Geschichte der Verfemung Deutschlands, Band 6

Das Unrecht an Deutschland

Von Dr. jur. et Dr. phil. et Dr. rer. pol. Franz J. Scheidl


Wir wissen, daß wir besiegt sind und die Folgen der Niederlage zu tragen haben. Wir sind auch bereit, diese Folgen zu tragen.

Die Sieger aber täten gut daran, daran zu denken, daß wir, wenn auch besiegt, doch Menschen geblieben sind und auf alles, was mit uns geschieht, menschlich reagieren.

Um zu verhindern, daß die Bäume der Sieger in den Himmel wachsen, beraubt der Schöpfer die Sieger des Verstandes. Nachdem sie den Krieg gewonnen haben, verlieren sie den Frieden. Das Elend, das sie aus Rache über den Besiegten bringen, wird an Größe nur von dem Ausmaß ihrer Dummheit übertroffen.

"1919 in ihren Friedensverträgen haben die Sieger des ersten Weltkrieges den Wind gesät und so sicher, wie die Nacht dem Tag folgt, im zweiten Weltkrieg den Sturm geerntet. Sie haben nichts gelernt und nichts vergessen, und erfüllt von Neid, Furcht und Habgier, haben sie ihre bösen Taten wiederholt und haben zum zweiten Male den Besiegten Ungerechtigkeiten auferlegt. Also haben sie wiederum Wind gesät und werden wiederum Sturm ernten. Böses erzeugt Böses, und wenn ihr blind seid wie Simson, wenn ihr die Säulen des Hauses eurer Feinde niederreißt, dann werden seine Trümmer euch erschlagen."

(Der britische General Fuller in seinem Buch
Der zweite Weltkrieg)

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Dieses Buch diene dem Gedenken an die maßlose und schauerliche Rache am deutschen Volk:

dem Gedenken an die Millionen deutscher Familien, die nach beendetem Krieg, all ihrer Habe beraubt, aus ihrer Heimat vertrieben wurden;

dem Gedenken an die Millionen unschuldiger deutscher Männer, Frauen und Kinder, die nach beendetem Krieg aus Rache bestialisch ermordet wurden;

dem Gedenken an die Zehntausende tapferer, pflichtgetreuer deutscher Soldaten und Offiziere, die nach beendetem Krieg aus Rache schmählich gehenkt, sonstwie ermordet oder eingekerkert wurden.

Daneben diene dieses Buch dem schmählichen Gedenken der Urheber des namenlosen Unrechts und Unglücks, der schauerlichen Rache am deutschen Volk und dem fluchwürdigen Gedenken an die drei für das Schicksal der weißen Rasse verhängnisvollsten Gestalten des 20. Jahrhunderts:

an Winston Randolph Churchill, den Totengräber der Weltgeltung der weißen Rasse und des britischen Imperiums;

an Franklin Delano Roosevelt, den Wegbereiter des Kommunismus in Europa, Asien und Afrika;

an Dwight D. Eisenhower, der nach errungenem Sieg und nach der bedingungslosen Kapitulation zwei Millionen deutscher Soldaten und Millionen ziviler deutscher Bürger, vor allem Frauen und Mädchen, kalten Herzens und erbarmungslos in die Hände der Bolschewiken übergab.

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GELEITWORT

Angesichts der Notwendigkeit für die weißen Menschen, sich immer enger zu einer wirklichen Einheit zusammenzuschließen, habe ich mich gefragt, ob es nicht angezeigt sei, die Dinge ruhen, die Vergangenheit vergangen sein und die betrüblichen Ereignisse und Tatsachen, die die Beziehungen zwischen Deutschland und den Alliierten belasten, besser dem Vergessen anheimfallen zu lassen.

Nach reiflicher Überlegung halte ich das nicht für zweckmäßig.

Nicht nur, daß das Verschweigen und Unterdrücken der Wahrheit auf die Dauer keinen Erfolg haben kann. Viel entscheidender ist, daß das Verschweigen und Unterdrücken der Wahrheit, der Versuch, die Ereignisse totzuschweigen, die die Beziehungen zwischen Deutschland und den Alliierten belasten, gerade das Gegenteil der bezweckten Absicht heraufbeschwören. Die Alliierten neigen schon jetzt zu sehr dazu, sich in dem Bewußtsein zu blähen, daß sie unvergleichlich besser als Deutschland und das deutsche Volk seien, das mit aller Schuld belastet wird.

Um dem ein Ende zu machen und im Interesse der historischen Wahrheit an sich, halte ich eine offene Darlegung auch dieser betrüblichen Ereignisse für richtig. Die Darlegung soll allen Beteiligten zum Bewußtsein bringen, daß wir alle Sünder sind und daß keines unter allen Völkern sich rühmen kann, besser zu sein als das deutsche Volk. Diese Darstellung soll die Atmosphäre reinigen, die wir alle atmen, und uns bereit und fähig machen, zu einem neuen, besseren Zusammenleben.

DER "KREUZZUG" DER USA GEGEN DEUTSCHLAND

"Der im Jahre 1941 einsetzende Kreuzzug Amerikas gegen Deutschland war ein Ergebnis von Illusionen, die inzwischen völlig bankerott gemacht haben.

Es war eine Illusion, daß die USA sich durch Nazideutschland bedroht fühlen konnten; es war eine Illusion, daß Hitler das britische Reich zerstören wollte; es war eine Illusion, daß China ein friedliches Reich des Ostens werden könnte; es war eine Illusion, daß eine mächtige Sowjetunion ein Friedensfaktor in einem geschwächten europäisch-asiatischen Komplex werden könnte."

(Der Amerikaner William A. Chamberlin in seinem Buch America's Second Crusade, Chikago 1950)

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Der Krieg der USA gegen Deutschland wurde von der amerikanischen Propaganda als "Kreuzzug für die Christenheit" aufgezogen.

Niemals wurde die Kreuzzugs-Idee und das Wort "Kreuzzug" ärger mißbraucht. Die USA führten den Krieg Schulter an Schulter mit den Bolschewiken, den größten Feinden des Christentums, ja jedes Gottglaubens überhaupt. Die USA belieferten die Bolschewiken kostenlos mit Kriegsmaterial im Wert von über zehn Milliarden Dollar amerikanischer Steuergelder. Diesen Krieg als christlichen "Kreuzzug" nach Europa zu bezeichnen, ist ein Sakrileg, eine Blasphemie, eine Gotteslästerung. Roosevelt und neben ihm Eisenhower, der sich selbst so gerne in der Rolle des "allerchristlichsten Feldherrn eines Kreuzzuges" sah, waren in Wahrheit nur Werkzeug und Führer eines Rachefeldzuges des Weltjudentums, vor allem des amerikanischen Judentums, gegen Deutschland und das deutsche Volk.

Was im Verlauf dieses Rachefeldzuges die USA selbst als Werkzeug der Morgenthau-Leute gegen das deutsche Volk, gegen das Christentum und die christliche Idee verbrachen und was mit ihrer Billigung und unter ihrem Schutz am deutschen Volk und am Christentum verbrochen wurde, dagegen verblassen alle wirklichen und erdichteten Verbrechen einiger Nationalsozialisten. Eine Rache gleich jener, wie sie am deutschen Volk geübt wurde, finden wir nicht in der ganzen Geschichte der zivilisierten Menschheit.

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DIE SCHULD AM ZWEITEN WELTKRIEG

DIE BEMÜHUNGEN ROOSEVELTS UND DES
AMERIKANISCHEN JUDENTUMS UM DIE
ENTFESSELUNG DES ZWEITEN WELTKRIEGES

Mit Recht weist Dr. Robert Ingrim in den Salzburger Nachrichten darauf hin, daß Deutschland, solange es die Frage der Kriegsschuld nicht richtig stellt und solange es mit der Kriegsschuld belastet ist, niemals als echter Bündnispartner angesehen werden wird. Dr. Ingrim schreibt:

"Die Regierungen der BRD hatten bisher immer Wichtigeres zu tun, als die Richtigstellung von Geschichtsverfälschungen ... Die Vertilgung der Geschichtslügen ist aber ein wichtiger Teil der Bündnispflege."

Die Notwendigkeit oder der Wunsch, sich bei den Siegern Liebkind zu machen, hat nicht nur zur Vernachlässigung der Pflicht geführt, Geschichtsverfälschungen aufzuklären, sie bewog sogar Spitzen des Staates dazu, die Kriegsschuld Deutschlands auf sich zu nehmen.

Den zweiten Weltkrieg hat aber nicht Deutschland auf dem Gewissen; die Alliierten tragen die Hauptkriegsschuld.

Nicht Deutschland ist mit der Hauptschuld am Ausbruch des zweiten Weltkrieges belastet, sondern die USA und England, Roosevelt und Churchill. Die Morgenthau-Leute waren fest entschlossen, die USA in den Krieg gegen Deutschland zu treiben, und Roosevelt war ihr nur allzu williges Werkzeug. Wie aus vielen Quellen — insbesondere auch aus den Memoiren Kardinal Spellmans (James A. Parlay) — klar hervorgeht, war Roosevelt fest entschlossen, das amerikanische Volk, das unter keinen Umständen in einen europäischen Krieg hineingezogen werden wollte, nochmals — wie 1917 — in den Krieg gegen Deutschland zu führen. Und dies, obwohl Deutschland die USA in keiner Weise bedrohte oder seine Interessen gefährdete.

