IV. TEIL
DER EICHMANN-SCHAUPROZESS IN JERUSALEM

DER FALL EICHMANN

Die Israelis haben den vielgenannten Eichmann in Argentinien unter krasser Mißachtung des Völkerrechts und schwerster Verletzung der argentinischen Souveränität gekidnappt und nach Israel entführt. Nach einem Bericht der kalifornischen Zeitung Jewish Voice wurde er über einen Monat unter Doping gehalten und dann nach. Israel verschleppt', um dort - in Israel - über ihn zu Gericht zu sitzen, obwohl der Staat Israel zur Zeit der Amtstätigkeit Eichmanns noch gar nicht bestand.

Es ist nicht meine Aufgabe, über das in einer Völkerrechtsgemeinschaft völlig unmögliche Vorgehen Israels zu Gericht zu sitzen. Aber die Tatsache muß festgehalten werden, daß sich Israel - wie in vielen anderen Belangen, so auch im Falle Eichmann - außerhalb des für alle Völker geltenden Rechtes gestellt hat.

Die am meisten zionistische Zeitung des Westens, der Manchester Guardian, schreibt:

"Diese Art sprengt zweifellos das internationale Recht und den guten Namen Israels in die Luft."

Die liberale News Chronicle (London) stellt fest:

"Ungeachtet der Sympathien, die man für den Beschluß Israels haben mag, Eichmann vor ein Gericht zu bringen, ist es klar, daß Israel dadurch das Völkerrecht verletzt."

Die Washington Post schreibt unter dem Titel "Dschungel-Recht" am 25. Mal 1960:

"Alles, was mit dem Vorgehen gegen Eichmann zusammenhängt, ist befleckt durch Gesetzlosigkeit. Seine Entführung aus einem anderen Land verletzt das internationale Recht. Die Verbrechen, derer man ihn beschuldigt, wurden in Deutschland und Österreich begangen. Israel hat keine Gerichtsbarkeit, diesen Fall zu verhandeln … Zu behaupten, daß man gegen ihn in Übereinstimmung mit den Formen des Rechts verhandelt, ist eine Verhöhnung des Rechts. Das einzige, was die Regierung Israels im Falle Eichmann tun kann, ist, ihre Rache zu befriedigen; aber sie kann damit nicht das Recht schützen.

Die israelische Regierung hat auch nicht die Autorität, für die Juden außerhalb Israels zu sprechen oder im Namen einer imaginären völkischen Gesamtheit der Juden zu handeln."

Der Londoner Zionist Barry Payton sagte, er glaube nicht, daß Eichmann eine wirkliche und richtige Gerichtsverhandlung zu erwarten habe; er folgerte daraus:

"Ich habe das Gefühl, daß die Rückwirkungen des Falles den falschen Weg gehen und uns den Antisemitismus zurückbringen werden."

Auch der ehemalige Hauptankläger der USA im Nürnberger Prozeß, General Telford N. Taylor, äußerte sich sehr besorgt über die Angelegenheit Eichmann und ist der Meinung, daß dieser Präzedenzfall schwerwiegende juristische Konsequenzen nach sich ziehen werde.

In verschiedenen Zuschriften an jüdische Zeitungen in den USA und in England geben die Leser ihrer Besorgnis über die Folgen des Prozesses Ausdruck. In diesen Zuschriften enthüllt sich das große Unbehagen, das weite und maßgebliche Kreise der Judenheit wegen der Affäre Eichmann ergriffen hat.

John Lines schrieb in Amercian Century (New York, September 1960, S. 127):

"Menschen in aller Welt waren aufs schwerste bestürzt durch das ungesetzliche Kidnapping Adolf Eichmanns durch die Israelis auf dem souveränen Territorium Argentiniens: Christen, Juden, Mohammedaner und andere verurteilten diesen ungesetzlichen Akt."

Der jüdische Geschichtsprofessor an der Havard University, Prof. Oscar Handlin, Pulitzer-Preisträger, sagte (Cambridge, Massachusetts, 14. April 1961):

"Der Eichmann-Prozeß sowie die Art und Weise, wie er zustande kam, widersprechen den überlieferten jüdischen Rechtsbegriffen. Die Entführung Eichmanns, die Anwendung israelischer Jurisdiktion auf seinen Fall sowie die damit verbundenen Verstöße gegen das internationale Völkerrecht zeigen, daß im Gerichtssaal in Jerusalem andere Motive als rein juristische vorherrschen."

(Neues Österreich, Wien, 15. April 1961, S. 4)

Die rechtliche Nicht-Zuständigkeit des Staates Israel für den Eichmann-Prozeß dieser Art ergibt sich auch aus der ausdrücklichen Feststellung des Präsidenten des jüdischen Weltkongresses, Nahum Goldmann, der (nach Le Monde, Paris, vorn 25. Juni 1960) erklärte:

"Der Staat Israel kann nicht das Recht in Anspruch nehmen, das Weltjudentum zu vertreten [1]."

Der Sunday Telegraph, London, schrieb:

"Der Prozeß gegen Eichmann ist eine einzige große Belanglosigkeit. Das Gericht ist nicht zuständig. Die Anklage steht juristisch auf schwachen Füßen. Die Juden Israels haben Jehovas Gebot vergessen: Die Rache ist mein, spricht der Herr."

Hermann Dibon faßt die Lage in den Worten zusammen:

"Durch das Kidnapping Eichmanns und die Anmaßung der Gerichtsbarkeit über ihn hat sich Israel wieder außerhalb des Rechts gestellt.

Eichmanns Tätigkeit lag in einer Zeit, da es überhaupt noch keinen Staat Israel gab und weit außerhalb des Gebietes des heutigen Staates Israel. Was immer Eichmann getan haben mag, sein Tun unterliegt nicht der Gerichtsbarkeit des Staates Israel."

Rechtsanwalt Raymond de Geouffre de la Pradelle schrieb am 9. Juni 1960 in einem Aufsatz im Figaro:

"Kein internationaler Rechtssatz verleiht dem Staat Israel die Zuständigkeit, einen Ausländer vor Gericht zu stellen, dem Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder Kriegsverbrechen vorgeworfen werden, die im Ausland begangen worden sind. Außerdem konnte es sich damals nicht um Opfer israelischer Nationalität handeln, da es den Staat Israel noch nicht gab. Der Staat Israel ist souverän. Innerhalb der Grenzen seines Gebietes kann Israel sich nach Belieben durch ein besonderes Gesetz jede juristische Kompetenz zuerkennen, die es haben will. Aber ein solches Gesetz verstößt gegen die allgemeinen Grundsätze des Rechts und gegen die internationale Regel der Kompetenz, die für Verbrechen mit vorwiegend internationalem Charakter gilt. Da die Verbrechen in Deutschland zu einer Zeit begangen worden sind, in der das deutsche Recht sie nicht als solche ansah, sind sie nur im Sinne des internationalen Rechts Verbrechen."

Unter dem Titel "Dieser Prozeß ist ein Fehler" veröffentlicht Alain Guinay am 10. April 1961 in France Soir:

"Es gibt Leute, die den ganzen Prozeß für einen Fehler halten. Weit davon entfernt, den Antisemitismus in der Welt mit der Wurzel auszurotten, wird er nur neue Flammen entfachen."

EINE WICHTIGE GRUNDSATZ-ENTSCHEIDUNG DES US-STAATSDEPARTEMENTS- DER STAAT ISRAEL VERTRITT NICHT DIE GESAMTHEIT DER JUDEN

Das "American Council for Judaism" in New York ist die Vereinigung der amerikanisch gesinnten Juden, die den Zionismus bekämpfen und den Anspruch Israels ablehnen, die Juden der ganzen Welt zu vertreten und für sie zu sprechen.

Im Jahre 1961 hat der israelische Gerichtshof den Eichmann-Prozeß in Jerusalem damit begründet, daß "Israel der souveräne Staat des jüdischen Volkes" sei. Das US-Staatsdepartement hat den Eichmann-Prozeß in eine Übersicht des internationalen Rechtes aufgenommen.

Daraufhin richtete Rabbi Elmer Berger, der Präsident des "American Council for Judaism", eine offizielle Note an das US-Staatsdepartement in der er gegen diese Anmaßung als Unrecht protestierte und den `Zuständigkeitsanspruch des Staates Israel bestritt. Auf dieses Schreiben erfolgte eine offizielle Stellungnahme der US-Regierung. Das offizielle Schreiben ist an den Präsidenten des "American Council for Judaism" gerichtet und vom beigeordneten Staatssekretär Philipp Talbot gezeichnet. In dieser Antwortnote heißt es:

"Das Staatsdepartement anerkannte den Staat Israel als souveränen Staat und die Staatsgeschäfte in Verbindung damit. Es anerkannte keine legal-politische Beziehung auf der Grundlage des Religionsbekenntnisses amerikanischer Staatsbürger … Es sollte also klar sein, daß das Staatsdepartement die Auffassung vom jüdischen Volk nicht als einen Bestandteil des internationalen Rechts betrachtet."

Zu diesem offiziellen Antwortschreiben gab der Ratspräsident, Rabbi Berger, folgenden Kommentar:

"Die Politik des scheinbaren und illegalen Einverständnisses durch Schweigen hat tatsächlich einer Politik der ausdrücklichen Zurückweisung der zionistisch-israelischen Nationalitätsansprüche über Staatsbürger anderer Länder, die als Juden identifiziert werden, Platz gemacht. Das offizielle Schreiben ist auch die erste ausdrückliche Erklärung eines souveränen Staates, daß der grundsätzlich legalpolitische Zuständigkeitsanspruch des Staates Israel für alle Juden auf dem Wege über das Konzept vom 'Jüdischen Volk' keine Gültigkeit besitzt. Die Note hat als offizielle grundsätzliche Entscheidung in antizionistischen Kreisen Nordamerikas allgemeine Genugtuung ausgelöst."

Die New Yorker Zeitung Newsday (Auflage 400 000) stellt in einem Leitartikel fest:

"Tatsache ist, daß Israel nur für Israel spricht; Juden, die in anderen Nationen leben, sind nur diesen Treue schuldig … Sie sind nicht nur Reisende auf dem Weg ins Heilige Land … Dieser Unterschied ist wesentlich und muß gemacht werden."

Es ist klar, daß alle souveränen Staaten der Auffassung der USA beipflichten müssen und den israelischen Anspruch, für alle Juden der Welt zu sprechen und ihre Rechte wahrzunehmen, ablehnen müssen.

Dadurch wird dem Eichmann-Prozeß die völkerrechtliche Grundlage entzogen.

WER UND WAS WAR EICHMANN?

Darüber besitzen wir genaues Wissen. Die Personalakten Eichmanns wurden im SD-Hauptamt gefunden. Sie sind in den Nürnberger Prozeßakten unter IV Nr. 2259 geführt. Eine vollständige Photokopie findet sich im "Centre de Documentation juive Contemporaine" in Paris (mit Lichtbildern).

Eichmann wurde im März 1906 in Solingen geboren. Die Familie übersiedelte über Elberfeld nach Linz an der Donau in Österreich, als Eichmann noch nicht schulpflichtig war. Sein Vater war Direktor einer elektrotechnischen Firma. Eichmann wurde dafür erzogen, dem Beruf seines Vaters zu folgen. In allen seinen Dokumenten bezeichnete er sich als "Maschineningenieur". 1925 mußte er das technische Studium aufgeben, da sein Vater als Opfer der Inflation die Kosten für das Studium nicht aufbringen konnte. 1927 wurde Eichmann Vertreter der Vacuum Oil AG. 1931 trat er der NSDAP in Osterreich bei. Im Juli 1934 überschritt er die deutsche Grenze und verbrachte 14 Monate im Ausbildungslager der Österreichischen Legion im Lechfeld bei Augsburg.

