• Augenzeugenbericht Nr. 30: Elie Wiesel

    Elie Wiesel ist der berühmteste «Holocaust-Überlebende» der Welt. Ende der siebziger Jahre ernannte ihn der damalige US-Präsident Jimmy Carter zum Vorsitzenden einer Kommission zur wissenschaftlichen Erforschung des Holocaust, und 1986 wurde er mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

    Wiesel, 1928 in Rumänien geboren, war vom April 1944 bis zum Januar 1945 in Auschwitz und Birkenau interniert. Kurz vor der Räumung des Lagers erkrankte er an einem Fussleiden. Er kam ins Krankenhaus und erhielt medizinische Betreuung. Inzwischen rückte die Rote Armee näher. Den Häftlingen wurde eröffnet, die Gesunden würden nach Westen evakuiert, die Kranken dürften zurückbleiben, wenn sie wollten. Elie und sein Vater gehörten zu den Kranken. Welche Wahl trafen sie wohl? Blieben sie im Lager zurück und erwarteten sie die Ankunft der Befreier? Keine Rede davon: sie schlossen sich freiwillig den Deutschen an; wer es nicht glaubt, lese es in La Nuit oder der deutschen Übersetzung Die Nacht zu begraben, Elischa nach. Beide kamen nach Buchenwald, wo Elies Vater kurz vor Kriegsende starb. Er selbst gelangte nach Frankreich, wo Fran~ois Mauriac 1958 die französische Version seines ein Jahr zuvor in jiddischer Sprache publizierten Erlebnisberichts unter dem Titel La Nuit lancierte.

    In diesem Buch erwähnt Wiesel die Gaskammern mit keinem einzigen Wort (2). Dies bedeutet, dass er sie weder gesehen noch davon gehört hat, denn sonst hätte er davon berichtet. Anstelle der Gaskammern sah Wiesel, was ausser ihm keiner sah (2):

    Nicht weit von uns entfernt loderten Flammen aus einer Grube hervor, riesenhafte Flammen. Man verbrannte dort irgend etwas. Ein Lastwagen fuhr ans Loch heran und schüttete seine Ladung hinein. Es waren kleine Kinder. Babys! Ja, ich hatte es gesehen, mit meinen eigenen Augen... Kinder in den Flammen (verwundert es da, dass seit jener Zeit der Schlaf meine Augen flieht?). Dorthin gingen wir also. Etwas weiter weg befand sich eine andere, grössere Grube für Erwachsene (...) «Vater», sagte ich, «wenn dem so ist, will ich nicht länger warten. Ich stürze mich in den elektrischen Stacheldraht. Das ist besser, als stundenlang in den Flammen dahinzuvegetieren.»

    Das stundenlange Dahinvegetieren in den Flammen blieb Elie Wiesel erfreulicherweise auch ohne Sprung in den elektrischen Stacheldraht erspart, denn:

    Unsere Kolonne hatte noch etwa 15 Schritte zurückzulegen. Ich biss mir auf die Lippen, damit mein Vater mein Zähneklappern nicht hören sollte. Noch zehn Schritte. Acht, sieben. Wir marschierten langsam, wie hinter dem Leichenwagen unseres eigenen Begräbnisses. Nur noch vier Schritte. Drei Schritte. Sie war nun ganz nahe, die Grube mit ihren Flammen. Ich nahm alle meine noch verbleibenden Kräfte zusammen, um aus der Reihe zu rennen und mich in den Stacheldraht zu werfen. Tief in meinem Herzen nahm ich Abschied von meinem Vater, vom gesamten Weltall, und unwillkürlich bildeten sich Worte und traten in Form eines Gemurmels auf meine Lippen: Yitgadal veyitkadach chmé raba... Sein Name sei erhöht und geheiligt. Mein Herze wollte schier zerspringen. Es war soweit. Ich stand vor dem Antlitz des Todesengels... Nein. Zwei Schritte vor der Grube befahl man uns, abzudrehen, und man hiess uns in eine Baracke eintreten.