Für Roosevelt, der von seinen Morgenthau-Hintermännern, dem amerikanischen Judentum, mit allen Mitteln zu einem Krieg gegen Deutschland gedrängt wurde, war der entschlossene Friedenswille des amerikanischen Volkes ein unüberwindliches Hindernis. Roosevelts Kriegspläne drohten um so mehr zu scheitern, als Deutschland die systematischen Provokationen der US-Marine gegen deutsche Schiffe

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unbeachtet ließ. Mit tiefer Empörung, aber diszipliniert ließ Deutschland sogar die militärischen Übergriffe Amerikas unbeantwortet, um Roosevelt nur ja keinen — von ihm so heiß ersehnten — Kriegsgrund zu geben.

Da es Roosevelt unmöglich war, Deutschland zu einem Kriegsgrund zu provozieren, hoffte er auf Japan. Dieses Ziel hatte Roosevelts Kriegsminister, Forrestal, klar umrissen, als er am 24. November 1941 in sein Tagebuch schrieb:

"Die Frage ist, wie wir die Japaner dahin manövrieren sollen, den ersten Schuß abzugeben."

Während der Untersuchung über Pearl Harbour erklärte er übereinstimmend genau dasselbe:

"Es war unser Ziel, die Japaner so zu manövrieren, daß sie den ersten Schuß abfeuern sollten."

Dieses Ziel wurde erreicht durch den japanischen Überfall auf Pearl Harbour. Zu diesem Überfall erklärte drei Jahre später, am 20. Juli 1944, der damalige Produktionsminister, Oliver Lyttleton, in einer Rede vor der amerikanischen Handelskammer in London:

"Amerika hat Japan so provoziert, daß die Japaner gezwungen waren, Pearl Harbour anzugreifen. Es wäre eine Verfälschung der Geschichte, wollte man behaupten, daß Amerika zum Krieg gezwungen wurde."

Erst als die Japaner am 7. Dezember 1941 den US-Flottenstützpunkt Pearl Harbour angriffen und in wenigen Minuten praktisch die gesamte Pazifik-Flotte der USA vernichteten, schrie ganz Amerika — in seinem nationalen Stolz aufs schwerste getroffen — auf und ließ sich von Roosevelt in den Krieg gegen Deutschland führen.

Es war auch nicht so, daß dieser japanische Überfall für Roosevelt überraschend kam. Wie aus dem Dokumentarbericht des amerikanischen Konteradmirals Robert A. Theobald hervorgeht 1, war Amerika im Besitz des Schlüssels für den japanischen Geheim-Code. Es konnte daher alle japanischen Berichte und Befehle entschlüsseln. So war Roosevelt immer genau auf dem laufenden über die japanischen Pläne und Absichten. Insbesondere war Roosevelt (wie aus den von Konteradmiral Theobald veröffentlichten Dokumenten hervorgeht) der bevorstehende japanische Angriff auf Pearl Harbour fast auf Tag und Stunde genau bekannt. Aber Roosevelt unternahm nichts


1 Deutsche Ausgabe 1962 bei Edmund Schreiber Verlag, Westberlin-Friedenau, Bundes-Allee 138, übersetzt von Kapitänleutnant a. D. G. Paschen.

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und unterließ alles — und zwar in voller Absicht —, was diesen Angriff verhindern bzw. wirkungslos hätte machen können. Er begegnete weder dem japanischen Angriff, noch kam er ihm zuvor, noch entzog er die Schiffe dem Angriff der japanischen Bomber.

Um ein Überraschungs-Alibi zu haben, ging er sogar für den Angriffstag auf einen kurzen Urlaub. Er opferte in voller Kenntnis und in vollem Bewußtsein die gesamte amerikanische Pazifik-Flotte — viele Dutzende von Milliarden Dollars; er opferte kaltblütig das Leben von 30.000 amerikanischen Soldaten und Zivilisten dem grauenvollen Bombentod — weil er genau wußte, daß nur dieser Angriff und nur diese furchtbaren Opfer das amerikanische Volk zu einem Krieg geneigt und bereit machen würden. Um sein ungeheuerliches Ziel zu erreichen, den Morgenthau-Krieg gegen Deutschland zu entfachen, beging er das grauenvolle Verbrechen, das Leben von 30.000 amerikanischen Bürgern erbarmungslos und rücksichtslos zu opfern.

Diesen ungeheuerlichen Preis zahlte Präsident Roosevelt, um seine Morgenthau-Leute zu befriedigen. Seine Frau sah ihn, kurz nachdem er die Nachricht von der Katastrophe erhalten hatte. Sie erzählt, daß er nach Erhalt der Schreckensnachricht so heiter war wie schon lange nicht. Bei der Kabinettssitzung fand man ihn allgemein viel ruhiger aussehend als sonst. Er hatte ja sein ungeheuerliches Ziel erreicht.

Der gewiß durchaus objektive Professor Charles G. Tansill kommt nach eingehender Forschung zu dem Ergebnis, daß die Kriegsverbrecherprozesse nach 1943 nicht in Tokio, sondern in Washington hätten abgeführt werden müssen.

Angesichts all dieser Tatsachen ist es erschütternd, mit welch politischer Unehrlichkeit Roosevelt gegenüber dem amerikanischen Volk vorging.

Bei einer Wahlrede vor seiner dritten Wiederwahl im Oktober 1941 versicherte er dem amerikanischen Volk:

"Ich habe es zu euch Vätern und Müttern schon früher gesagt, aber ich werde es wieder und wieder und immer wiederholen: Eure Jungen werden in keinen fremden Krieg geschickt werden."

Höher kann man die politische Unehrlichkeit und Heuchelei wohl nicht treiben.

Seit Jahren geht in den USA das Wort um: "Roosevelt hat uns in den Krieg gelogen!"

Die spätere US-Botschafterin in Italien, Mrs. Claire Booth-Luce, erklärte über die Rolle des amerikanischen Präsidenten Roosevelt beim

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Ausbruch des zweiten Weltkrieges und über die Täuschung des amerikanischen Volkes durch ihn:

"He lied us into war!" (Er log uns in den Krieg!)

Der amerikanische Professor Charles G. Tansill legt uns in seinem bedeutsamen Buch über den Ursprung des zweiten Weltkrieges 1 einiges Beweismaterial dafür vor. Er weist darauf hin, daß Roosevelt, der völlig in den Händen der Morgenthau-Leute war, Engländer und Franzosen nicht nur zum Krieg antrieb, sondern sie dazu förmlich drängte. Roosevelt benützte jedes Mittel, an Chamberlain heranzukommen, um ihn zum Krieg gegen Deutschland zu drängen.

Das gesamte Weltjudentum drängte, die Westmächte zu einem Krieg gegen Deutschland zu bewegen; das geht nicht nur aus den mehrfachen Kriegserklärungen der höchsten Vertreter der Judenheit an Deutschland hervor. Die Kriegs-und-Greuel-Hetze der Judenheit gegen Deutschland war so intensiv und so umfassend, daß sich der deutsche Reichskanzler am 31. Jänner 1939 in Berlin veranlaßt sah, zu den Vernichtungsdrohungen der Judenheit Stellung zu nehmen:

"Wenn es dem internationalen Finanzjudentum gelingen sollte, die Völker in einen Weltkrieg zu stürzen, dann wird das Ergebnis die Vernichtung des Judentums sein."

So aber spricht kein Mensch, der selbst den Krieg will, kein Mensch, dessen Plan und Ziel die Entfesselung eines Krieges ist. So spricht ein Mensch, den die Besorgnis und die Furcht vor einem Krieg zur brutalsten Drohung gegen die Kriegshetzer und Kriegstreiber verleitet.

1948 schrieb Prof. Hoggan an der Harvard-Universität seine Dissertation über die deutsch-polnischen Verhandlungen 1938/39. Diese Arbeit bringt umfassendes historisches Beweismaterial für die Tatsache, daß Hitler 1939 keinen Krieg gewünscht und maßvolle Forderungen an Polen gestellt hat — maßvollere, als viele führende amerikanische und britische Publizisten in den Jahren nach Versailles empfohlen hatten. Hitler bot Polen seinerseits die größtmögliche Konzession an, die die Weimarer Republik auch nicht im entferntesten unterstützt hätte: nämlich die Garantie der im Versailler Vertrag festgesetzten Grenzen Polens. In der Tat war es in Wirklichkeit Deutschland


1 Back door to war — Roosevelt's Foreign Policy 1933—1941, Chikago 1952, Ed. H. Regnery; deutsche Ausgabe: Hintertür in den Krieg — Roosevelts auswärtige Politik 1933—1941, Droste Verlag, Düsseldorf 1956.

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und nicht England, das Polen 1938/39 eine Bona-fidei-Garantie angeboten hatte. Als Rußland im Herbst 1939 in Polen einmarschierte, mußte die britische Regierung zugeben, daß sie die polnische Unverletzlichkeit nur gegen Deutschland garantiert habe. Deutschland aber hat niemals die Absicht gehabt, irgendwelches polnisches Territorium zu annektieren, sondern lediglich eine Eisenbahnlinie und eine Autobahn durch den polnischen Korridor sowie die Rückgabe der deutschen Stadt Danzig gefordert.

