Zensur im Internet

Von Germar Rudolf

In Heft 2/1997, S. 91-99, berichtete VffG über die um die Zündelsite tobende Internet-Zensurschlacht, also dem Versuch staatlicher wie nichtstaatlicher Stellen anno 1996, die damals erfolgreichste revisionistische Internetseite zu verbieten oder doch den Besuchsverkehr nach Möglichkeit zu stören und zu behindern. Dieser Zensurversuch erregte große Solidarität in der damals noch recht kleinen Internetgemeinde. Alle Zensurversuche scheiterten damals daran, daß an verschiedenen Stellen im Internet Kopien der Zundelsite erstellt wurden, nicht, weil so viele Personen mit Zündel inhaltlich übereinstimmten, sondern weil sie aus Prinzip gegen jede Zensur waren.

Die Zensurversuche staatlicher wie nichtstaatlicher Stellen haben seither freilich nicht aufgehört, wie die Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung in ihren Kurzmeldungen immer wieder berichteten. Einer der international folgenschwersten Zensurfälle erfolgte sicher gegen Dr. Fredrick Töben, der wegen seiner in Australien erfolgten Veröffentlichung revisionistsischer Inhalte im Internet in Deutschland verhaftet und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde.[1]

Eine Ende Oktober veröffentlichte akademische Arbeit über die von Suchmotoren durchgeführte Zensur von Internetinhalten hat nun international hohe Wellen geschlagen und wird hoffentlich wiederum in der Internetgemeinde zu ähnlichen Solidaritätserklärungen führen.


Vorgeschichte

Im September 1997 wurde von mir die Website www.vho.org gegründet, anfangs unter dem juristischen Schutzschirm der belgischen gemeinnützigen Stiftung Vrij Historisch Onderzoek, daher auch der Name vho.org. Ganz zu Anfang hatte diese Seite durchschnittlich ganze fünf Besucher pro Tag, davon die meisten durch den Webmaster, also durch mich selbst. Heute kommen täglich mehrere tausend Besucher zu dieser Seite (und ich schwöre: das bin nicht ich!). Damit hat sich www.vho.org binnen fünf Jahren zur weltweit größten revisionistischen Website gemausert.

Einer der ersten Schritte, die ich nach der Kreierung der Seite unternahm, war, die neue Seite bei den großen Suchmotoren anzumelden, was damals noch manuell möglich war. Heute, bei der Flut der täglich neu entstehenden Internet-Seiten, muß man eine Gebühr bezahlen, um in den edlen Club der großen Suchmotoren aufgenommen zu werden.

Im Jahr 1998 erfuhr ich dann, daß es in Deutschland Suchmotoren gibt, die sich ausschließlich auf deutschsprachige Inhalte beschränken. Da der Inhalt von www.vho.org überwiegend aus deutschsprachigen Texten bestand, lag es nahe, die Seite auch bei diesen zwar kleineren, aber auf mein Zielpublikum ausgerichteten Seiten anzumelden. Zu meiner Überraschung teilte mir einer dieser Suchmotoren mit, man habe nach einer Durchsicht meiner Website entschieden, diese nicht aufzunehmen, da der Inhalt der Seite nach deutschem Recht illegal sei. Formell gesehen ist dies zwar falsch - illegal ist nicht der Inhalt meiner Website, illegal sind die deutschen Zensurgesetze. Aber menschenrechtlichen und erkenntnistheoretischen Argumenten waren deutsche Bürokraten ja noch nie sonderlich zugänglich, und so mußte ich mich damit abfinden, daß www.vho.org von diesem deutschen Suchmotor eben nicht aufgenommen wurde.[2]

Auf internationaler Ebene geriet Yahoo.com als erster großer Suchmotor ins Kreuzfeuer zumeist jüdischer Kritik. Yahoo ist einer der weltweit größten Internetanbieter, dessen Suchmotor seit einiger Zeit von dem Unternehmen Google beliefert wird. Google selbst ist ein Suchmotor, der sich erst vor nicht allzu langer Zeit unter die ganz großen und erfolgreichen Suchmotoren wie Altavista.com, Lycos.com und Excite.com dank seiner anwenderfreundlichen Oberfläche einreihte. Er hatte Ende Oktober 2002 etwa 2,5 Milliarden Webseiten indexiert.

