IX. Die Verfolgung und Vernichtung der Juden

Diese Beschuldigung Deutschlands durch die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges war bestimmt die schwerwiegendste von den bereits genannten Anschuldigungen. So wie Hitler es absolut mit den Juden nicht konnte, so konnten es auf der anderen Seite auch die Juden mit Hitler nicht.

Die Unversöhnlichkeit gegenüber dem Judentum beruhte unter anderem hauptsächlich auf seiner Überzeugung, daß das internationale Judentum die Hauptschuld am Ausbruch und Ausgang des Ersten Weltkrieges hatte.

In seinen Reden vor Beginn des Krieges 1939 warnte er ständig davor, daß sich die Geschichte wiederholen könnte, da auch jetzt wieder das Weltjudentum, vor allem die Finanzgewaltigen in England und Amerika, auf einen neuen Krieg hinarbeiten würden. Die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 verlief erstaunlich friedlich und unblutig, wenn man bedenkt,

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daß die linken Kräfte in der Republik, die Kommunisten und Sozialisten annähernd gleich stark wie die Nationalsozialisten waren. In der damaligen Zeit wäre es gar nicht so ausgeschlossen gewesen, daß auch die Kommunisten die Macht hätten erringen können und die Weimarer Republik wäre eine rote „Räterepublik" geworden, ein Satellit der Sowjetunion. Wie blutig ist dagegen die Revolution in Rußland ab 1917 und die französische Revolution, einhundertvierzig Jahre vor 1933, verlaufen.

Die antijüdische Einstellung der NS-Bewegung brachte es mit sich, daß es in den ersten Wochen und Monaten nach der Machtergreifung zu vereinzelten Ausschreitungen gegen Juden in Deutschland kam, die aber mehr oder weniger harmlos waren und bald abflauten. Trotzdem fühlte sich das Weltjudentum durch die Vorgänge in Deutschland bedroht, und das erste Spektakel internationalen Ausmaßes war die im Londoner „Daily Expreß" am 24. März 1933 veröffentlichte Jüdische Kriegserklärung" an Deutschland: „Das Judentum erklärt Deutschland den Krieg" - lautete die balkengroße Überschrift. Die wichtigsten Passagen dieser „Kriegserklärung" waren: „Juden der ganzen Welt schließen sich zusammen - Boykott deutscher Waren - Massendemonstrationen. Ganz Israel in der ganzen Welt schließt sich zusammen, um den Wirtschafts- und Finanzkrieg gegen Deutschland zu erklären . . . Vierzehn Millionen Juden, die über alle Welt verstreut sind, haben sich wie ein Mann zusammengeschlossen, um den deutschen Verfolgern ihrer Glaubensgenossen den Krieg zu erklären . . .

Das Weltjudentum hat sich entschlossen, nicht still zu halten angesichts dieses Wiederauflebens der mittelalterlichen Judenverfolgung. Deutschland wird einen hohen Preis für Hitlers Judengegnerschaft zu zahlen haben. Das Reich steht vor einem totalen Boykott in Handel, Finanz und Industrie.

In Europa und Amerika sind Pläne zu einem Gegenschlag gegen das hitlerische Deutschland gereift... Entschließungen in der gesamten jüdischen Handelswelt zielen auf einen Abbruch der Handelsbeziehungen mit Deutschland . . . Deutschland ist auf dem internationalen Geldmarkt, wo der jüdische Einfluß beträchtlich ist, hoch verschuldet . . . Druckmaßnahmen jüdischer Bankiers sind eingeleitet worden . . .

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Ein zusammengefaßter Boykott jüdischer Käufer wird voraussichtlich dem deutschen Ausfuhrhandel einen schweren Schlag versetzen. Jüdische Kaufleute in aller Welt waren Großabnehmer deutscher Waren. In Polen ist die Handelssperre gegen Deutschland bereits in Kraft. . .