Hoggan hat eingehend dargelegt, daß Hitler bis zu den letzten Stunden vor Beginn der Feindseligkeiten bereit gewesen ist zu verhandeln, während Polen sich vom März 1939 an beharrlich gegen Verhandlungen gesträubt hat und Halifax im British Foreign Office und sein Botschafter Kennard in Warschau die Polen im August 1939 gedrängt haben, nicht zu verhandeln.

Die letzte Verantwortung für den Ausbruch des deutsch-polnischen Krieges lag bei Polen und England, und für die Ausweitung dieses Konfliktes zu einem europäischen Krieg ist in erster Linie England verantwortlich.

Der fromme Lord Halifax bekannte am 6. September 1939, drei Tage nach der britischen Kriegserklärung, im Unterhaus:

"Jetzt haben wir ihn zum Krieg gezwungen; jetzt kann er nicht mehr auf friedlichem Weg ein Stück des Versailler Vertrages nach dem anderen aufheben."

Und der polnische General Sosnkowski erklärte am 31. August 1943 anläßlich des vierten Jahrestages des polnischen Kriegseintritts vor alliierten Pressevertretern:

"Der Entschluß Polens vom 30. August 1939, der dem Befehl zur allgemeinen Mobilmachung zugrunde lag, kennzeichnet einen Wendepunkt in der Geschichte Europas. Hitler wurde dadurch vor die Notwendigkeit gestellt, Krieg zu führen, zu einem Zeitpunkt, da er weitere unblutige Siege zu erringen hoffte."

Einen vernichtenden Schlag gegen die Kriegsschuldlüge und die Schuldbekenntnisse der deutschen Selbstbesudler führt der britische Historiker Prof. Taylor (Oxford) in seinem 1961 erschienenen Werk The Origins of the Second World War (deutsche Ausgabe: Die Ursprünge des zweiten Weltkrieges, Siegbert Mohn Verlag, Gütersloh).

Prof. E. Barnes faßt in einem Beitrag "Wie Roosevelt den Krieg erzwang" die ganze Vorgeschichte des Kriegseintrittes der USA von der berüchtigten Chikago-Rede Roosevelts am 5. Oktober 1937 an

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bis zum offiziellen Kriegseintritt der USA am 7. Dezember 1941 zusammen. Er schildert, wie Roosevelt nach dem katastrophalen Versagen seiner Wirtschaftspolitik auf die Kriegsvorbereitungen umschaltete:

"Krieg und Rüstung erwiesen sich als das Mittel, mit dem er tatsächlich der Depression ein Ende machte, eine dritte Amtsperiode gewann und Kriegspräsident wurde."

Schon im März 1933 machte er in seiner ersten Kabinettssitzung den Vorschlag, zur Beendigung der amerikanischen Wirtschaftsdepression einen Krieg gegen Japan zu beginnen. Schon im Januar 1941 hatte er Churchill versichern lassen, "daß die USA sich praktisch bereits an der Seite Englands im Kriege befänden".

Prof. David Leslie Hoggan kommt in seinem Werk Der erzwungene Krieg — Die Ursachen und Urheber des zweiten Weltkrieges (Verlag der Hochschullehrer-Zeitung, Tübingen 1961) zu folgendem sensationellem Ergebnis:

"Obwohl es nunmehr unwiderlegbar auf dokumentarischer Grundlage bewiesen worden ist, daß Hitler nicht verantwortlicher — wenn er überhaupt verantwortlich ist — für den Krieg von 1939 gewesen ist, als der Kaiser es 1914 war, stützt man sich nach 1945 in Deutschland auf das Verdikt der deutschen Alleinschuld, das von der Wahrheit genauso weit entfernt liegt wie die Kriegsschuld-Klausel des Versailler Vertrages."

Auch aus dem Tagebuch des damaligen amerikanischen Kriegsministers Forrestal (The Forrestal Diaries, New York 1951) sind hochinteressante Details über Roosevelts Schuld am Ausbruch des zweiten Weltkrieges zu entnehmen.

In seinem Buch Amerika im Kampf der Kontinente, Leipzig 1942, schreibt Sven Hedin (S. 202):

"Dieser Krieg wird in die Geschichte eingehen als der Krieg des Präsidenten Roosevelt."

Im gleichen Werk schreibt er über die kriegerischen Absichten Deutschlands (S. 62):

"Die diplomatischen Akte der neueren Geschichte werden kaum ein Schriftstück aufweisen, das diesem Vorschlag [der Reichsregierung vom 29. August 1939] an Mäßigung, an Entgegenkommen und Verständnis für die Bedürfnisse eines anderen Landes gleichkommt. Daß Polen ihn trotzdem nicht einmal einer Empfangsbestätigung für wert hielt, kann nur durch die inzwischen bekanntgewordene Tat-

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sache erklärt werden, daß es sich nicht nur auf seine europäischen Freunde, auf Großbritannien und Frankreich, verließ, sondern vor allem auch auf die Unterstützung der USA. Roosevelt hatte sie ihm durch seine Botschafter in Warschau und Paris zusagen lassen."

William Chamberlin urteilt (Amerikas zweiter Kreuzzug, Bonn 1952, S. 68):

"Auch nach genauester Prüfung der erbeuteten deutschen Archive gibt es keinen Tatsachenbeweis, daß Hitler irgendeinen Plan für eine Offensive gegen die westliche Halbkugel vorbereitet hätte."

Dr. Burton Kleins Werk Deutschlands wirtschaftliche Kriegsvorbereitungen (Druckerei der Harvard-Universität, 1951) ist eines der bedeutendsten Werke der historischen Wahrheitsforschung über die Verantwortlichkeit für den zweiten Weltkrieg.

Ebenso das Werk von Reverend M.A., B.D. Peter H. Nicoll Englands Krieg gegen Deutschland — Ursachen, Methoden und Folgen des zweiten Weltkrieges (Verlag der deutschen Hochschullehrer-Zeitung, Tübingen 1963). Nicoll urteilt:

S. 208: "Den Weltkrieg haben England und Frankreich mit ihrer unbegründeten Kriegserklärung an Deutschland herbeigeführt, indem sie sich in deutsche Angelegenheiten mischten, wie das seinerseits England bei sich niemals zulassen würde."

S. 213: "Das Hauptargument, das nationalsozialistische System sei ein Erbübel und um der menschlichen Freiheit willen zu vernichten, konnte nicht gut einen Krieg gegen Deutschland rechtfertigen; andernfalls hätten wir schon lange vorher gegen den Bolschewismus Krieg führen müssen."

S. 47 zum Anschluß Österreichs: "Angesichts der Tatsachen konnten die alliierten Mächte schwerlich behaupten, Hitler habe ein widerstrebendes Österreich mit Waffengewalt erobert. Auch konnten Sie nicht abstreiten, daß sein Handeln Einigkeit und Ordnung in das alte Herz Europas gebracht hatte."

S. 48 zur Eingliederung des Sudetenlandes: "Es wird behauptet, die Nationalsozialisten hätten bewußt die sonst zufriedenen deutschen Minderheiten in Aufruhr versetzt. Und erst daraufhin hätten sie Beschwerden ausgedacht, um daraus für Deutschland politisches Kapital zu schlagen. Die Untersuchungen unseres Lord Runciman widerlegten jedoch diese Behauptung. Hitler hatte die Unzufriedenheit im Sudetenland nicht wachgerufen. Im Gegenteil! Deutsche

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Diplomaten in Böhmen suchten die Sudetendeutschen auf dem Höhepunkt der Erregung über den Zusammenschluß Deutschlands mit Österreich von jeder Herausforderung der Tschechen zurückzuhalten."

Der britische Captain A. H. M. Ramsay, einer der führenden Köpfe der "Britain Patriotic Society" und Unterhausmitglied von 1931 bis 1945, befaßt sich in seinem Buch The Nameless War (Der Krieg ohne Namen) ausführlich mit den Gründen und Hintergründen des zweiten Weltkrieges.

Anneliese von Ribbentrop beleuchtet in ihrem Werk Die Verschwörung gegen den Frieden (Druffel Verlag, 1962) die Ursachen des zweiten Weltkrieges.

Walther Reitenhart, Kriegsschuldforschung (Verlag der Deutschen Hochschullehrer-Zeitung, Tübingen 1964) entlastet Deutschland.

D. H. Rumpf, General der Feuerschutzpolizei, bringt in seinem Werk Der hochrote Hahn (Verlag E. S. Mittler & Sohn, Berlin — Frankfurt/M.) dokumentarisch belegte Wahrheit über die Luftangriffe in Deutschland.

Helmut Sündermann stellt in seinem Buch Die Pioniere und die Ahnungslosen — Skizzen amerikanischer Vergangenheit und Gegenwart (Druffel Verlag, Leonie am Starnberger See) besonders die Rolle Franklin Delano Roosevelts in der entscheidenden Vorkriegsepoche 1937—1939 klar.

Das 1962 in Paris erschienene Tagebuch 1933—1939 des Grafen Szembek, Unterstaatssekretärs im polnischen Außenministerium, ist geradezu eine Fundgrube für Beweise, daß Hitler den Krieg nicht wollte, auch den Krieg gegen Polen nicht und schon gar nicht den Krieg gegen England, Frankreich und die USA. Graf Szembek bestätigt auch — obwohl es einer solchen Bestätigung gar nicht mehr bedürfte —, daß das internationale Judentum zu den Haupt-Kriegshetzern gehörte.

