II. Teil
Die Deutschen, ein Verbrechervolk
Deutschland 1918 bis 1938

"Selbst wenn man der deutschen Jugend alles unterschlägt; wenn man die Wahrheit über die Vergangenheit mit allen Mitteln unterdrückt und wenn man die deutsche Jugend dauernd mit Lügen, Verfälschungen und Verdrehungen füttert, wird man der deutschen Jugend diese Lügen doch nicht als Wahrheit einreden können: Die deutsche Jugend wehrt sich leidenschaftlich gegen die Vorstellung, ihre Eltern seien samt und sonders Narren, oder Verbrecher gewesen."

"Es gibt nur eine Sünde, die gegen die ganze Menschheit mit allen ihren Geschlechtern begangen werden kann: die ist die Verfälschung der Geschichte."

(Friedrich Hebbel)

"Ausgangspunkt alter Übel, die 1945 über Europa kamen, war eine Geschichtsfälschung. Die Alliierten suchten zur Rechtfertigung eigener Missetaten und historischer Dummheiten, unter riesigem Aufwand von Propaganda und höchst einseitiger Darstellung der Tatsachen, die Welt glauben zu machen, die NS-Bewegung sei nicht eine durch die habgierigen Kurzsichtigkeiten des Versailler Vertrages ausgelöste revolutionäre Metamorphose der deutschen Nation gewesen, sondern eine von gewissenlosen, verbrecherischen Elementen angestellte Verschwörung, deren Teilnehmer sich in hinterhältiger und verräterischer Weise der Macht im Staate bewältigten. Wenn es nach den von den Besatzungsmächten inspirierten Zeitungen ginge, war es einfach nicht wahr, daß neun Zehntel aller Deutschen auf der Welt für die Ideologie des nationalen Sozialismus, für die Idee Großdeutschlands, sich nicht nur begeistert, sondern geradezu aufgeopfert hatten. Diese historischen Fakten sollen einfach nicht gewesen sein und aus dem Buche der Geschichte ausradiert werden. "

(Jon Gheorghe, rumänischer General und Gesandter, in seinem Buche "Automatic Arrest", Deutsch im Druffel-Verlag, Starnberg).

DIE NATIONALE ERHEBUNG DEUTSCHLANDS: EINE SCHÖPFUNG VON VERSAILLES

Was sich in jenen Jahren zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland abspielte, war die nationale Erhebung eines ganzen Volkes, das im Kampfe gegen das Diktat von Versailles geeint wurde.

Das Diktat von Versailles, das den Ersten Weltkrieg abschloß, war gleichermaßen ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wie ein Verbrechen gegen die Sittlichkeit und die wirtschaftliche Vernunft. Mein Werk "Frankreich erwache!" (Justinus, "Frankreich erwache!", Diskus-Verlag, Leipzig, 2 Bde., 1932) bringt eine eingehende populärwissenschaftliche Darstellung dieses Diktates, durch das Deutschland und das deutsche Volk in tiefste seelische Not und in tiefstes wirtschaftliches Elend gestürzt wurden. Selbst die Männer des 20. Juli 1944 - wie Oberst Stauffenberg - und alle Gegner des Nationalsozialismus haben die Sehnsucht, das Streben nach Befreiung des Vaterlandes aus den unerträglichen Fesseln des Versailler Diktates begeistert bejaht.

Es war ein national entwürdigtes, wirtschaftlich hoffnungslos verelendetes, entwaffnetes Volk, das den Mißhandlungen durch die böswilligen, feindlich gesinnten Nachbarstaaten wehrlos ausgesetzt war, das den Parolen deutscher Patrioten - als welcher Hitler auftrat - folgte. Nicht der Nationalsozialismus, sondern der Patriotismus, der Widerstand gegen Versailles, einte damals das deutsche Volk. Der Nationalsozialismus als Lehre ließ das deutsche Volk gleichgültig, aber die Vaterlandsliebe ließ es begeistert Parolen folgen, die ein freies und starkes Deutschland versprachen, eine Rettung aus der Armut, der Arbeitslosigkeit und der hoffnungslosen Verzweiflung.

