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Seine Worte und Taten rechtfertigen ihn
Bevor ich dazu übergehe, den toten Papst selber zu Worte kommen zu lassen, scheint es mir geboten, eine alte Behauptung zu widerlegen, nach welcher so gut wie alle früheren Päpste judenfeindlich gewesen seien: diese Ansicht hat ja auch Maurice Pinay in seinem oben besprochenen Buch vertreten. Die Wirklichkeit war freilich anders, wie jeder Kenner der Kirchengeschichte weiß. Ich beschränke mich auf einige kurze Hinweise:
Papst Gregor I. (590-604) trägt mit Recht den Beinamen "der Große"; er verdient ihn auch aus jüdischer Sicht. Trug er doch die Tiara in einer Zeit, als seine Diener sich anschickten, die Zwangs-Christianisierung durchzuführen; als er davon erfuhr, verbot er die Zwangstaufe an Juden.
Papst Theodorus I. (642-649) gewährte in einem Edikt den Juden das Recht, nach eigenen Gesetzen und mit eigenen Richtern ihre Prozesse zu führen; auch bestrafte er grundsätzlich antijüdische Ausschreitungen.
Papst Clemens VII. (1523-1534) gilt bis in unsere Tage als der judenfreundlichste Nachfolger Petri; des zum Beweise stehe hier nur der Fall des Salomo Molcho (1500-1532). Dieser kam als Sohn getaufter Juden zur Welt, nahm aber später den Glauben seiner Vorväter wieder an, und nach eifrigem Studium der Heiligen Schrift wie auch des Talmuds fühlte er sich berufen, die Juden aus dem Galuth (Exil) nach Palästina zurückzuführen; zu diesem Zweck erwirkte er eine Audienz bei Clemens VII., der von ihm stark beeindruckt gewesen sein soll und sich später weigerte, ihn der spanischen Inquisition auszuliefern, die seiner habhaft werden wollte. Im Jahre 1532 ging Molcho nach Regensburg; dort wurde er von Kaiser Karl V. empfangen und suchte diesen für seinen Plan zu gewinnen, wonach der Kaiser die Türken mit Krieg überziehen und Palästina an die Juden zurückgeben möge. Karl aber lieferte ihn der spanischen Inquisition aus, die ihn verbrannte, nachdem er sich geweigert hatte, die Taufe anzunehmen. Gewissenhafte jüdische Geschichtsforscher behaupten, der Kaiser habe ihn auf Zureden eines jüdischen Arztes ausgeliefert; Tatsache ist jedenfalls, daß Karls offizieller jüdischer Berater, Joseph Josselmann von Roßheim (1480-1574), damals nichts unternahm, seinen Glaubensgenossen vor dem Scheiterhaufen zu retten. Der ganze Fall ist ein Beweis dafür, daß das geistliche Oberhaupt der Christenheit sich für die Ideen eines Juden einsetzte, während die
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weltliche Macht - noch gar auf Zureden jüdischer Quertreiber - ihn dem Flammentod auslieferte.
Daß nicht nur Päpste, sondern auch Landesbischöfe die Juden in Schutz nahmen, dafür ein Beispiel: während man im Jahr 1096 zum ersten Kreuzzug ins Heilige Land rüstete, raste in Westdeutschland die aufgepeitschte Volkswut gegen diejenigen, "die Christus gekreuzigt hatten", und Tausende von Juden wurden damals umgebracht. Eine Reihe von Synagogen, bauliche Kunstwerke jener Zeit, wurden zerstört, darunter die in Worms, Köln, Trier und Mainz. Nach diesen Greueltaten ordnete Kaiser Heinrich IV. (sein Canossagang lag schon zwanzig Jahre zurück) eine strenge Untersuchung an und beauftragte mit ihr den ebenso tapferen wie gerechten Bischof Johann von Speyer, der fortan die deutschen Juden schützte und sogar einige der Pogrom-Ritter hinrichten ließ.
Diese Beispiele mögen genügen zur Widerlegung der verallgemeinernden Legende, sämtliche Päpste und ihre Bischöfe seien Antisemiten gewesen: auch bei ihr haben wir es mit der Meinungsmißbildung jener Ungeister zu tun, die, wie bereits zitiert, der große Jacob Burckhardt "les terribles simplificateurs" genannt hat.
Wir haben gesehen, auf welchen Bohrgängen diese Borkenkäferlarven der Zerstörung auch den ragenden Stamm Pius XII. zu zernagen versuchen, und im Folgenden sei aufgezeigt, wieso es ihnen nicht gelingen wird, ihn zu fällen, obschon sein Leib heute im Grabe ruht, denn sein überlegener Geist nicht weniger als sein mitfühlendes Herz, das dem Glück wie dem Leid der ganzen Menschheit offen zugewandt war, sichern ihm seinen Standort in der Geschichte des Papsttums, vor allem aber auch in den grausigen Wirren, die unseres Jahrhunderts erste Hälfte erfüllt haben, und deren Wiederholung in der zweiten Hälfte uns hoffentlich erspart bleibt.
Eugenio Pacelli, in der Via di Monte Giordano 34 in Rom am 2. März 1876 als drittes Kind geboren, wurde 1899 zum Priester geweiht und übernahm zehn Jahre später die Professur für kirchliche Diplomatie an der Päpstlichen Akademie; auch wirkte er seit 1912 als Sekretär für die Kodifizierung des kanonischen Rechts sowie als Sekretär der Kongregation für die außerordentlichen kirchlichen Angelegenheiten. Derart diplomatisch wie juristisch vorgeschult, wurde der hochbegabte Prälat mit 44 Jahren als päpstlicher Nuntius nach Berlin entsandt - im Jahr 1920, als das besiegte, schwerstens um seinen Bestand ringende Deutsche Reich nicht nur mit den politischen und wirtschaftlichen Nöten sondern auch mit der Abwehr des kirchenfeindlichen Marxismus fertig werden mußte. Daß dem deutschen Katholizismus und darüber hinaus dem deutschen Volk in jenen kriti-
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schen Jahren nur mit dem besten Kopf, den der Vatikan zu entsenden hatte, gedient und geholfen werden konnte, versteht sich, und Pacelli hat denn auch als Nuntius vorbildlich gewirkt; sonst hätte er den schwierigen Berliner Posten nicht volle zehn Jahre hindurch ausgefüllt, auch nachdem er im Jahr 1929 mit dem Kardinalspurpur bekleidet worden war; ja, er wäre vielleicht noch länger in Berlin geblieben, wenn er nicht 1930 als Staatssekretär in den Vatikan zurückberufen worden wäre. - In seinem bereits erwähnten Buch berichtet Prinz Konstantin von Bayern über Pacellis Haltung nach dem Münchner Hitlerputsch vom November 1923: "Von nun an taucht in den Dokumenten, die sich in den Archiven des Vatikans befinden, in den Berichten des Nuntius Pacelli aus München nach Rom immer wieder warnend (von mir, J. G. Burg) ein Name auf: der Name Adolf Hitler." (S. 86) - Davon wissen die Beschuldiger des späteren Papstes nichts - oder sie wollen nichts davon wissen. Was geht sie das Vatikanische Archiv an!?
