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J. G. BURG

 

NS-Verbrechen

PROZESSE

des schlechten Gewissens

von Deutschen gegen Deutsche
unter Zions Regie
geführt

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ZIONISTEN ALS ANKLÄGER
DER FALL WIESENTHAL/WIEN

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"Du sollst deinen Nächsten ernstlich zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld tragest."
(3. Moses 19, 17)

Stets befanden sich die Anhänger der zionistischen Richtung in der Minderzahl; die besten Söhne des Judentums standen dem Zionismus fremd, ja manchmal feindlich gegenüber. Der überwiegende Teil des Judentums in der ganzen Welt betrachtet Israel nicht als seinen Staat. Für den Nichtzionisten war es nach der Gründung des Staates Israel selbstverständlich, daß er blieb, wo er war. Die Diasporazionisten hingegen mußten nun Farbe bekennen; denn jetzt existierte ja ihr ersehnter, ihr propagierter, ihr erkämpfter Staat! Wenn ihr Streben ehrlich gewesen war, so mußten sie nunmehr in das Land ihrer Väter auswandern!

Aber die Masse der Diasporazionisten - namentlich der führenden - zog nicht nach Israel, sondern zog - es vor, weiterhin rein platonisch dem Zionismus zu huldigen. Dabei ist es für den Staat Israel lebenswichtig und durch keine Unterstützung zu ersetzen, daß alle Zionisten kommen.

So entstand die erste Kluft zwischen Diasporazionismus und Israel. David Ben Gurion, der Veteran des praktischen aggressiven Zionismus, forderte die Auflösung aller zionistischen Parteien der Diaspora und nannte ihre Anhänger Heuchler und Schädlinge Israels. Die pseudozionistischen Führer jedoch, die das warme Diasporanest mit all seinen Segnungen nicht verlassen möchten, sehen sich in die Enge getrieben und glauben deshalb, sich noch israelischer als die Israelis selbst gebärden zu müssen, um ihre Existenzberechtigung unter Beweis zu stellen. Wer es indes wagt, diesen nicht mehr daseinsberechtigten Zionismus abzulehnen, wird als Antisemit abgetan.

Die heutigen in der Wahlheimat verbliebenen Zionisten betrachten sich als Vertreter des Judentums, indem sie einfach Zionismus und Judentum gleichsetzen.

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In unseren Tagen nun treten die Gegensätze zwischen Zionisten und Nichtzionisten schärfer als vor der Gründung des Staates Israel hervor; denn ein Diasporazionist muß ja Israel vor dem Land, in dem er lebt, den Vorrang geben. Dies kann unter Umständen Konsequenzen nach sich ziehen, angefangen von belanglosen Verstößen gegen das Gesetz seiner Wahlheimat bis zum Vaterlandsverrat.

1952 erließ das Israelische Parlament ein Gesetz, das der zionistischen Weltorganisation erlaubte, gewisse Dienste für de Staat Israel innerhalb anderer Nationen auszuführen, in denen der Staat Israel selbst nicht so, wie er möchte, agieren kann. 1954 wurde dieses Gesetz in einen "Bund" aufgenommen und vom Vertreter der Israelischen Regierung wie von Führern der zionistischen Weltorganisation unterzeichnet. Braucht es noch anderer Beweise, daß Zionisten in den "Galuth"-Ländern zu Befehlsempfängern degradiert wurden? Daher ist es vollkommen richtig, wenn Richard Korn, der Präsident des Rates der amerikanischen Juden, vor kurzem folgenden Kommentar zum Zionismus gab: "Zionismus ist eine Bewegung innerhalb des Judaismus. Er ist eigentlich der Feind des Judaismus; denn wenn man Religion (Philosophie und Ethik) zu einer Sache der Politik macht, kann man leicht die Religion damit zerstören."

Zion, das Traumbild von Generationen, ist Realität geworden. Der Staat Israel steht da mit seinen Interessen, mit seinen Erfordernissen. Da nützt kein noch so schlaues Jonglieren mit zionistischen Bällen. Ein Beispiel: Bekanntlich drohten die USA im traurigen Suez-Abenteuer der israelischen Regierung Sanktionen an, falls sie ihre Truppen nicht aus dem ägyptischen Territorium zurückziehen würde. Angenommen, Ben Gurion hätte nicht nachgegeben, und die Eisenhower-Regierung hätte ihre Drohung wahrmachen müssen: Mit wem hätte es da ein amerikanischer Diasporazionist gehalten? Mit Israel? Oder mit der Regierung seines freigewählten Vaterlandes? Im ersteren Falle wäre das als Verrat an den USA, im zweiten als Verrat an Israel anzusprechen gewesen. Wir sehen, Ben Gurion tat nicht unrecht, als er die Zionisten, die nicht nach Zion gehen, Heuchler nannte.

Ganz ähnlich liegt der Fall bei den Zionisten in der Bundes-

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republik. In der leidigen Affäre der deutsch-israelischen Kontaktaufnahme verteidigten die deutschen Führer des Zionismus die bundesdeutsche Vertretung in Tel Aviv gegen die israelischen und die übrigen zionistischen Scharfmacher. Damit haben sie bewiesen, daß sie keine Zionisten mehr sein können, wenn sie auch noch nicht den Mut haben, das offiziell auszusprechen. Sie wurden, genau wie Antizionisten, daraufhin mit Schmutz beworfen.

Diese Geschehnisse beweisen, daß die zionistische Tätigkeit in der Diaspora ein zweischneidiges Schwert ist.

Wenn Galuthzionisten, die vom Veteran der "Heim-ins-Reich"-Bestrebungen, David Ben Gurion, als Heuchler und Schädlinge der Sache Israels abgestempelt wurden, aber trotzdem auf Verlangen von Israelis sich zu deren Handlangern erniedrigten und somit die Interessen ihres Heimatlandes schädigen, sind sie verdammenswerter, als das Wort Heuchler ausdrücken kann. Das trat kraß zutage, als Zionisten in Argentinien sich an dem Menschenraub Eichmanns beteiligten. Man mag es drehen, wie man will, es war ein Menschenraub: die Souveränität eines freien Staates wurde piratenmäßig verletzt. Wenn auf Grund dieses Verstoßes gegen das Völkerrecht in Argentinien der Antisemitismus aufflackert, mag auch dies im Interesse des Zionismus liegen; aber die Schuldigen sind weder gute Zionisten, noch werden sie Dank aus Israel erhalten. Sie haben bewiesen, daß sie alles andere als argentinische Patrioten sind, und haben damit der argentinischen Judenheit einen Bärendienst geleistet. Zu solchen Bärendiensten zählen auch die Arbeiten der verschiedenen sogenannten jüdischen Dokumentationszentren, die im Galuth errichtet wurden; denn Dokumente sammeln heißt eben Aufspüren, Verfolgen und Anzeigen von sogenannten bundesdeutschen Kriegsverbrechern. Man darf nicht müde werden, immer wieder zu betonen: bundesdeutsch! Denn all das richtet sich doch nur gegen solche. Fest steht, daß diese Tätigkeit weder der jüdischen Tradition entspricht, noch den allgemeinen Begriffen von Humanität. Diese Verfolgungen entspringen keineswegs dem Streben, Recht und Gerechtigkeit üben zu wollen. Wenn nämlich Verfolgung etwas Unerläßliches wäre, würde man alle wirklich Schuldigen verfolgen. So aber stellt

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dieses Tun lediglich ein Politikum dar, um den bundesdeutschen Staat je nach Bedarf unter Druck setzen zu können. Auch dies zu betonen darf man nicht müde werden. Und was Schuld betrifft, so gibt es leider unter uns Juden in den Reihen der Zionisten genug Schuldige. Nach dem bereits zitierten Ausspruch des umgekommenen zionistischen Schriftstellers Kazenelson müßte ein jeder vor seiner Tür kehren; doch das tun die zionistischen Verfolger nicht. Die Verfolgungen sind in ein Stadium geraten, in dem die Verewigung des Hasses gegen das deutsche Volk angestrebt wird. Den Haß verurteilt die Bibel; vor ihm warnten die größten religiösen wie weltlichen Autoritäten des jüdischen Volkes. Man darf an[n]ehmen, daß die zionistischen Verfolger den König Salomon für den Weisesten der Weisen halten. Im Buch der Sprüche Salomon 10,18 lesen wir aber: "Wer Haß verbirgt, hat Lügenlippen." Wem dieser Satz nicht klar ist, der möge ihn nochmals lesen. Haß verursacht auch Blindheit.

Der größte Klassiker der jiddischen Literatur, I. L. Perez (1851-1915), der im antisemitischen Russisch-Polen lebte und wirkte, warnte vor Rache. In einer seiner Sabbatgeschichten, "Ein Zug Vögel", sagte der König der Vögel: "Rache . . . mag ich nicht leiden. Vor Rache habe ich Furcht. . ."

Darüber hinaus schrieb der größte hebräische Schriftsteller der neuesten Zeit, der noch dazu Prozionist war, Ch. N. Bialik (1878 bis 1934), der in Rußland während der grausamen Judenverfolgungen gelebt hat, nach dem Kischinewer Pogrom von 1903 in seinem Klagelied "Die Schlachtung": "Wer mir von Rache spricht, soll verflucht sein!"

Wenn sich jene Zionisten, die mit der Verfolgungstätigkeit ihr tägliches Brot verdienen, von diesen humanen hebräischen Schriftstellern belehren ließen, wäre das besser für ihr eigenes Seelenheil, für Israel und erst recht für das Weltjudentum.

Der im Rheinland lebende Rabbiner Dr. Geis meint: "Man kann das böse Spiel der ausgleichenden Ungerechtigkeit, die Kompensation von Verfolgung durch Verfolgung, von Vernichtung durch Vernichtung nicht ewig fortsetzen." ("Die Zeit", Hamburg, 4. Dezember 1964, Seite 7).

Selbstverständlich ließen sich noch viel mehr solcher Zitate von

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Juden anführen, die keineswegs alleinigen Anspruch darauf erheben wollen, gute Juden zu sein.

Einer der Aktivisten, ich möchte fast sagen: der Motor der Ludwigsburger Zentrale, ist der in Wien lebende Leiter des sogenannten jüdischen Dokumentationszentrums, Ingenieur Simon Wiesenthal. "Sternstunde" nennt Stefan Zweig die Konfrontierung eines Menschen mit dem Gestirn seiner Bewährung oder Verwerfung. In der Sternstunde hat der Mensch die Wahl, die Berufung zum Guten zu akzeptieren oder dem Ruf des Bösen zu folgen. Wiesenthal nun glaubt, dem Ruf des Guten Folge geleistet zu haben. Doch scheint er, ein ehrlicher Mensch, der während des zweiten Weltkrieges gelitten hat, sich vergaloppiert zu haben in der Meinung, seine heutige Tätigkeit sei seine Berufung. Wie ihm das aus dieser Berufung verdiente Brot schmeckt, ist die große Frage. Und eine andere, wie es dabei um seine Seelenruhe bestellt ist, und ob er sein Tun mit seinem Gewissen in Einklang bringen kann? Er scheint auch nicht zu merken, daß er bereits Werkzeug anderer, um nicht zu sagen: fremder Interessen geworden ist. Sonst hätte er doch Israel nicht verlassen.

Es ist ebenso wichtig wie richtig, sich mit Simon Wiesenthal näher zu befassen: er wurde 1908 in dem Städtchen Buczacz in Galizien geboren; seine Eltern waren gut bürgerlich situiert. Zu Beginn des zweiten Weltkrieges, als Galizien der Ukraine einverleibt wurde, war Wiesenthal als Ingenieur tätig. Beim Ausbruch des deutsch-sowjetischen Krieges zog er nicht ins Innere des Sowjetreiches, sondern blieb und kam damit in verschiedene Lager und Konzentrationslager. 1945 wurde er befreit und ging, im Gegensatz zu vielen anderen, sofort nach Palästina. Aber schon 1948 verließ er dieses Land und zog nach Wien; dort baute er seine jetzige Tätigkeit auf, und durch die Angelegenheit Eichmann gelangte er zu weltweiter Popularität. Doch diese Sache brachte ihm bestimmt Kummer. Ihm, der so sehr darauf erpicht ist, von sich sagen zu können, er allein habe Eichmann entdeckt, verfolgt und gemeldet, wird dieses "Monopol" streitig gemacht. Politisch scheint er naiv genug zu sein, nicht zu begreifen, daß Israelologen einem "Galuth"-Juden - und ein solcher ist er doch wieder geworden - außergewöhnliche Taten

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nicht zubilligen können und wollen. In der erwähnten Frage hatte Wiesenthal seine erste ernsthafte Auseinandersetzung mit israelischen Institutionen.

Dies alles müßte ihm doch zu denken geben. Handelt er wirklich aus einer Berufung heraus und betrachtet er sein Arbeitsfeld als Mission? Oder ist er von jemand berufen und doch nicht Herr der Lage? Obwohl er etwa 1960 vom Jerusalemer "Jad Waschem" eingeladen wurde, wo er auch Gelegenheit hatte, eine Pressekonferenz abzuhalten, wird er weiterhin - wie alle Galuthjuden - als Jude zweiter Klasse betrachtet werden, und man wird ihm, trotz seiner "Verdienste" um Israel, natürlich die große "Auszeichnung" im Fall Eichmann nach wie vor verweigern.

Sogar ein bundesdeutscher Publizist, ein Anwalt des offiziellen Zionismus, der auch in solchen Dingen zu Hause ist, schreibt, ". . ., daß dem sowjetischen Nachrichtendienst der Aufenthalt Eichmanns schon seit 1952 bekannt war. Doch er gab ihn dem israelischen Geheimdienst nicht vor 1960 bekannt." Dieser Zionistenfreund, der auch bei Wiesenthal unter Denkmalschutz steht, teilt nach seiner zionistischen Dialektik nicht die Auffassung Wiesenthals, sondern der offiziellen israelischen Instanzen. Abgesehen von der sich erhebenden Frage, woher der bundesdeutsche Publizist das so genau wissen will, bringt dieser die ganze Angelegenheit durcheinander; denn wozu sollte der sowjetische Geheimdienst dem israelischen Meldung gemacht haben?

Hinzu kommt, daß es in solchen Dingen kein Geben ohne Nehmen gibt. Und das würde doch bedeuten, daß der israelische Geheimdienst mit dem sowjetischen zusammenarbeitet, und darüber hinaus, daß Wiesenthal das Verdienst, Eichmanns Aufenthaltsort ausgekundschaftet zu haben, zu Unrecht für sich in Anspruch nimmt. Das Wichtigste jedoch: Demnach hätte sich der israelische Geheimdienst mit fremden Federn geschmückt - mit sowjetischen! Wie schon erwähnt, hat der Jad Waschem im November 1960 Wiesenthal nach Jerusalem eingeladen und ihm als dem "Filialleiter in Wien" seine Verdienste in der Eichmann-Angelegenheit bestätigt. Ich verweise auf die "Neue jüdische Zeitung" vom 25. November 1960, die auf Seite 4 unter

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der Überschrift "Ein österreichischer Jude war 6 Jahre auf Eichmanns Spuren" einen Bericht bringt. Aber der bundesdeutsche Publizist wird wohl wissen, warum er die Verdienste Wiesenthals und der Schin-Beth-Leute (Scheruth Bethachon = Geheimdienst) schmälert und sie den sowjetischen MGB -Leuten (Ministerstwo Gossudarstwennoj Besopasstnosstij = Ministerium der Staatlichen Sicherheit) zuschreibt.

Wie dem auch sei, der Leiter des Wiener Dokumentationszentrums läßt sich nicht beirren und ist weiterhin aktiv in seiner Tätigkeit, das heißt: im Ausfindigmachen sogenannter bundesdeutscher Verbrecher. Aber ein Mensch, der sich solcher Arbeit verschrieben hat, kann sich auf die Dauer nicht wohl fühlen und muß irgendwann einmal durcheinandergeraten. Und Wiesenthal dulden würden?)! Aber schließlich muß Wiesenthal ja selber Tragödie, weil die Charakterfestigkeit des Mannes in Frage steht. Er beschuldigte nämlich in einer Wiener Pressekonferenz Österreich des Antisemitismus. Übrigens erhoben andere in New York zur selben Zeit die gleiche Beschuldigung. Wie ist es in Einklang zu bringen, daß jemand, der in Wien wohnt, die Einwohner jedoch als Antisemiten betrachtet, weil nicht alle von ihm der Staatsanwaltschaft Übergebenen geköpft werden, andererseits - wie behauptet wird - die österreichischen Behörden um Einbürgerung bittet? Ich nannte den Fall eine Tragödie, weil Wiesenthal, der israelischer Bürger war, und dessen ganze Tätigkeit dem Staat Israel dient, sich - wenn das Gerücht stimmt - entschlossen hat, Bürger eines Staates zu werden, den er selber des Antisemitismus beschuldigt. Glaubt er, daß diese Haltung von jüdischem Stolze zeugt? Man müßte ihm doch zurufen: "Sage mir, wessen Landes Bürger du sein willst, und ich sage dir, wer du bist!" Er hat doch als Nichtösterreicher seine Tätigkeiten alle frei ausüben können; er wurde ja geduldet (ob Israel in seinem Bereich einen nichtjüdischen Wiesenthal dulden würde?)! Aber sch[l]ießlich muß Wiesenthal ja selber wissen, ob er vor seinem Gewissen verantworten kann, was er tut. Auch sollte er einmal sein Gewissen befragen, ob es angeht, daß er jüdische zionistische Führer nicht verfolgt, die ihr gerüttelt Teil Schuld an der Tragödie des europäischen Judentums tragen? Diese Führer haben nur schlecht kalkuliert; ihre

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Rechnung ging nicht auf. Er hingegen fördert durch seine Tätigkeit ein Wiedererwachen des Antisemitismus.

Oder sollte Wiesenthal mit seiner Behauptung, in Osterreich sei der Antisemitismus im Wachsen, doch recht haben? Ein guter Bekannter erzählte mir, daß er vor kurzem in dem österreichischen Dorf St. Johann bei Salzburg gewesen sei und festgestellt habe, daß dort sogar die Hühner braune Eier legen. Ist das nicht ein Beweis des Nazismus?

Sollte es noch eines Beweises dafür bedürfen, daß das Wiener Jüdische Dokumentationszentrum ein Wiesenthal'sches Privatunternehmen ist, so sei das Folgende angeführt:

Auf Anregung des jüdischen Historikers Joseph Wulf, der sich ausschließlich mit der NS-Vergangenheit befaßt, soll im Berliner Villenvorort Wannsee ein "Internationales Dokumentationszentrum zur Erforschung des Nationalsozialismus" eingerichtet werden. Da diese Anregung zum Erstaunen des Anregers erstmals auf Widerstand stieß, begann man mit den altbekannten Druckmethoden: etwa ab Oktober 1967 wurde von Zionisten und Israelis überall gefordert, daß das obengenannte Zentrum errichtet werde. Es wurden auch namhafte Persönlichkeiten Westdeutschlands und sogar aus den Oststaaten für die Unterstützung dieser Angelegenheit bemüht. Der neue junge Regierende Bürgermeister Berlins und der Vorsitzende der SPD Westberlins sträuben sich, diesem Verlangen nachzugeben. Es ist wirklich zu begrüßen: Nun sind sogar ein paar SPD-Leute zu der notwendigen Einsicht gelangt, daß Philozionismus schädlich sein kann. Denn die Erfüllung der obenerwähnten Forderung würde unweigerlich einen Unruheherd im freien Teil Berlins schaffen. Der Berliner Regierende Bürgermeister erhielt jedoch sehr wertvolle Schützenhilfe von einer Seite, von der er sie bestimmt nicht erwartet hätte: nämlich vom Leiter des Minidokumentationszentrums Simon Wiesenthal in Wien. In der zweiten Dezemberwoche 1967 bemühte er sich nach Berlin, und nach einer Aussprache mit dem Regierenden Bürgermeister erklärte er der Presse, er sei dagegen, daß im "Haus der Endlösung" ein Internationales Dokumentationszentrum errichtet werde. Mit Recht wendet sich Wiesenthal gegen eine Zentralisierung der sogenannten Dokumentationsforschung, was doch in der Tat ge-

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steigerte Menschenjägerei bedeutet! Wiesenthal hat erfaßt, daß er durch eine solche Konzentration entweder zu einem Winkelhocker degradiert oder gänzlich ausgeschaltet würde. Das erstere kann sich der bereits "Legendäre" nicht leisten; das zweite würde ihn - Jehova behüte! - zwingen, nicht mehr von leichtverdienten Schnorrergeldern zu leben, sondern sich einer produktiven Tätigkeit zuzuwenden. Wie dem auch sei, Simon Wiesenthal hat mit seiner Berliner Presseerklärung bewiesen, daß es auch in der organisierten NS-Jägerei keine Einigkeit gibt. Es wird sie auch niemals geben; dazu sind die Interessen allzu verschieden. ñ

Die jüdischen Schreiberlinge verlangen in ihrem Münchener Winkel-Blättchen immer wieder meinen Ausschluß aus der Israelitischen Kultusgemeinde. Meine Bemühungen um eine ehrliche, bedingungslose jüdisch-deutsche Versöhnung nennen diese Herren antiisraelisch und antijüdisch. Die Forderung nach meinem Ausschluß unterstützte sogar Simon Wiesenthal in publizistischer Form. Mit seiner dem Regierenden Bürgermeister von Berlin geleisteten Hilfe stellte sich Wiesenthal sogar gegen das Begehren des Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses und der Zionistischen Weltorganisation. Die Schreiberlinge der Münchener "Neuen Jüdischen Zeitung", die zu jenen Zionisten gehören, die sich mit Israel identifizieren, müßten doch, wenn sie konsequent und logisch wären, auch Simon Wiesenthals Einstellung als antiisraelisch und antijüdisch bezeichnen.

Im Hinblick auf Simon Wiesenthal fällt mir nachstehende israelische Anekdote ein:

Ein junger, modern gekleideter Tourist wagte einen Alleingang in dem Jerusalemer Viertel Mea Scharim, der Hochburg der Ultraorthodoxen. Prompt wurde er von einem Mann der Naturei-Karte angesprochen, der ihm in sanfter Form die Leviten las und unter anderem bemerkte: "Junger Mann, ich wünsche dir, daß du 120 Jahre leben sollst; aber einmal muß das Leben doch ein Ende nehmen. Du kommst in den Himmel. Der Vertreter des höchsten Gerichtes wird dir die Frage stellen: 'Jude, wo hast du deine Kleider, deine Peot [Schläfenlocken] und deinen Bart gelassen?' Was wirst du darauf antworten?" Der Angesprochene antwortete, wie bei Juden üblich, mit einer Gegen-

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frage: "Ich wünsche Ihnen, sehr Verehrter, daß Sie 150 Jahre leben. Das Leben geht ja mal zu Ende. Sie gelangen in den Himmel. Ein Vertreter des höchsten Gerichtes wird an Sie die Frage richten: 'Kleider, Peot und Bart, wo habt ihr den Juden gelassen?' Was werden Sie antworten?" (Von Kleidern und Zubehör war die Rede, vom Juden war die Rede. Und wo blieb der Mensch?)