Schon am 11. April 1935 schrieb Unterstaatssekretär Szembek mit Beziehung auf eine Unterhaltung mit dem Botschafter der USA, Bullit, in sein Tagebuch:

"Abschließend habe ich den Eindruck formuliert, daß wir gegenwärtig viel mehr Zeugen einer Aggressionspolitik der Außenwelt gegen Hitler als einer aggressiven Aktion Deutschlands sind."

Szembek bezeugt auch, daß Deutschland bis zur letzten Minute zum Frieden mit Polen bereit war. Noch am 31. August 1939 machte

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der Nuntius in Warschau, Monsignore Cortesi, einen Schritt bei Szembek, der darüber in seinem Tagebuch berichtet:

"Auf Grund des außerordentlichen Ernstes der Lage, die unmittelbar den Krieg hervorzurufen droht, hat der Heilige Vater ihm empfohlen, zu erklären, daß der Heilige Stuhl aus den zuverlässigsten Quellen Nachricht erhalten habe, wonach — falls Polen bereit sei, unmittelbare Verhandlungen mit dem Reich aufzunehmen und sich einer Rückkehr von Danzig zu Deutschland nicht widersetzen werde — der Krieg vermieden werden könne."

Sehr aufschlußreiches Material bringen auch F. J. P. Veale in Schuld und Sühne — Das Schlüsselproblem unserer Zeit (Schlichtenmayer, Tübingen 1964) und Walendy in Wahrheit für Deutschland — Die Schuldfrage des zweiten Weltkrieges (Verlag für Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho/Weser 1963).

Churchill nannte den zweiten Weltkrieg in seinen Memoiren den "unnötigsten Krieg der Weltgeschichte".

In der Zeitschrift Das Tribunal, Heft 1, beschäftigt sich Ludwig Leher, der 17 Jahre in den USA lebte, in einem Artikel "Wie Amerika Kriege inszeniert" mit der Vorgeschichte des Eintritts der USA in den zweiten Weltkrieg. An Hand von dokumentarischem Material, zum Teil Fotokopien, wird hier gezeigt, auf welche Weise es dem Präsidenten Roosevelt gelang, das amerikanische Volk in den Krieg zu verwickeln, obwohl sich bei einer Gallup-Umfrage nicht lange vor Kriegseintritt noch 85 Prozent der Bevölkerung gegen eine Einmischung in den europäischen Konflikt aussprachen. Es berührt heute gespenstisch, wenn man auf einem Bild Roosevelt sieht, wie er bei einer Wahlrede vor seiner dritten Wiederwahl beteuernd die Hand aufs Herz legt und beschwört:

"Ich habe es zu euch Vätern und Müttern schon früher gesagt und werde es wieder und wieder und immer wieder sagen: Eure Jungen werden in keinen fremden Krieg geschickt werden."

Das Heft ist eine Fundgrube für die Bildung eines objektiven Urteils über die Geschichte der Entstehung des zweiten Weltkrieges.

Angesichts all dieser Tatsachen und Zeugen ist es eine Infamie, von einer Allein- oder Hauptkriegsschuld Deutschlands zu reden. Die uns 1945 aufoktroyierten Meinungen über den Ausbruch des zweiten Weltkrieges sind heute längst ad absurdum geführt. Die Hauptkriegsschuld Präsident Roosevelts und seiner Morgenthau-Leute ist heute eine erwiesene geschichtliche Tatsache.

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Aus der Reihe der Werke, die sich mit Untersuchung und Klarlegung der Mitschuld der Westmächte, vor allem Roosevelts, am zweiten Weltkrieg befassen, seien hier noch einige angeführt:

Argyle u. a., Das Geheimnis um die Ursachen des zweiten Weltkrieges.

Barnes, Harry Elmer, Entlarvte Heuchelei, Priester Verlag, Wiesbaden; Perpetual War For Perpetual Peace.

Cooper, Kent, der langjährige Leiter der Agentur Associated Press, schreibt in seinem Buch The Right to Know:

"Auf der ganzen Welt werden von Regierungen Nachrichten unterdrückt oder in Propaganda umgemünzt. Offizielle Propaganda war es, die das weltweite Unglück der schrecklichsten Kriege in der Geschichte der Menschheit heraufbeschworen hat. Aber schlimmer noch als Nachrichten-Propaganda ist die offiziell geübte Nachrichten-Unterdrückung."

Birger, Dahlerus, Sista Forsoeket, Stockholm 1945, berichtet über die Bemühungen Deutschlands, zu einer Verständigung mit England zu kommen. (Vgl. hiezu auch Dr. Robert Ingrim, Hitlers glücklichster Tag, Seewald Verlag, Stuttgart-Degerloch.)

Glasebock, Willy, War Deutschland am zweiten Weltkrieg allein schuldig?, Ring Verlag Helmut Cramer, Siegburg-Niederpleis.

Wir können von den politischen Führern in Deutschland nicht verlangen — auch von dem ehemaligen Bundespräsidenten Heuss konnten wir das nicht verlangen —, daß sie geschichtliche Studien über den Ausbruch des zweiten Weltkrieges betreiben. Aber was das deutsche Volk sehr wohl von seinen verantwortlichen politischen Führern verlangen kann, ist, daß sie über Dinge, die sie nicht untersucht haben, schweigen und sich nicht in entwürdigenden Selbstbeschuldigungen ergehen.

DIE SCHULD AN DER VERLÄNGERUNG DES KRIEGES

Roosevelt und Churchill tragen nicht nur die Hauptschuld am Ausbruch des zweiten Weltkrieges; sie tragen auch die gleich schwere Schuld an seiner langen Dauer wie an der ungeheuerlichen Rache-Tragödie am deutschen Volk nach errungenem Sieg.

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DIE VERWEIGERUNG EINES ZEITGERECHTEN FRIEDENS
DAS VERLANGEN NACH "BEDINGUNGSLOSER
KAPITULATION" WAR EIN VERBRECHEN GEGEN
DIE MENSCHLICHKEIT

Vom ersten Kriegstag an war Deutschland immer zu einem vernünftigen Frieden bereit. Ab 1942 war Deutschland bereits reif und bereit zu einem Frieden unter großen Opfern. Roosevelts Politik und die seiner Morgenthau-Hintermänner war aber auf die Vernichtung Deutschlands gerichtet. Ihre racheverblendete Forderung nach einer "unconditional surrender", nach einer "bedingungslosen Kapitulation", verlängerte den Krieg um Jahre.

Ja selbst dann, als die deutsche Reichsregierung sich zur bedingungslosen Kapitulation gegen USA und England bereit erklärte und nur die flehentliche Bitte aussprach, die Grenzen des Landes gegen die Überschwemmung durch die asiatisch-bolschewistischen Horden schützen zu dürfen, lehnte Eisenhower diese Bitte brüsk ab. Er verlangte, daß Deutschland sich auch den Bolschewisten bedingungslos unterwerfen müsse und damit ganz Mitteleuropa der Überflutung und Beherrschung durch die halbasiatischen bolschewistischen Heere preisgebe.

So kam es, daß Deutschland, das schon 1943 zu einem opfervollen, ja bedingungslosen Frieden bereit war, noch durch weitere Wochen einen verzweifelten letzten Widerstand leistete.

Den ungeheuren Preis, den Blutzoll für den durch unchristlichen Geist, durch alttestamentarischen Haß, durch unversöhnliche Rachsucht um wenigstens zwei Jahre verzögerten Frieden zahlte nicht allein das deutsche Volk; die ganze Welt und vor allem die USA selbst mußten und müssen noch heute dafür mitzahlen: kostbarstes Leben Hunderttausender, ja Millionen Söhne deutscher und amerikanischer Mütter wäre verschont geblieben; Milliarden-, ja Billionenwerte an Wirtschaftsgütern, die durch diese unnötige Kriegsverlängerung sinn- und zwecklos vergeudet und zerstört wurden, Milliarden an unnötigen Kriegskosten wären erspart geblieben, wenn nicht Haß und Rachsucht, sondern christlicher Geist und christliche Gesinnung, Vernunft und Mäßigung damals die Haltung Roosevelts bestimmt hätten.

Ein eigenes Buch könnte man füllen mit der Darstellung der berufenen und unberufenen Friedensfühler und Friedensbemühungen, die von deutscher Seite aus dauernd und immer wieder ausgestreckt und unternommen und versucht wurden. Wenn Roosevelt und Churchill einen Frieden gewollt hätten, der auch für die Westmächte durchaus

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annehmbar gewesen wäre, war dieser Frieden — man kann sagen vom ersten Tag des Krieges an — immer durchaus möglich. Aber Roosevelt wie auch Churchill wollten die Zerstörung, die Vernichtung Deutschlands.

DAS FRIEDENSANGEBOT VON PAPENS

Der ehemalige deutsche Reichskanzler von Papen machte als deutscher Botschafter in der Türkei im Namen einer maßgeblichen deutschen Gruppe 1944 folgendes Friedensangebot an Roosevelt (Papen, Der Wahrheit eine Gasse, Paul List Verlag, München 1952, S. 594 f.):

"Präsident Roosevelt müsse sich entscheiden, daß die Fortsetzung des Krieges und die Formel der 'bedingungslosen Kapitulation' folgendermaßen eingeschränkt werde: die im Westen kämpfenden deutschen Streitkräfte würden unter Einstellung der Feindseligkeiten beiderseits nach der Ostfront zu transportieren sein, um zu verhindern, daß die bolschewistischen Streitkräfte Gebiete innerhalb der Reichsgrenzen von 1938 und der mit uns verbündeten Balkanländer besetzten. Der Status müsse in territorialer Hinsicht in den Friedensverhandlungen aufrechterhalten werden.