Jedenfalls ist nichts davon bekannt, daß Pacelli während der nächsten Jahre, die er noch in Deutschland verbrachte, irgendwelche Beziehungen zum Führungsstabe der jetzt mächtig anschwellenden NSDAP anzuknüpfen versucht habe; was bitten diese auch dem deutschen Katholizismus geholfen? Er war klug genug, zu erkennen, daß er dem programmatischen Fanatismus dieser Bewegung nicht mit Abmahnungen oder klerikalen Ratschlägen beikommen konnte; das mochten die deutschen Bischöfe im Rahmen ihrer Möglichkeiten tun! Hatte er doch während seiner deutschen Nuntiatur zwei wichtige Konkordate zustande gebracht: das mit Bayern im Jahr 1924, und das mit Preußen im Jahr 1929; danach blieb ihm nur übrig, die Entwicklung der Dinge mit wachsamen - und schon bald mit besorgten - Blicken zu verfolgen.
Nach Hitlers Machtergreifung über Deutschland klärte sich das weltpolitische Bild, und der jetzige Kardinal-Staatssekretär Pacelli fand nunmehr Anlässe genug, die Stimme des Vatikans an Berlin zu richten: unterm 14. Mai 1934 ließ er der NS-Regierung eine Note zugehen, die auch den Satz enthielt: "Die Verabsolutierung des Rassegedankens und vor allem seine Proklamierung als Religions-Ersatz ist ein Irrweg, dessen Unheilsfrüchte nicht auf sich warten lassen." Das ist deutlich genug, und die Betonung des Rassegedankens, der sich ja in erster Linie gegen das Judentum richtete, zeigt unmißverständlich, daß Pacelli die deutschen Juden bedroht sah und sie vor einem schlimmen Schicksal zu bewahren wünschte. Er hat eben schon damals so wenig "geschwiegen", wie er später "schwieg"; doch das läßt seine
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jetzigen Ankläger durchaus kalt: er muß geschwiegen haben, auch wenn er es nicht tat!
Begreiflicherweise blickte man im Vatikan nicht nur auf die gefährdete Judenheit, sondern ebenso besorgt, ja wohl noch besorgter auf die Entwicklung, die der katholischen Kirche im Dritten Reich zugedacht war. Entsprechend verfolgte die deutsche NS-Presse alles, was der Vatikan unternahm, und glossierte es im Sinne der Parteiführung. So berichtete der Berliner V. B. vom 8. November 1934: "Rom, den 7. November. Der ungarische Ministerpräsident Gömbös, der nach seinem Empfang bei Mussolini eine Audienz bei Papst Pius XI. hatte, führte eine längere Unterredung mit dem Kardinalstaatssekretär Pacelli." - Fünf Tage später meldet das gleiche Blatt: "Eine Budapester Veröffentlichung über das jetzige Verhältnis des Vatikans zum nationalsozialistischen Deutschland: der Vatikan ist weder für, noch gegen den Nationalsozialismus. Es ist aber zu erkennen, daß die Einstellungen zur Rassenfrage und zur Sterilisation nach der Erklärung des Papstes nicht gebilligt werden können."
Daß hinter derartigen Äußerungen des damaligen Papstes sein Kardinal-Staatssekretär Pacelli stand, war dem Berliner V. B. völlig klar; die beiderseitigen Fronten begannen sich abzuzeichnen. Einige Monate später, im März/April 1935, setzten in Deutschland die Überwachungen und Verfolgungen gewisser Klöster ein, deren Obere der Schiebungen mit Devisen und Effekten verdächtigt und in größerer Zahl verhaftet wurden: in der Parteipresse spielten sich wahre Hexenjagden ab, und die Öffentlichkeit mußte den Eindruck gewinnen, daß eine Reihe deutscher Ordensgemeinschaften sich schwerer Devisen-Verbrechen schuldig gemacht hatte, die an Landesverrat grenzten! Worum nun handelte es sich dabei? Wohl auf Betreiben, jedenfalls mit Duldung des Vatikans waren damals in die Hände katholischer deutscher Orden ausländische Gelder überwiesen worden, die caritativen und humanitären Zwecken dienen sollten: einer Hilfsaktion für in Not Geratene und Verfolgte, also auch für Juden, die jetzt, im dritten Jahr der NS-Herrschaft, bereits peinlich spürbaren Drangsalierungen ausgesetzt waren. Pacelli förderte diese Hilfsaktionen bewußt, und das gerichtliche Vorgehen der deutschen Behörden gegen die "Devisen-Verbrecher" richtete sich sinngemäß auch gegen ihn, den Kardinal-Sekretär des Vatikans: man kannte sich gegenseitig sehr wohl! Doch davon schreiben die Pius-Gegner nichts - keine Zeile haben sie für diese vatikanische Unternehmung übrig, die auch und gerade den Juden half!
"Der Angriff" vom 29. April 1935, Seite 8, zeigt ein Photo, darunter folgenden Text:
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"Otto von Habsburg und Kardinal Pacelli in Lourdes.
Kardinal Pacelli verfolgt angeblich keine politischen Zwecks mit seinem Besuch in Lourdes. 'Zufällig' ist auch Otto von Habsburg anwesend. Sollten die beiden Herren sich nicht auch über österreichische Fragen unterhalten? - Otto wohnte dem Friedensgebet des Kardinals bei."
Wäre Pacelli ein Freund der Nazis gewesen, dann wären obige Zeilen überhaupt nicht oder nicht so ironisch-mißtrauisch geschrieben worden.
In der Folgezeit verschlechterten sich die Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und dem Heiligen Stuhl unaufhaltsam weiter; es zeigte sich jetzt, daß das neue Konkordat, das Hitler gleich 1933 mit dem Vatikan hatte abschließen lassen, von der Reichsregierung in entscheidenden Punkten nicht mehr eingehalten wurde, sodaß Pius XI. sich im Jahr 1937 bewogen fühlte, eine Enzyklika zum Konkordatsbruch durch Deutschland ergehen zu lassen. Es war eine seiner letzten bedeutsamen Verlautbarungen, und als er knapp zwei Jahre später starb, wurde Eugenio Pacelli im Juli 1939 zu seinem Nachfolger erwählt; nach seinem Vorgänger nannte er ich Pius, dieses Namens der zwölfte.
