F. Thayer: Prof. an der Universität Neu-Mexiko, vgl. www.nmsu.edu/~journali/faculty/thayer/index.html; Norwood Burch: unbekannt; Richard Mundhenk: dies ist Richard Mundshenk, der von Irving selbst als ein Geschäftspartner Roger Benders identifiziert wurde, vgl. www.fpp.co.uk/docs/Irving/Peter_Stahl/data280299.html
[37]www.fpp.co.uk/docs/Irving/Peter_Stahl/JFK_Author.html
[38]www.fpp.co.uk/docs/Irving/Peter_Stahl/data280299.html
[39]www.fpp.co.uk/Letters/hate/Peter110602.html
[40]www.fpp.co.uk/docs/Irving/RadDi/2002/100602.html
[41]Vgl. hierzu das in der Abbildung wiedergegebenen Vorstrafenregister und die Sterbeurkunde.
[42]www.fpp.co.uk/docs/Irving/Peter_Stahl/diary_extracts.html
[43]Irving hatte Stahl am 14.7.1980 dieses Rommel-Bild versprochen, vgl. dessen Tagebucheintrag, und Peter Stahl besitzt es noch heute!
[44]»a known criminal and document forger«. »Carto Proposes Document Forger for IHR Board of Directors«, homepage.mac.com/lsf/news/010530douglas.html
[45]Mark Weber, »Not Quite the Hitler Diaries«, Journal for Historical Review 20(2) (März/April 2001), S. 40. Das Datum der Ausgabe täuscht. Tatsächlich erschien diese Ausgabe erst im Herbst 2001, da das JHR in den letzten Jahren stets stark verspätet erschien.
[46]Vgl. seinen Artikel unter dem Pseudonym Karl Kolcheck, Anm. 34.
[47]In einer in Vorbereitung befindlichen Publikation wird Peter Stahl auf die Robin-Hood-ähnlichen, recht humoristischen Hintergründe seiner Verhaftung eingehen, die allerdings nicht zu einer Anklage oder Verurteilung führten, sondern zu seiner letztlichen Freilassung. Da ich dem nicht vorgreifen möchte, muß es hier bei dieser Anmerkung belassen.
[48]Vgl. seinen Quellenhinweis in Band 1, 2. Ausgabe 1999, S. 282; siehe auch weitere Dokumente in Band 3 & 4.
[49]Random House, New York 2001, S. 29 und Anmerkungen.
[50]Erschienen in The Military Advisor, 1(2), (Frühling 1990) S. 19 (manipulierte Fassung), und 2(1) (Winter 1990/91), S. 14.
[51]»It has been over ten years ago that I did those publications so the memory may be a little vague. I do remember being a little concerned using a document marked "secret" and expressed this to th author. He then came up with the clean version without markings.«
[52]G. Douglas, »Blood & Gold«, The Military Advisor, 2(1) (Winter 1990/91), S. 13.
[53]E. Laurier, V. Hedouin, D. Gosset, P.H. Muller, »Etude critique médico-légale du rapport d'autopsie d'Hitler« (Kritische gerichtsmedizinische Untersuchung des Autopsieberichts Hitlers), Journal de Medecine Legale Droit, 37 (1) 1994, S. 65ff.; zu bestellen bei CNRS, Fourniture de documents, BP 310, F-54515 Vandœuvre Cedex.
[54]Jedenfalls solange man nicht davon ausgeht, Hitler habe das Dritte Reich mit den letzten seiner Getreuen auf dem Mond, dem Mars, in der Antarktis oder im Innern der Erde weitergeführt. Aber mit einer solchen phantastisch-spekulativen, wenn nicht gar paranoiden These hat Douglas Ansicht von der Flucht Hitlers nach Spanien auch nicht das Geringste zu tun.
[55]Peter Stahl und Aaron Johnson, ein gelassener junger Mann, haben mir ihr Fotoalbum dieser Schatzsuche gezeigt und unabhängig voneinander ausführlich darüber berichtet.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 6(3) (2002), S. 268-283.


Zurück zum Inhaltsverzeichnis