Emil Lachout am 27. Oktober 1987:

"Ich bestätige hiermit, daß ich am 1. Oktober 1948 als Angehöriger des Militärpolizeilichen Dienstes beim Alliierten Militärkommando die Richtigkeit der Rundschreiben-Ausfertigung gemäß §18 Abs. 4 AVG beglaubigt habe."

ZEUGE NR. 19

LACHOUT Emil, Ing., Religionslehrer, Magistratsbeamter und Major des Militärpolizeilichen Dienstes (MPD).

VERFOLGUNG: Nachdem Ing. Lachout die Echtheit eines seinerzeit von ihm persönlich unterzeichneten Rundschreibens, welches die Existenz von Gaskammern u. a. in Mauthausen als "falsche Zeugenaussage" bestätigt, beglaubigt hatte, wurde ihm die Lehramtsbefähigung für den evangelischen Religionsunterricht abgesprochen. Das Goldene Verdienstzeichen der Gemeinde Wien wurde ihm aberkannt. Die Österreichische Pfadfinderbewegung hat ihn ausgeschlossen. Er wurde amtlicherseits zur Psychiatrierung bestellt.

Dokument von Prof. Faurisson geprüft: echt. Innenminister Blecha spricht von Fälschung. Ing. Lachout wird von der Polizei nicht als Beschuldigter sondern als Zeuge vernommen. Warum? Staatsanwalt hält Fälschung für "wahrscheinlich", glaubt aber, daß Überprüfung "jahrelang" dauern wird. Universitätsprofessor Yehuda Bauer von der Hebräischen Universität in Jerusalem gibt Ing. Lachout recht: keine Gaskammer in Mauthausen! Vertraulicher Hinweis von Wiener Archivaren: Dokumente für 60 Jahre gesperrt!

Emil Lachout (20 KB)

Zeuge Nr. 19: Ing. Emil Lachout. Er untersuchte 1948 in Mauthausen.

In Toronto sagte Ing. Lachout im Zündel-Prozeß als Zeuge aus. Ich berichtete darüber in der Zeitung "HALT':

ING. LACHOUT IM ZEUGENSTAND TORONTO/WIEN

Ernst Zündel berichtet über seine Eindrücke von der Zeugenaussage des Österreichischen Religionslehrers Ing. Emil Lachout. Es wurde totenstill im Gerichtssaal, als dieser Mann die bestialischen Folterungen beschrieb, die an deutschen Gefangenen im Zuge der Einvernahmen begangen worden waren. Er beschrieb die Arbeit der alliierten Kommission "Allied War Crimes Investigation Commission", der er angehört hatte, welche schon 1948 klar und eindeutig ermittelt hatte, daß es im Altreich und in Österreich keine Gaskammern zur Menschenvergasung gegeben hätte. Er erläuterte dem Gericht, wie es zu dem von der Zeitschrift "HALT" veröffentlichten Lachout-Müller-Dokument gekommen war. Er sprach ruhig und überzeugend. Faurisson nannte Lachouts Zeugenaussage und sein Auftreten vor Gericht später "hervorragend."

Über die Verfolgung Ing. Lachouts schrieb ich in derselben Nummer:

DIE KOLLABORATION SCHLÄGT ZURÜCK: KESSELTREIBEN GEGEN ING. LACHOUT

Das Syndikat der alliierten Kollaboration in Österreich beginnt nun seine Schlinge um den unbequemen und offenbar unbelehrbaren Zeitzeugen, Ing. Emil Lachout, enger zu ziehen. So begannen einzelne Beamte der Österreichischen Staatspolizei Desinformationen über Ing. Lachout zu verbreiten.

1. Sie luden zahlreiche Personen aus unumerziehbaren Kreisen vor, wobei sie gezielt - wenn auch etwas plump - die Aussagen sowie den Lebenslauf des Ing. Lachout anzweifelten und ihn abwechselnd als Lügner, Betrüger oder Verrückten darzustellen versuchten. (Daß gegen meine Person insbesondere seit Veröffentlichung des Müller-Lachout-Dokuments ähnliche Umtriebe im Gange sind, in die auch Randfiguren der nationalen "Szene" von den Initiatoren eingebunden wurden, wird zum gegebenen Zeitpunkt Gegenstand einer umfassenden Berichterstattung, versehen mit genauen Namen, Firmen- und Vereinsregisterauszügen, sein.)

2. Ing. Lachout wurde das Goldene Verdienstzeichen der Gemeinde Wien, für das er bereits vorgesehen war, nach der Veröffentlichung des Dokumentes nicht verliehen.

3. Nach seiner Rückkehr vom Zündel-Prozeß aus Kanada fand Ing. Lachout einen amtlichen Brief vor, in dem er aufgefordert wurde, sich einer psychiatrischen Untersuchung zu unterziehen.

