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In der Rue Copernic

(1980)

Serge Thion

 

Die unter dem Namen "Censor" veröffentlichten Analysen Sanguinettis hatten seinerzeit für einige Bewegung gesorgt. (1) Er schien so gut unterrichtet, daß die Presse sich in ihren Spekulationen bezüglich des Ranges und der Identität dieses "Censors", der unter hohen und höchsten Regierungskrisen vermutet wurde, geradezu überschlug. Bald sollte Sanguinetti all diese Blitzgescheiten der Lächerlichkeit preisgeben. Er verfügte über keinerlei besonderen Zugang zu Informationen, er hatte lediglich Zwei und Zwei zusammengezählt. Bislang ist es zumindest im privaten Raum noch nicht verboten, ebenso zu verfahren und das, was sich uns in dieser Situation als ebenso offenkundig wie etwa eine Nase im Gesicht präsentiert, sehen zu wollen und zu wagen. Und so wird die Vermutung erlaubt sein, daß in Bologna, ebenso wie in München und Paris (2) offenbar höchst raffiniert ausgetüftelte Bomben benutzt worden sind, die ein hohes Maß an technischem Wissen nebst den entsprechenden Fertigungseinrichtungen voraussetzen. Die Experten bei der Präfektur in Paris halten sich in diesem Punkt übrigens seltsam bedeckt, als wüßten sie nicht Bescheid, wären noch zu keinen Erkenntnissen gekommen. Dabei lernt man schon auf der Polizeischule, Art des Sprengstoffs und damit in den meisten der Fälle seine Herkunft und Zündvorrichtung festzustellen. Ob die Bombe in der Rue Copernic ferngesteuert war oder nicht, wurde nicht mitgeteilt. Dabei würden gerade diese Einzelheiten, die nun im Dunkeln bleiben, zum Verständnis der Vorgänge beitragen und uns eventuell verstehen lassen, warum der Träger der Bombe in München mit ihr in die Luft geflogen ist, jene in Paris aber noch vor dem Ende des Gottesdienstes hochging: Patzer oder Raffinesse?

Der Anstieg des Terrorismus in Europa erklärt sich aus dem, was er selbst über sich zu erkennen gegeben hat, besonders in Italien im Laufe der letzten zehn Jahre. Die Explosionen von Bologna und München waren nicht nur vorhersehbar, sondern sind vorhergesehen worden. Siehe Sanguinetti. Denn um sein Ziel zu erreichen, muß diese Art von Terrorismus immer übertreiben. Nach dem Anschlag in der Rue Copernic durfte man vermuten, daß weitere Bomben mit anderen Opfern als Ziel explodieren würden. Das Blutbad, zu dem es einige Tage später in der Börse nur durch Zufall nicht kam, wird demnächst anderswo stattfinden. Man braucht also über die Explosion in der Rue Copernic nicht besonders überrascht zui sein, verschiedene Einzelheiten sind gleichwohl von Interesse und sollten zur Kenntnis genommen werden.

Einmal handelte es sich um ein sogenanntes antisemitisches Attentat; zumindest sah es ganz danach aus. Vermutlich aber wird der Antisemitismus wieder einmal nicht das Ziel, sondern nur das Mittel sein. Aber gehen wir den Ereignissen nach: Zum Attentat bekannte sich eine Gruppe namens FANE. Die Öffentlichkeit konnte sich bestätigt finden, wurde dieses Grüppchen, das seit Jahren vor sich hinvegetierte, ohne daß es besondere Aufmerksamkeit erregte, in den vorhergehenden drei Monaten von Presse, Politik und Justiz in schöner Übereinstimmung als Bande von Bösewichten herausgestellt. Weder in bezug auf die Aktivitäten, noch an den Schriften der FANE hat sich im Laufe der Jahre [24] etwas wesentlich geändert. Plötzlich aber bekennt sich diese FANE im Laufe des Sommers anonym zu Aktionen mit antijüdischem Charakter, die, eine Woche vor der Bombe, in nächtlichen Maschinengewehrschüssen vor jüdischen Einrichtungen kulminieren. Man hat also über mehrere Monate sorgfältig kleine Brotkrumen gestreut, die nur noch in die Rue Copernic führen können. Während dieser Zeit mußten die FANE--Leute verschiedene gerichtliche und politische Verfolgungen über sich ergehen lassen, ganz zu schweigen von den Angriffen und Anschlägen, wie jenem vom 4. Mai auf die Wohnung von Marc Frederiksen (3), in dessen Verlauf die Polizei diskreterweise die Liste der FANE--Mitglieder mitgehen ließ. Der Weg war ausgeleuchtet: die FANE oder nicht: Nur die Nazis konnten es gewesen sein.