    Anmerkungen zur Zeugenaussage

    1) Elie Wiesel, La Nuit, Editions de Minuit, 1958, S. 57 ff.
    2) In der von Curt Meyer-Clason zu verantwortenden deutschen Übersetzung Die Nacht zu begraben, Elischa (Ullstein, Auflage von 1990) tauchen die Gaskammern dann plötzlich auf; immer, wenn Wiesel «crématoire» schreibt, übersetzt Meyer-Clason dies mit «Gaskammer», beispielsweise auf Seite 53, wo «Ihr Armen, ihr geht in die Gaskammer» steht. Im Original lautet der Satz: «Malheureux, vous allez au crématoire» (S. 57). So arbeiten die Fälscher. Selbst in Buchenwald ortet Herr Meyer-Clason noch eine - im französischen Text (S. 163) nicht existierende - Gaskammer (S. 140: An nächster Nähe ragte der Schornstein der Gaskammen.»)


  • Anstelle einer Kritik der Zeugenaussage 30: Exkurs über die Tötungsmethoden in den «Vernichtungslagern»

    Statt die zitierte Passage aus La Nuit auf ihre inhaltlichen Unmöglichkeiten hin zu untersuchen - was sich wirklich nicht lohnt, oder sollen wir ein medizinisches Gutachten darüber einholen, dass Menschen ganz unmöglich stundenlang im Feuer leben können? -, wollen wir an dieser Stelle einen Exkurs über die in den Zeugenaussagen auftauchenden Methoden der Menschenausrottung in den «Todesfabriken» einfügen. Der mit der Materie Unvertraute nimmt als selbstverständlich an, dass in den «Vernichtungslagern» nach einhelliger Aussage der Zeugen mit Gas gemordet wurde, doch dies ist keineswegs der Fall. Während der Kriegszeit und teils noch bis tief in die fünfziger Jahre hinein geisterten noch allerlei andere Varianten in den «Erlebnisberichten» herum.

    Bereits im Zusammenhang mit den Heissluftentlausungskammern (vgl. Augenzeugenbericht Nr. 26) verwiesen wir darauf, dass diese wahrscheinlich den Anstoss zum Mythos von den Hinrichtungsdampfkammern gegeben haben. Letztere tauchten in der Kriegspropaganda regelmässig auf. So berichteten die New York Times am 8. August 1943 über Massenmorde mit Dampf, die wie folgt abliefen:

    Wenn die Zellen voll sind, werden sie geschlossen und versiegelt. Durch Öffnungen wird Dampf eingelassen, und der Erstickungstod der Opfer tritt ein...

    Wie erwähnt kamen die Dampfkammern von Treblinka auch im Nürnberger Dokument PS 3311 zu Ehren. - Eine weitere, beispielsweise in Wassili Grossmans Hölle von Treblinka beschriebene Mordmethode bestand darin, aus den Todeskammern die Luft herauszupumpen, so dass die Eingeschlossenen erstickten. Diese - technisch vollkommen unmögliche - Geschichte verschwand aus der Propaganda schon bald.

    Wenig Erfolg war auch den Kalk-Hinrichtungswagen beschieden, die Jan Karski in seinem 1944 in den USA erschienenen Buch Story of a Secret State sehr anschaulich schilderte. Laut Karski wurden die Juden im Lager Belzec wie folgt zu Tode gebracht (1):

