Aus der Forschung

Aus den Akten des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Teil 3

Von Germar Rudolf

1. Vom Einzelverfahren zum Mammutprozeß

Wie in den ersten zwei Teilen dieser Serie berichtet,[1] wurden die Ermittlungen bezüglich im KL Auschwitz begangener Verbrechen Anfang 1958 durch die Anzeige des in Haft befindlichen Adolf Rögner ins Rollen gebracht, der vom mit der Sache befaßten Stuttgarter Staatsanwalt Weber mehrfach als »kontradiktorischer und psychopathischer Berufsverbrecher« bezeichnet wurde (Bd. I, S. 106r, ähnlich 85r).[2] Aufgrund dessen scheute sich die Staatsanwaltschaft denn auch, gegen Wilhelm Boger einen Haftbefehl zu beantragen. Erst aufgrund der Aussage des Zeugen Paul Leo Scheidel konnte man sich dazu entschließen: Eine Woche nach Scheidels Aussage wurde der Antrag gestellt (Bd. I, S. 128f.) und am darauf folgenden Tag vom Gericht genehmigt (Bd. I, S. 130).

Am 5.11.1959, also etwa einen Monat nach der Verhaftung Bogers, deutete der Stuttgarter Oberstaatsanwalt Schabel in einem Gespräch mit dem Vorsitzenden des kommunistisch orientierten Auschwitz-Komitees Hermann Langbein an,

»das Verfahren nach Möglichkeit auch auf alle anderen Angehörigen des SS-Wachpersonals des Lagers Auschwitz auszudehnen, die sich nicht verjährter Verbrechen schuldig gemacht haben, soweit sie für die deutschen Justizbehörden greifbar sind.«

Zeuge

Beschreibung der Boger-Schaukel

Zeugnisart

Quelle

Paul Leo Scheidel

Turnreck. Hände gefesselt, über Knie gezogen; Reckstange dazwischen durchlaufend. Prügel auf nacktes Gesäß

Eigenes Erleben

Bd. 1, Bl. 112

Orli Wald

Rad, auf das Häftlinge geschnallt wurden; Rotation: beim Hochkommen verprügelt, beim Heruntergehen das Gefühl, mit dem Kopf auf den Fußboden zu schlagen

Augenschein des Geräts, nicht der Folter

Bd. 2, Bl. 189R

Hugo Breiden

Arme vor Beine gefesselt, Eisenstange zwischen Kniekehle und Arme hindurch, auf zwei Eisenständer gelegt; reckähnlich.

Eigenes Erleben

Bd. 2, Bl. 217

Erwin Bartel

Bestehend aus Kurbeln und Wellen; Häftling daran gekettet; mittels Umdrehungen der Welle geschlagen.

Beobachtung als Schreiber der politischen Abteilung (Gestapo)

Bd. 2, Bl. 221(f)

Anatol Indulski

Rückwärts gefesselte Hände, aufhängen an Händen an einen Pfahl

Zeichnung eines Dritten

Bd. 2, Bl. 228

Feliks Mylyk

Holzbock mit Eisenrohr. Eisenrohr verlief zwischen gefesselten Armen und Kniekehle; Häftling wurde um das Rohr im Kreis gedreht und geschlagen.

Augenschein des Geräts, nicht der Folter

Bd. 2, Bl. 235

Adolf Rögner

Kopf und Füße zusammengebunden, über Turnbarren gespannt, ausgepeitscht

Augenschein von Gerät und Folter

Bd. 2, Bl. 258

Ludwig Wörl

Eisenrohr verlief zwischen gefesselten Armen und Kniekehle; Stange auf Holzböcken aufliegend; Häftling wurde um das Rohr im Kreis gedreht und geschlagen.

Hörensagen

Bd. 2, Bl. 316

Parallel zur in Stuttgart geführten Untersuchung gegen Boger verursachte die Enthüllung des Journalisten Thomas Gnielka der linken Frankfurter Rundschau die Eröffnung eines gigantischen Ermittlungsverfahrens in Frankfurt: Am 15.1.1959 übersandte Gnielka dem Generalstaatsanwalt Fritz Bauer in Frankfurt Dokumente des KL Auschwitz, aus denen hervorgeht, zu welchem Zeitpunkt welche Häftlinge in Auschwitz bei einem Fluchtversuch von Wachleuten erschossen worden waren sowie eine (unvollständige) Liste des in Auschwitz eingesetzten Wachpersonals (Bd 1a, Bl. 1, 2/1-2/20).[3]

Auf Antrag von Dr. Bauer[4] legt der Bundesgerichtshof fest, daß die Verfahren gegen 95 namentlich aufgeführte ehemalige SS-Männer des Lagers Auschwitz zusammengefaßt und alle vom Landgericht Frankfurt durchgeführt werden sollen.[5]

2. Die Boger-Schaukel

Bereits im letzten Beitrag zu dieser Serie wurden über die vom Zeugen Scheidel beschriebene sogenannte "Boger-Schaukel" einige Worte verloren. Nach Aussage verschiedener Häftlinge soll es sich dabei um ein Folterinstrument gehandelt haben, daß der Angeklagte Boger in seiner Funktion als Gestapo-Beamter beim Verhör von Häftlingen benutzte, um Aussagen zu erzwingen. Obwohl ich erst drei der über siebzig Akten zur Voruntersuchung des Auschwitz-Prozesses analysiert habe, lohnt es sich doch bereits, eine kleine Auflistung der Eigenschaften dieses Instruments zu machen, wie sie von verschiedenen Zeugen beschrieben wurde:

Man kann das Rätsel der Boger-Schaukel mit statistischen Methoden zu lösen versuchen, wobei sich als wahrscheinlichste Beschreibung jene herausstellt, die von Hugo Breiden gemacht wurde (vgl. Tabelle unten). Dies wird durch die Aussage des Angeklagten Wilhelm Boger bestätigt, der während seiner ersten Vernehmung sinngemäß ausführte, während seines Aufenthalts seien durchaus »verschärfte Vernehmungsmethoden« angewandt worden, und zwar mittels Stockhieben, dem rückwärtigen Fesseln der Hände, dem Aufhängen an den Fesseln an einen Haken in der Decke sowie der Benutzung der »Schaukel«, die Boger fast genauso beschreibt wie der Häftling Hugo Breiden. Boger gab an, durch sein Einwirken sei das Aufhängen an den Deckenhaken abgeschafft worden, und er habe niemals mehr als 3 bis 5 Schläge mit dem Stock verabreicht, so daß den Häftlingen nie ein körperlicher Schaden entstanden sei.[6] Er bestritt auch, je an irgendwelchen Tötungshandlungen beteiligt gewesen zu sein.[7]

3. Unglaubhafte Aussagen

3.1. Allgemeines

Schon die Gegenüberstellung der diversen Aussagen über die sogenannte Boger-Schaukel zeigt, daß man nicht alles für bare Münze nehmen kann, was die diversen Zeugen berichten, auch nicht in Bezug auf das, was sie darüber aussagen, woher sie ihr Wissen haben wollen. Nachfolgend werden einige Aussagen, die inhaltlich aus diversen Gründen unglaubhaft oder zumindest verdächtigt sind, kurz zitiert und analysiert.

3.2. Josef Kret

Als Beweis in die Voruntersuchungen eingeführt wurde der Band 1 der Auschwitz-Hefte, der sich mit der Geschichte des Straf-Bunkers der politischen Abteilung im Stammlager Auschwitz beschäftigt.[8] Im zweiten Teil dieses Heftes ist der Erlebnisbericht des Josef Kret abgedruckt. Ein Teil dieser Aussage wird vom untersuchenden Justizoberinspektor wie folgt zusammengefaßt:

»Ein besonders gefürchteter Kapo warf aus persönlichem Vergnügen ein Lasso um sein Opfer, zog die Schlinge fest und schwang sein Lasso hin und her, bis sein Opfer tot war.«

Wenn zwei Körper von annähernd gleicher Masse mit einem Seil verbunden werden und zum Rotieren gebracht werden, so drehen sie sich um einen gemeinsamen Schwerpunkt, der je nach Massenverteilung ungefähr in der Mitte des Seils liegt. Wenn also besagter Kapo sein Opfer herumschwingen wollte, so wäre er selbst genauso herumgeschwungen, wobei die gleichen Kräfte, die auf sein Opfer wirken, auch auf ihn wirkten. Wenn es sich bei dem Opfer also nicht um ein kleines Kind handelte, so ist die beschriebene Handlung naturwissenschaftlich unmöglich und als Lüge entlarvt.

3.3. Wilhelm Boger

Während seines ersten Verhörs wird Wilhelm Boger auch zu den Vorgängen an der "Rampe" in Birkenau befragt. Boger beschreibt diese Rampe richtig als ein ins Lager gelegtes Anschlußgleis. Er meinte, er habe an der Rampe in Birkenau nur gelegentlich zu tun gehabt, und zwar bei der Ermittlung gegen SS-Angehörige, die verdächtigt wurden, sich am Eigentum der ankommenden Häftlinge zu vergreifen. Über die Aussortierung der ankommende Häftlinge führte Boger aus:[9]

»Die einen Häftlinge wurden zur Arbeit eingeteilt, und die nicht Arbeitsfähigen mittels Lkw's in die Krematorien zur Vergasung verbracht. So hat sich der Vorgang bei neuangekommenen Häftlingstransporten abgespielt.

So habe ich die Vorgänge beobachtet anläßlich meiner dienstlichen Aufträge.

Ich möchte nochmals betonen, daß ich niemals bei der Aussortierung der Häftlinge beteiligt war.«

Es mag sein, daß Boger selbst nicht bei der Aussortierung beteiligt war, allerdings kann sich das, was er hier beschreibt, so nicht abgespielt haben. Die Rampe in Birkenau wurde erst im Mai 1944 fertiggestellt. Ihr Kopfende verlief zwischen den beiden großen Krematorien II und III, so daß es von der Rampe zu den Krematorien nur ein relativ kurzer Fußweg war. Es ist undenkbar, daß man für den Transport der an der Rampe ankommenden Häftlinge zum Krematorium einen Lkw eingesetzt hätte. Offenbar verwechselt Boger die Aussortierungen in Birkenau mit jenen, die am Bahnsteig des Stammlagers stattfanden zu einer Zeit, als das Anschlußgleis nach Birkenau noch nicht fertig war. Vom Stammlager waren es etwa 3 km bis zum Lager Birkenau. Fußkranke und schwache Häftlinge mögen in solchen Fällen tatsächlich in Lkws transportiert worden sein. Es wäre allerdings wegen der Distanz nicht möglich gewesen, aus unmittelbarem Erleben zu wissen, wohin genau im Lager Birkenau diese Lkws fuhren. Es ist daher offenkundig, daß Boger hier Dinge vom Hörensagen und eigenes Erleben munter vermischt und miteinander verwechselt.