Sollte der amerikanische Präsident sich bereit finden, auf diesen Vorschlag einzugehen, das heißt, im Falle eines Regimewechsels in Deutschland die Forderung nach 'bedingungsloser Kapitulation' fallenlassen, ... habe der Plan einen ernsthaften Hintergrund."

Der ehemalige amerikanische Diplomat George H. Earle, der Mittelsmann von Papens, hat in einem Interview im Philadelphia Enquirer vom 30. Jänner 1949 über den Fortgang dieser Angelegenheit folgendes berichtet:

"Dieses Angebot wurde durch Kurier dem Präsidenten Roosevelt sofort übermittelt und erläutert. Der Präsident wies es zurück und befahl, daß alle Versuche der Deutschen, zu einer Verhandlung zu kommen, nur durch den militärischen Oberbefehlshaber, General Eisenhower, behandelt werden könnten."

Von Papen erhielt nie eine Antwort. Damit war dieser Friedensversuch gescheitert und damit die Möglichkeit, den Krieg 18 Monate früher zu beenden. General Eisenhower wäre auch gar nicht

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in der Lage gewesen, die von von Papen geforderte Entscheidung zu fällen, die im höchsten Grade politisch (und nicht militärisch) war. Mr. Earle erklärte dann weiter, diese Ablehnung (eines Angebotes von so ungeheurer weittragender Bedeutung) habe ihn veranlaßt, selbst nach Washington zu fliegen, um Roosevelt zu einer neuen Prüfung des Angebotes zu bewegen; er sei schon zu jener Zeit überzeugt gewesen, daß Deutschland unterliegen und die siegreichen sowjetischen Armeen später den ganzen Westen bedrohen würden. Über die Antwort Roosevelts sagt Mr. Earle:

"Der Präsident erklärte mir, daß die Invasion in Frankreich demnächst vom Stapel laufe und daß die Deutschen in wenigen Monaten geschlagen sein würden. [In Wahrheit dauerte der Krieg dann noch über 1 1/2 Jahre, um die er bei Annahme des deutschen Angebots verkürzt worden wäre, ganz abgesehen von der damit verbundenen Abwendung der bolschewistischen Gefahr und Bedrohung Europas.] Roosevelt meinte, das aus so vielen Völkern mit so unterschiedlichen Sprachen bestehende Rußland biete keinerlei Grund zu Befürchtungen. Vielmehr werde es sich nach dem Krieg dem Westen in allem anschließen."

Auf diese Worte Roosevelts hin habe er, Earle, dem Präsidenten Roosevelt erklärt, wenn es ihm nicht innerhalb einer Woche ausdrücklich untersagt werde, würde er, Earle, dem amerikanischen Volk laut und öffentlich auseinandersetzen, daß die von Präsident Roosevelt verfolgte Politik falsch und verhängnisvoll sei und daß Rußland in der Tat die Hauptbedrohung für die Welt und Amerika darstelle.

Der Präsident schrieb unverzüglich und unmißverständlich an Earle:

"Ich untersage Ihnen ausdrücklich, jedwede Information oder Meinung der Öffentlichkeit zu übergeben, die Sie auf Grund Ihrer Dienststellung oder auf irgendeine andere Weise erworben haben könnten, solange Sie im Dienste waren."

Earle schreibt weiter:

"Präsident Roosevelt befahl außerdem meine Demission als Marineattaché in der Türkei. Er überwies mich dem Navy Departement, das mich als stellvertretender Gouverneur nach Samoa verbannte. Die Absage Roosevelts zerstörte unsere letzte Hoffnung auf eine europäische Regelung."

Auch das japanische Kapitulationsangebot, das vor dem amerikanischen Angriff auf Okinawa erfolgte, wurde von Roosevelt mit der Begründung abgelehnt: "Sie haben noch nicht genug gelitten."

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Diese Entscheidung Roosevelts kostete die USA noch mehr als 100.000 Verwundete und Tote; die Schlacht von Okinawa war eine der blutigsten aller Zeiten.

DIE BEDINGUNGSLOSE KAPITULATION DEUTSCHLANDS
DIE TRAGÖDIE ALTTESTAMENTARISCHEN HASSES

"Die Proklamation der 'unconditional surrender', der bedingungslosen Kapitulation, beraubte die Alliierten eines gesunden, vernünftigen Kriegszieles." (Der britische General J. F. C. Fuller)

Die Morgenthau-Leute, die die amerikanische Politik maßgeblich beeinflußten, gaben sich mit einem einfachen Sieg nicht zufrieden. Ihre alttestamentarische Rachsucht beraubte sie jeder vernünftigen Überlegung. Ihnen ging es nicht nur um einen vollständigen Sieg: Ihnen ging es vor allem um die Befriedigung ihres orientalischen Hasses und ihrer Rachsucht, mochte das Beharren auf einer bedingungslosen Kapitulation den Krieg auch um viele Monate verlängern und diese Kriegsverlängerung noch das Leben von Zehntausenden amerikanischen Söhnen und Milliarden an Kriegskosten erfordern.

Im April 1945 leistete man den vorrückenden westlichen Armeen kaum mehr Widerstand und setzte sich nur mehr gegen die vordringenden Bolschewiken im Osten zur Wehr. Man veranstaltete in den bedrohten Gegenden Deutschlands und Österreichs Bittgottesdienste, um vom Himmel zu erflehen, daß das Land von den Amerikanern und Engländern vor den Bolschewiken besetzt werde.

Entsetzen faßte die Deutschen, als die Amerikaner und Briten ihren Armeen an der Elbe und an der Enns Halt geboten, damit den Bolschewiken Wien, Berlin und der ganze deutsche Osten zur Besetzung, zur Plünderung und Schändung überlassen bliebe. Tatenlos sahen die Amerikaner und Engländer an der Elbe und an der Enns zu, wie Deutschland und Österreich von den Bolschewiken überschwemmt wurden.

Deutschland war bereit, vor Amerikanern und Engländern bedingungslos zu kapitulieren, nicht aber vor den Bolschewiken. Würde man vor den Bolschewiken kapitulieren, dann geschah im Osten das Unausdenkbare und Unvorstellbare: dann fielen dort Hunderttausende deutscher Soldaten in die Hände der Bolschewiken; dann gerieten alle Flüchtlinge, die jetzt in panischer Angst vor den Bolsche-

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wiken nach dem rettenden Westen hetzten, in die Hand der Bolschewiken. Was aber dann mit den Männern und Frauen geschehen würde, wußte man. Hätte man der Ostfront den Befehl gegeben, die Waffen vor den Bolschewiken niederzulegen, sie hätte es gar nicht tun können; denn niemand hätte begriffen, nicht die Soldaten und nicht die Zivilisten, daß man die Frauen und Mädchen der grauenhaften Schändung durch die asiatischen Horden, und die Männer und Soldaten der Gefangennahme durch die Bolschewiken und damit einem unausdenkbar grauenvollen Schicksale in den Eiswüsten Rußlands und den sibirischen Bergwerken ausliefern könne. Man mußte versuchen, die westlichen Alliierten zu bewegen, für die Kapitulation vor den Bolschewiken wenigstens eine Frist von einer oder zwei Wochen zu geben, in der man im Osten von der Zivilbevölkerung zurücknehmen konnte, was in dieser Frist noch zurückzunehmen war.

DIE VERHANDLUNG MIT DEN ENGLÄNDERN

Zum Führer der Unterhändler, die man mit dem deutschen Kapitulationsangebot zu dem britischen Oberkommandierenden, Montgomery, schickte, wurde der damalige Oberbefehlshaber der deutschen Kriegsmarine, Generaladmiral von Friedeburg, bestimmt. Das schriftliche Kapitulationsangebot vom 3. Mai 1945 enthielt im wesentlichen folgende Punkte:

1. Die deutschen Armeen stellen jede Kampfhandlung im Westen ein.

2. Die Oberbefehlshaber der westlichen Armeen werden gebeten, der heimatlosen, vor den Bolschewiken fliehenden deutschen Zivilbevölkerung die Flucht in das von den westlichen Armeen besetzte Deutschland zu gestatten.

3. Die Oberbefehlshaber werden gebeten, den waffenlosen, den westlichen Armeen sich ergebenden deutschen Soldaten die Übernahme in die westliche Kriegsgefangenschaft zu gestatten.

Der britische Feldmarschall anerkannte die schwerwiegenden deutschen Gründe und ging auf eine teilweise Kapitulation, auf die Kapitulation gegenüber den britischen Armeen, ein. Er ließ bei den Kapitulationsverhandlungen durchblicken, man werde stillschweigend dulden, deutschen, aus dem Osten kommenden Soldaten, die sich britischen Truppen ergeben wollten, die Überschreitung der britischen Demarkationslinie zu gestatten. Über die Frage, ob auch die

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Zivilbevölkerung aus dem Osten nach dem Westen flüchten und die Demarkationslinie überschreiten dürfe, wollte Montgomery nicht sprechen.

Am 4. Mai 1945 um 19.40 Uhr unterzeichneten Montgomery und die deutschen Unterhändler diese bedingungslose Kapitulation gegenüber den britischen Armeen. Am 5. Mai 1945 um 8 Uhr früh schwiegen an diesen Frontabschnitten alle Waffen.