Kaum jemals ist ein Papst in einer derart kritischen Stunde der Weltgeschichte auf Petri Stuhl gelangt; in einer Stunde, die nicht nur tödlich für den Weltfrieden werden, sondern auch unheilschwanger für die Zukunft der christlichen Kirchen erscheinen mußte, daher es denn selbstverständlich gewesen war, daß das römische Kardinals-Konklave den besten, klügsten und einsichtigsten Prälaten aus seinen Reihen zum Papst erwählte. Pius XII. hatte längst die fürchterlichen Gefahren erkannt, die der Menschheit drohten, und nun, als Papst, mußte er es erleben, daß seinem Eintreten für den Weltfrieden kaum noch Möglichkeiten zu dessen Bewahrung geblieben waren. Trotzdem, ja gerade darum nutzte er die ersten Wochen in seinem hohen Amte zu den äußersten Anstrengungen: in seiner Rundfunkbotschaft vom 24. August 1939, die an die ganze Welt gerichtet war, rief er aus: "Nichts ist verloren mit dem Frieden; alles kann verloren gehen mit dem Krieg!" - Ein paar Tage später schickte er seinen Nuntius in Warschau, Cortesi, zum polnischen Außenminister Josef Beck mit dem Auftrag, diesem eindringlichst nahe zu legen, daß er die Verhandlungen mit der deutschen Reichsregierung nicht abbrechen, sondern versöhnlich weiterführen möge! Zwischen Cortesi und Beck kam es zu einer sehr heftigen Auseinandersetzung: der Pole warf dem Nuntius vor, er arbeite für die Deutschen!! Die Unterredung verlief ergebnislos; Polen war bereits derartig fest in seine engli-
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schen Bindungen verstrickt, daß selbst der Abgesandte des Heiligen Stuhles bei der Führung dieses rein katholischen Volkes nichts mehr auszurichten vermochte. Es war der letzte Versuch, den Pius XII. zur Erhaltung dem Weltfriedens hatte unternehmen können; der Versuch war gescheitert, und vierundzwanzig Stunden später rückten die deutschen Armeen ins Gebiet der starrköpfigen polnischen Republik ein: der Zweite Weltkrieg hatte begonnen.
Zunächst mochten die Friedensfreunde noch hoffen, daß der Krieg mich auf Deutschland-Polen beschränken lasse, und in diesem Sinne äußerte sich auch der Papst, als er am 26. September 1939, genau eine Woche nach der Beendigung des polnischen Feldzuges, in einer Ansprache an deutsche Pilger erklärte: "Das Blut ungezählter Menschen, auch von Nichtkämpfern, erhebt erschütternde Klage, insbesondere auch über ein so geliebtes Volk wie das polnische . . ." Daß die rein katholische, durch Jahrhunderte in ihrer Treue zum Papsttum bewahrte polnische Bevölkerung vom Vatikan besonders geliebt wurde, versteht mich schon als geschichtliche Gegebenheit; um so alberner ist die jetzt von seinen Anklägern gegen Pius XII. erhobene Beschuldigung, der Papst hätte damals, im September 1939, überhaupt keine reichsdeutschen Pilger empfangen und einer Ansprache würdigen dürfen! Als sei es nicht gerade seine Pflicht als Oberhirte aller Katholiken gewesen, die deutschen Wallfahrer darauf hinzuweisen, wie nahe ihm das Schicksal des polnischen Volkes am Herzen liege! Als ob er nicht doch die Hoffnung hegen durfte, versöhnend auf die beiden Völker einzuwirken und die Ausweitung des Krieges zu verhindern!? Aber das zu verstehen, dazu reichen die verbohrten Köpfe der Pius-Gegner nicht aus.
Jene Hoffnung erwies sich freilich als trügerisch, und als der Krieg im Jahr 1940 - jetzt wirklich zum Weltkrieg angeschwollen - auf weite europäische Gebiete übergriff, fühlte der Papst sich nicht nur verpflichtet, sondern innerlich getrieben, die Monarchen der von deutschen Truppen besetzten Länder - Belgiens, Hollands, Luxemburgs, Dänemarks und Norwegens - durch mitfühlende Telegramme seiner Anteilnahme an ihrem Schicksal zu versichern - und das, obwohl die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung in den besetzten Ländern nicht katholisch war. Dem Papst ging es eben um die leidende Menschheit schlechthin, und wenn Mussolini in jener Zeit mehrmals äußerte, der Vatikan sei ein Krebsgeschwür, das entfernt werden müsse, so erscheint die mutige Handlungsweise des Papstes in um so hellerem Lichte: wer sich verhalten hat wie er, der zeigt sich als wahrer Menschenfreund, kann aber niemals ein spezieller "Nazifreund" gewesen sein.
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Besonders aufschlußreich ist die weltöffentliche Weihnachtsansprache, die Pius XII. am 24. Dezember 1940 (A.A.S. XXXIII. Bd., S. 5 ff.) hielt; in ihr sagte er: "Ein nicht geringerer Trost ist es für Uns, daß Wir durch den moralischen und geistigen Beistand unserer Vertreter oder durch unsere Unterstützung imstande sind, eine große Menge Flüchtlinge, Heimatlose und Emigranten auch unter den 'Nichtariern' trösten zu können." Daß der Papst unter "Nichtariern" vor allem uns Juden versteht, ist klar, und daß er uns ausdrücklich als seine Schützlinge bezeichnet, wiegt schwer in der Waagschale seiner väterlichen Fürsorge - um so schwerer, als damals Hitlers Armeen auf ihren Siegeszügen durch ganz Europa im Begriff waren, die einmalige Machtstellung des Großdeutschen Reiches zu stabilisieren! Jeder gerecht denkende, um Objektivität bemühte Jude muß vor Zorn und Scham erröten angesichts der Tatsache, daß es Juden waren und sind, die dem Papst heute unterschieben, er habe "durch sein Schweigen" das europäische Judentum verraten und preisgegeben, während er tatsächlich schon im Jahr 1940 nicht nur gesprochen, sondern auch helfend gehandelt hat! Besonders quälend aber wird unsere jüdische Beschämung, wenn wir uns klar machen, daß - gesetzt den umgekehrten Fall - kein führender Jude sich jemals getrieben fühlte, Andersgläubigen seinen Schutz und seine aktive Hilfe angedeihen zu lassen: wann und wo hätten ein Professor Weizmann, ein Dr. Goldmann, ein Ben Gurion und andere je Hilfsaktionen für Christen organisiert? Sie waren ja nicht einmal geneigt, es für ihre eigenen Brüder und Schwestern zu tun, als diese während des Krieges in die schlimmsten Nöte gerieten. Welch ungeheuerliche Chutzpe (Frechheit) offenbaren somit jene Juden, die heute den toten Papst verleumden, um ihn zu diffamieren!?