Im September 1934 wurde der Unteroffizier Eichmann in das Hauptamt des SD (Berlin) versetzt. Seine erste Aufgabe war, eine Kartei der Freimaurer zusammenzustellen. Dann war er Leiter des Museums des Amtes, wo er sich für zionistische Dokumente zu interessieren begann und sich einige jüdische und hebräische Brocken aneignete. Am i. August 1938, einige Monate nach dem Anschluß, wurde Eichmann zum Vorstand des Wiener Amtes für jüdische Auswanderung gemacht. Von Wien kam er nach, Prag, von Prag nach Berlin, wo er am 30. Januar 1940 an Heydrichs großer Konferenz über die Umsiedlung der Juden und Polen teilnahm (Wannsee-Protokoll). Einige Monate später leitete er die Auswanderungszentrale und die Abteilung der Gestapo für "Judenerhebungen". Diese beiden Ämter wurden als Büro IV A 4 b des Reichssicherheits-Hauptamtes miteinander verschmolzen. IV A 4 b hatte sein eigenes vierstöckiges Gebäude in der Kurfürstenstraße 116. In der Theorie war das Büro eine sehr bescheidene Angelegenheit. Amt IV bedeutete Gestapo, Sektion A war die Bezeichnung für deren Abteilung für interne Tätigkeit. Nr. 4 war eine Unterabteilung davon, die sich mit der Erforschung religiöser Kulte befaßte, und 4 b befaßte sich mit dem jüdischen Kult. Eichmann konnte nie über den Rang eines SS-Obersturmbannführers hinauskommen. Er erreichte diesen Rang am 29. Oktober 1941, kurz vor der Wiederaufnahme der Deportationen im Reichsgebiet.

Mit der Erreichung des Ranges eines Obersturmbannführers war die Karriere Eichmanns zu Ende. Von 1941 bis 1945 rückte er nicht mehr vor. Das wäre undenkbar, wenn Eichmann wirklich die hervorragende Rolle gespielt hätte, die man ihm heute zuschreiben will. Selbst sein tatsächlicher Rang als Obersturmbannführer entspräche keineswegs einem so umfassenden und mächtigen Wirkungskreis, wie er ihm heute zugeschrieben wird. Eichmann war seinem Range und seinem tatsächlichen Wirkungsbereich nach ein mittlerer Beamter. Seine Aufgabe war die Organisation des Transports von Deportierten und von Arbeitskräften. Eichmann war ein subalterner Beamter. Die Erwartung, in einem Prozeß gegen ihn besondere Aufschlüsse zu erhalten, war der Sachlage nach unberechtigt; dazu war er eine viel zu untergeordnete Figur im damaligen Geschehen. Er vermochte auch über die angebliche Vernichtung von Judenleben nichts Selbsterlebtes, Selbstgeschautes zu berichten, sondern nur Gehörtes, Vermutetes, unbestimmte Gerüchte.

DIE ÜBERWERTUNG UND ÜBERSCHATZUNG DER STELLUNG UND DER TÄTIGKEIT EICHMANNS

Niemals kam Eichmann jene Stellung und seiner Tätigkeit jene Bedeutung zu, die in diesem Schauprozeß behauptet wird. Mit Recht wendet Eichmann gegen diese Übertreibung ein:

"Grundsätzliches und Entscheidendes und bestimmender Einfluß an dem Geschehen 1935-1945 stand mir zu keinem Zeitpunkt dieser zehn Jahre zu; dazu war ich dienstgradmäßig und dienststellungsmäßig in einer viel zu niederen Position."

Jedenfalls ist es Nonsens, zu behaupten, Eichmann habe einen Plan zu einer Endlösung im Sinne einer Ausrottung entworfen.

Nonsens ist auch, daß er den Plan für die Anlage des KZ Auschwitz (und die Industrieanlagen dort) bestimmte; Nonsens ist, daß er entschieden habe, welches Gas zur angeblichen Vergasung verwendet werde, und Nonsens ist schließlich die Behauptung, daß Eichmann 1941 angeblich an den SA-Standartenführer Architekt Paul Bobel den Auftrag zum Entwurf der ersten Gaskammer gegeben habe.

BELASTUNG EICHMANNS DURCH WILLY HÖTTL UND DIETER WISLICENY

Willy Höttl wurde in Nürnberg als Belastungszeuge durch die Anklagebehörde geführt. In den Prozeßakten heißt es darüber (IMT XI, S. 265 f.):

4. Frage: "Ist Ihnen die Judenvernichtungsaktion Eichmanns bekannt?"

Antwort: "Genaueres über die Aktion Eichmanns ist mir erst seit August 1944 bekannt. Damals machte Eichmann mir persönlich nähere Angaben darüber. Eicbmann erklärte unter anderem, daß die ganze Aktion ein besonderes Reichsgeheimnis und nur wenigen bekannt sei. Die Zahl der Angehörigen dieses Kommandos liegt nach meinem Dafürhalten bei insgesamt kaum 100 Personen."

Aussage des SS-Hauptsturmführers Dieter Wisliceny (siehe IMT IV S. 412, und Affidavit C [Wisliceny], abgedruckt in Nazi Conspiracy and Aggression, Washington 1946, Bd. VIII, S. 527-596):

Wisliceny: "Ich habe Eichmann zuletzt Ende Februar 1945 in Berlin gesehen. Er äußerte damals, daß er Selbstmord begehen würde, wenn der Krieg verloren wäre."

Der amerikanische Ankläger Smith Brokhart: "Sagte er damals etwas über die Zahl der getöteten Juden?"

Wisliceny: "Ja. Er drückte das in einer besonderen, zynischen Weise aus. Er sagte, er würde lachend in die Grube springen, denn das Gefühl, daß er 6 Millionen Menschen auf dem Gewissen hätte, wäre für ihn außerordentlich befriedigend."

Selbst auf den naivsten Laien müssen diese Befragungen und Antworten den Eindruck eines offensichtlich im vorhinein vereinbarten Frage-und-Antwort-Spiels machen. Das Spiel ging um so glatter, als jeder annahm, daß Eichmann nicht mehr am Leben sei. Es war damals das übliche, Tote mit allen gewünschten Aussagen zu belasten.

Alle diese Antworten machen den unverkennbaren Eindruck von eingelernten Aussagen. Durch solche Aussagen erhofften und erwarteten diese Zeugen die Einlösung gewisser ihnen gemachter Zusagen und Versprechungen. Höttl blieb von den Alliierten völlig ungeschoren. Dieter Wisliceny wurde den Tschechen ausgeliefert und von diesen in Preßburg gehenkt.

ENTLASTUNG EICHMANNS DURCH DR. KASTNER

In seinem Buch Bericht des jüdischen Rettungskomitees aus Budapest 1942/43, Genf 1946, S. 148 (Vaadat Ezra wa Hazaala), berichtet Dr. Reszö (Rudolf) Kastner, ein Budapester Rechtsanwalt, über eine Unterredung, die er mit dem oben erwähnten Dieter Wisliceny 1943 hatte. Wisliceny, der erste Untergebene Eichmanns, teilte Dr. Kastner mit, welche Weisungen Eichmann den Lagerkommandanten in Polen gegeben hatte:

"Jüdisches Leben soll grundsätzlich geschont werden. Jeder Widerstand aber gegen die Evakuierung ist exemplarisch zu bestrafen."

In diesem Zusammenhang macht J. G. Burg in seinem Buch Schuld und Schicksal eine interessante Äußerung:

"Der israelische Anwalt Dr. Tamir, seinerzeit bekannt geworden durch den Prozeß Dr. Kastner, äußerte sich Ende 1961 in Tel Aviv sehr kritisch zum Eichmann-Prozeß. Im Fall Dr. Kastner ging es ja … um die Affäre Eichmann - Joel Brand. Dr. Tasmir erklärte, daß der Jerusalemer Kreisrichter Benjamin Levi, der den Prozeß Dr. Kastner geleitet habe und tiefen Einblick in das Problem Eichmann besitzt, vom Justizministerium ausgeschaltet und übergangen wurde. Für den Eichmann-Prozeß wurde ein eigenes Richterkollegium geschaffen. Das ist verdächtig … Da sollten in dem Prozeß keine Personen in Erscheinung treten [zur Sprache kommen], die als luden aktiv oder passiv mit Eichmann zusammengearbeitet hatten … Deshalb sei Benjamin Levi nicht als Gerichtsvorsitzender bestimmt worden. Offenbar hatten Ben Gurion (dieser Bastard) und Justizminister Pinchas Rosen Angst davor gehabt."

DER KRONZEUGE WILHELM HÖTTL

Wilhelm Höttl ist einer der deutschen Kronzeugen für die 6-Millionen-Zahl. Wie verhält es sich nun mit diesem Kronzeugen?

Vor allem ist eines zu sagen: Auch er kann zur Sache aus eigenem Überhaupt nichts berichten. Er kann nur ein angebliches Gespräch mit Eichmann wiedergeben, von dem Höttl überzeugt war, daß er nicht mehr unter den Lebenden weile. Höttl berichtet, er wisse, daß Eichmann von den Alliierten als einer der Haupt-Kriegsverbrecher betrachtet werde, weil er Millionen von Judenleben auf dem Gewissen habe. In den verschiedensten Vernichtungslagern seien 4 Millionen getötet worden, während weitere 2 Millionen auf andere Weise den Tod fanden.

Es ist übrigens auffällig, daß Höttl trotz seiner Kenntnisse und seines Ranges (Obersturmbannführer) im SD AMT VI und obwohl er im RSHA Dienst tat, sehr bald aus Nürnberg entlassen wurde und weiterhin fast unbehelligt blieb. Das allein bringt ihn schon in den Verdacht, daß er ein williges Werkzeug der Nürnberger Anklage war, das alles bestätigte, was man von ihm verlangte und dafür selbst freiging. Inzwischen brachte die DWZ (16. April 1961, S. 1) eine Enthüllung, die das moralische Todesurteil für Höttl bedeuten dürfte. Es heißt dort:

"Wichtiger ist, daß Höttl, Kronzeuge für die folgenschwere Anklagebehauptung von Nürnberg, jetzt bekannt hat, daß er, der Angehörige des SD, während des zweiten Weltkrieges Agent des britischen Geheimdienstes gewesen sei. Das englische Weekend begann in seiner Nummer vom 15. Jänner 1961 eine Serie unter dem Titel 'Unser Mann in der SS' von Wilhelm Höttl laut seinem Bericht an Robert Tee.

Höttl berichtet, wie er unter Todesgefahr schon 1941 den Weg zu den Engländern über den Vatikan gesucht habe. Sein Brief sei abgefangen und er selbst degradiert und an die Ostfront geschickt worden.

Heydrichs Ermordung habe ihn gerettet; denn dessen Nachfolger, Kaltenbrunner, ein Landsmann Höttls, habe ihn zurückgeholt … Den Dank an ihn stattete er in Nürnberg ab. Unter dem Faksimile einer seiner Zeugenaussagen druckt das Weekend die Unterschrift: 'Höttls Zeugnis in Nürnberg half seinen einstigen Freund Kaltenbrunner hängen.' Weiter heißt es dann, daß Höttl Ende 1944, wiederum unter Todesgefahr, mit seinem Mercedes nach Zürich gereist sei, um im Gebäude des britischen Konsulates einen Mr. Leslie vom Secret Service zu treffen, als dessen Agent er dann gearbeitet habe.

Wenn diese Geschichte wahr ist, dann ist das Zeugnis Höttls in Nürnberg wertlos. Denn dann sprach dort … ein dem Secret Service verpflichteter Agent gemäß seinem Auftrag und verschwand dann in der wohltätigen Versenkung."

Wie wertlos die Zeugenaussagen Höttls sind, geht auch schon aus folgendem hervor: SS-Führer Höttl weiß auch in dem englischen Blatt zu berichten, daß in Lidice "jeder Mann, jede Frau, jedes Kind umgebracht wurde." Diese ungeheuerliche Beschuldigung brachte er vor, obwohl ihm bekannt war, daß nur die männlichen Erwachsenen über 16 Jahren in Lidice wegen Unterstützung des Mörders Heydrichs standrechtlich erschossen wurden.