Montgomery, der britische Feldmarschall, schildert in seinen Memoiren den Vorgang der Kapitulation (S. 376 ff.):

"Am 3. Mai schickte Feldmarschall Keitel mit Zustimmung von Admiral Dönitz eine Delegation in mein Hauptquartier, um Verhandlungen wegen einer Kapitulation einzuleiten. Sie traf um 11.30 Uhr ein und bestand aus Generaladmiral von Friedeburg, dem Oberbefehlshaber der deutschen Kriegsmarine, General Kinzel, dem Chef des Stabes von Feldmarschall Busch, dem Oberbefehlshaber der deutschen Truppen an meiner Nord- und Westflanke, Konteradmiral Wagner und Major Freidel, einem Generalstabsoffizier. Zu diesen vier kam dann später noch ein weiterer Generalstabsoffizier, Oberst Pollek, hinzu.

Sie wurden bis vor meinen Wohnwagen geführt, so daß sie gerade unter der englischen Flagge standen, die stolz im Winde flatterte. Ich ließ sie zunächst ein paar Minuten warten, dann trat ich aus meinem Wohnwagen und ging auf sie zu. Sie legten, unter der Flagge stehend, alle die Hand an die Mütze. Es war ein denkwürdiger Augenblick: Die Deutschen kamen, um sich zu ergeben — der Krieg war zu Ende ...

Ich fragte meinen Dolmetscher: 'Wer sind diese Leute?' Er sagte es mir. Dann fragte ich: 'Was wollen sie?'

Admiral von Friedeburg las mir einen Brief von Feldmarschall Keitel vor, in dem er mir die Übergabe der drei deutschen Armeen anbot, die sich zwischen Berlin und Rostock vor den Russen zurückzogen. Ich lehnte es ab, dies in Erwägung zu ziehen, und sagte, diese Armeen sollten sich den Russen ergeben, fügte aber hinzu, wenn deutsche Soldaten mit erhobenen Händen auf meine Front zukämen, würden sie automatisch zu Kriegsgefangenen gemacht werden. Von Friedeburg sagte, es sei undenkbar, sich den Russen zu ergeben, da sie unzivilisierte Menschen seien, die die deutschen Soldaten sofort zur Zwangsarbeit nach Rußland schicken würden.

Ich erwiderte ihm, all das hätten die Deutschen bedenken sollen, ehe sie den Krieg anfingen und besonders ehe sie im Juni 1941 die Russen überfielen.

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Von Friedeburg brachte dann ihre Sorgen um die Zivilbevölkerung in Mecklenburg zur Sprache, die von den Russen überrannt würde, und sagte, sie würden gerne die Frage erörtern, wie man sie retten könnte. Ich erwiderte, Mecklenburg gehöre nicht zu meinem Gebiet, und alle Fragen, die sich dort ergäben, müßten mit den Russen erörtert werden. Sie müßten verstehen, sagte ich, daß ich es ablehnen müsse, irgend etwas zu diskutieren, das mit der Lage östlich meiner Front zwischen Wismar und Dömitz zu tun habe; sie müßten sich mit diesen Fragen an die Russen wenden ... Dann brachten sie ihre Sorgen wegen der Zivilbevölkerung in den Gebieten an meiner Westflanke vor und sagten, sie würden gerne mit mir einen Plan vereinbaren, nach dem sich ihre Truppen langsam vor meinen Streitkräften zurückziehen könnten. Das lehnte ich ab."

Montgomery gab seine Forderungen und Entscheidungen der deutschen Delegation wie folgt bekannt:

"1. Alle Angehörigen der deutschen Streitkräfte, die von Osten her zu den Briten kommen und sich ergeben wollen, werden zu Kriegsgefangenen gemacht werden. Die Briten sind jedoch nicht in der Lage, die Übergabe einer ganzen deutschen Armee anzunehmen, die im Kampf gegen die Russen steht.

2. Erörterungen über die Lage der Zivilbevölkerung sind nicht möglich.

3. Alle deutschen Truppen in Holland, Friesland (einschließlich der Inseln und Helgoland), Schleswig-Holstein und Dänemark legen die Waffen nieder und ergeben sich bedingungslos. Sobald die Übergabe vereinbart ist, ist Montgomery bereit, über die Art und Weise der Besetzung dieser Gebiete, die Behandlung der Zivilbevölkerung usw. zu verhandeln.

Von Friedeburg erklärte, er könne darüber nicht bestimmen, dagegen hätte er sehr gern sofort eine Vereinbarung wegen der Zivilbevölkerung getroffen; doch das lehnte ich ab. Ich erklärte dann, wenn die Deutschen sich weigerten, ihre Truppen in den von mir genannten Gebieten bedingungslos zu übergeben, würde ich den Befehl geben, die Kampfhandlungen fortzusetzen; dann würden noch viel mehr deutsche Soldaten getötet werden und möglicherweise auch Zivilisten durch Artillerie und Luftangriffe ums Leben kommen. Ich zeigte ihnen schließlich auf der Karte die gegenwärtige Lage an der ganzen Westfront. Sie hatten davon offenbar keine Ahnung und waren sehr bestürzt ... Anscheinend waren sie jetzt so weit, daß ich sie ohne Schwierigkeiten dahin hätte bringen können, meine For-

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derungen anzunehmen. Aber, dachte ich, vielleicht wird zunächst eine Mittagspause das Richtige sein, damit sie Zeit hatten, über meine Worte nachzudenken. Ich schickte sie daher in ein Zelt, wo sie zu Mittag essen konnten; nur einer meiner Offiziere sollte dabeisein. Von Friedeburg liefen während des Essens die Tränen über das Gesicht, und von den andern sagte kaum einer ein Wort.

Nach dem Essen ließ ich sie wieder rufen. Diesmal fand aber die Unterredung in meinem Sitzungszelt statt, wo die Lagekarte auf dem Tisch lag. Ich begann die Besprechung damit, daß ich ihnen ein Ultimatum stellte — Sie waren wohl auch von der Hoffnungslosigkeit ihrer Lage überzeugt, erklärten aber, sie hätten keine Vollmacht, meinen Forderungen zuzustimmen. Immerhin waren sie bereit, Feldmarschall Keitel die bedingungslose Übergabe aller Truppen gemäß meiner Forderung zu empfehlen. Zwei von ihnen wollten zum OKW zurückfahren, mit Keitel sprechen und sein Einverständnis mitbringen ... Tatsächlich fuhr dann von Friedeburg selbst mit Freidel im Wagen nach Flensburg. Durch Hamburg und bis in die deutschen Linien wurden sie von Oberstleutnant Trumbull Warren, meinem kanadischen Adjutanten, geleitet. Ich hatte ihnen gesagt, sie müßten bis 6 Uhr nachmittags des nächsten Tages, des 4. Mai, wieder in meinem Hauptquartier sein. Kinzel und Wagner blieben da. Ich war überzeugt, daß von Friedeburg mit der Vollmacht zum Unterzeichnen zurückkommen werde. Ich beschloß daher, am 4. Mai um 5 Uhr nachmittags die Pressevertreter zu empfangen, um ihnen die Ereignisse der letzten Tage zu schildern und ihnen zu sagen, was ich mir von dem Abend erhoffte ...

Von Friedeburg und Freidel kamen zurück, während die Pressekonferenz noch im Gang war ... Ich sagte daher noch zu den Pressevertretern, sie könnten alle in das große Zelt mitkommen, um bei der Schlußszene zugegen zu sein.

Die deutsche Delegation stand wieder unter der Flagge vor meinem Wohnwagen. Ich nahm von Friedeburg mit in den Wagen, um zunächst mit ihm allein zu sprechen. Ich fragte ihn, ob sie die Übergabebedingungen so, wie ich sie forderte, uneingeschränkt unterschreiben würden. Er war sehr niedergeschlagen, erklärte sich aber dazu bereit. Daraufhin bat ich ihn, wieder zu den anderen zu gehen. Es war jetzt kurz vor 6 Uhr. Ich gab daher den Befehl, daß die feierliche Unterzeichnung sofort stattfinden solle. Ich hatte zu diesem Zweck ein besonderes Zelt aufstellen und mit Kabelanschlüssen für die Aufnahmemikrophone ausstatten lassen. Vor den Augen der Soldaten, Kriegsberichterstatter und Fotografen, denen man die freu-

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dige Erregung ansah, gingen die Mitglieder der deutschen Delegation hinüber zu dem Zelt. Sie waren sich klar darüber, daß dies das Ende des Krieges war.

Ich hatte die Übergabe-Urkunde schon fertig. Die Einrichtung des Zeltes war ganz schlicht; eine Tischplatte auf Böcken mit einer wollenen Kommißdecke, darauf ein Tintenfaß und ein gewöhnlicher Federhalter, wie man sie in jeder Kantine um 2 Pence kaufen konnte. Auf dem Tisch zwei Mikrophone des englischen Rundfunks. Als ich eintrat, erhoben sich die Deutschen. Dann setzten wir uns alle um den Tisch.

Die Deutschen waren verständlicherweise nervös. Einer von ihnen nahm eine Zigarette heraus, um sich zu beruhigen. Aber als ich ihn ansah, nahm er die Zigarette wieder weg.

