Befreite Häftlinge des KL Auschwitz-Birkenau (36 KB)

So sahen die Häftlinge der KZ wirklich aus (Birkenau nach Eroberung des Lagers durch russische Truppen).

Josef Stuparek:

"Nach dem vom Auswärtigen Amt in Bonn erhaltenen Schreiben vom 8. Jänner 1979 wird mir bestätigt, daß es in Auschwitz jedoch keine Gaskammern gab."

ZEUGE NR. 33

STUPAREK Josef, Zeitzeuge, Häftling in Auschwitz nach dem Krieg. München / BRD.

Wann wurde die Gaskammer gebaut? Ein Auschwitz-Häftling fragt. In der "Deutschen Nationalzeitung" veröffentlichte Josef Stuparek am 19.1.1979 folgenden Leserbrief:

Als kriegsgefangener Deutscher befand ich mich vom 20. Juni bis 3. September 1945 im Lager Auschwitz. Der für mich ausgestellte sowjetische Entlassungsschein trägt die Nummer 2932, ausgegeben vom Kommandeur der Einheit der Roten Armee mit Feldpostnummer 41.751. Nun finde ich in der Tagespresse eine Abbildung, auf der Außenminister Genscher im November 1978 in Auschwitz aus Block II kommt, der als "Block des Todes" vorgestellt wird, in dem sich die Vergasungskammer befinde. Ich selbst war während meiner Gefangenschaft in Auschwitz meist in Block 10 untergebracht. Da wir im Lager Bewegungsfreiheit hatten, gelangte ich zusammen mit mir unbekannten anderen Gefangenen des Öfteren auch in Block II. Als die Nachricht verbreitet wurde, daß sich in den Konzentrationslagern Gaskammern befänden, habe ich mich bemüht, diese im Lager Auschwitz ausfindig zu machen. Dabei bin ich zwar auf das Krematorium gestoßen, konnte jedoch nirgendwo eine Gaskammer feststellen. Auch nicht im Block 11, wo heute über dem Eingangstor in großen Lettern steht "Blok Smierci". Im Juli 1945 wandte ich mich an eine aus sechs Sowjetoffizieren bestehende Lagerinspektion mit der direkten Frage nach eventuellen Gaskammern. Die Antwort war: "Nix Gaskameer". In der Zeit unseres Zwangsaufenthaltes im Lager wurden wir ständig für die kommunistische Idee gedrillt. Jedoch hörten wir kein Wort von einer Gaskammer im Lager. Das Lager Auschwitz mußte im September 1945 plötzlich von allen Kriegsgefangenen geräumt werden. Wann wurden die Gaskammern gebaut?

J. Stuparek, München
("DNZ" vom 19.1.1979)

An die Staatsanwaltschaft Düsseldorf schrieb Herr Stuparek den folgenden Brief:

Josef Stuparek
Schönstraße 22, München 90
München, 20.2.1981

An den Staatsanwalt, Herrn Wolfgang Weber, in Düsseldorf

Betreff: Maydanek-Prozeß beim Landgericht in Düsseldorf.

Sehr geehrter Herr Staatsanwalt!

Zum lesbaren Schreiben des Sonderstandesamtes Arolsen anklicken (79 KB)

Brief Stuparek

Lt. Berichten in Presse, Rundfunk u. Fernsehen führen Sie z. Z. in Düsseldorf einen Prozeß über Leute, die angeblich während des Krieges im ehemaligen KZ Maydanek 250.000 Menschen auf verschiedene Weise umgebracht haben. Auch wird berichtet, daß in Maydanek sechs Gaskammern zur Vernichtung von Häftlingen gewesen sein sollten. Als Gegenüberstellung überreiche ich Ihnen eine Aufstellung einer bundesdeutschen Dienststelle v. 11. Mai 1979, in der angegeben wird, daß in den ehemaligen KZ insgesamt 365.000 Menschen den Tod fanden. Unter diesen auch solche, welche auf natürliche Weise starben. Infolge der krassen Widersprüche um Zahlen, bitte ich Sie um eine diesbezügliche Stellungnahme. Auch um den Nachweis der sechs veröffentlichten Gaskammern in Maydanek. Es wurde auch schon viel über Gaskammern in Auschwitz geschrieben.

Nach dem vom Auswärtigen Amt in Bonn erhaltenen Schreiben vom 8. Januar 1979 wird mir bestätigt, daß es in Auschwitz jedoch keine Gaskammern gab.

Daß diese nun in Auschwitz-Birkenau gewesen sein sollten, konnte bis heute nicht bewiesen werden, da dieses Lager in Birkenau nur aus Baracken bestand.

Hochachtungsvoll
Josef Stuparek


Zum vierunddreißigsten Zeugen
Zum zweiunddreißigsten Zeugen
Zurück zum Inhaltsverzeichnis