"Man versetze irgend ein Volk der Erde unter die gleichen Bedingungen wie das deutsche; man entwurzele Millionen durch ein Wahnsinnsdiktat, wie es jenes von Versailles war; man mache das ganze Volk durch eine phantastische Inflation zu Bettlern; man nehme der Jugend jede Aufstiegshoffnung; man verurteile Millionen, die Mehrheit des ganzen Volkes, zu Dauerarbeitslosigkeit und ich möchte das Volk kennen, das unter solchen Umständen nicht genau so reagieren würde, wie das deutsche Volk."

(Dr. Benedikt Kautsky)

Die patriotischen Parolen gegen die nationale Entwürdigung, gegen Armut und Arbeitslosigkeit, Elend und Verzweiflung haben Hitler in die Höhe getragen und an die Macht gebracht. Ohne Versailles wäre Hitler bestenfalls der Führer einer kleinen, unbedeutenden. Splitterpartei geworden. Wahrscheinlich sogar nicht einmal das.

Hitler hatte nicht die tiefgründige Bildung, die ihm einen Anspruch auf die Führung des deutschen Volkes gegeben hätte. Er begegnete, als Person, Mißtrauen und Zweifeln. Er verstand es aber, sich zum Dolmetsch der allgemeinen Wünsche und Sehnsüchte zu machen. Er verstand ein, die tiefe nationale Erregung des deutschen Volkes gegen Versailles, die Unzufriedenheit und den Widerstand gegen die nationale Demütigung, die Sehnsucht nach nationaler Würde und Freiheit, die Auflehnung gegen die wirtschaftliche Not und das wirtschaftliche Elend auszunutzen, um seine Person in den Vordergrund zu spielen. Die Deutschen blieben ziemlich unberührt von den besonderen Zielen des Nationalsozialismus; aber sie waren auf das tiefste aufgewühlt und bewegt von den allgemein vaterländischen Zielen, die - unabhängig von den verschiedenen politischen Parteien und Überzeugungen, von den verschiedenen Religionen und Konfessionen - alle Deutschen damals unterschiedslos ersehnten und erträumten.

Nur im Schatten dieser allgemeinen vaterländischen Ziele gelangte Hitler zur Macht, die ihm sonst niemals zugefallen wäre.

Aus Versailles, aus der tiefsten seelischen, nationalen und wirtschaftlichen Not des deutschen Volkes wurde zwangsläufig und fast naturnotwendig eine neue Vaterlandsliebe geboren. Sie führte zu einem unerhörten Aufbrüche des deutschen Volkes.

Der deutsche Himmel war damals - unter den furchtbaren Folgen von Versailles - schwarz verhangen; das deutsche Volk verkam buchstäblich in Armut, Not und Elend; die Lage in Deutschland war aussichtslos; die Zukunft angesichts des Vernichtungswillens der Sieger völlig hoffnungslos.

In dieser Situation zauberte die Vaterlandsliebe die Morgenröte der Hoffnung an den fernen Horizont des nachtschwarzen Firmamentes, Sie war von echtem Idealismus erfüllt und getragen. Sie stellte hohe ethische Anforderungen an das deutsche Volk; sie verlangte von ihm große Opfer; aber sie verhieß ihm dafür auch Befreiung aus der Entwürdigung und Not und versprach ihm Arbeit und Brot.

Die bedrückten, zerfahrenen, zermürbten, hungernden, notleidenden, arbeitslosen, hoffnungslosen Menschen begannen, aus dieser Erhebung neue Hoffnung und neuen Lebensmut zu schöpfen.

Ihre Erhebung gegen Versailles war gleichermaßen eine nationale wie eine soziale, eine ideale wie eine materielle, eine moralische wie wirtschaftliche; sie hatte vielfach sogar den Charakter und die Merkmale einer mit tiefer religiöser Inbrunst erfüllten religiösen Revolution.

Nur ein sittlich verkommenes, charakterloses Sklavenvolk mit Helotengesinnung hätte sich mit dem Versailler Diktat abfinden können, ohne nicht alles zu versuchen, seine Sklavenketten zu zerbrechen.