Erstaunlich auch, daß Boger zu den von ihm bestätigten Vergasungen mit keiner weiteren Silbe befragt wird. Da es sich bei den angeblichen Massenvergasungen um weitaus größere Verbrechen gehandelt hätte als jene, die Boger vorgeworfen wurden, darf man sich über das Desinteresse des vernehmenden Beamten schon wundern. Dieses Desinteresse ist aber nur zu typisch, waren doch praktisch alle Vernehmer, ob Polizisten, Staatsanwälte, Verteidiger oder Richter, immer schon dann zufrieden, wenn ihr Vorurteil bestätigt wurde. An einer Untersuchung des Behaupteten hatte niemand ein Interesse.

3.4. Curt Posener

Aufgefordert vom kommunistischen Auschwitz-Komitee, erstattete der ehemalige Auschwitz-Häftling Curt Posener Anzeige gegen Boger, u.a. weil er aus Poseners eigener Erfahrung den Häftling Walter Windmüller zu Tode gefoltert habe. Posener berichtet u.a.:[10]

»Nach etwa drei Stunden brachte Bogner[sic] Windmüller wieder zum Stehplatz, der sehr stark schwankte, und aus dessen Hosenbein Blut floss. Windmüller kam wieder hinter mich[sic] zu stehen, und konnte mir zuflüstern, dass Bogner ihm die Hoden und die Nieren zerschlagen hätte.«

Jeder Mann wird ohne mit der Wimper zu zucken bestätigen, daß kein Mann mehr in der Lage ist, auf einem Appellplatz zu stehen und einem Vordermann etwas zuzuflüstern, wenn ihm die Hoden in einem Grad zerschlagen wurden, daß Blut aus der Hose floß. Posener schrieb nicht die Wahrheit.

3.5. Hugo Breiden

Der bereits erwähnte Zeuge Breiden berichtet ausgiebig von Genickschuß-Morden im KL Auschwitz, bei denen seiner Ansicht nach so ziemlich jeder Verantwortliche des Lagers beteiligt war, einschließlich Boger. Über die Vorgehensweise berichtete er:[11]

»An den Häftling J a k o b kann ich mich heute noch erinnern. Er war Jude, der im Arrestblock 11 Kalfaktor war. Ob Jakob Erschießungen vornahm, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich weiß aber, daß er bei Genickschußaktionen anwesend war. Er wußte die Todeskandidaten infolge seiner kräftigen Gestalt an den Armen festhalten, während die SS-Leute dann den Genickschuß verabreichten.«

Seit jeher werden Gefangene, die zur Hinrichtung geführt werden, gefesselt, aus dem einfachen Grunde, weil sich kaum jemand ungefesselt zu seiner Hinrichtung führen läßt. Es ist daher Unsinn zu behaupten, irgendeine starke Person hätte die Todeskandidaten an den Armen festhalten müssen. Dies ist offensichtlich zusammenphantasiert.

Breiden war seit 1928 laufend straffällig geworden und wurde damals zuletzt wegen krimineller Zuhälterei zu 18 Monaten Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Er saß somit wahrscheinlich als gewöhnlicher Verbrecher im KL Auschwitz.[12]

3.6. Herbert Kurz

Im Vernehmungsprotokoll dieses Zeugen heißt es:[13]

»Im Juni bis Juli 1943 will er persönlich vom Block 21, des KZ Auschwitz aus gesehen haben, wie B o g e r vor dem Block 11, dem Bunker, in insgesamt 3 Fällen mit einem für Nahschüsse gesondert angefertigten Gewehr insgesamt 200 Häftlinge durch Genickschüsse umgebracht habe. In einem Falle habe er die auf diese Weise durch B o g e r umgebrachten Gefangenen gezählt, wobei es 98 gewesen seien. In den beiden anderen Fällen seien es weniger gewesen. B o g e r habe weitere Erschießungen vorgenommen, doch habe er nicht mehr zusehen können. Ein Jude, der ebenfalls Häftling war, musste seinen Angaben zufolge jeweils mit seitlich ausgestreckten Armen 2 Häftlinge festhalten, worauf B o g e r diesen aus ca. 8 m Entfernung Genickschüsse gab.«

Es ist sowohl unwahrscheinlich, daß ein mittlerer Vernehmungsbeamter derartige Massenerschießungen überhaupt und dann auch noch alleine durchführt. Es ist weiter unwahrscheinlich, daß sich irgend jemand nach 15 Jahren noch so genau an die Zahl der Hinrichtungen erinnert. Es ist ferner äußerst zweifelhaft, daß für derartige Hinrichtungen ein besonderes Gewehr angefertigt worden wäre. Es ist zudem unwahrscheinlich, daß irgend jemand Genickschüsse aus 8 m Entfernung abgibt, und zugleich noch wesentlich unwahrscheinlicher, daß irgend jemand - woher weiß der Zeuge, daß es ein Jude war? - die Delinquenten mit ausgestreckten Armen festhalten mußte bzw. konnte. Hinrichtungskandidaten sind grundsätzlich gefesselt und angebunden und müssen nicht festgehalten werden, und schon gleich gar nicht auf solch absurde Weise: mit ausgetreckten Armen. So kann man keine 98 Menschen in Serie umbringen. Die Aussage ist falsch, der Zeuge unglaubwürdig.

