• Augenzeugenbericht Nr. 9: Chaim Herman.

    Nächst dem Lagerkommandanten Rudolf Höss sind die Mitglieder des Sonderkommandos fraglos die wichtigsten Augenzeugen dessen, was in Auschwitz geschah. Die Funktion dieser Sonderkommandos schildert Kazimierz Smolen, ehemaliger Leiter der Gedenkstätte Auschwitz, mit folgenden Worten (1):

    Zur Ausführung untergeordneter Arbeiten in diesen Kombinaten des Verbrechens (d. h. den Gaskammern und Krematorien) zwangen die Nazis Häftlinge. Diese Arbeiten bestanden darin, aus den Gaskammern die Leichen der durch Gas erstickten Menschen herauszuziehen und sie in den Krematorien oder auf Scheiterhaufen zu verbrennen. Solche Häftlinge wurden von den SS-Männern aus einem eben erst im Lager eingetroffenen Transport ausgesucht. Von dem Lager wussten also die Neuankömmlinge noch nichts, beziehungsweise sehr wenig (...) Man bildete aus ihnen eine Arbeitsgruppe, das sogenannte Sonderkommando. Um sich die Augenzeugen der von ihnen begangenen Verbrechen vom Halse zu schaffen, liquidierten die Nazis von Zeit zu Zeit einen Teil des Sonderkommandos, indem sie an seine Stelle neue Häftlinge eines neuen Transportes aussuchten. Bei der Liquidierung des Sonderkommandos beliess man sogenannte Fachleute darin, sogenannte Capos und Heizer, die die Krematoriumsöfen bedienten. Während der Arbeitszeit konnten die Häftlinge des Sonderkommandos mit besseren Existenzbedingungen rechnen, was sich hauptsächlich auf den Erhalt von genügend Lebensmitteln, warmer Kleidung usw. bezog. Das Grundprinzip war, die Leute an jeglichen Kontakten mit anderen Häftlingen des Lagers zu hindern. Aus diesem Grunde hielten sich die Häftlinge des Sonderkommandos immer in von anderen Häftlingen getrennten Unterkünften auf. Der Versuch, ja sogar die Absicht, anderen Häftlingen irgendwelche Informationen über die Ausführung ihrer Arbeit zukommen zu lassen, wurde auf der Stelle mit dem Tode bestraft. Da im Laufe der Zeit die Vernichtung immer massenhafter wurde, gab, um die Leistungssteigerung beim Verbrennen der immer mehr anwachsenden Zahl von Leichen zu steigern, die Lagerbehörde die häufige Liquidierung der im Sonderkommando beschäftigten Häftlinge auf. Die SS hatte erkannt, dass jeder neue zum Sonderkommando geleitete Häftling sich erst eine gewisse Fertigkeit aneignen musste, was den Verlauf der Vernichtung, insbesondere das Verbrennen der Leichen, verzögert hätte. Es wurde nur das System der SS-Wachen verschärft, und die Mitglieder des Sonderkommandos wurden teilweise in Unterkünften untergebracht, die sich unmittelbar auf dem Terrain der Vernichtungsobjekte befanden.

    Da die Sonderkommandomitglieder Tag für Tag in den Krematorien und Gaskammern arbeiteten und, folgen wir den Aussagen Kazimierz Smolens, schliesslich sogar dort wohnten, mussten sie über die dortigen Vorgänge um ein vielfaches besser informiert sein als andere Augenzeugen, welche dem Vernichtungsprozess nur ein einziges oder einige wenige Male beiwohnten, und dann womöglich noch aus grösserer Entfernung. Somit sind die Sonderkommandomitglieder Schlüsselzeugen, deren Schilderungen allerhöchste Bedeutung zukommt.

