Als ich 1950 "Die Lüge des Odysseus" schrieb, hatte ich die Zeugen des Konzentrations-Phänomens in drei Arten eingeteilt, die ich studiert hatte:
Mißtrauisch gegen mich selbst, um mich nicht dem Vorwurf auszusetzen, von Dingen zu sprechen, die sich etwas abseits meiner eigenen Erfahrungen abgespielt hätten, und um meinerseits nicht in den gleichen Fehler zu verfallen, den ich den andern vorwarf und so Gefahr laufend, die Spielregeln intellektueller Redlichkeit zu verdrehen, hatte ich entschlossen darauf verzichtet, ein vollständiges Verzeichnis der Konzentrationsliteratur jener Epoche zu geben.
Die Zahl der Zeugen zur Sache war also zwangsläufig in jeder Kategorie begrenzt und betrug insgesamt: drei mindere Zeugen1 (den Abt Robert Ploton, Bruder Birin von der Christl. Schule in Epernay, den Abt Jean Paul Renard), einen Psychologen (David Rousset) und einen Soziologen (Eugen Kogon). Dazu ohne nähere Bezeichnung: Martin-Chauffier. Ein sehr glücklicher Umstand fügte es, daß alle, mit Ausnahme eines einzigen, ihre Erfahrungen im gleichen Lager gemacht hatten
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wie ich selbst, und daß es die Repräsentativsten waren. Diese recht einfache Methode brachte mancherlei Vorteile.
Unterstützt und ermutigt durch eine Politik, wie die amerikanisch-russischen Berichte sie vorschrieben, schoß die Konzentrations-Literatur üppig ins Kraut und wurde mehr und mehr ausgeschmückt, um ihrerseits diese Politik zu unterstützen. Es bedeutet für niemand ein Geheimnis, daß die allgemeine Politik der Vereinigten Staaten dahin zielte, durch eine bestimmte Art von Aufsätzen nicht alle Brücken zu den Russen abzubrechen; so ist das z. B. mit dem Märchen von der Gefahr eines Wiederauflebens des Nazismus und des Faschismus in Europa der Fall.
Stalin und Truman (die würdigen Erben Roosevelts) haben gemeinsam gründlich den Auftrag ausgeführt: erstens, Europa zu verhindern, seiner selbst bewußt zu werden und Deutschland in sich aufzunehmen, und zweitens, mangelhaft zu denken. Chruschtschow fährt fort, mit Kennedy das Spiel Stalins und Trumans zu spielen . . . Mit etwas weniger Glück? Es scheint so; aber darüber kann man noch nichts Abschließendes feststellen.
Wie dem auch sei, so um 1950 herum erwachte in manchen guten Geistern der Gedanke, daß es ein Europa gäbe und nahm Gestalt an. Bestand ehemals eine zeitweise Bewußtseins-Belastung durch die Erfahrung der deutsch-französischen Kriege, so waren diesmal zwei andere Anzeichen bestimmend, einerseits, die an Sicherheit grenzende Tatsache, daß Europa — auf sich selbst gestellt — eine leichte Beute für den Bolschewismus werden könnte und andererseits, daß es überhaupt kein Europa ohne Deutschland geben könnte. In Moskau und Tel Aviv hatte man sofort gespürt, woher dieser Wind wehte: wenn er zu einem Sturm ausartete, konnte er nicht verfehlen, in ein vereinigtes Europa einzumünden, das für die Russen eine Isolierung und für Israel das Ende seiner lebenswichtigen Subventionen bedeuten würde, die ihm von Deutschland unter dem Titel "Wiedergutmachung" ausgeschüttet wurden. (Als Ben Gurion den Präsidenten des Bundestages M. Gerstenmeier empfing, erklärte er am 30. November 1962, daß die 850 Millio-
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nen Dollar, auf die sich ihre Höhe bis zum 1. April 1962 belaufen hätte, ein Strohhalm wären.)