Die bedeutendsten jüdischen Organisationen in den Hauptstädten Europas haben beschlossen, bei den Regierungen ihrer Länder vorstellig zu werden, um zu erreichen, daß diese der Unterdrückung der deutschen Juden Einhalt gebieten. Das alte und nun wieder geeinte Volk von Israel erhebt sich, um mit neuen und modernen Waffen den uralten Kampf gegen seine Unterdrücker aufzunehmen." Unter dem Vorwand von „Hitlers Judengegnerschaft" wurde die übrige Welt zum Krieg gegen Deutschland gehetzt; wegen Hitlers „Judengegnerschaft" wurde Deutschland zerstört und in Deutschland eine Besatzungspolitik eingeleitet, die nur den einen Zweck verfolgt, das deutsche Volk moralisch und geistig zu vernichten. Diese „Judengegnerschaft" ist das einzige, was im öffentlichen Bewußtsein aus der Zeit des Dritten Reiches wachgehalten wird und scheint das herausragende Merkmal der ganzen nationalsozialistischen Geschichtsepoche zu sein. Seit dem 24. März 1933 ist „Hitlers Judengegnerschaft" der stets neue und als Motivierung nie versagende Vorwand für alle antideutschen Handlungen - und nicht nur für diese. Dieser Vorwand berechtigte die Juden, einen eigenen Staat in Palästina zu gründen - auch dieser „Rechtsanspruch" ist schon in der „Kriegserklärung" enthalten! „Hitlers Judengegnerschaft" ist das drohende Gespenst am politischen Himmel eines jeden Staates.

Diejenigen, die „Hitlers Judengegnerschaft" den Krieg angesagt haben, haben ihren Krieg bekommen. Er kostete 50 Millionen Opfer. Um diese Zahl zu rechtfertigen, hat man „Hitlers Judengegnerschaft" ins Phantastische und Unglaubwürdige gesteigert. Nicht mehr der Weltkrieg mit seinen Millionen Gefallenen, Verjagten, Verschleppten, Ermordeten ist im allgemeinen Bewußtsein die Katastrophe dieses Jahrhunderts - es ist „Hitlers Judengegnerschaft" und die Opfer, die diese angeblich forderte.

Ende März 1933 wurde die US-Botschaft in Berlin auf Grund zahlreicher Protestkundgebungen angewiesen, einen genauen Bericht über

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die dortigen Judenverfolgungen zu erstatten. Staatssekretär Hüll teilte als Ergebnis dieses Berichtes dem Führer der jüdischen Protestbewegung in den USA, Rabbi Wise, mit:

„Der Bericht der Berliner amerikanischen Botschaft zeige, daß die während des Umschwunges in Deutschland kurze Zeit vorgekommenen Ausschreitungen und Kundgebungen gegen Juden und jüdische Geschäfte nunmehr als so gut wie beendet betrachtet werden könnten. Diese Kundgebungen seien von der Reichsregierung ernstlich mißbilligt worden, und Hitler als Führer der NSDAP habe seinen Parteigenossen befohlen, Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten sowie Belästigungen von Ausländern und Störungen von Handel und Gewerbe, die möglicherweise zu internationalen Zwischenfällen führen könnten, zu vermeiden.

In Deutschland sei die Ansicht weit verbreitet, daß nach einer so weitreichenden politischen Neuregelung, wie der soeben erfolgten, gewisse Zeit verstreichen müsse, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt werden kann. Nach Ansicht der amerikanischen Botschaft in Berlin scheine diese Stabilisierung nunmehr erreicht zu sein." (Kee-sing, Archiv der Gegenwart, 27. März 1933, 762 A) Zwei maßgebende Hamburger Juden, die Bankiers Max und Erich Warburg, verwahrten sich am 26. März 1933 in mahnenden Briefen an ihre Verbandskollegen in den USA gegen die dort betriebene Hetzpropaganda, die an „die schlimmsten Zeiten der Kriegspropaganda erinnere". Die nationalsozialistische Revolution sei „mit einer in der Geschichte der Revolution bisher unbekannten Disziplin durchgeführt" worden. Sollten Juden in Übersee weiterhin einen Feldzug gegen das Reich führen, so würde dies nachteilige Folgen für die Juden in Deutschland haben. (D. Kunert, „Ein Weltkrieg wird programmiert", Seite 140.)

