• Augenzeugenbericht Nr. 29: Richard Böck

    Nehmen wir folgenden Kriminalfall an: Ein Mensch wird erstochen aufgefunden. Unweit vom Tatort verhaftet die Polizei einen dringend Verdächtigen, dessen Kleider blutbefleckt sind und der ein Messer auf sich trägt. Wie wird dieser Fall nun behandelt?

    Nun, unter diesen Umständen gehen Gerichtsmediziner ans Werk, die feststellen, ob a) das Blut an den Kleidern des Verdächtigen vom Opfer stammen kann und b) die Klinge des Messers, das der Verhaftete bei sich trug, die Stichwunden des Opfers verursacht haben kann.

    Nehmen wir ferner an, einer oder mehrere Augenzeugen belasten den Beschuldigten, und dieser legt ein Geständnis ab. Müssen die Gerichtsmediziner auch dann tätig werden? Jawohl. Die forensische Untersuchtung und das Gutachten über die Tatwaffe werden auch dann nicht überflüssig, wenn Zeugen vorhanden sind und/oder der Verdächtige seine Tat zugibt.

    Der Grund dafür liegt darin, dass der Sachbeweis dem Zeugenbeweis hoch überlegen ist. Zeugen können lügen oder sich in guten Treuen irren. Es ist auch schon oft vorgekommen, dass Angeklagte sich einer Tat bezichtigten, die sie nicht begangen hatten.

    Ein beliebiges Beispiel aus der Presse - der betreffende Kurzartikel erschien in der Welt - zeigt die Überlegenheit des Sachbeweises über den Zeugenbeweis:

    Neun Jahre lang unschuldig im Gefängnis.

    Jessup, 28. Juni 1993 (AP). Ein ursprünglich zum Tode und später zu dreimal lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilter Mann soll im amerikanischen Bundesstaat Maryland noch in dieser Woche auf freien Fuss gesetzt werden, da sich seine Unschuld erwiesen hat. Der 32 Jahre alte Kirk Bloodsworth, der fast neun Jahre im Gefängnis und dabei zwei Jahre in der Todeszelle verbracht hat, war dafür schuldig befunden worden, 1984 in Rosedal in Maryland ein neun Jahre altes Mädchen vergewaltigt und ermordet zu haben.

    Bei der Untersuchung einer zuvor nicht entdeckten Spermaspur an der Unterwäsche des Opfers, bei der die Experten das DNS-Verfahren - den sogenannten Fingerabdruck - anwendeten, stellte sich heraus, dass Bloodsworth gar nicht der Täter sein konnte, wie sein neuer Rechtsanwalt Morin am Montag in Jessup mitteilte. Noch am gleichen Tag wollen Morin und die Staatsanwaltschaft formell ein Wiederaufnahmeverfahren beantragen, gleich danach soll der Verurteilte auf freien Fuss gesetzt werden. Der Verurteilte sagte: «Ich sage seit neun Jahren, dass ich unschuldig bin, dass ich das kleine Mädchen nicht ungebracht habe. Jetzt haben wir es bewiesen.» Bloodsworth war aufgrund der Aussage von fünf Zeugen, die ihn kurz vor der Tat mit der neun Jahre alten Dawn Hamilton gesehen haben wollen, zum Tode verurteilt worden. Später wurde das Urteil in einem zweiten Prozess in dreimal lebenslänglich geändert.

    Soweit der Zeitungsbericht. Wir wissen nicht, wie sich der Fall weiter entwickelt hat oder entwickeln wird. Sollte es sich herausstellen, dass die fünf Zeugen bewusst falsche Angaben gemacht haben - beispielsweise, weil sie eine persönliche Vendetta mit dem Angeklagten hatten und ihn durch Falschaussagen ins Verderben stürzen wollten -, so müssten sie mit einem Verfahren wegen Meineids rechnen.

    Dass in diesem Fall ein Fehlurteil gefällt wurde, lässt vermuten, dass die Untersuchungen nicht mit gebührender Sorgfalt geführt worden sind. Die fünf Zeugen mussten, falls rechtsstaatliche Prinzipien eingehalten wurden, vom Anwalt einem scharfen Kreuzverhör über das Gesehene unterzogen werden. Da ihre Aussagen durchwegs falsch waren, hätten dabei eigentlich Widersprüche zutage treten müssen, die einer Verurteilung im Wege gestanden hätten.

    Fassen wir zusammen: Bei einem normalen Mordprozess braucht es ein Gutachten über die Tatwaffe; der forensische Beweis wird höher eingestuft als der Zeugenbeweis; Zeugen werden einem Kreuzverhör unterworfen; meineidige Zeugen werden bestraft.