Die Gegenoffensive ließ denn auch nicht auf sich warten: zwei Angriffe, die derart aufeinander abgestimmt waren, als seien sie gemeinsam geplant und verteilt, flogen wie Pfeile der gleichen Fertigung und Fälschung historischer Dokumente: der eine im Mantel eines Komitees zur Untersuchung von Kriegsverbrechen und -verbrechern mit Sitz in Warschau und der andere im Mantel eines Weltzentrums zeitgenössisch jüdischer Dokumentation, dessen zwei wichtigste Niederlassungen sich in Tel Aviv und Paris befinden. Gegenstand: Deutschland; Thema: Die Greuel und Gewaltverbrechen, die im zweiten Weltkrieg durch die Nazis mit selbstverständlicher Duldung ganz Deutschlands begangen wurden.
Dies Thema verlangte, daß die Bonner Regierung alle wichtigen nationalen und militärischen Grundsätze zurückstellen müßte, wodurch ein Volk entstand, das unter scharfer Kontrolle recht sorgfältig abseits gehalten wurde.
Die erste Frucht dieser Gegenoffensive war m. W. die "Dokumentation über die Vernichtung durch Gas" (1950) von H. Krausnik, die zweite "Arzt von Auschwitz" (1951) von einem gewissen Dr. Miklos Nyiszli, ungarischem Juden, der im Mai 1944 in dieses Lager deportiert worden war, und als dritte das "Brevier des Hasses" (1951) von Leon Poliakov. Seitdem hat es niemehr aufgehört: jedesmal, wenn sich die geringsten Anzeichen einer Annäherung zwischen Deutschland und anderen europäischen Völkern zeigte (C.E.C.A., Gemeinsamer Markt, Deutsch-französisches Abkommen, usw.), haben wir es erlebt, wie jedesmal eine Veröffentlichung herauskam, die den deutlichen Stempel des Warschauer Komitees, oder eines hervorragenden Mitgliedes des Weltzentrums für jüdische Dokumentation oder auch des Instituts für Zeitgeschichte in München, das eine Mischung von beiden ist, die jedesmal eine noch schrecklichere Anklage als zuvor gegen das Bonner Deutschland darstellte, und über welche dann die Weltpresse einen spektakulösen Angriff in der Öffentlichkeit startete. So wurde denn
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nacheinander veröffentlicht: "Das Dritte Reich und die Juden" (1953) von Leon Poliakov und Wulf, "Die Geschichte des Joel Brandt, ein Tausch von 10.000 Lastwagen gegen eine Million Juden" (1955), "Der Lagerkommandant von Auschwitz spricht", "Tagebuch von Rudolf Hoeß"2 (1958), usw. . . . nur um die nachhaltigsten aufzuzählen. Wollte man sie alle aufführen, würde allein diese Liste ohne jeden Kommentar einen ganzen Band füllen. Erst kürzlich ist eine Sammlung dieses Schrifttums von einem Komitee zum Studium des zweiten Weltkrieges aufgestellt worden. Sitz dieses Komitees ist Paris und seine Initiatoren sind eine Dame, Olga Wormser, des jüdischen Dokumentationszentrums und ein berühmt Ahnungsloser namens Henri Michel. Sie hat die Texte von 208 Zeugen-Aussagen entliehen, und ich muß hinzufügen, daß sie nur die zitiert, die ohne die geringste Abweichung jene Linie verfolgen, die als Zeugnis gewünscht wird, denn in meiner Arbeitsbücherei finden sich fast ebenso viele, die nicht zitiert sind, trotzdem sie auch anklagen, und zwar oftmals sehr viel intelligenter, wenn auch mit ebenso wenig Respekt vor der historischen Wahrheit. Es versteht sich von selbst, daß ich nicht zitiert wurde. Titel dieser Sammlung ist "Die Tragödie der Deportation" (1962). Das Erbitterndste ist hierbei, daß sich bösartige Historiker dazu bereit gefunden haben, diese Zeugnisse mit ihrer Autorität zu verbürgen: Labrousse und Renouvin in Frankreich, Rothenfels in Deutschland, usw. . . . Die Vereinigten Staaten brachten ihrerseits der Sache des Warschauer Komitees und dem jüdischen Weltdokumentationszentrum einen Weiteren zu: Raul Hilberg, dessen Buch "Die Vernichtung der Europäischen Juden" (1961) sicherlich die bedeutendste all jener Veröffentlichungen ist, und der es gelang, sich wenigstens den Anschein — wenn auch nur den Anschein — einer ernsthaften Arbeit zu geben. Zudem ein Denkmal, das zu der Zeit, da ich dies niederschreibe, in Europa noch nicht veröffentlicht wurde, weil die Gemeinschaft der europäischen Juden sich dem widersetzte und zwar auf Grund der
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Bekenntnisse, die es enthält, und die für meine Arbeit die hauptsächlichsten Grundlagen liefern.