Der britische Historiker F. J. P. Veale zitiert die führende jüdische Zeitung Großbritanniens THE JEWISH CHRONICLE vom 8. Mai 1942 mit den Worten: „Wir Juden haben uns mit Hitler seit dem Tage seiner Machtergreifung im Kriege befunden." Und am 24. März 1933 sei „in der ewig antideutschen Zeitung Daily Expreß" triumphierend verkündet worden: „Die jüdischen Menschen in der ganzen Welt haben Deutschland den wirtschaftlichen und finanziellen Krieg erklärt."

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Veale: „Es kam zu einem immer intensiver werdenden Kampf; auf der einen Seite rücksichtslose Verfolgung, auf der anderen alle erdenklichen Maßnahmen, die Deutschland finanziell oder kommerziell Schaden zufügen und mithelfen konnten, Hitlers politischen Pläne zu durchkreuzen." Es sei kaum anzunehmen, daß ein künftiger Historiker die zahllosen Erklärungen in der jüdischen Presse aller führenden europäischen Länder, besonders der Vereinigten Staaten, außer acht lassen werde, die den Fortgang dieses Feldzuges verzeichnet haben.

„Vor diesem Hintergrund von Rassenhaß, Anklagen und Gegenklagen, Propaganda, Gewalt und Boykott wurde das Spiel der Machtpolitik während der folgenschweren Jahre 1933 bis 1939 gespielt." Es könne sein, daß dieser weltweite Feldzug, Hitlers Regime auf Biegen und Brechen zu stürzen, einen direkten Einfluß darauf gehabt hat, daß der Krieg 1939 ausgebrochen sei.

„Zumindest wird es vielleicht nie gelingen, einen derartigen direkten Einfluß, gestützt auf dokumentarisches Material, nachzuweisen. Der indirekte Einfluß dieses Feldzuges auf die Gedankengänge derer jedoch, die das Schicksal Europas in Händen hielten, kann kaum zu hoch bewertet werden." (Veale, Seite 150 f.)

Sicher ist es für einen „demokratischen Staat" sehr ungewöhnlich, wenn ein führender Vertreter einer landesweit mächtigen Organisation in einer kontinentweitgehörten Radiosendung am 6. August 1933 zum „Heiligen Krieg" gegen ein fremdes Land aufruft. Für die USA des Herrn Roosevelt wäre dies auch nicht möglich gewesen, wenn sich dieser „Heilige Krieg" gegen ein anderes Land als Deutschland gerichtet hätte!

Doch dank FDR's Schirmherrschaft und gleichgesinnter Ambitionen konnte sich damals dies der führende Mann der „World Jewish Eco-nomic Föderation" (Jüdische Weltwirtschaftsvereinigung), Samuel Untermeyer, risikolos leisten. Man stelle sich vor, etwas ähnliches hätte sich jemand im Dritten Reich erdreistet, - Hitlers „Kriegsverschwörung" wäre weltweit - mit Recht - gegeißelt worden! Untermeyer jedenfalls führte unverfroren aus:

„Jeder von uns, Jude oder Christ, der noch nicht für den heiligen Krieg angeworben ist, sollte sich sofort beteiligen! Es genügt nicht,

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keine in Deutschland hergestellte Ware zu kaufen. Wir müssen uns weigern, mit jedem Kaufmann oder Ladeninhaber Geschäfte zu machen, der solche Güter verkauft oder deutsche Schiffe und Transportmöglichkeiten benutzt. Zu unserer Schande sei es gesagt, daß es auch einige Juden gibt, die so wenig Würde und Selbstachtung haben, daß sie mit deutschen Schiffen reisen . . . Ihre Namen sollten weit und breit bekanntgemacht werden. Sie sind Verräter an ihrer Rasse . . . Deutschland hat sich aus einem Kulturland in eine wahre Hölle grausamer, wilder Tiere verwandelt . . .