    Beim Auschwitz-Prozess und den anderen im Zusammenhang mit den «Vernichtungslagern» geführten Prozessen, wo es nicht um einen oder ein paar, sondern um Tausende und Millionen von Morden ging, hätten diese Prinzipien in erhöhtem Masse gelten müssen. Auf Zeugenaussagen hätte man sich hier noch weniger als bei einem normalen Mordprozess verlassen dürfen, denn erstens lagen die behandelten Geschehnisse zeitlich weit zurück (im Fall des Auschwitz-Prozesses rund 20 Jahre), und zweitens war der subjektive Faktor der Zeugenaussagen hier besonders stark ausgeprägt. Dass die Zeugen, meist ehemalige KZ-Häftlinge, Zorn und Hass auf die Angeklagten verspürten, war nur zu begreiflich. Niemand lässt sich gerne seiner Freiheit berauben, und dass die Zustände in Auschwitz für den Durchschnittshäftling hart und oft unmenschlich waren, wird keiner bestreiten.

    In Tat und Wahrheit wurden sämtliche bei einem gewöhnlichen Mordprozess selbstverständlichen Gepflogenheiten hier über Bord geworfen. Die Tatwaffe wurde von keinem Experten analysiert; kein Zeuge wurde von der Verteidigung aufgefordert, die Vergasungen sowie die Örtlichkeiten, wo sie sich abspielten, im Detail zu schildern; kein Zeuge wurde wegen Widersprüchlichkeiten oder offenkundigen Unmöglichkeiten in seiner Aussage zurechtgewiesen, kein Zeuge lief Gefahr, wegen Meineids belangt zu werden - auch nicht Filip Müller, der, wie früher geschildert, aussagte, er habe gesehen, wie Moll ein Kind in das beim Einäschern der Leichen abfliessende kochende Menscherifett geschleudert habe.

    Adalbert Rückerl, langjähriger Chef der Ludwigsburger Zentralstelle zur Verfolgung von NS-Tätern, gibt offen zu (1):

    Als weiteres Beweismaterial, das in NS-Prozessen im Gegensatz zu anderen Strafverfahren wegen Gewaltverbrechen kaum noch eine Rolle spielt, ist die Einnahme des richterlichen Augenscheins in Form der Besichtigung des Tatorts zu nennen (...). In den weitaus meisten Fällen kann (.. .) eine Ortsbesichtigung wegen der inzwischen eingetretenen Veränderungen in der Bebauung und Vegetation nicht mehr zur Wahrheitsfindung beitragen. Die Schwurgerichte sind deshalb gezwungen, ihre Entscheidung praktisch allein auf den Zeugen- und Urkundebeweis zu stützen.

    Eine mehr als ausführliche Darstellung des grossen Frankfurter Prozesses finden wir in Hermann Langbeins 1965 beim Europa Verlag erschienener, zweibändiger, über tausend Seiten umfassender Dokumentation Der Auschwitz-Prozess. Die Lektüre des Buchs ist für den spezifisch an der Gaskammerthematik Interessierten unendlich frustrierend, denn obwohl am laufenden Band von «Gaskammern», «der Gaskammer», «Selektionen für die Gaskammer», «Vergasungen» usw. gesprochen wird, erfährt er so gut wie nichts Konkretes. Zum Beispiel gibt der Angeklagte Franz Hofmann folgende Darstellung der Vergasungen (2):

    Vor den Gaskammern hat es natürlich auch Widersetzlichkeiten gegeben. Da hat es Schläge und Prügel gegeben, mit denen die Judenkommandos die Häftlinge in die als Duschräume getarnten Gaskammern getrieben haben. Diese Kommandos wurden dann ebenfalls vergast. Das war ja immer ein grosser Wirrwarr, ich musste sogar darauf achten, dass nicht Funktionshäftlinge mitvergast wurden. Ja, und manchmal haben wir dann auch mitgeschoben. Ja, was sollten wir denn machen? Es war uns ja befohlen worden.

    Wo lag die Gaskammer? Wie gross war sie? Wie wurde das Gas eingeführt? Wie lange dauerte der Vergasungsprozess? Wie wurde die Kammer ventiliert? Trugen die Sonderkommandos beim Herausziehen der Leichen Schutzanzüge und/oder Gasmasken? All diese Fragen hätten nun aufgeworfen werden müssen, aber sie blieben aus.