Die bereits im Jahr 1940 vorhandenen und tätigen Hilfsorganisationen des Vatikans wurden während der nächsten Jahre weiter ausgebaut, und in seiner Rundfunkansprache vom Heiligen Abend 1942 durfte der Papst besten Gewissens ausrufen: "Nicht klagen, sondern handeln ist das Gebot der Stunde!" - Dieser Ansicht waren zwar auch gewisse Untergrundbewegungen in Italien; doch gedachten sie nicht im Geiste des Vatikans, sondern im Sinne ihrer kommunistischen Führung zu handeln; daher machten sich in der ersten Jahreshälfte 1943 im Lande feindselige Strömungen gegen Pius XII. bemerkbar, deren Urhebern die Neutralität und die Autorität des Papstes im Wege standen: dem Heiligen Vater wurde vorgeworfen, er habe ein Interesse an der Fortführung des Krieges! Pius trat diesen üblen Einflüsterungen am Pfingstsonntag, dem 13. Juni 1943, in seiner Anspra-
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che an die italienischen Arbeiter entgegen; er sagte dabei unter anderm:
". . . so verbreitet eine religionsfeindliche Propaganda unter dem Volke, vor allem in der Arbeiterklasse, der Papst habe den Krieg gewollt, der Papst erhalte den Krieg aufrecht und gebe das Geld für seine Fortsetzung; der Papst tue nichts für den Frieden. Vielleicht niemals wurde eine so ungeheuerliche und sinnlose Verleumdung ausgestreut wie diese! Wenn einmal die Zeitverhältnisse und die menschlichen Leidenschaften die Herausgabe von heute noch unveröffentlichten Dokumenten zur beständigen Friedenstätigkeit des Hl. Stuhles, der sich während dieses entsetzlichen Krieges auch durch Weigerungen und Widerstände nicht einschüchtern ließ, gestatten oder erfordern werden, dann wird die Torheit solcher Anklage sonnenklar zutage treten. - Wer weiß denn nicht, wer sieht denn nicht, und wer kann sich nicht selber davon überzeugen, daß niemand so nachdrücklich wie Wir auf jede nur mögliche Weise sich dem Ausbruch entgegen gestellt hat, daß niemand mehr als Wir unaufhörlich gebeten und gemahnt hat: Friede. Friede, Friede!!"
In seiner Ansprache vom 12. März 1944 (A.A.S. XXXVI. Bd., S. 97ff.) kam der Papst wiederum ausführlich auf die Not der europäischen Juden zu sprechen, als er sagte: "Ihr werdet euch nicht wundern, wenn Unser Herz besonders den Bitten derer entspricht, die sich mit ängstlichem Flehen an Uns wenden, weil sie aus Gründen ihrer Nationalität oder Rasse verfolgt sind, und die auch ohne eigenes Verschulden Plagen und Schmerzen ausgesetzt, ja, für die Vernichtung bestimmt sind," - Deutlicher kann man gar nicht sprechen, als es Pius hier getan hat, und dabei betont er, daß nicht etwa nur sein diplomatisches Pflichtgefühl, sondern sein Herz sich vom Leid der verfolgten jüdischen Rasse angerührt fühle und ihren Jammer teile! Das nennen die Pius-Gegner sein "Schweigen"! Haben sie vielleicht erwartet, der Papst werde mit einem bewaffneten Heerhaufen durch Europa marschieren und die Juden aus den mancherlei KZs befreien??
Daß Pius nicht nur mit Worten und mit der Stimme seines Herzens, nicht nur mit helfenden Taten sich für das Leben bedrohter Juden einsetzte, sondern bei Gelegenheit auch auf die Rettung jüdischer Heiligtümer bedacht war, obgleich er als christlicher Oberhirte alles sonst als dazu verpflichtet gewesen wäre, erfuhr ich persönlich, als ich im September 1963 in Florenz weilte: damals erzählte mir cm Vorstandsmitglied der dortigen Synagoge, daß im Jahre 1944 große Gefahr für die Thorarollen bestand, weshalb die jüdische Gemeinde sich schutzsuchend nach Rom gewandt habe; auf Veranlassung des Papstes seien die Thorarollen alsbald nach Rom verbracht und im
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Vatikan sichergestellt worden, bis sie später nach Florenz hätten zurückkehren können. - Ich lauschte diesem Bericht voll tiefer Rührung, fragte mich aber auch im Stillen, was wohl geschehen wäre, wenn, umgekehrten Falles, ein christliches Heiligtum um Flucht-Asyl in der Jerusalemer Synagoge nachgesucht haben würde -?
In den Jahren 1944, 1945 und 1953 sprach Papst Pius zum Kardinals-Kollegium zu den deutschen Bischöfen und vor einer katholischen Vereinigung über das inzwischen brennend gewordene Thema der Kollektivschuld, die er für die betroffenen Völker eindeutig ablehnte. Ich werde Auszüge aus diesen Ansprachen in einem späteren Kapitel bringen, erwähne sie aber schon hier, weil auch mit ihnen das angebliche Schweigen des Papstes zur jüdischen Tragödie widerlegt wird. - Daß er gerade in dem so kritischen Jahr 1944 jede sich ihm bietende Gelegenheit ergriff, dem bedrängten Judentum zu helfen, geht aus jener Besprechung hervor, die am 5. September 1944 zu Kairo zwischen den Rabbinern Palästinas und dem päpstlichen Nuntius für Ägypten und Palästina, Monsignore Hughes, stattfand. Dieser erklärte den Rabbinern, daß der Papst ihm mündlich gesagt habe: "Wir müssen alles tun, was in unserer Macht steht, um das jüdische Volk zu retten; unsere Schritte müssen aber so vorbereitet sein, daß unsere Aktivität nicht auch noch schadet, und deswegen gar noch mehr Juden getötet werden!" - Pius wußte damals genau, daß die Wochen oder höchstens noch Monate des Dritten Reiches bereits gezählt waren; er "bereitete die Schritte vor" (mit seinen Worten zu sprechen), die getan werden sollten, sobald die Waffen endlich schwiegen, und er selber Handlungsfreiheit gewinnen würde. - Daß er auch während der letzten Kriegsmonate nicht müßig dem Ablauf der jüdischen Tragödie zuschaute, sondern eingriff, wo er nur konnte, versteht sich von selbst.
Als am 8. Mai 1945 der Zweite Weltkrieg mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmachtsteile zwar nicht sein staatsrechtlich-politisches, wohl aber sein militärisches Ende erreicht hatte, und die gepeinigte europäische Menschheit aufatmete, eröffneten sich Pius XII., dem "Friedenspapst" - denn diesen preisenden Beinamen verdient er vor wohl allen anderen Päpsten, obgleich oder gerade weil er sein hohes Amt fast gleichzeitig mit dem Ausbruch des mörderischen Krieges, gegen den er sich wahrhaft heroisch zur Wehr setzte, angetreten hatte - eröffneten sich ihm viele jener von ihm sehnlich erwarteten Möglichkeiten zur aktiven Hilfeleistung für die Bewohner des erschöpften Abendlandes. Daß er zu diesen auch weiterhin in vorderster Linie die dezimierte jüdische Bevölkerung zählte und ihr seine besondere Fürsorge widmete, werde ich schon in einem
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der nächsten Absätze beweisen können; vorweggenommen seien hier nur die Tatsachen, daß im Sommer 1945 - also lange nach dem Abzug der deutschen Besatzungstruppen - in dem polnischen Städtchen Kielce ein blutiger Judenpogrom stattfand, auf welchen ich später noch zurückkommen werde, und daß die von neuem aufgescheuchten polnischen Juden jetzt in Scharen nach Süddeutschland einströmten - in der Hoffnung, nach Palästina weiterwandern zu können. Sie mußten sich freilich noch jahrelang im amerikanisch besetzten Bayern herumdrücken, weil die Engländer als Mandatsherren über Palästina ihnen auch jetzt noch die Heimkehr ins gelobte Land ihrer Väter verlegten, versperrten oder ihr, wenn wirklich einmal ein Judenschiff bis ins Mittelmeer gelangt war, hinter den Stacheldrähten ihrer KZs auf der Insel Zypern ein vorläufiges Ende setzten. Es galt also, für zahllose osteuropäische Juden, die sich seit dem Sommer 1945 ansammelten oder auf dem Wege dorthin begriffen waren, aktiver denn je zu sorgen und ihnen eine menschenwürdige Zukunft zu sichern; der Vatikan blieb auf diesem Gebiet unermüdlich tätig.