Von Google.de und/oder Google.fr zumindest teilweise zensierte Webseiten
Revisionistische Webseiten sind fett, solche mit teilweise revisionistischem Inhalt sind kursiv gesetzt

www.1488.com
www.14words.com
www.abbc.com
www.air-photo.com
www.americandefenseleague.com
www.americannaziparty.com
www.amren.com
www.aryan88.com
www.aryan-nations.org
www.barnesreview.org
www.bayouknights.org
www.blacksandjews.com
www.bnp.net
www.christianseparatist.org
www.churchfliers.com
www.codoh.com
www.codoh.com/org
www.compuserb.com
www.creator.org
www.crusader.net
www.ety.com
www.faem.com
www.fpp.co.uk

www.freedomsite.org
www.hammerskins.com
www.hangemhighrecords.com
www.harold-covington.org
www.heathenfront.org
www.hitlerisgod.com
www.hoffman-info.com
www.holywar.org
www.iahushua.com
www.ihr.org
www.jeffsarchive.com
www.jesus-is-lord.com
www.jewwatch.com
www.kingidentity.com
www.k-k-k.com
www.kkkk.net
www.kukluxklan.net
www.libreopinion.com
www.louisbeam.com
www.melvig.org
www.missiontoisrael.org
www.musicalterrorists.com
www.mysticknights.org

www.naawp.com
www.natall.com
www.natvan.com
www.nazi.org
www.nazi-lauck-nsdapao.com
www.neworderknights.com
www.noontidepress.com
www.nsm88.com
www.nswpp.org
www.ostara.org
www.ourhero.com
www.panzerfaust.com
www.patriot.dk
www.posse-comitatus.org
www.propatria.org
www.radioislam.net
www.radioislam.org
www.rahowa.com
www.resist.com
www.resistance.com
www.revilo-oliver.com
www.revisionists.com
www.seek-info.com

www.sigrdrifa.com
www.ssenterprises.com
www.ssman.com
www.stormfront.org
www2.stormfront.org
www3.stormfront.org
www4.stormfront.org
www.thulepublications.com
www.ukar.org
www.unitedskins.com
www.vanguardnewsnetwork.com
www.vho.org
www.wakeupordie.com
www.wckkkk.com
www.whitepower.com
www.whitepride.com
www.whitepride.net
www.whiterace.com
www.whiteracist.com
www.williscarto.com
www.wpww.com
www.yoderanium.com

Die im Jahr 2000 eskalierenden Angriffe auf Yahoo gingen soweit, daß Yahoo in Frankreich verklagt und am 20.11.2000 dort verurteilt wurde, weil mit dem Yahoo-Suchmotor Auktionen mit NS-Devotionalien sowie Holocaust-revisionistische Inhalte gefunden werden konnten.[3] Seither hat Yahoo die französische Sektion seines Suchmotors von Links zu derartigen Seiten gesäubert. Später, auf Druck der üblichen jüdischen Zensurgruppen wie dem Simon-Wiesenthal-Zentrum, erklärte sich Yahoo sogar dazu bereit, auch seine US-Suchmotorzentrale von allem zu reinigen, was diese jüdischen Vereine hassen.[4] Allerdings ist dies bisher anscheinend nicht umgesetzt worden.

Aufgrund der Verurteilung von Yahoo in Frankreich fühlte sich dann der Zentralrat der Juden in Deutschland bestärkt, ähnliche Klagen nun auch in Deutschland gegen deutsche Suchmotoren anzustrengen.[5] Es kann daher nicht wundern, daß auch die deutschen Sektionen größerer Suchmotoren von unerwünschten Inhalten gesäubert wurden.

Wissenschaftliche Analyse

Am 22. Oktober 2002 veröffentlichten Jonathan Zittrain und Benjamin Edelman vom Berkman Center for Internet & Society an der Harvard Law School eine Studie, in der sie darüber berichten, welche Internetseiten von der deutschen und französischen Sektion von Google zensiert werden, nicht aber von der US-Hauptseite Google.com.[6]

Das Ergebnis dieser Studie war, daß die französischen und deutschen Google-Suchmotoren 91 Internetseiten ganz oder teilweise von allen Suchergebnissen ausschließen.[7] Obwohl ein solcher Ausschluß niemanden daran hindert, die entsprechenden Seiten aufzusuchen, so muß dies dennoch als eine massive Erschwerung bei der Auffindung dieser Seiten angesehen werden, da ein erheblicher Teil der in Frankreich und Deutschland ansässigen Bevölkerung Inhalte im Internet dadurch findet, daß sie sich dieser Suchmotoren bedient. Der Ausschluß von Suchergebnissen einer Seite in einer kontroversen Debatte führt eben dazu, daß ein Großteil die Argumente der ausgeschlossenen Seite nicht zur Kenntnis bekommt.