    Erstaunlich freimütig wurde im Urteil des Frankfurter Gerichts zugegeben (3):

    ... dem Gericht fehlten fast alle in einem normalen Mordprozess zur Verfügung stehenden Erkenntnismöglichkeiten, um sich ein getreues Bild des tatsächlich Geschehenen im Zeitpunkt des Mordes zu verschaffen. Es fehlen die Leichen der Opfer, Obduktionsprotokolle, Gutachten von Sachverständigen über die Ursache des Todes und die Todesstunde, es fehlen Spuren der Täter, Mordwaffen usw. Eine Überprüfung der Zeugenaussagen war nur in seltenen Fällen möglich (...) Die allgemeinen Feststellungen (...) beruhen auf (...) den glaubhaften Aussagen der Zeugen (...) Böck, ferner auf den handschriftlichen Aufzeichungen des ersten Lagerkommandanten Höss.

    Nehmen wir uns nun die Aussagen des nach Ansicht des Gerichts glaubhaften Zeugen Richard Böck vor. Böck, SS-Kraftfahrer niedrigen Grades, gab folgendes zu Protokoll (4):

    Ein Transport aus Holland war angekommen, die Häftlinge mussten von den Waggons herunterhupfen. Es waren bessere Juden, Frauen mit Persianermänteln waren dabei. Sie kamen in Schnellzugwaggons. Lastwagen sind schon bereitgestanden, vor ihnen eine Holztreppe, und die Leute sind hinaufgestiegen. Dann sind alle losgefahren. In der Gegend, in der früher die Ortschaft Birkenau war, ist nur mehr ein langes Bauernhaus gestanden, daneben vier oder fünf grosse Baracken. Drinnen standen die Leute auf Kleidungsstücken, die hoch am Fussboden lagen. Blockführer und ein Unterscharführer mit einem Stock waren dort. Hölblinger sagte zu mir.- « Gehen wir jetzt hinüber. » Dort stand eine Tafel.- «Zur Desinfektion. » Er sagte: «Jetzt bringen sie noch Kinder her. » Da haben sie die Tür aufgemacht, die Kinder reingeschmissen und dann die Tür wieder zugemacht. Ein furchbares Geschrei war zu hören. Ein SS-Mann ist aufs Dach gestiegen. Die Leute haben zehn Minuten lang geschrien. Dann haben Häftlinge die Türen aufgemacht. Es war alles untereinander und verkrampft. Es ist ganz heiss herausgekommen. Die Leichen sind auf einen Leiterwagen verladen und zu einem Graben geführt worden. Die Nächsten zogen sich in den Baracken schon aus. Ich habe damals meine Frau vier Wochen lang nicht angeschaut.

    Folgende, dem Vernehmungsprotokoll entnommene Schilderung Böcks fehlt in Langbeins Buch. Es ist nicht ganz klar, ob der SS-Mann hier die gleiche oder eine andere Vergasung beschreibt (5):

    Eines Tages, es war im Winter 1942/43, fragte mich H., ob ich Lust hätte, einmal zu einer Vergasungsaktion mitzufahren (...) Der angekommende Transportzug stand auf der freien Strecke ) Sie wurden alle aufgeladen und zu einem ehemaligen Bauernhaus gefahren ( .. Nachdem der gesamte Transport - es dürfte sich um etwa 1000 Menschen gehandelt haben - in dem Gebäude war, wurde das Tor geschlossen. Anschliessend kam ein SS-Mann - ich glaube es war ein Rottenführer - zu unserer Sanka und holte eine Gasbüchse heraus. Mit dieser Gasbüchse ging er zu einer Leiter (...) Dabei bemerkte ich, dass er beim Besteigen der Leiter eine Gasmaske auf hatte (...) Er schüttete den Inhalt der Büchse in die Öffnung (...) Als der das Türchen wieder geschlossen hatte, setzte ein unbeschreibliches Schreien in dem Raum ein (...) Das dauerte etwa 8 bis 10 Minuten, und dann war alles still. Kurze Zeit später wurde das Tor von Häftlingen geöffnet, und man konnte noch einen bläulichen Nebel über einem riesigen Knäuel Leichen schweben sehen (...) Allerdings habe ich mich gewundert, dass das Häftlingskommando, das zum Wegschaffen der Leichen bestimmt war, den Raum ohne Gasmasken betrat, obwohl dieser blaue Dunst über den Leichen schwebte, von dem ich annahm, dass es sich um Gas handelte.

    Soweit die Aussage eines vom Frankfurter Gericht als besonders glaubhaft eingestuften Augenzeugen. Andere in Langbeins Dokumentation aussagende Aussagen über Vergasungen sind dermassen vage, dass wir es für sinnlos halten, welche zu zitieren. - Wer sich mit dem Frankfurter Auschwitz-Prozess ernsthaft auseinandersetzen will, kommt unter keinen Umständen an der Lektüre von Wilhelm Stäglichs Auschwitz-Mythos vorbei, dessen viertes Kapitel eine hervorragende Analyse jenes Prozesses aus der Sicht eines Richters enthält.


