Ritter, Tod und Teufel

Albrecht Dürer (Kupferstich)

DER WANDERER

Kein Pfad mehr! Abgrund rings und Totenstille!
So wolltest du's! Vom Pfade wich dein Wille!
Nun, Wand'rer, gilt's! Nun blicke kalt und klar!
Verloren bist du, glaubst du - an Gefahr

Friedrich Nietzsche

VORWORT

Dr. Friedrich Würzbach, ehemaliger Präsident der Nietzsche Gesellschaft verwaltete Nietzsches Nachlaß und verfaßte daraus das Buch "Das Vermächtnis Friedrich Nietzsches". Im Kapitel über den europäischen Nihilismus gibt er folgenden Aphorismus wieder: "Was ich erzähle, ist die Geschichte der nächsten zwei Jahrhunderte. Ich beschreibe das, was kommt, was nicht mehr anders kommen kann: die Heraufkunft des Nihilismus! Diese Geschichte kann jetzt schon erzählt werden, denn die Notwendigkeit selbst ist hier am Werke. Diese Zukunft redet schon in hundert Zeichen-, dieses Schicksal kündet überall sich an; für diese Musik der Zukunft sind alle Ohren bereits gespitzt. Unsere ganze europäische Kultur bewegt sich seit langem schon mit einer Tortur der Spannung, die von Jahrzehnt zu Jahrzehnt wächst, wie auf eine Katastrophe los: unruhig, gewaltsam, überstürzt: wie ein Strom, der ans Ende will, der sich nicht mehr besinnt, der Furcht davor hat, sich zu besinnen."

Diese Formulierung aus dem Jahre 1886 wirkt prophetisch und hat mit der Intuitionssicherheit Friedrich Nietzsches das zwanzigste Jahrhundert, sowie auch den Übergang ins dritte Jahrtausend, eindeutig erfaßt.Wir erleben gegenwärtig den größten geistig-seelischen Auflösungsprozeß der abendländisch-europäischen Geschichte. Die Ursachen dafür sind vielfältiger Natur:

  1. Die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der nachkopernikanischen Zeit lösten und lösen alle religiösen und weltanschaulichen Wertgrundlagen auf. Damit geht die Periode des christlichen Einflusses auf die Politik dem Ende entgegen.
  2. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse ergaben eine totale Veränderung der wirtschaftlichen Gegebenheiten im Rahmen der Zünfte und Genossenschaften und leiteten durch die Technik die Industrialisierung im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert ein.
  3. Damit veränderten sich die gesellschaftspolitischen Verhältnisse und lösten die Führungsrangordnungen: Kirche, Aristokratie, Bürger- und Bauerntum auf.
  4. Die Geisteswissenschaft konnte aufgrund der Fülle des Wissensstandes nicht mehr die weltanschauliche Übersichtlichkeit herstellen. Als Folge hatten und haben die wertbedingten Leitsätze der Politik keine gültigen Maßstäbe mehr. Sie verloren sich in Spezialistentum, Standesegoismen und tagesmaterialistischen Berechnungen.
  5. Die organisch gewachsenen Gemeinschaften wie Großrassen und Völker haben sich durch die verkehrs- und nachrichtentechnische Geschwindigkeit weltweit untereinander beeinflußt, so daß die utopischen Ideologien, Gleichheit der Menschen, Weltfriede, Humanität, internationaler Sozialismus und Kapitalismus entstanden.
  6. Kultur und Kunst sind als Folge dieser Internationalisierung in eine Krise geraten, so daß sie als Ausdruck und Anreger einer seelischen Bereicherung nicht mehr in Frage kommen. Intelektuelle, abstrakte, abartige Darstellungen beschränken sich auf großstädtische Asphaltverhältnisse, die sich immer mehr von der Lebenswirklichkeit entfernen.
  7. Die zwei großen Weltkriege dieses Jahrhunderts zeitigten das Resultat, daß die europäische Vorherrschaft über die Erde beendet wurde. Die Peripheriemächte Rußland und USA lösten die Zentralmacht Europa auf. Die Kolonialherrschaft Englands und Frankreichs im afroasiatischen Raum ging zu Ende; es bildeten sich neue Machtregionen wie z.B. China und Japan, wie auch die Islamische Welt.
  8. Die bevölkerungspolitische Entwicklung, mit der sich die Weltbevölkerung von 1,6 Milliarden Menschen zu Beginn dieses Jahrhunderts auf 6,5 Milliarden Menschen zu Ende dieses Jahrhunderts vermehrte, hat für Europa entscheidende Auswirkungen. Während die weiße Rasse keine Zuwachsrate zu verzeichnen hat, explodiert die Bevölkerung im afro-asiatischen Raum. So werden im Jahre 2000 in Asien 4,3 Milliarden Menschen leben, davon in China 1,4 Milliarden. In diesem Zusammenhang kommen auf die weiße Rasse die größten Entscheidungen der Menschheitsgeschichte zu. Die europäischen Völker und ihre Politiker haben bis zur Stunde die Tragweite der sich anbahnenden Konfrontation mit dem afro-asiatischen Raum nicht erkannt.

Nach den aufgezeigten 8 Punkten stehen die Völker Europas vor einer Weggabelung mit den Weisern: endgültiger Niedergang oder Beginn einer Neuordnung.

Die Frage lautet, ob die biologische Substanz der weißen Rasse so viel Kraftreserven beinhaltet, daß sie zu einer Überwindung des Nihilismus fähig oder ob der endgültige Niederbruch aufgrund der Substanzschwäche vorgezeichnet ist. Der Verfasser ist der Überzeugung, daß die rund 700 Millionen Angehörigen der weißen Rasse im europäischen Raum vom Atlantik bis zum Ural noch so viel Energie in sich tragen, daß sie sich zu einem neuen Höhepunkt ihrer religiösen, kulturellen, politischen, und zivilisatorischen Lebensweise durchringen. Die Voraussetzung ist aber die Abklärung der Begriffe. Es ist notwendig, eine Synthese zwischen Natur- und Geisteswissenschaft zu erreichen, so daß beide Wissenschaftsbereiche zu einem werden. Das bedeutet, eine ganzheitliche Weltanschauung als Grundlage für eine neue politische Ordnung darzustellen.

Aus dieser Erkenntnis wird in der vorliegenden Schrift im ersten Teil eine diesseitig ausgerichtete Weltanschauung aufgezeigt und im zweiten Teil die daraus resultierende politische Neuordnung gefordert.

Mit der Jahrtausendwende geht eine Epoche der Menschheitsgeschichte zu Ende und eine neue eröffnet sich. Es gibt keinen Zeitraum der menschlichen Entwicklung, der so totale Veränderungen mit sich gebracht hat, wie dies in den letzten 2.500 Jahren bis zum Beginn des dritten Jahrtausends der Fall war.

Die Entscheidung, welche Großrasse die Weltführung übernimmt, fällt zwischen der weißen und der gelben Rasse. Diese unausbleibliche Konfrontation muß die gesamteuropäische Strategie im Auge haben. Alle politischen Maßnahmen sind von diesem Gesichtspunkt zu ergreifen. Das deutsche Volk muß sich seiner europäischen Verantwortung bewußt werden.

Nur das Europa der Völker kann diese Herausforderung meistern!


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