Suchmotor-Zensur gibt es freilich nicht nur auf staatlichen Druck hin. Auch private Unternehmen oder Einzelpersonen können derartige Zensurmaßnahmen anstreben und manchmal sogar durchsetzen. So soll es der Scientology-Kirche angeblich gelungen sein, Google davon zu überzeugen, einige Seiten nicht aufzuführen, die sich kritisch über Scientology äußern.[8] In anderen Fällen gibt es die Möglichkeit für Einzelpersonen oder Organisationen, zu beantragen, daß bestimmte Internet-Adressen dann nicht aufgeführt werden, wenn diese Urheberrechtsverletzung begehen.[9] Nur wenige dieser Zensurmaßnahmen werden je öffentlich bekannt; die meisten spielen sich insgeheim ab. Kein Suchmotor gibt öffentlich zu, die Suchergebnisse zu manipulieren. Edelman zufolge müsse Google wenigstens darauf hinweisen, daß das Suchergebnis nicht vollständig ist:[10]

»Wenn es Google nicht erlaubt ist, einen Link zu [der rechten Website] Stormfront zu setzen, so könnten sie es aufführen, aber nicht verlinken. Und wenn sie Stormfront noch nicht einmal auflisten dürfen, so könnten sie zumindest mitteilen, daß sie dem Benutzer bestimmte Ergebnisse vorenthalten. Der entscheidende Punkt ist, daß es keinen Grund gibt, Geheimnistuerei zu betreiben.«

Die Zensuropfer

Die Autoren der hier besprochenen Untersuchung haben nach eigenen Angaben bisher einige tausend Websites dahingehend geprüft, ob die Suchergebnisse bei den drei Google-Abteilungen google.com (USA), google.de (Deutschland) und google.fr (Frankreich) unterschiedliche Suchergebnisse bringen. Die dabei aufgefundenen Zensuropfer teilen sich im wesentlichen in drei Kategorien. Die größte Gruppe stellen rechte Webseiten dar, die gemeinhin unter der Rubrik "White Supremacy", also "Überlegene Weiße Rasse" geführt werden. Die zweitgrößte Gruppe sind revisionistische Webseiten - mit einer überraschenden Ausnahme: Die einst am heftigsten umkämpfte Website, die den Namen und die Mission des deutsch-kanadischen Nationalsozialisten Ernst Zündel trägt, www.zundelsite.org, befindet sich nicht darunter! Die nächste Gruppe sind radikale, anti-jüdische arabische Gruppierungen. In der umseitigen Liste habe ich die revisionistischen Webseiten fett hervorgehoben, jene mit zumindest teilweise revisionistischem Inhalt kursiv.

Eine genauere Analyse der zensierten Seiten zeigt, daß auch einige christliche und konservativ-fundamentalistische Seiten Opfer der Zensur wurden sowie in einem Fall sogar eine antirevisionsitische Website (www.williscarto.com). Linksextreme, kommunistische oder andere politisch bzw. religiös fanatisch-fundamentalistische Seiten wurden von den Autoren entweder gar nicht erst in Betracht gezogen, oder sie werden von Google nicht zensiert.

Interessant ist, daß die Autoren keine von Google in Deutschland zensierte Website fanden, die nicht auch in Frankreich zensiert wird (65), wohingegen 45 Websites, die über google.de in Deutschland zugänglich sind, in Frankreich nicht erhältlich sind. Es sieht also so aus, als sei die Zensur in Frankreich zur Zeit noch strenger als in Deutschland.

Weitergehende Zensur...

Google dient nicht nur als Suchmaschine für Yahoo, sondern auch für AOL, den weltweit größten Internet-Serviceanbieter. Dementsprechend werden alle deutschen AOL-Benutzer, die nicht gezielt andere Suchmaschinen aufsuchen, sondern aol.de benutzen, genauso zensiert wie alle Benutzer von google.de und yahoo.de. Die drei anderen größeren internationalen Suchmotoren mit eigenen deutschen Sektionen, altavista.de, lycos.de und excite.de, zensieren zwar auch, aber anscheinend nicht so streng, so tauchen dort die Webseiten codoh.com und codoh.com/org auf. Allen ist jedoch gemeinsam, daß die weltweit größte revisionistische Website www.vho.org nicht geführt wird.