Seltsame Idee, Tote nach so langer Zeit wieder auferstehen zu lassen. Wie konnte man vergessen, daß die echten Nazis seinerzeit auf demokratischen Wege an die Macht gelangten? Die dieses Sachverhaltes schon etwas bewußteren und moderneren Italiener verfügen über einen zweispurigen Terrorismus: einen "roten" und einen "schwarzen". In Frankreich jedenfalls haben es die Linksradikalen -- von ein paar jämmerlichen Versuchen der Salatfüße von der "Proletarischen Linken", die Sartre so am Herzen lagen, abgesehen -- zu nichts gebracht. Sie haben ihre Höllenmaschinen in Ermangelung des nötigen pyrotechnischen Handwerks nicht zum Fliegen bekommen; auch fehlte es wohl an der nötigen Beinarbeit (4) der Unterführer. Die sind schließlich beim Salsa gelandet oder in die Synagoge zurückgekehrt. Und die Autonomen boten nicht die für eine effektive Manipulation nun einmal notwendige hierarchische Struktur; obwohl man mit allen erdenklichen Methoden versucht hat, sie herumzukriegen. Der Posten "Provokation" im Haushalt des Polizeipräsidiums muß 1979 sehr hoch gewesen sein. Es sei an die Demonstration in Paris vom 23. Mai erinnert, als man die Bullen absichtlich zu den Metallern geschickt hat, ordentlich Dresche zu beziehen, oder an die an der Oper und vor Jussieu, als die Provokateure derrnaßen enthemmt waren, daß selbst die Zeitungen davon etwas mitbekommen haben. Und das will schon was heißen.

Mehr als eine Handvoll maoisierter Vorstadt--Zorros standen für eine "Direkte Aktion" also nicht zur Verfügung. Diese bedauernswerten Kandidaten auf den Magister in Sachen "Aktionismus" konnte man noch so unterwandern: Sie blieben dermaßen schwächlich, daß die Dezernenten sie gerade zu der Zeit, da die Meinungsmacher eine Fata Morgana namens FANE auf die Wand des Louvre spiegelten, und aus dem Verkehr ziehen mußten. Da es sich als unmöglich herausstellte, einen Terrorismus von links -- jedenfalls einen, der etwas hermacht, der glaubwürdig ist -- aufzubauen und zu steuern, mußte er wohl auf der Rechten gefunden werden. Rote Brigaden haben wir in Frankreich nicht, dafür haben wir Nazis. Nur mit einer gewissen Glaubwürdigkeit ausgestattet konnte der moderne Terrorismus in die Welt gesetzt werden. Idealisten der Presse hatten das Gelände vorbereitet, mußte noch die Handschrift des Anschlages zweifelsfrei erkennbar sein. Was aber beweist, daß ein Nazi unzweifelhaft ein Nazi ist? Er bringt Juden um: Quod demonstrandum erat.

Da man von vornherein wußte, daß es schwierig würde, einen aufrechten Nazi zu finden, der einen vorzeigbaren Schuldigen abgeben würde, hat man vorsichtshalber andere, je nach Umständen benutzbare Spuren produziert. Ein unwahrscheinlich falscher Zypriote, der vor aller Augen mit seinen Pässen und falschen Dollars herumfuchtelte, hatte eine Fährte gelegt, bei der man hoffen durfte, sie würde sich später mit einiger Wahrscheinlichkeit in den Wanderdünen der Chatt el Arab verlieren. Wieviel andere Fährten werden wohl noch in Reserve gehalten, um den Scharfblick unserer getreuen Enthüllungsjournalisten zu wecken?