Gerhart Reitlinger schreibt über Willy Höttl in seinem Buch Die Endlösung, S. 545 f.:

"In einem Mai 1953 datierten Nachwort zu der englischen Übersetzung seines Buches (erschienen unter dem Decknamen Willy Hagen, Die geheime Front, Linz - Wien 1950, Memoiren eines Vertrauten Kaltenbrunners und Beamten der Auslandsabwehr) behauptet der geschwätzige Willy Höttl, er wisse von einigen späteren Abenteuern Eichmanns … Wie gewöhnlich unterläßt Hättl jede Quellenangabe. Angesichts seiner ganzen Vergangenheit kann man ihm keine Glaubwürdigkeit zubilligen."

Noch entscheidender dafür, daß es sich bei der Aussage Höttls nur um eine Gefälligkeitsaussage eines in englischer Abhängigkeit stehenden britischen Agenten handelt, ist eine andere Tatsache, die Tatsache nämlich, daß Höttl um seinen Kopf spielte.

Bei Verweigerung der gewünschten Aussage drohte Höttl die Auslieferung an Ungarn, die auf jeden Fall das Todesurteil für Höttl bedeutet hätte. (Höttl hatte als stellvertretender Leiter der Balkan-Abteilung des Amtes VI des RSHA seine Dienststelle in der Burg in Budapest.)

Vor diese Entscheidung gestellt, wurde er, der mit der Judenpolitik überhaupt nichts zu tun hatte, nun der Hauptzeuge dafür, daß die deutsche Judenpolitik auf Vernichtung der Juden abgestellt gewesen sein sollte.

Man war aber seiner Aussage zu wenig sicher, daß man nicht wagte, Höttl persönlich als Zeuge vor das Gericht zu laden und der Gefahr einer Befragung auszusetzen. Eichmann selbst erklärte gegenüber seinem Verteidiger, Dr. Servatius, in Jerusalem, daß er niemals eine Zahl genannt hätte (siehe Kern, Deutschland im Abgrund, S.20).

Kempner drohte Höttl ganz unverhüllt mit der Auslieferung an Ungarn, wenn er als Zeuge nicht gefügig wäre.

DER JÜDISCHE SACHVERSTÄNDIGE GERHART REITLINGER ÜBER EICHMANN

Reitlinger schreibt (in Die Endlösung, S. 28 f.):

"Eichmann hat sich zwar sieben Jahre später den in Nürnberg aus sagenden Zeugen Willy Höttl und Dieter Wisliceny gegenüber damit gebrüstet, daß er den Tod von fünf Millionen herbeiführte, aber er war nichts als Heydrichs ausführendes Organ, das seine Lehrzeit im Zentralamt für jüdische Auswanderung durchgemacht hatte.

… Die Akten der Abteilung Deutschland III des Auswärtigen Amtes haben bereits gezeigt, daß die Tätigkeit des Judeninquisitors sich weder autokratisch noch im geheimen abspielte … Andere Legenden wurden durch die Entdeckung seiner vom SS-Personalamt geführten Personalakte zerstört, so z. B. die, daß er in Palästina in der deutschen Kolonie Sorona geboren sei. Das hat aber die Entstehung neuer Legenden nicht verhindert, so jener, daß Eichmann 1948 in Ägypten aufgetaucht sei, um entkommene deutsche Kriegsgefangene für den Kampf gegen die Juden anzuwerben, oder daß er nach dem Krieg als Jude nach Palästina zurückgekehrt sei.

Leon Poliakow glaubt, daß Eichmann 1937 nach Palästina entsandt wurde, um mit den arabischen Aufständischen Fühlung zu nehmen, daß er aber nach 24 Stunden von den britischen Behörden ausgewiesen wurde und daß er von dort nach Kairo ging, wo er sich mit einem Vertreter des Ex-Mufti von Jerusalem, Haji Amin Husseini, anfreundete. Während der Zeit seines angeblichen Palästi»na-Aufenthaltes war er aber schon Unteroffizier in der SS.

…Eichmanns Werdegang war der eines deutschen Staatsbeamten, der in seiner Arbeit aufgeht, die ihm keinen Ruhm einbringt … Jedenfalls betrafen die Morde, bei denen Eichmann seine Hand unmittelbar im Spiel hatte, weniger als eine Million Menschen; seine Verbindung mit den Massakern in Polen und in Rußland scheint nur sehr lose gewesen zu sein. Er war ein Großinquisitor, dem keinerlei Zauber oder Romantik anhaftete. Ihn charakterisieren voll die Worte seines Freundes Dieter Wisliceny …: 'Er war in allen Dingen ein ausgesprochener Bürokrat. über jede Unterredung, die er mit irgendeinem Vorgesetzten hatte, fertigte er sofort eine Aktennotiz an. Er hat mich immer wieder darauf hingewiesen, daß dies das Wichtigste wäre, damit er jederzeit von oben gedeckt wäre. Er selbst scheute jede eigene Verantwortung und war sehr bemüht, für alle Maßnahmen, die er traf, eine Deckung seiner Verantwortlichkeit seinen Vorgesetzten gegenüber … zu erreichen'."

EICHMANNS TÄTIGKEIT ALS LEITER DES AMTES FÜR JÜDISCHE AUSWANDERUNG IN BUDAPEST

Im März 1944 (!) war Eichmann Leiter des Amtes für jüdische Auswanderung in Budapest. Er wird heute von den Israelis beschuldigt, in dieser Eigenschaft "den Tod von Millionen ungarischer Juden verursacht zu haben, indem er sie den Gasöfen von Auschwitz überlieferte".

Wie unernst diese Propaganda-Millionenzahlen und Behauptungen sind und daß sie nur der Aufpeitschung der Haßgefühle dienen (abgesehen von ihrem Zweck als Untermauerung ihrer weit übertriebenen Wiedergutmachungs-Forderungen), zeigt schon ein Blick auf die tatsächlich überhaupt möglichen Zahlen: In Ungarn lebten nach der Statistik der jüdischen Dokumentenzentrale (New York) vor Hitler 404 000 Juden. Nach dem Großen Brockhaus (1934, Band 19, S. 387), den man als einwandfrei objektive Quelle wohl nicht bezweifeln kann, betrug der jüdische Bevölkerungsanteil in Ungarn 443 000 Menschen. Von diesen wurden nach Angaben der jüdischen Dokumentenzentrale 200 000 deportiert. Das sind immerhin noch keine Millionen, aber doch eine unvorstellbar große Zahl, wenn sie stimmen würde.

Die Deportationen ungarischer jüdischer Arbeiter nach Auschwitz erfolgten vornehmlich im Jahre 1944; sie können aber dort gar nicht vergast worden sein, weil dort gar keine Möglichkeit zu solchen Massenvergasungen bestand, wie wir in dem Abschnitt über das Ergebnis der Überprüfung der Propagandabehauptung der Millionenvergasungen in Auschwitz festgestellt haben. Sie sind aber zweifellos auch nicht etwa auf eine andere Art getötet worden. Die nach Auschwitz deportierten jüdischen Arbeiter sollten dort nicht ausgerottet, sondern als überaus notwendige Arbeitskräfte eingesetzt werden. Das geht klar aus den immer wiederholten Bitten der deutschen Reichsregierung an ihre Verbündeten hervor, ihre arbeitsfähigen Juden als Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen.

Die Unrichtigkeit der Behauptung von Massenvergasungsanstalten in Auschwitz und die Lüge von den Millionenvergasungen von Juden dort ist nachgewiesen. Ebenso ist erwiesen, daß Massaker an Juden in Polen und Rußland stattfanden. Nicht erwiesen ist, daß Eichmann mit diesen Massakern auch nur in entferntem Zusammenhang stand. Aus den aus dieser Zeit stammenden jüdischen Quellen geht nichts dergleichen hervor. (Vgl. Reszö Kastner, Bericht der Jüdischen Rettungskommission aus Budapest, nicht gedruckt, nur vervielfältigt, Genf 1945; Eugene Leval, Blackbook on the Martyrdom of Hungarian Jewry - Schwarzbuch des Märtyrertums des ungarischen Judentums, Zürich 1946, ungarische Originalausgabe Budapest 1946.)

Soweit ich aus den mir vorliegenden Quellen entnehmen konnte, besteht die Behauptung und Anschuldigung, daß er die Verschickung Hunderttausender ungarischer Juden "zum Zwecke der Ausrottung durch Vergasung" nach Auschwitz veranlaßt habe, zu Unrecht.

Um die so dringend benötigten Arbeitskräfte zu schaffen, ordnete Gestapochef Müller, der Vorgesetzte Eichmanns, am 17. Dezember 1943 an, daß alle Gefängnisse und Arbeitslager durchzukämmen seien. In diesem Erlaß heißt es u. a.:

"Alle arbeitsfähigen Häftlinge sind, wenn es sachlich und menschlich irgendwie vertretbar ist, sofort… in das nächstgelegene KZ zu überstellen, und zwar auch dann, wenn Strafverfahren demnächst eingeleitet würden oder werden sollten … Es kommt auf jede Arbeitskraft an."

Ungarische Juden wurden, nach den in Nürnberg vorgelegenen Dokumenten und soweit ich Akten darüber einsehen konnte, nicht zur Ausrottung durch Vergasung, sondern als dringend benötigte Arbeitskräfte außerhalb Ungarns gebracht. Alle Verhandlungen über die Mobilmachung von jüdischen Arbeitskräften wurden in Ungarn und allen anderen europäischen Ländern - vor allem in den besetzten südosteuropäischen Ländern (Rumänien, Jugoslawien, Bulgarien, Slowakei) - ausschließlich auf diplomatischen Weg geführt, d. h. vom deutschen Außenamt in Berlin im Weg über die deutschen Gesandtschaften in diesen Ländern.

Eichmann hatte mit den in und mit Ungarn geführten Verhandlungen über die Bereitstellung jüdischer Arbeitskräfte durch die ungarische Regierung für das Reich nichts zu tun. Seine Aufgabe war es, den Abtransport der jüdischen Arbeitskräfte, die von der ungarischen Regierung dem Reich zur Verfügung gestellt wurden, an die Arbeitsstätten, den Transport, zu organisieren.

Die Akten über diese Verhandlungen zwischen den Regierungen, insbesondere die eingehende Korrespondenz der verschiedenen Außenministerien und der deutschen Gesandtschaften mit dem deutschen Außenamt in Berlin wurden - hauptsächlich von den Amerikanern -verschleppt. In den Anlagen (Dokumenten-Bänden) zu den Nürnberger Prozessen ist ein Teil dieser Schriftstücke angeführt. Diese Schriftstücke und die Korrespondenz geben ein klares Bild von den Dingen, die sich in Fragen der Judenpolitik und der Mobilmachung jüdischer Arbeitskräfte in diesen Ländern abspielten. Sie zeigen klar und eindeutig, daß es hiebei nur um die Auswanderung der Juden ging, ferner darum, den dortigen Juden durch Gettoisierung Sabotageakte und feindselige Handlungen gegen die deutsche Wehrmacht in diesen Ländern unmöglich zu machen und drittens, arbeitsfähige Juden dem Deutschen Reich als dringendst benötigte Arbeitskräfte (und nicht zur Ausrottung und Vergasung) zur Verfügung zu stellen.