Was wir vorhaben und weithin bereits tun, ist ein Wirtschaftsboykott, der das Hitler-Regime unterminiert und das deutsche Volk zur Vernunft bringt, indem man seinen Exporthandel zerstört, von dem seine Existenz abhängt." (E. J. Reichenberger, „Wider Willkür und Machtrausch", Graz-Göttingen, 1955, Seite 350.)

Hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits die deutsch-amerikanischen Handelsbeziehungen infolge des seit Jahresbeginn einsetzenden jüdischen Boykotts in gewisser Weise zu einer Art Handelskrieg entwickelt, und drohte diese Entwicklung in noch Schlimmerem zu enden, so gab es doch auch in den USA besonnene Männer, die um einen Ausgleich bemüht blieben.

Zu diesen gehörte der amerikanische Professor John F. Coar, der mit Hitler über das jüdische Problem „ein sehr vertrauliches Gespräch" führte. Der Reichskanzler teilte ihm mit, er sei in dieser Frage zu „außerordentlichen Konzessionen bereit, die nicht nur von Extremisten vom Schlage Wise, Untermeyer und Konsorten als absolut unerreichbar angesehen worden wären, sondern sogar von Leuten wie Ba-ruch, Finley und anderen."

Voraussetzung hierfür sei eine Verständigung zwischen ihm und dem Präsidenten, mittels derer sowohl auf diplomatischem als auch regierungsamtlichem Verordnungswege in Übereinstimmung mit dem Präsidenten befriedigende Lösungen gefunden werden können. Das Thema sollte vertraulich vorbereitet werden, damit offizielle Schritte Erfolg versprechen, nicht mißdeutet und nur zur Prestigeschädigung des Reichskanzlers ausgenutzt werden.

Professor Coar verließ Deutschland in gehobener Stimmung, überzeugt, den Schlüssel für eine allen Völkern dienende positive Wende

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in Händen zu halten. - Allein Roosevelt verwies diese Anregung in den Papierkorb. Er kam nie darauf zu sprechen. (Dirk Kunert, „Ein Weltkrieg wird programmiert", a. a. O., Seite 114. Dort weitere Quellenangaben: Coar an FDR, 12. September 1933 + 21. September 1933 in: Foreign Relations of the United Staates, National Archives, Washington, unveröffentlichte Aktenbestände des U. S. Department of State. Außerdem: Tagebuchnotiz vom 21. August 1933 im Krog-mann-Nachlaß, der Dirk Kunert im Mikrofilm verfügbar war.) Die in Deutschland lebenden jüdischen Gemeinschaften haben sich nach der „Kriegserklärung" vom 24. März 1933 veranlaßt gesehen, in der Weltöffentlichkeit gegen die völlig aus der Luft gegriffenen und ungerechtfertigten Vorwürfe einer in Deutschland stattfindenden „Judenverfolgung" zu protestieren.

Sie bestreiten nicht, daß es einzelne (und „einzelne" heißt wirklich nur einige, vielleicht zwei, drei, höchstens zehn und jedenfalls zählbare) Vorkommnisse gegeben hat, in denen ein Jude auf offener Straße von Passanten angegriffen wurde, daß einmal das Geschäft eines jüdischen Inhabers mit antijüdischen Parolen beschmiert wurde. Aber was sind solche vereinzelte Vorfälle in einem siebzig Millionen Volk, in dem es selbstverständlich auch einige geben wird, die - aus persönlichen oder anderen Gründen - eine Antipathie gegen Juden haben?

Mit einer staatlich gelenkten oder geförderten Judenverfolgung hat das nicht das geringste zu tun. Daß die Juden, die in Deutschland lebten, diese vernünftige und objektive Einstellung hatten, zeigen die nachstehenden Zitate. Darüber hinaus enthüllt sich in ihnen - für lange Zeit zum letzten Mal - das Antlitz eines Judentums, das sich einmal in Deutschland zu Hause fühlte und dem die Ehre und das Ansehen seines deutschen Heimatlandes ein inneres Lebensbedürfnis war. Am Freitag, dem 24. März 1933, dem Tag der Veröffentlichung der jüdischen „Kriegserklärung" im „Daily Express", richtete der Vorsitzende des „Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten", Dr. Löwenstein, ein Schreiben an die Botschaft der USA mit folgenden Hauptsätzen: „Wir erhielten Kenntnis von der Propaganda, die in ihrem Land über die angeblichen Greueltaten gegen die Juden in Deutschland gemacht wird. Wir halten es für unsere Pflicht, nicht nur im vaterländischen In-

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teresse, sondern auch im Interesse der Wahrheit, zu diesen Vorgängen Stellung zu nehmen.