Der Vorteil dieser literarischen Überproduktion ist, daß jeder dieser Schwätzer — in dem Bestreben, sich origineller als sein Genosse und noch besser informiert zu geben — die gleichen Tatsachen den einen und den anderen in verschiedener Weise anbietet, sich dabei gegenseitig widersprechend, so daß von Zeit zu Zeit ein Zweifel des einen als Gewißheit des anderen erscheint und alle miteinander schließlich das Gegenteil von dem beweisen, was sie eigentlich beweisen wollten. Das gelang so gut, daß nach dem Urteil im Prozeß von Jerusalem (1961), der allen die Krone aufsetzen sollte, man nun ziemlich genau weiß, was an den 6 Millionen der während des zweiten Weltkrieges in den Gaskammern der Konzentrationslager und anderswo ausgerotteten Juden dran ist.
Und man kann nun endlich mit der Sicherheit, höchstens kleine Irrtümer zu begehen davon sprechen, was zu der Zeit, als ich die "Lüge des Odysseus" schrieb noch nicht der Fall war, weshalb ich mich damals auch noch nicht allzu weit vorgewagt habe. Kurzum: heute weiß man vieles, und der Zweck dieser Schrift ist es, dies bekanntzumachen.
Um vollständig zu sein, müßte man auch all die Filme herzählen, die dazu dienen sollten, die öffentliche Meinung in Einklang mit den Ergebnissen besagter Literatur zu bringen: "Die letzte Etappe", "Kapo", "Die Nürnberger Dokumente" usw. . . . Ich verzichte darauf, denn es würde bedeuten, einen Roman-Katalog der Portiersfrauen von 1946 bis heute aufzustellen, und ich bin keineswegs der Archivar des Amtes der Hausmeister.
So, wie sie sich darbietet, erscheint mir diese Studie — man verzeihe mir — dem Ziel, das sie sich gesetzt hat, völlig zu genügen. Ich glaube, daß man sie ableugnen kann, und sie ist erklärt durch die folgenden Auskünfte, die ich bereits in "Der wirkliche Prozeß Eichmann oder die unbelehrbaren Sieger" 3
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angeführt habe und deren eine vor 16 Jahren vor den Schranken des Nürnberger Tribunals selbst am 29. Januar 1946 und die andere am 24. Februar 1962 vom Führer der Frontkämpfer bekannt gemacht wurde.
In Nürnberg hatte der Ankläger, General Dubost, im Namen Frankreichs am 29. I. 1946 erklärt:
"Die Untersuchungen, die wir in Frankreich angestellt haben, erlauben uns zu bezeugen, daß mehr als 250.000 aus Frankreich deportiert wurden. 35.000 sind davon nur zurückgekehrt. Das Dokument F 497, das unter Nr. R.F. 339 niedergelegt wurde, besagt, daß unter den 600.000 Verhafteten, denen die Deutschen in Frankreich ein Verfahren machten, bei 350.000 ein solches im Hinblick auf eine Internierung in Frankreich oder Deutschland gemacht wurde. Die Gesamtzahl der Deportierten: 250.000, die Zahl der Heimgekehrten: 35.000 (T. VI. p. 338 des C.R. des débats)."