Eichmann selbst erzählt in seinen Bekenntnissen über seine Tätigkeit in Ungarn (ich zitiere ohne kritische Stellungnahme):

"Es war mir klar, daß wir in Ungarn nicht die Auslieferung der Juden fordern konnten. Damit hatten wir in Dänemark zu viele Schwierigkeiten gehabt. Wir überließen die ganze Angelegenheit den ungarischen Behörden … Die beiden Staatssekretäre gaben die Anordnungen, und der Innenminister mußte sie unterschreiben - die Polizei brachte die Juden auf, sammelte sie und verlud sie auf die Züge … Ich sah niemals zu, wie Juden in die Züge verladen wurden … schon mein Zusehen hätte man als Eingriff in die internen Angelegenheiten Ungarns gedeutet, schließlich war doch die ungarische Regierung eine souveräne Macht, wenn sie auch mit dem Reich gewisse Abkommen geschlossen hatte … Ich hatte die Anweisung, fast alle Transporte nach Auschwitz zu leiten …, einen Fahrplan auszuarbeiten und die nötigen Züge vom Reichsverkehrsministerium zu besorgen. jedem Zug gab ich ein Kommandokorps - uniformierte deutsche Polizisten - bei, von denen mir einige hundert unterstellt waren. Grundsätzlich war meinen Männern befohlen, jede unnötige Härte zu vermeiden … Es gab allerdings Einzelfälle, in denen meine Männer von der Unmenschlichkeit der ungarischen Polizei schockiert waren… Mehrmals mahnte ich die ungarische Regierung schriftlich - nichts wurde bei mir mündlich erledigt -… trotzdem machten sich hier und da sogar unsere eigenen Einheiten der Roheit schuldig. Ich sah einmal einen SS-Mann einen alten, gebrechlichen Juden mit einem Gummiknüppel über den Kopf schlagen. Ich sprach ihn an, meldete ihn seinem Kommandeur und verlangte seine Bestrafung und Degradierung. Himmler würde Derartiges nicht dulden. Das ist Sadismus.

Ich möchte hier anfügen, daß die Deportationen von Millionen Deutschen aus Osteuropa durch die Alliierten nach dem Kriege nicht in der gleichen Weise wie bei uns - mit preußischer Korrektheit hinsichtlich der Verproviantierung und der Transportmittel - erfolgte. Obwohl wir die größten Schwierigkeiten bei der Beschaffung der Züge hatten, wurden die Juden immer in gedeckten, nicht in offenen Wagen und auf dem schnellsten Wege transportiert … In Ungarn kam es manchmal vor, daß es zuwenig Abortkübel, zuwenig oder gar kein Trinkwasser in den Zügen gab oder daß die Verproviantierung schlecht oder während des Verladens gestohlen wurde. Die Gendarmen überluden zuweilen die Waggons, um die Abgangslager so schnell wie möglich zu leeren. Die Ungarn dachten wohl auch, die Transporte seien bald in Deutschland, und dann sollten sich die Deutschen um sie kümmern.

Im Reichsgebiet, wo wir die volle Macht hatten, lagen die Dinge anders. - Schließlich wollten wir die Juden arbeitsfähig und nicht krank und erschöpft ins KZ bringen. Trotz aller unserer Bemühungen beschwerte sich Kommandant Höss in Auschwitz oft über den Zustand der aus Ungarn eintreffenden Juden. Das b e w e i s t, daß Auschwitz n i c h t ein Todeslager war. Hätte Höss die Juden einfach in die Verbrennungsöfen geschickt, wäre ihm ihr Zustand doch gleichgültig gewesen. Er hätte sich nicht bei Obergruppenführer Pohl, seinem Chef, beschwert, wenn ein paar Leichen herumlagen oder weil man den Juden zuwenig zu essen oder zu trinken gegeben hat. Und Pohl hätte mich sicher nicht zu sich bestellt, um mir die Klagen in ziemlich grober Form zur Kenntnis zu bringen. Natürlich erwiderte ich, daß ich nicht verantwortlich war, weil die ungarische Regierung die Einzelheiten des Transportes besorgte Ich wußte früher die genaue Zahl derer, die nach Auschwitz verschickt wurden, kann sie aber heute nur auf ungefähr 350 000 schätzen … Aber im Gegensatz zur Legende wurden die Deportationen keineswegs zur Vergasung, sondern zur Arbeit in die Fabriken verschickt. Das ist der Grund, warum Tausende von Juden heute fröhlich am Leben sind, die in den statistischen Berechnungen der 'Liquidierten' enthalten sind … Es gab auch Tausende und Abertausende, die flohen -ein Teil heimlich, andere mit unserem Einverständnis. Es war ein Kinderspiel für einen Juden, sich aus Ungarn nach Rumänien in relative Sicherheit zu bringen, wenn er die paar Pengö für das Eisenbahnbillet oder für eine Autofahrt an die Grenze aufbringen konnte."

Auch der "millionenfache Mörder" Eichmann bezeugt in dem von der amerikanischen Presse (u. a. in Life) veröffentlichten Selbstbekenntnis bzw. in den Erinnerungen, daß er niemals eine Vergasung gesehen habe.

"Auschwitz habe ich wiederholt besucht. Ein unangenehmer Geruch (Krematorienrauch) haftete ihm an. Bis zum heutigen Tag weiß ich nicht, wie eine Vergasung vor sich ging."

Es ist aber nicht vorstellbar, daß Eichmann die Massenvergasungsanstalten in Auschwitz bei seinen häufigen Besuchen nicht besichtigt hätte, wenn es sie gegeben hätte. Dabei hebt Eichmann selbst sein gutes kameradschaftliches Verhältnis zum Lagerkommandanten Höss hervor, der ihn durch das Lager führte und ihm "alles zeigte". Und da soll er ihm ausgerechnet das Interessanteste, die Vergasungsanstalten, nicht gezeigt haben, wenn es sie gegeben hätte? Das ist doch ganz unmöglich!

Eichmann erzählt in seinen Bekenntnissen:

"Ich stand in enger kameradschaftlicher Beziehung zu Höss … Ich besuchte ihn gern. Er wohnte mit seiner Frau und seinen Kindern in einer 5-Zimmer-Wohnung im Lagerbereich. Es war eine gemütliche Wohnung, sauber und einfach und im SS-Stil in rohem Holz eingerichtet. Ich erinnere mich deutlich … Er zeigte mir auch die Verbrennung eines Haufens toter Juden. Der Anblick beeindruckte mich so stark, daß ich noch heute, nach einem Dutzend von Jahren, den Leichenberg vor mir sehe …

Nach dem Kriege las ich, daß zweieinhalb Millionen Juden unter Höss liquidiert worden seien. Ich halte diese Zahl für unglaubwürdig. Die Kapazität des Lagers spricht dagegen. Die nach Auschwitz verbrachten Juden wurden Arbeitskommandos zugeteilt und Überlebten. Nach dem Krieg tauchten die Auschwitzer auf wie die Pilze nach dem Regen. Hunderttausende von ihnen erfreuen sich heute bester Gesundheit."

IM EICHMANN-PROZESS GING ES UM RACHE, NICHT UM RECHT

William Zuckermann schreibt in den Jewish Newsletters am 27. Juni 1960:

"Das Herz des Eichmann-Prozesses ist: Israel erntet hier die bittere Ernte des pathologischen Hasses, den die Nazi gesät haben. Die tragischen Opfer dieses Hasses sind nun seine Erben geworden."

Die Chikagoer Dally News schreiben:

"In seinem Erregungszustand, in dem sich Israel befindet, kann man nicht darauf vertrauen, daß Eichmann ein faires Gericht erhält. Im besten Fall wird das Gericht ein Akt der Rache, aber nicht des Rechtes sein."

Der amerikanische Zionist Ephraim Auerbach schreibt über seine Eindrücke bei einem Besuch in Israel, tief beunruhigt über die Entwicklung im Gefolge des Eichmann-Falles, im New Yorker Journal Tog am 13. Juni 1960:

"Der Rachekomplex unter den Israelis ist ständig im Wachsen. Das Radio bringt täglich Berichte über die Interviews mit Menschen, die verlangen, als Henker Eichmanns fungieren zu dürfen. Viele geben ihrer Überzeugung Ausdruck, daß ein Todesurteil für Eichmann viel zu wenig wäre. Er müsse zu Tode gemartert werden und eines vielfachen Todes sterben. Ein sehr bekannter Schreiber, David Zachai, fordert im Davar, dem Israelischen Regierungsblatt, daß Eichmann gleich einem wilden Tier in einem Käfig öffentlich zur Schau gestellt und so durch ganz Israel geführt werde."

Nur mit Entsetzen kann man in jenen Abgrund von Haß blicken, der sich in Israel auftut und der von Anbeginn an ahnen ließ, welche "Objektivität" und welches "Recht" Eichmann in Israel erwartete.

Die deutschsprachige israelische Zeitung Blatt der Woche veranstaltete eine Leserumfrage, was mit Eichmann geschehen solle. Eine Frau Jonah Kahen schrieb:

"Und selbst wenn er zu Zeiten König Davids gemordet hätte, muß man ihn heute töten."

Die Sängerin Hawazeit Ron schrieb:

"Man muß ihn wie einen Fisch behandeln: rösten mit Pfeffer und Salz."

Aus Kansas, Missouri, berichtet Neues Österreich (11. April 1961):

"Der Schuster Leon Niechlandski, der im KZ Auschwitz war [nicht vergast wurde] und 1949 in die USA (Kansas) auswanderte, sagt: 'Der Tod ist zu gut für ihn; sie sollten jeden Tag ein Stückchen von ihm abschneiden. Er sollte Jahre brauchen, um zu sterben.' Und seine Frau stimmte ihm bei: 'Erschießen oder aufhängen ist zu gut, zu schnell, sie sollten ihn kreuzigen!'"

DIE ZEUGEN

Der Eichmann-Schauprozeß war nicht nur rechtlich ohne Rechtsgrundlage; er war auch in der Form seiner Durchführung juristisch gänzlich unbefriedigend. Hinsichtlich seiner Zeugen war der Eichmann-Schauprozeß ebenso unbefriedigend wie die Nürnberger Prozesse.

Die Zeugen im Eichmann-Prozeß bilden ein Kapitel für sich. Der Schauprozeß war nichts als eine wochenlange ununterbrochene Parade von Zeugen, die vor diesem Forum zum Fenster hinaus der Welt ermüdend weitschweifig und umständlich unüberprüfte und unüberprüfbare Geschichten von Greueltaten erzählten, ohne daß sie auch nur im geringsten dazu verhalten waren, das Erzählte auch zu beweisen, und ohne daß die Möglichkeit bestand, den Erzählern Unrichtigkeiten, Übertreibungen und Erfindungen nachzuweisen.

Alles, was die Zeugen erzählten, wurde vom Gericht von vornherein als wahr und erwiesen angenommen.

Man ließ die Unglücklichen, die persönlich wahrscheinlich viel durchgemacht haben mochten, ihre wirklichen oder angeblichen Erlebnisse, aber auch die ihnen nur vom Hörensagen bekannten oder aus Büchern angelesenen Geschichten, in weitschweifigster Weise erzählen und legte ihrer Phantasie und Redelust nicht den geringsten Zaum durch eine Beweis- oder Belegpflicht auf. Es war vielmehr ganz offenkundig, daß dieser Gerichtshof - bei dem, wie in Nürnberg, die Ankläger auch gleichzeitig die Richter waren - die Zeugen darnach ausgewählt hatte, daß sie möglichst gräßliche und sensationelle Greuelgeschichten vorzubringen hatten.

Die Zeugen berauschten sich an ihren Reden; je grauenhafter ihre Schilderungen waren, desto besser erfüllten sie die Aufgabe, die ihnen in diesem Schauprozeß zukam. Und sie hatten Grauenvolles zu berichten, mochten auch viele Geschichten ganz offenkundig den Stempel der Unwahrheit oder der Übertreibung an sich tragen, wie etwa die,

Die Zeugen im Eichmann-Schauprozeß haben nichts gesagt, was nicht vorher schon oft und oft gesagt worden war; sie sagten es mit ganz den gleichen Ausdrücken, was tiefgehende und weitreichende Schlüsse zuläßt. Nur zu oft sagten sie auch Gehörtes oder auch nur Gelesenes, aber nichts, was sie selber gesehen oder erlebt hatten. Was sie ermüdend endlos und weitschweifend erzählten, wirkte meist juristisch unbefriedigend. Die Zeugen in diesem Prozeß brachten nicht die Wahrheit über die Vergangenheit; diese Wahrheit wurde vielmehr zu Tode geredet, zu Tode geschrieben, zu Tode fotografiert.