Wiesenthals Ureltern müßten aus Deutschland stammen; denn einige Ortschaften in der Bundesrepublik tragen den Namen Wiesenthal. Ob Wiesenthals Ahnen zwangsweise oder freiwillig ihren Heimatort verließen, wissen wir natürlich nicht; was wir aber wissen, ist, daß die jetzige Tätigkeit des Herrn Simon Wiesenthal eine von ihm freiwillig übernommene ist. Er wurde weder von irgendeiner Seite beauftragt; noch dient sein Tun irgendwelchen Interessen außer seinen persönlichen. Jedenfalls: Seine Tätigkeit nützt dem Galuthjudentum nicht, wenn sie ihm nicht sogar schadet. Kompetente israelische Instanzen sind mit seiner Tätigkeit nicht einverstanden; sie empfinden diese sogar als Konkurrenz und weigern sich, wie schon dargetan wurde, ihm die Marathon-Lorbeeren zuzuerkennen, die er sich an Eichmann verdient zu haben glaubt. Auch der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Goldmann, äußerte schon einige Male sein Mißfallen über Wiesenthals Bestrebungen. Israel hat er verlassen; er lebt in Wien und hat um die österreichische Staatsbürgerschaft nachgesucht. Seine Tochter heiratete im Galuth und lebt im Galuth. Die offiziellen jüdischen Instanzen in Osterreich billigen seine Tätigkeit ebenfalls nicht. Daher ist es irreführend, wenn er "Leiter des jüdischen Dokumentationszentrums" genannt wird. Es würde den Tatsachen eher entsprechen, wenn sein Unternehmen im Handelsregister lauten würde: Simon Wiesenthal, Firma zum Aufstöbern untergetauchter deutscher SS. - Seine Überheblichkeit und sein Bemühen der Weltpresse täglich Schlagzeilen zu liefern, verschließen ihm offenbar die Augen vor der Erkenntnis, daß er sich in seine Großwild-Jägerei genauso verrannt hat, wie es in der traurigen Vergangenheit so mancher Eichmann tat. Was man indessen einem Eichmann noch zubilligen konnte, kann man einem Wiesenthal nicht zubilligen. Denn einem Eichmann konnte man immerhin

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noch zubilligen, daß er im Glauben an seine Partei und deren Programm, für Staat und Volk arbeitete. Nach den - übrigens nur als Beispiele - gegebenen Tatsachen läßt sich derartiges für Wiesenthal nicht einräumen; außerdem ist sein Wirken weder im Sinne der Bibel, noch des Talmuds, noch der Schriften weltlicher jüdischer Gelehrter.

Es wäre wünschenswert, wenn Simon Wiesenthal sich an das Wort von Benjamin Disraeli hielte: "Gerechtigkeit ist Wahrheit in Aktion."

Zum Fall Wiesenthal wäre noch folgende Frage berechtigt:

Wie wir wissen, wurden einige Wochen vor Ausbruch des deutsch-sowjetischen Krieges von Einheiten der NKWD in der Bukowina und auch in Galizien jene "Kapitalisten", die enteignet wurden, und nicht zuverlässige Intellektuelle, auch jene, welche die zionistische Flüsterpropaganda befolgten und die sowjetische Einbürgerung verweigerten, in Sondertransporten nach Sibirien deportiert. Simon Wiesenthal ist nicht nur der Sohn eines "Kapitalisten", sondern auch Intellektueller. Wie entging er dieser Deportation?

Nebenbei sei daran erinnert, daß Wiesenthals Heimatstädtchen Buczacz noch aus einem anderen Grunde weltbekannt wurde; denn der Träger des halben Nobelpreises der Israeli, Samuel Joseph Agnon, wurde ebenfalls in Buczacz geboren. Mir will scheinen, daß die Herren der Jury auch diesmal weit über das Ziel hinausgeschossen haben: sie hatten Bedenken, einem Israeli den ganzen Preis zuzuerkennen und damit den Staat Israel als Repräsentanten der jüdischen Literatur auszuzeichnen. Und das mit Recht. Die überaus humane Repräsentantin der jüdisch-deutschen Versöhnung, Nelly Sachs, wollte man auch nicht als einzige Repräsentantin der jüdischen Literatur anerkennen, und da glaubte die Jury, Aggressivität mit Vergeben, Chauvinismus mit Völkerversöhnung vereinigen zu können.

Schon früher war die Jury von politischen Motiven bestimmt, als sie Pasternak den Nobelpreis für Literatur zuerkannte. Ist doch für jeden klar, daß, wäre Chruschtschow schlauer gewesen und hätte den "Dr. Schiwago" in der Sowjetunion nicht verboten, der Autor dieses Romans niemals den Nobelpreis erhalten hätte.

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Ähnlich so handelte die Jury, als sie seinerzeit Carl von Ossietzky den Nobelpreis für Frieden zusprach, obwohl der Ausgezeichnete noch in der Weimarer Zeit wegen Landesverrates verurteilt worden war. Hier wurde der Nobelpreis gegen Hitler erteilt, bei Pasternak gegen Chruschtschow, und im Falle Agnon zur Hälfte für den aggressiven Zionismus.

Doch zurück zum eigentlichen Thema! Zionisten scheinen ihre eigene Auffassung von Recht und Gerechtigkeit zu haben. Ein Globke, ein Vialon sind ihrem Dafürhalten nach Kriegsverbrecher und gehörten, wenn nicht gehenkt, so doch für immer hinter schwedische Gardinen. Aber solche, mit denen sie selbst Kontakt haben, sind koscher! Ganz zu schweigen von zionistischen Führern, deren Sünden gegen das europäische Judentum - wenn man so etwas in Prozenten ausrechnen könnte - tausendfach den Schuldanteil von Globke und Vialon übersteigen. Aber diese zionistischen Führer werden schon fast als Heilige verehrt und spielen sich als Ankläger von Bundesdeutschen auf!

Wie auf zionistische Weise Recht und Gerechtigkeit gehandhabt werden, mögen zwei tragische Beispiele - ich greife sie aus einer ganzen Anzahl heraus - erhellen:

Am 26. Mai 1926 wurde in Paris auf offener Straße der ukrainische Emigrant Semjon Petljura von dem Juden Schwarzbart erschossen. Zionisten setzten durch, daß der Mörder später von einem Pariser Gericht freigesprochen wurde. Fast in jedem jüdischen geschichtlichen Bericht tritt Schwarzbart quasi als Held auf. Petljura (1879-1926) war Vorkämpfer der ukrainischen Nationalidee. 1917-1920 war er Hetman und kämpfte gegen die Bolschewisten wie auch gegen patriotische russische Feinde des ukrainischen Separatismus. Ein Teil seiner Truppen zeichnete sich auch in Pogromen gegen Juden aus; Petljura selber aber war kein Antisemit. Was man indes heute im Lager Zion nur allzu gern ungeschehen machen würde: Russische Zionistenführer hatten engen Kontakt mit ihm und waren seine Kollaborateure! Darüber hinaus ist Tatsache, daß Petljura 1906 im Gefängnis der ukrainischen Stadt Poltawa einen jüdischen Genossen seiner Partei, der Sozialdemokratischen Partei Rußlands, namens Bär Borochow kennenlernte. Borochow entwickelte schon damals den Sozialismus im Zionismus; er wurde der Ideologe

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und Gründer der zionistisch-sozialistischen Arbeiterpartei Poale Zion, in Israel heute Mapai genannt. Dieser Borochow bekehrte den Sozialdemokraten Petljura zum ukrainischen Chauvinisten. Das heißt, Petljura wurde zum ukrainischen Nationalsten, angeregt durch Borochow, den jüdischen Nationalisten.

Einige Monate später ereignete sich dieselbe Tragödie - mit umgekehrten Vorzeichen. In meiner Heimatstadt Czernowitz wurde im November 1926 im Justizgebäude der 18jährige jüdische Student David Fallik erschossen. Der Mörder, der rumänische Student Nicolai Tautu, erhielt durch Intervention seiner Partei, der Eisernen Garde, so weitgehende Hilfe, daß er von einem Gericht in der kleinen Bukowinastadt Kimpolung freigesprochen wurde. Daraufhin erhob sich lautes Wehklagen und Jammern, daß die rumänische Justiz antisemitisch sei, die in ihrer Ungerechtigkeit einen Judenmörder freigesprochen habe. Und die Glocken des Zionismus läuteten!

Aber vorher, als ein Pariser Gericht sich dazu hergab, jenen Juden freizusprechen, der den ukrainischen Nationalisten gemordet hatte, beschuldigte niemand die französische Justiz, zionhörig zu sein!

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JÜDISCHE ZEUGEN UND DIE
"NEUE JÜDISCHE ZEITUNG"

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"Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen wider deinen Nächsten."
(2. Moses 20, 16)

Das Verlangen nach Sühnung jedes Verbrechens durch Bestrafung gehört zu den menschlichen Grundrechten und muß erfüllt werden - im Rahmen der Gerechtigkeit. Nun ist nun gerade bei den sogenannten Auschwitzern der Anklagetenor, soweit er aus jüdisch-zionistischen Kreisen an die deutschen Gerichte herangetragen wird, zwar nicht eben grundsätzlich, doch immerhin in den meisten Fällen überspitzt worden: So wie einige Juden ganz allgemein von den "deutschen Judenermordungen" zu sprechen sich angewöhnt haben, so möchten gewisse zionistische Ultras am liebsten auch jeden Einzelfall als "Mord" verhandelt sehen, selbst wenn es sich um Totschlag, um fahrlässige Tötung oder gar um Mangel an Beweisen beim Angeklagten handelt. Es wäre nun aber verständlich, wenn jede derartige Überspitzung solcher Beschuldigungen eine wachsend negative Reaktion beim Gericht auslöste: die Richter werden zwangsläufig müde und mißtrauisch -noch gar dann, wenn die Strafprozesse usque ad infinitum weiterrollen gleich einer Lawine, wenn die Senate und Kammern zu ihrer Bewältigung nicht mehr ausreichen, und die Gefängnisse schließlich platzen - dann ist der Bogen der Rachsucht einfach überspannt, und eines Tages zerspringt er.

Es mehren sich die Fälle, daß Untersuchungshäftlinge die Nerven verlieren und den Freitod wählen - es sei hier nicht nur unter anderem an Duisburg erinnert, sondern auch an Wuppertal, wo der ehemalige Leutnant der Schutzpolizei, Schneider, sich im Oktober 1967 selbst den Tod gab. Übrigens war dies nach Angaben der Interessengemeinschaft der ehemaligen deutschen Polizeioffiziere der 156. Fall von Freitod unter wegen NS-Prozessen Verfolgten.

Man darf annehmen, daß das Verhalten eines Staates gegenüber Angeklagten eine Visitenkarte darstellt, der man sofort

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ansieht, ob sie demokratischen Aufdruck trägt oder nicht. Besonders aufschlußreich erscheint mir da die Art, wie man politische Untersuchungshäftlinge behandelt. Wenn man immer wieder hören muß, daß derartige Häftlinge, denen man Kriegsverbrechen zur Last legt, freiwillig aus dem Leben scheiden, dann dürfte da etwas nicht stimmen: dann scheint mit dem Humanitätsbegriff etwas nicht in Ordnung zu sein. Wenn ein Staat sich solchen Häftlingen gegenüber inhuman benimmt, so rührt das an die Wurzeln der Freiheit, und Demokratie ohne Freiheit erscheint mir undenkbar. Freiheit ohne Humanität ist ein besorgniserregendes Zerrbild. Wenn man schon angeblichen oder wirklichen Kriegsverbrechern, deren Taten längst verjährt sind, dennoch den Prozeß machen muß, dann sollte wenigstens die Prozeßführung in jeder Hinsicht makellos sein. Ein politischer Häftling hat einen Anspruch darauf, besser als ein Sexual- oder Taximörder behandelt zu werden. Wird diesem Anspruch nicht genügt - der Täter hatte doch zu der Zeit zwar gegen das moralische, nicht aber gegen das staatliche Gesetz verstoßen -, dann dürfte die Prozeßführung vom System her krank sein. Wenn aus der Hansestadt Hamburg verlautet: "Bei Strafverfahren um NS-Gewaltverbrechen, deren Aufklärung mit besonderen Schwierigkeiten verbunden ist, darf nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts die Untersuchungshaft gewöhnlich länger dauern als bei anderen Straftaten", dann verstößt dies unleugbar gegen Artikel 3 des Grundgesetzes, der lautet: "Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich." Sollte nun der eben zitierte Erlaß des Hamburger Gerichtes Schule machen, dann wird ausgerechnet der politische Häftling schlechter als ein krimineller Verbrecher behandelt; das könnte unangenehme Folgen zeitigen! Eine solche Handhabung politischer Prozesse wirft, auch vom Ausland her gesehen, das diese Prozesse aufmerksam verfolgt, kein gutes Licht auf die Bundesrepublik. So mußte sich diese von der Straßburger Kommission des Europarates belehren lassen, wie es kurz vor Jahresende 1966 geschah: Nach Artikel 4 der Straßburger Konvention zum Schutz der Menschenrechte, die auch in der Bundesrepublik geltendes Recht ist, darf jeder Staatsbürger so lange als unschuldig gelten und ist danach zu behandeln, als er nicht nach erfolgter Beweisaufnahme

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rechtskräftig verurteilt ist. Nach Artikel 5 der Konvention hat jede in Untersuchungshaft genommene Person das Recht auf Aburteilung innerhalb einer angemessenen Frist oder auf Entlassung aus der Untersuchungshaft. Das wird aber in der Praxis der Bundesrepublik nicht eingehalten. Gewiß mag es Gründe dafür geben: Mangel an Belastungsmaterial, Überhäufung der zuständigen Instanzen mit Arbeit usw., aber solche Mißstände sind dennoch gegen die demokratische Ordnung und stellen die Objektivität der Justizpraktiken in Zweifel.

Ein sehr trauriges Kapitel sind die jüdischen Zeugen bei Kriegsverbrecherprozessen. Selbst jenen Menschen und Instanzen, die angesichts des - gelinde ausgedrückt - inkorrekten Verhaltens mancher jüdischer Zeugen zunächst beide Augen zudrückten, wurde es schließlich zuviel. Ein fauler Apfel kann bekanntlich einen ganzen Zentner einwandfreier Äpfel anstekken [sic]. So warf das schlechte Benehmen einiger jüdischer Zeugen ein schlechtes Licht auf alle jüdischen Zeugen. Es gibt Personen und ganze Institutionen, die ein Interesse daran haben, daß diese Kriegsverbrecherprozesse nie aufhören, da sie für sie eine Art Broterwerb darstellen, ein Geschäft also. Es drängen sich Leute zur Zeugenschaft, nur um Reisen machen zu können, um Bekannte und Verwandte zu sehen, Kurorte zu besuchen - natürlich auf Kosten des bundesdeutschen Steuerzahlers. Was solches Gebaren noch mit Gerichtsverfahren zu tun haben könnte, bleibt rätselhaft. Allerdings - das sei gesagt - ist es nur ein kleiner Teil, der sich derartig beträgt. Es ist - wenn auch selten und spät - vorgekommen, daß Zeugen, die sich unwürdig verhielten, von kompetenten Richtern bloßgestellt wurden. Das bewirkte, daß eben diese Leute - man könnte sie Regisseure der Zeugenschaft nennen -, aus Angst, ihre politisch-propagandistische wie auch ihre geschäftliche Tätigkeit einzubüßen, nach der alten Taktik: Haltet den Dieb! verfuhren. Sie erreichten ihren Zweck: scharfe Proteste im In- und Ausland. Man fragte: Wie ist es möglich, daß deutsche Richter an der Glaubwürdigkeit jüdischer Zeugen zweifeln?! Wie können deutsche Richter zulassen, daß die angeklagten "Judenmörder" es wagen, jüdische Zeugen aus der Fassung zu bringen? Wie können deutsche Richter erlauben, daß die Verteidiger dieser Verbrecher mit

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wohlgezielten Fragen jüdische Zeugen in Verlegenheit setzen? Jetzt wurde die Parole erlassen, in größeren Städten der Bundesrepublik, in denen Kriegsverbrecherprozesse abrollen, Schutzkomitees für jüdische Zeugen zu organisieren.

Gottlob gibt es jüdische Persönlichkeiten und jüdische Presseorgane, die in solchem Wirrwarr ehrlich-objektive Stellung nehmen und das miese Verhalten einzelner jüdischer Zeugen brandmarken. Darauf werde ich noch zurückkommen. Hier zunächst einige Beweise dafür, wie man jüdische Zeugen, die den Mut zur Wahrheit besitzen, unter Druck setzt:

Am 18. November 1960 brachte die in München erscheinende Neue Jüdische Zeitung einen Bericht über den Kriegsverbrecherprozeß in Hagen. Es ging um einen Angeklagten namens Thomanek. Dafür wurden 62 jüdische Zeugen einvernommen; 23 davon kamen aus Israel. Zwei jüdische Zeugen entlasteten den Angeklagten sogar. Die Neue Jüdische Zeitung leitartikelte wehklagend: ". . ., daß so etwas zum erstenmal vorgekommen und hoffentlich zum letztenmal, daß Juden sich erlauben, für einen Nazimörder einzustehen. Es ist wichtig, die Namen dieser beiden Zeugen bekanntzugeben." Nun wurden die Namen der beiden jüdischen Zeugen angegeben und woher sie kamen und stammten. Weiter hieß es: "Hätte die Polizei diese beiden Zeugen nicht geschützt, hätten sie den Zorn der übrigen jüdischen Zeugen verspürt. Hoffentlich ist die Angelegenheit nicht erledigt, und hoffentlich wird man sich für die beiden Juden noch interessieren." Kann man das anders benennen als eine Aufforderung zu bösartigen Handlungen gegenüber zwei wahrheitsliebenden Juden?!

Im November 1966 befaßte sich die israelische Presse in Tel Aviv mit dem dortigen Einwohner "Jakob Eisenberg, der in Wien beim Prozeß der Brüder Mauer erklärte, daß Wilhelm Mauer ihm, dem Juden, das Leben gerettet habe".

Diese zwei Beispiele zeigen, wie unendlich schwer es für einen Juden ist, in einem Kriegsverbrecherprozeß die Wahrheit zu sagen, wenn sie für den Angeklagten positiv ist. Nur ein überdurchschnittlich Mutiger wird es wagen, aus der Reihe zu tanzen wie Jakob Eisenberg. Das allein berechtigt schon zu der Erwägung, ob man nicht überhaupt auf jüdische Zeugen, die aus

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Israel kommen, verzichten soll, namentlich wenn man die antibundesdeutsche Stimmung in Betracht zieht, die dort herrscht. Allein, das wäre eine Diskriminierung der Zeugen aus Israel.

Wie erwähnt, beschäftigte man sich im In- und Ausland mit den jüdischen Zeugenaussagen bei den bundesdeutschen Kriegsverbrecherprozessen. So forderte der bereits zu trauriger Berühmtheit gelangte Israeli Pessach Burstin, Präsident der etwa nur 20 000 bis 30 000 von etwa 250 000 ehemaligen KZ-ler in Israel, daß man alles unternehmen müsse, um jüdische Zeugen vor deutschen Gerichten zu schützen. Damit Herr Burstin - zeitlich und finanziell - sich derlei Hetzereien leisten kann, bezieht er Unterstützung von der israelischen Regierung. Er ist dafür, daß weiterhin israelische Zeugen bei den bundesdeutschen Kriegsverbrecherprozessen wie Pilze (Giftpilze?) aus dem Boden schießen. Gideon Hausner, einst Generalankläger im Eichmann-Prozeß, hat, so will mir scheinen, diesmal einen vernünftigen Vorschlag gemacht: Jüdische Zeugen sollen die bundesdeutschen Kriegsverbrecherprozesse nach Möglichkeit meiden.

Richtig und beachtenswert war auch eine Stellungnahme in der Zeitung "Letzte Naies", die in Tel Aviv auf Jiddisch erscheint, aus der Feder von List und Dr. Michael Weichert: In der Nummer vom 24. Oktober 1966 geben die beiden Journalisten zu, es gebe jüdische Zeugen, denen ihre Zeugenschaft gerade recht komme, ihren persönlichen Interessen zu dienen. Und wenn das auf Kosten der Bundesregierung geschehen kann - warum nicht?

Deshalb darf nichts unversucht bleiben, bei diesen Zeugenaussagen zu einem Maximum an Wahrheit zu gelangen. Das Prinzip des Eides bei jüdischen Zeugen muß überprüft und anders gehandhabt werden als bisher. Erscheint es doch unverständlich, daß Persönlichkeiten der juristischen Praxis bis heute noch daran festhalten, einen Juden eine Eidesformel sprechen zu lassen, die ihn weder moralisch, noch religiös bindet - letzteres namentlich dort, wo, wie es in Bayern vorkommt, die Vereidigung vor einem nichtjüdischen religiösen Symbol stattfindet. Man bedenke zudem, daß für manchen orthodoxen Zionisten die deutsche Sprache schon an sich eine verbrecherische Sprache ist! Wie kann ein solcher, wenn er in dieser Sprache die Eides-

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formel herunterleiert, sich ethisch oder religiös gebunden fühlen? Dagegen eine Eidesformel nach jener Tradition, wie sie im jüdisch-bürgerlichen Leben geb[r]äuchlich ist, würde dem jüdischen Zeugen ein ganz anderes Verhalten abnötigen; denn ich kenne keine Religion, die den Eid ernster und wichtiger nähme als die alttestamentarische. Der Talmud lehrt auch, daß der Eid sogar in einer nichthebräischen oder nichtjüdischen Sprache bindend sei. Viele jüdische Zeugen, die das wissen oder auch nicht wissen, nehmen den Eid zu leicht. Der Talmud aber sagt: "Die ganze Welt erzittert bei Ablegung eines falschen Eides; alle Sünden werden durch Buße vergeben, nur die Sünde des falschen Eides nicht, . . ." (Chosche Mischpat 87, 20). Der Eid muß das gebieterische Halt! für Bösartigkeit und Rachsucht sein; ein Jude, der falsches Zeugnis ablegt, verläßt - das geht deutlich genug aus obigem Talmud-Wort hervor - schon die Plattform des Menschlichen selber. Weiter heißt es im Talmud: "Wer das fremde Recht beugt, beugt das Recht Gottes." (Resch Lakisch in Hagiga 5, a). Das sollte sich mancher jüdische Zeuge bei Kriegsverbrecherprozessen in Westdeutschland hinter die Ohren schreiben. Ich habe an den Beginn dieses Kapitels ein Moses-Gebot gestellt. Und das achte göttliche Gebot lautet: "Du sollst wider deinen Nächsten kein falsches Zeugnis ablegen." Wer aber ist so bösartig, daß er zu behaupten wagte, es käme auf die Volks- oder Religionszugehörigkeit an, wenn es sich darum handele, ob einer sein Nächster sei oder nicht? J e d e r Mensch ist unser Nächster. So meint es das Gebot.

Die hebräische Sprache kennt zwei Bezeichnungen für Eid: "ala" = Verwünschung und "schewua" = schwöre, genauer: sich siebenen. Der Ursprung von schewua liegt also in der Zahl sieben; denn bei den alten Hebräern spielte diese Zahl eine bedeutende, heilige Rolle. Der Volksmund sagt schewua = Schwur, schwöre.

Der Verwünschungseid bestand darin, daß der Schwörende eine Selbstverfluchung übte, indem er Gottes Strafe auf sich herabwünschte, falls er nicht die Wahrheit sage. Die schewua ist ein Eidesbeitrag, der vor dem Richter zu erfolgen hat und der Bekräftigung der Aussage dient. Der Richter, wohlgemerkt, war stets, wenn nicht der Rabbiner, dann sein Stellvertreter, der

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Dajan. Die biblischen Schriften betonen wiederholt die Heiligkeit des Eides und warnen vor Entweihungen.

Es gibt aber auch einen volkstümlichen Eid, den sogenannt rabbinischen: eine Art feierliche Erklärung, die ungefähr der "eidesstattlichen Versicherung" entspricht. Zwar kennt das jüdische Gesetz grundsätzlich keinen Zeugeneid; an seine Stelle tritt die rabbinische Eidsformel: der Zeuge muß mit bedecktem Haupte die linke Hand auf eine in hebräischer Sprache gedruckte Bibel legen und die Worte sprechen: "So wahr mir Jehova helfe!" Selbstverständlich gebrauchen viele Juden weder den Namen Jehova, noch den Namen Jahwe; sie sagen dann einfach: "So wahr mir Gott helfe!" Diesen Eid leistete auch der in die Geschichte eingegangene Lord Rothschild im britischen Unterhaus zu London. Die Eidesformel kann auch in der Sprache, die der Zeuge sonst spricht, gesprochen werden, und es wäre wünschenswert, daß die Vereidigung vor einem Rabbiner oder dem Vorsteher der jeweiligen jüdischen Gemeinde geschieht. In dieser Form darf der Eid eines jüdischen Zeugen auch vor einem bundesdeutschen Gericht erfolgen und muß für den Vereidigten bindend sein.