Bevor man sich über Google, Altavista und alle anderen zensierenden Suchmotoren aufregt, sollte man sich bewußt machen, daß diese Unternehmen nicht freiwillig zensieren. Sie wurden mit Gerichtsurteilen und allerlei juristischen Drohungen dazu gezwungen, bestimmte Inhalte nicht aufzulisten. Die wahren Übeltäter sitzen in Paris und Berlin und zu einem überproportionalen Anteil auch in den Synagogen.

... und versuchte Zensurumgehung

Freilich kann man versuchen, statt dessen nicht zensierende Suchmotoren zu verwenden. So könnte man statt der .de Suchmotoren einfach die entsprechenden .com Suchmotoren verwenden (aol.com, yahoo.com, google.com, altavista.com. excite.com, lycos.com). Aber Google hat auch davor schon für all jene Besucher einen Riegel vorgeschoben, deren Internet-Serviceanbieter eine IP-Adresse hat, die sich in Deutschland befindet. Google leitet dann nämlich derartige Anfragen von google.com automatisch nach google.de um. Somit sitzen alle Internetbenutzer in Deutschland ab sofort im Dunkeln, was ihre Möglichkeit angeht, daß Internet mittels google.com durchsuchen zu wollen.

Es wäre wünschenswert, daß der Unmut und die Solidarität aller Benutzer über diese Zensoren sich dadurch entlädt, daß sie schlicht und einfach die .de und .fr Suchmotoren nicht mehr benutzen, und erst recht nicht solche, die einem den Zugang zu ihrer internationalen Suchmaschine verwehren, wie Google. Es geht hier schließlich nicht darum, ob man mit den zensierten Inhalten übereinstimmt, sondern darum, daß morgen, unter anderen Machtverhältnissen, jeder beliebige Benutzer in die gleiche Lage kommen könnte, nämlich daß genau jene Inhalte zensiert werden, die er sucht, oder schlimmer noch, die er anzubieten versucht.

Düstere Zukunft

Während der Sitzung des Europarates in Straßburg am 6. und 7. November 2002 wurde von den 44 Außenministern der im Europarat vertretenen Nationen ein Protokoll beschlossen, das die europäische Staatengemeinschaft auffordert, folgende Betätigungen unter Strafe zu stellen:[11]

- computergestützte Verbreitung rassistischen und fremdenfeindlichen Materials;

- Bedrohung und Beleidigung aus rassistischen oder fremdenfeindlichen Beweggründen;

- Leugnung, grobe Verharmlosung, Billigung oder Rechtfertigung von Völkermord oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit, insbesondere im Zusammenhang mit Ereignissen im Zeitraum zwischen 1940 und 1945 (sprich: Revisionismus).

Alle im Protokoll festgelegten Vergehen bedürfen der Vorsätzlichkeit, um als strafrechtlicher Tatbestand eingestuft zu werden, wodurch sich ein Serviceanbieter durch Weiterleitung strafbarer Inhalte nicht strafbar machen würde. In den Verhandlungen zur Ausformulierung dieser Protokolle waren ebenfalls Vertreter der USA, Kanadas, Japans, Mexikos und Südafrikas vertreten.

Gottseidank hat der Europarat keine legislative Befugnis. Aber es wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis sich dieses Programm international durchsetzt.

Und nur nebenbei sei hier darauf hingewiesen, daß das Verbot der Verbreitung pädophiler Inhalte auf der Konferenz offenbar noch nicht einmal angesprochen wurde.

Kein "Jude" bei eBay
Wortfilter bläst den Kunden den Radetzky.m.a.r.s.c.h
Ernst Corinth 24.06.2002

Das Angebot des Online-Auktionshaus eBay.de ist frei von Juden. Selbst "jüdisch" oder "jüdisches" wird nicht toleriert. Und wer bisher meinte, dass die Beatles mit "Hey Jude" ein Mädel namens Jude meinen, wird von eBay gleich eines Besseren belehrt. Jude ist nach Meinung des Auktionsbasars nämlich gleich Jude - und damit ein solch zerbrechlicher Begriff, dass er vor den Blicken der Kunden geschützt werden muss, selbst wenn ihn die Beatles singen.