In aller Öffentlichkeit, im Beisein der Pressevertreter und anderer Zuschauer, verlas ich dann in diesem Zelt in der Lüneburger Heide auf englisch die Kapitulationsurkunde. Ich fügte noch hinzu, falls die deutsche Delegation diese Urkunde nicht sofort und ohne Einwände hinsichtlich der Folgen ihrer Kapitulation unterzeichne, würde der Kampf weitergehen. Dann rief ich die einzelnen Mitglieder der Delegation nacheinander bei Namen auf, um das Dokument zu unterschreiben — sie taten es ohne ein Wort des Einspruchs. Als letzter unterschrieb ich selbst im Namen von General Eisenhower.

Die Urkunde war in englischer Sprache abgefaßt. Ich übergab jedoch der Delegation einige Ausfertigungen auf deutsch ...

Von den vier Deutschen, die am 3. Mai 1945 in meinen vorgeschobenen Gefechtsstand in der Lüneburger Heide kamen, lebt heute nur noch einer. Es ist Konteradmiral Wagner, der jetzt stellvertretender Chef der Marineabteilung im deutschen Bundesverteidigungsministerium ist. Die anderen drei starben eines gewaltsamen Todes: von Friedeburg hat sich vergiftet, Kinzel hat sich erschossen und Freidel kam bald danach durch einen Autounfall ums Leben ...

Die politische Forderung einer 'bedingungslosen Kapitulation' war meiner Ansicht nach ein großer Fehler."

DIE VERHANDLUNGEN MIT EISENHOWER

Diese Kapitulation galt allerdings nur für die englischen Armeen. Der christliche General Eisenhower lehnte für die USA und die amerikanischen Armeen jede deutsche bedingungslose Kapitulation ab,

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wenn sie nicht auch gleichzeitig vor den Bolschewiken bedingungslos kapitulierte und damit das deutsche Land bedingungslos den bolschewistischen Armeen preisgab.

Am 6. Mai machte auf diese furchtbare Forderung Eisenhowers hin der deutsche Generalfeldmarschall Jodl persönlich noch einen verzweifelten letzten Versuch zur Rettung des deutschen Ostheeres und der zivilen deutschen Flüchtlinge aus Ostdeutschland vor den Bolschewiken.

Am 6. Mai traf Generalfeldmarschall Jodl in Reims, im Hauptquartier Eisenhowers, ein. Eisenhower empfing den deutschen Feldmarschall nicht. Er ließ ihn nicht bei sich vor. Generalfeldmarschall Jodl wurde nur vom Adjutanten Eisenhowers, Bedell-Smith, empfangen. Generalfeldmarschall Jodl beschwor die Amerikaner, deutsche Menschen in möglichst großer Zahl vor den Bolschewiken zu retten und die Kapitulation und Gefangengebung der deutschen Ostheere — mit ihren mehr als 2 Millionen deutschen Soldaten — anzunehmen. Eine Auslieferung dieser Soldaten an die Bolschewiken liefere nicht nur diese Millionen deutscher Soldaten an die Bolschewiken aus, sondern damit auch die ganze deutsche Zivilbevölkerung, die sich jetzt noch unter dem Schutz dieser Soldaten befinde. Eine solche Tat könne kein Mensch von Ehre mit seinem Namen decken. Der Fluch von Millionen würde seinen Namen ächten, und die Geschichte würde ihn brandmarken. Er bitte daher die Amerikaner um Verständnis und Annahme der bedingungslosen Kapitulation nur für den Westen, die Gefangennahme der Ostheere in die amerikanische Gefangenschaft.

Bedell-Smith hatte Generalfeldmarschall Jodl ausreden lassen, und seine Augen waren nicht ohne menschliches Verständnis, als er antwortete:

"Ich wiederhole Ihnen, daß die Gefangennahme deutscher Armeen, die gegen die Bolschewiken gekämpft haben, durch uns [die Amerikaner] abgelehnt wird. Die deutschen Ostarmeen müssen sich den Bolschewiken bedingungslos gefangengeben. Wir nehmen Ihre Kapitulation nicht an. Unsere Bedingungen sind unabänderlich."

Vergebens hatten die deutschen Abgesandten versucht, den Amerikanern etwas von jenem ungeheuren Sturm des Grauens und Entsetzens zu berichten, der mit Zustimmung und Unterstützung der USA über den Osten Deutschlands hinwegbrauste. Eisenhower aber war nicht bereit, den vor den Bolschewiken (die von den USA verschwenderisch mit Waffen, Munition und sonstigen Kriegsmitteln ausgestattet waren) zurückweichenden deutschen Ostarmeen, ja nicht

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einmal einzelnen fliehenden deutschen Soldaten die westliche Gefangenschaft zu gewähren. Auch der verzweifelten deutschen Zivilbevölkerung wurde jeder Schutz und die Zuflucht in das von den Amerikanern besetzte Gebiet des eigenen deutschen Vaterlandes verweigert.

Als Generalfeldmarschall Jodl erkannte, daß es keine Möglichkeit gab, jene Millionen deutscher Soldaten vor der grauenhaften bolschewistischen Sklaverei zu retten, versuchte er, von Eisenhower wenigstens 24 oder 48 Stunden Zeit zu gewinnen, damit sich in dieser kurzen Spanne Zeit noch ein möglichst großer Teil der Zivilbevölkerung, besonders Frauen und Kinder, vor den Bolschewiken retten könnte. Bedell-Smith erklärte sich bereit, Eisenhower diese deutsche Bitte vorzutragen. Er kehrte jedoch bald mit der furchtbaren Nachricht zurück, daß Eisenhower auch diese deutsche Bitte erbarmungslos ablehne. Eisenhower verlangte die sofortige Unterzeichnung der Preisgabe der vielen Millionen deutscher Soldaten und der deutschen Zivilbevölkerung von Ostdeutschland an die Bolschewiken. Er drohte, bei Nichtunterzeichnung ganz Deutschland den Bolschewiken auszuliefern.

Generalfeldmarschall Jodls Gesicht war totenbleich. Das Todesurteil über an die 3 Millionen deutscher Soldaten und das Vernichtungsurteil über an die 20 Millionen ziviler deutscher Bürger, Männer, Frauen und Kinder, war damit gesprochen.

Am 7. Mai 1945 funkte Generalfeldmarschall Jodl das grauenhafte Ultimatum Eisenhowers an die deutsche Regierung in Flensburg und erhielt die Vollmacht, zu unterzeichnen, um wenigstens das übrige Deutschland vor der durch Eisenhower angedrohten bolschewistischen Besetzung zu retten.

Am 8. Mai 1945 erfolgte die Unterzeichnung der von Eisenhower befohlenen Kapitulation. Die deutschen Bevollmächtigten, Generalfeldmarschall Jodl und der Oberbefehlshaber der deutschen Kriegsmarine, Generaladmiral Freiherr von Friedeburg, wurden mit ihrer Begleitung in ein Schulzimmer geführt, in dem die Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde erfolgte. General Eisenhower saß inmitten der amerikanischen, britischen, französischen und bolschewistischen Delegierten. Er würdigte die deutschen Delegierten keines Händedrucks, ja nicht einmal eines Blicks. Sein Gesicht war voll eisiger Ablehnung und Verachtung. Eine dünkelhaft aufgeblähte Selbstgerechtigkeit, die sich anmaßend zum Richter und Henker von fast 100 Millionen deutschen Menschen machte, in Verbindung mit dem alten Fluch amerikanischer Ahnungslosigkeit von den europäischen

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Verhältnissen, vor allem von dem, was Bolschewismus ist, ließen Eisenhower im Namen der USA kaltblütig und überlegt das Todes- und Vernichtungsurteil über Millionen unschuldige, ehrenhafte deutsche Menschen unterzeichnen.

Am 9. Mai 1945 um 0 Uhr schwiegen alle Waffen.

Grauenhaft war, was folgte.

Fast drei Millionen deutsche Soldaten lieferte Eisenhower im Namen der USA in die bolschewistische Sklaverei, aus der sie, mit wenigen Ausnahmen, niemals wiederkehrten.

In Süddeutschland und in Österreich spielte sich ein Schauspiel, ein Drama, ab, das noch ungeheuerlicher war. Nie werde ich das Grauen und lähmende Entsetzen vergessen über das, was ich mit eigenen Augen mit ansehen mußte: Hunderttausende deutsche Soldaten hatten sich in Österreich in voller Ordnung vor den eindringenden Bolschewiken zurückgezogen, die die zwischen ihnen und den Amerikanern vereinbarte Demarkationslinie besetzten.

Und dann geschah das Ungeheuerliche, das Unfaßbare, das Unvorstellbare: Auf Eisenhowers Befehl wurden die Hunderttausende deutscher Soldaten, die sich in der amerikanischen Zone befanden, von den Amerikanern den Bolschewiken ausgeliefert. Aus amerikanischen Lagern marschierten die dem grauenhaftesten Tod geweihten Männer in unerhörter Disziplin, singend, Division um Division, in die bolschewistische Sklaverei, in die sibirischen Bergwerke, in die Arbeitslager, in die Eiswüsten Sibiriens, aus denen sie — mit wenigen Ausnahmen — niemals wiederkehren sollten 1.

Neben diesen Millionen deutschen Soldaten wurden fast 20 Millionen deutsche Bürger östlich der Elbe den Bolschewiken ausgeliefert, mit den schönsten und fruchtbarsten Gebieten Deutschlands, mit dem reichen Industriegebiet Oberschlesien mit über 50 Milliarden Tonnen abbaufähiger Steinkohlenvorkommen und sonstigen ungeheuren Bodenschätzen (an Zink fast 20% der gesamten Weltproduktion, an Blei 25% der gesamten deutschen Produktion, ungeheure Eisenerzlager usw., usw.).