Hierbei sei an den Propheten Ezechiel erinnert, der die Verletzung des dem König Zedekias von Nebukadnezar aufgezwungenen Vasalleneides tadelte (Ez. 17, 13). Hier gibt es also kein jonglieren, kein Deuteln; das Bibelzitat beweist, daß sogar ein Eid, der unter ano[r]malen Umständen geleistet wurde, gehalten werden muß. Ehrliche und brave Juden haben nie aus der schewua eine Farce gemacht und nie probiert, sie mit dialektischen Methoden zu entwerten. Dies blieb leider den Jesuiten vorbehalten. So bereicherte Sanchez die Eidestheorie seines Ordens um die berüchtigte Reservatio mentalis: "Man kann schwören, man habe eine Tat nicht vollbracht, wenn sie auch wirklich vollbracht wurde, sobald man nur im Geiste hinzusetzt zum Beispiel: 'Ehe ich geboren wurde.'" Auch P. Laymann (+ 1635) erklärte eine bloße Zweideutigkeit beim Eid für nicht sündhaft. Vielleicht kommen nun Neunmalkluge und sagen, die obenerwähnten Jesuiten seien wahrscheinlich Judenabkömmlinge. Dies ist ausgeschlossen; denn es konnte keiner in den Orden aufgenommen werden, der von Juden abstammte, und zwar galt

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dies für sieben Generationen zurück. Übrigens sei vermerkt, daß diese Vorschrift erst 1946 auf Anregung von Papst Pius XII. außer Kraft gesetzt wurde. Ich wollte damit nur beweisen, daß es nicht auf die Glaubenszugehörigkeit eines Menschen ankommt, ob ein Eid heilig gehalten wird oder nicht. Möglicherweise aber klammerten sich manche Juden an diese hinterlistige Mentalreservation, wenn sie vor westdeutschen Gerichten schworen.

Sicherlich werden sich jüdische Zeugen bei Kriegsverbrecherprozessen vor deutschen Gerichten künftig strenger an die Wahrheit halten als bisher, wenn sie, wie ich anregte, in für sie bindender Form zu schwören haben werden. Ich meine auch, so mancher wird es sich überlegen, sich als Zeuge aufzudrängen, um in Verkuppelung mit seiner Reise und seinem Auftritt vor Gericht privaten Interessen zu frönen, wenn er weiß, welche Verantwortung ihn erwartet. Mit der Ableistung der schewua nach der Tradition des jüdischen Volkes wird eine Art Scheu oder Respekt vor dem Eid in ihm erwachen; das aber würde sich günstig auf die Prozeßführung auswirken, zum mindesten, was jüdische Zeugenschaft anbetrifft. Ich glaube nicht, daß Juden mit sauberer Gesinnung gegen diesen gutgemeinten Vorschlag opponieren werden.

Will ich doch mit meinem Vorschlag nur verhütet wissen, daß durch Übertreibungen bedauerlicher Wahrheiten nun gleich sämtliche Juden, die als Zeugen bei Kriegsverbrecherprozessen vereidigt wurden, des Meineides verdächtig erscheinen, woraus gefährliche Legenden entstehen. Ich vertraue dem Verständnis kompetenter bundesdeutscher Dienststellen und auf das Interesse maßgebender Juden an meinem Vorschlag. Wer verurteilt wird, soll es werden auf Grund absolut wahrheitsgemäßer Zeugenaussagen. Insbesondere möchte ich die Aufmerksamkeit unseres neuen Bundesjustizministers Dr. Dr. Heinemann auf meinen Vorschlag lenken und ihn bitten, mit kompetenten jüdischen Vertretern annehmbare Richtlinien im Sinne meines Vorschlages auszuarbeiten. Gehört er doch zu den wenigen mutigen und wahren Demokraten in der Bundesrepublik. Ihm würden ewiggestrige Juden und Deutsche am allerwenigsten vorwerfen können, er sei ein Neonazi, ein Antisemit! Möchten sich die zu-

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ständigen Männer des Wortes von Immanuel Kant erinnern: "Pflichterfüllung ist ehrenvoll. Die Pflicht hat ihr eigenes Gesetz und ihr eigenes Recht."

Eine rein zahlenmäßige Erfassung der Kriegsverbrecherprozesse wäre für die Statistik interessant: das Aktengewicht würde heute bereits eine zweistellige Zahl von Tonnen betragen; das Gesamtvolumen aller Aktenbände würde jenes der Nürnberger Prozesse in den Schatten stellen!

Wir wollen uns indes keineswegs statistisch übernehmen; uns beschäftigen vielmehr einzelne, besonders prägnante Fälle. Manche jüdische Zeugen waren leider teilweise mit Erfolg, bestrebt, den Gang der Prozesse in ihrem Sinne zu beeinflussen, und ich möchte hier noch einige hervorstechende Fälle beleuchten:

Am 26. November 1965 fand in Hannover ein Kriegsverbrecherprozeß statt; da die drei Angeklagten ihre Freiheit besaßen, darf die Bedeutung des Prozesses als geringfügig gelten. Zum Termin erschien nur einer der Angeklagten; die beiden anderen hatten ärztliche Atteste dafür vorgelegt, daß sie aus gesundheitlichen Gründen der Vorladung nicht Folge leisten konnten. Dies nahmen vier aus Israel gekommene Zeugen zum Anlaß, weltweite Publicity für sich zu erlangen; denn sie wußten die zionistische und zionfreundliche Presse auf ihrer Seite. Das, was die genannten israelischen Zeugen sich nun geleistet haben, ist wohl noch nie dagewesen und wirft ein grelles Licht auf derlei Tabu-Männer, die vor keinem Mittel zurückschreckten, um das Gericht unter Druck zu setzen. (Man könnte diese Handlungsweise allerdings auch in die Kategorie Heuchelei einreihen.) Die Zeugen waren:

David Frith (47), aus Jerusalem,
Adam Salitzki (65) mit Frau, aus Ramat Gan,
Ascher Goldenberg aus Haifa, Polizeioffizier.

Diese Zeugen waren erbost darüber, daß zwei der Angeklagten nicht erschienen waren, und beschuldigten den Richter zu großer Milde; auch erklärten sie feierlich, einen Hungerstreik antreten zu wollen. Die interessierten Prozeßbeobachter sorgten prompt dafür, daß diese Erklärung publik wurde. Nachdem der Gerichtsdirektor sich bei den "Hungernden" eingefunden und erklärt hatte, er werde die entschuldigten Angeklagten veran-

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lassen, baldigst zu erscheinen, beendeten die Zeugen ihren vierstündigen Hungerstreik; diese Heldentat wurde von sympathisierenden Kreisen alsbald gebührend gerühmt und publiziert!

Freilich benehmen sich nicht alle israelischen Zeugen so wie die obenerwähnten. Doch solchen ergeht es schlimm: Sie werden mit Spott übergossen und bedroht. Als Beispiel sei der schon berührte Prozeß gegen die Brüder Johann und Wilhelm Maurer erwähnt, der im Februar 1966 in Salzburg stattfand. Ihnen wurde zur Last gelegt, sie hätten in der galizianischen Stadt Stanislau, wo sie als polnische Offiziere dienten, 1941 gemeinsam mit SS-Leuten 12 000 von den 20 000 jüdischen Einwohnern erschossen. Der Prozeß erregte weltweite Aufmerksamkeit auch dadurch, daß das Publikum in seiner überwiegenden Mehrheit für die Angeklagten demonstrierte. Die Regisseure des Prozesses bestellten nach bewährtem Muster ein reiches Aufgebot an Zeugen der Anklage. Aber auch der besten Regie kann einmal eine Panne passieren. Hier trat nämlich der seltene Fall ein, daß einer der israelischen Zeugen aus der Reihe tanzte und aussagte, einer der Brüder Maurer habe ihm in Stanislau das Leben gerettet. Als alles Material der Anklage nicht ausreichte, die Brüder zu verurteilen, mußte das Gericht sie freisprechen. Dies hatte zur Folge, daß man gegen die österreichische Justiz in aller Welt arbeitslose, aber demonstrierfreudige zionistische Jugendliche aufmarschieren ließ. Auch der mutige Israeli, der vor Gericht der Wahrheit die Ehre gegeben hatte, wurde als mitschuldig am Freispruch erklärt.

Es gibt allerdings auch von nichtjüdischen Zeugen bei Kriegsverbrecherprozessen Negatives zu berichten. Hier seien zwei Fälle besprochen, die zeigen, wie durch falsche Zeugenaussagen Angeklagte unschuldig verurteilt werden können. Wie viele Urteile mögen wohl auf Grund solcher falscher oder übertreibender Zeugenaussagen gefällt worden sein, ohne daß die falsche Aussage ruchbar wurde!? Mag sein, daß an solchen Fehlurteilen die Tatsache Mitschuld trägt, daß man die Zeugen "zählt, statt sie zu wägen".

Arnold Strippel (56), ehemaliger SS-Hauptscharführer, wurde am 1. Juni 1949 zu lebenslänglichem Zuchthaus plus 10 Jahren Zuchthaus verurteilt.

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Der ehemalige SS-Oberscharführer Otto Hoppe wurde im April 1950 vom Stader Schwurgericht zu zweimal lebenslänglich Zuchthaus verurteilt. Er wurde beschuldigt, während seiner Zugehörigkeit zur SS-Belegschaft des KZ Buchenwald und anderer KZs mehrere Morde begangen zu haben. Nachdem er 15 Jahre im Zuchthaus verbracht hatte, gelang es ihm, zu beweisen, daß einer seiner "Ermordeten" bereits 1917 im Kriege gefallen war, ein zweiter niemals gelebt hatte, und ein dritter immer noch am Leben war. Natürlich ist das Gelingen solcher Beweisführung lediglich darauf zurückzuführen, daß der unschuldig Verurteilte im Kampf um sein Recht niemals erlahmt.

Arnold Strippel wurde am 23. November 1967 nach 19jähriger Haft vom Frankfurter Schwurgericht freigesprochen. Dies ist in erster Linie dem 77jährigen Seelsorger Prälat Eckert zu danken, der unermüdlich sich für den unschuldig Verurteilten einsetzte.

Vor geraumer Zeit beteiligte ich mich an einer Diskussion. Es ging um die Frage, worin der Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie bestehe. Diesen Unterschied versuchte einer der Redner anhand folgenden Beispiels klarzumachen: Wenn man in einer Diktatur unter hundert Verdächtigen einen Schuldigen sucht, dann verhaftet man alle hundert, während man im selben Falle in einer Demokratie alle hundert auf freiem Fuß läßt. Angesichts der obenerwähnten beiden Fälle läßt sich schwer behaupten, man verfahre in der Bundesrepublik nach demokratischem Prinzip.

Schon diese beiden Fälle machen ersichtlich, daß unsere Gerichte, wie bereits aus anderen Gründen bekannt geworden, mit den Kriegsverbrecherprozessen überfordert sind.

Wenn unsere Politiker - ich habe schon einige Male darauf hingewiesen - sich nicht dazu entschließen, mit den Kriegsverbrecherprozessen endgültig Schluß zu machen, wenn fernerhin, wie zu befürchten ist, die beiden angeführten Fälle nicht allein dastehen, dann läuft unsere Kriegsverbrecherjustiz Gefahr, unglaubwürdig zu werden, und dann könnten in Zukunft unsere Gerichte in den falschen Verdacht geraten, ihres Amtes nicht gewissenhaft genug zu walten; das aber hat unser Richterstand gewiß nicht verdient.

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Ich glaube, daß alles Wahre, alles Ehrliche sich schließlich durchringen wird. Auch eine gewissenhafte und faire Prozeßführung kann ein Beitrag zur deutsch-jüdischen Versöhnung werden und ein harmonisches Zusammenleben sowohl der deutschen Juden als auch jener, die lieber Juden in Deutschland sein wollen, mit dem deutschen Volke fördern.

Ich teile die Zuversicht Ralph J. Bunches, des farbigen US-Diplomaten und Nobelpreisträgers für den Frieden, der sagt: ". . . ich glaube daran, daß das Recht schließlich einmal irgendwie die Oberhand gewinnen wird."

Leider muß ich mich im Folgenden mit einer Angelegenheit befassen, deren Behandlung mir zwar, soweit sie nur mich betrifft, nicht, soweit sie jedoch von öffentlichem Interesse ist, sehr am Herzen liegt. Es handelt sich um die in München erscheinende "Neue Jüdische Zeitung". Da sie sich einer Sprache bedient, deren der deutsche Staatsbürger nicht mächtig ist, kennt kaum ein Nichtjude ihre Thematik. Ihr Leserkreis ist sehr klein. Sie erscheint wöchentlich, Großformat, Umfang acht Seiten. Etwa drei Seiten davon beansprucht der Inseratenteil. Dieses Blatt bringt gewöhnlich auch lokale Meldungen. Der größte Teil des Raumes steht ausländischen Mitarbeitern zur Verfügung. Auf der ersten Seite findet man stets zwei Spalten, überschrieben mit "Auf der Tagesordnung"; ihr Text, fast nie gezeichnet, hat Leitartikelcharakter. Entgegen europäischer Gepflogenheit verzichtet dieses Blatt auf das Impressum. Mit anderen Worten: Diese Zeitung nimmt in mancherlei Hinsicht eine Ausnahmestellung ein. Mitarbeiterstab und Leserschaft rekrutieren sich aus USA- - und Israelbürgern, staatenlosen und heimatlosen Ausländern und aus jüdischen bundesdeutschen Bürgern. "Auf der Tagesordnung" steht allwöchentlich innerdeutsche Politik, und die Einstellung des Blattes zu ihr ist ultrazionistisch, prinzipienlos und demagogisch.

Obwohl der Untertitel der Zeitung lautet: Unparteiische nationale Wochenzeitung, ist ihre Einstellung extrem nationalistisch und chauvinistisch. Was sie für sich in Anspruch nimmt, nämlich die Wahrnehmung zionistisch-israelischer Interessen, will sie bundesdeutschen Bürgern nicht zubilligen: die Wahrnehmung bundesdeutscher Interessen. Nach allen Regeln der Un-

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logik und gehässig wird jeder Deutsche, der selbstlos und in maßvoller Weise nationalen Zielen dient, in den Schmatz gezogen. Wenn aber einmal ein philozionistischer Nichtjude, der vonseiten der "Neuen Jüdischen Zeitung" gelegentlich karges Lob erntet, es wagt, unter dem Druck von Tatsachen die Richtigkeit zionistisch-israelischen Handelns auch nur leise anzuzweifeln, dann kann er die mühsam erworbenen Sympathien dieses Blattes abbuchen. Die unbekannten redaktionell Verantwortlichen der genannten Zeitung benehmen sich so, als wären sie rechtmäßige Vertreter nicht nur der jüdischen Öffentlichkeit, sondern der zionistischen Bewegung und des Staates Israel überhaupt. Das hat seinen guten Grund: sie sind weder Zionisten, noch Israelis. Ihre Zeitung ist ein Hausorgan für ihre privaten Interessen. Sie möchten zionistischer sein als jene, die in Israel leben und wirken. Natürlich fehlt ihnen jegliche Legitimation dazu. Denn da, wie gesagt, diese Zeitung für sie als clevere Leute nur eine Art Hausorgan darstellt, mutet es merkwürdig an, daß sie ihre prinzipienlose "Ideologie" so marktschreierisch kundtut. Zum besseren Verständnis des Gesagten einige Erläuterungen:

Mit der Ausrufung des Staates Israel am 14. Mai 1948 veränderte sich grundsätzlich auch das Leben der jüdischen Öffentlichkeit in den westlichen Besatzungszonen Deutschlands. Die kompetenten Instanzen Israels, auch andere zionistische Organisationen verlangten, daß jegliches jüdische öffentliche Leben in Deutschland ab diesem Zeitpunkt lahmgelegt werde. Das besagte: Jüdische Gemeinden, Schulen, Ausbildungsinstitute aller Art, Zeitungen, Theater und dergleichen sollten sich auflösen, und alle Juden sollten Deutschland verlassen: sie sollten, möglichst nach Israel, auswandern. Mit einem Wort: Deutschland sollte judenfrei werden. Leitende Persönlichkeiten waren vorher aus Palästina hierher delegiert worden, um die Glaubensgenossen zionistisch zu schulen. Als die israelische Parole "Totale Auflösung" gegeben war, wurde sie von diesen Persönlichkeiten sofort befolgt. So wurden alle Institutionen aufgelöst, und die überwiegende Mehrheit der Juden verließ Deutschland. Sehr wenige hatten mit der Auswanderung Schwierigkeiten, und um diese wenigen zu betreuen, blieb nur das Büro der amerikani-

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sehen Auswanderungsgesellschaft HIAS zurück. Aber es blieben auch andere zurück, die eine Chance für sich witterten. Um jedoch jeden irgendwie gearteten jüdischen Neubeginn in Deutschland zu verhindern, warnte die höchste zionistische Instanz Israels, die Sochnuth, vor solchen Schritten.

Schließlich veröffentlichte die in Tel Aviv erscheinende Zeitung "Jedioth Chadaschoth" am 7. August 1950 einen Artikel, der in seiner Deutlichkeit keinen Zweifel läßt. Es heißt darin, neben anderem, unter der Überschrift "Sochnuth stellt Arbeit in Deutschland ein": "Für ein Verbleiben der Juden in Deutschland gibt es keinen Grund mehr außer dem Schwarzen Markt. 35 000 Juden sind noch in Westdeutschland, 10 000 warten auf ihre Ausreise. Der Rest genießt nicht mehr die Hilfe und die Unterstützung der israelischen Behörden."

Ich führe wieder jene Sochnuth, D. B. Gurion und andere Zitate an, denn es kann nie zu häufig geschehen.

Dieser Aufruf wurde bis heute nicht widerrufen. Trotz dessen Eindeutigkeit gründeten, wie eingangs erwähnt, einige geschäftstüchtige Leute die "Neue Jüdische Zeitung", die sie sogar unparteiisch nannten. Dessenungeachtet kam bis zum heutigen Tage kein Nichtzionist in diesem Blatte zu Wort. Es ist klar, daß aufgrund des Erscheinens dieser Zeitung sich Juden wieder in Deutschland ansässig machten, daß Gemeinden gegründet und zionistische Verbände organisiert wurden. Also: Gegen den Willen Jerusalems erwuchs wiederum gesellschaftliches jüdisches Leben in Deutschland. Um jetzt den Eindruck zu erwecken, sie sei ein offizielles Organ, und auf sie beziehe sich das israelische Verbot nicht, benahm sich die "Neue Jüdische Zeitung" fortan superzionistisch und superisraelisch.

Verwunderlich, aber charakteristisch ist die Tatsache, daß manche auch heute noch in der BRD lebenden Zionisten ihren Haß auf alles Bundesdeutsche offen aussprechen und gelegentlich auch betätigen; man fragt sich, warum diese Hetzer nicht nach Israel übersiedeln, wohin sie doch gehören!? Ihrer einige gründeten im Herbst 1960 in Westberlin den "Bund der aktiven Altzionisten", dessen Aktivität sich alsbald eindeutig gegen Deutschland richtete, den Kollektivschuldgedanken mästete und die Atmosphäre zwischen Bonn und Jerusalem verpestete, wo-

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für er freilich auch von den israelischen Tageszeitungen lächerlich gemacht wurde. Derlei abtrünnige Figuren waren es auch, die den aufrechten, inzwischen verstorbenen ehemaligen Oberrabbiner Dr. Isaak Goldstein in Berlin mundtot machten und mit ihrem Haß bis ins Grab verfolgten, weil er es gewagt hatte, für Wahrheit und Gerechtigkeit zwischen seinem und dem deutschen Volk einzutreten! Sie verfolgten weiterhin jeden Gesinnungsgenossen dieses charakterfesten Mannes. Angeregt durch unjüdische und inhumane Machinationen einiger Führer der "Juden in Deutschland", erfolgte in Berlin ein tätlicher Angriff auf Dr. Goldstein. Man stelle sich vor: Das Oberhaupt einer religiösen Gemeinde, ein alter, grauhaariger Mann, schwer herzkrank, wird von einem Gemeindemitglied geohrfeigt! Und die Juden in Berlin rebellieren nicht gegen solch eine verdammenswerte Tat! Im Gegenteil: die halbstarke Kreatur, die sich SA-Rowdy-Methoden zu eigen machte und diese Schandtat beging, wurde noch gelobt! Ich empfinde tiefe Scham darüber, daß dieses Individuum ein Landsmann von mir ist; aber ich weiß auch, daß mein Land keinen zweiten hervorgebracht hat, der es ihm an Gemeinheit gleichtun könnte! Diese Kreatur trat nicht nur weltliche, sondern auch religiöse Sitten mit Füßen, und sie verstieß eindeutig gegen das mosaische Gebot. Heißt es doch Moses 3. 19, 32: "Vor grauem Haar sollst du aufstehen und die Person eines Greises ehren . . ."

Ein bitterer Jammer, wie weit blinder Fanatismus führen kann! Im Sommer 1966 sagte mir die Schwester dieses Bösewichtes, daß er die Tat bereue. Sollte dies wahr sein, so müßte er nach jüdischer Tradition den Mut aufbringen und am offenen Grabe des schwergekränkten Rabbiners Abbitte tun, seiner Witwe schriftliche Abbitte leisten und darüber hinaus in der bundesdeutschen jüdischen Presse einen entsprechenden Text veröffentlichen: nur so wäre ihm seine Handlungsweise vergeben; nur so könnte er seinen Seelenfrieden erlangen und sich von schweren Gewissensbissen befreien!

Diese Verschleierungstaktik half ihr jedoch nichts; denn immer wieder wurde sie von zuständiger Seite zurechtgewiesen.

Doch nicht nur in Israel, auch in den USA wandten sich wiederholt Juden gegen Leute vom Schlage der Herausgeber und

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Publizisten der "Neuen Jüdischen Zeitung" in der Bundesrepublik. Der bekannte Publizist und Radiokommentator in den USA, Schlomo Ben Israel, veröffentlichte in der jiddischen Zeitung "Vorwärts", New York, am 2. März 1960 einen Artikel "Juden haben schnell vergessen". Darin bemerkte er unter anderem: "Die Juden in Deutschland haben schon eine zionistische Organisation geschaffen, und wahrscheinlich werden sie sich der zionistischen Weltorganisation anschließen und mit anderen Juden an zionistischen Weltkongressen teilnehmen." Schlomo Ben Israel kritisierte diese Entwicklung heftig und verstieg sich dabei zu folgenden Sätzen: "Es darf keine jüdische Gemeinde mehr in Deutschland entstehen." - "Die Juden, die sich wieder in Deutschland niederlassen, sind keine Ehre für das Weltjudentum." Er schloß mit der Feststellung: "Der größte Teil dieser Juden ist Müllabfall, eine Müllkiste des jüdischen Volkes."

Auch diese Veröffentlichung wurde bis heute nicht zurückgezogen. Jeder logisch und objektiv denkende Leser wird jetzt begreifen, daß die Männer der "Neuen Jüdischen Zeitung", hätten sie Charakter und Ehrgefühl, es jetzt aufgeben müßten, sich weiterhin zionistisch und israelisch zu gebärden und Meinungsdiktatur zu treiben. Mit ihrer Chutzpedialektik und ihrem Schofarposaunen möchten sie jedoch die obenaufgeführten Angriffe übertönen.

Mit heuchlerischem zionistischem Gebaren, mit ihrem Palaver gegen jeden noch so geringfügigen Ansatz von Nationalgefühl in der Bundesrepublik helfen sie dem praktischen Aufbau des Staates Israel in keiner Weise.

Der vor Jahresende 1967 verstorbene hessische Landesrabbiner und Vorsitzende des Rabbiner-Verbandes der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Lichtigfeld, war im November 1960 zu Besuch in Israel. Er gab der in deutscher Sprache herausgegebenen Tel Aviver Tageszeitung "Jedioth Chadaschoth" ein Interview; dabei sagte er unter anderem: "Obwohl die Juden in Deutschland in den Logen und den zionistischen Organisationen wieder ein kulturelles Leben beginnen, leisten sie für Israel gar nichts, obgleich sie wirtschaftlich dazu in der Lage wären."