Es sind Ausschreitungen vorgekommen, die zu beschönigen gerade uns bestimmt fernliegt. Wir legen Wert auf die Feststellung, daß die Behörden energisch gegen Ausschreitungen vorgegangen sind, wo immer die Möglichkeit des Eingreifens vorlag. Wir wissen, daß die Regierung und alle führenden Stellen die vorgefallenen Gewalthandlungen auf das schärfste mißbilligen.

Es ist aber auch unseres Ermessens an der Zeit, von der unverantwortlichen Hetze abzurücken, die von sogenannten jüdischen Intellektuellen im Ausland gegen Deutschland unternommen wird . . . Ihre Berichte strotzen vor Übertreibungen. Wir wären der Botschaft der Vereinigten Staaten sehr dankbar, wenn sie dieses unser Schreiben unverzüglich nach Amerika kabeln würde. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten e. V."

In einer Botschaft an die Frontkämpfer der Welt vom gleichen Tag hieß es:

„Die Greuelpropaganda lügt. Die Drahtzieher sind politische und wirtschaftliche Interessenten. Die jüdischen Literaten, die sich dazu brauchen lassen, haben früher in Deutschland uns jüdische Frontsoldaten verhöhnt.

Ihr Kameraden werdet am wirksamsten der Beruhigung Deutschlands nützen, wenn ihr als ehrenhafte Soldaten Eure Stimme erhebt gegen die unritterliche und ehrenkränkende Behandlung Deutschlands seit vierzehn Jahren."

Weitere Botschaften an führende Juden in Amerika wurden gerichtet von der „Zionistischen Vereinigung für Deutschland", und in den jüdischen Zeitungen erschienen mehrere diesbezügliche Artikel. So schrieb das „Berliner Tageblatt" vom 1. April 1933: „Deutschland wird von einer ungeheuren Schmutzwelle umbrandet. Alle Nutznießer des Versailler Diktats, die schon den Zusammenbruch ihrer Gewaltpolitik gegen Deutschland unwillig anerkennen mußten, schöpfen neue Hoffnung. Als Antwort auf die Dokumentation des Freiheitswillens des deutschen Volkes entfachen sie die Greuelpropaganda, die nur wenig hinter den Lügenberichten in der Kriegszeit zurücksteht. . .

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Es kann nicht bestritten werden, daß sich an der Greuelhetze im Ausland auch deutsche Juden mit weithin bekannten Namen führend beteiligt haben, . . . die in einer unverantwortlichen Weise das deutsche Volk zu diffamieren suchen."

So weit einige Ausschnitte der prodeutschen Äußerungen, die in jenen Tagen von jüdischer Seite gemacht wurden. Die jüdische Kriegserklärung, die anti-deutsche Greuelhetze, die Boykottbewegung - all das wurde natürlich auch von der deutschen Reichsregierung zur Kenntnis genommen. Sie reagierte jedoch gelassen, nicht zuletzt, weil sie alle Hände voll zu tun hatte, um mit der innerdeutschen Erbschaft fertig zu werden, die sie von ihren Vorgängern übernommen hatte.