    Wir wollen uns zunächst jenen Sonderkommandoleuten zuwenden, welche vergrabene Handschriften hinterlassen haben. Darüber informieren uns Kogon/Langbein/Rückerl wie folgt (2):

    Bei den Ausgrabungen auf dem Gebiet Birkenau wurde das älteste Zeugnis im Februar 1945 gefunden, bald nach der am 27. Januar 1945 erfolgten Befreiung des Lagers. Es handelt sich um einen Brief in französischer Sprache, datiert mit 6. November 1944, den ein gewisser Chaim Herman für seine Frau und seine Tochter bestimmte. Der in einer Flasche vergrabene Brief wurde in der Nähe eines der Krematorien von Birkenau gefunden. Der Autor, polnischen Ursprungs, gibt an, er sei . am 2. März 1943 von Drancy deportiert worden; sein Name befindet sich tatsächlich auf der Transportliste vom 2. März 1943 aus diesem französischen Sammellager. Der Verfasser ist dem Sonderkommando als Leichenträger zugewiesen worden.

    Am 5. März 1945 wurde auf dem Gebiet des Krematoriums II in Birkenau eine Aluminiumflasche ausgegraben, in der sich ein mit dem 6. September 1944 datierter Brief eines gewissen Salmen Grabowski sowie ein Heft befanden, beide mit derselben Handschrift geschrieben. Der Text hört mitten im Satz auf. Auch dieser Verfasser gehörte zum Sonderkommando.

    Im Sommer 1952 wurde auf dem Gebiet desselben Krematoriums ein Schulheft mit einundzwandzig Seiten handgeschriebenem Text ausgegraben. Die vier ersten sind dem Lager Belzee gewidmet, während sich die siebzehn folgenden auf Auschwitz beziehen. Der ganze Text wurde 194311944 in Birkenau geschrieben, die letztdatierte Seite stammt vom 26. November 1944. Der Name des Verfassers ist unbekannt, aber es geht aus dem Inhalt eindeutig hervor, dass er sehr lange in Auschwitz war und dem Sonderkommando angehört hatte.

    Schliesslich wurde am 17. Oktober 1962 in der Nähe der Ruinen der Gaskammer desselben Krematoriums von Birkenau ein Glastopf mit 65 handgeschriebenen, zum Teil beschädigten und daher schlecht leserlichen Blättern entdeckt. Der Verfasser des Textes, Salmen Lewental, polnischen Ursprungs, war in Auschwitz am 10. Dezember 1942 eingetroffen und dem Sonderkommando zugeteilt worden, das bei den Bunkern 1 und 2 und den Leichenverbrennungsgräben eingesetzt war.

    Wir behandeln die verborgenen Handschriften in der Reihenfolge ihrer Entdeckung und beginnen folglich mit Chaim Herman. Dieser wurde am 3. Mai 1901 in Warschau geboren. In einem uns nicht bekannten Jahr wanderte er nach Frankreich aus, wo er verhaftet und nach Auschwitz gesandt wurde. Wir zitieren aus seinem (im Februar 1945 vom Medizinstudenten Andrzej Zaorski aufgefundenen) Brief (3):

    Birkenau, den 6. November 1944

    An meine Lieben, meine Frau und meine Tochter,

    Anfang Juli dieses Jahres hatte ich die grosse Freude, Euren Brief zu erhalten (ohne Datum), was für meine traurigen Tage hier wie Balsam war Ich lese ihn immer wieder aufs neue und werde mich bis zum letzten Atemzug nicht von ihm trennen.