Auch diese Worte aus dem Munde einer höchsten religiösen Persönlichkeit in Deutschland stellen einen Spiegel dar, in wel-

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chem die Herren der "Neuen Jüdischen Zeitung" und ihresgleichen sich beschauen können. Diese drei Zitate, die ich aus einer Anzahl analoger auswählte - eines von einer israelischen Instanz, eines von einem US-Bürger, eines vom höchstbeamteten bundesdeutschen Seelsorger, der seine Schäflein bestimmt recht gut kannte - prangern zur Genüge die ideologischen, politischen und moralischen Qualitäten der Manager der "Neuen Jüdischen Zeitung" an.

Doch nun zurück zur Sochnuth-Veröffentlichung! Die Sochnuth hatte ja ihre Überzeugung klar zum Ausdruck gebracht, daß jene Juden, die in Deutschland verblieben, dies des Schwarzen Marktes wegen taten. Für einige wenige traf es zu; denn wenn auch heute kein Schwarzer Markt mehr existiert, so gibt es immerhin noch schwarze Geschäfte. Eingeweihten Kreisen ist ein Mann namens G. als Geldverleiher, um nicht zu sagen: Wucherer bekannt. Sollte es sich dabei nicht um einen jener Männer handeln, die Druckerei- und Verlagsbesitzer sowie Herausgeber der "Neuen Jüdischen Zeitung" sind? Daß dieser "Herr" durch seine Handlungsweise gegen die mosaische Lehre verstoßen hat, die jegliche Art von Zinsen für Darlehen verbietet (5. Moses 23, 19, 20.) bereitet ihm offenbar keine Sorge. Wollen wir hoffen, daß er, der gegen das göttliche Gesetz gehandelt hat, wenigstens das weltliche nicht verletzte, das heißt, diese Zinseneinnahmen auch versteuert hat! Solche Leute sind wahrlich prädestiniert, gegen mich zu hetzen und meinen Ausschluß - wenn nicht mein Ausscheiden - aus der Israelischen Kultusgemeinde zu verlangen.

Hiermit dürfte der Leser über die ideologisch-politischen und moralischen Qualitäten der tonangebenden Männer der "Neuen Jüdischen Zeitung" im Bilde sein. Da diese Männer von keiner Seite legitimiert sind, bleibt nur die Annahme, daß sie auf solch krummen Wegen ihre Existenzberechtigung beweisen wollen. Dabei fällt einem unwillkürlich jener Mann ein, dem einer ins Gesicht spuckte, und der dann sagte, es seien Regentropfen!

Von beruflicher Verantwortung und Berufsethos ist bei diesen Herausgebern nichts zu entdecken, auch nicht in ihrem Verhalten ihren ausländischen Mitarbeitern gegenüber. Ein Fall sei herausgegriffen:

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Die "Neue Jüdische Zeitung" (künftig: NJZ) brachte in ihrer Ausgabe vom 6. September 1964 (es war die jüdische Neujahrs-Ausgabe), auf Seite 4 einen Aufsatz ihres Tel Aviver Mitarbeiters R. Rubinstein. Der Autor behandelte in diesem Artikel die Ereignisse des Zweiten Vatikanischen Konzils, wobei erstaunlicherweise wiederholt Pius VI. vorkam, womit jedoch Paul VI. gemeint war! Ich bin nun an Entgleisungen in den Texten der NJZ gewöhnt; doch dies wurde mir zuviel. Ich kannte den mittlerweile leider verstorbenen R. Rubinstein näher; er war Chefredakteur der Vorgängerin der NJZ gewesen, die damals noch "Jüdische Zeitung" hieß. Rubinstein hielt sich an die obenerwähnte Sochnuth-Anordnung, löste seine Zeitung auf und übersiedelte nach Israel. Obwohl ich mit seiner politischen Auffassung keineswegs einig ging, schätzte ich an ihm doch seine Klugheit, Bildung und Fairneß. (Da er ein Zionist war, wie er sein soll, war ihm jede Heuchelei und jedes Marktschreiertum - im Gegensatz zu seinen "Nachfolgern" - fremd.) Ich konnte einfach nicht glauben, daß Rubinstein selber der obengenannte Fehler unterlaufen war. Rubinstein zuliebe rief ich einige Tage später die Redaktion der NJZ an. Es meldete sich Herr Garfinkel, einer der Zeitungsbesitzer, und ich hatte das Empfinden, daß er, nachdem ich meinen Namen genannt hatte, leicht erschrak. Nun trug ich ihm mein Anliegen vor: Er möge wegen des unterlaufenen Fehlers - Pius VI. statt Paul VI. - eine Berichtigung bringen; denn ein so hochgebildeter Mann wie Rubinstein habe sicher gewußt, daß Pius VI. vor etwa 190 Jahren gelebt hat. Die Antwort, die ich erhielt, atmete den uns nun schon sattsam bekannten Geist der NJZ: "Diesen Fehler haben wahrscheinlich nur Sie entdeckt. Glauben Sie, daß die wenigen anderen Leser das bemerkt haben? Eine Berichtigung würde sie ja erst auf diesen Fehler hinweisen, und das ist nicht nötig!" Somit blieb auf Rubinstein der häßliche Verdacht sitzen, daß ihm selber diese gröbliche Entgleisung passiert sei - !

Im großen hat die NJZ keine andere Handhabung, als wie hier im kleinen dargetan: die Spalten "Auf der Tagesordnung" widerspiegeln die gleiche Ungenauigkeit und denselben Mangel an Verantwortungsbewußtsein. Man hetzt, man heuchelt, und man versucht zu verdummen.

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Die Leitartikel der NJZ befassen sich durchweg, und zwar in gehässiger Form mit Institutionen, Parteien, Zeitungen und Personen, die durch Arbeit und Opfer ihrem Volk und Vaterland dienen.

Man beachte: Diese Zeitung, äußerst chauvinistisch und israelischer als ein israelisches Presseorgan, - dem Münchener zionistischen Kreis zugehörig, der sich mit Israel identifiziert - billigt, obgleich sie in Deutschland erscheint, den Deutschen, denen die Bundesrepublik das Vaterland bedeutet, keinerlei Nationalbewußtsein zu. Die NJZ vertritt in ihren Spalten zionistisch-israelische Belange, teils auf recht deutschfeindliche Weise; wenn aber die Nationaldemokratische Partei Deutschlands oder die Deutsche National-Zeitung für die Interessen ihres Volkes und Vaterlandes wirken, dann heult die Meute auf: die NJZ fällt derart maßlos über die genannte Partei, die genannte Zeitung und über jene her, die sich ehrlich für eine jüdisch-deutsche Versöhnung einsetzen (selbst dann, wenn sie jüdischen Glaubens sind), daß man diese bösartige Angriffsform nur dem Umstand zuschreiben kann, daß dieses Presseorgan in jiddischer Sprache und jiddischem Druck erscheint; beides aber ist dem deutschen Leser normalerweise fremd. Andernfalls hätte dieses Blatt sicherlich öfters Klagen zu gewärtigen!

Man sieht, daß die NJZ den "Stürmer" noch übertrifft, und ihre Redakteure schlimmer sind als Streicher es war. Denn während Streicher glaubte, mit dem "Stürmer" seiner Partei und seinem Staat einen Dienst zu erweisen, kann die NJZ auf solche Motive nicht pochen: nach dem obengebrachten Aufruf der Sochnuth will der Staat Israel von dieser Zeitung ja gar nichts wissen! Das Deutsche Reich dagegen hat sich vom "Stürmer" nicht distanziert. Wem also dient die in jeder Hinsicht heimatlose NJZ ? Trotzdem besitzt sie die Chutzpe, jenen Deutschen Zensuren zu erteilen, die es ablehnen, nach Sklavenart das Knie vor dem Zionismus und Israel zu beugen. Da diese Figuren keinem Volk und seinem Staat angehören, können sie nicht begreifen, daß Menschen, die einem Volk und einem Staat zugehörig sind, beiden auch dienen wollen.

Mitte der sechziger Jahre kam der als Deutschenhasser sattsam bekannte US-Zionistenführer Rabbiner Prinz nach Israel;

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dort nahm er an einer Diskussion rechtgläubiger Israelis teil. Herr Prinz erhob die Forderung, den reformierten Israelis mehr Freiheit zuzubilligen und toleranter gegen sie zu werden. Fast einheitlich war die Erwiderung: "Sie haben hier kein Recht, Vorschläge zu machen; dieses Recht hätten Sie erst dann, wenn Sie aus den USA nach Israel übersiedeln würden!"

Wie schon erwähnt, erscheint die NJZ in einer Sprache und einem Druck, die normalerweise einem Bundesrepublikaner unbekannt sind; gerade darum aber wird die Inkorrektheit dieser Zeitung in dem bisherigen empörenden Maß weiterwachsen. Das trat gleich nach dem israelischen "Blitzkrieg" vom Juni 1967 kraß zutage: die sogenannten Zionisten und Israelverteidiger auf dem Papier, die doch in dem besagten Krieg keinen Finger gerührt hatten, schmückten sich nun nach Art schwacher Charaktere mit den Federn israelischer Soldaten und verfielen in einen Siegesrausch. Sie provozierten eine "ideologische" Diskussion darüber, ob die Zionisten in Deutschland mit Israel sich identifizieren oder nur solidarisieren sollten. Resultat: Der Münchener Kreis identifizierte sich, der Düsseldorfer Kreis dagegen solidarisierte sich mit Israel.

Hier nun wird das Analphabetentum der Münchner Zionisten offenkundig. Denn was heißt: sich identifizieren? In diesem Falle doch wohl: sich mit den Menschen in Israel personengleich erklären, für deren Taten oder Untaten - geradezustehen.

Diese Erklärung, beinhaltet sie nicht das Eingeständnis, als Zionist in Deutschland sozusagen Angehöriger einer Fünften Kolonne zu sein? Könnte man sich vorstellen, daß einer, der in den USA lebt, sich mit Menschen seiner früheren Heimat oder der früheren Heimat seiner Vorfahren identifiziert?

Identifikation bedeutet ja auch Einverstanden-sein mit jedem in Israel an die Macht gelangenden Regime, und wär's ein Nero-Regime! Des weiteren: Natürlich gibt es auch in Israel Straffällige - Diebe, Totschläger, Mörder. Wollen die erwähnten Zionisten auch mit diesen, weil sie Israelis sind, personengleich sein? Schließt die Identifizierung auch den außerhalb Israels, namentlich in der Bundesrepublik wirkenden Personenkreis mit ein? Ich weise auf Nachstehendes hin:

die Organisierung des Attentates auf Dr. Adenauer, die einen

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Polizisten das Leben kostete,
das Herumschnüffeln in gewaltsam geöffneter Wohnung,
die "Sammlung" von Geldern nach Gangsterart.

Bei solch einer "Sammlung", bei der jegliche Kontrolle entfällt, läßt sich ja niemals feststellen, wohin die Gelder fließen. Mir fällt da eine Sammlung aus den Jahren 1947/48 ein: damals gab es verschiedene zionistische Parteien; jede sammelte für sich Beträge in Dollar, die zu Waffenkäufen für die jüdischen Kämpfer in Palästina dienen sollten. Als 1948 der Staat Israel ausgerufen wurde, stellte man offiziell diese Sammlungen ein. Trotzdem kam man später dahinter, daß einige clevere Leute die Geldsammlungen fortsetzten - natürlich für ihre eigenen Taschen.

Zu den Hauptaufgaben, die sich die NJZ gestellt hat, zählen nicht nur der Kampf gegen die NPD und die Deutsche Nationalzeitung - von den NJZ-Herren stets verächtlich nur "Soldatenzeitung" genannt -, sondern auch die unermüdlichen Bestrebungen, die Kriegsverbrecherprozesse gegen Deutsche nicht enden zu lassen. Darum besitzt Simon Wiesenthal auch alle Sympathien der NJZ, die ihm bescheinigt, daß er sich durch seine Jagd auf deutsche Menschen bereits einen "legendären Namen" erworben habe.

Beim Stanislauer Prozeß, der 1966/67 in Münster geführt wurde, konnte einem jüdischen Zeugen eine Falschaussage nachgewiesen werden, was die zionistische Presse in hohem Maße erregte: der Fall wurde in aller Welt diskutiert. Jene Blätter, die sich stets für bedingungslose Verfolgung von NS-Verbrechen eingesetzt hatten, fanden es verantwortungslos, daß Verteidigung und Gericht den armen Zeugen so weit hatten bloßstellen können. Allein eine israelische Zeitung schrieb sehr richtig, daß es leider Menschen gebe, die sich ohne Berechtigung und Kenntnis der Tatsachen als Zeugen aufdrängten, um auf diese Weise persönliche Interessen wahrnehmen zu können.

Die NJZ läßt derartiges nicht gelten; für sie ist jede Zeugenaussage dann in Ordnung, wenn sie zur Verurteilung eines deutschen NS-Angeklagten führt. Wenn ein jüdischer Zeuge einmal den Mut aufbringt, wahrheitsgemäß den Angeklagten zu entlasten, dann hat er sich, wie an anderer Stelle bereits erörtert,

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die NJZ zum Dauerfeind gemacht. Es wird sein voller Name und seine Anschrift publiziert, und zwar mit gehässigen Ausführungen, die für fanatische Leser eine direkte Aufforderung zu Tätlichkeiten darstellen. Mir, beispielsweise, wurde auf solche Weise mitgespielt.

Das genannte Blatt beschäftigte sich seit Jahren mit meiner Person, weil ich mir erlaubt habe, mich für deutsch-jüdische Versöhnung einzusetzen. Darüber hinaus war ich bestrebt, durch Artikel in der Deutschen National-Zeitung bei der deutschen Öffentlichkeit etwas den Eindruck abzuschwächen, daß alle Juden in der Bundesrepublik mit der Fortführung der Kriegsverbrecherprozesse einverstanden seien.

Wie im Vorwort ausführlich dargelegt, war ich im März 1967 gerichtlich zu dem in Münster stattfindenden Stanislauer Prozeß als Zeuge und Sachverständiger geladen. Die NJZ vom 14. April 1967 brachte auf Seite 2 unter der Überschrift "Noch mehr Verwirrung vom 'jüdischen Mitarbeiter' von der 'Deutschen Soldaten-Zeitung'" eine Notiz etwa folgenden Wortlauts:

"Der Münchener Jude, der sich durch seine Mitarbeit bei der 'Deutschen Soldaten-Zeitung' einen traurigen Namen gemacht und Artikel gegen Juden und gegen den Israelstaat in der 'Deutschen Soldaten-Zeitung' veröffentlicht hatte, ist als Zeuge bei dem Prozeß der 15 ehemaligen SS-Männer aufgetreten, die der Massenmorde an Juden in Stanislau beschuldigt werden."

Dieser Meldung, die aus Münster stammt, fügt die Redaktion noch hinzu, daß sie sich in der Ausgabe vom 10. März mit mir befaßt hatte. Sie hatte mich wegen meines Aufsatzes angegriffen, den die Deutsche National-Zeitung am 3. März gebracht hatte. Dieser Artikel hatte, wie bereits gesagt, eine Verteidigung des Kardinals Frings zum Inhalt.

Die Redaktion schließt ihre Ausführungen mit folgenden Worten: "In unserem Kommentar haben wir an die Münchener Gemeinde appelliert, deren Mitglied er ist, sich von ihm loszusagen, weil seine Mitgliedschaft die ganze Gemeinde befleckt."

Am 26. Mai 1967 widmete mir die NJZ auf der Titelseite einen zweispaltigen Leitartikel unter der Überschrift "Der jüdische SS-Verteidiger"; da ist die Rede von meinem Auftreten im "KZ- Prozeß". Wiederum liest man, daß ich giftige antijüdi-

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sche und antiisraelische Artikel in der traurig bekannten "Deutschen Soldaten-Zeitung" schreibe. Des weiteren behauptet die Zeitung, ich hätte meine Seele der "Deutschen Soldaten-Zeitung" verkauft. Der Grund, warum ich mich mit dieser Nummer der NJZ näher befasse, liegt darin, daß sie in ihrem Hetzartikel, wie folgt, fortfährt: Ich hätte beim Prozeß gesagt, daß der Führer der zionistischen Bewegung, Dr. Chaim Weizmann, erklärt habe: "Eher will ich den Untergang der deutschen Juden sehen als den Untergang des Landes Israel für die Juden." Ich hätte mich mit der Schändung des Andenkens von Dr. Weizmann nicht begnügt usw.

Nun, erstens habe ich das vor Gericht gar nicht gesagt. Zweitens steht dieser Satz in meinem Buch "Schuld und Schicksal" auf Seite 72 mit einer Photokopie zwischen Seite 64 und 65. Drittens brachte unser zionistisches Winkel-Blättchen am 6. Mai 1960 auf Seite 5 einen Aufsatz, der sich auch mit Chaim Weizmann befaßte und jenes Zitat enthielt, das auf der erwähnten Photokopie in meinem Buch zu finden ist. Falls die Wiedergabe dieses Zitates eine Schändung des Andenkens von Dr. Chaim Weizmann bedeutet, so war doch die NJZ die erste Schänderin dieses Andenkens! Wenn also die NJZ mit heuchlerisch erhobenem Zeigefinger resümiert: "Und dieser Burg ist noch immer Mitglied der Münchener Gemeinde", so hätte sie nach dem Gesagten doch nach dem 6. Mai 1960 zuerst den Hinauswurf ihrer eigenen Herrschaft aus der Münchener Israelitischen Kultusgemeinde beantragen müssen. Haben die ehr- und verantwortungslosen Publizisten dieses Terefa-Blättchens (terefa, hebräisch = unrein, das Gegenteil von koscher) wirklich vergessen, daß sie dieses weizmannschändende Zitat 1960 selbst gebracht haben? Hat sie der Haß so blind gemacht? Oder sind das nur betrügerisch irreführende Gangstermethoden, zu denen Geldwucherer und Produzenten von geistigem Tinnef fähig sind? Mit solchen Methoden versucht man, wie oben dargelegt, gegen jene zu hetzen, die für Wahrheit eintreten.

Bei dieser Gelegenheit sei festgestellt, daß ich erst im Jahre 1954 Mitglied der Israelitischen Kultusgemeinde in München geworden bin. Ich gestehe, daß ich es nicht gerade als Ehre empfinde, Mitglied einer Gemeinschaft zu sein, welcher derart gei-

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stige und seelisch verkrüppelte Menschen ebenfalls angehören. Wenn ich meinen Austritt nicht erkläre, so vor allem, um nicht den Eindruck zu erwecken, als ob ich schuldbewußt der unberechtigten Forderung der genannten Zeitungsleute nachgäbe.

Die Hetze gegen mich in den Leitartikeln ging unvermindert weiter. Daraufhin entschloß ich mich, so zu handeln, wie das Gewissen es einem anständigen Juden vorschreibt: ich wandte mich am 16. Juni 1967 in einem Brief an den mir persönlich unbekannten Gemeinderabbiner Grünewald. In diesem Schreiben schilderte ich kurz die Hetzkampagne der NJZ gegen mich und bat ihn, da die Kultusgemeinde kein Ehrengericht hat, in meiner Angelegenheit ehrenamtlich als Richter zu fungieren. Ich erklärte mich bereit, mich, sollten die Herren der NJZ mir wirklich eine giftige antijüdische und antiisraelische Tätigkeit nachweisen können, seinem Urteilsspruch, gleichgültig, wie er ausfallen möge, zu beugen. Der Rabbiner teilte mir mit, die Herren der NJZ seien nicht gewillt, zum Friedensgericht zu erscheinen. In ihrer Schamlosigkeit merkten die genannten Individuen gar nicht, daß sie mit ihrer Weigerung, der Einladung der Rabbiners Folge zu leisten, nicht nur ihr Schuldbewußtsein verrieten, sondern auch die Autorität des Rabbiners verletzten!

Wie nicht anders zu erwarten, zeitigten die provokatorischen Schmähaufsätze der NJZ gegen mich ihre bösen Folgen: als ich am 25. Juni 1967 das Grabmal meiner Frau auf dem Israelitischen Friedhof zu München schmücken wollte, wurde ich auf dem Friedhof tätlich angegriffen und an der Erfüllung meiner Ehrenpflicht gehindert. Daraufhin veröffentlichte ich meine Korrespondenz mit dem Gemeinderabbiner und eine Schilderung des feigen Überfalls in der Deutschen National-Zeitung. Alsbald brachte die NJZ am 14. Juli 1967 auf Seite 2 einen Aufsatz mit der Überschrift "J. G. Burg hetzt weiter in 'Deutscher Soldaten-Zeitung'". Darin wurde behauptet, daß ich als Gemeindemitglied, der ich antiisraelische und antijüdische Artikel in der "Deutschen Soldaten-Zeitung" schrieb, mich, weil ich die Wahrheit liebte, als Märtyrer aufspielte. In diesem Aufsatz heißt es doch in gewohnter Weise, ich würde hetzen. Wenn man aber die Überschrift nochmals liest, wird klar, wer hetzt. Die

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Herren benehmen sich wie notorische Alkoholiker, die Nüchterne der Trunkenheit bezichtigen.

Wie schon gesagt, trage ich nicht gerne persönliche Angelegenheiten ans Licht der Öffentlichkeit; sonst hätte ich mich ja nicht mit der Bitte um Schlichtung der Angelegenheit an den Gemeinderabbiner gewandt. Wenn ich hier auf meine persönliche Angelegenheit dennoch eingegangen bin, dann nur darum, weil sie mit den Kriegsverbrecherprozessen zusammenhängt. Schließlich liegt für die deutsche Öffentlichkeit die Tätigkeit der NJZ ja völlig im Dunkel: Die verantwortlichen Redakteure treten als Nichtdeutsche für die Verewigung der Kriegsverbrecherprozesse ein. Angesichts ihrer dauernden Hetze gegen jegliche nationale Strömung in Westdeutschland, ihres fortgesetzten Eintretens für fremde Interessen und der Tatsache, daß sie Deutsche gegen Deutsche aufbringen, haben sie sich ein etwaiges Wiederaufflammen des Antisemitismus letztlich selbst zuzuschreiben.

Wie Gutinformierte meinen, wird dieses Blättchen sogar noch durch Zuschüsse aus bundesdeutschen Steuergeldern mitfinanziert. Sollte das wahr sein, so wäre es eine Sünde gegen den deutschen Steuerzahler und schriee zum Himmel!

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HITLERS SCHULDKONTO UND ADENAUERS
"WIEDERGUTMACHUNG"

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"Wer Wiedergutmachung will, muß sie fordern auf Grund der Sittenordnung, der Achtung vor den unverletzlichen Naturrechten, die auch noch jenen verbleiben, die sich dem Sieger bedingungslos ergeben haben."

(Ansprache Pius XII. an das Kardinalkollegium an Weihnachten 1945, A. A. S. XXXVIII. Bd., S. 5 ff.)

Damit die Reparationszahlungen, welche die Bundesrepublik Deutschland an verschiedene Staaten, vornehmlich an den Staat Israel, leistet, nicht versiegen, kommen die "Erinnerungsspritzen" für das deutsche Volk nicht von der Tagesordnung. Man ruft fortlaufend die NS-Verbrechen und den Mord an "sechs Millionen" Juden ins Gedächtnis zurück. Deshalb müssen Kriegsverbrecherprozesse, als Prozesse des schlechten Gewissens, von Deutschen gegen Deutsche unter Zions Regie geführt, stattfinden. Längst haben clevere Finanzpolitiker erkannt, daß man mit einer makabren Arithmetik von Hektolitern Blut und Kubikmetern Leichen mit Hokuspokusstatistik von der Bundesrepublik Unsummen einhandeln kann. Noch ist nicht abzusehen, wann an den bundesdeutschen Börsen die Aktien "sechs Millionen" an Punkten verlieren wird.

Der historische Werdegang dieser Reparations-Wiedergutmachungszahlungen soll hier umrissen werden.