    Der Boden des Zuges [in den die Juden gepfercht worden waren] war mit einer dicken Schicht eines weissen Pulvers bedeckt. Es war ungelöschter Kalk. Jeder weiss, was geschieht, wenn man Wasser auf Kalk giesst (...) Der Kalk wurde in doppelter Absicht von den Deutschen verwendet: er war billig und befriedigte zugleich ihre Grausamkeit. Durch die Berührung mit dem Kalk wird das Fleisch rasch dehydriert, «verbrannt». Den Insassen des Zuges wurde das Fleisch langsam von den Knochen gefressen (...) Es dauerte drei Stunden, bis der Zug ganz gefüllt war. Die Abenddämmerung war hereingebrochen, als die 45 Wagen (ich hatte sie gezählt) voll waren. Der Zug mit seiner gemarterten Menschenfleischladung schaukelte und gellte von Geheul wider wie verhext. Im Lager wälzten sich einige Dutzend Leiber in den letzten Todeskrämpfen auf dem Boden. Mit rauchenden Flinten in den Fäusten streiften die deutschen Polizisten umher und gaben den Sterbenden den Rest. Nun war es im Lager still. Nur die Schmerzensschreie aus dem Zug durchbrachen noch das Schweigen. Dann verstummten auch sie, und es blieb nur noch der süssliche, ekelerregende Geruch des vergossenen Blutes in der Luft schweben. Die Erde blutete (...) Ich wusste, wo der Bestimmungsort des Zuges lag. Er würde etwa 100 Kilometer weit fahren. Dann würde er auf einem Öden Felde anhalten und dort regungslos drei, vier Tage stehenbleiben, bis der Tod in die hintersten Winkel der Wagen gekrochen war.

    Vollkommen anders stellt Dr. phil. Stefan Szende die Judenvernichtung im Todeslager Belzec dar (2):

    Die Menschenmühle umfasst einen Raum von etwa 7 Kilometer Durchmesser. Dieses Gebiet ist mit Stacheldraht und mit sonstigen Schutzvorrichtungen gesichert. Kein Mensch darf sich diesem Gebiet nähern. Kein Mensch darf dieses Gebiet verlassen (...) Die mit den Juden vollbelasteten Züge fuhren durch einen Tunnel in die unterirdischen Räume der Hinrichtungsstelle ein (...) Alles wurde ihnen abgenommen. Die Sachen wurden sauber sortiert, inventiert und natürlich für die Zwecke der Herrenrasse verwendet. Um dieser komplizierten und zeitraubenden Arbeit zu entgehen, wurden später alle Transporte nackt eingeliefert.

    Die nackten Juden wurden in riesige Hallen gebracht. Mehrere tausend Menschen auf einmal konnten diese Hallen fassen. Sie hatten keine Fenster, sie waren aus Metall mit versenkbarem Boden. Der Boden dieser Hallen mit den Tausenden von Juden wurde in ein darunterliegenes Wasserbassin gesenkt - doch nur soweit, dass die Menschen auf der Metallplatte nicht ganz unter Wasser standen. Wenn alle Juden auf der Metallplatte schon bis über die Hüften im Wasser standen, wurde elektrischer Starkstrom durch das Wasser geleitet. Nach wenigen Augenblicken waren alle Juden, Tausende auf einmal, tot. Dann hob sich der Metallboden aus dem Wasser. Auf ihm lagen die Leichen der Hingerichteten. Eine andere Stromleitung wurde eingeschaltet, und die Metallplatte wurde zu einem Krematoriumssarg, heissglühend, bis alle Leichen zu Asche verbrannt waren.

    Gewaltige Krane hoben dann den riesigen Krematoriumssarg und entleerten die Asche. Grosse Fabrikschornsteine entleerten den Rauch. Die Prozedur war vollzogen. Der nächste Zug wartete schon mit neuen Juden vor der Einfahrt des Tunnels. Die einzelnen Züge brachten drei- bis fünftausend, manchmal auch mehr Juden. Es gab Tage, an denen die Linie nach Belzec zwanzig und mehr solcher Züge beförderte. Die moderne Technik in nazistischer Regie triumphierte. Das Problem, wie man Millionen Menschen hinrichten kann, war gelöst.

    Auch in Auschwitz wurde eine Elektro-Hinrichtungsanlage geortet. Am 2. Februar 1945, einige Tage nach der Befreiung des Lagers, schrieb die Prawda (3):

    Sie [die Deutschen] ebneten die mit Hügeln versehenen sogenannten «alten Gräber» im Östlichen Teil des Lagers ein, entfernten und vernichteten die Spuren des elektrischen Fliessbandsystems, wo Hunderte von Leuten gleichzeitig mit elektrischem Strom getötet worden sind.