Jetzt aber war in die Reihe der leidenden, verfolgten und entkräfteten Völker auch das große deutsche Volk hineingedrückt worden. Pius XII. dachte gerecht genug, dieses Volk mit seinen Millionen gläubiger Katholiken nicht die Vergehen und Verbrechen seiner nunmehr gestürzten Regierung spüren oder gar büßen zu lassen: im Gegenteil: er wandte auch ihm - ohne parteiische Ansehung der Konfessionen - seine seelische, geistliche und geistige Fürsorge zu. Charakteristisch für sein menschliches Mitgefühl wie für seinen Gerechtigkeitssinn ist das Schreiben, das er unterm 1. November 1945 an den ihm von früher her befreundeten Kardinal Michael von Faulhaber, damals Vorsitzender der Fuldaer Bischofskonferenz, richtete; er schrieb darin u. a.: "Wir sind wohlunterrichtet von den überaus traurigen Vorkommnissen, die sich in Ostdeutschland in den letzten Monaten ereignet haben. Daher ermahnen Wir alle inständig, nicht Gewalt mit Gewalt zu vergelten, sondern vielmehr die Macht des Rechtes antworten zu lassen." (A.A.S. XXXVII. Bd., S. 278 f.) - Diese Worten richten sich gegen die Ermordung und Austreibung von Millionen Sudetendeutscher und anderer Volksdeutscher; daß der Papst sich ihrer aus christlicher Sicht moralisch annahm, haben ihm seine Gegner auch wieder als "Nazifreundschaft" angekreidet -!
In seiner Weihnachtsansprache 1945 an das Kardinals-Kollegium (A.A.S. XXXVIII. Bd., S. 5 ff.) erklärte Pius XII: "Wer also Sühne für Schuld verlangt durch gerechte Bestrafung der Verbrechen nach dem Maß ihrer Schuld, muß peinlich darauf achten, daß er nicht das Gleiche tue, was er dem andern als Schuld oder Verbrechen vor-
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hält. Wer Wiedergutmachung will, muß sie fordern aufgrund der Sittenordnung, der Achtung vor den unverletzlichen Naturrechten, die auch noch jenen verbleiben, die sich dem Sieger bedingungslos ergeben haben." - Hiermit nimmt der Papst das niedergeworfene deutsche Volk in Schutz vor der Rachsucht gewisser Sieger. Noch eingehender, Recht mit Gerechtigkeit verbindend, tat er es genau zwei Monate später, in seiner Ansprache vom 25. Februar 1946 an die beim Hl. Stuhl akkreditierten Diplomaten (A.A.S. XXXVIII. Bd.), in der er u. a. sagte: "Wir haben Uns sorgfältig gehütet, ein Wort auszusprechen, das ungerecht gewesen wäre, aber durften auch Unsere Pflicht nicht versäumen, das Böse und jede Handlung, die verdammungswürdig war, als solche zu bezeichnen, wobei Wir jedoch gleichzeitig vermeiden mußten, Ausdrücke zu gebrauchen, die mehr Schaden als Nutzen, vor allem für die Völker, die unter dem Joch der Besatzung standen, angerichtet hätten, selbst wenn solche Ausdrücke durch die Tatsachen an sich gerechtfertigt gewesen wären. Wir haben beständig Sorge getragen, die Folgen dieses Konfliktes, die für die unglückliche Menschheit so verderblich waren, zu mildern. Obwohl gewisse Versuche zur Ausübung eines Druckes auf Uns gemacht worden sind, haben Wir Uns gehütet, Unseren Lippen oder Unserer Feder auch nur ein Wort entkommen zu lassen, das als Zeichen der Billigung oder der Entmutigung des 1941 gegen Rußland begonnenen Krieges hätte gedeutet werden können. Sicherlich darf niemand darauf rechnen, daß Wir stillschweigen werden, wenn es sich um den Glauben und die Grundlagen der christlichen Kultur handelt. Aber andererseits gibt es kein Volk, dem Wir nicht aus aufrichtigem Herzen wünschen, daß es würdig, friedlich und in voller Wohlfahrt innerhalb seiner Grenzen leben kann." - In dieser wohlabgewogenen Ansprache wünscht der Papst allen Völkern ein glückliches Leben, also auch dem jüdischen Volke. Wäre er wirklich ein Antisemit, zu dem ihn seine Gegner stempeln möchten, dann würde er doch wohl uns Juden von seinen Segenswünschen ausgenommen haben.
Wie ich schon andeutete, war mit dem Kriegsende dem Papst endlich die Möglichkeit gegeben worden, in größerem Umfang dem schwer heimgesuchten jüdischen Volke seinen Beistand zu gewähren. Die drei Jahre bis zum Frühjahr 1948 - also bis zur Ausrufung des Staates Israel in Palästina - wurden einem überaus verdienstlichen Hilfswerk gewidmet, an dem sich auch der Papst immer wieder führend beteiligen konnte. Es handelte sich um das Vaad Hatzala ("Rettungskomitee"), eine von den USA her inspirierte jüdische Einheits-Organisation, die schon im Herbst 1944 auf Untergrundpfaden auch ins Deutsche Reich eingesickert war und später, im Zuge der amerikani-
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schen Besetzung Süddeutschlands, gleich im Frühjahr 1945 ihre Tätigkeit aufnahm, vor allem in Bayern, wo sich jetzt große Scharen von Ostjuden ansammelten. Die Führung des Komitees lag in den Händen religiöser Juden: als Direktor wirkte der speziell für diesen Zweck aus den USA abgeordnete junge Rabbi Nathan Baruch; sein Stellvertreter war der aus Polen gebürtige, während der Krieges in Europa verfolgt gewesene Rabbiner Aviezer Burstin.