    Ich hatte keine Gelegenheit mehr, Euch zu antworten, und wenn ich Euch heute mit grossem Risiko und unter grosser Gefahr schreibe, so ist es, um Euch anzukündigen, dass dies mein letzter Brief sein wird, dass unsere Tage gezählt sind, und wenn Ihr eines Tages diese Sendung erhaltet, dann müsst Ihr mich unter die Millionen Brüder und Schwestern zählen, die von dieser Welt verschwunden sind. Bei dieser Gelegenheit muss ich Euch versichern, dass ich ruhig und vielleicht heldenhaft von dannen gehe (das wird von den Umständen abhängen) mit dem einzigen Bedauern, dass ich Euch nicht wenigstens für einen einzigen Augenblick wiedersehen kann. Nichtsdestoweniger möchte ich Euch hier einige Direktiven für Euch geben. Ich weiss, das ich materiell nicht viel zurückgelassen habe, um Eure Existenz zu sichern. Aber nach diesem Krieg, wenn man ein vernünftiges Leben führt und jeder von seiner Hände Arbeit wird bequem leben können, dann versucht Euch mit einem Stricker zusammenzutun, um ausschliesslich auf seine Rechnung zu arbeiten (...) Eine sehr grosse Bitte richte ich an meine teuerste Simone, sie möge ihr Leben sozial und politisch so weiterführen, wie sie ihren Vater gekannt hat, es ist mein Wunsch, sie möge sich so früh wie möglich mit einem Juden verheiraten, mit der Bedingung, viele Kinder zu haben. Wenn das Schicksal mir die Erbfolge meines Familiennamens verweigert hat, so liegt es bei ihr, bei Simone, meinen Vornamen, so wie die anderen der Familie in Warszawa, weiterzugeben (...) Es wird Euch gewiss interessieren, meine Situation kennen zu lernen, also: kurz, denn wenn ich alles schreiben sollte, was ich seit meiner Trennung von Euch erlebt habe, müsste ich mein ganzes Leben lang schreiben, so viel habe ich erlebt. Unser Transport, der aus 1132 Personen bestand, hat Drancy am 2. März bei Morgengrauen verlassen und wir sind am 4. bei Abenddämmerung in einem Viehwaggon ohne Wasser hier eingetroffen, beim Aussteigen gab es schon einige Tote und Wahnsinnige. Hundert Personen wurden aussortiert, um ins Lager zu gehen, worunter auch ich mich befand, der Rest kam ins Gas und dann in die Öfen. Am nächsten Tag, nach einem kalten Bad und nachdem wir von allem, was wir bei uns hatten, entblösst worden waren (ausser meinem Gürtel, den ich noch trage), nach dem Rasieren sogar des Kopfes, schon nicht zu sprechen von Schnurr- und Kinnbart, hat man uns wie durch Zufall in das berüchtigte «Sonder Kommando» gesteckt; dort erklärte man uns, dass wir zur Verstärkung gekommen seien, um als Leichenträger oder als «Chevra Kedischa» [Innung, die sich mit Begräbnissen befasst] zu arbeiten. Seither sind schon 20 Monate vergangen, es erscheint mir wie ein Jahrhundert, es ist ganz unmöglich, Euch alle Prüfungen zu beschreiben, die ich hier durchgemacht habe, wenn Ihr am Leben seid, so werdet Ihr nicht wenige Werke lesen, die aus Anlass dieses Sonder Kommandos geschrieben sein werden. Aber ich bitte Euch, mich niemals schlecht zu beurteilen. Wenn es unter uns Gute und Schlechte gab, so war ich bestimmt nicht unter den Letzteren. Ohne Furcht vor Risiko und Gefahr tat ich in dieser Epoche alles, was in meiner Macht lag, um das Schicksal der Unglücklichen zu mildern, oder politisch das, wovon ich Euch über mein Schicksal nicht schreiben kann, so dass mein Gewissen rein ist, und ich am Vorabend meines Todes stolz darauf sein kann (...) Meine physischen Leiden nahmen gegen Ende September 1943 ein Ende. Seitdem ich meinem Chef die Regeln des Spiels Belotte lehrte, wobei ich mit ihm spielte, war ich von den schweren und unangenehmen Arbeiten befreit. In jener Zeit warichförmlich zum Skelettabgemagert, so dass meine Hände meinen Körperbeim Berühren nicht mehr erkannten, aber seitdem geht es mir wieder besser, und im Augenblick, da es uns an nichts fehlt, und besonders seit dem Monat Mai 1944 haben wir alles im Überfluss (ausser der teuren Freiheit), bin ich sehr gut gekleidet, untergebracht und ernährt, ich bin bei bester Gesundheit, natürlich ohne Bauch, sehr schlank und sportlich, ohne meinen weissen Kopf gäbe man mir 30 Jahre (...) Seitdem ich hier bin, habe ich niemals an die Möglichkeit der Rückkehr gedacht, ich wusste ebenso wie wir alle, das die Verbindung mit jener Welt unterbrochen ist, es ist hier eine andere Welt, wenn Ihr wollt, so ist es die Hölle, aber Dantes Hölle ist ungeheuer lächerlich im Vergleich zur Wirklichkeit von hier, und wir sind ihre Augenzeugen, die nicht überleben dürfen (...)