Diese ganze Geschichte liefert uns im Vorbeigehen den Schlüssel zu einem kleinen Rätsel, das bis heute keine Lösung fand: die Ermordung Henri Curiels im Jahre 1978 ( 5 ) . Dieser nahm mit seinem Netzwerk "Solidarität", wie man heute weiß ( 6) eine zentrale Stellung in von zahlreichen ausländischen Geheimorganisationen eingefadelten Beziehungen ein; auch die französischen Dienste hatten es sich im "Netzwerk Solidarität", das ihnen einen interessanten Aussichtspunkt bot, bequem gemacht. Man hat die These aufgestellt, Curiel sei vom KGB ermordet worden. Dazu meine ich: Jene, die nicht sehen wollen, daß Curiel -- aus freien Stücken -- für die Russen gearbeitet hat, wissen wahrscheinlich selber nicht, für wen sie arbeiten. Auch ist nicht ersichtlich, wann sich Curiel dem KGB gegenüber ungehorsam oder zu wenig redefreudig verhalten haben soll. Was immer man von Curiel halten mag: Er ist über alle Zweifel erhaben, jemals in irgendeiner Form dem Terrorismus gehuldigt zu haben. Curiel, der sich an der Schnittstelle aller möglichen unterirdischen Aktivitäten befand, stand mit Sicherheit mit Gruppen oder Aktivitäten in Beziehung, die sich zu dieser oder jener Zeit terroristisch betätigten. Doch er hatte die Mittel dazu, sich dem zu widersetzen; und er widersetzte sich tatsächlich. Es erscheint daher logisch, daß jedes Unternehmen, das die Absicht hat, den Weg für vorausgehende Manipulationen, wie sie für die Errichtung einer terroristischen Struktur notwendig sind, zu bahnen, zunächst auf das Hindernis Curiel und die geheimen Verästelungen seiner Gruppe gestoßen ist. Das würde sowohl seine Eliminierung als auch die Tatsache erklären, daß sein Netzwerk bestehen blieb: Eine Geheimorganisation ohne Führer ist die Traumbeute aller Manipulateure. Wie zufällig wird seine Fälscherwerkstatt erst im Juni 19807 ausgehoben, d.h. zu dem Zeitpunkt, da dieAction direcre in die Ecke getrieben war, und die FANE sich mit einem Male auf der Bühne weit nach vorn geworfen sah.

[25] Der einzig positive Hinweis zum Mord kam vom Schmutz: Die Waffe, mit der Curiel getötet wurde, sei dieselbe, mit der im Dezember 1977 der Nachtwächter der Vereinigung der Algerier erschossen wurde. Ob diese Behauptung zutrifft, ist nicht nachzuprüfen. Entweder lügt der Schmutz auf Geheiß, um Spuren zu verwischen, oder aber man muß daraus schließen, daß die Organisatoren des französischen Terrorismus keine Schwierigkeiten haben, bei den alten Kämpfern der OAS eine Waffe oder einen Schützen zu finden. Diese Nostalgiker des Araberklatschens sind immer noch der beste Teich, in dem erfahrene Männer gefischt werden können. Schließlich liegt -- um den Kreis zu schließen und den vorausgegangenen Mord im Mai 1978 mit den Vorbereitungen für die Rue Copernic zu verbinden im Sommer 1980 ein Bömbchen genau an der Stelle vor der Tür Madame Curiels, an der der Mord geschehen war. Schließlich muß alles zusammenpassen. Die Perfektion der Operation Rue Copernic liegt auch in der Berechenbarkeit ihrer Auswirkungen: zunächst ebenso heuchlerische wie massive Demonstrationen, ein allgemeines Trommelfeuer der gesamten Presse aller politischen und religiösen Richtungen; sodann wird wieder einmal das Volk, werden die Leute von den Stammtischen vorgeführt, die das ganze Theater selbstverständlich leid sind, auf daß die Opfer sich so recht in ihrer Opferrolle gefallen können.

Aber ganz im Gegnsatz zu dem, was einige fundamentale Geistesgrößen von sich geben, führt nicht der Antisemitismus zur Rue Copernic (es gäbe sonst jede Woche eine Rue Copernic), sondern die Rue Copernic zum Antisemitismus, bzw. läßt ihn wieder aufleben. In der Unfähigkeit zu erkennen, daß die örtlichen Variablen in der staatsterroristischen Gleichung es mit sich bringen, daß die französischen Juden den deutschen Biertrinkern und den italienischen Eisenbahnreisenden entsprechen, stimmt man das alte Lied von der nicht weiter zurückzuführenden jüdischen Besonderheit an. Das ist es, was die Juden daran hindert, sich in dieser Situation selbst zu verstehen; es verstärkt die Maskierung der Terroristen und entsolidarisiert die Opfer all der Blödmänner, die es nicht verstanden haben, von Gott auserwählt zu sein.