DIE DEUTSCHEN, EIN "VERBRECHERVOLK" UND DIE DEUTSCHE REVOLUTION ZUR BEFREIUNG VOM VERSAILLER DIKTAT EIN "VERBRECHEN"

Eine teuflische Propaganda will der Welt einreden, daß alles, was 1933 bis 1945 in Deutschland geschah, ein Verbrechen war, daß alle in dieser Zeit lebenden Deutschen Verbrecher waren und daß die Revolution zur Befreiung von den Ketten des Versailler Diktates, die Deutschland damals bis in seine Grundfesten aufwühlte, ein Verbrechen war.

Das Geschichtsbild, das die vom Weltzionismus teils völlig beherrschte, teils von ihm maßgeblich beeinflußte Weltpresse von den damaligen Verhältnissen und Zuständen in Deutschland gibt, ist so verzerrt, so völlig der historischen Wahrheit und Wirklichkeit widersprechend, daß dieses Bild im Interesse der geschichtlichen Wahrheit einer Korrektur bedarf.

Alttestamentarischer Haß stellt diese Epoche der deutschen Geschichte als Inbegriff alles Verdammenswerten und das deutsche Volk als Ausbund alles Schlechten und Bösen, als "Verbrechervolk" dar. Ein ganz unvorstellbarer Haß verblendet die Zionisten sosehr, daß sie an dieser Zeit und allen Deutschen dieser Zeit kein gutes Haar lassen.

Weder aber war Deutschland damals - wie der zionistische Haß der Welt einzureden versucht - eine Hölle, noch waren die Deutschen Teufel, Bösewichte und Verbrecher, die diese Hölle bevölkerten.

Die Deutschen waren ein ordnungsliebendes Volk, das aus tiefster Seele die Befreiung aus den Fesseln von Versailles genoß, ein fleißiges Volk, das mit Begeisterung die Möglichkeit zur Arbeit die die Revolution ihm wieder eröffnete. Wenn man das deutsche Volk in Ruhe gelassen und nicht mit Krieg überzogen hätte, hätten sich die Dinge wesentlich anders entwickelt; zum Segen und zum Vorteil für alle Beteiligten.

Im Interesse der geschichtlichen Wahrheit muß entgegen der Lügenhetze der alttestamentarischen, blinden Hasser des deutschen Volkes grundsätzlich festgestellt werden, daß das deutsche Volk niemals in seiner Geschichte ein Verbrechervolk war, daß die deutsche Revolution dieser Zeit weder eine Ausgeburt alles Schlechten Lind die Deutschen zu dieser Zeit weder Teufel noch die Personifikation alles Bösen waren.

Kein Zweifel: der Widerstand gegen das Versailler Diktat wir eine Bewegung, die das ganze deutsche Volk wie ein Rausch ergriff. Diese Wirkung hatte ihre guten Gründe. Anders wäre es nicht vorstellbar, daß die weit überwiegende Mehrheit des deutschen Volkes sich damals in die Reihen der nationalen Erhebung, stellte.

"Millionen Deutsche, wenn ich vorsichtig schätze, 85 Prozent aller Deutschen, glauben heute an Hitler."

(Aus G. Ebermayers politischem Tagebuch "Heute gehört uns Deutschland ...", S. 482; Eintragung vom 26. Februar 1933).

Es ist unsinnig, heute die Dinge so darzustellen, als ob diese 85 Prozent des deutschen Volkes lauter Idioten oder alles schlechte Menschen gewesen wären.

Es gab viele schwerwiegende und hinreißende Gründe, die das deutsche Volk in hellen Scharen um die Fahnen des Widerstandes gegen Versailles sammelte.

Es unterliegt auch keinem Zweifel, daß die Entwicklung der Dinge in Deutschland einen wesentlich anderen und ruhigeren Verlauf genommen hätte, wenn die friedliche und ruhige Entwicklung der Dinge nicht gestört worden wäre, die durch schamlose, unsittliche Greuelhetze gegen das deutsche Volk, durch den zionistischen Vernichtungskrieg gegen Deutschland und durch die erfolgreiche zionistische Kriegshetze, die die Welt in den Zweiten Weltkrieg gegen Deutschland trieb. Ohne diese auslösenden Ursachen wäre es niemals zu einer solchen Verschärfung der deutschen Judenpolitik, niemals zu barbarischen, harten Kriegsmaßnahmen gegen die Juden gekommen.