Aber selbst wenn man annehmen sollte, daß alles zutrifft, was sie erzählten, muß man sich bei fast allen diesen Vorfällen fragen, was das deutsche Volk, und im besonderen, was Eichmann mit diesen schrecklichen Dingen zu tun hat.

In den meisten Fällen war offenkundig, daß nicht Deutsche die Übeltäter waren, sondern Angehörige der Wirtsvölker der Juden: Polen, Letten, Litauer, Ukrainer, die die Juden tödlich haßten. Aber alles, was in jener Zeit Grausames und Unmenschliches an Juden verbrochen wurde, lastete man - und zwar ganz besonders in diesem Schauprozeß - als ganz selbstverständlich den Deutschen an und erklärte Eichmann als Organisator des Ganzen.

So geht das aber nicht!

Der holländische Korrespondent Mulisch, der dem Schauprozeß als Berichterstatter beiwohnte, schreibt (Strafsache 40/61, S. 68):

"Zeuge Grynspan erzählt, daß er getreten und verjagt worden sei; aber hat Eichmann ihn getreten und verjagt? Und was hat Zeuge Benno Cohen, der ehemalige Leiter der deutschen Zionisten, hier zu suchen? Er erzählt vom allmählichen Abbruch der jüdischen Gemeinde in Berlin, den Boykotten, den Erniedrigungen … Nach und nach frage ich mich, ob man mit Eichmann nicht vielleicht den falschen Mann erwischt hat …

Die Aufmachung des Prozesses wird ausgesprochen widerlich, wenn Hausner [der Staatsanwalt] damit auch taktische Absichten verfolgt, nämlich mangels konkreter Beweise Eichmann in Verruf zu bringen, indem alle Nazi-Verbrechen in seiner Gegenwart aufgezählt werden … Jedenfalls erstaunt mich, daß der Vorsitzende Landau nicht schon längst den zahllosen Unsachlichkeiten Einhalt geboten hat. Es wird schließlich darauf hingewiesen, daß man Eichmann nur wegen der Ermordung eines jüdischen Jungen verurteilen kann, der Pfirsiche aus seinem Garten stahl. Ich habe gestern Hausner gefragt, was an dieser Geschichte wahr sei. Er sagte, er werde sie mit Gottes Hilfe beweisen'."

Sehr bezeichnend ist auch dabei, daß kein einziger Belastungszeuge Eichmann jemals früher gesehen hat! Fast keiner der von den Zeugen berichteten Vorfälle hat auch mit Eichmann als Person zu tun.

Es wurden in diesem Schauprozeß einfach alle alten Greuellügen, die wir seit 1945 durch all die vielen Jahre immer wieder gehört haben, ohne daß deshalb ihre Übertreibungen, Unrichtigkeiten und Erfindungen mit der Zeit glaubhafter wurden, zusammengefaßt wiederholt, ohne daß jemals irgend jemand irgendwann diese Erzählungen überprüft hätte.

Daß es dem Jerusalemer Gericht nur um Rache ging, zeigt auch die Tatsache, daß Ereignisse zur Sprache gebracht wurden, die dem Angeklagten in keiner Weise zur Last gelegt werden konnten, wie etwa die Einbeziehung des Falles Lidice in die Anklage; dabei hat sich dieser Fall überdies wesentlich anders abgespielt, als es in diesem Schauprozeß dargestellt wurde; auf jeden Fall aber ging diese Angelegenheit das jüdische Rachegericht in Jerusalein gar nichts an!

Man muß wohl auch fragen, was die stunden- und tagelangen Vorträge von Shom (Shalom) Baron (Inhaber des Lehrstuhls für jüdische Geschichte an der Universität Columbia, USA) über die Leistungen der Juden mit Eichmann zu tun haben.

DIE VERTEIDIGUNG

Verteidiger Eichmanns war Dr. Servatius. Seine Aufgabe war von Haus aus hoffnungslos. Das Urteil stand von Anbeginn an unverrückbar fest. Um den Eindruck der Zeugenparade nicht zu beeinträchtigen und nicht zu stören, die Zeugen nicht in Verlegenheit zu bringen, ihnen Unrichtigkeiten nachweisen zu können, wurde es dem Verteidiger unmöglich gemacht, Entlastungszeugen heranzubringen; den Entlastungszeugen wurde das freie Geleit verweigert. Sie hätten fast durchwegs bei ihrem Erscheinen vor dem Gericht in Jerusalem mit ihrer Verhaftung rechnen müssen. Im übrigen hätte dieser Schauprozeß Jahre dauern müssen, wenn der Verteidiger, Dr. Servatius, versucht hätte, jeden der Zeugen auf Herz und Nieren zu prüfen, um den verbleibenden wahren Kern aus diesem erdrückenden Wust von Behauptungen, Übertreibungen, bewußten und unbewußten Unwahrheiten, Verdrehungen und phantasievollen Erfindungen herauszuschälen und bloßzulegen. Dadurch, daß allen, die an dem seinerzeitigen Geschehen irgendwie beteiligt waren und imstande gewesen wären, zu den ungeheuerlichen Erzählungen korrigierend Stellung zu nehmen, Verhaftung und sonstige schwere Schäden drohten, wurden alle Entlastungszeugen davon abgehalten, Zeugnis abzulegen. Die Maßlosigkeit im Beschuldigen, die Übertreibungen in diesem Schauprozeß straften sich schließlich selbst: der Kern an Wahrheit wurde dadurch stark überwuchert und erstickt.

Sehr nachdenklich muß stimmen, daß es Dr. Servatius nicht gestattet wurde, mit Eichmann allein und ohne Zeugen zu reden - ein in einem ordentlich geführten Prozeß unmöglicher Zustand.

Das israelische Gericht weigerte sich auch, die Aufzeichnungen Eichmanns über seine Tätigkeit und die damaligen Verhältnisse und Ereignisse seinem Verteidiger auszufolgen. Dieser Bericht, der geeignet gewesen wäre, manches Licht auf die Geschehnisse zu werfen, wurde vom israelischen Gericht streng geheimgehalten. Ein unmöglicher Zustand!

Auch nach der Tötung Eichmanns wurde dieser Bericht nicht der Öffentlichkeit übergeben. Seine Übergabe an den Verteidiger oder an Frau Eichmann wurde auch nach dem Rachemord an Eichmann verweigert. Es berührt eigenartig, daß die Israelis in dem Bestreben, die Unrechtmäßigkeit dieses Schauprozesses und des dabei eingehaltenen Verfahrens zu verschleiern, vielen deutschen wissenschaftlichen Instituten und Gerichten sorgfältig einseitig gesichtetes Prozeßmaterial zusenden. Eichmanns Bericht ist nicht darunter.

DAS GERICHT

Das Gericht war ein Kollegium, in dem die Ankläger gleichzeitig die Richter waren. Der Schauprozeß, den dieses Gericht abführte, war ein langer, aber kein "großer" Prozeß.

Achtunggebietend in diesem ganz unmöglichen Prozeß war nur eine Person: die Person des vorsitzenden Richters, Dr. Moshe Landau. Bei ihm erscheint es glaubhaft, daß es ihm auch um Recht und nicht einzig und allein um Rache ging.

Bezeichnend für den Prozeß ist wohl auch der Umstand, daß ein prominenter Angehöriger des Gerichtshofes gar kein Jurist, sondern ein Schwindler war. Der stellvertretende Ankläger im Eichmann-Prozeß, Jacob Baron, wurde nach dem Prozeß wegen Anmaßung eines juristischen Titels, des Doktortitels, in Tel Aviv verurteilt. Er gestand, in betrügerischer Absicht gehandelt zu haben, um sich ein hohes Gehalt zu sichern.

Die unglückseligste Figur in diesem unglückseligen Prozeß, die am wenigsten einnehmende und unjuristischeste Person des Gerichts war der Generalstaatsanwalt Dr. Gideon Hausner. Er war, wenigstens meiner Auffassung nach, kein Anwalt des Rechts, kein Sucher nach Wahrheit, sondern die Personifizierung des Hasses und der Rache. In seinem blinden Haß gegen den Angeklagten verirrte er sich immer weiter auf Nebenwegen, die weit weg vom Thema des Prozesses führten. Der Generalstaatsanwalt zerstörte, meiner Auffassung nach ' das Bestreben der Richter, diesem Rachegericht den Anschein eines objektiven Gerichts zu geben. Dieses Bemühen war allerdings von Anbeginn an ein hoffnungsloses Beginnen. Wenn die drei Männer wirkliche Männer des Rechtes gewesen wären, hätten sie, meiner Meinung nach, es ablehnen müssen, diesen Prozeß überhaupt durchzuführen und hiebei als Richter zu fungieren.

In Generalstaatsanwalt Dr. Hausner stand dem Angeklagten ein tödlicher persönlicher Hasser gegenüber, der ihn um jeden Preis verderben und töten wollte, und sei es um den Preis von Wahrheit und Recht. Dies ist wenigstens mein Eindruck.

Hausners Anklageführung war tödlich langweilig; allein schon seine Anklagerede, die eine volle Woche dauerte, vertrieb die Reporter aus dem Gerichtssaal. Die Zuhörer, vor allem die Auslandskorrespondenten, flüchteten aus dem Gerichtssaal und wohnten der Verhandlung nicht mehr bei. Schließlich wurden sie überhaupt von ihren Zeitungen aus Jerusalem abberufen und fuhren heim, als man Sinn und Zweck dieses Schauprozesses erkannte. In den letzten Tagen war überhaupt kein einziger prominenter ausländischer Berichterstatter mehr im Saal, um zuzuhören.

Endlos langweilig, ermüdend und zwecklos waren die stunden- und tagelangen Ausführungen Prof. Shalom Barons, den sich Hausner aus nur ihm bekannten Gründen aus den USA verschrieben hatte, über die kulturellen Leistungen der Juden. Shalom Baron war Inhaber des Lehrstuhls für jüdische Geschichte an der Columbia University, USA; er mußte bei seinen endlosen stunden-, ja tagelangen Ausführungen von Landau zur Ordnung gerufen werden.

Ganz besonderen Schiffbruch erlitt Hausner mit seiner Zuversicht, Eichmann wenigstens ein Delikt nachweisen und ihm einen persönlich verübten Judenmord anlasten zu können.

Eichmann sollte, nach Aussage des Zeugen Abraham Gordon, einen 15jährigen Judenjungen, Salomon, beim Kirschenstehlen in seinem Garten ertappt haben; er habe ihn deshalb zu Tode geprügelt und seine Leiche in die Donau werfen lassen.

Mulisch, der als Berichterstatter holländischer Zeitungen Augen- und Ohrenzeuge bei diesem Schauprozeß war, urteilt über den Generalstaatsanwalt Dr. Gideon Hausner (Strafsache 40/61, Verlag M. Dumont-Schauberg, Köln 1963, S. 147 f.):

"Inzwischen hat Hausner ein Kreuzverhör beendet, und Eichmann hat nach Punkten gewonnen. Er bewies als Angeklagter größeres Format denn Hausner als Ankläger … Ungeachtet der Tatsache, daß Hausner keine besondere Persönlichkeit, ein schlechter Taktiker und als Redner ein Reinfall ist, liegt sein Versagen in erster Linie an seinem fundamentalen Unverständnis … Sein Mangel an passenden Eigenschaften macht ihn außerdem zu dem einen, was er nicht hätte sein dürfen: zum Demagogen. Er beging den Fehler, zu viel beweisen zu wollen; und was ich bei seiner Eröffnungsrede schon befürchtete, ist eingetreten: Eichmann ist in der öffentlichen Meinung doch irgendwie ein 'tüchtiger Mann' geworden und ein weniger großer Verbrecher, als man dachte. Wo ist die destillierte Schuld geblieben? Sie hat sich ins Nichts verflüchtigt. Warum wollte Hausner denn beweisen, daß Eichmann schlimmer war als Hitler?"