Nach Dr. Adenauers Hinscheiden wurde seine Persönlichkeit und sein Wirken von allen Seiten in Wort und Schrift gewürdigt; doch kaum jemand erwähnte die Angelegenheit Reparationszahlungen an den Staat Israel und die Wiedergutmachung, die in westlichen Ländern beheimatete Juden erhielten.

Einer verhehlte sein Befremden darüber nicht: der greise Ultrazionist David Ben Gurion, der als Privatmann den Trauerfeierlichkeiten beigewohnt hatte: Auf einer Pressekonferenz brachte er sein Erstaunen darüber zum Ausdruck, daß sogar im

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Bundestag, der eigens zu einer Trauerkundgebung für Konrad Adenauer einberufen worden war, niemand diesen Punkt berührt hatte. Weder der Bundespräsident, noch der Bundestagspräsident, noch der Bundeskanzler sprachen von den großen Verdiensten, die Adenauer um Israel und das jüdische Volk sich erworben hatte.

Der alte "Weise" vergaß freilich, sein Erstaunen auch darüber auszudrücken, daß die höchsten Würdenträger seines Staates, dem der Heimgegangene in schier unermeßlichem Umfang geholfen hatte, zu den Beisetzungsfeierlichkeiten nicht erschienen waren. Besser gesagt: Er vergaß, die wahren Gründe zu nennen, warum Staatspräsident und Ministerpräsident des 2 1/4-Millionen-Volkes Israel es im Gegensatz zu den Vertretern der Weltmächte, es sei hier nur an den Präsidenten der USA und an den französischen Präsidenten erinnert, für unter ihrer Würde hielten, Dr. Adenauer die letzte Ehre zu erweisen. Doch außer Ben Gurion waren ja seine Gesinnungsfreunde gekommen: der israelische Außenminister und der Vertreter Israels in Bonn, die sich in der Eichmann-Angelegenheit Verdienste erworben hatten und darum an den Trauerfeierlichkeiten lieber nicht teilgenommen hätten. Aber so kann die Weltöffentlichkeit nicht mehr behaupten, Israel sei nicht vertreten gewesen.

Reparationen und Wiedergutmachung sind zwei Begriffe, die streng auseinanderzuhalten sind. Das wissen israelische und zionistische Politiker zwar genau; allein sie sprechen fälschlicherweise immer nur von Reparationen. Denn Reparationszahlungen werden einem besiegten Volk auferlegt; sie müssen geleistet werden und stellen ein Politikum dar. Die Wiedergutmachung hingegen geschieht freiwillig.

Man kann heute sowenig "Demagoge" mit "Volksführer" oder gar "Pharisäer" mit "Gesetzestreuer" übersetzen, wie man annehmen darf, Reparationen seien nur das in den Plural gesetzte Fremdwort für Wiedergutmachung. Weil man in der israelischen und in der zionistischen Welt nur von Reparationen spricht, vernahm man von dieser Seite auch kein Wort des Dankes und der Anerkennung für den verstorbenen Altbundeskanzler. Ben Gurion hatte solchen Dank zwar von westdeutschen Po-

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litikern verlangt, aber nicht gewagt, ihn von seinen einstigen Parteifreunden zu fordern.

Man möge also doch bei kommenden Besprechungen die Begriffe Reparationen und Wiedergutmachung scharf trennen! Man hört und liest in der Bundesrepublik wohl immer nur von Wiedergutmachungen, allein das ist genauso "korrekt" übertragen, wie wenn man beispielsweise einen Ulbricht immer nur von Sowjetzone sprechen läßt, während er in Wirklichkeit doch stets DDR sagt.

Diese Ausführungen sind ein bescheidener Versuch, die Wiedergutmachungsangelegenheit so zu konterfeien, wie die breite Öffentlichkeit sie bis jetzt nicht kennt, aber kennen lernen sollte.

Bis zu den traurigen Ereignissen der Kristallnacht 1938 darf das Leben der jüdischen Bevölkerung im Dritten Reich als mehr oder weniger normal bezeichnet werden. Jene Kristallnacht bildete den Ausgangspunkt für die in jeder Hinsicht drastische Behandlung der Juden, denen man zudem eine Kontribution von einer Milliarde Mark aufzwang. Hier, in jener Zeit, ist der Ursprung des Problemkomplexes "Reparationen und Wiedergutmachung" zu suchen. Deutsche und nichtdeutsche Juden befaßten sich von da an mit derartigen Plänen. Viele taten das ohne eigentlichen Grund, spielerisch, theoretisch, keineswegs etwa, weil sie die Zukunft erahnten oder gar die politische Reife besaßen, das, was nach Jahren folgte - die deutsche Wiedergutmachung des den Juden zugefügten Unrechts -, als konkrete Möglichkeit einer geschichtlichen Entwicklung ins Auge zu fassen.

Als Väter dieser Wiedergutmachungsvorplanung könnte man unter anderen die aus Deutschland stammenden Juden Schalom Adler und Dr. Siegfried Moses nennen. Namentlich der letztere, der im Sommer 1933 zum Präsidenten der Zionistischen Vereinigung in Deutschland gewählt worden war, beschäftigte sich während der ganzen Vorkriegs- und Kriegszeit mit Wiedergutmachungs- und Reparationsplänen. Freilich hatten diese Zukunftsarchitekten niemals einen derartigen Erfolg erwartet wie ihn der 10. September 1952 dem Staat Israel bescherte: An diesem Tag unterzeichneten Vertreter der Bundesrepublik Deutschland, Vertreter des Staates Israel und der Claims Conference

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(Conference of Jewish Material Claims against Germany) die bereits in die Geschichte eingegangenen Zahlungsabmachungen.

Die Vorgeschichte der Wiedergutmachung begann wohl am 10. Oktober 1939: an diesem Tag veröffentlichte Herr Adler ein Memorandum in Sachen Wiedergutmachung und ließ es auch dem Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Chaim Weizmann, überreichen. In dem Memorandum wird eingehend über die schon bekannten Verluste an jüdischem Vermögen im Dritten Reich berichtet und gefordert, diese Verluste planmäßig zu erfassen und sich entsprechend auf etwaige spätere Möglichkeiten vorzubereiten, sie ersetzt zu bekommen, ferner, zu überlegen, wer einmal als Verhandlungspartner auftreten könnte. Das Memorandum wurde auch dem aus Deutschland stammenden Finanzmann M. Warburg sowie dem Vertrauensmann der Reichsvertretung der deutschen Juden, Wilfried Israel, ausgehändigt. Als im gleichen Jahr in London eine Sitzung des Central Council for jewish Refugees stattfand, wurde auch der Inhalt dieses Memorandums diskutiert. Die ablehnende Haltung jene, die Bedenken gegen das Memorandum äußerten, begründete der Vorsitzende dieser Konferenz, Bankier Anthony de Rothschild, folgendermaßen: ". . ., daß es verhängnisvoll für die jüdische Gemeinschaft wäre, wenn vorgeschlagen würde, daß die von Juden erlittenen Schäden zu irgendeiner Zeit in £, Sh ausgedruckt werden sollte."

Worte von solchem ethischen Empfunden würde man sich kaum von einem Finanzpolitiker erwartet haben, obwohl sie der Tradition des Hauses Rothschild entsprachen; vielmehr hätte man diese Auffassung eher bei den Führern der zionistischen Bewegung vorausgesetzt. Aber wahrscheinlich war auch einem Rothschild nicht bekannt, daß es den zionistischen Führern um Goldmünzen und nicht um ethische Auffassungen ging. Sie aber fingen an, jüdische Leiden in Goldmünzen umzurechnen.

Der bereits genannte Vertreter der deutschen Juden, Israel, antwortete am 27. November 1939 auf das obenerwähnte Memorandum wie folgt: "Die bisherigen sogenannten Kriegsziele der Alliierten besagen, daß keine materiellen Vorteile gesucht werden, d. h., daß das Prinzip der wirtschaftlichen Reparationen einstweilen verworfen wird. Es wäre zwar entschuldbar,

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aber wenig schön und gewiß politisch auch unklug, wenn gerade von jüdischer Seite das Materielle der Geschehnisse allzu augenfällig beleuchtet würde." Auch Herr Israel verstand viel zuwenig von der Mentalität und den politischen Fähigkeiten der zionistischen Autoritäten. An der Spitze derjenigen, welche die Vorplanung für Reparationen befürworteten, standen Professor Weizmann und der Bankier Warburg.

1941 wurde in London bei einer Zusammenkunft zionistischer Persönlichkeiten erneut über Reparationspläne diskutiert. Auch David Ben Gurion, Mitglied der Jewish Agency (jüdische Vertretung Palästinas, welche die britische Mandatsregierung im Interesse der jüdischen Bevölkerung berufen, und die von 1929 bis 1948 bestanden hat), war anwesend; er war von diesem Plan stark begeistert. Als die Exekutive ein Komitee für Nachkriegsplanung einsetzte, gehörte diesem außer Bankier Hoofien, dem Unterzeichner des Haavara-Abkommens, auf das noch eingegangen wird, auch David Ben Gurion an.

Nun begann man in allen möglichen Instanzen der Zionistischen Weltorganisation die Planung der Wiedergutmachung zu verwirklichen: man machte seinen Einfluß auf die westlichen Staaten geltend, die sich mit dem Dritten Reich im Krieg befanden, und erreichte, daß die Erklärung, welche die westlichen Alliierten am 5. Januar 1943 veröffentlichten, auch nachstehenden Satz enthielt: ". . ., daß man sie (das Dritte Reich) für jede Art der Enteignung und des Raubes verantwortlich machen werde." Diese allgemein gehaltene Formulierung wies nicht speziell auf den Raub von jüdischem Vermögen hin und befriedigte deshalb die Initiatoren der Reparationsvorplanung nicht; darum befaßten sich die Zionisten der USA intensiver mit dieser Angelegenheit. Man ging auch daran, Persönlichkeiten aus verschiedenen internationalen Tätigkeitsbereichen für diese Ziele zu gewinnen; so wurde das Anliegen auch dem in London domizilierten Sir Herbert Emerson, dem High Commissioner für Flüchtlinge, vorgetragen, der außerdem Direktor des von der Evian-Konferenz im Juli 1938 gegründeten Intergovernemental [sic] Commitee für Refugees war. In Evian in der Schweiz [recte : Frankreich] versammelten sich damals Vertreter fast aller westlichen Staaten, um die Möglichkeiten jüdischer Auswanderung aus dem Dritten Reich und ande-

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rer europäischer Staaten zu besprechen. Die Konferenz nahm ein klägliches Ende: keiner wollte Juden aufnehmen. Jeder vertretene Staat meinte, ein anderer Staat könne es tun -!

Das trug dazu bei, daß im Dritten Reich die Ultraantisemiten die Oberhand gewannen, und schuf überhaupt erst die Möglichkeit eines Auschwitz: auch das muß festgehalten werden! Gleichzeitig versuchte man auch den Schweizer Diplomaten Dr. C .G. Kullmann, den Leiter des Nansen Office, einer internationalen Organisation, die sich dem Flüchtlingsproblem widmete, für die Reparationspläne zu gewinnen, da künftige Reparationen in erster Linie den Flüchtlingen zugute kommen sollten. Emerson und Kullmann ließen sich auch überzeugen und verfaßten ihrerseits ein Memorandum, das sie den westlichen Alliierten am 30. Juli 1943 zugehen ließen; es enthielt die Bemerkung, daß das in der obenerwähnten Erklärung vom 5. Januar 1943 geplante Zur-Verantwortung-Ziehen des Dritten Reiches "sinngemäß auch auf jene Enteignungen Anwendung finden mußte, die von den Nazis und den mit ihnen verbundenen Regierungen an den aus rassischen, religiösen oder politischen Gründen Verfolgten verübt wurden." Dieser konkret formulierte Satz befriedigte die zionistischen Urheber der Reparations- und Wiedergutmachungspläne. Um den Bemühungen des Herrn Adler zum Erfolg zu verhelfen und den verschiedenen Leuten in den USA zuvorzukommen, die sich bereits anschickten, an solchen Plänen zu arbeiten, griff auch der schon genannte Dr. Siegfried Moses in Palästina ein: er veröffentlichte am 2. Juli 1943 im Mitteilungsblatt Irgun Oley Merkas Europa (Vertreter der (jüdischen) Emigranten in Europa) einen Aufsatz, betitelt "Die Wiedergutmachungsforderungen der Juden". Unter anderem hieß es da: "Dem jüdischen Volk als solchem, vertreten durch die Repräsentanz des jüdischen Volkes, soll ein Kollektivanspruch zugebilligt werden, der sich auf die jüdischen Individualansprüche, deren Inhaber nicht bekannt oder ohne nahe Erben verstorben sind, auf die Ansprüche nicht mehr bestehender jüdischer Gemeinden und Institutionen und auf die schwere Schädigung der Existenzgrundlagen des jüdischen Volkes durch Nazideutschland gründet."

Moses ist das Verdienst zuzuerkennen, daß er erstmals öffent-

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lich die Frage der Repräsentanz im Zusammenhang mit dem Reparationsproblem aufgeworfen hat. Als erfahrener Taktiker suchte er selbstverständlich die Antwort auf die Frage mittels seiner zionistischen Brille: für ihn stand fest, daß die Repräsentanten des Judentums in Europa Zionisten zu sein hätten, obwohl diese doch nur eine verschwindende Minderheit ausmachten. Es sei nicht verschwiegen, daß die erste Tätigkeit von Dr. Moses als dem Präsidenten der deutschen Zionisten darin bestand, ein Memorandum zu verfassen und den kompetenten Stellen der Reichsregierung in Berlin zu überreichen.

Dieses Dokument nannte sich "Äußerung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland zur Stellung der Juden im neuen deutschen Staat". Der Schlußsatz des dritten Absatzes lautet wie folgt: "So kann das hier gekennzeichnete bewußte Judentum (gemeint die Zionisten), in dessen Namen wir sprechen, sich dem deutschen Staatswesen einfügen, weil es innerlich unbefangen und frei ist von dem Ressentiment, das assimilierte Juden bei der Feststellung ihrer Zugehörigkeit zum Judentum, zur jüdischen Rasse und Vergangenheit empfinden müssen. Wir glauben an die Möglichkeit eines ehrlichen Treueverhältnisses zwischen einem artbewußten Judentum und dem deutschen Staat."

Man lese genau und aufmerksam was hier im Namen der zionistischen Bewegung in Deutschland der Vertretung des NS-Regimes überreicht worden war, ob es nicht klingt wie eine Anbiederung an das Regime und gleichzeitig wie eine Diskriminierung des nichtzionistischen Judentums? Darüber hinaus wird auch mit einer gewissen Genugtuung festgestellt, daß man sich an künftigen antisemitischen Verhaltensweisen nicht stoßen werde.

Der Punkt 4 des Memorandums schließt: "Die Verwirklichung des Zionismus könnte durch ein Ressentiment von Juden im Ausland gegenüber der deutschen Entwicklung nur geschädigt werden. Boykottpropaganda - wie sie jetzt vielfach gegen Deutschland geführt wird - ist ihrer Natur nach unzionistisch, da der Zionismus nicht bekämpfen, sondern überzeugen und aufbauen will." Fürwahr, eine einmalige Logik in dem inzwischen historisch gewordenen zionistischen Dokument! Dem wäre noch hinzuzufügen, daß damals die zionistische Anhängerschaft etwa

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2 Prozent der deutschen Juden ausmachte. Man bedenke: 2 Prozent wollten seinerzeit 98 Prozent bevormunden! - Es ist möglich, daß durch diese denkwürdige Feststellung, die einer Desavouierung der Zionistischen Weltorganisation gleichkam, und angesichts eines auch sonst manchmal recht undisziplinierten Verhaltens seiner zionistischen Untergebenen in Deutschland sich Professor Weizmann zu dem bekannten makabren Satz hinreißen ließ: "Eher will ich den Untergang der deutschen Juden sehen als den Untergang des Landes Israel für die Juden."

Im ersten Zitat hat man also stolz auf das "artbewußte Judentum" hingewiesen und gemeint, diese Formulierung schaffe bereits die Möglichkeit, mit dem deutschen artbewußten Regime brav zusammenzuarbeiten. Das zweite Zitat verrät, daß die deutschen Zionistenführer sogar bereit waren, dem neuen Regime so weit unter die Arme zu greifen, daß sie dem inzwischen durch den Führer des Weltzionismus weltweit organisierten Naziboykott erstens die Berechtigung absprachen und zweitens den Todesstoß zu versetzen halfen!

Diese deutschen Zionistenführer waren es ja auch, die später das Haavara-Abkommen mit der NS-Regierung durchsetzten, diesmal mit Hilfe der führenden Zionisten Palästinas. Eine derartige Handlungsweise nannte der bekannte jüdische Schriftsteller Schalom Asch einfach und schlicht "Verrat am Weltjudentum".

Dieser dem neuen NS-Staat seitens der deutschen Zionistenführer geleisteten Schützenhilfe schloß sich dann, um Dr. Moses behilflich zu sein, der damalige Vorsitzende des Rabbiner-Verbandes Dr. Leo Baeck an, indem er sogar die Ziele des Judentums für mit denen des Nationalsozialismus identisch erklärte.

Wer wundert sich da über das Frohlocken des "Stürmers", daß es dem Führer gelungen war, mit Hilfe dieser Kreise die Macht Alljudas zu besiegen? Denn der moralische Nimbus der jüdischen Einheit war jetzt doch offensichtlich zerstört worden!

Am 5. November 1933 wurde die "Trust and Transfer Office Haavara Ltd." eingetragen, quasi als privates Unternehmen. Die Zionistische Weltorganisation, deren Konferenz am 20. August 1935 in Luzern tagte, billigte mit Mehrheit den Haava-

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ra-Abschluß und nahm sogar deren ganze Tätigkeit in eigene Regie.

Dr. Moses wanderte 1937 nach Palästina aus, als das Haavara-Transfer-Abkommen der Palästinazionisten mit der deutschen Regierung allmählich zu Ende ging.

Immerhin blieben noch etwa 150 jüdische Beamte in Deutschland zurück, welche die Abwicklungsgeschäfte zu erledigen hatten; ein großer Teil von ihnen kam später um. Es fragt sich somit, ob der Initiator des ganzen Unternehmens, der Führer der deutschen Zionisten, Dr. Moses, sich etwa so verhalten hat wie ein Kapitän, der merkt, daß sein Schiff leck ist, und Mannschaft wie Schiff verläßt, um sich selber in einem Rettungsboot in Sicherheit zu bringen? Es ist kaum auszumachen, wie er, der doch eine treue Zusammenarbeit mit dem NS-Regime angestrebt hat, damals reagiert hätte, als Dr. Weizmann die frevelnden Worte sprach, er wolle lieber den Untergang der deutschen Juden als den des Landes Israel für die Juden sehen, - und noch weniger, wie der heute in Israel lebende Greis darüber denkt? Oder sollte der Führer des Weltzionismus jene 2 Prozent "artbewußter Juden", obwohl deren Führer durch das besagte Memorandum erhebliche Schuld auf sich geladen hatten, bei seiner Äußerung in Gedanken etwa ausgeklammert haben??

Im Mai 1944 veröffentlichte Dr. Moses im Tel Aviver Verlag Bitaon eine Broschüre mit dem Titel "Die jüdischen Nachkriegsforderungen", in der er wiederum allerlei Vorschläge zu Reparationen und Wiedergutmachung macht. Zwar zweifelt er am Erfolg seines Bemühens: "Werden die alliierten Staaten nach den Erfahrungen des Versailler Vertrages überhaupt Deutschland Wiedergutmachungspflichten auferlegen wollen?" Ich erinnere an dieses Büchlein nur um des folgenden Kardinalsatzes wegen: "Die nach Palästina und nach anderen Ländern ausgewanderten Juden sollen als Glieder eines seit 1933 mit Deutschland im Kampf stehenden Volkes anerkannt werden." - Man lese nochmals: ". . . seit 1933 mit Deutschland im Kampf stehenden Volkes. . ."!!

Wer gehört eigentlich nach Dr. Moses' Meinung zu einem "seit 1933 mit Deutschland im Kampf stehenden Volk?" Er

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selbst und seine getreuen Mitarbeiter? Die Zionistenführer Palästinas? Sollen seine Bemühungen, dem NS-Regime treue Dienste zu leisten, die er 1933 anbot, als Kampf gegen die NS-Regierung aufgefaßt werden? Und ebenso das Haavara-Abkommen? Die Schützenhilfe, die ihm Rabbiner Baeck leistet mit seiner seltsamen Erklärung? Seine nicht mehr wegzuretuschierende Erklärung im obenerwähnten Memorandum der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, wo er doch den Behörden des Dritten Reiches gegenüber die NS-Boykotte im Ausland verurteilte? Herr Dr. Moses scheint hier ein Meisterwerk der Unlogik geschaffen und einen Versuch unternommen zu haben, gewisse Farbtöne, die er selbst ins Bild der jüdischen Geschichte aus den letzten Jahrzehnten gemalt hat, mit kräftigen Strichen zu überpinseln. Wahrscheinlich gehört es zu den Unzulänglichkeiten vieler Menschen, der Stärke zu ermangeln, begangene Fehler als solche anzuerkennen, obgleich längst feststeht, daß selbstauferlegte Buße vor weiteren Fehlern bewahrt. Darüber hinaus wird das Eingeständnis eines Fehlers als Charakterstärke und in keinem Fall als Schwäche empfunden.

Daß Dr. Moses und alle, die wie er dachten, im guten Glauben handelten, die angestrebten Ziele so schneller zu erreichen, sei unbestritten! Nur ging eben die Rechnung nicht auf - das heißt, in einer Hinsicht schon: sie bekamen ihren Zionstaat aber um welchen Preis?

Genaue Dokumentationen über Reparationen und Wiedergutmachung wurden von verschiedenen gleichlaufenden Instanzen zusammengestellt, bis offiziell der Staat Israel sich damit befaßte und sich zum Mittelpunkt aller dieser Bestrebungen machte, so bei den Haager Vorverhandlungen, beim Luxemburger Vertragsabschluß vom 10. September 1952 und bei der Zusatzgesetzgebung für individuelle Wiedergutmachung vom 16. September 1954. Bei all diesen Verhandlungen und Verträgen einigte man sich schließlich wegen Zeitmangels und Nichterfaßbarkeit des ungeheuren Materials auf Gummiparagraphen, so daß jeder Unterzeichner je nach Zeit und Bedarf die Verträge für sich günstig auslegen kann.

Die Reparationszahlungen an Israel gehen noch weit über die völkerrechtlichen Begriffe des Versailler Vertrages und die

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kühnsten Vorstellungen der Siegermächte hinaus; sie überschreiten gigantisch das Maß dessen, was einem besiegten Volk an Lasten für angerichtete kriegsbedingte Schäden nach Recht und Billigkeit aufgebürdet werden kann. Es blieb den westlichen Regierungen, das heißt: den gestrigen Siegern und heutigen Schöpfern und Freunden der Bundesrepublik, vorbehalten, der Bundesrepublik - sogar gegen die Proteste der östlichen Regierungen - dieses neue Experiment anzuraten.

Damit ist ein Präzedenzfall geschaffen, der sich für die Verantwortlichen und die Befürworter als Bumerang erweisen könnte. Denn es wurde im Prinzip als offizielle Verhandlungsbasis und später bei den Hauptverhandlungen für richtig befunden, als Richtschnur anerkannt und von den Vertragspartnern unterzeichnet, daß, wie Dr. Moses formulierte,

a) nicht nur für die Angehörigen der Siegerstaaten, sondern schlechthin für alle Opfer des Unrechts,
b) nicht nur für Kriegsmaßnahmen, sondern schlechthin für alle Akte des Unrechts,
c) nicht nur durch Vermittlung der Siegerstaaten, sondern schlechthin auch über eine internationale Organisation zu zahlen sei.

Wie wäre es, wenn nach diesem Rezept arabische Staaten eines Tages nicht nur von Israel und der Zionistischen Weltorganisation, sondern auch vom Weltjudentum Reparationen und Wiedergutmachungszahlungen verlangen würden? Denn es bleibt ja unbestritten, daß Israel mit Hilfe ausländischer Zionisten der Palästinaarabern in jeder Hinsicht Leid zugefügt hat! Darüber hinaus würden auch Arabervereinigungen, zum Beispiel in der USA oder in der UdSSR, für die aus Palästina vertriebenen Araber dann Entschädigungsforderungen an den Staat Israel haben.