3.7. Anatol Indulski

Dieser bereits wegen seiner unorthodoxen Aussage zur "Boger-Schaukel" aufgefallenen Zeuge berichtet in seinem an das kommunistische Auschwitz-Komitee gerichteten Brief über seine angeblichen Erlebnisse mit Boger. Wahrscheinlich wahrheitsgemäß schreibt er, er habe während seiner Zeit in Auschwitz ein Konto bei der Lagerkasse gehabt, wo er kleinere Geldbeträge hinterlegen konnte. Da ihm bei einer Gelegenheit ein gewisser Betrag nicht ausgezahlt wurde, auf den er glaubte, Anspruch zu haben, beschwerte er sich, woraufhin die politische Abteilung wegen des Verdachts der Unterschlagung eingeschaltet wurde. Indulski gibt dann an, er sei von Boger völlig grundlos beschimpft, angebrüllt und blutig zusammengeschlagen worden, wonach ihm dann das ihm zustehende Geld ausgezahlt worden sei.[14] Wenn allerdings die Einstellung der SS zu diesem Häftling so brutal und rücksichtslos war, wie wahrscheinlich ist es dann, daß man ihm Geld auszahlte? Beides paßt einfach nicht zusammen. Der Zeuge meinte offenbar, er müsse sein positives Erlebnis - die politische Abteilung sorgte dafür, daß er sein Geld bekam - dem Zeitgeist entsprechend mit etwas Negativem ausschmücken.

3.8. Adolf Rögner

Nachdem die Staatsanwaltschaft gegen Wilhelm Boger einige belastende Aussagen anderer ehemaliger Auschwitz-Häftlinge gesammelt hatte, nahm man nun sogar Adolf Rögner ernst und verhörte ihn. Was Rögner dabei allerdings zum Besten gab, geht auf keine Kuhhaut:[15]

»Ich hielt mich deshalb hinter einem starkem Baum verborgen und schaute von dort dem Treiben zu. Ich sah dann, wie B o g e r mit einem etwa 15-jährigen Judenmädchen, welches ebenfalls erst mit dem Transport angekommen war, zur Seite ging. [...] Nachdem B o g e r mit dem Mädchen ca. 150 m von seinen übrigen Kollegen entfernt war - ich selbst stand in ca. 15 - 20 Meter Entfernung von dem Tatort - sprach B o g e r auf das Mädchen ein und kurz darauf schlug er sie kräftig, so dass sie bewusstlos zu Boden fiel. Was B o g e r zu dem Mädchen gesagt hatte, konnte ich nicht verstehen. Ich nehme aber an, dass er das Mädchen geschlechtlich gebrauchen wollte. Nachdem das Mädchen bewusstlos geschlagen war, konnte B o g e r sein schändliches Vorhaben wohl deshalb nicht mehr ausführen, weil das Selektionskommando inzwischen näher gekommen war und er somit befürchten musste, beobachtet zu werden. B o g e r hat dem Mädchen die Kleider teilweise vom Leib gerissen, teilweise mit seinem Taschenmesser, es kann auch ein Stilettmesser gewesen sein, aufgeschnitten. Nachdem das Mädchen bis auf Hemd und Hose entblösst war, [...]. Anschliessend zog er seine Pistole und gab dem Mädchen in die linke und rechte Brust je einen Schuss. Schliesslich steckte er den Pistolenlauf noch in den Geschlechtsteil des Mädchens und feuerte nochmals einen Schuss ab.«

Auf die Anmerkung des offenbar nicht ganz auf den Kopf gefallenen vernehmenden Beamten, durch diese Schüsse hätte Bogers Handlung nicht unbemerkt bleiben können, flickschustert Rögner seine Aussage dahingehend, daß man in Birkenau »täglich zu allen Tages- und Nachtzeiten irgendwo im Lager« Schüsse gehört habe, weshalb Bogers Mord nicht weiter aufgefallen sei. Auch habe man des Mädchens Leiche zunächst gar nicht bemerkt.

Dies ist die Art von Nazi-Sado-Pornographie, die so ungeheuer erfolgreich geworden ist. Die Sache hat allerdings zwei Haken, erstens nämlich, daß in Auschwitz eben nicht ständig rumgeballert wurde, und selbst wenn, dann wären drei Schüsse an der Rampe eben doch aufgefallen. Zweitens gab es bei der Rampe in Birkenau keine Bäume, hinter denen sich Rögner verstecken konnte.

»Nach dem Eintreffen eines weiteren Häftlingstransportes in Auschwitz II nahm B o g e r einmal einen der Säuglinge, die schon am Boden lagen, wickelte es aus den Windeln, so dass es völlig nackt war, nahm es bei den Beinen und schlug es mit dem Kopf zunächst leicht, dann mit ziemlich grosser Gewalt an die Eisenkante des Güterwagens, solange bis der Kopf völlig zerquetscht war. Dann drehte er dem bereite toten Kind Arme und Beine herum und warf es zur Seite.«

Beobachtet haben will Rögner dies wiederum, als er sich an der Rampe hinter einem - dort nicht existierenden - Baum versteckte.

Der größte Lügner im ganzen Land,

das ist der Rögner-Denunziant.