    Ich möchte Euch bitten, mir einen Dienst zu erweisen. Ich lebte hier zusammen mit einem Kameraden von meinem Transport ein gemeinsames Leben, ein französischer Jude, ein gewisser Fabrikant und Fellhändler aus TOULOUSE, David LAHANA. Es war unter uns ausgemacht, unseren Familien gegenseitig die Nachrichten zukommen zu lassen, wenn einer von uns umkommen sollte, und da als bedauerliches Missgeschick er von mir gegangen ist, so ist es meine Aufgabe, seine Familie durch Deine Vermittlung davon in Kenntnis zu setzen, dass seine Frau, Frau LAHANA, drei Wochen nach unserem Eintreffen hier gestorben ist (sie waren alle lebend mit dreissig anderen Französinnen ins Lager gekommen, die alle schon tot sind), und er selbst ist mit einem Transport von zweihundert Personen - alle vom Sonderkommando - am 24. Februar 1944 nach Lublin abgefahren, wo sie einige Tage später umgebracht wurden (...)

    Mein Brief geht zu Ende, meine Stunden desgleichen, also richte ich mein unwiderruflich letztes Lebewohl an Euch für immer, es ist der letzte Gruss, ich umarme Euch sehr innig zum letzten Mal und bitte Euch noch einmal, mir zu glauben, dass ich leicht von hinnen gehe, da ich Euch am Leben weiss und unseren Feind verloren. Es ist sogar möglich, dass Ihr durch die Geschichte des «Sonder Kommandos» den genauen Tag meines Endes erfahrt, ich befinde mich in der letzten Mannschaft von 204 Personen, man liquidiert gerade das Krematorium II, wo ich in höchster Anspannung warte und man spricht von unserer eigenen Liquidierung im Verlauf dieser Woche (...) Tausend Küsse von Eurem Gatten und Vater.

    P S. Beim Empfang dieses Briefes bitte ich Euch, Frau Germaine COFEN, Union Bank in Saloniki (Griechenland) zu benachrichtigen, dass Leon mein Schicksal teilt, so wie er auch meine Leiden geteilt hat. Er umarmt Alle und empfiehlt Bill seiner Frau besonders (...)


    Anmerkungen zur Zeugenaussage

    1) Hefte von Auschwitz, Sonderheft 1: Handschriften von Mitgliedern des Sonderkommandos, Verlag Staatliches Museum von Auschwitz, 1972, S. 21 ff.
    2) Kogon/Langbein/Rückerl, S. 201/202.
    3) Handschrift von Chaim Herman, In Hefte von Auschwitz, Sonderheft 1 (vgl. Anmerkung 1), S. 193-203.


  • Kritik

    Die - relativ kurze - vergrabene Handschrift des Chaim Herman ist in zweierlei Hinsicht höchst aufschlussreich. Aufschlussreich ist das, was Herman schreibt, fast noch aufschlussreicher das, was er nicht schreibt. Folgende Punkte fallen besonders auf:

    1) Woher wusste Herman die genaue Zahl der von Drancy abfahrenden Juden? Dem Kalendarium zufolge trafen am 4. März 1943 tausend Juden von Drancy ein; von diesen seien 119 registriert und ins Lager eingewiesen, die anderen vergast worden.

    2) Erstaunlicherweise erwähnt der Autor die Vernichtung seiner Glaubensgenossen im «Gas und in den Öfen» nur in einem kurzen Teilsatz, während ihm «das Rasieren sogar des Kopfes, schon nicht zu sprechen von Schnurr- und Kinnbart» mehr Raum wert ist.