Mit der Vorbereitung künftiger Reparations- und Wiedergutmachungszahlungen beschäftigten sich 1941 fünf verschiedene Gruppen, sozusagen in Konkurrenz. Wahrscheinlich wollte jede dieser Gruppen für sich in Anspruch nehmen, als erste einen brauchbaren Plan aufgestellt zu haben. Bereits 1940 gründete das American Jewish Committee ein Forschungsinstitut, das sich wissenschaftlich mit diesen Fragen befassen sollte; zum Leiter

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dieses Instituts wurde Dr. Nehemia Robinson ernannt. Er war auch der erste, der 1944 zum Wiedergutmachungsproblem genaues und gründliches Material veröffentlichte, während Dr. Moses in Tel Aviv nur in theoretischer Form sich damit beschäftigte. Dr. Robinson schätzte das Vermögen der Juden in Europa - jene aus der UdSSR ausgenommen - auf 8,62 Milliarden Dollar, und nach seinen Unterlagen wurde jüdisches Vermögen im Wert von 6 Milliarden Dollar enteignet. Diese Errechnung machte sich das Exekutivkomitee des American Jewish Committee am 4. Februar 1945 zu eigen, als es Folgendes veröffentlichte: "Die Fragen der Rückgabe, Entschädigung und verwandter Probleme sind von uns ausführlich diskutiert worden: die Welt sah sich der größten Katastrophe in der Geschichte gegenübergestellt; Christen und Juden haben gelitten; die Juden jedoch waren die besonderen Opfer." Der Zeitgenosse, der noch dazu selber in jener grausamen Epoche schwerstes Leid zu erdulden hatte, kann über einen solchen Satz nicht ohne weiteres hinwegsehen. Wenn man diesen Satz über die ..besonderen Opfer im Zusammenhang mit Reparationszahlungen oder Wiedergutmachung liest, läuft einem ein Schauder über den Rücken. Denn man fragt sich: was haben eigentlich unsere Führer geleistet, sogar jene des genannten Komitees, die wissenschaftliche Kommissionen einsetzten, um die Leiden ihrer Volksgenossen in Goldmünzen umzurechnen? Was unternahmen sie, um die Leiden ihres Volkes zu lindern oder zu beheben? Warum stellten sie nicht Kommissionen auf, sobald sie genau über die Zustände in den europäischen KZs informiert worden waren, um zu erforschen, welche Hilfsmaßnahmen möglich waren? Einer der Führer des Aufstandes in. Warschauer Getto schrieb einmal: "Die Welt schweigt. Die Welt weiß es - sie weiß es bestimmt -, und sie schweigt . . . London schweigt und Washington schweigt; die Juden Amerikas schweigen. Dieses Schweigen ist seltsam und entsetzlich!"

Daß die Führer nicht nur der amerikanischen, sondern auch der palästinischen Juden genau über die Zustände in Europa unterrichtet waren, beweist auch, daß der große Humanist, der Religionsphilosoph Martin Buber nicht schweigen konnte, als er davon erfuhr. Im Frühjahr 1944 veröffentlichte er in Jerusalem

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eine anklagende Schrift, die auch davon spricht, daß die traurigen Ereignisse in Europa so manchen zionistischen Führer zugute kämen: sie schlügen daraus Parteikapital! Der Rahmen dieses Aufsatzes erlaubt es leider nicht, Martin Bubers Anklage ein erschütterndes Dokument, in größeren Auszügen zu bringen. Auf alle Fälle erschüttert es ganz besonders, daß jüdische Führer sich bemühten, Tränen und Todeshauch in Mammon umzuwandeln. Mit dem Rechenstift in die Zukunft zu feilschen, statt jene, die da Ohren hatten, zu hören, aufzurufen und mit ihnen gemeinsam Wege zur Rettung und Hilfe für Brüder und Schwestern zu suchen, war ein Tun, für das erst eine Bezeichnung gefunden werden müßte, da "Heuchlerei" und "Pharisäertum" viel zu milde Prädikate wären. Zurück bleibt der Wunsch, daß kommende Historiker an diesem bitteren Abschnitt jüdischer Geschichte nicht vorübergehen, sondern ihn objektiv im Dienste der Wahrheit festhalten möchten!

Am 8. März 1944 tagte in London die Exekutive der Zionistischen Weltorganisation, die sich wiederum mit Reparations- und Wiedergutmachungsfragen befaßte. Unter den Repräsentanten, die dem ganzen Komplex skeptisch gegenüberstanden, befand sich auch der heutige Hauptregisseur dieser Angelegenheit, Dr. Nahum Goldmann. Er warf damals die Frage auf, "ob überhaupt Reparationen zu erreichen seien". Am 10. September 1952 war Dr. Goldmann, als Führer der Claims Conference, einer der Unterzeichner dieses einen Reparationsabkommens. Daß er sich heute in dieser Sache radikaler benimmt als alle übrigen Reflektanten, läßt darauf schließen, daß er seine damalige negative Haltung vergessen sehen möchte.

Einer von jenen, welche die Weiterverfolgung der Wiedergutmachung befürworteten, war jener Mosche Schertok, der acht Jahre später, als Außenminister des Staates Israel, unter dem Namen Scharett in Luxemburg mit Dr. Adenauer das andere Reparationsdokument unterzeichnete und dabei der Wochenschau-Filmkamera das Schauspiel seiner Weigerung bot, Dr. Adenauer die Hand zu reichen.

Am 27. April 1945 schaltete sich auch der juristische Berater der Jerusalemer Exekutive der Zionistischen Weltorganisation. Dr. B. Joseph, in die vorbereitende Bearbeitung der Repara-

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tionsprobleme ein. In seinem Memorandum stellt er unter anderem fest, "daß der Anspruch auf Reparationen für das jüdische Volk, deren Verwendung durch die Jewish Agency für die Rehabilitierung der Naziopfer in Palästina erfolgen sollte, in keiner Weise das Recht der individuell geschädigten Juden auf Wiedergutmachung beeinträchtigen dürfe".

Dieses Memorandum des nachmaligen israelischen Justizministers machte sich Professor Weizmann zu eigen, als er es am 20. September 1945 den Regierungen der Vereinigten Staaten, Englands, Frankreichs und der Sowjetunion überreichen ließ und hinzufügte:

"b) daß, sofern die Rehabilitierung in Palästina erfolgt, die Jewish Agency mit der Verwendung dieses Vermögens betraut wird,

c) daß dem jüdischen Volk ein entsprechender Anteil der Reparationen zuerkannt wird, der von der Jewish Agency for Palestine für Rehabilitierungszwecke der jüdischen Opfer rassischer und religiöser Verfolgung in Palästina verwendet werden soll,

d) daß der Anteil des jüdischen Volkes an Reparationen das Vermögen der deutschen Kolonisten in Palästina einschließen soll."

Der letzte Passus verdient besondere Aufmerksamkeit. Er beweist nämlich, daß schon 1945 die Führer des Weltzionismus entschlossen waren, Palästina von Nichtjuden freizumachen; denn sonst hätte man sich nicht vorgenommen, das Vermögen der deutschen Kolonisten, die ja mit dem Dritten Reich nicht das geringste zu tun hatten, zu kassieren. Das ist so, wie wenn man etwa für die Schulden der Warschauer jüdischen Kultusgemeinde das Vermögen der Juden in Argentinien heranziehen wollte! Übrigens scheint man die Vertreibung der Araber damals ebenfalls schon geplant zu haben, gleichgültig, ob es später zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und den Arabern kommen sollte oder nicht!

Die Weizmann'sche Note ist als Vorsorge zu verstehen, da seine Bemühungen auf der Jalta-Konferenz vom 11. Februar 1945, die Reparationsforderungen der Zionisten zu diskutieren, ohne Erfolg blieben; denn nicht einmal die Zionfreunde Church-

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ill und Roosevelt gedachten, dieses Thema auf die Tagesordnung zu setzen. obwohl beide auch jüdische Ratgeber hatten. Der Beschluß der Konferenz lautete lediglich, Deutschland werde "in Sachlieferungen für die Schäden zahlen müssen, die es in den alliierten Ländern während des Krieges angerichtet hatte. Reparationen sollen in erster Linie jene Länder erhalten, die die größten Schäden erlitten und zum Siege der Alliierten beigetragen haben" (Protocol of the Proceedings of the Crimea Conference, His Majesty's Stationary Office, cund. 7088, London 1945). Das bedeutete eine unmißverständliche Absage an die zionistischen Bestrebungen, als Verhandlungspartner auf dem internationalen Parkett anerkannt zu werden. Man beachte die Stelle, wo es ausdrücklich heißt, Deutschland werde "für Schäden zahlen müssen, die es in den alliierten Ländern während des Krieges angerichtet hatte"! Palästina ist, wie jeder weiß, weder ein alliiertes Land, noch fanden dort Kriegshandlungen statt, noch gar hat es zum Sieg der Alliierten beigetragen. Wenn der Staat Israel, das frühere Palästina, von einem Teilstaat des Dritten Reiches - der Bundesrepublik - Reparationen erhält, so stellt diese Tatsache eine eindeutige Verletzung des Beschlusses von Jalta dar!

Die Reparationsmaulwürfe ließen sich aber nicht beirren und verfolgten ihre Ziele weiter: am 21. September 1945 fand wieder eine Konferenz der Alliierten, und zwar in Paris, statt; die 18 Teilnehmerstaaten beschlossen, in erster Linie der Sowjetunion und Polen Reparationsvorrechte zuzubilligen. Auch zu dieser Konferenz ließ man Vertreter der Zionistischen Organisation nicht zu. Trotzdem muß dieses Datum als positiver Wendepunkt für die zionistischen Bestrebungen festgehalten werden; denn hier glückte es den Zionisten, mit Hilfe eines Hauptvertreters der USA durch eine Hintertür zu den alliierten Verhandlungen hineinzuschlüpfen. Es wurde nämlich das Problem der DPs (= Displaced Persons = verschleppte Personen) in Deutschland diskutiert, und da die Zionisten ihr Ziel - die Gründung eine Staates für das jüdische Volk in Palästina - nie aus den Augen verloren hatten, so organisierten sie nun eine sich über ganz Osteuropa erstreckende Anwerbung, um Juden

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auf deutsches Gebiet, vornehmlich in der bayerischen US-Zone, zu konzentrieren.

Wer darf da noch von Verschleppung sprechen? Doch siehe: diese mit zionistischer Rattenfängermusik herbeigelockten Juden zählten nun zu den DPs, womit plötzlich die Juden unter den DPs zahlenmäßig am stärksten vertreten waren!

Am 21. Dezember 1945 wurde eine Organisation, das Intergovernmental Committee for Refugees, als Verhandlungspartner anerkannt; diesem Komitee wurden zur Betreuung der "Non-Repatriable Victims of German Actions" vorläufig 25 Millionen Dollar zugebilligt, und am 21. Januar 1946 erhielt das Intergovernmental Committee die Anweisung, das American Joint Distribution Committee und die Jewish Agency for Palestine als Partner bei der Durchführung der Rehabilitierungs- und Ansiedlungsprojekte anzuerkennen.

Dies war der erste durchschlagende Erfolg jener, die mit aller ihnen zu Gebote stehenden Energie das Ziel angestrebt hatten, als Vertreter der jüdischen Massen, die sie in den Schicksalsjahren so jämmerlich im Stich gelassen hatten, anerkannt zu werden. Denn die begehrten Reparationen sollten ja ihren Zielen dienen! Da dank der bereits erwähnten zionistischen Nachhilfetaktik unter den DPs 90 Prozent Juden waren, wurden der Jewish Agency am 1. Juli 1947 zunächst 56 Prozent der für die Non-Repatriable Victims of German Actions zur Verfügung stehenden Summe zuerkannt. Keineswegs mit diesem ersten Erfolg zufrieden, steuerten die Zionistenführer nun weiter auf ihr Hauptziel zu, als Repräsentanten für alle jüdischen Wiedergutmachungsansprüche anerkannt zu werden; dies gelang ihnen freilich erst nach dem 14. Mai 1948, als der Israelstaat ausgerufen war.

Die Vertreter dieses neugegründeten Staates griffen nun sofort die seit Jahren bearbeiteten Reparationspläne auf und begnügten sich nicht mehr damit, Israel zu repräsentieren; vielmehr traten sie aus eigener Machtvollkommenheit auch als Vertreter aller in der Welt verstreuten Juden auf. Dabei half ihnen auch die Tatsache, daß man jetzt daranging, den Teilstaat Bundesrepublik Deutschland aufzustellen, als der sogenannte "Kalte Krieg" ausgebrochen war.

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Was übrigens die Gründung der Bundesrepublik anlangt, so darf nicht vergessen werden, daß deren Hauptinitiatoren, die USA, mit dieser "Gründung" ihre und ihrer Verbündeten während des Krieges gefaßten Beschlüsse eindeutig verletzt haben.

Hauptvertreter der USA bei der Behandlung aller späteren Reparationsprobleme war der zionfreundliche Professor Eli Ginsberg, der als erster dem American Joint Distribution Committee und der Jewish Agency for Palestine als juristischen Personen ihren Weg auf dem internationalen Terrain zu Verhandlungen ebnete. Auch jetzt, als die Bundesrepublik gegründet und völkerrechtlich anerkannt werden sollte, nämlich durch die Unterzeichnung des Staatsvertrages, half er kräftig mit.

Professor Ginsberg als Vertreter der USA auf der Pariser Konferenz hat später im Reparation for Non-Repatriables Department of State Bulletin Vol. XV 367 vom 14. Juli 1946 berichtet: "Die Vereinigten Staaten spielten eine führende Rolle bei der Erlangung von Reparationen für 'Non-Repatriables'. Die amerikanische Delegation zur Reparations-Konferenz in Paris erwähnte diesen Vorschlag bereits im November 1945 und sicherte seine Aufnahme bei den anderen Regierungen (gemeint sind die englische, französische, tschechoslowakische und jugoslawische Regierung.). Die Vereinigten Staaten drängten auf ein baldiges Zusammentreten der Fünf-Mächte-Konferenz. Der Entwurf des Abkommens, der der Konferenz vorlag, wurde von Vertretern Amerikas vorbereitet, usw."

Ginsberg bemühte sich später auch "inoffiziell", den US-Hochkommissar John McCloy für die Belange der Zionisten zu gewinnen. McCloy "fand keine Zeit", den bereits fertig vorliegenden Staatsvertrag mit der Bundesrepublik Deutschland zu unterzeichnen, solange die Vertreter der Bundesregierung sich mit den Vertretern des Staates Israel und der Zionistischen Weltorganisation in Sachen Reparationen nicht geeinigt hatten!

Auf Anraten des US-Vertreters John McCloy schlug der Bundeskanzler - namens der Bundesregierung - Dr. Goldmann, dem Vertreter der Claims Conference, vor, eine Zahlung von 10 Millionen Dollar für Wiedergutmachungen zu leisten. Dr. Adenauer erkannte mit diesem seinem Angebot den Dr. Goldmann als Verhandlungspartner an und akzeptierte damit

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auch die Forderung, Wiedergutmachung zu zahlen. Daß die geldbedürftigen Vertreter der Zionistischen Weltorganisation und Schrittmacher des Staates Israel sich mit diesem Angebot nicht zufriedengaben, war vorauszusehen. Die Fordernden sahen sich ihrem Ziele näher; der kleine Finger war geboten, der Griff nach beiden Armen folgte. So überreichte am 12. März 1951 ein Vertreter Israels der Bundesregierung, obwohl keine diplomatischen Beziehungen bestanden, eine Note, in der es hieß: "Das jüdische Volk ist um ein Drittel vermindert worden. Die große Masse des europäischen Judentums ist vernichtet worden. Von je vier europäischen Juden sind drei getötet worden."

Also für je drei von vier getöteten Juden verlangte die Vertretung Israels von der Bundesrepublik Deutschland Bezahlung. Eigentlich eine schauerliche Arithmetik, Tote wie eine Währung in Geld umzumünzen! Überdies war in der Note keine konkrete Zahl ermordeter Juden genannt; dennoch haben die Sprecher bei ihren Verhandlungen über die Wiedergutmachung stets auf die runde Zahl von 6 Millionen gepocht!

Doch wie das erwähnte israelische Dokument die Zahl 6 Millionen nicht enthält, hat auch das höchste Gericht in Israel während des Eichmann-Prozesses ebenso wie Eichmanns Generalankläger bewußt die Nennung der 6-Millionen-Zahl vermieden. Freilich wurde inoffiziell von 6 Millionen umgekommener Juden gesprochen. Diese Zahl wurde einerseits zum Tabu erklärt, andererseits bestritten, teilweise sogar in besorgniserregender Form; denn in beiden Fällen spürt man Mangel an Verantwortungsbewußtsein und Wahrheitsliebe, was nicht nur für die Geschichtsforschung, sondern auch für kommende Generationen unangenehme Folgen haben könnte. Wenn anläßlich der Einweihung der jüdischen Gedenkstätte auf dem ehemaligen KZ-Gelände in Dachau, die am Sonntag, dem 7. Mai 1967, stattfand, Israels offizieller Vertreter in Bonn hinsichtlich der Judenmorde wegwerfend von Menschen sprach, die "heute Statistiken aufstellen wollen", dann war er im Unrecht. Denn in erster Linie müßten doch jene, welche die 6 Millionen zum Tabu gemacht haben, daran interessiert sein, keine Gegenargumente aufkommen zu lassen, und das kann ja nur dadurch geschehen, daß man die Richtigkeit dieser Zahl nachweist. Zwar ist es be-

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reits ein Verbrechen, auch nur einen einzigen Menschen zu töten, gleichgültig, ob aus politischen, rassischen, religiösen oder anderen Gründen - für Mord gibt es nämlich keine "Gründe" -; wenn aber aus irgendwelchen Motiven jene 6 Millionen im Bewußtsein der Welt als Tatsache verankert werden und bei politischen wie nichtpolitischen Geschehen immer wieder als unverrückbare "Basis" dienen müssen, wenn ferner in allen Kriegsverbrecherprozessen die Zahl der "Ermordeten" eine Rolle spielt, dann muß man Beweise erbringen! Denn daß es Zionisten waren, die sich da mit Statistiken "befaßt" haben, müßte der Vertreter Israels in Bonn eigentlich wissen.

Wenn nun auch in der obenangeführten Note Israels an Bonn nicht von 6 Millionen die Rede war, so wurde doch behauptet, daß von je vier europäischen Juden drei getötet worden sind. Oder sollte diese Angabe nicht mehr dem Bereich der Statistik angehören? - Unterstellen wir einmal, die Behauptung in dem israelischen Dokument sei richtig; dann muß man, um zu ermitteln, wie viele Juden nun wirklich das Leben verloren haben, zunächst einmal wissen, wie viele Juden zu Beginn des zweiten Weltkrieges in Europa lebten. Diese Zahl ist von verschiedenen Stellen zu erhalten; ich wähle jedoch absichtlich eine ganz unverdächtige und namentlich auch bei Zionisten als unbestritten kompetent geltende, und zwar das Institut für Judaistik beim Jüdischen Weltkongreß, der ebenso wie die Zionistische Weltorganisation der Präsidentschaft von Dr. Nahum Goldmann untersteht.

Dieses Institut veröffentlichte im Sommer 1963 einige wichtige Zahlen; unter anderem konnte man lesen: "Vor dem zweiten Weltkrieg lebten in Europa 9,5 Millionen Juden." Wenn indessen laut der israelischen Note von je vier Juden drei getötet worden sind, dann komme ich mit meinen bescheidenen Rechenkünsten bei einer Basis von 9,5 Millionen nicht auf 6, sondern auf 7,125 Millionen Umgekommener. Es erscheint mir deshalb rätselhaft, wie stets und sogar von seiten offizieller zionistisch-israelischer Kreise nur von 6 Millionen die Rede sein kann? Denn nochmals: Wenn die Angabe im obengenannten "Dokument", drei Umgekommene von vier, mithin 75 Prozent Umgekommene, stimmt, weshalb schlugen dann Dr. Adenauers Part-

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ner nur 6 Millionen als Basis vor? Oder sollte etwa gar die Differenz von 1,125 Millionen ermordeter Juden in der dunklen Arithmetik unserer Geldforderer als Rabatt für den Verhandlungspartner gedacht gewesen sein?

In der "Jüdischen-Volksenzyklopädie", die in jiddisch, 1949 in New-Jork-Montreal erschienen ist, las ich im 2. Bd. Spalte 74, daß in Europa vor Kriegsausbruch "etwa 8 Millionen Juden lebten."

Doch zurück zur Wiedergutmachung! Die weiteren Folgen der Wiedergutmachungs- und Reparationsverhandlungen sind bekannt. Das Interesse der Militärregierungen an Wiedergutmachungsgesetzen war nicht einheitlich: während in der US-Zone bereits im August 1949 ein zoneneinheitliches Gesetz in Kraft trat, wurden ähnliche Gesetze auf Drängen der USA erst im Frühjahr 1950 in der französischen und britischen Zone erlassen. Dann kam die Unterzeichnung des Luxemburger Abkommens vom 10. September 1952. Der Bundestag verabschiedete im September 1953 das "Bundesergänzungsgesetz", das die Wiedergutmachungszahlungen in der ganzen Bundesrepublik einheitlich regelte. Am 29. Juni 1956 löste das verbesserte Bundesentschädigungsgesetz das obige Abkommen und das Bundesergänzungsgesetz ab; am 19. Juli 1957 kam es zur Regelung der "dritten Masse" durch das Bundesrückerstattungsgesetz in Form einer Art Parallelzahlungen zu den Wiedergutmachungszahlungen. Um eine flottere Abwicklung der Reparations- und Wiedergutmachungszahlungen zu ermöglichen, wurden Zehntausende von Richtern und Verwaltungsbeamten eingestellt.

Zum Problem der Wiedergutmachung überhaupt ist zu sagen, daß es moralisch gerecht und politisch richtig ist, jene, die wirklich gelitten haben, im Rahmen des Möglichen zu entschädigen; dies wird auch von jedem Deutschen als gerecht anerkannt. Eine Wiedergutmachung dagegen, die völkerrechtlich nicht anerkannt und politisch nicht akzeptiert werden kann, die von den Empfängern als "Reparationen" bezeichnet und betrachtet wird, ist, sachlich bewertet, weder moralisch gerecht noch politisch klug.

Von vielen Stimmen, die zu diesem Thema aufklangen, sei eine wiedergegeben, und zwar deshalb, weil sie aus Israel kommt. In dem Buch "In zwei Welten", erschienen 1962 in Tel Aviv, Seite 231, ist zu lesen: "Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man für selbst gelittenes Unrecht entschädigt wird, oder ob man als Erbe der Wiedergutmachung, die den Lebenden nicht mehr erreicht hat, sie sozusagen stellvertretend in Empfang

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nimmt. Jedes Recht auf Wiedergutmachung ist, wenn auch nicht immer rechtlich, ein höchst persönlicher Anspruch . . ." Dem ist nichts hinzuzufügen.

Jeder, der das politische Tagesgeschehen nur halbwegs verfolgt, kann sich seine Meinung darüber bilden, ob die Reparationszahlungen an den Staat Israel moralisch und rechtlich in Ordnung sind, und ob sie der Bundesrepublik Nutzen gebracht haben. Denn vom ehemaligen Dritten Reich zahlen weder Österreich, noch Mitteldeutschland diese Reparationen. Bis heute sind Beweise genug dafür erbracht worden, daß an die zahlende Bundesrepublik immer neue Forderungen gestellt werden, ohne daß die Leistungen Westdeutschlands bisher die Empfänger befriedigt und ein verdientes Echo geweckt hatten. Die spätere wirtschaftliche Gesundung der Bundesrepublik erfolgte keineswegs aus den Reparationszahlungen. Wohl kam ein wirtschaftlicher Aufschwung, der die Bundesdeutschen die Leiden und Schrecken des Krieges einigermaßen vergessen machte; doch es heißt ja schon in der Bibel, der Mensch lebe nicht von Brot allein! Noch weniger kann man einer Nation zumuten, nur vom Brot allein zu leben . . .