Das Vaad Hatzala hatte seine Tätigkeit vor allem in den über Bayern verstreuten jüdischen Sammellagern, daneben aber auch im freien Bereich einiger Städte aufgenommen: zunächst langsam, bald jedoch in wachsendem Umfang organisierte man jüdische Schulen und Werkstätten. Gebetshäuser, sogar eine Jeschiwah (Talmud-Hochschule) und andere Einrichtungen, die der Normalisierung des jüdischen Lebens in der neuen "Galuth" dienten. Die meisten dieser religiösen Juden, die an dem großen Werk mitarbeiteten, waren nicht zionistisch gesinnt: sie beabsichtigten vielmehr, nach den USA auszuwandern, wohin sie gute Beziehungen hatten, und sie führten ihre Absicht auch aus: vor 1948 übersiedelten große Gruppen von Ostjuden in die Vereinigten Staaten und nach Kanada; aber auch viele von denen, die eigentlich nach Palästina weiterziehen wollten, wurden mit der Zeit des Wartens auf ihren eigenen Judenstaat müde und folgten ihren Glaubensgenossen über den Atlantik in die Neue Welt nach.
Schon bevor diese starken Abwanderungen aus Bayern und anderen deutschen Ländern einsetzten, hatte die Leitung des Vaad Hatzala, an ihrer Spitze die beiden Direktoren, sich verpflichtet gefühlt, in einer umfänglichen Denkschrift einen genauen Bericht über ihre segensreiche, vielfach gegliederte Tätigkeit in Deutschland, vor allem in der US-Zone, zu veröffentlichen. Er erschien in albumartiger Buchform, mit Hunderten von Konterfeien aller in der Organisation Tätigen, der sie Unterstützenden und sämtlicher Rabbiner im Tätigkeitsbereich. Der Band wurde unter dem Titel "Pictorial Review", 260 Seiten stark, herausgebracht und enthält Fotokopien der Briefwechsel, die der Direktor Baruch mit dem Weißen Haus in Washington, mit dem internationalen Flüchtlingsamt in Genf, mit dem Chef-Rabbiner Isaak Herzog in Palästina, mit dem Chef-Rabbiner der US-Zone, Sneg, und mit zahlreichen anderen Dienststellen in Europa geführt hat.
Dieses Buch, erschienen im Namen der Religiösen Judenheit in Deutschland, ist somit ein offizielles Werk, gegen dessen Inhalt von keiner Seite irgendein Protest erhoben wurde. Die Herausgeber hielten es - im Gegensatz zu den aktiven Zionisten - für ihre Pflicht, in Dankbarkeit auch jener Rettungstaten zu gedenken, die von Nicht-
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Juden vollbracht worden waren. So wird in englischer Sprache von dem Schwedenkönig Gustav VI. Adolf berichtet, wie er sich an Rettungsaktionen für Juden beteiligt und ihrer etwa 11 000 gerettet habe; dazu wird ein Bild von ihm gebracht, das ihn inmitten jüdischer Kinder zeigt. Noch eingehender aber wird in dem Buch der Hilfeleistungen gedacht, die Papst Pius XII. dem europäischen Judentum gewährte, und da es mir - zur Widerlegung der verleumderischen Angriffe auf ihn - vor allem darauf ankommt, seinen Anteil an den Rettungsaktionen sichtbar zu machen, bringe ich hier die Fotokopie eines Aufsatzes, der sich auf Seite 253 der "Pictorial Review" findet und eine ganzseitige Pressemontage verschiedener einschlägiger Berichte bringt. Die möglichst genaue Übersetzung dieser Seite lautet:
Siehe Seite 45 (Bild mit Übersetzung)
(dies ist die dritte Folge in einer Serie über die wunderbare internationale Untergrundbewegung, die Opfer der Nazi-Unterdrückung rettete. Das heutige Kapitel beschreibt die großen humanitären Anstrengungen des Papstes Pius XII., der Tausende jüdischer Kinder und Erwachsener vor fast sicherem Tode rettete.)
Von ERWIN SAVELSON
(Verlagsrecht 1945, New York Mirror)
Die Untergrundbewegung hämmerte schon in den ersten Kriegsmonaten Stein um Stein hinweg von der Nazifestung. Das Verlangen, so viele Tausende wie möglich aus den Krallen der Nazis hinwegzuzaubern, war groß: darum mußten die Maßnahmen geheim bleiben. War doch der Tod der Preis, den die Agenten zu zahlen hatten, wenn sie auf ihren Botengängen der Barmherzigkeit erwischt wurden.
Da erfuhr die Untergrundbewegung, daß sie einen machtvollen Freund hatte, der offener vorgehen konnte: der Vatikan.
Offiziell gab es keine Verbindung zwischen beiden (Untergrund und Vatikan). Der Hl. Stuhl konnte hohe und niedrige Stellen erreichen, die dem Untergrund nicht zugänglich waren; der Vatikan führte seine Geschäfte durch Apostolische Delegaten in jedem Lande. Zwar kamen Millionen im Kriege um; nicht einmal der Einfluß der Kirchenfürsten vermochte Hitlers Bestialität zu hemmen.
Aber es kann jetzt enthüllt werden, daß die weltweiten schützenden Schilde des Vatikans, seiner Bischöfe und niederen Priester zahllose Tausende, besonders Kinder, vor der fast sicheren Vernichtung gerettet haben.
Die Welt erfuhr, daß das Herz des Papstes Pius XII. erfüllt war
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von Kummer und Schmerz um die Lage von Millionen unter den verfolgten Minoritäten.
Die Gebiete, über die große Armeen kämpfend hinweggezogen waren, waren überwiegend katholisch besiedelt.
So kam es, daß schon 1940 Bischöfe und Priester in der Tschechoslowakei, in Polen und in anderen von den Nazis eroberten Ländern plötzlich eine Sonderbotschaft aus Rom erhielten des Inhalts: Rettet die Kinder! Alle Kinder ohne Rücksicht auf Rasse oder Glauben!
Freundlich gesinnte Häuser.
Die Kirchenmänner begriffen die Lage: schnellstens fanden sich verwaiste französische, tschechische, polnische, ungarische, österreichische und deutsche jüdische Kinder in freundlich gesinnte Heime verbracht - sicher vor Terrorakten der Nazis.
Wohlwollende Priester und christliche Familien, die den Knaben und Mädchen Unterschlupf gewährten, wußten, welches Schicksal sie erwartete, wenn die Gestapo oder die SS hiervon Kenntnis erhielten.
In New York sickerte die Nachricht durch zu privaten Rettungsvermittlungsstellen; sie war ermutigend. Damals wandten sich zwei Mitglieder der Union Orthodoxer Rabbiner der USA und Kanada; es leitende Kirchenstellen; es waren dies Rabbiner Abraham Kalmanowitz, Leiter des Vaad-Hatzala-Notstandskommitees, und eine Hilfskraft, Rabbiner Joseph Yarmish vom Woodside Jewish Center, 61st St. und 37th Ave. in Queens.
Es gab eine bewegte Diskussion und einen Informationsaustausch. Man kam überein, die erfolgte Sicherstellung Tausender von Judengenossen dem Heiligen Vater mitzuteilen.
Zwei Wochen später trafen die Rabbiner wieder mit den Kirchenmännern zusammen. "Sie werden an diesem da interessiert sein!", sagte man ihnen. Es war eine Mitteilung direkt vom Vatikan.
Der Messe beigewohnt.