4. Ein Schreiben des evangelischen Oberkirchenrates setzte ihn davon in Kenntnis, daß er niemals die Befugnis gehabt hätte, als evangelischer Religionslehrer zu unterrichten. Seine Zulassung als Lehrer sei "ein Irrtum" gewesen, er dürfe seinen Beruf ab sofort nicht mehr ausüben und könne sich gegen dieses Berufsverbot auch nicht mittels Beschwerde zur Wehr setzen, da ihm die Lehrbefähigung ja "nicht entzogen" würde, sondern er dieselbe gar nicht gehabt hätte.

Erstaunlich, was ein solches Dokument über Mauthausen alles bewirkt. Den Eingeweihten würde es wohl kaum erstaunen, wenn man Ing. Lachout demnächst mitteilte, daß er gar nicht geboren worden und daher ein solches Dokument überhaupt nicht unterzeichnet haben könnte.

5. Dem Gericht, das wegen Veröffentlichung des Dokumentes gegen mich eine gerichtliche Voruntersuchung eingeleitet hat, Ing. Lachout jedoch bloß als "Zeugen" vernimmt, obwohl dieser - wenn das Dokument falsch wäre - doch zumindest Mittäter sein müßte, hat nun eine neue Waffe gegen Ing. Lachout gerichtet: Es ist im Besitz eines Gutachtens, erstellt von einem "gerichtlich beeideten Sachverständigen", welcher behauptet, das aus dem Jahre 1948 stammende Dokument sei vermutlich mit einer Olivetti-Schreibmaschine, Baujahr 1984, geschrieben worden. Das Gutachten hat jedoch einen Schönheitsfehler: Es enthält einen Nebensatz, der besagt, daß es auch aus einer anderen Schreibmaschine aus den vierziger Jahren stammen könnte. Ich selbst bin zwar kein Techniker, aber ich meine, daß vierzig Jahre Altersunterschied bei einem technischen Gerät nicht bloß für einen amtlichen Sachverständigen, sondern auch für eine Gemüsefrau reichen müßten, um hier zu einem eindeutigen Urteil über das Alter der Schreibmaschine zu kommen. Hätten Österreichische Gerichte den Sachverständigenelan, den sie nun betreffend des Müller-Lachout-Dokumentes an den Tag legen, vor drei Jahrzehnten in bezug auf das "Tagebuch der Anne Frank" verwendet, so wäre jene tatsächliche Fälschung anhand des um zehn Jahre zu jungen Kugelschreibers schon lange offenkundig geworden.

6. Neben verschiedenen anderen Repressalien gegen den Zeugen ist sein Rausschmiß aus dem "Österreichischen Pfadfinderbund" (ÖPB), wohl mit der originellsten Art von Logik begründet worden und deshalb vollinhaltlich hier abgedruckt. Bitte lesen Sie selbst, wie sehr die morschen Knochen dieser Organisation und ihrer diversen Feldmeistern und Feldmeisterinnen allhier zu zittern beginnen:

Lieber Emil!

Unabhängig davon teilt Dir die 1. Kolonne mit, daß Du gem. mündlicher Weisung unserer BFM Judith Frisch-Wurth vom 28. 04. 1988 bis zum 10. 05. 1988 Deine Mitgliedschaft beim ÖPB freiwillig zurücklegen sollst. Bei etwaigen Rückfragen bitten wir, daß Du Dich ausschließlich nur an unsere BFM wendest. Begründung: Die Erwähnung Deines Namens in verschiedenen Artikeln bereits beschlagnahmter Zeitschriften, in denen Du Stellungnahmen zu Verbrechen des NS-Regimes abgibst, werden von uns, egal in welcher Form sie verteidigt werden können, voll und ganz abgelehnt. Der ÖPB und seine Mitglieder bekennen sich voll und ganz zur demokratischen Republik Österreich und beugen in Ehrfurcht und tiefer Trauer ihr Haupt vor den Opfern des Nationalsozialismus. Die 1. Kolonne legt daher auf folgende Feststellung wert: Die unter Erwähnung Deines Namens publizierten Artikel werden von uns schärfstens abgelehnt. Wir identifizieren uns in keiner Weise mit den darin enthaltenen Äußerungen, Meinungen und Ansichten. Wir geben zu, daß Du die 1. Kolonne oder Gilde niemals mit solchen Dingen konfrontiert hast und dies anscheinend nur Deine Privatmeinung darstellt. Trotzdem sind wir davon voll und ganz überzeugt, daß auch Privatmeinungen unserer Mitglieder den Grundsätzen des ÖPB gerecht werden müssen.

Für die Führerschaft der 1. Kolonne u. G/1 :

Albert TRÄGER, DFM

Lachout-Dokument oder auch Müller-Dokument (45 KB) Amtsbestätigung für Emil Lachout (41 KB)

Das "Müller-Dokument" wurde von Minister Blecha und Staatspolizistt Krassnig als Fälschung bezeichnet, da es angeblich einen MPD (Militärpolizeilichen Dienst) nie gegeben hat.

Aus diesem Grunde hat sich der Autor entschlossen, ein weiteres Dokument vorzulegen: Die Ernennungsurkunde Ing. Lachouts zum Major des MPD. Auch eine Fälschung?


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