Es ist unbestreitbar, daß die Reparationszahlungen bei der Dreiteilung Deutschlands mitwirkten, und somit die Wiedervereinigung, wenn nicht für immer, so doch für Generationen unmöglich machten. Kommende Geschichtsschreiber werden zu erforschen haben, ob die Gestaltung der Bundesrepublik nicht auch ohne Reparationszahlungen an Israel zustande gekommen wäre, das heißt: ob die USA, falls die Bundesregierung diesen Reparationsleistungen nicht zugestimmt hätte, den Staatsvertrag nicht trotzdem unterzeichnet hätten? Waren doch die USA wenn auch aus anderen Gründen - genau wie die deutschen Vertreter daran interessiert, die Bundesrepublik aus der Taufe zu heben!

Daß die Unterzeichner des Reparationsabkommens, insbesondere dessen Initiator, Dr. Adenauer, weder politisch noch menschlich irgendwelche Genugtuung oder gar Dank erhielten, ist bekannt. Als der damalige Bundeskanzler, offiziell eingeladen, in Israel war, wurde er von keinem Geringeren als dem

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Ministerpräsidenten Levi Eschkol brutal brüskiert. Hier bewies Dr. Adenauer menschliche wie politische Größe, indem er sich nicht provozieren ließ und die bittere Pille schluckte: da stand Eschkol ihm gegenüber als kleines Menschlein da. Diesem Herrn Eschkol waren ehemalige Nazi sympathischer als der Antinationalsozialist Dr. Adenauer; dafür sind Beweise genügend vorhanden. Zudem hat Eschkol damit auch gegen das ungeschriebene Gesetz der Höflichkeit sowie gegen die Grundregel der Diplomatie verstoßen: er brüskierte seinen Gast, der doch wohl dazu beigetragen hatte, daß er, Eschkol, Ministerpräsident werden konnte; denn es war doch Dr. Konrad Adenauer persönlich zu danken, daß es überhaupt zu Reparationszahlungen an Israel kam.

Selbst ein Blinder müßte sehen, daß hauptsächlich die deutschen Reparationsleistungen Israels Wirtschaft ankurbelten, sie jetzt stützen und damit ein wirtschaftliches und politisches Leben dem Land erst ermöglichten. Darum hat Eschkol auch gegen einen der Hauptlehrsätze des Talmud verstoßen, der da lautet: "Undankbarkeit ist schlimmer als Diebstahl!" Natürlich blieb dem Menschen Adenauer nicht verborgen, was der Politiker übersah: daß er schnöden Undank erntete für alles, was er getan hatte. War ja schon zu Beginn der Reparationsverhandlungen ein Attentatsversuch auf ihn unternommen worden! Als Adenauer einige Jahre später erfuhr, daß dieses Attentat von Zionisten angeordnet und durchgeführt worden war, zeigte er wiederum menschliche Größe und politische Vernunft, als er untersagte, daß in der Angelegenheit etwas unternommen werde.

Es ist indes anzunehmen, daß ihn die unfreundliche Aufnahme seitens führender Zionisten in Israel tiefer getroffen hat als der Attentatsversuch von zionistischem Fußvolk. Auch darf man unterstellen, daß der verstorbene Altbundeskanzler nicht sehr bewandert in jüdischen und zionistischen Problemen und daher kaum imstande war, die beiden Komplexe klar zu unterscheiden. Wie dem auch sei, fest steht, daß es jüdische Politiker waren, die ihn beleidigt hatten. Denn obwohl der Staat Israel - dank Adenauer - wenn vielleicht auch nur recht und schlecht, aber immerhin existiert, haben die offiziellen Vertreter dieses Staates - der Staatspräsident und der Ministerprä-

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sident - es nicht als ihre Pflicht empfunden, dem großen Mann das letzte Geleit zu geben und pietätvoll, dankbar geneigten Hauptes in der Kolonne mitzuschreiten. Andere Staatsoberhäupter und Repräsentanten von Staaten, die im Gegensatz zu Israel keine Dankesschuld an den Heimgegangenen hatten, erwiesen ihm die letzte Ehre.

Auch an dieser kränkenden Tatsache werden künftige Geschichtsforscher nicht vorübergehen können, wenn sie die Ära Adenauer und die Reparationszahlungen behandeln. Nichtzionistische Juden, die Wiedergutmachung erhalten haben, und solche, die keine empfingen - ich denke an die Juden in den Ostblockstaaten, die infolge unvernünftiger politischer Machinationen vom Wiedergutmachungsempfang bis heute ausgeschlossen sind -, sie alle werden das Andenken des ersten Bundeskanzlers und Initiators der Wiedergutmachungsleistungen in Ehren halten, gerade weil er kein Jude war, und darüber hinaus auch darum, weil er ein Deutscher war.

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RÜCKBLICK, EINSICHT UND AUSBLICK

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"Der augenblickliche Verfall des offenen Antisemitismus könnte eine neue Gefahr für das jüdische Überleben darstellen . . ."
Dr. Nahum Goldmann
Präsident der Zionistischen Weltorganisation und des Jüdischen Weltkongresses

Jean-François Steiner, ein junger französischer Jude, schrieb eine längere Abhandlung über das KZ Treblinka. Er studierte gründlich alle verfügbaren Dokumente; er korrespondierte mit verschiedenen Überlebenden, mit anderen unterhielt er sich mündlich. Somit kann Steiners Schilderung der Ereignisse im KZ Treblinka als zuverlässig und wahrheit[s]gemäß betrachtet werden.

Erschüttert liest man bei ihm, wie Juden sich als Mordschergen gegen ihre eigenen Volksgenossen hergaben: in jeder Hinsicht waren sie dem SS-Lagerkommandanten ergeben. Noch schmerzlicher berührt es, daß unter diesen Pflichtvergessenen sämtliche Intelligenz- und Bildungsgrade zu finden waren. Doch Steiners Vorhaben, mit einer späten Fackel diesen Untermenschen aus unseren eigenen Reihen ins Gesicht zu leuchten, paßte nicht in so manches israelische und zionistische Konzept. Denn - wir sind doch ein "auserwähltes Volk"!

Steiner ließ sich nicht unter Druck setzen. Wir verdanken das Erscheinen seines Werkes Jean-Paul Sartre und seiner Mitarbeiterin, die auch das Vorwort schrieb.

Steiner hat mittlerweile einen wichtigen Schritt getan und auch mit ihm bewiesen, daß er sich in jeder Hinsicht von den Praktiken unserer "Auserwählten" distanziert: er hat eine echte deutsche Arierin geheiratet, und zwar nicht etwa irgend ein Lieschen Müller, sondern die Enkelin des ehemaligen Oberbefehlshabers des deutschen Heeres, Generalfeldmarschall Walter von Brauchitsch. Steiner erklärt, auf den Schultern seiner Frau laste eine

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Vergangenheit, "für die sie nicht verantwortlich ist". Seine Heirat gewinnt an Wert, wenn man weiß, daß sein Vater in Auschwitz umgekommen ist; darüber hinaus zeigt sein Verhalten, daß Leiden einen festen Charakter erst recht veredelt.

Eine wesentlich ältere Schilderung der Tragödie der jüdischen Kollaboration als die Steiners können wir dem Buch "Im Angesicht des Galgens" von Dr. Hans Frank, ehemaliger Reichsminister und Generalgouverneur, Seite 393, entnehmen. "Der Zeuge Dr. Morgen hat es nun im einzelnen weiter geschildert, wie Wirth [Kommandant des KZ Maidanek] ihm alles darstellte [im Nürnberger Prozeß]. Dieser berichtete ihm, daß er nur etwa fünf deutsche Mitarbeiter hatte, die unter sich wiederum etwa viertausend Juden oder Jüdinnen gegen Gewinnanteil an der Beute der Opfer eingeteilt hatten. . . gegen Gewinnanteil an Gold, Schmuck, Geld und Kleidern . . ."

Auch diese haarstäubenden Tatsachen wurden damals nicht zur Kenntnis genommen. Ebenso wollen die Befürworter der deutschen Kriegsverbrecherprozesse auch heute noch immer nicht zur Kenntnis nehmen, daß es sogar Juden gab, die der Gestapo direkt dienten. Essei nur an Th. Israel Koronczyk aus München erinnert, der sogar noch im Januar 1945 seinen Auftraggebern treue Dienste leistete!

Jene, welche die Legende vom "auserwählten Volk" unter allen Umständen aufrechterhalten wollen, räumen zwar ein, daß es jüdische Kollaborateure gab, meinen aber, diese seien gezwungen worden. Andere glauben, daß jene Kollaborateure mit ihrem Tun gewisse Pläne zugunsten jüdischer Personen verfolgt hätten, die Rechnung jedoch nicht aufgegangen sei.

Diese gutgemeinte Ehrenrettung entbehrt indes jeglichen Fundamentes. Wer sich noch einen Funken Humanität und Charakterfestigkeit bewahrt hatte, weigerte sich damals, ein so furchtbares Spiel mitzuspielen: der Fall Tscherniakow beweist das zur Genüge! Tscherniakow war der erste Präsident des Warschauer Gettos. Als die Aussiedlung aus dem Getto begann, verlangte man von ihm fünftausend Juden, angeblich zur Arbeit; Tscherniakow entsprach dieser Forderung. Nach geraumer Zeit forderte die SS von dem Präsidenten des Judenrates erneut eine größere Anzahl Juden "zur Arbeit". Tscherniakow,

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der inzwischen erfahren hatte, welches Schicksal diesen Menschen zugedacht war, zog es vor, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Nicht verschwiegen darf werden, daß dieser charaktervolle, hochanständige Mann getaufter Jude war. In jüdischen Augen muß diese Tatsache Tscherniakows Verdienst erhöhen, da er ja von unseren Chauvinisten nicht mehr als Jude anerkannt wurde. Er hätte also - nach jüdisch-chauvinistischer Auffassung - zu diesem größten Opfer gewiß weniger Grund gehabt als ein anerkannter Angehöriger des "auserwählten Volkes". Seine Nachfolger indessen, "echte" Juden, arbeiteten bis zuletzt beflissen für die totale Liquidierung der Gettoinsassen.

Daß die jüdische Kollaboration in jeder Hinsicht zu verdammen ist, beweist auch das folgende Zitat des sicher größten Galuthjuden aller Zeiten, Maimonides (1135-1204): "Wenn die Götzenanbeter euch sagen: 'Gebt uns einen von euch; wir werden ihn töten! Wenn ihr euch aber weigert, töten wir euch alle', dann müßt ihr alle zum Sterben bereit sein und dürft keine einzige Seele Israels freiwillig ausliefern." Diese Worte des Philosophen, Arztes und Gesetzeslehrers sind klar und deutlich.

Im Warschauer Getto wurde eine Untergrundorganisation gegründet, deren Aufgabe es war, die "treuen" Kollaborateure zu bekämpfen. Wie schon erwähnt, wurde der jüdische Polizeichef von Angehörigen dieser Organisation ermordet, worüber der zionistische Schriftsteller Kazenelson sich folgendermaßen äußerte: "Zehn schlechte Juden mordet, bevor ihr einen schlechten Nichtjuden ermordet."

Wie wäre es, ließe sich auch Herr Simon Wiesenthal von diesem Autor belehren? Wenn unsere Aktivisten in Sachen bundesdeutscher Kriegsverbrecherprozesse sich gründlich und ehrlich mit dem Problem der jüdischen Kollaboration während der Tragödie des europäischen Judentums befassen würden, dann würden sie leicht feststellen können, daß ihr Verhalten unjüdisch und unehrenhaft ist - um so mehr, als ein Teil dieser Aktivisten Galuthjuden sind.

Dr. Nahum Goldmann hat vor einigen Jahren vor seinen gehorsamen Berufszionisten ein Grundsatzreferat gehalten, bei dem er sich zu dem diesem Schlußkapitel als Motto vorangestellten Satz verstieg. Man lese diese Worte noch einmal sehr ge-

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nau! Muß man sich nicht an den Kopf greifen: Die Herren Zionisten haben schlaflose Nächte, weil der Antisemitismus praktisch nicht mehr existiert, anstatt sich darüber zu freuen! Wenn man den Goldmann'schen Gedankenfaden logisch weiterspinnt, kommt man automatisch zu der Schlußfolgerung: Gebt uns den Antisemitismus wieder! Um den "nutzbringenden" Antisemitismus wiederzuerwecken, verfügt man über Organisationen, Gruppen, Fünfte Kolonnen und Aktivisten, die nach Bedarf mit erlaubten wie unerlaubten Methoden den gewinnbringenden Antisemitismus provozieren. Hier nur ein paar Beispiele: das Attentat gegen den verstorbenen Bundeskanzler Konrad Adenauer, das Interesse an Hakenkreuzschmierereien und Beschädigung von Grabsteinen auf jüdischen Friedhöfen, die Eichmann-Entführung und insbesondere die Aktivität in den bundesdeutschen Kriegsverbrecherprozessen! Vor allem auf das bundesrepublikanische Gebiet hat es der Zionismus abgesehen; dieses erscheint nämlich für derlei Tätigkeit wie geschaffen. Jede noch so geringfügige Entgleisung, die in Richtung Antisemitismus gedeutet werden könnte, ist willkommen; liefert sie doch die Möglichkeit neuer Inkassos und bringt politische Vorteile! So werden für parteipolitische Zwecke Situationen radikalisiert und Affronte provoziert - ohne Rücksicht auf das Galuthjudentum, das dann die Suppe auslöffeln darf.

Die Schlagzeilen, welche die verhafteten Israel-Agenten in der ersten Novemberwoche 1967 in München lieferten, bestätigen - und sie sind nicht der einzige Beweis! - die Richtigkeit meiner vorher geäußerten Ansicht. In der Nah-Ost-Krise vom Juni 1967 vertraten verantwortliche bundesdeutsche Politiker wie auch die Mehrheit der Presse bedingungslos den israelischen Standpunkt. Als Dank dafür darf die prompte Aktivität der Suchaktion nach deutschen Kriegsverbrechern betrachtet werden; brachte doch das Eichmann-Geschäft dem Staat Israel Gratis-Waffenlieferungen und, wie es heißt, 500 Millionen Dollar ein. Wieviel mehr müßte da "der Fall Gestapo-Müller" einbringen, wenn die Aktion gelingen sollte! Denn Müller war ja Eichmanns Vorgesetzter. Warum sollte, da der Handel David Ben Gurion-Dr. Adenauer gelang, ein ebenbürtiges Geschäft Eschkol-Kiesinger scheitern? Daher brauchen die Zionisten die

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Weiterführung der deutschen Kriegsverbrecherprozesse; sind sie doch für diese Menschen eine unersetzliche Inkassoquelle! Und wenn gegen staatliche Souveränität, Humanität und Vernunft verstoßen wird: was kümmert dies den aggressiven Zionisten? Ebenso wenig haben sie Bedenken, wenn ihre Handlungsweise unseren Lehren zuwiderläuft: "Grausamkeit und Hartherzigkeit sind nicht Charakterzüge der Kinder Abrahams, . . ." (Hilchoth Abadim 9, 8).

Am Rande: Gesetzt den Fall, in Israel würden Deutsche bei ihrer Wühlarbeit ertappt - wer könnte sich die Folgen nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die gesamte Bundesrepublik ausmalen? Hoffentlich passiert den korrekt-mutigen deutschen Beamten nichts, die es wagten, das Tabu zu brechen, indem sie den Fall überhaupt zur Kenntnis nahmen!? In einem ähnlich gelagerten Fall wurden ja vor Jahren deutsche Beamte auf Anordnung Bonns bestraft -!

Zur Beruhigung aller Interessierten, zum Unbehagen der Zionisten und zum Behagen der Bundesdeutschen sei gesagt, daß es bestimmt zu keinem "Müller-Geschäft" zwischen Eschkol und Kiesfinger kommen wird! Vergeblich wird auch das Bemühen jener "Schriftprobenspezialisten" sein, die zwar einen Lavon (israelischen Verteidigungsminister) seinerzeit zu Fall brachten, in Sachen Gestapo-Müller aber dasselbe Fiasko erleiden würden wie im Fall Arnold Zweig. Hoffentlich werden sich die Menschen- und Nachrichtenjäger endlich nach einem anderen Broterwerb umsehen - zu ihrem eigenen Seelenheil und zum Wohl der geplagten Masse der Zeitungsleser, Rundfunkhörer und Fernsehteilnehmer!

Die Überheblichkeit der Israelis in ihrem Siegesrausch nach dem 5. Juni 1967 kann sogar der sonst zionfreundliche New Yorker jüdische (deutschsprachige) "Aufbau" nicht mehr gutheißen. In seiner November-Ausgabe lesen wir:

"Bisher hat die Zeit für Israel gearbeitet. Aber gerade die Freunde Israels müssen auf eine unabänderliche, harte Tatsache hinweisen: daß dieses kleine Land weiter inmitten einer arabischen Welt leben muß, die mehr als zwanzigmal so viele Menschen umfaßt als selbst ein an Menschenzahl ausgedehnteres Israel. Mit dieser Welt muß Israel schließlich Frieden finden. Der

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nüchterne Sinn für die Realitäten, der allein den großen Junisieg ermöglichte, wird gewiß auch dazu führen, Möglichkeiten einzuschätzen, die sich in den neuen Situationen eröffnen - ebenso wie die Grenzen dessen, was Israel erreichen kann."

Dies zeigt, daß Israel nicht einmal das gesamte westliche Judentum hinter sich hat, vom östlichen ganz zu schweigen. Trotzdem kann es die israelische Regierung nicht unterlassen, bei jeder Gelegenheit so zu tun, als spreche sie im Namen des gesamten jüdischen Volkes. Das ist, gelinde ausgedrückt, anmaßend und irreführend. Neuerdings geschah es im Fall de Gaulle.

Der französische Präsident hatte in seiner Pressekonferenz vom 27. November 1967 behauptet, Israel habe den Krieg im Juni begonnen, um seine traditionellen expansionistischen Ziele im Nahen Osten weiterzuverfolgen.

In einem Kommuniqué aus Jerusalem hieß es: "Die israelische Regierung äußert ihr tiefes Bedauern über die Feststellung des französischen Präsidenten, die eine Geschichtsfälschung darstellt und eine ernsthafte Beleidigung des jüdischen Volkes und Israels bedeutet."

Mich wundert, daß man den französischen Staatspräsidenten noch nicht als Antisemiten diffamiert hat. Darüber, daß de Gaulle mit Recht verärgert ist, weil die israelische Regierung sich nicht an die mit Frankreich getroffene Vereinbarung hielt, die gelieferten Waffen lediglich zum Zwecke der Verteidigung zu benützen, schweigt sich das Kommuniqué aus: die Wahrheit scheinen auch unsere modernen Josuaisten nicht verkraften zu können!

Im Juli 1964 kehrte Israels Ministerpräsident Levi Eschkol aus Washington nach Jerusalem zurück. In Washington hatte er mit Präsident Kennedy eine für ihn ziemlich unbefriedigende Unterredung gehabt. Aus diesem Anlaß wollten einige Knessethabgeordnete darüber diskutieren, ob die Regierung es für richtig halte, sich von der politischen Bindung an die USA zu lösen und sich dafür an Frankreich anzulehnen. Eschkol weigerte sich, eine solche Diskussion zuzulassen, und erklärte unter anderem:

"Ich kann die Bedeutung von Frankreichs Unterstützung in den Tagen der Bedrängnis und seines ständigen Beitrages zu

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unserer unabhängigen defensiven und abschreckenden Macht gar nicht genug unterstreichen!" (Nach der Londoner Jewish Chronicle vom 17. Juli 1964).

Die Kursivhervorhebung des Wortes "defensiven" stammt von mir; das Attribut defensiv wird jeden logisch Denkenden darüber aufklären, wer nach den Ereignissen vom Juni 1967 die Geschichte fälschte: der israelische Ministerpräsident oder der französische Staatspräsident?

Zu den NS-Verbrechen sagen wir: non possumus - wir können nicht. Es ist uns unmöglich, die Weiterführung von Kriegsverbrecherprozessen zu bejahen. Ich wenigstens bin bestrebt, nach dem Spruch Salomons zu handeln, der lehrt: "Wenn dein Hasser hungert, speise ihn mit Brot, und wenn ihn dürstet, tränke ihn mit Wasser, . . ."

Im Oktober 1964 fand ich unter den für mich bestimmten Leserbriefen einen, der meine Aufmerksamkeit besonders erregte: die zittrige Schrift ließ mich auf einen Schreiber schließen, der entweder bereits in einem biblischen Alter stand oder krank war. Ich entnahm dem in hieroglyphenhaften Buchstaben geschriebenen Brief den Wunsch, ich solle den Schreiber aufsuchen, da er Wichtiges und für weitere Wahrheitsfindung Bedeutendes mir mitzuteilen habe. Nach geraumer Zeit begann ich alle Hebel in Bewegung zu setzen, um dem Wunsch nachkommen zu können. Nach mehrstündiger Fahrt erschien ich, ohne den Briefschreiber vorher benachrichtigt zu haben, in dessen Wohnung. Sie war ärmlich, und Herr X. lag krank zu Bett. Wir unterhielten uns ungefähr zwei Stunden. Zur Bekräftigung seiner Mitteilungen sprach er dazwischen immer wieder jiddisch-hebräische Sätze in der Mundart seines Heimatlandes.

Der Einfachheit halber gebe ich, was er erzählte, in Ichform und gerafft wieder:

"Meine Eltern waren gut bürgerlich situiert, und ich erhielt auch eine deutsch-nationale Erziehung. Wir wohnten unter Juden, und so ist es nicht verwunderlich, daß ich auch jüdische Freunde und Kameraden hatte. Mit zionistisch gesinnten Juden vertrug ich mich auch in ideologischer Hinsicht besonders gut. Als im Verlaufe des zweiten Weltkrieges unsere Stadt von der Deutschen Wehrmacht besetzt wurde, zog die deutsche Orts-

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verwaltung verschiedene deutsche Bewohner unserer Stadt zu allerlei Hilfeleistungen heran, auch mich. Entsprechend meiner Vorbildung wurde ich für die Behandlung jüdischer Fragen eingesetzt. Zuerst wurden die Juden namentlich erfaßt und dann in besondere Wohnviertel - Gettos - ausgesiedelt. Später wurden sie aus diesen Gettos fortgeschafft. Ich machte das alles mit in der Überzeugung, es handele sich um notwendige administrative Maßnahmen. Als mir jedoch zu Ohren kam, daß ein Teil der Verschleppten für die physische Vernichtung bestimmt war, versuchte ich mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln zu retten, was zu retten war. Ich ließ zwei jüdische Jugendfreunde, die zu Rang und Stellung gekommen waren, zu mir beordern. Nachdem ich sie ehrenwörtlich zum Schweigen verpflichtet hatte, offenbarte ich ihnen die schreckliche Wahrheit. Wir vereinbarten eine permanente Kontaktmöglichkeit. Über diese beiden Freunde ließ ich verschiedenen von ihnen vorgeschlagenen Juden Arierausweise zukommen; anderen half ich bei der Flucht ins Ausland. Heute leben meine beiden Freunde und Helfer im Ausland. Wenn sie bis heute noch keinen Weg gefunden haben, der Wahrheit öffentlich die Ehre zu geben und mir in meiner jetzigen Lage ein wenig beizustehen - was für sie unvergleichlich weniger gefährlich wäre als meine seinerzeitige Hilfeleistung für sie und Volksgenossen -, so bin ich ihnen deshalb nicht böse. Ich weiß, daß meine Tätigkeit sündhaft war, obwohl ich natürlich keinen einzigen Juden persönlich umgebracht habe. Ich habe Sie zu mir gebeten, um mir die Last von der Seele zu reden. Sie sehen ja meine materielle und physische Notlage. Ich möchte, wenn es soweit ist, in Ruhe sterben können. Ich zog es vor, all das Ihnen zu sagen statt einem Geistlichen, weil ich bei Ihnen mehr Verständnis zu finden hoffte und auch fand. Von Selbstmord nahm ich Abstand; denn ich hielt das nicht für richtig. Ich trug mich einmal mit dem Gedanken, mich den Gerichten selbst zu stellen, unterließ es aber, um nicht unter Umständen meine damaligen Mitarbeiter zu gefährden. Jetzt, sehr verehrter Herr Burg, wissen Sie alles, und Sie können tun, was Sie für gut finden. Ich würde Ihnen nichts übelnehmen."