    Von diesem Todesfliessband hat man später nie wieder etwas gehört

    Hartnäckig hielt sich in jüdischen Kreisen bis lange Zeit nach dem Krieg eine andere Variante des Ausrottungsmythos, nämlich die vom Verbrennen bei lebendigem Leib. Anschaulichstes Beispiel dafür bietet der als letzter «Augenzeugenbericht» zitierte Abschnitt aus Elie Wiesels La Nuit. Wahrscheinlich stammt der Ausdruck «Holocaust», der eigentlich «Brandopfer» bedeutet, von dieser Phantasie-Völkermordtechnik. Hier als weiteres Beispiel noch ein Auszug aus Eug~ne Aroneanus «Tatsachenbericht» über Auschwitz (4):

    800 bis 900 Meter von der Stelle, an der sich die Ofen befinden, steigen die Häftlinge auf kleine, auf Schienen zirkulierende Wagen. Diese sind in Auschwitz von unterschiedlicher Grösse und können 10 bis 15 Menschen fassen. Sobald er beladen ist, wird der Wagen auf einer schiefen Ebene in Bewegung gesetzt und fährt mit vollem Tempo in einen Gang hinab. Am Ende des Ganges befindet sich eine Wand, und dahinter die Ofenöffnung. Sobald der Wagen gegen die Wand prallt, Öffnet sich diese automatisch. Der Wagen kippt um und schleudert seine Ladung legender Menschen in den Ofen hinein.

    In einer bereits früher zitierten Passage von Rachel Auerbach über Treblin heisst es (5):

    Frauen und Kinder mussten als erste ins Feuer gehen. Doch zunächst gingen in die Baracken, um sich zu entkleiden...

    Anschliessend wird beschrieben, wie Frauen, Kinder und Männer nicht «ins Feuer», sondern in die Gaskammer gingen. Immer wieder fällt auf, wie «das Feuer» oder «der Ofen» mit der Gaskammer zu einem mythischen Ganzen verschwimmt.

    Der Mythos von der Heimsuchung der Juden durch Feuer mag sehr wohl in alten religiösen Vorstellungen wurzeln. In Jesaja 48, 10 spricht der Herr, er habe Israel «im Glutofen des Elends» geläutert. Am Ende dieser Läuterung steht «Zions künftige Herrlichkeit»: «Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir (...) Denn welche Völker oder Königreiche dir nicht dienen wollen, die sollen umkommen und die Völker verwüstet werden (Jesaja 60,2; 60,12). - So mag denn das oft wiederkehrende Bild von den Juden «im Feuer», «im Ofen» oder «in den Gasöfen» (einer Synthese von Ofen und Gaskammer) von den Juden bewusst oder unbewusst als Läuterungsprozess, als Vorstufe zu «Zions künftiger Herrlichkeit», d. h. der jüdischen Weltherrschaft, aufgefasst werden. Damit ist der «Holocaust» zum unverzichtbaren Bestandteil der jüdischen Religion geworden. Ob es allerdings für Nichtjuden von Nutzen sei, sich diese düstere Religion zu eigen zu machen, bezweifeln wir füglich.


    Anmerkungen zum Exkurs

    1) Zitiert nach Robert Faurisson, Réponse à Pierre Vidal-Naquet, La Vieille Taupe, 1982, S.44.
    2) Stefan Szende, Der letzte Jude aus Polen, Europa Verlag, 1945, S. 290 ff .
    3) Zitiert nach Historische Tatsachen, Verlag für Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho/Weser, Nr. 31, S. 4.
    4) Eugène Aroneanu, Camps de Concentration, Office français d'éditions, 1945, S. 182.
    5) Alexander Donat (Hg.), The death camp Treblinka, Holocaust Library, New York, 1979, S.32.


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