Um so schockierender ist, daß der Beamte, der Rögner vernahm, im Anschluß an die Vernehmung vermerkte:

»Die Vernehmungsniederschrift vom 4.11.1958, in der R ö g n e r neue Tatbestände mit besonders sadistischem Einschlag benannte, über die er bisher keine Aussagen gemacht hat, ist zustandegekommen, nachdem Rögner gebeten hatte, ihm zur Stützung seines Gedächtnisses den beschlagnahmten grünen Hefter mit der Aufschrift "KZ Auschwitz" zur Verfügung zu stellen. Rögner ist Gelegenheit gegeben worden, diesen Hefter vor der Vernehmung einzusehen. In diesem Schriftwerk hat Rögner im Jahre 1945/46 Ausführungen über derartige Vorgänge im Lager Auschwitz gemacht.«

Da werden Rögners perverse Hirngespinste flugs zu »Tatbeständen«, und es wird offen zugegeben, daß man Rögner erlaubte, seine "Erinnerung" durch von ihm gesammeltes Propagandamaterial "aufzufrischen".

3.9. Ludwig Wörl

Dieser Zeuge behauptet, in Auschwitz seien täglich 50 bis 300, im Durchschnitt aber 100 Menschen erschossen worden,[17] was bedeuten würde, daß praktisch alle jemals in Auschwitz gestorbenen registrierten Häftlinge erschossen wurden, was selbstverständlich absolut nicht stimmt.

4. Glaubhafte Aussagen

4.1. Allgemeines

Als er mit den zum Teil recht wilden Anschuldigungen ehemaliger Häftlinge konfrontiert wurde, reagierte Wilhelm Boger auf bezeichnende Weise, indem er ausführte:[18]

»Wie soll ich aber Entlastungszeugen zu den Vorwürfen anführen können, die frei erfunden sind. Über meine Haltung wird insbesondere der ehemalige SS-Richter Dr. Konrad M o r g e n aussagen können, [...]. Dr. Morgen war im Jahre 1943 oder 1944 mit der Untersuchungen[sic] wegen Grausamkeiten und Korruptionsfällen im KZ beauftragt [...]. Ich habe im Auftrag von Dr. Morgen seinerzeit an der Aufdeckung der Misstände[sic] als Ermittlungsbeamter mitgewirkt. Ich könnte auch Häftlinge, die auf meiner Dienststelle beschäftigt waren, als Zeugen für die Art meiner Amtsführung bennennen[sic]. [...] Ich befinde mich aber hier in einem Konflikt insofern, als ich sicher bin, dass jeder aus den Reihen der ehemaligen Häftlinge, der in einem solchen Verfahren eine entlastende Aussage macht, dem tätigen Hass und der gnadenlosen Rache seiner früheren Mithäftlinge ausgesetzt ist, weil er dann als Kollaborateur und Feind des gemeinsamen Racheanliegens gebrandmarkt wird. Ich bin insbesondere davon überzeugt, dass keine Staatsgewalt in der Lage ist, diese Leute dann vor der organisierten Rache der verschworenen früheren Mithäftlinge zu schützen.«

Während man bei Angeschuldigten damit rechnen kann, daß sie ihre Taten bzw. Verantwortung leugnen, verharmlosen oder zu minimieren trachten, kann man im Gegenzug bei der Opfergruppe der Angeschuldigten mit dem Gegenteiligen rechnen. Das heißt aber nicht, daß alles Selbstbelastende, was ein Angeschuldigter sagt, wahr sein muß, wohingegen fast mit Sicherheit auszuschließen ist, daß Entlastendes von Seiten der ehemaligen Opfergruppe unwahr ist, vorausgesetzt, daß der Angeschuldigte für seine damaligen Opfer heute keinerlei Bedrohung mehr darstellen kann, wovon man wohl bei den ehemaligen SS-Leuten durchaus ausgehen kann, die seit 1945 ja weltweit so etwas wie Freiwild ohne jeden rechtlichen Schutz sind. Im Gegensatz zu den äußerst einflußreichen und gut organisierten Häftlingsorganisationen gab es denn ja auch nach dem Krieg nie auch nur den Ansatz einer Organisation, die das Anliegen ehemaliger SS-Angehöriger auf politische Weise hätte repräsentieren können.

Nachfolgend sind einige Passagen und Auszüge aus Aussagen angeführt, die aufgrund ihrer Ehrlichkeit auffallen, weil sie auf auffällige und überzeugende Weise den üblichen Klischees widersprechen, oder auch nur deshalb, weil die Zeugen sich nicht von der damals schon herrschenden allgemeinen Haß-Hysterie gegen alles leiten ließen, daß mit dem Konzentrationslagersystem des Dritten Reiches zusammenhängt.