Über den Generalstaatsanwalt fällt der Jerusalemer Vertreter der dpa - der in seiner Berichterstattung keinerlei Sympathien für Eichmann zeigte - folgendes vernichtende Urteil: jedermann, der den normalen Aufbau einer Behörde kenne, vermöge kaum anzunehmen, daß Eichmann Wesentliches aus eigener Machtvollkommenheit hätte entscheiden können. überdies habe es offenbar seiner Natur entsprochen, eigener Verantwortung aus dem Weg zu gehen … Es sei nun die Frage, ob Generalstaatsanwalt Hausner mit seiner Art der Fragestellung und mit seinem Benehmen gegenüber Eichmann auf dem richtigen Weg sei.

Der Berichterstatter fährt dann wörtlich fort:

"Der Generalstaatsanwalt schreit und gestikuliert, ohne daß seine Fragen und Argumente dadurch größeres Gewicht bekämen. Er posiert wie ein Volkstribun, der er nicht ist, und hat mehrfach gegen anerkannte Regeln der Prozeßführung verstoßen. Er hat, dank seinem Ungeschick, nicht selten eine offene Niederlage einstecken müssen."

Der Korrespondent ist der Meinung, das Bild, das man von Hausner zu Beginn des Prozesses hatte, sei vollständig zerstört worden. Heute erscheine er als ein kleiner und kleinlicher Provinzadvokat, dem der Blick für das Ganze und für das Entscheidende völlig verlorengegangen sei.

Hausner habe Eichmann viele Male das Wort abgeschnitten und werfe ihm vor, daß er oft die gleiche Antwort gäbe. Anscheinend merke Hausner gar nicht, daß er oft die gleiche Frage stelle.

"Was also soll Eichmann tun?" fragt der deutsche Korrespondent.

Offenbar habe sich Hausner festgefahren, weil er mit seiner Anklage zu weit gegangen sei …

Eichmann sei - soviel hätten die Zeugenaussagen eindeutig ergeben - weder ein so großer Mann gewesen, wie die ersten Darstellungen vermuten lassen konnten, noch seien alle 15 Punkte der Anklage aufrechtzuerhalten.

Der Angeklagte habe auch in Augenblicken höchster Spannung absolut ruhig geantwortet. Allein durch diese Ruhe habe er zu dem bisherigen Ergebnis des Kreuzverhörs beitragen können, das als Punktesieg des Angeklagten empfunden werden müsse. Zum Glück throne über all den unschönen Szenen der Gerichtspräsident, Moshe Landau, in unbeirrbarer Autorität."

RESÜMEE

Durch, den Eichmann-Prozeß ist nichts bekanntgeworden, was nicht schon längst bekannt war. Wie all die vielen Jahre seit 1945 konnten die Zeugen ungestört ihren Gefühlen und ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Eine objektive Überprüfung ihrer Erzählungen fand auch diesmal nicht statt. Der Schauprozeß wurde so in einer sehr beachtlichen Nebenwirkung eine Meisterschule für Sadisten. Vielleicht wird durch eine solche detaillierte Darstellung und Ausschmükkung von Grausamkeiten auch alles das, was bisher daran nur Übertreibung und Erfindung war, gelehrige Schüler finden und in Zukunft Wirklichkeit werden.

Soweit es die Absicht der Regisseure dieses Schauprozesses, der Haß- und Rache-Apostel, War, Deutschland in der Welt noch mehr in Mißkredit zu bringen, ist ihnen dieses Werk bei all denen voll gelungen, deren Wunsch es ist, Deutschland zu hassen. Alle diese haben mit Befriedigung diese vollständige und vollkommene Zusammenfassung der alten, wohlbekannten Greuellügenpropaganda in vollen Zügen genießen können. Für alle jene aber, die die Wahrheit suchen, hat dieser Prozeß nichts Neues gebracht. In allen Deutschen aber hat er zur Überzeugung und zur Erkenntnis geführt:

Wenn Deutschland nach diesem - gegen Deutschland und das deutsche Volk inszenierten - Schauprozeß fortfährt, an diesen Staat Israel weiterhin auch nur einen Pfennig zu zahlen, dann wird man nicht mehr darauf stolz sein können, ein Deutscher zu sein.

Vor allem würde die ganze Welt diese Zahlungen nur als neuerlichen eklatanten Schuldbeweis und als Schuldbekenntnis Deutschlands werten.

DER EICHMANN-PROZESS: EIN GEFÄHRLICHES PRÄJUDIZ

Wenn das israelische Beispiel Schule macht, daß sich ein Staat die Gerichtsbarkeit über fremde Staatsbürger anmaßt, über deren Verhalten zu einer Zeit, als der richtende Staat noch gar nicht bestand und über Handlungen bzw. Unterlassungen, die gar nicht auf dem Territorium des richtenden Staates erfolgten, dann darf man für die Zukunft noch allerhand Rache-Schauprozesse nach dem Beispiele des Eichmann-Schauprozesses erwarten.

Die vielen neuen Staaten in Afrika, Asien, Polynesien usw. haben ja auch eine ganz schöne, pralle Haß-und-Rache-Rechnung gegen ihre früheren Kolonial- oder Mandatsherren oder andere sonstwie durch ihre Handlungen unliebsam gewordene Personen zu begleichen.

Was würde man z. B. dazu sagen, wenn die neuen afrikanischen Staaten sich die Gerichtsbarkeit über weiße US-Bürger oder andere weiße Menschen anmaßten und Vergehen, die diese gegen die schwarze Rasse irgendwo begangen haben oder begangen haben sollen, in Afrika aburteilten?

"Was würde man wohl sagen, wenn ein weißer Bürger der USA sich ein Vergehen gegen die schwarzen Bürger der USA zuschulden kommen ließe, das als Verbrechen gegen die schwarze Rasse schlechthin gewertet werden müßte, und ein unabhängig gewordenes schwarzes Land in Afrika diesen weißen Amerikaner aus den USA entführte, um ihn in Afrika abzuurteilen?

Dasselbe könnte mit einem Franzosen oder Engländer oder Russen geschehen! Nach der problematischen Logik Ben Gurions waren die Farbigen sicherlich zu solcher Handlungsweise berechtigt."

(Burg, Schuld und Schicksal, S. 357)

DIE GEFAHR EINER ISRAELISCHEN FÜNFTEN KOLONNE IN ALLEN STAATEN DER ERDE

An sich wäre es nicht recht verständlich, warum Argentinien, dieser große und mächtige Staat, diese krasse Mißachtung seiner Souveränität, diesen Schlag ins Gesicht seiner staatlichen und nationalen Würde so leicht hinnahm, sich mit diesem lauen Protest begnügte und nicht auf der Rückstellung Eichmanns nach Argentinien bestand.

Klar wird einem aber diese sonst unverständliche Haltung, wenn man liest, was Kenner der Verhältnisse über die Lage in Argentinien berichten. Danach ist in Argentinien wie auch im übrigen Lateinamerika das Judentum so stark und so tief in die öffentliche Verwaltung, die Staatsverwaltung, eingedrungen, daß man einige lateinamerikanische Staaten bereits als halbe Kolonie Israels ansehen kann[4].

Die Zeitung El Soberano bringt auch einen Bericht darüber, wie tief das nationale Judentum seit dem Sturz Perons in die Staatsverwaltung Argentiniens eingedrungen ist. Es heißt in dem Bericht:

"Eine nicht endgültige, sondern nur vorläufige Zwischenbilanz ergibt:

David Bleyer, Vizeminister des Inneren, Dr. David Blechmann, Unterstaatssekretär im Innenministerium, David Herzberg, Staatssekretär für Presse und Propaganda, Weinfeld, persönlicher Referent für die Präsidialkanzlei, Dr. Korenblit, Pressechef für die Präsidentschaft und das Außenministerium, H. Chapochnik, Sekretär für Auswärtige Beziehungen der Präsidentschaft, Julius Brower, Gouverneur der Provinz Miziones, Dr. Luis Gutnitzki, Gouverneur der Provinz Formoss (und zugleich der dortigen jüdischen Kobilla), Angel Eidelmann, Gouverneur der Provinz Neuquen, Salomon Diver, Bürgermeister von Villa Santa Maria in Santa Fe, Noe Jitrik, Direktor für nationale Sicherheit, Auron Rossnel, Direktor der Bank von Entre Rios.

Als leitende Beamte in verschiedenen Ministerien, in der Präsidentschaftskanzlei, als Senatoren und Abgeordnete:

Gwirzman, Dr. Nudelmann, El Friedmann, Weidmann, Zemon Goldstrauch, S. Schmuckler, Gaperin, Pablo Singer, Natalie Chornikoff, Dr. Griosman, Dr. Liberman, Benjamin Kogen."

Argentinien ist nach den USA das zweitgrößte Judenland der Erde. In Argentinien leben etwa so viele Juden wie in Israel.

Nach einem Bericht von Valentin Vergara (in DWZ vom 14. April 1965, S. 9) befindet sich in Argentinien eine ganze Reihe zionistischer Ausbildungslager und Schulen. Dort unterrichten militärische und theoretische Lehrer, die aus Israel kommen. Es bestehen zionistische Ausbildungslager für die vormilitärische Ausbildung der jüdischen Jugend wie das Camp Betar bei Capadmalal, das Camp Bialic bei Mar del Plata, die Camps Ramah und Preramah bei der Laguna de los Padres, das Camp Sumerland bei Mercedes, das Camp Punta de Indio bei Veronisa u. a. m.

Von israelischen Ausbildern werden Einheiten in Sonderlehrgängen der israelischen Wehrorganisation Najal ausgebildet. In keinem anderen Land wird so offen wie in Argentinien vom Zionismus die Mobilisierung und Organisierung aller jüdischen und nichtjüdischen Möglichkeiten zur Unterstützung des Staates Israel erstrebt. Nebenher laufen die zionistischen Bestrebungen zur Entnationalisierung Argentiniens, wie sie von den zionistischen Universitätsprofessoren Abraham Monk, Sergio Bago, Gregorio Weinberg und Bernardo Feijoo in der vom jüdisch-argentinischen Institut für Kultur und Information herausgegebenen Zeitschrift Commentarios in Nr. 37, Jahrgang 1936, in alarmierender Offenheit erläutert werden.

Es ist nur zu verständlich, daß der Kongreßabgeordnete für Salta, Dr. Juan Carlos Cornejo Limares, im Abgeordnetenhaus einen durch aufsehenerregende Unterlagen und Einzelheiten motivierten Antrag auf unverzügliche Bildung einer "interparlamentarischen Kommission zur Untersuchung anti-argentinischer Tätigkeiten" eingebracht hat. In diesem Antrag wird auch auf die gefährliche kommunistische Wühlarbeit der argentinischen Kommunisten hingewiesen. (Vgl. hiezu den alarmierenden Aufsatz von Johann von Bavel, "Ein Kontinent rutscht nach links", in Die Grenzmark, Heft 13/10/20, 1958, über das gleichzeitige erschreckend rapide Vordringen des Kommunismus in Südamerika.)

Die Inanspruchnahme der Mithilfe der jüdischen Staatsbürger Argentiniens bei der Entführung Eichmanns und der schweren Verletzung der argentinischen Souveränitätsrechte bringen eine Angelegenheit in das Scheinwerferlicht der Weltöffentlichkeit, die überaus zu denken gibt: Israel forderte von den jüdischen Staatsbürgern Argentiniens, daß sie im Dienste Israels gegen die Interessen ihres Vaterlandes und Heimatstaates tätig würden. Die Israelis rühmten sich nicht nur dieser Mithilfe und der weitgehenden Unterstützung der Juden Argentiniens, die Souveränitätsrechte und nationale Würde Argentiniens auf das schwerste zu verletzen. Die Regierung Israels ging bei dieser Gelegenheit mit ihren Eingeständnissen noch viel weiter: Sie rühmte sich, daß ihr Geheimdienst und Spionagedienst in der ganzen Welt und in allen Staaten der Erde über eine "fünfte Kolonne" verfüge und daß in jedem Staat Juden in Auftrag und im Dienst des Staates Israel für israelische Interessen tätig seien.