    3) Zwanzig Monate lang will Herman als Sonderkommandomitglied tätig gewesen sein. Diese doch recht aussergewöhnliche Arbeit schildert er mit keinem einzigen Satz. Wir erfahren nichts, absolut nichts über die Krematorien und Gaskammern.

    4) Im Mai 1944 begann der traditionellen Geschichtsschreibung zufolge die Ausrottung der ungarischen Juden; binnen 52 Tagen sollen 400'000 dieser Unglücklichen vergast und verbrannt worden sein. Für Chaim Herman war dieser Massenmord zu unbedeutend, um auch nur mit einem einzigen Satz gewürdigt zu werden; wichtiger war ihm der Hinweis auf seinen guten Ernährungszustand, seine schlanke, von keinem Schmerbauch verunzierte Figur sowie sein jugendhaftes Aussehen.

    5) Der Hinweis auf die «Hölle», im Vergleich zu der die Dantesche «ungeheuer lächerlich» wirkt, scheint unter den eben geschilderten Umständen («wir haben alles im Überfluss ausser der teuren Freiheit») etwas gar übertrieben.

    6) In der gesamten Holocaustliteratur wird behauptet, die Sonderkommandoleute seien sicherheitshalber periodisch liquidiert und durch andere ersetzt worden, um gefährliche Augenzeugen der Massaker zu beseitigen. Auch Kazimierz Smolen hebt dies hervor; freilich schreibt er, dass die Abstände zwischen den Liquidierungen mit der Zeit grösser wurden, damit man nicht ständig wieder neue Sonderkommandomitglieder ausbilden musste. Nun berichtet Chaim Herman von 200 Sonderkommandoangehörigen, die am 24. Februar 1944 nach Lublin abgefahren seien. Dies wird vom Kalendarium bestätigt. Dieses vermeldet unter dem Datum des 24. Februar 1944: «Die Zahl der Häftlinge des Sonderkommandos, die die Krematorien in Birkenau bedienen, wird um die Hälfte reduziert, indem 200 Angehörige des Sonderkommandos in das KL Lublin (Majdanek) überstellt werden» (S. 728). In einer Fussnote fährt das Kalendarium fort: «Der Aussage eines Angehörigen des Sonderkommandos Stanislaw Jankowski, vel Alter Feinsilber, zufolge ist die Verlegung in das KL Lublin (Majdanck) eine Vergeltungsmassnahme für die - übrigens nicht geglückte - Flucht von Daniel Obstbaum und vier weiteren Mitgliedern des Sonderkommandos. Um die Häftlinge zu töten, werden sie in das KL Lublin überstellt, wo sie erschossen werden» (ibidem). Wer über eine rudimentäre Denkfähigkeit verfügt, fragt sich hier folgendes:

    a) Wieso liess man die Sonderkommandomitglieder Auschwitz lebend verlassen? Damit sie, in Lublin ausplaudern konnten, was sie dort erlebt hatten? b) Wenn man die Männer «als Vergeltungsmassnahme « für eine Flucht töten wollte, warum tat man dies nicht in Auschwitz? Man hätte sie doch gleich an Ort und Stelle erschiessen oder in einer der stets tadellos funktionierenden Gaskammern ermorden können!

    7) Zweimal verspricht der Autor seiner Frau und Tochter, sie würden dereinst von den Taten und dem Ende des Sonderkommandos lesen. Woher wusste er dies? Er musste doch davon ausgehen, dass alle seine Kameraden genau so liquidiert würden wie er! Wer sollte da noch übrigbleiben, um von den Heldentaten des Sonderkommandos zu künden?

    8) Die Liquidierung der Mitglieder des Sonderkommandos, die Chaim Herman für den kommenden Tag - also den 7. November 1944 - erwartete, soll einer anderen Quelle zufolge am 26. desselben Monats stattgefunden haben. Näheres dazu später (Zeugenaussage Nr. 11).


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