4.2. Artur Hartmann

Da sich dieser Zeuge gleich bei der Einlieferung ins Lager eine Fußverletzung zuzog, wurde er zum Kartoffelschälen abkommandiert, wo seiner Erinnerung nach viele der kranken und arbeitsunfähigen Häftlinge eingesetzte wurden - ganz im Gegensatz zum herkömmlichen Klischee, wonach derartige Häftlinge vergast worden sein sollen. Jede Woche wurden die wieder Arbeitsfähigen aussortiert und zu anderen Arbeiten abgestellt. Er weiß von einem SS-Mann zu berichten, der Häftlinge mißhandelt hat, deswegen und wegen anderer Verbrechen aber später hingerichtet worden sei. Ansonsten sei er vom KZ-Personal nicht weiter mißhandelt worden.[19]

4.3. Henryk Bartoszewicz

Dieser Zeuge, der während seiner Haft in Auschwitz u.a. in der Gerberei arbeitete, berichtet mit recht emotionalen Worten über die Tatsache, daß Boger ihn und einige seiner Kameraden wegen deren Mitgliedschaft in einer Widerstandsorganisation verhörte und mit Fußtritten mißhandelte. Erstaunlicherweise berichtet Bartoszewicz nichts über die sogenannte "Boger-Schaukel" und auch nichts über schlimmere Foltern. Obwohl Mitglied des Untergrunds, wurde er nicht weiter belästigt, und es gelang ihm sogar angeblich, durch Bestechung einige Begünstigungen zu erlangen. Er irrt sich aber wohl, wenn er meint, die Hinrichtung einiger seiner Partisanen-Kameraden seien von Boger befohlen worden. Boger war lediglich ein Vernehmungsbeamter.[20]

4.4. Aleksander Gorecki

Dieser Häftling berichtet, wie Boger in Krankenhausblock des Stammlagers Auschwitz erschien, um einen Häftling abzuholen, der gerade eine Operation an der Blase hinter sich hatte und eine weitere Operation an der Prostata vor sich hatte. Es mag dahingestellt sein, ob Goreckis Aussage im Detail stimmt, interessant ist aber wohl die kaum abzuwertende Tatsache, daß Häftlinge in Auschwitz Operationen unterzogen wurden, um sie bei Gesundheit zu halten, bzw. ihre Gesundheit wieder herzustellen.[21]

4.5. Adolf Rögner

Auch die Aussage Rögners ist nicht völlig erlogen, so zum Beispiel wenn er bezüglich seines Aufenthalts im KL Dachau berichtet, er sei dort im Mai 1943 im Krankenhaus derart behandelt worden, daß er später wieder arbeitseinsatzfähig gewesen sei.[22]

4.6. Konrad Lang

Lang saß zwischen 1940 und 1945 in Auschwitz ein und war 1943 Oberkapo im Betrieb Deutsche Ausrüstungswerke, wo ihm etwa 2.000 Häftlinge unterstanden. Er gibt an, mit Boger nur einmal im Zusammenhang mit einer angeblichen versuchten Sabotagehandlung zu tun gehabt zu haben:

»Nur gesprächsweise will Lang gehört haben, daß Boger "sehr scharf" gewesen sei und daß die Häftlinge vor ihm Angst gehabt hätten. Über Tötungen oder Erschießungen von Häftlingen durch Boger oder in dessen Auftrag hat Lang angeblich nie etwas gehört.«

Offenbar befand sich Lang recht weit oben in der Häftlingshierarchie des Lagers, wo er sowohl mit vielen Häftlingen als auch mit vielen Verantwortlichen des Lagers zusammengekommen sein muß. Um so erstaunlicher ist, daß gerade er nichts von Morden Wilhelm Bogers weiß. Wenn Lang Dreck an seinem Stecken hatte (Kollaboration mit den Deutschen, Untaten gegen Häftlinge), so wäre er erpreßbar gewesen und hätte wohl alles getan, um nicht den Unmut der Häftlingsorganisationen zu erregen, sprich: er hätte gegen Boger ausgesagt, auch wenn es nicht wahr war. Aber er belastet Boger nicht. Außer Wahrheitsliebe fällt mir kein Beweggrund ein, warum Lang seine Aussage so und nicht anders hätte machen sollen.[23]

4.7. Moritz Salomon

Salomon gibt an, er sei von Boger derart schwer mißhandelt worden, daß er anschließend wegen Arbeitsunfähigkeit »zur "Vergasung" reif war«. Allerdings geschieht das Wunder, daß Salomon ins Revier kommt und dort wieder hochgepäppelt wird.[24]

4.8. Felix Lubecki

»Wie ich schon erklärt habe, war ich nie Zeuge von Mißhandlungen oder anderen Straftaten des Boger. Er war in KZ Auschwitz von uns Häftlingen jedoch allgemein gefürchtet und es hat jeder um ihn einen Bogen gemacht. Es hieß, daß Boger ein Schläger sei, doch hat mir gegenüber nie ein Häftling gesagt, daß er von ihm geschlagen worden wäre.«

Wie es der Zeuge Hugo Breiden so schön ausdrückte: die Foltermethoden Bogers waren »weltbekannt«.[25] Wie kann es da sein, daß Lubecki davon nichts wußte? Wohl entweder, weil er weltfremd war, dann taugte er nichts als Zeuge, oder weil der Berufsverbrecher Breiden und seine Gesinnungsgenossen nicht aufrichtig waren, was wir hier ja bereits anderweitig andeuteten.

4.8. Jakob Lewinski

Die Aussage Lewinskis ist ohne Zweifel die beeindruckendste, die im Jahr 1958 während der Voruntersuchungen zum Auschwitzprozeß abgegeben wurde.[26]

Der unter den Nürnberger Gesetzen als Sohn eines jüdischen Vaters als Geltungs-Halbjude eingestufte Lewinski saß nach eigenen Angaben ihm Lager Auschwitz ein, weil er sich geweigert hatte, sich von seiner als Volljüdin eingestuften Frau scheiden zu lassen. Seine Frau wurde offenbar zeitgleich, aber getrennt von ihm deportiert, jedoch hat er seither nie wieder etwas von ihr gehört. Sie wurde später formell für tot erklärt, ohne daß man weiß, welches Schicksal sie erlitt.