Das ist ein unmöglicher Zustand![5]

Die Konsequenzen dieses Bekenntnisses und dieser Tatsache, daß Israel in allen Staaten über eine feste und verläßliche fünfte Kolonne verfügt, auf die sie unter allen Umständen vertrauen kann, die Konsequenzen daraus, daß der Staat Israel von allen Juden der Erde eine Treuepflicht[6] fordert und in Anspruch nimmt, sind einfach unübersehbar. Denn damit ist ja jeder Jude in jedem Staat im Grunde und letzten Endes nichts anderes als ein Geheimagent, ein Spion im Dienste Israels. Und das wenigste, das diese Juden im Falle eines Konfliktes ihres Heimatstaates mit dem Staat Israel oder auch schon nur bei einem Interessengegensatz oder einer unklaren politischen Situation erwarten müssen, ist die Ausweisung.

Im Fall der Eichmann-Entführung ist das gefährliche politische Spiel, das Israel treibt, wieder sehr offensichtlich geworden. Den Staat Israel als die Heimat und den Vertreter der Interessen aller Juden zu deklarieren, ist nur dann möglich und tragbar, wenn alle Juden, wie dies Ben Gurion fordert, nach Israel gehen. In diesem Fall könnte Israel auch der Sympathie und Unterstützung aller Menschen sicher sein. Solange aber im Staat Israel nur etwa 10 Prozent der Judenheit leben und 90 Prozent verstreut in den anderen Staaten der Erde, solange ist es ein unmögliches Spiel und ein unerträglicher Zustand, den Staat Israel als die Heimat aller Juden und als Vertreter der Interessen aller Juden zu deklarieren.

Die Forderung und Erwartung einer Treuepflicht aller Juden gegenüber Israel macht die Juden in allen Staaten der Erde zu einer jüdischen fünften Kolonne und zwingt alle Staaten, in denen Juden leben, sich gegen diese fünfte Kolonne wirksam zu schützen.

Der abgeklärte J. W. Burg, ein nicht von Nationalismus verblendeter Jude, schreibt zu dieser ernsten Frage:

"Die Entführung Eichmanns war nicht nur eine juristische Unmöglichkeit, sondern auch ein schwerer politischer Fehler… Die offizielle Anerkennung von seiten der israelischen Diplomatie, daß Juden in Argentinien den aus Israel kommenden Agenten halfen, Eichmann zu entführen, und dadurch einwandfrei gegen die Interessen Argentiniens, ihres Vaterlandes, verstießen, gibt Rätsel auf … Die israelische Regierung teilte in diesem Zusammenhang auch mit, daß eine Geheimdienstorganisation existiere … Welch eine gefahrvolle Erklärung! Allzuleicht kann diese Erklärung weltweite Wirkungen auslösen …

Waren sich die argentinischen Juden, die als argentinische Staatsbürger bei der Entführung mitgewirkt haben …, der Untreue gegen ihr eigenes Vaterland bewußt? Begriffen sie die Gefahr, durch ihr Tun den Beweis für die Richtigkeit der alten Behauptung zu erbringen: Der Jude ist ein schlechter Patriot? Sie zeigten durch ihre Tat, daß sie schlechte Argentinier sind.

Die Diskrepanz zwischen den Interessen Israels und denen des Weltjudentums hat hier einen Grad erreicht, der ein Auseinanderfallen beider einleitet."

Dies beweist auch ein Leitartikel der in New York erscheinenden Zeitschrift Life von Ende Februar 1961, in dem es u. a. heißt:

"Die amerikanischen Zionisten haben seit der Staatsgründung Israels die amerikanische Außenpolitik schlecht beraten und beeinflußt. Die Sympathie eines amerikanischen Juden für Israel ist noch zu verstehen; wenn die Zionisten es aber vorziehen, in den USA zu bleiben, dürfen sie für Israel nicht politisch tätig sein! Eine doppelte Loyalität ist auf die Dauer sogar für einen Bürger der freien USA nicht möglich."

Auch in der UdSSR hat die Überzeugung vom Vorhandensein einer jüdischen fünften Kolonne zu bedenklichen antisemitischen Kundgebungen geführt. Die Europa-Korrespondenz (11/62, Nr. 85) berichtet darüber:

"Das sowjetische Gewerkschaftsorgan Trud hat einen unerhört scharfen Artikel gegen die Synagogen veröffentlicht. Zunächst bezichtigt der Autor in dem Artikel, der in einer breiten Schlagzeile mit dem Titel 'Zionismus - die Maske für Spionage' überschrieben ist, drei jüdische Führer unter Nennung ihrer Namen der Spionage. Der Artikel, der sich über fünf Spalten dehnt, bringt die Bilder dieser Spione, die sich bemühen, andere Juden zu beeinflussen, um noch mehr Spione zu gewinnen. Sie werden beschuldigt, Berichte an die israelische Gesandtschaft zu liefern. Einer der Leiter der Spionage sei der Sohn des israelischen Ministers Sharet. Synagogen würden als Spionageplätze benützt, die Leute erhielten dort Instruktionen über Ausspähung und subversive Tätigkeit.

Das Blatt erklärt dazu, daß das Sowjetvolk darüber empört sei und daß es nunmehr höchste Zeit sei, daß die luden einsähen, daß die Geduld des Volkes erschöpft und daß es von Grimm und Zorn gegen die Spione erfaßt sei."

GIBT ES AUCH IN DEUTSCHLAND EINE ISRAELISCHE FÜNFTE KOLONNE?

Der Spiegel bringt in Nr. 4 vom 24. Jänner 196z auf Seite 14 f. folgende ungeheuerliche Nachricht:

"Israels Geheimdienst 'Shin Beth' rühmt sich, daß er seit Jahren die Möglichkeit habe, alle ihn interessierende Post zwischen der BRD und Ägypten einzusehen! Als Beweis wurden Sefton Delmer, der zur Zeit für den Sunday Telegraph eine Spionage-Serie verfaßt, vom israelischen Geheimdienst die Fotokopien eines kompletten Briefwechsels vorgelegt, der zwischen dem nach Kairo emigrierten ns. Professor Johannes von Leers (alias Omar Amin von Leers) und dem C. H. Priester Verlag [7] in den Jahren 1955-1959 geführt worden war."

Diese Nachricht stützt sich auf einen Artikel des Journalisten Sefton Delmer in The Sunday Telegraph, London, vom 14. Jänner 1962, S. 4, in dem Delmer schreibt:

"Ich erhielt einen Einblick in die weltweiten Durchdringungen der Shin-Beth-Organisation [des israelischen Spionagedienstes] bei meiner Israelreise … Die israelischen Beamten verehrten mir die Fotokopien der Korrespondenz, die zwischen einem Nazi in Kairo und einem anderen in Wiesbaden in Deutschland hin- und hergegangen war.

Der Nazi in Kairo war Dr. Johannes von Leers, jener besessene kleine Antisemit, den ich zuerst in Berlin getroffen habe, damals vor vielen Jahren, als er als 'Experte' in Dr. Goebbels' Ministerium war. Heute hilft er als Prof. Omar Amin von Leers Nasser … Der Nazi in Wiesbaden war Carl Heinz Priester, ein Verleger… Der Briefwechsel beginnt… 1956 und läuft weiter bis zum Sommer 1959; er wurde nur durch Priesters Tod unterbrochen. Alles ist da, die Briefe von Priester an Leers und von Leers und seiner Frau an Priester.

Ich war verblüfft, als ich dieses Material sah. Es bedeutet, daß jemand für Israel arbeitete - und zweifellos noch arbeitet -, der in der Lage ist, Briefe abzufangen, die zwischen Ägypten und der BRD hin und her gehen - zwei Staaten, mit denen Israel keine diplomatischen Beziehungen unterhält. Dieser Jemand ist in der Lage, alles zu fotografieren, was ihn interessiert, und dann die Briefe an den Empfänger weiterzuleiten, ohne daß die beiden Korrespondenten eine Ahnung davon haben."

Im Spiegel 35/67 enthüllt Sefton Delmer noch viel weitergehend:

"Viele Juden in der CIA, aber auch im französischen und sogar im sowjetischen Geheimdienst arbeiten zugleich und heimlich für den (Israelischen Geheimdienst) Schin Beth."

Diese Ruhmredigkeit des israelischen Spionagedienstes drängt den Verdacht eines Zusammenhanges dieser Affäre mit einer anderen Geschichte fast zwingend auf!

Im Frühjahr 1960 ließ der hessische Generalstaatsanwalt, Fritz Bauer, eine Haussuchung im C. H. Priester Verlag, Wiesbaden, vornehmen. Dabei wurde u. a. die gesamte Korrespondenz des Verlages Priester mit rechtsgerichteten Kreisen in aller Welt beschlagnahmt.

Am Montag, dem 30. Mai 196o, informierte Generalstaatsanwalt Bauer in einer Pressekonferenz die Öffentlichkeit über das Ergebnis der Haussuchung und der Prüfung der Korrespondenz. Die Zeitungen Welt, Frankfurter allgemeine Zeitung und Frankfurter Rundschau vom 31. Mai 1960 brachten groß aufgemachte Berichte über die Mitteilungen Bauers. (Vgl. hiezu auch den Bericht im Spiegel vom 15. Juni 1960, Nr. 25, S. 6 ff.)

Aus diesen Berichten geht hervor, daß von Generalstaatsanwalt Bauer u. a. auch die Korrespondenz C. H. Priesters mit Prof. von Leers in Kairo beschlagnahmt worden war: das ist also gerade die Korrespondenz, von der der israelische Spionagedienst sich rühmt, Fotokopien zu haben, die er Sefton Delmer vorgewiesen und verehrt hat.

Da es nun ganz unwahrscheinlicli, ja geradezu völlig ausgeschlossen und unmöglich erscheint, daß die israelische Spionage einen so komplizierten und umfangreichen Spionagedienst bei der deutschen Post hat und die deutschen Postbeamten so weitgehend, weitverzweigt und tief eindringend korrumpiert hat, daß er die ihn interessierende ein- und ausgehende Post vorgelegt erhält und fotokopieren kann, ergibt sich daraus von selbst und zwingend der noch ungeheuerlichere Verdacht, ob es nicht denkbar ist, daß eine Stelle der Staatsanwaltschaft Frankfurt/M. in Zusammenarbeit mit dem israelischen Spionagedienst die Fotokopierung der von ihr beschlagnahmten und bei ihr erliegenden Korrespondenz ermöglicht oder selbst veranlaßt und die Originale oder die Fotokopien dem israelischen Spionagedienst zur Verfügung gestellt hat.

Dieser geradezu entsetzliche Verdacht findet eine starke Stütze in der Tatsache, daß der Schrecken über die durch diese Indiskretion gebrachte Enthüllung den Beteiligten so in die Glieder gefahren ist, daß die angekündigten Fortsetzungen des Delmer-Berichtes im Sunday Telegraph bis heute nicht erschienen sind.

Gibt es bei der Staatsanwaltschaft Frankfurt/M. jemand, der als Kollaborateur mit dem israelischen Spionagedienst zusammenarbeitet oder als Spion in dessen Diensten steht?