Immerhin fand am Samstag, dem 1. April 1933, als Antwort auf die von jüdischer Seite veranlaßte Hetze gegen Deutschland, ein halbtägiger Boykott jüdischer Geschäfte statt. Diese etwas klägliche Angelegenheit steht in den heutigen Aufstellungen über die „Vernichtung des jüdischen Volkes im Nazi-Deutschland" meistens an erster Stelle. Tatsächlich hat sie kaum irgendeinen Schaden angerichtet, ja, sie wurde sogar von den frommen Juden begrüßt, da ihnen die Samstagsarbeit ihrer Glaubensgenossen schon immer ein Dorn im Auge war. Nach den jüdischen Gesetzen ist der Samstag absolut arbeitsfrei zu halten; es dürfen auch keine Geschäfte gemacht werden. Mit der gleichen Einstellung wurden im übrigen auch die „Nürnberger Gesetze" kommentiert, zumindest jene Verordnung, die die Eheschließung zwischen Juden und Deutschen untersagt. Joel König schreibt in seinem Erlebnisbericht „Den Netzen entronnen" von seinem Vater, einem Rabbiner:

„Für ihn entsprachen die Judengesetze des Dritten Reiches jenen Gesetzen der Thora, die von den deutschen Juden oft übertreten wurden. Die Juden machten am Schabbat Geschäfte; also wurden die jüdischen Geschäfte an einem Schabbat boykottiert. Sie verheirateten sich mit Andersgläubigen; also wurden die Nürnberger Gesetze erlassen."

Die bekannte jüdische Philosophin und Schriftstellerin Hannah Arendt, die als Beobachterin des Eichmann-Prozesses in Jerusalem allen Sitzungen beiwohnte und in einem Buch zusammenfaßte,

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schreibt über die „Nürnberger Gesetze": „ . . . Die israelischen Bürger, ob religiös oder nicht, scheinen sich darüber einig zu sein, daß es erstrebenswert ist, ein Gesetz beizubehalten, das die Eheschließung mit Nichtjuden verbietet. .. Wie dem auch sei, die Unbekümmertheit, mit der der Ankläger die berüchtigten Nürnberger Gesetze von 1935 anprangerte, in denen Eheschließung und Geschlechtsverkehr zwischen Juden und Deutschen verboten wurden, verschlug einem einigermaßen den Atem. Die besser unterrichteten Korrespondenten waren sich der Ironie recht gut bewußt. . ."

Der Kommentar von Frau Arendt, der an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt, zeigt, wie wenig gerade Juden Veranlassung haben, sich über die Nürnberger Gesetze aufzuregen. Man ist an das Sprichwort erinnert: „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!" (Hannah Arendt, „Eichmann in Jerusalem", Seite 30 und Seite 50.)

Ungeachtet der Aufrufe deutsch-jüdischer Verbände an ihre Glaubensgenossen im Ausland ging dort die Deutschenhetze weiter, und die Boykottbewegung breitete sich aus.

Einer der eifrigsten Hetzredner gegen Deutschland war in jenen Jahren Wladimir Jabotinsky, Führer der Zionistisch-Revisionistischen Partei Sektion Europa mit Hauptsitz in Paris. Seinen „Anti-Hitler-Kreuzzug" im großen Stil begann er im April 1933 mit einer Ansprache über Radio Warschau, in welcher er zum weltweiten Boykott Deutschlands aufrief. Dann folgten in rascher Folge neun-undsechzig Massenveranstaltungen in allen größeren Orten Osteuropas.

Zur wirkungsvollen Durchführung des Boykotts suchte er seine Verbündeten bei der Masse des Volkes, den Verbrauchern. Seine Listen mit Wirtschaftsgütern „annehmbaren Ursprungs" lagen in allen Haushaltungen. Er nahm Einfluß auf die Zeitungsredaktionen und erreichte, daß diese Reklame-Anzeigen für in Deutschland hergestellte Güter nicht annahmen.

Unzählige Anrufe, Versammlungen, Zeitungsartikel, Ansprachen hatten in den folgenden Monaten und Jahren allein den Zweck, die Weltmeinung gegen Deutschland und die „Hitler-Pest" aufzuwiegeln und die übrigen Völker zu einem Vernichtungskrieg gegen Deutschland

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zusammenzutrommeln. „Das jüdische Volk ist nicht nur von einer bestimmten politischen Partei in Deutschland bedroht - sein Feind ist die deutsche Nation als Ganzes."