Die Prozentzahl der Überlebenden betrug demnach 14 % und die der Toten 86 %. Aber auf eine Anfrage darüber von einem Abgeordneten, dem Minister für ehemalige Frontkämpfer und Kriegsopfer, antwortete das offizielle Journal am 24. Februar 1962 (Débats parlementaires, p. 229): "Auf Grund der statistischen Ermittlungen vom 1. Dezember 1961 des Nationalen Instituts für Statistik und Wirtschaftsforschung über die Verschleppten und Internierten des Krieges von 1939—1945 beträgt die Zahl der an die Deportierten und Internierten oder deren Rechtsnachfolger ausgegebenen Karteikarten:
| Lebend | Gestorben | |
| Verschleppte (Widerständler) Verschleppte (Politische) Internierte (Widerständler) Internierte (Politische) |
16.702 13.415 9.911 10.117 |
9.783 9.235 5.759 2.130 |
| zusammen | 50.145 | 26.907 |
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Am 24. Februar 1962 ergaben sich die Zahlen für die Deportierten folgendermaßen:
| Insgesamt deportiert: Insgesamt verstorben: Überlebende: |
49.135 19.018 (ungefähr 38 %) 30.117 (ungefähr 62 %) |
Man sieht, wie schwierig es auf Grund dieser Unterlagen ist, die genaue Zahl der Überlebenden und der Toten vom 8. Mai 1945 anzugeben. Sie kamen nach mehr oder minder langem Aufenthalt in Lagern heim. Die Überlebenden waren recht gebrechlich und die damalige Sterblichkeit war offensichtlich größer als gewöhnlich. Ich würde mich nicht wundern, wenn man mir sagen würde, daß von den 19.108, die am 24. Februar 1962 fehlten, 35 oder 45 % erst nach ihrer Heimkehr gestorben wären. In diesem Falle müßte man also annehmen, daß das Verhältnis am 8. Mai 1945 folgendermaßen war: 75—80 % Überlebende, 20—25 % Verstorbene. Dies ist schon an und für sich tragisch genug, ist aber doch recht weit entfernt von den 86 % Toten und 14 % Überlebenden, die in Nürnberg vom Ankläger Dubost herausgestellt wurden. Es handelt sich sogar fast um das umgekehrte Verhältnis!
Diesen zwei Untersuchungen können sich noch zwei ebenso bezeichnende zugesellen:
1. Bei der Gedächtnisfeier zur Befreiung des Lagers Dachau am 16. März 1962 hielt Monsignore Neuhäußler, Erzbischof von München, vor den Vertretern von 15 Nationen eine Ansprache, die der "Figaro" anderntags folgendermaßen wiedergab:
"Heute Nachmittag haben sich trotz eisiger Kälte und Schneetreiben die Pilger im Lager Dachau zusammengefunden, wo 30.000 Menschen ausgetilgt unter den ursprünglich 200.000 aus 38 Nationen, die hier von 1939—45 interniert waren."
Und alle Zeitungen des gleichen Tages veröffentlichten die gleichen Zahlen.
2. Aber Pastor Niemöller hatte in einer Konferenz vom 3. Juli 1946 und in einer Veröffentlichung mit dem Titel "Der Weg ins Freie" bei Franz M. Hellbach, Stuttgart, behauptet, daß
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"238.756 Menschen in Dachau verbrannt worden seien", also eine höhere Anzahl als die aller Internierten!
Das Drama der Juden bei alledem? — Es ist dies: Es sind also nicht 6 Millionen von ihnen vernichtet worden, wie behauptet wird; aber allein in der Tatsache, daß sie es behauptet haben, und daß das Gericht in Jerusalem es bestätigt hat, wie aus allen Quellen hierüber hervorgeht, beweist die Übertreibung des Zeitgenössischen jüdischen Weltdokumentationszentrums als von gleichem Rang wie die des Anklägers Dubost im Vergleich zu der Aussage des Führers der ehemaligen Frontkämpfer sowie die des Pastors Niemöller im Vergleich zu der des Monsignore Neuhäußler.
Denn man lügt niemals ungestraft, und es folgt immer ein Tag der Vergeltung.