Ein ganz klares und eindeutiges Bild bekommt die Tatsache, daß der israelische Spionagedienst Fotokopien der Korrespondenz zwischen dem Priester Verlag und Prof. von Leers in Händen hat, für mich durch folgende erwiesene weitere Tatsachen:

Der hochangesehene deutsche Verleger und für Deutschland gestorbene deutsche Patriot Carl Heinz Priester, Wiesbaden (Amtsbereich der Staatsanwaltschaft Frankfurt/M.), machte mir im Februar 196o folgende erschütternde Mitteilung:

"Es besteht heute in Deutschland eine Geheimzensur. An mich gerichtete Briefe wurden zurückgehalten. Es war offenkundig, daß sie vor Zustellung an mich geöffnet worden waren. Auf meine energische Beschwerde über diese krasse Verletzung des durch ein Staatsgrundgesetz verfassungsrechtlich geschützten Briefgeheimnisses erklärte mir der zuständige leitende Postbeamte, diese Geheimzensur werde über Auftrag der Staatsanwaltschaft und von deren Organen gegen den Willen und Widerstand und sehr zum Verdruß der Postverwaltung ausgeübt. Die Postverwaltung sei dagegen machtlos; die Beamten müßten diese offenkundige Verfassungsverletzung und Gesetzwidrigkeit dulden. Der Beamte erklärte offen, die Postverwaltung würde es sehr begrüßen, wenn die Betroffenen wirksamen Protest gegen diese Ungeheuerlichkeit erheben und die Abstellung dieser Geheimzensur erreichen würden, die die Postverwaltung sehr in Mißkredit bringt."

Das tatsächliche Bestehen dieser Geheimzensur wird noch durch einen weiteren Bericht bestätigt, den Der Spiegel vom 11. Februar 1959 auf Seite 4 bringt. Zind, ein deutscher Mittelschullehrer für Mathematik, war wegen einer antisemitischen Äußerung zu einem Jahr Gefängnis, verbunden mit dem Verlust seiner Stellung und seiner Pensionsanrechte, verurteilt worden und vor Verbüßung seiner Strafe aus Deutschland geflohen. Der Spiegel berichtet:

"Als Zinds Tochter einen Weihnachtsbrief an eine Freundin in Italien schrieb, wurde dieser Brief aufgehalten und geöffnet. Frau Zind wurde zum Gericht gerufen. Da lag der Brief!"

Es ist unfaßbar, daß so etwas im deutschen Rechtsstaat möglich ist! Ja, wenn es sich noch um einen Atomspion, einen Schwerverbrecher, einen vielfachen Mörder gehandelt hätte!

jedenfalls sollte, wenn der Staatsanwaltschaft Frankfurt/M. etwas am rechtsstaatlichen Ruf der BRD liegt, etwas zur Aufklärung der Herkunft der im Besitz des israelischen Spionagedienstes befindlichen Fotokopien unternommen werden.

In einem demokratischen Rechtsstaat müssen folgende Fragen gestellt und beantwortet werden:

Wer stellte an die Post das Begehren auf Auslieferung von Poststücken zur Ausübung einer Geheimzensur?

Wurden Fotokopien der ausgelieferten bzw. beschlagnahmten Priester-Korrespondenz hergestellt? Von wem? In wessen Auftrag?

Wurden von der von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten Priester-Korrespondenz Fotokopien hergestellt? Von wem? Wie viele?

Wenn es sich um Fotokopien der von der Post ausgelieferten Korrespondenz handelt, muß es sich um Kopien der beim Priester Verlag ein- und ausgehenden Brief-Originale handeln.

Wenn es sich um Kopien der beim Priester Verlag beschlagnahmten Poststücke handelt, kann es sich nur um Kopien der eingehenden Brief-Originale und um Kopien der beim Verlag verbleibenden Durchschläge der vom Verlag ausgehenden Briefe handeln.

Zusammenfassend ist zu sagen: Wenn seitens der Staatsanwaltschaft Frankfurt/M. - was meines Erachtens unbezweifelbar ist - eine Geheimzensur der Post des C. H. Priester Verlages geübt wurde, ist es ganz unwahrscheinlich, daß neben dieser verfassungswidrigen Auslieferung der Poststücke des Priester Verlages an die Staatsanwaltschaft ein korrumpiertes Postorgan diese selben Poststücke auch dem israelischen Spionagedienste zur Kenntnisnahme und zur Ermöglichung der Fotokopierung auslieferte.

Tatsache ist, daß der israelische Spionagedienst die Fotokopien der Korrespondenz des Priester Verlages hat. Meines Erachtens kann er logischerweise den Einblick bzw. die Fotokopien bzw. die Möglichkeit zu deren Fotokopierung nur durch ein im israelischen Spionagedienst stehendes Organ der Staatsanwaltschaft Frankfurt/M. erhalten haben. Der Verdacht, daß ein Spion des israelischen Spionagedienstes in der Behörde des Generalstaatsanwalts Bauer sitzt bzw. zu deren Akten Zugang hat, wird dadurch - wenigstens für mich - zur feststehenden Gewißheit. Keine Person ist von diesem Verdacht ausgeschlossen.

Das Wort hat der Generalstaatsanwalt von Hessen, Fritz Bauer[8]

EIN JUDE URTEILT ÜBER DEN EICHMANN-SCHAUPROZESS

"Warum hat man ausgerechnet nach so langer Zeit diesen Adolf Eichmann aus Argentinien mit Hilfe eines abenteuerlichen Gangsterstreiches entführt, um ihn in Jerusalem vor ein mit allen Theaterfinessen ausgestattetes Gericht zu stellen? Man hatte doch andererseits erklärt, daß der Aufenthalt Eichmanns dem israelischen Geheimdienst seit Jahren bekannt war. Warum also gerade jetzt, wo die Wunden, welche die Völker einander geschlagen haben, schon am Vernarben waren?… Warum die Eile dieser Entführung, nachdem seit Jahren bekannt war, daß sich Eichmann in Argentinien aufhielt? …

Man hat wiederholt kritisch bemerkt, daß Israel den ganzen Prozeß aufzog, um dadurch eine neue Wirtschaftshilfe von der Bundesrepublik zu erhalten. Dies glaube ich nicht, denn bekanntlich bat Herr Bundeskanzler Adenauer Ben Gurion ohnedies eine weitgehende Wirtschaftshilfe zugesagt, wenn die Wiedergutmachungs-Zahlungen enden werden. Viel eher scheint es mir, daß neben den propagandistischen Chancen dieses Prozesses, der natürlich stärkstens auf das Weltjudentum wirkt, die großen innenpolitischen Spannungen Israels entscheidend waren …

Letzten Endes kann der ganze Eichmann-Prozeß nur einen Sinn haben: die Flammenzeichen des Hasses und der Rache lichterloh auflodern zu lassen und dafür Sorge zu tragen, daß der Haß, der nun einmal vorhanden ist, ja nicht erlischt. Dies jedoch kann nicht im Interesse der Völker liegen und nicht im Interesse der Zukunft, auch nicht der Zukunft der luden und nicht der Zukunft Israels …

Die jüdische Tragödie ist längst in allen Einzelheiten bekannt.

Wer verantwortungsbewußt in die Zukunft blicken will, der muß bestrebt sein, über die verständlichen Gefühle der Rache Brücken zu schlagen. Das Leben geht weiter. Man kann ein Leben nicht auf Haß und Rache aufbauen."

(J. G. Burg, Schuld und Schicksal, S. 353 ff.)

In der Tat diente der Eichmann-Schauprozeß offensichtlich mehreren verschiedenen Zwecken:

AUSKLANG

Am 31. Mai 1962 wurde Adolf Eichmann von den Israelis auf einem Schiff im Mittelmeer gehenkt; sein Körper wurde auf dem Schiff verbrannt und die Asche ins Meer gestreut. Erwiesen ist, daß Eichmann niemals einen Juden getötet oder auch nur mißhandelt hat; erwiesen ist, daß Eichmann niemals wissentlich an der Ermordung eines Juden direkt oder indirekt mitgewirkt hat; erwiesen ist, daß Eichmann ein kleiner Beamter mittleren Ranges war, dessen Aufgabe es war, die notwendigen Eisenbahnzugsgarnituren beim Reichsverkehrsministerium für den Abtransport der jüdischen Arbeiter aus Ungarn zu organisieren; erwiesen ist, daß Israel nach allgemeinem Recht und dem geltenden Völkerrecht unzuständig war, über Eichmann zu Gericht zu sitzen.

Erwiesen ist, daß sich die Tötung Eichmanns durch die Israelis rechtlich und tatsächlich als eine rechtswidrige Tötung, als ein M o r d aus Rache, darstellt.


  1. Eichmann sagte in seiner Schlußrede:
    "Man hat mich in Buenos Aires überfallen, eine Woche lang ans Bett gefesselt und mich dann, mit Injektionen in meine Arme betäubt, zum Flughafen von Buenos Aires gebracht und von dort aus Argentinien herausgeflogen."
  2. Die Eichmann-Entführung ist nicht der erste Fall, daß sich die Regierung Israels über das internationale Recht hinwegsetzt. 1957 wurde der ägyptische Journalist Achmed Eusman vom israelischen Geheimdienst von Paris nach Israel entführt und in die Gefängnisfestung Schazz bei Haifa eingeliefert. Am 31. Juli 1958 kam es zu einem Ausbruchsversuch, bei dem zwei israelische Polizisten und elf arabische Gefangene getötet wurden. 66 Arabern, darunter 8 Lebenslänglichen", gelang die Flucht. Eusman jedoch fiel den Israelis in die Hände und wurde im Juni 196o in Haifa zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilt, obwohl der Verteidiger anführte, daß der Angeklagte noch. immer nicht wüßte, warum man ihn entführt habe und wessen man ihn beschuldige, und obwohl es kein Gesetz gäbe, das einem Gefangenen verbiete (noch dazu unter so hoher Strafandrohung), einen Ausbruch zu versuchen.
  3. Über einen anderen ungeheuerlichen Rechtsbruch des israelischen Geheimdienstes berichtete im Juli 1960 die amerikanische Zeitung Look (New York). Zwei frühere israelische Offiziere berichteten über einen "irrtümlichen Mord" im Dienste Israels. Sie hätten beobachtet, daß Frau Eichmann einen Mann in einer Berghütte "irgendwo in Österreich" besucht habe. Sie überfielen diesen Mann, den sie für Eichmann hielten, und verschleppten ihn in ihrem Wagen an einen einsamen Ort, wo sie ihn trotz seiner Beteuerungen, er wäre nicht Adolf Eichmann, durch Erschießen ermordeten. Später stellten sie dann fest, daß der Ermordete tatsächlich nicht Eichmann war. Die Mörder rühmten sich ihres Mordes und daß der israelische Geheimdienst in allen Staaten mächtig sei.
  4. In Argentinien ist - nach einem Bericht der argentinischen Zeitung EI Soberano der israelische Einfluß bereits so stark, daß der Innenminister von Israel, der Argentinien einen offiziellen Besuch abstattete, den argentinischen Juden folgendes Lob zollte: Die argentinische Judenheit hat in der Diaspora ihre dynamische Kraft bewahrt."
  5. Über den unmöglichen und unerträglichen Zustand, daß sich der israelische Geheim- und Spionagedienst in allen Ländern der Erde, wo Juden leben, auf deren tätige Mithilfe und Kollaboration stützen kann, bringt Sefton Delmer in einem Artikel in The Sunday Telegraph (London, Y4. Jänner 1962), dem noch weitere Artikel folgen sollen, beachtliche Enthüllungen.
  6. In der Jerusalem Post erklärte Ben Gurion im Sommer 1951:
    "Die Zionisten in aller Welt sind verpflichtet, dem Staat Israel beizustehen, ob die Regierung des Landes, dem die Juden den Untertaneid geleistet haben, dies wünscht und erlaubt oder nicht … Die drei Pflichten jedes Zionisten sind: bedingungslose Hilfe und Beistand für Israel, zwangsweise jüdische Erziehung und Festigung des Zionismus (fastening of the halutzic movement)."
  7. Der C. H. Priester Verlag, Wiesbaden, befindet sich im Amtsbereich der Staatsanwaltschaft Frankfurt/M. Von einem Einschreiten dieser Staatsanwaltschaft zur Untersuchung dieser die deutschen Postbehörden auf das schwerste belastenden Behauptung ist bis heute nichts bekannt.
  8. Im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland vom Mai 1949 heißt es:
    "I. Grundrechte. - Artikel 10 (Brief- und Postgeheimnis). - Das Briefgeheimnis sowie das Post- und Fernmeldegeheimnis sind unverletzlich. Beschränkungen dürfen nur auf Grund eines Gesetzes angeordnet werden."

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