Im Interesse einer gesunden Entwicklung der politischen Beziehungen der Völker in der Zukunft, soll im Nachstehendem versucht werden, in Schlagworten eine kurze, leidenschaftslose und objektive Darstellung zu geben, was damals wirklich geschah.

DIE NATIONALEN BEWEGGRÜNDE UND ZIELE DER DEUTSCHEN REVOLUTION

Die Entstehung und der Erfolg der deutschen Revolution gegen Versailles hatte in erster Linie nationale Gründe. Ihre nationalen Ziele waren - in Sonderheit für die deutsche Jugend - mitreißend; sie entsprachen dem allgemeinen und tiefen Verlangen der deutschen Volkes nach Befreiung von den entwürdigenden Fesseln des Versailler Diktates;

nach Befreiung von der Ehrlosmachung der deutschen Nation durch die Lüge von der alleinigen deutschen Kriegsschuld und durch die Lüge von den deutschen Kriegsgreueln;

nach Befreiung von der schmachvollen Wehrlosmachung, die das deutsche Volk hilflos den fortgesetzten Fußtritten und Demütigungen seitens seiner feindlichen Nachbarn preisgab, die von fanatischem Vernichtungswillen gegenüber allem Deutschen beseelt waren.

nach Befreiung von der nationalen Schmach der Besetzung jahrtausendalten deutschen Kulturbodens durch Franzosen, die die deutschen Bürger mit der Reitpeitsche mißhandelten und die deutschen Frauen den Brünsten der farbigen Besatzungstruppen preisgaben, die sich als Sieger und als Herren der deutschen Bevölkerung aufspielten;

nach Befreiung von Millionen deutscher Menschen von der tschechischen und polnischen Fremdherrschaft, die von fanatischem Haß und Vernichtungswillen gegen alles Deutsche erfüllt war, die deutsche Bürger dem härtesten Entnationalisierungsdrucke aussetzte und sie zwang, den Todfeinden ihres Volkes Militärdienste zu leisten.

Es mußte jedem Menschen mit Sinn für Recht und Freiheit klar sein, daß kein Deutscher sich jemals mit der unerhörten Verstümmelung der Ostgrenzen Deutschlands, mit dem politischen Verbrechen des Danziger Korridors, mit der Unterjochung von 3,5 Millionen Deutschen durch die Tschechen und von 3,9 Millionen Deutschen durch die Polen, mit der Abtrennung des Saarlandes und der Besetzung des Rheinlandes und den astronomischen Reparationen abfinden könnte. Jedes Volk, mit auch nur dem kleinsten Funken und dem kümmerlichsten Rest von nationalem Ehrgefühl, mußte einen solchen Zustand als untragbare Schande empfinden.

Die deutsche Revolution stellte dem deutschen Volke die Befreiung vom fremdnationalen Joche und als faszinierende Ziel eines Volkes in einem Reiche vor und erreichte schließlich wirklich dieses Ziel.

Man wird verstehen, was eine Revolution mit solchen Zielen für das nationale Selbstbewußtsein eines Volkes bedeuten mußte.

DIE ZIELE DER DEUTSCHEN REVOLUTION AUF WIRTSCHAFTLICHEM GEBIETE

Das deutsche Volk starb aber damals nicht nur an der seelischen Not seiner nationalen Bedrückung; es starb gleichzeitig in der furchtbaren physischen Not durch seine vollkommene materielle Ausplünderung und Ausraubung und durch die Zertrümmerung und Vernichtung seines Wirtschaftslebens.