Verantwortlich für diesen gar seltsamen Vorgang ist der von eBay verwendete Wortfilter, der konsequent verhindert, dass Kunden das Auktionsangebot (einschließlich der Artikelbeschreibungen) nach verwerflichen Dingen durchsuchen. Und dazu zählt nach Meinung der Firma eben auch Jüdisches in allen seinen Spielarten. Eine hirnrissige Idee, die dann dazuführt, dass man beispielsweise nach der Eingabe von "jüdisch" Friedrich G. Friedmanns Buch "Heimkehr ins Exil. Jüdische Existenz in der Begegnung mit dem Christentum" nicht angezeigt bekommt.

Aber nicht nur Kunden, die nach Literatur über Juden oder jüdische Kultur suchen, werden von dem Wortfilter daran gehindert. Sondern gesperrt sind als Suchbegriffe auch Wörter wie Hitler, Arsch oder komischerweise Arien (eine komplette Liste der gesperrten Wörter gibt es bei: www.wortfilter.de). Während bei Arien vermutlich ein Tippfehler (Arier!) des Programmierers verhindert, dass der Suchende die im aktuellen eBay-Angebot durchaus vorhandene CD: "Vokalrecitals (Lieder und Arien) - Maria Callas - Le Grande Voce" angezeigt bekommt, hat die auf den ersten Blick verständliche Sperre von "Hitler" in Wirklichkeit eher politisch-unkorrekte Folgen, weil sie halt auch den schnellen Zugriff auf kritische Bücher über Adolf Hitler ausschließt.

Richtig absurd wird es dann allerdings bei "Arsch". Betroffen von dieser moralisch-korrekten Zensur sind nämlich unter anderem: Haarschneider, Marsch(musik), Ray Bradburys "Marschroniken" und Walter Moers Buchreihe "Das kleine Arschloch". Und bei all dem Unsinn verwundert es kaum noch, dass auch die Suche nach Karnevalsänger Ernst Neger automatisch unterbunden wird.

Aber der eBay-Wortfilter beweist nicht nur erneut, wie absurd und bisweilen albern die Auswirkungen von Filtersoftware sind, sondern er verändert auch die deutsche Sprache. So darf wegen des schon erwähnten Arsch-Verbots Joseph Roths Roman "Radetzkymarsch" nicht angeboten werden, aber erlaubt und damit korrekt ist nach Meinung von eBay: Radetzky.m.a.r.s.c.h. Und das ist auf jeden Fall eines, und zwar ziemlich für'n A.r.s.c.h.

http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/12788/1.html


Anmerkungen

[1]Vgl. Willibald Gründer, »Der Prozeß gegen Dr. Fredrick Toben«, VffG, 4(1) (2000), S. 97-100.
[2]Ich nenne absichtlich keinen Namen, denn inzwischen wurde www.vho.org aufgenommen.
[3]http://news.excite.com/news/r/000616/08/france-usa-yahoo; www.oneworld.org/ips2/june00/00_41_003.html; www.guardian.co.uk/freespeech/article/0,2763,400491,00.html; www.tomwbell.com/NetLaw/Ch03/YahooComplaint.html
[4]New York Times, 3.1.2001
[5]Spiegel, 20.02.2001
[6]http://cyber.law.harvard.edu/filtering/google/; vgl. AP-Pressemeldung vom 24.10.2002; www.sltrib.com/10252002/business/10409.htm
[7]http://cyber.law.harvard.edu/filtering/google/results1.html; die Verfasser sprechen von 113 Seiten, allerdings haben sie einige Seiten doppelt aufgeführt, einmal mit und einmal ohne www, in vielen Fällen haben sie Subdomains als eigene Seiten gezählt, und einige Seiten gibt es inzwischen nicht mehr, wie etwa www.spotlight.com, www.revisionism.com, www.globalfire.tv.
[8]http://www.wired.com/news/politics/0,1283,51233,00.html
[9]Vgl. http://www.archive.org/about/terms.php
[10]http://zdnet.com.com/2100-1105-963132.html
[11]http://www.coe.int/T/D/Kommunikation_und_politische_Forschung

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 6(4) (2002), S. 470-473.


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