Und ich tat, was ich für richtig fand. Da es kurz vor Weih-

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nachten war, überraschte ich ihn mit einem kleinen Geschenk, was ihm sichtlich Freude bereitete.

Es ist anzunehmen, daß jene, die es als ihre Lebensaufgabe betrachten, die Kriegsverbrecherprozesse ad infinitum weiterrollen zu lassen, in diesem meinem Verhalten eine Bestätigung dafür finden, daß an meinem Verstand gezweifelt werden darf. So wie es vor fünf Jahren ein arischer deutscher Publizist tat, der zuerst 1949, wie erwähnt, sich in einer Broschüre darüber beklagte, daß die Alliierten zuwenig deutsche Antisemiten aufs Schafott gebracht hätten, hierauf 1962 meinen Verstand bezweifelte, weil ich im Zusammenhang mit den an Juden begangenen Verbrechen auf die Bombenverbrechen der Alliierten hinwies, und schließlich 1967 der Weiterführung der Kriegsverbrecherprozesse die Berechtigung absprach. Mich freut es, daß der zionfreundliche Publizist auf den Weg der Gerechtigkeit fand. Mögen auch jene Juden, die auf dem Gebiet der Kriegsverbrecherprozesse aktiv sind, denselben Weg beschreiten!

*

Die Schlußbetrachtung wäre nicht vollständig, wenn nicht auch die Stellungnahmen einiger der objektivsten und kompetentesten Persönlichkeiten zu dem hier behandelten Komplex gebracht würden. Ich meine zunächst den ehrwürdigen Prälaten Lorenz Freiberger, Chefredakteur der "Münchener Katholischen Kirchenzeitung". Am 21. Januar 1965 wurde nach KNA in der Presse folgendes publiziert:

"'Schluß mit dem Gerede von der unbewältigten Vergangenheit des deutschen Volkes!' Diese Forderung erhebt Chefredakteur Prälat Lorenz Freiberger in der jüngsten Ausgabe der Münchener Katholischen Kirchenzeitung. Man solle die Kriegs- und Naziverbrecherprozesse nicht ins Endlose ausdehnen; denn es könne die Gefahr des Umschlagens in der bisherigen Seelenhaltung des deutschen Volkes heraufbeschworen werden, so daß schließlich inmitten solcher Prozesse leidenschaftlich gefragt werde, warum denn nur die Verbrechen der Deutschen und nicht auch die Verbrechen an den Deutschen gesühnt werden sollen.

Freiberger schreibt weiter: 'Die Vergangenheit ist schon 'be-

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wältigt', sei es in Schuld und Schrecken oder sei es in Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit. Was aus der Vergangenheit zu bewältigen ist, sind die Folgen der Greueltaten und Ungerechtigkeiten, die von Deutschen an anderen Völkern (besonders an den Juden) begangen worden sind, oder die von anderen den Deutschen angetan worden sind. In beiden Fällen hat sich das deutsche Volk in der Nachkriegszeit im großen und ganzen gut bewährt.' Mit dieser Aussage glaube er nicht, die Sünde der nationalen Selbstgefälligkeit zu begehen, betont Freiberger; was aber die Prozesse gegen nationalistische Verbrechen betreffe, so würden sie in Ehrlichkeit und ohne Retousche geführt. Wenn da und dort Urteile als zu mild empfunden würden, so seien moralische Verwirrung, falsches Gehorsamsbewußtsein und Rechtsunsicherheit dem Hitler-Regime in Rechnung zu setzen. Auf nicht wenige Menschen der damaligen Zeit müsse man nachträglich noch das Gebet Christi anwenden: 'Vater, verzeihe ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!'

Der Chefredakteur der Kirchenzeitung hebt dann hervor, das deutsche Volk habe sich im großen und ganzen bewährt: in der materiellen Wiedergutmachung, soweit dies überhaupt möglich sei, im Ertragen der Ungerechtigkeiten, die das deutsche Volk im Jahre 1945 und unmittelbar nachher in einem globalen Ausmaß erlitten habe, in ungeheueren Leiden, die aus den fragwürdigen Zerstörungen und Demontagen erwachsen seien, in der Hinnahme der Vertreibung vieler Deutscher aus ihrer Heimat.

Unter allen europäischen Völkern - Juden ausgenommen - habe das deutsche Volk selber durch das Hitler-Regime und durch die Racheakte nach dem Krieg die größten Einbußen erlitten. Die deutschen Volksgruppen im Osten und im Südosten seien fast restlos ihrer Siedlungsgebiete beraubt worden; aber auf den Tagungen der Heimatvertriebenen seien die Verlautbarungen und Äußerungen im großen und ganzen in gemäßigten Formen erfolgt. Wenn sie ihre Rechte an dem Verlorenen anmelden, geschehe es ohne jede Gewaltandrohung und ohne Rachegedanken. Deutschland habe die schrecklichen Folgen des Hitler-Regimes und die Revanchejahre danach viel besser und würdiger ertragen als den Sturz aus der Kaiserherrlichkeit nach

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dem Ersten Weltkrieg. 'Was wir noch zu bewältigen haben, ist unsere Gegenwart und die Zukunft', schreibt Freiberger."

Prälat Freiberger steht mit seinen sorgenvollen Äußerungen auf der Linie des verstorbenen Papstes Pius XII., der mehrere Male zur Verfolgungsfrage Stellung nahm und Worte der Versöhnung sprach.

Anderer Meinung sind da allerdings die kompetenten Herren der "Süddeutschen Zeitung". Einen Tag nach der Freibergerschen Veröffentlichung, am 22. Januar 1965, erschien auf der Titelseite unter "Das Streiflicht" ein negativer Kommentar. Hier ist zu lesen:

"Wer schuldhaft Leiden verursacht und im Gefolge seiner Taten schließlich selbst leiden muß, steht anders da als einer, der unschuldig leidet. Von dieser Grundtatsache des rechtlichen Empfindens entbindet auch der Ablauf der Zeit nicht. Zeit eilt, Zeilt [sic] heilt - ein schönes und tröstliches Wort. Nur sollten wir warten, bis es die anderen über uns sprechen."

Die Streiflicht- - in diesem Fall Streifdunkel- - Autoren scheinen die Berichte ihres eigenen Starreporters nicht zu lesen, die in ihrer Zeitung publiziert werden. Als in Israel die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Bonn diskutiert wurde, befand sich Hans Ulrich Kempski in Jerusalem; er nahm dort an der Knesseth-Sitzung teil. Am 18. März 1965 ist auf Seite 3 zu lesen: "Israel sucht Frieden mit den Deutschen . . . von Versöhnung aber wird nicht gesprochen." Und in der Ausgabe vom 22. März 1965 auf Seite 1: "Eschkol . . . im Parlament . . sprach kein einziges Mal von Versöhnung." Daraus geht klar und deutlich hervor, daß von israelischer Seite keine Versöhnung zu erwarten ist. Die Vorgesetzten des Herrn Kempski scheinen sechseckige Brillen zu tragen; darum können sie so etwas nicht sehen. "Warten, bis es die anderen über uns sprechen", werden sogar deren Urenkelkinder noch vergeblich. Denn jene Seite, von der die "Süddeutsche Zeitung" eine versöhnliche Stimme erwartet, hat an einer Verewigung der Kriegsverbrecherprozesse alles Interesse. Die Kriegsverbrecherprozesse sollen nämlich einen Alleinschuldkomplex und einen Kollektivschuldkomplex im deutschen Volke nähren. Dies alles soll die Bundesrepublik zu einer "Zone", zu einem Vasallen der interessierten Kreise machen

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helfen. Nochmals: Die Sorge des Prälaten Freiberger ist vollauf berechtigt. Mögen die Herren der "Süddeutschen Zeitung" das endlich einsehen!

Die leidige Frage der deutschen Kriegsverbrecherprozesse nahmen auch namhafte Vertreter der evangelischen Kirche unter die Lupe: ein Teil der bundesdeutschen Presse berichtete am 17. Februar 1965, daß der Berliner evangelische Bischof Dibelius an den tschechoslowakischen Generalbischof Chobada einen Brief geschrieben habe, in welchem auch die Frage der deutschen Kriegsverbrecherprozesse berührt wurde. Bischof Dibelius ". . . äußerte Bedenken gegen eine Verlängerung der Verjährungsfrist für Mord". Der Berliner Bischof erkannte in weiser Voraussicht, daß eine nicht endende Verfolgung der NS-Verbrechen gefährlich ist.

Jeder ehrliche Jude, der sich bemüht, zur Versöhnung der Völker - namentlich Israels und der Bundesrepublik - beizutragen, wird den hier wiedergegebenen Stellungnahmen beider christlicher Kirchen nur zustimmen. Im Interesse des Völkerfriedens darf man nicht darin erlahmen, auf die verheerenden Auswirkungen der Kriegsverbrecherprozesse hinzuweisen und deren Einstellung zu verlangen. Wenn wir die gestrigen Grausamkeiten dem Morgen ersparen wollen, müssen wir Schluß mit den Verfolgungen machen. Nur darin besteht Aussicht, einmal den Kreis des Hasses zu sprengen.

Zum Glück steht die Meinung, welche die "Süddeutsche Zeitung" in lebenswichtigen Volksfragen vertritt, vereinzelt da. Es gibt andere Presseorgane, zwar nicht vom Format der "Süddeutschen Zeitung" - wörtlich und bildlich gemeint -, dafür stehen sie aber qualitativ höher, so zum Beispiel das "Freisinger Tagblatt": es hat zu den deutschen Kriegsverbrecherprozessen eine vorbildliche Einstellung. Diese Zeitung bringt am 3. Februar 1968 auf Seite 10 einen bemerkenswerten Aufsatz, den ich am besten kommentarlos wiedergebe, da ihn kommentieren, ihn "entaromatisieren" hieße:

"Seit 22 Jahren werden allein deutsche Kriegsverbrecher verfolgt und bestraft. 1946 amnestierte die Tschechei ihre Kriegsverbrecher für die an Deutschen begangenen Verbrechen (Mord, Raub, Vergewaltigung usw.). Um die alliierten Kriegsverbre-

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cher zu schützen, wurde in Paris 1954 von Adenauer, Acheson, Schuman und Eden ein Vertrag unterzeichnet, durch den den Bundesbehörden der Bundesrepublik offiziell verboten wurde, alliierte Kriegsverbrecher zu verfolgen. Verfolgt durften nur deutsche Kriegsverbrecher werden. Die anderen Staaten nahmen erst gar nicht zur Kenntnis, daß es auch bei ihnen Kriegsverbrecher gegeben habe. Ein Politiker eines Südoststaates, der Tausende Deutsche nach dem Krieg hatte lebendig eingraben lassen, um ihnen dann die Köpfe abmähen zu lassen, wurde in Bonn als Außenminister seines Landes mit Ehrensalut empfangen. 1965 war die Verfolgungszeit vom Bundesparlament verlängert worden. Nun steht die Große Koalition ebenfalls vor der Entscheidung, die gesetzliche Verjährungsfrist zu verlängern oder zu verewigen.

Epst."

In einem meiner früheren Aufsätze bemerkte ich, daß so mancher in einen Kriegsverbrecherprozeß Verwickelte schlechter behandelt wird als ein gemeiner Verbrecher, obwohl dies der Straßburger Konvention für Menschenrechte widerspricht. Und diese Konvention hat auch die Bundesrepublik unterschrieben und behauptet, sie loyal zu befolgen. Dies ist aber nicht der Fall. So mußten solche, die schlecht behandelt wurden, sich an die Europäische Kommission für Menschenrechte in Straßburg wenden. Über einen solchen Fall berichtet beispielsweise die "Süddeutsche Zeitung" am 27. Dezember 1967:

"Ehemaliger KZ-Aufseher bekommt in Straßburg recht.

Straßburg (dpa).

Die Europäische Kommission für Menschenrechte in Straßburg hat die Beschwerde des deutschen Staatsbürgers Heinz Jentzsch gegen die Bundesrepublik für zulässig erklärt. Die Kommission stellte fest, daß die Beschwerde 'nicht offensichtlich unbegründet und deshalb nicht von vornherein abzuweisen' sei. Jentzsch sitzt seit seiner Verhaftung im Mai 1961 in Nordrhein-Westfalen in Untersuchungshaft. Die Anklageschrift vom Dezember 1965 wirft ihm vor, 1941 und 1942 im Konzentrationslager Mauthausen als Aufseher zahlreiche Morde begangen zu haben. Die Hauptverhandlung wurde am 28. August dieses Jah-

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res vor einer Strafkammer des Landgerichts Hagen/Westfalen eröffnet. Der Beschwerdeführer machte geltend, daß Artikel 5, Absatz 3 der Menschenrechtskonvention verletzt sei, der einer festgenommenen Person das Recht garantiere, innerhalb angemessener Frist abgeurteilt oder während des Verfahrens aus der Haft entlassen zu werden."

Die Belehrung, welche die deutschen Kompetenten aus Straßburg erhielten, müßte für diese eigentlich beschämend sein. Denn hier handelt es sich ja um Menschen aus dem freien Teil Deutschlands, die man unberechtigterweise über Jahre in Untersuchungshaft behielt, mit anderen Worten ihrer Freiheit beraubt hat. Diese "freien" Menschen sind, um ihre Rechte durchzusetzen, gezwungen, sich an das Ausland zu wenden, weil ihre Bemühungen im freien Teil Deutschlands scheiterten.

Noch trauriger mutet diese Tatsache an, wenn man bedenkt, daß der Bundesjustizminister ein Sozialdemokrat ist, und das Land, um das es hier geht - Nordrhein-Westfalen - einen zionistischen und jüdischen, der SPD angehörenden Justizminister hat. (Daß Juden und dazu noch Zionisten in Deutschland besser daran täten, auf solche exponierten Posten zu verzichten, habe ich bereits betont.)

Wenn man frei von Ressentiments und Haßkomplexen ist, dann kann man sich so gerecht äußern wie die Herren in Straßburg.

Ich habe von mehreren zu dem Problem Kriegsverbrecherprozesse lautgewordenen Stimmen nur drei ausgewählt, um ihnen auch hier Gehör zu verschaffen; Stimmen von integren Persönlichkeiten, denen nicht einmal die gehässigsten Rufer nach Verewigung der Kriegsverbrecherprozesse Neonazismus und Antisemitismus vorwerfen können.

Eindeutig, unwiderlegbar sind die Kriegsverbrecherprozesse nur eine gewollte künstlich gezüchtete Epidemie, die das deutsche Volk geistig-seelisch in Quarantäne halten soll, um es so von den anderen Völkern zu isolieren.

Wie kann, wie darf man eine Abhandlung über die deutschen Kriegsverbrecherprozesse abschließen, ohne auf unsere eigene Mitschuld, das heißt: die Mitschuld unserer jüdisch-zionistischen Führer, hinzuweisen? Denn ihr schädliches, chutzpe-

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mäßiges Verhalten in aller Welt vor und im Kriege verursachte ja erst die Ermordung von "6 Millionen Juden" in Europa. Es mag unglaublich anmuten; aber viel zu viele Beweise sind vorhanden, die obengeäußerte Meinung zu untermauern. Zionistenführer nahmen sich das Recht, namens des Judentums der deutschen Regierung den Krieg zu erklären; wohl gemerkt, nicht der NS-Regierung wurde der Krieg erklärt, sondern dem ganzen Deutschen Reich und dem deutschen Volke! Politische Richtungen erfreuen sich niemals einer vollen Einigkeit; natürlich bildete der Zionismus keine Ausnahme. Die deutschen und die palästinischen Zionistenführer begrüßten die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, denen sie ihre treue und ehrliche Mitarbeit anboten, und mit denen sie dann auch kollaborierten. Wie schon erwähnt, befand sich unter den Kollaborateuren auch ein Herr Schkolnik, heute israelischer Ministerpräsident namens Eschkol. Dagegen drohten andere zionistische Führer immer wieder Deutschland den Krieg an. In meinen beiden Büchern "Schuld und Schicksal, Europas Juden zwischen Henkern und Heuchlern" und "Sündenböcke, Großangriffe des Zionismus auf Papst Pius XII. und auf die deutschen Regierungen" konnte ich dieses Problem nur streifen, wie es mir auch hier nicht möglich ist, diese Grundfrage angesichts des mir zur Verfügung stehenden sehr reichhaltigen Materials eingehend oder gar erschöpfend zu behandeln. Doch sollen hier einige Auszüge aus Veröffentlichungen folgen, die zeitdokumentarischen Wert besitzen:

Der Londoner "Daily Express" vom 24. März 1933 schrieb auf Seite 1:

". . . Juden der Welt, vereinigt euch! Boykottiert alle deutschen Waren! Das israelitische Volk der ganzen Welt erklärt Deutschland wirtschaftlich und finanziell den Krieg. Das Auftreten des Hakenkreuzes als Symbol des neuen Deutschland hat das alte Kampfsymbol Judas zu neuem Leben erweckt.

Vierzehn Millionen Juden [sic!] stehen wie ein Mann zusammen, um Deutschland den Krieg zu erklären . . . alle Kräfte in dem heiligen Krieg gegen die Leute Hitlers zusammenzufassen."

Am 1. Dezember 1934 brachte die jüdische Zeitung in russischer Sprache "Nascha Retsch", die in Kischinew (Rumänien) er-

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schien, einen Aufsatz, aus dem ich folgendes zitiere:

". . . Der Kampf gegen Deutschland wird von sämtlichen jüdischen Gemeinden, Tagungen, Kongressen . . . von jedem einzelnen Juden geführt. Damit wird der Kampf gegen Deutschland ideologisch belebt und vorwärtsgetrieben . . . Unsere jüdischen Interessen verlangen, daß Deutschland endgültig vernichtet wird . . . Die Gefahr für uns Juden liegt im ganzen deutschen Volk, in Deutschland als Ganzem . . . Unschädlich muß es gemacht werden für alle Zeiten . . . An diesem Kampf müssen wir Juden teilnehmen, und zwar mit aller Kraft und Macht, die uns zu Gebote stehen."

Der jüdischen Zeitung "The youngstown Jewish Times" vom 16. April 1936, die in Ohio (USA) herauskommt, entnehme ich folgendes Zitat:

". . . Nach dem nächsten Krieg wird es kein Deutschland mehr geben."

Emil Ludwig schrieb in "Die neue Heilige Allianz", erschienen in Straßburg 1938:

"Denn obwohl Hitler vielleicht im letzten Augenblick den Krieg vermeiden will, der ihn verschlingen kann, wird er dennoch zum Kriege genötigt werden."

Diese Worte zitierte ich absichtlich, um zu beweisen, wie objektiv und ehrlich Ludwig war, obgleich er als Jude emigriert war. Ludwig sah damals bereits voraus, daß man Hitler einen Krieg aufzwingen würde, den dieser unter Umständen nicht wollte. Man betrachte hingegen gewisse Reinarier, die sich unter nationalsozialistischer Herrschaft recht wohl fühlten, später aber schrieben, Hitler habe den Weltkrieg gewollt (einer von ihnen: Winfried Martini).

Nach der "Toronto Evening Telegram" vom 26. Februar 1940 verkündete der Vertreter der Britischen Abteilung des "Jüdischen Weltkongresses", Moris Perlzweig:

"Der Jüdische Weltkongreß befindet sich seit sieben Jahren ununterbrochen im Kriege mit Deutschland."

Moris Perlzweig ist heute politischer Generalsekretär des Jüdischen Weltkongresses. Er steht somit wie sein Vorgesetzter, Dr. N. Goldmann, mit beiden Füßen im politischen Geschehen. Die Herren, die in den dreißiger Jahren im Namen des Welt-

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judentums gegen das Deutsche Reich mit dem Säbel rasselten und dadurch mitschuldig wurden, daß wir "sechs Millionen Opfer" zu beklagen haben, scheinen aus der Geschichte nichts gelernt zu haben. Sie bemühen sich weiterhin, den Antisemitismus dort zu schüren, wo jüdische Massen leben. Sie wiegeln Völker gegen Völker, Staaten gegen Staaten auf, um so ihre Zinnsuppe kochen zu können. Sie sind auch führend in der Verewigung der bundesdeutschen Kriegsverbrecherprozesse. Daher spricht es der Vernunft Hohn und ist ein Vergehen gegen Recht und Gerechtigkeit, wenn nur Deutsche zu Tausenden in Zuchthäusern sitzen müssen, unsere Führer hingegen, die Schuld auf sich geladen haben, frei herumlaufen dürfen. Bei Recht und Gerechtigkeit verbietet sich jeder Kompromiß: entweder Strafe für alle, oder Verzeihung für alle.

Alle diese Zitate beweisen eindeutig, daß Zionistenführer im Namen des Judentums Deutschland mit allen Mitteln den Krieg erklärten; daß diese Kriegserklärungen die Tragödie des europäischen Judentums ausgelöst haben, bedarf keiner weiteren Beweise mehr. Man lese noch einmal aufmerksam die obigen Zitate, aus denen hervorgeht, daß man im Namen des gesamten Judentums Deutschland den Krieg erklärte! Wenn also einzelne nationalsozialistische Führer gegen Kriegsende am Rande des Abgrundes in Panikstimmung taten, was viele in gleicher Lage getan hätten, nämlich den Feind beseitigen, im Glauben, dem Kriegszweck zu dienen, so kann man dies nicht damit vergleichen, daß andere unschuldige Zivilisten ermordet haben. Hier wäre unter anderem aufzuzählen: die Handlungsweise der Briten den Buren gegenüber, der Türken gegen die Armenier, der Israelis gegen die Araber.

Neunmalkluge werden auch hier wieder herauslesen, daß ich SS-Leute, die sich am Judentum versündigt haben, verteidige.

Doch mögen sich gewandte Geschichtsmalermeister noch so sehr bemühen, diese bitteren Tatsachen zu überpinseln; es wird ihnen nicht glücken. Ein russisches Sprichwort sagt: "Was die Feder einmal niedergeschrieben hat, radiert kein Beil mehr heraus."

Um so empörender mutet es an, wenn ein Großteil jener, die selbst mitschuldig an der Ermordung der "sechs Millionen Ju-

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den" sind, da sie ja jeden Juden der Erde zum Kriegserklärer stempelten, heute so laut nach Fortführung der Kriegsverbrecherprozesse gegen Deutsche ruft, auch Deutschland der Alleinschuld am zweiten Weltkrieg bezichtigt und von deutscher Kollektivschuld faselt. Woher der Chutzpemut dieser Leute?? Ganz einfach: weil in jedem Land nach dem Kriege Quislinge und solche, die in den Augen der jeweiligen Regierung Kriegsverbrecher waren, zur Rechenschaft gezogen und abgeurteilt wurden, nur nicht die jüdisch-zionistischen Schuldigen! Daher stammt die Überheblichkeit jener Zionisten, die doch an ihre Brust zu klopfen hätten! Um von der eigenen Schuld abzulenken, erheben sie den Zeigefinger gegen die Deutschen. Daß diese zionistische Taktik gegen Deutschland einmal verheerende Folgen nach sich ziehen wird, kann kein Einsichtiger übersehen.

Von den verantwortlichen bundesdeutschen Politikern aber muß man verlangen, daß sie dies kümmere! Ich als Jude glaube fordern zu dürfen, daß im Interesse einer dauerhaften Befriedung in zwölfter Stunde den Auswüchsen des Zionismus entgegengetreten und eine Generalamnestie erlassen werde. Und das um der Gerechtigkeit willen.

"Wer die Vergehen seines Nächsten verzeiht, dem wird verziehen." (Doma 23, a).



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G. Fischer -- 1968.

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