Lewinski gibt an, er habe erst später erfahren, die Aussortierungen bei der Ankunft im Lager haben den Unterschied zwischen Leben und Tod in der Gaskammer bedeutet. Immerhin behauptet er nicht, er habe dies schon damals gewußt.

Seine Unterbringung im Arbeitslager Auschwitz-Monowitz beschreibt er als »menschenwürdig«.[27]

»Innerhalb des Lagers war ein Bordell mit 10 Frauen, die aber nur Reichsdeutschen Häftlingen zur Verfügung standen. Die Häftlinge bekamen für ihre Arbeit Leistungsscheine bis zu 1.50 DM [gemeint RM] pro Woche, wofür sie sich Senf, Sauerkraut, rote Rüben usw. kaufen konnten. [...]

Das Lager hatte im Allgemeinen [sic] gute sanitäre Einrichtungen, Wasch- und Duschräume und einen ausgezeichneten Krankenbau. [...] An Verpflegung gab es dreimal wöchentlich 1/3 Komissbrot und 4 mal 1/2 Komissbrot, dazu morgens eine Schale Kafe[sic], 5 mal etwa 20 Gramm Margarine, einmal eine geringfügige Menge Marmelade und einmal ein Stückchen Käse. Mittags auf der Arbeitsstelle gab es die sogenannte Buna-Suppe ohne jeden Nährwert. Abends gab es einen Liter dickerer Suppe, teils Rüben, teils Kohl usw.«[28]

Aufgrund der schweren, 12-stündigen täglichen Arbeit bei überwiegend unzureichender Ernährung kam es laut Lewinski anfangs zu einer hohen Sterblichkeit, die später jedoch aufgrund von Erleichterungen stark zurückging.

»Unser Lagerführer war SS-Obersturmführer Schöttl, der in Dachau zum Tode verurteilt wurde, vermutlich für Straftaten, die er vor unserer Lagerzeit begangen hatte, denn als Lagerführer in unserem Lager hätte er die Todesstrafe keinesfalls verdient.«[29]

Man bedenke: Dieser Häftling war nicht nur zu unrecht inhaftiert, sondern verlor durch dieses Regime auch seine Frau. Welch hoher menschlicher Anstand muß ihn antreiben, solch eine Aussage zu machen! Da kann man nur sagen: Hut ab!

In Konflikt mit der politischen Abteilung kam Lewinski, weil er einen Zivilarbeiter bei Buna bestochen hatte, um ständig größere Geldbeträge und Materialsendungen von seiner Mutter in Berlin zu bekommen. Diese Sendungen teilte er mit besagtem Zivilarbeiter, jedoch flog dieses illegale Treiben alsbald auf, und er wurde zum Verhör zu Boger abkommandiert. Aufgrund der übersandten Geldmengen in der Größenordnung von einigen tausend Reichsmark verdächtigt Boger Lewinski, einen größeren Ausbruchsversuch zu planen. Lewinski berichtet, wie er von Boger verhört wurde. Zunächst mußte er am Lagertor eine gehörige Weile stehen, wo er den Ausmarsch der Arbeitskommandos erlebt, »der wie stets unter Musikklängen erfolgt«.[30]

Die ersten zwei Seiten des Vernehmungsprotokolls von Jakob Lewinski (die anderen Seiten werden im Internet gezeigt)

(Oben anklicken zum vergroessen)

Anschließend wurde er von Boger über viele Stunden "verschärft" verhört, das heißt mit Peitschenschlägen auf den Hosenboden versucht zum Reden zu bringen. Da Lewinski allerdings objektiv nichts über einen Fluchtversuch oder andere illegale Tätigkeiten zu berichten wußte, aber auch sonst leugnete, überhaupt etwas getan zu haben, erregte er Boger zu einem Punkt, wo dieser ihn mit Faustschlägen malträtierte. Letztlich gab Boger klein bei und glaubte Lewinski, daß hinter diesem Korruptionsfall keine Verschwörung stand. Das Protokoll, das Lewinski schließlich zum Unterzeichnen vorgelegt wurde, bezeichnete er als sehr genau und objektiv. Anschließend berieten sich drei SS-Leute, was nun mit Lewinski zu geschehen habe:[31]

»Hierbei hat einer von den dreien im Verlauf der Unterhaltung einen Witz erzählt, der sogar garnicht[sic] mal schlecht war und mir trotz meines bejammernswerten Zustandes auch ein Lächeln abgerungen hat.«

Dies erregte Boger dann wieder, weshalb er Lewinski noch fünf Peitschenschläge versetzte, woraufhin es Lewinski dann schwarz vor Augen wurde, worauf Boger gesagt haben soll:

»Nanu, nun gib man nicht so an, hast Dich doch bis jetzt prima gehalten.«

Auf den Hinweis Lewinskis, daß er den ganzen Tag noch nichts zu Essen und Trinken hatte, wird er dann von Boger mit dessen eigenen Eßvorräten ausreichend versorgt. Als Strafe für diesen Korruptionsfall bekommt Lewinski eine Woche Bunkerarrest. Boger ließ Lewinski allerdings eine Sonderbehandlung zukommen. Lewinski sagte aus, Boger hätte die SS-Ordonnanz wie folgt beauftragt:[32]

»"Bring den Mistvogel in den Bunker, aber sage dem Bunker-Capo, es soll den Mann besonders anständig behandeln und ihm erstklassiges Fressen geben."«

In einem kurzen Schreiben vermerkte der vernehmende Beamte zu Lewinski lapidar:[33]

»Von Massenerschiessungen und Einzelmorden des beschuldigten B o g e r ist dem Zeugen L e w i n s k i nichts bekannt.«

Mit einer derartigen Beurteilung wurde Lewinski als "nutzloser" Zeuge im Sinne der Anklage aussortiert. Als historischer Zeuge ist die Aussage Lewinskis jedoch aufgrund ihrer Aufrichtigkeit und Anständigkeit kaum zu unterschätzen.