Was sich im Zusammenhang mit den Demonstrationen, die dem Anschlag in der Rue Copernic folgten, als neu herausgestellt hat, war die zunehmende Fanatisierung eines beträchtlichen Teils der *anzösischen jüdischen "Gemeinde", vor allem der aus Algerien repatriierten Sepharden. Der Zionismus bietet dafür den Rahmen und den heroischen Romantizismus. Dem Klappern der Holzpantoffeln der alten "Geliebten Zions" folgt das Dröhnen der Stiefel der jungen Schlagetots des Betar. Man hat das typisch nazistische Verhalten der Jungs der JVO (der Jüdischen Verteidigungsorganisation) bei ihrer Jagd auf alles, das nach rechts aussieht -- "Tod dem Faschismus und seinen Vertretern" --, erlebt: physische Gewalt, Morddrohungen, Attentate usw. Sie rekrutieren sich hauptsächlich aus der Unterwelt des Marais (8), die seit langem die jüdischen Händler des Viertels terrorisiert; diese zeigen sie aber nicht an, denn es sind ihre eigenen Kinder. Diesen jüdischen Faschismus werden unsere braven linken Humanisten erst dann verurteilen, wenn sie mit der Abreibung drangewesen sind und sie sich mit Frederiksen in einem Krankenhaus wiederfinden.

Diese Gewalt, die jetzt offen ausbricht und schüchterne Beunruhigungsversuche der Konsistorien provoziert, zeigte sich schon vor einigen Jahren, und auch außerhalb Frankreichs. Sie spiegelt, noch mehr als die innere Lage, die von der israelischen Politik empfundene Schwierigkeit in der Sackgasse, in die sie die Regierung Begin gebracht hat, wider. In seiner Ablehnung des Versuches, einen echten Frieden auszuhandeln, versucht die vom Ex-Terroristen Begin geführte Regierung, die Diaspora zu manipulieren, um Druck auf ihre Verbündeten auszuüben. Das Durcheinander ist vollkommen: "Es gibt keinen Unterschied zwischen einer Gegnerschaft zu Israel, einer Ablehnung des Zionismus und dem Antisemitismus, der die gesamte Menschheit in den Abgrund gestürzt und mit Schande bedeckt hat" (9), erklärt Begin.

Es ist in der Frage des Terrors nicht uninteressant, die stillschweigenden Geständnisse des israelischen Premierministers zu vernehmen: "Der Premier selbst hat zu seinen jüngst gemachten Erklärungen näher Erläuterungen gegeben, indem er die anderen Kabinettsmitglieder wissen ließ, daß, wenn die Politik der französischen Regierung den Antisemitismus ermutigt haben konnte, man ihr nicht vorwerfen könne, diese Anschlagsserie gewollt zu haben. Zur Unterstreichung dieser Warnung hat Herr Begin darauf verwiesen, daß die israelische Regierung auch nicht mit bestimmten Fällen von Terrorismus, wenn es dabei ''nichtjüdische Opfer'' gegeben hat, in Zusammenhang gebracht werden kann. Herr Begin nannte hier beispielsweise die im Juni diesen Jahres gegen die Bürgermeister von Ramallah und Nablus begangenen Bombenattentate." (10)

Ich kenne keine bessere Huldigung der Solidarität aller Staatsterrorismen. Was man sich von der offiziellen jüdischen Redart, so wie sie wiedergegeben und von der Presse verstärkt wird, merken sollte, ist die Übernahme, doch diesmal umgekehrt, des tiefsten Themas des traditionellenAntisemitismus: dem der Verschwörung zur Beherrschung der Welt. Man führt uns heute eine mysteriöse "schwarze Internationale" vor, die über traumhafte finanzielle Mittel und dunkle Beziehungen auf allen Ebenen der Macht verfügt und mit einer Au5dauer ausgestattet ist, die allen Umständen Paroli bietet, was genau die Wiederholung der in den "Protokollen der Weisen von Zion" beschriebenen Verschwörung ist. Und mit genau so vielen Beweisen.