Auf dem Gebiete der Rohstoffe war Deutschland zu einem Bettler geworden: der Verlust an Kohlengebieten machte Deutschland aus einem Ausfuhrland zu einem Einfuhrland; es senkte seine Eisenproduktion von 26,608.000 Tonnen um 21,299.000 Tonnen; seine Zinnproduktion von 646.000 Tonnen um 445.000; seine Bleiproduktion von 145,000 Tonnen um 38.000 Tonnen. Die tropischen Rohstoffe verlor es zur Gänze, denn es wurde seiner gesamten Kolonien beraubt. Durch das Versailler Diktat wurde Deutschland auf allen Gebieten und in jeder Form ausgeplündert und zur Bettlernation gemacht. Es raubte sogar den deutschen Angestellten, die im Auslande gearbeitet hatten, ihren schwer verdienten Arbeitsverdienst, den Sparpfennig für ihr Alter, indem es alle deutschen privaten Auslandsguthaben und Auslandsvermögen beschlagnahmte. Deutsches Privateigentum im Werte, vorn 9.233.000.000 Goldmark war von den USA beschlagnahmt.

Das Diktat verurteilte alle Deutschen durch 100 Jahre zur Schuldknechtschaft und Sklavenarbeit. Es stürzte durch die astronomischen Reparationszahlungen, die es dem deutschen Volke auferlegte, das deutsche Volk in Hunger, Not und Elend. Es verurteilte 20 Millionen Deutsche zur dauernden Arbeitslosigkeit und damit zum Hungertode. Es verurteilte vor allem die deutsche Jugend zur vollständigen Hoffnungslosigkeit und Aussichtslosigkeit, da weder der deutsche Ackerboden noch die deutsche Industrie ihnen Arbeit und Nahrung bot.

Das Diktat brachte schließlich Deutschland einen völligen Zusammenbruch des Geldwertes, eine Inflation, eine Geldentwertung von geradezu astronomischen Ausmaßen, die alle Spar- und Notgroschen sämtlicher deutscher Familien mit einem Schlage vernichtete.

Ein Amerikaner vermag sich einen Begriff von dem Ausmaße dieser Geldentwertung machen, wenn er sich vorstellen kann, daß eine Billion Dollar plötzlich nur mehr den Kaufwert von einem Dollar hätte.

Deutschlands finanzielle Lage war verzweifelt. Nicht weniger als 33 Millionen Deutsche, das sind 36 Prozent der Gesamtbevölkerung, lebten von öffentlichen Mitteln. Sie schafften nicht, sie produzierten nicht, sondern lebten von der Produktion der restlichen Bevölkerung.

Die wirtschaftliche Not war damals in Deutschland so groß, daß viele Menschen das Braunhemd anzogen, nicht weil es braun war, sondern allein deshalb, weil es ein Hemd war.

Deutschland und Österreich hatten neun Millionen Arbeitslose! Unterstützte arbeitslose Familien! Wieviele aber waren es, die vom Staate nicht unterstützt wurden und in dieser Arbeitslosenstatistik nicht aufscheinen und dem bittersten Elend und Hunger verfallen waren.

Nicht nur Arbeiter hungerten! Seit Jahren fanden die Studierenden nach Beendigung ihres Studiums keine Beschäftigung und keine Stellung. Hunderttausende solcher Studenten mußten nach jahrelangem Studium die niedrigste und gröbste Arbeit annehmen, nur um nicht zu verhungern. Hunderttausende, die nach erfolgreichem, jahrelangem, schwerem Studium in einer dürftigen Arbeitsbaracke erwachten. Hunderttausende, die einst von Ovid und Horaz träumten, von Edison und Newton, von Raffael und Michelangelo, von Kant und Hume und nun bettelnd die ganze Welt durchzogen, weil sie in der Heimat einfach verhungern müßten.

Im Wintersemester 1931/32 studierten an den Hochschulen Deutschlands (ohne Österreichs) 130.072 Hörer. Zur gleichen Zeit zählte die offizielle Statistik in Deutschland 137.000 arbeitslose Anwärter mit vollendetem akademischen Studium. Der jährliche Zustrom zu den Universitäten Deutschlands betrug 30.000, der jährliche Abgang 7.000. Dazu kamen noch die rund 17.000 akademischen Studenten an den verschiedenen Hochschulen Österreichs. Die Welt nahm den Hunger und die Not des deutschen Volkes nicht zur Kenntnis. Die Welt nahm nicht zur Kenntnis, daß diese Hunderttausende von verhungernden Ärzten, Ingenieuren, Architekten, Advokaten, Lehrern, Künstlern und Philosophen notwendig die Offiziere der Millionen Arbeiter und Bauern werden mußten, die ebenfalls nichts mehr zu verlieren hatten, bei einer Auseinandersetzung, die angesichts dieser Not schließlich unvermeidbar sein mußte.