Vom ersten Tag an verlangte er einen weltweiten jüdisch-deutschen Krieg. Das Schicksal der jüdischen Gemeinden in Deutschland, die logischerweise darunter am meisten leiden würden, war dabei mindergewichtig, da sie nur „einen ganz kleinen Teil der Weltjudenheit" darstellten.

„Es gibt nur eine Macht, die wirklich zählt, und dies ist die Macht des moralischen Druckes. Wir Juden sind die mächtigste Nation der Welt, weil wir diese Macht haben und sie anzuwenden verstehen!" (Wladimir Jabotinsky, laut „Jewish Daily Bulletin", New York, vom 27. Januar 1935.)

Ein Höhepunkt der Hetze gegen Deutschland in den USA war der im New Yorker Madison Square Garden von jüdisch-amerikanischen Organisationen groß aufgezogene „Prozeß der Zivilisation gegen Adolf Hitler" mit dessen Verurteilung wegen „Verbrechen gegen die Zivilisation" am 7. März 1934. Die US-Regierung weigerte sich, derartige diskrimierende Veranstaltungen mäßigend zu beeinflussen oder im nachhinein zu entschuldigen oder sich davon zu distanzieren.

Dabei war sich die US-Regierung sehr wohl darüber im klaren, daß der von jüdischen Organisationen in den USA sowie in anderen Ländern organisierte Boykott deutscher Waren zwecks Existenzvernichtung des Nationalsozialismus und die damit verbundenen weitgehend auf unqualifizierten und verlogenen Behauptungen gestützten Propagandakampagnen die wirtschaftliche Lage Deutschlands bereits damals stark beeinträchtigt hatten und die Beziehungen beider Länder nachhaltig belasteten. (Charles C. Tansill, „Die Hintertür zum Kriege", 1957, S. 320.)

Wilhelm Gustloff, 1895 in Schwerin geboren, lebte ab 1917 als Angestellter eines schweizerischen Forschungsinstituts in Davos. Dort schloß er sich der nationalsozialistischen Bewegung an und wurde 1932 Leiter der Landesgruppe Schweiz. Da er lungenkrank war, lebte er ziemlich zurückgezogen. Am 4. Februar 1936 wurde er von dem jüdischen Mörder Frankfurter erschossen.

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Der Mörder, ein zweiundzwanzigjähriger gescheiterter Student, dessen Familie sich von ihm losgesagt hatte, war nach Davos gekommen, wie er nach der Tat bei seiner Vernehmung aussagte, um „einen prominenten Vertreter des Nationalsozialismus zu töten". Später ließ er durchblicken, daß er Hintermänner gehabt habe, die ihn zu dieser heroischen Tat angestiftet hätten.

Die jüdische Presse feierte ihn als neuen „David", der den Riesen Goliath erschlagen habe. Der jüdische Journalist Emil Ludwig schrieb eine Art „Heldenepos": „Der Mord in Davos." Da in Graubünden, zu dem Davos gehörte, auf Mord keine Todesstrafe drohte, hatte der Mörder diesen Kanton auserwählt.

Frankfurter wurde zu der Höchststrafe von sechzehn Jahren Strafhaft verurteilt. Nach 1945 wurde er aus der Haft entlassen. Aus dem Vorspann eines Fernsehfilms, der vor einigen Jahren über die deutschen Sender ausgestrahlt (und Ende 1979 wiederholt) wurde, konnte man entnehmen, daß Frankfurter nach Israel ging und dort von einer „Wie-dergutmachungs-Entschädigung" lebte, die der westdeutsche Teilstaat ihm zahlte.

Der bekannte Jurist, Professor Friedrich Grimm, hatte als Anwalt der Nebenklägerin, Frau Gustloff, auch an diesem Prozeß in Chur teilgenommen. Er war noch Jahre später davon überzeugt, daß Frankfurter Hintermänner gehabt haben muß. „Die ganze Art seiner Verteidigung und die Vorbereitung der Tat sprachen dafür, daß er nur ein Werkzeug war, und die Drahtzieher anderweitig zu suchen waren . . . Starke Indizien sprachen gegen den Kreis um die ,Lica'." Aber auch hier fehlte der eindeutige Nachweis, ohne den in einem Rechtsstaat keine Tatsache als erwiesen gilt.