Anmerkungen

[1]Vgl. VffG 6(3) (2002), S. 343-346; 6(4) (2002), S. 473-478.
[2]Sämtliche Band und Seitenangaben beziehen sich auf: Staatsanwaltschaft beim LG Frankfurt (Main), Strafsache beim Schwurgericht Frankfurt (Main) gegen Baer und Andere wegen Mordes, Az. 4 Js 444/59.
[3]Gnielka erhielt die Unterlagen von Emil Wulkan, Mitglied des Gemeinderates der jüdischen Gemeinde Frankfurt. Dieser hat sie von einem Bekannten erhalten, der sie kurz vor der Besetzung Breslaus durch die Russen aus dem Haus der Lessingloge geholt haben will; Bd. 1a, Bl. 24f. Weitere Unterlagen über das Auschwitzer Lagerpersonal wurden am 29.1.1959 von Dr. Franz Unikower geliefert, Bd. 1a, Bl. 5, 6/1-6/5.
[4]15.2.1959, Bd. 1a, Bl. 10f. Am 29.1.1959 (Bd. 1a, Bl. 7) hatte E. Schüle von der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen in Ludwigsburg Dr. Fritz Bauer mitgeteilt, daß das Ermittlungsverfahren in dieser Angelegenheit durch die Zentrale Stelle übernommen worden sei. Aufgrund der Entscheidung des BGH wurde dies jedoch rückgängig gemacht. Die Verfahren in Stuttgart und in Ludwigsburg wurden nach Frankfurt übergeben; vgl. Schreiben Schüle/ZSt vom 19.6.1959, Bd. 1a, Bl. 32; Schreiben OStA Vogel, FFM, 26.6.1959, Bd. 1a, Bl. 41f.
[5]2 Ars 60/59, in den Akten Bd 1a, Bl. 15-19.
[6]Bd. 1, S. 140f.
[7]Bd. 2, Bl. 266. Rudolf Aschenauer war Bogers Anwalt, vgl. Bl. 269.
[8]Bd. 1, Bl. 125f.
[9]Bd. 1, Bl. 142. Große Teile der Niederschrift dieses Verhörs sind unlesbar. Bogers Frau will von Untaten des Mannes nie etwas erfahren haben und gab sich während ihres Verhörs allgemein unwissend über alles, was im Lager vor sich gegangen war; Bd. 1, Bl. 206-213.
[10]Schreiben vom 1.10.1058, Bd. 1, Bl. 144R.
[11]Vernehmung vom 27.10.1958; Bd. 2, Bl. 218.
[12]Aktennotiz des vernehmenden Beamten Haug, Bd. 2, Bl. 221.
[13]Vernehmung vom 30.10.1958; Bd. 2, Bl. 221a/b.
[14]Brief vom 22.10.1958; Bd. 2, Bl. 228f.
[15]Vernehmung vom 4.1.1958, B.2, Bl. 247-261.
[16]Bd. 1, Bl. 141.
[17]Vernehmung vom 25.11.1958; Bd. 2, Bl. 318.
[18]Vernehmung vom 14.10.1958; Bd. 2, Bl. 166f.
[19]Bd. 1, Bl. 132. Datum und zweite Seite dieser Vernehmung sind nicht lesbar.
[20]Abschrift der Aussage vom 30.8.[1958]; Bd. 2, Bl. 223ff.
[21]Schreiben an das Auschwitz-Komitee, 20.10.1958; Bd. 2, Bl. 226.
[22]Bd. 2, Bl. 250.
[23]Vernehmung vom 87.11.1958; Bd. 2, Bl. 279f.
[24]Vernehmung vom 14.11.1958; Bd. 2, Bl. 283. Salomon berichtet weiter wahrheitswidrig, er habe die Foltern Bogers von seinem Krankenbett aus beobachten können, und daß Boger verantwortlich gewesen sei für die erste angebliche Versuchsvergasung von 38 Häftlingen mit Zyklon B im Keller des Arrestbunkers, wozu er »die Kellerfenster mit Holz vernageln« ließ, ebd., Bl. 284. Wozu dieses Vernageln diente, sagt er nicht. Gasdicht werden Fenster dadurch nicht.
[25]Bd. 2, Bl. 217.
[26]Vernehmung vom 24.11.1958, Bd. 2, Bl. 305-310.
[27]Ebd., Bl. 305.
[28]Ebd., Bl. 305R.
[29]Ebd., Bl. 306.
[30]Ebd., 307R.
[31]Ebd., Bl. 310.
[32]Ebd., Bl. 310R.
[33]Schreiben vom 24.11.1958 an die StA am LG Stuttgart; Bd. 2, Bl. 304.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 7(1) (2003), S. 95-101 .


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