    Anmerkungen zur Zeugenaussage

    1) Adalbert Rückerl, NS-Verbrechen vor Gericht, c. f. Müller, 1984, S. 240/241.
    2) Langbein, S. 240/241.
    3) Urteil des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, Aktenzeichen 50/4 Ks 2/63, S. 108 ff., zitiert nach Rudolf, S. 113.
    4) Langbein, S. 74.
    5) Vernehmung des Zeugen Böck, Aktenzeichen 4 Js 444/59, Blätter 6878 ff, zitiert nach Rudolf, S. 111.


  • Kritik

    Karrikatur Konk zur Vergasungslüge (21 KB)

    Illustration 14: So sieht der französische Karikaturist Konk die Vergasungen.

    Bild oben rechts: Man stiess die Opfer in die Gaskammer; Mitte links: Man schloss die Tür und warf das Zyklon B ein; Mitte rechts: Man wartete ein paar Minuten; Unten links: «Die noch zuckenden Opfer fielen in unsere Arme.»; Unten rechts: UNMÖGLICH! Alle wären gestorben! Man muss einen mit Zyklon gesättigten Raum stundenlang lüften(der Hersteller schreibt 24 Stunde vor).

    40 Jahre Holocaust-Propaganda, und kein Journalist erkundigt sich mal bei einem Toxikologen.

    Lesen Sie Romane statt Zeitungen!

    Wie im Zusammenhang mit Zeugenaussage 24 erwähnt führt Till Bastian in seinen beiden antirevisionistischen, in der ZEIT erschienen Artikel den SS-Mann Richard Böck, ohne ihn zu nennen, als Kronzeugen der Vergasungen an. Er zitiert auch die Aussage Böcks über die Vergasung in einem Bauernhaus, lässt aber einen entscheidenden Satz wohlweislich weg. Einem kritischen ZEIT-Leser fiel dies auf, und er schrieb am 1. Oktober 1992 an die Redaktion des Blattes (1): «Ich gestehe, dass ich zu diesen [durch die revisionistischen Argumente] Verunsicherten gehöre. Vielleicht sind Sie aber in der Lage, mir meine Unsicherheit zu nehmen. Vorher müssten Sie mir aber noch verraten, warum Sie die folgende Passage von Böcks Aussage nicht abgedruckt haben: ‹Allerdings habe ich mich gewundert, dass das Häftlingskommando, das zum Wegschaffen der Leichen bestimmt war, den Raum ohne Gasmaksen betrat, obwohl dieser blaue Dunst über den Leichen schwebte, von dem ich annahm, dass es sich um Gas handelte.› »

    Bei dieser Gelegenheit darf ich auf folgende Widersprüche hinweisen und bitte, sofern möglich, um Aufklärung:

    1) Freigesetztes Zyklon B (Blausäure) ist nicht sichtbar. Das Gas ist vollkommen farblos.

    2) Böck zufolge muss das Lagerkommando gegen Zyklon B immun gewesen sein.

    3) Böck will diesen von ihm geschilderten Vergasungsvorgang in den zu Gaskammern umgebauten Bauernhäusern gesehen haben. Die Firma Hansa-Luftbild kommt nach einer gutachterlichen Auswertung von einer Reihe von alliierten Luftbildern am 10. 7. 1991 zu dem Ergebnis, dass es zu dem bezeugten Zeitpunkt die bezeugten Bauernhäuser, die offenen Gruben, die Baracken und die Rauchentwicklung nicht gegeben hat.

    Ich bitte um die ungekürzte Veröffentlichung dieses Schreibens als Leserbrief, wobei ich für die Beantwortung meiner aufgeworfenen Fragen im voraus danke.»

    Der ZEIT-Leser dankte umsonst im voraus, denn der Leserbrief wurde weder gedruckt, noch wurden die Fragen beantwortet. Die ZEIT-Redaktion und Herr Till Bastian wissen warum.


    Anmerkung zur Kritik

    1) DIE ZEIT lügt! Stellungnahme von vier Wissenschaftlern zu einer Serie der Wochenzeitung DIE ZEIT. Verlag Remer & Heipke, Postfach 1310, Bad Kissingen, S. 33.


    Zurück zum Inhaltsverzeichnis
    Zum nächsten Kapitel
    Zum vorhergehenden Kapitel