[26] Man wird leicht darin übereinstimmen, daß all diese Proto--, Krypto-- und Parafaschismen, in welchem Boden sie auch immer ihre Wurzeln haben, keine große Rolle spielen und vor allem keine wirkliche Gefahr darstellen. Ich bin einer derjenigen, die geglaubt haben, daß die OAS auf dem Höhepunkt ihrer Stärke nicht die kleinste Aussicht auf einen noch so kleinen und anhaltenden Erfolg gehabt hat, und ich sehe nicht, daß man sich heute wegen einer hundert mal kleineren Gefahr beunruhigen müßte. All diese Bewegungen sind nur Karikaturen des Vergangenen, und man muß schon vor der linken Religion völlig verblödet sein, um anzunehmen, daß die Zukunft immer so nett sein wird, sich gnädigerweise unter der Maske der Vergangenheit zu präsentieren. Sanguinette insistiert in diesem Punkt: "Der derzeitige Präsident der Republik, Pertini, ein naiver Mensch, fürchtet immer und ausschließlich den Faschismus, denn er befürchtet nur, was er kennt. Ab sofort sollte er das fürchten, was er nicht kennt, und das kennenlernen, was er heutzutage fürchten muß: nicht etwa eine offene Diktatur, sondern einen schrecklichen verdeckten Despotismus der Geheimdienste; einen umso mächtigeren Despotismus, als er seine Stärke dazu benutzt, mit Nachdruck zu behaupten, daß es ihn nicht gibt.'' (11)

Die Tyrannei mit der Ausdauer eines siebenköpfigen Drachen, die sich am Horizont abzeichnet, wird aus der Vergangenheit gelernt haben und es verstehen, ein "menschliches Antlitz" und demokratische Umgangsformen zu bewahren. Der große Vorteil der bürgerlichen Demokratie liegt im übrigen in ihrer Fähigkeit, den sozialen Inhalt der politischen Institutionen zu ändern. Angesichts der Krise, die bislang nur eine Handels-- und Finanzkrise ist, will sich das System gegen die Möglichkeit eines Abrutschens in eine wirkliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Krise absichern. Man hat in den Korridoren der Macht nicht vergessen, daß man im Mai '68 vor Schiß ins Schwitzen kam und das Silbergeschirr hat beerdigen müssen.


ANMERKUNGEN

1) veröffentlicht unter dem Titel "Rapporto veridico sulle ultime opportunita di salvare il capitalismo in Italia"

2 ) Serge Thion spricht hier über Attentate der siebziger Jahre; vgl. zu diesem Thema auch Gerd Honsik: "Angeblicher Rechtsterror", in Sleipnir 4/95, Mike Blair: "Wider besseres Wissen", Sleipnir 5/95, sowie die Beiträge von Peter Naumann, Meinolf Schönborn und Michael Swierczek in Sleipnir 6/95

3 ) dem Chef der FANE, die nach dem Anschlag von den Behörden aufgelöst wurde, d.Sl.

4 ) "Beinarbeit" meint hier weniger den Fußball, bzw. den auch in anderen Ländern notwendigen Fleiß zur Erreichung bestimmter Ziele, sondern eine andere italienische Spezialität: die Schwächung und Einschüchterung des Gegners durch gezielte Schüsse in die Beine.

5 ) Es ist bekannt, daß die gemäßigten Hysteriker die Morde an Curiel und Goldmann für antisemitische Verbrechen halten. Goldmanns Fehler schien gewesen zu sein, daß er sich leichtsinnigerweise in die Angelegenheiten des baskischen Terrorismus eingemischt hat, denn die spanischen Dienste gehen in Frankreich wie zu Hause vor.

6 ) siehe dazu auch unseren Aufsatz "Du bon usage des momies en politique" ("Vom rechten Gebrauch der Mumien in der Politik"), Samisdat, Februar 1980

7 ) Le Monde, 25.6.1980.

8 jüdisches Viertel in Paris

9 )Le Monde vom 7. Oktober 1980.

10) ebenda..

11) Gianfranco Sanguinetti: Du Terrorisme et de l'Etat, 1980, S. 132.


Quelle: Sleipnir, 2, 3, Mai-Juni 1996, p. 23-26.

Aus: Bombes glacées (Abschnitt), 18 Okt. 1980, in Une Allumette sur la banquise, Paris, 1993, S 60-65.


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