Das Dokument enthüllte, daß der Hl. Stuhl nochmals an die Priester in Zentral-Europa geschrieben hatte mit der Anweisung, dazu zu helfen, daß den Kindern und Flüchtlingen Schutz gewährt werde.
Daraus ergab sich eine ironische Situation; um ihre Pfleglinge zu schützen, gaben viele Familien diese Pfleglinge als Christen aus, wohl wissend, daß die Kinder, wenn der Krieg vorbei sei, wieder in jüdische Heime und Weiterleitungsstellen zurückkehren würden.
Im Namen der Humanität wurde es öfters nötig, die Kinder an Messen und Gottesdiensten teilnehmen zu lassen. Ältere Kinder, die
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bereits verstanden, was vor sich ging, wußten ja, daß dies ersonnen war, um die Nazis zu täuschen. - Als später die Armeen der Befreier einrückten, wurden die Kinder alsbald den Leuten ihres Glaubens zurückgegeben, und ihre Rückschulung begann sofort.
In einem bekanntgewordenen Einzelfalle betreute ein junger amerikanischer Priester ganze Scharen von jüdischen Kindern und Erwachsenen in seinem Institut, rings umgeben von deutschen Truppen. Er ging sogar Nahrungsmittel für seine Pfleglinge einkaufen und brachte diese heil durch die Krisenzeit; die Nazis haben nie erfahren, daß die Menschen in seiner Anstalt lauter Juden waren.
Das Vaad Hatzala, gegründet von der Union Orthodoxer Rabbiner, hielt engen Kontakt mit derartigen Unternehmungen. Größere jüdische Vermittlungsstellen wie z. B. das Vereinigte Verteilungskomitee, ferner der Weltjudenkongreß, das Jüdische Arbeitskomitee, das Amerikanische Jüdische Komitee, B'nai B'rith und andere wurden auch auf dem Laufenden gehalten über das, was der Kriegsflüchtlings-Ausschuß unternahm.
Noch als die Nazis schon zurückgetrieben waren, führten sie ihren mitleidlosen Vernichtungsfeldzug weiter, weshalb der Vatikan vom Vaad Hatzala gebeten wurde, zu intervenieren.
Isaak Sternbuch, Oberhaupt der Vaad-Niederlassung in der Schweiz, sandte einen seiner Agenten eiligst nach Berlin zu Verhandlungen mit solchen Nazis, die für Tauschhandelsgeschäfte empfänglich waren. Am 20. November 1944 drahtete Sternbuch von Bern nach New York:
"Unser Abgesandter brachte von Berlin den Vorschlag mit, einen größeren Betrag zu deponieren für eine stufenweise Evakuierung von Juden aus Deutschland. Die Verhandlungen dauern an . . . In der Zwischenzeit Versprechen gesichert, Ausrottung in den Konzentrationslagern einzustellen. Aufgrund Intervention durch die Nuntiatur in Bern bestätigt die deutsche Regierung dieses Versprechen dem Vatikan. Auch wurde angegeben, daß Lager in Oberschlesien unter Oberaufsicht des Internationalen Roten Kreuzes stehen werden."
Zwei Vorschläge
John W. Pehle, damals geschäftsführender Direktor des Kriegsflüchtlings-Ausschusses, unterrichtete den Rabbiner Kalmanowitz davon, daß laut privater Quellen der Heilige Stuhl den Nazis zwei Vorschläge machen werde:
Der erste war, ältere Männer, Frauen und Kinder, die sich im Gewahrsam der Nazis befinden, frei zu lassen oder damit einverstanden zu sein, daß sie in neutralen Ländern interniert werden - Der
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zweite war, die anderen als Kriegsgefangene zu behandeln. - Solche Schritte, sagte Pehle, vermöchten unzählige Menschenleben zu retten.
In Frankreich übernahm Bischof Shaye die Obhut von Kindern, die vor den Nazis gerettet wurden. Später stellte er sie jüdischen Komitees wieder anheim. In diesem Lande (d. h. in den USA) leitete der Apostolische Delegat in Washington alle Bittgesuche von Pehle eiligst an den Hl. Stuhl.
Vor einigen Wochen wurde eine Abordnung von hundert Flüchtlingen von Papst Pius empfangen. Ein italienisch sprechender Jugoslawe, Rudolfo Grani, war ihr Führer. Diese Abordnung war ein Teil von 15 000 Juden, so berichtete Grani, welche nach Italien flohen, weil die ganze europäische Judenschaft von der Art und Weise wußte, wie der Vatikan die Juden gegen die Nazis in Schutz nahm. - Grani, sagte, daß sie, die Juden, aus dem Grunde nach Italien gekommen seien, weil alle von der humanitären Inschutznahme der Juden durch den Vatikan während der Kriegsjahre wußten und von der Verfolgung (der Juden) durch Nazis und Faschisten. Nun wünschten viele nach Palästina zu gehen.
Einmal mehr ergriff Papst Pius das Wort. Man sagt von ihm, er habe den Juden erklärt, daß er die Emigration vertriebener Juden nach Palästina begünstige und seine Bischöfe von diesen seinen Ansichten informieren werde.
(Siehe Faksimile-Reproduktion auf Seite 46:)
Papst Pius,
die führende Hand
hinter der Rettung
vieler jüdischer
Kriegsopfer.
Drei, die dem Nazi-Terror entkamen (Bild Seite 46)
Zu Waisen gemacht durch Nazi-Brutalität (aber gerettet durch Untergrundagenten, den Kriegsflüchtlings-Ausschuß und christliche Freunde) fanden ungezählte Scharen von Kindern wie diese hier Schutz in Heimen, nachdem Papst Pius die Bischöfe und Priester instruiert hatte, allen nur möglichen Schutz den Flüchtlingen zu gewähren. Die Eltern von allen dreien (Kindern) befinden sich auf der Vermißtenliste. Fröhlich aussehend: Leo Topor (1), links, war beschirmt von einer Pariser Familie. Sein Vater, Samuel, ein polnischer Mechaniker, gefangengesetzt in Paris am 20. August 1941, wurde "deportiert" in ein Todeslager von Compiegne aus am 5. Juni 1942. - Jacqueline Eskenazi (2), 10 Jahre alt, war von türkischer Nationalität.
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Ihr Vater Josue wurde in das Schreckenslager in Dranoy am 20. August 1941 gebracht. Man hat nie wieder etwas von ihm gehört. Jacqueline fand ein Unterkommen bei einer Pariser Frau. - Ein polnischer Bube (3) ist Serge Berumchercyk, 9 Jahre alt. Sein Vater Herman wurde am 7. Juni 1942 in einem Karren nach Dranoy verfrachtet. Der Aufenthalt seiner Mutter Helene ist unbekannt. Serge wurde verborgen gehalten in der Stadt Viroflay. Alle drei Kinder wurden später dem Vaad Hatzala wieder zurückgegeben.
Zu dem Brief -Faksimile neben dem Papstbild:
Der Brief trägt die Anrede: Sehr geehrter Herr Rabbiner Kalmanowitz! Im übrigen unleserlich; Druck zu klein oder allzu verwischt.