Man darf nicht vergessen, daß all diese Lügen in die Welt gesetzt wurden, um sich die nötigen Mittel zur Errichtung des Staates Israel zu verschaffen (Deutsche Wiedergutmachung im Verhältnis zur Zahl der Opfer!). Außerdem ist der Staat Israel de facto auf einer Fläche von 20.000 qkm errichtet worden. De jure besitzt er nur 10.000 qkm, die ihm durch Übereinkunft der UNO vom 29. November 1947 zugestanden wurden. Wenn also die 17.583.057 Juden in der Welt, die die Statistik des Zeitgenössischen jüdischen Weltdokumentationszentrums4 errechnet hat, oder die 18.265.601 des Herrn Raul Hilberg sich dort niederlassen würden, betrüge die Bevölkerungsdichte 875 Personen auf einen qkm oder etwa 915 (die Dichte nach der de-facto-Fläche berechnet), eine Tatsache, die den eingeborenen Arabern gegenüber kaum mit Erfolg durchgeführt werden könnte. Gemessen an der Lebensraum-Politik der deutschen Nationalsozialisten könnte sich dieser Staat wirtschaftlich überhaupt nicht erhalten. Mit seinen 2.270.000 tatsächlichen Einwohnern hat er eine Bevölkerungsdichte von 110—115 Personen auf den qkm. Sein Wirtschaftsleben ist bereits äußerst gefährdet, da sein Haushalt jährlich ein Defizit von 85—100 Millionen Dollar aufweist und ist ebenfalls alljährlich nur durch die Wiedergut-
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machung Deutschlands, die Zuwendungen der Diaspora (milder Ausdruck für die Banken wie Rothschild, Kühn, Loeb & Co. usw., die diese Gaben in regelmäßigen Abständen auf die Weltbevölkerung umlegen), sowie die verlorenen Darlehen und Zuwendungen verschiedener Staaten. Selbst wenn das Weltjudentum nur etwa 13 Millionen betrüge, wie die Internationale Zionistische Bewegung behauptet, wäre an diesem Phänomen nichts geändert: Denn wenn sie alle nach Israel gingen, würde die Bevölkerungsdichte immer noch 650 Personen auf den qkm ausmachen, und seine Wirtschaft könnte sich ebenso wenig tragen.
Unter den europäischen Staaten, die sich an den verlorenen Zuschüssen beteiligen, neigt eine gewisse Politik, die des Generals de Gaulle dazu, sie sogar noch zu erhöhen, und um ihre Erhöhung mehr und mehr zu erleichtern, den Gemeinsamen Markt daran teilnehmen zu lassen.
Es besteht für mich kein Zweifel daran, daß wenn der Gemeinsame Markt diesen Weg beschreiten würde und die anderen atlantischen Staaten sich dem einfügen, der Staat Israel, also ermutigt, nichts anderes tun könnte, als sich noch stärker auf die von Ben Gurion proklamierte Politik des Lebensraumes (ohne diesen Ausdruck zu gebrauchen) einzustellen (Volk und Staat Israel, Minuit-Verlag 1959, pp. 75—81). War dies doch bereits die Veranlassung, sich 10.000 qkm mehr zu genehmigen, als ihm durch Übereinkunft der UNO am 29. November 1947 (Negueew, Pays d'Ammon, Eilath, usw.) zugestanden worden war.
Und am Ende dieser Entwicklung der Ereignisse in diesem Sinne gäbe es wenig Aussicht, daß ein dritter Weltkrieg — wegen der Sorgen um das Öl, dessentwegen die UdSSR nicht gleichgültig bleiben könnten, wie mein Freund Pierre Fontaine sehr richtig sagt — vermieden werden könnte.
Wenn die Internationale Zionistische Bewegung behauptete, daß 6 Millionen Juden in den Gaskammern in Deutschland vernichtet wurden, lieferte sie Chruschtschow das Hauptargument, das er brauchte und mißbrauchte für die Behauptung des Wiederauflebens des Nazismus und des preußischen Militarismus,
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und daß das Deutsche Volk ein Volk von Barbaren sei, und daß es daher gefährlich wäre, es als Ganzes in Europa aufzunehmen. Damit beabsichtigte er, ein echtes Europa, das ohne Deutschland unmöglich ist, bereits im Keime zu ersticken. Indem sie andererseits eine Rechnung präsentiert, die einer Zahl von 6 Millionen mal 5000 DM entspricht, hat sie keine anderen Sorgen, als die Last des fortgesetzten Defizits des Staates Israel, das auf den Banken der Diaspora lastet, zu erleichtern, es aufzuheben und in einen ansehnlichen Gewinn zu verwandeln.
Und alles dies, um schließlich im Mittleren Osten die Voraussetzungen für einen dritten Weltkrieg zu schaffen!
Möchte doch die historische Wahrheit sich früh genug und mit ausreichender Weite und Macht Bahn brechen, um den derzeitigen Lauf der Dinge aufzuhalten und zu erreichen, daß die Wiedergutmachung nicht derartige Formen annimmt, daß die gesamte Welt noch einmal für die Verbrechen einiger Weniger büßen müßte. In Erkenntnis dieser Bedrohung ist das die Gnade, die ich uns allen wünsche.
P. R., Juli 1963
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