Lloyd George warnte damals hellsichtig:

"Materielle Not und nationale Demütigung schaffen einen gefährlichen Explosivstoff, der sich durch juristische Paragraphen nicht bändigen läßt."

Die Revolution versprach dem deutschen Volke Befreiung von dieser ungeheuerlichen und unerträglichen wirtschaftlichen Not. Es versprach den Millionen und Abermillionen arbeitslosen und hungernden Deutschen Arbeit und Brot. Sie versprach der verzweifelten, zum Untergang und zum Verkommen verurteilten deutschen Jugend eine hoffnungsvolle Zukunft.

Man stelle sich das beseeligende Gefühl vor, daß diese Revolution dem verzweifelten deutschen Volke - insbesondere der deutschen Jugend - in Aussicht stellte, von Hunger und Not befreit zu werden und daß das für alle übrigen Völker selbstverständliche Verlangen erfüllt werden sollte, daß jeder deutsche Sohn und jede deutsche Tochter Arbeit finden würde und das werden könne, wozu Gott sie begabt und fähig und geeignet gemacht hatte.

EIN WEITERES ZIEL DER REVOLUTION: SCHUTZ VOR DEM SITTLICHEN NIEDERGANG

In diesen Zeiten höchster wirtschaftlicher und seelischer Not brach noch ein anderes Unglück über das deutsche Volk herein, das sich als noch gefährlicher als die größte wirtschaftliche Not erwies.

Eine große Zahl penetranter, volksfremder, und undeutscher, kernfauler Literaten, Theaterleute, Journalisten und Kabarettisten, sittlich wertloses Gesindel, drängte sich immer mehr vor und gewann immer tiefer gehenden und immer weiter um sich greifenden Einfluß in der Öffentlichkeit und auf das deutsche Volk, insbesondere auf die deutsche Jugend.

Diese - selbst wurzellosen - seelisch haltlosen und sittenlosen Leute fanden ihre Lebensaufgabe darin, die Wurzeln alles dessen anzugreifen, was bisher die Vorzüge und Werte des deutschen Wesens gewesen waren: Die Heiligkeit der Familie, die Ehrfurcht vor der Frau, Treue, Pflichtbewußtsein, Nationalstolz, Heldentum, Aufopferung, Verteidigung des Vaterlandes, Gehorsam vor den selbstgegebenen Gesetzen, Kameradschaft, Soldatentum usw.

Ihr unheilvolles Wirken zerfraß und zerstörte alles mit beißender Ironie und ätzender Verhöhnung alles dessen, was dem deutschen Volke bisher heilig war.

Die Millionen Toten des ersten Weltkrieges wurden verraten, ihr Andenken als "auf dem Felde der Unehre gefallener beschränkter Spießbürger und Dummköpfe" geschändet und besudelt; das deutsche Volk, vor allem die deutsche Jugend, wurde in einen Abgrund tiefster seelischer Leere gestürzt. Insbesondere die Sittlichkeit der deutschen Jugend wurde durch dieses wertlose und innerlich haltlose Gesindel immer mehr und immer stärker von Fäulnis und Zersetzung bedroht.

In dieser Zeit größter seelischer Verwilderung und sittlicher Verlotterung wurde die deutsche Revolution der Wortführer und die Sammelstätte aller jener, die sich gegen dieses volksfremde Literatenpack zur Wehr setzten. So fanden sich im Lager der Revolution alle, die unter diesen ungesunden, sittlich kranken Verhältnissen litten und sich gegen diese immer mehr um sich greifende bedrohliche Sittenfäulnis zur Wehr setzten.


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