Am 7. November 1938 ereignet sich in der deutschen Botschaft in Paris wieder ein Mord, der große Ähnlichkeit mit der Bluttat in Davos 1936 auf weist.

Der erst siebzehn Jahre alte Jude Herschel Feibel Grynspan schießt auf einen Angehörigen der deutschen Botschaft, Legationssekretär vom Rath, und verletzt ihn schwer. Zwei Tage später erliegt vom Rath seinen Verletzungen.

Auch hier wurde das Motiv der Tat endgültig nicht aufgeklärt, und auch hier wiesen Spuren zur jüdischen Organisation „Lica" hin. Der

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Täter wurde 1940 nach der Niederlage Frankreichs an die deutschen Behörden übergeben. Er wurde einige Male verhört, aber in keinem Prozeß abgeurteilt. Der Hetzpropaganda zufolge, sollte er ohne Verfahren getötet worden sein. Doch Herschel überlebte den Krieg -wahrscheinlich in einem deutschen Gefängnis - und ging nach Kriegsende, unter verändertem Namen - schließlich war er auch nach 1945 noch ein Mörder - wieder nach Paris. Erstaunlich, daß sogar jüdische Mörder diese Zeit überlebten!

Die deutsche Presse machte aus der auch in der Bevölkerung herrschenden Empörung über den Mordanschlag auf vom Rath kein Hehl. In einem Leitartikel vom 8. November 1938 wetterte der „Völkische Beobachter" wie folgt:

„Es ist klar, daß das deutsche Volk aus dieser neuen Tat seine Folgen ziehen wird. Es ist ein unmöglicher Zustand, daß in unseren Grenzen Hunderttausende von Juden noch ganze Ladenstraßen beherrschen, Vergnügungsstätten bevölkern und als ausländische Hausbesitzer das Geld deutscher Mieter einstecken, während ihre Rassengenossen draußen zum Krieg gegen Deutschland auffordern und deutsche Beamte niederschießen.

Die Linie von David Frankfurter zu Herschel Grünspan ist klar gezeichnet. Wir können heute schon in der jüdischen Weltpresse erleben, daß man sich auch diesmal bemüht, den Täter reinzuwaschen und zu verherrlichen und den Niedergeschossenen zu verdächtigen." Besonderes Verständnis fand die Mordtat des Grünspan bei der jüdischen Bevölkerung in den USA. Dort sammelte Dorothy Thompson, eine bekannte Skandal-Journalistin, eine beträchtliche Summe für den „armen, heroischen" jungen Mann.

Die unmittelbare Folge dieser Bluttat am deutschen Diplomaten vom Rath waren die Ausschreitungen am 9. November 1938 in den Abend-und Nachtstunden gegen jüdische Geschäfte und Synagogen, bekannt unter der Bezeichnung „Reichskristallnacht". Fast alle Zeitgeschichtler waren der Ansicht, daß dieses Vorgehen gegen die Juden von „oben" angeordnet wurde. Erst in jüngster Zeit mehren sich Stimmen, daß es doch anders gewesen sein könnte.

Denn nichts hat dem damaligen Deutschen Reich mehr geschadet als die Vorgänge in jener Nacht. Die damals gerade wieder beginnende

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Achtung Deutschlands in der übrigen Welt hätte doch keine führende Persönlichkeit der Reichsregierung auf diese Art und Weise verspielen wollen. Für diese Ansicht spricht auch, daß die Ausschreitungen, angezettelt vom Pöbel und undurchsichtigen Elementen, nicht allerorts und gleicher Stärke stattfanden. Ein von „oben" befohlenes und gelenktes Unternehmen von Brandstiftern und Schlägerbanden hätte erstens andere Ausmaße angenommen, und zweitens hätte es kaum die Zustimmung und Mitwirkung von größeren Teilen der Bevölkerung finden können, wie das in Polen oder Rußland möglich ist.


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