Erläuterungsworte unter dem Brief -Faksimile:
Faksimile eines Briefes, geschrieben von John W. Pehle vom Kriegsflüchtlings-Ausschuß, der die zwei Vorschläge des Hl. Stuhles darlegt, welche den Transfer von Zivilgefangenen aus den deutsch kontrollierten Gebieten in neutrale Länder vorsehen und weiter vorsehen, ihnen den Status von Kriegsgefangenen zu geben.
(Verlagsrecht 1945, New York Mirror)
Soweit der Bericht von Erwin Savelson, der übrigens nur die dritte Folge in der Serie seiner Rettungsberichte ausfüllt; die beiden vorangegangenen Folgen sind anderswo veröffentlicht worden.
Das Vaad Hatzala wurde, wie bemerkt, von religiösen Juden amerikanischer und polnischer Herkunft geleitet, die "Pictorial Review" von den gleichen Juden herausgegeben: beides Unternehmungen, an denen die Palästina-Zionisten nicht beteiligt waren. Die Gerechtigkeit fordert, festzustellen, daß letztere sich wahrscheinlich gar nicht an den Rettungsaktionen beteiligen konnten, solange sie vor 1948 um die Errichtung ihres Staates Israel kämpfen mußten; die gleiche Gerechtigkeit hätte aber auch erfordert, daß die Zionisten die segensreiche Tätigkeit ihrer religiösen Glaubensgenossen, die zwischen 1944 und 1948 entfaltet wurde, nicht totschweigen und in ihrer israelischen Geschichtsdarstellung nach 1948 nicht unerwähnt lassen durften. Das gilt ganz besonders von der bedeutsamen humanitär-caritativen Rolle, die Papst Pius XII. bei der Rettung europäischer Juden gespielt hat: diese Rolle wird von seinen Gegnern bis zum heutigen Tage totgeschwiegen, während sie ihm sein angebliches Schweigen vorwerfen!
Wie mir von gutunterrichteter Seite mitgeteilt wurde, befinden sich in verschiedenen israelischen Archiven Unterlagen, aus denen hervorgeht, daß in den Jahren 1933 bis 1945 Pacelli-Pius XII. durch seine
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persönlichen Bemühungen etwa eine Million Juden gerettet hat. Ich will hoffen, daß diese überaus wichtigen Dokumente bald das Licht der Weltöffentlichkeit erblicken werden. Dadurch wird einerseits der unschuldig verleumdete tote Papst rehabilitiert, gleichzeitig aber nochmals die Richtigkeit der leidigen Behauptung bewiesen, daß unsere Führer, vornehmlich die zionistischen, mit Rettungsaktionen für die Juden sich nicht befaßt haben. Ich nehme an, daß in den demokratischen Staaten Gesetze existieren, die fremde Staatsoberhäupter, insonderheit solche von weltweiter Bedeutung, vor Verunglimpfungen schützen Und die Person Pius XII. besaß ja schließlich weltweite Bedeutung.
Ferner bezweckt die Anti-Pius-Kampagne auch, die bundesdeutsche Regierung in Mißkredit zu bringen. Deshalb müßte die Bundesregierung doch in erster Linie es sich angelegen sein lassen, gegen diese Kampagne vorzugehen. Die Bundesregierung, obwohl nicht Mitglied der UNO, leistet ihr so manche finanziellen Beiträge. Es wäre darum angezeigt, wenn der Vertreter der Bundesregierung in der UNO anregen würde, daß diese die Angelegenheit in die Hand nimmt. Denn die Angriffe gegen Pius richten sich automatisch gegen die gesamte Christenheit. Christen befinden sich in den meisten Staaten der Erde. Das kann mithin zu Unfrieden und zu Völkerverhetzung führen. Daher wäre es nur recht und billig, wenn die UNO sich mit diesem Problem befassen würde.
Wenn die jüdischen Pius-Gegner ehrlich-anständige Juden wären, müßten sie jetzt öffentlich zurücknehmen, was sie im Lauf der letzten Jahre an Unwahrheiten ihm aufzubürden versucht haben!!
Wie Pius XII. über die Strafwürdigkeit jedes Angriffskrieges dachte, hat er bei der Audienz ausgesprochen, die er am 3. Oktober 1953, fünf Jahre vor seinem Tode, den Teilnehmern am VI. Internationalen Kongreß für Strafrecht im Vatikan gewährte. Damals sagte er: "An erster Stelle steht das Verbrechen des modernen Krieges, der nicht durch die unbedingte Notwendigkeit, sich zu verteidigen, erfordert ist, und der - Wir können es, ohne zu zaudern, aussprechen - unvorstellbare Zerstörungen, Leiden und Schrecken mit sich bringt !"
Wer so fühlt, denkt und spricht, ist nicht nur ein aufrechter Friedensfreund; er ist auch der wahre Freund aller Menschen und Völker! Jeder aber, der versucht hat oder noch heute versucht, diesen großen Kirchenfürsten zu einer parteipolitischen Figur zu erniedrigen, sollte sich seines würdelosen Tuns schämen!
Auch soll Folgendes vermerkt werden: Auf Wunsch des mittlerweile verstorbenen Großrabbiners Palästinas, Dr. Herzog, fand, wie be-
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reits angedeutet am 5. September 1944 in Kairo ein Gespräch zwischen ihm und dem Abgesandten des Vatikans, Mgr. Hughes, statt Eine genaue Aufzeichnung dieses Gespräches befindet sich in einem Jerusalemer Archiv. Der vatikanische Abgesandte berichtete dem Großrabbiner über die verschiedenen Rettungsaktionen zugunsten des europäischen Judentums die der Initiative Pius' XII. zu danken waren Tief ergriffen von dem Gehörten, äußerte Dr. Herzog: "Ich danke dem Papst und der Kirche für die von ihnen geleistete Hilfe von ganzem Herzen . . ." Der Großrabbiner bat Mgr. Hughes: ". . . dem Papst den Dank des Volkes Israel und seine Hoffnung zu übermitteln, daß er nicht aufhören werde, für das Volk Israel zu arbeiten."
Am 10. September ließ der Großrabbiner Mgr. Hughes, der nach Rom zu reisen beabsichtigte, ein Schreiben zugehen, das folgendermaßen begann: "Ich verlasse Kairo heute morgen und möchte Ihnen noch einmal für die Hilfe danken, die Sie einer der heiligsten Sachen gewährten und weiterhin gewähren: der Rettung des Restes unseres gequälten Volkes."
Eine der größten religiösen Autoritäten Palästinas dankte Pius XII. und der Kirche sogar im Namen des Volkes Israel. Wenn Zionisten Pius XII. der Nazifreundlichkeit und eines ungerechtfertigten Schweigens zu der Tragödie des europäischen Judentums bezichtigen und damit gleichzeitig die katholische Kirche treffen wollen, so merken sie nicht, daß sie dadurch die höchste jüdische religiöse Autorität Palästinas diskriminieren.