Klingt es angesichts der ungeheuerlichen Tatsache nicht wie ein Hohn, wenn General Eisenhower seine persönliche Kampagne für


1 Noch grauenhafter und unvorstellbarer war, daß noch Jahre nach Kriegsende deutsche Kriegsgefangene, denen die Flucht aus den furchtbaren Todes-Bleibergwerken Sibiriens auf den amerikanischen Kontinent nach Alaska geglückt war, von den USA wieder an die Bolschewiken und damit einem sicheren und furchtbaren Tod ausgeliefert wurden (vgl. Bauer, Soweit die Füße tragen).

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die Präsidentschaft der USA — sieben Jahre danach — am 4. Juni 1952 in seiner Heimatstadt Abilene mit einer Rede eröffnete, in der er u. a. erklärte:

"Um wichtige Gebiete vor dem Kommunismus zu retten und uns verläßliche Verbündete in dem weltweiten Krieg der Ideologien zu erhalten, haben wir Milliarden Dollar in Europa ausgegeben."

Dabei war niemals vorher in der Geschichte dem Weltherrschaftsstreben des Bolschewismus ein größerer Vorschub geleistet worden als durch die Haß-und-Rache-Politik Roosevelts und die ausführenden Maßnahmen Eisenhowers gegen Deutschland.

Das Leid, das Roosevelts Politik und die Untat Eisenhowers über Deutschland brachten, das Leid der deutschen Mütter um die Millionen deutschen Soldaten, Bürger, Frauen und Kinder, die Eisenhower im Namen der USA erbarmungslos den Bolschewiken auslieferte, das Leid der Millionen deutschen Frauen, die die USA der Schändung durch die asiatischen Horden preisgaben, wird nur ein schwaches Vorbild jenes Leides sein, das eines Tages als Fluch dieses Verbrechens Roosevelts und Eisenhowers über die amerikanischen Mütter kommen wird, wenn — nach einem vergeblichen Blutopfer von Millionen amerikanischen Söhnen — der Bolschewismus, dem die Rachepolitik Roosevelts und Eisenhowers Tür und Tor in die Welt weit aufgestoßen hat, Einlaß heischend an die Pforten der USA pochen wird.

Wie prophezeite doch Stalin schon vor vielen Jahren:

"Der erste Weltkrieg hat dem Kommunismus Rußland, der zweite hat ihm Europa gebracht. Der dritte Weltkrieg wird ihm die Weltherrschaft bringen."

DIE UNWÜRDIGE BEHANDLUNG DER DEUTSCHEN
UNTERHÄNDLER UND DER DEUTSCHEN REGIERUNG

Lüdde-Neurath, der persönliche Adjutant des Chefs der deutschen Regierung und des deutschen Staatsoberhauptes, Großadmirals Dönitz, berichtet über die unwürdige Behandlung der deutschen Unterhändler und der deutschen Regierung in seinem Buche Regierung Dönitz — Die letzten Tage des III. Reiches, S. 117 ff.:

"Zuerst war die Gefangennahme der deutschen Regierung in korrekten Formen erfolgt. Wir sahen keinen Grund, weshalb sich die Be-

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handlung in weiterem Verlaufe ändern sollte. Admiral von Friedeburg war jedoch anderer Ansicht. Er ging mit dem Großadmiral [Dönitz] vor dessen Wohnung noch kurz auf und ab. Er überlegte sich sehr, 'ob er den nun beginnenden Zirkus mit allen seinen entehrenden Begleiterscheinungen' mitmachen solle. Dönitz widersprach. Er glaube, daß uns kriegsgefangenen Soldaten Behandlung gemäß der Genfer Konvention zugestanden würde. Ein Glaube, der allerdings sehr bald und sehr kraß Lügen gestraft wurde. Von Friedeburg fand bereits unmittelbar nach diesem Gespräch seine Befürchtung bestätigt. Als er vor dem Regierungsgebäude Zeuge einer der unwürdigsten Szenen dieses Tages wurde, nahm er sich mit Gift das Leben ... er ersparte sich dadurch die entehrende Behandlung als Verbrecher.

Wir hatten gerade begonnen, in Ruhe die letzten Vorbereitungen für unseren Abtransport zu treffen, als gegen 11 Uhr ein englischer Captain mit einigen Soldaten erschien, der den Großadmiral unter Außerachtlassung jedes militärischen oder menschlichen Anstandes anzutreiben versuchte. Vergebens bedeutete ich ihm, daß seine Befehle 'Abfahrt sofort' und 'Nur ein Koffer erlaubt' im Widerspruch zu der eben erhaltenen Weisung des amerikanischen Generalmajors Rook stünden. Da das Umpacken der zwei Koffer in nur einen Koffer zuviel Zeit beansprucht hätte, blieb es bei den vorgesehenen zwei Gepäckstücken für den Großadmiral und mich. Immerhin gab diese Episode Anlaß zu dem Märchen von acht Koffern und seidener Unterwäsche, mit dem sein Schreiber einen bedauerlichen Mangel an Wahrheitsliebe unter Beweis stellt. Auch meine höflich vorgetragene Bitte, den Ton etwas zu mäßigen, weil der Hausherr, Brillantenträger Kapitän zur See Lüth, erst vor wenigen Tagen durch Unglücksfall verschieden sei, blieb völlig unbeachtet. Im Gegenteil: das Trauerhaus wurde mit lautem Hallo durchstöbert, und Frau Lüth flüchtete weinend mit den wertvollen Kriegsauszeichnungen ihres Mannes zu mir. Da ich einen besseren Rat nicht wußte, bat ich den amerikanischen Begleitoffizier, der sich deutlich von dem Verhalten seines britischen Bundesgenossen distanzierte, diese Dinge vor dem Zugriff der englischen Soldaten zu retten, was er zusagte.

Unter starker Bewachung wurden wir nun zum Polizeipräsidium in Flensburg gefahren. Hier fand eine körperliche Untersuchung statt, deren genaue Beschreibung ich mir an dieser Stelle versagen muß. Es mag die Feststellung genügen, daß nichts unerforscht blieb ... Bei der gleichzeitigen Untersuchung des Gepäcks, die ohne unser Beisein erfolgte, wurde neben einigen Schriftstücken ... eine Reihe

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rein privater Gegenstände wie Aktenmappen, Füllhalter, Photos von Angehörigen usw. entwendet. Der Feldmarschallstab des Großadmirals sowie sein Interimsstab, Abzeichen, die ebenso zu seinem Rang gehörten wie die Schulterstücke zu jedem Offizier, wurden gleichfalls abgenommen. Angesichts des besonderen Wertes der beiden Stäbe zweifle ich, ob sie einen dienstlichen Weg genommen haben. Sicher ist jedenfalls, daß es ein leichtes gewesen wäre, diese Dinge rechtzeitig vor dem Zugriff der Sieger zu retten. Aber auf den Gedanken, daß diese Gegenstände weggenommen werden könnten [was ja auch nach der Genfer Konvention unzulässig war], waren wir vorher nicht gekommen; überhaupt war von diesem Tage an die Gesamtbehandlung nach militärischen Begriffen von Ritterlichkeit gegenüber dem geschlagenen Gegner nicht vorstellbar.

Nach etwa einstündiger Wartezeit in der Halle des Gebäudes wurden, ebenfalls unter schwerer Bewachung, Reichsminister Graf Schwerin von Krosigk mit den Mitgliedern der 'Geschäftsführenden Reichsregierung' und Generaloberst Jodl mit den Spitzen des OKW eingeliefert. Von ihnen erfuhren wir den Ablauf der Ereignisse im Regierungsgebäude. Mit einem militärischen Aufwand von Panzern, Infanterie und Militärpolizei, der in keinem Verhältnis zu der zu lösenden Aufgabe stand, war die Enklave umstellt worden, um ein Schauspiel zu bieten. Die Soldaten der 11. englischen Panzerdivision spielten diese Rolle jedenfalls ebenso gut wie der vorhin erwähnte englische Captain im Hause des Großadmirals. Ihr Benehmen überraschte um so mehr, als der Name dieser Division auch in der deutschen Wehrmacht einen guten Klang hatte. Der Büffel auf dem Oberarm galt als Zeichen einer tapferen und anständigen Truppe. Da auch der Leiter der Gesamtaktion, der englische Stadtkommandant von Flensburg, Brigadier Churcher, sich vorher als korrekter Verhandlungspartner gegenüber den deutschen Dienststellen gezeigt hatte, muß angenommen werden, daß über die Form der Verhaftung höhere Weisungen vorgelegen haben ...

In das Regierungsgebäude platzten kurz nach Beginn der Sitzung bis an die Zähne bewaffnete englische Soldaten mit vorgehaltener MP und Handgranaten in den Saal. Erste Maßnahme: "Hände hoch!" Zweite Maßnahme: "Hosen herunter!" Und dann wurde die von mir vorher angedeutete Untersuchung, die mit uns wenigen einzeln vorgenommen worden war, coram publico in Corona durchgeführt. Der Vollständigkeit halber muß erwähnt werden, daß diese Behandlung auch einigen im Hause anwesenden Sekretärinnen und Offizieren zusammen widerfahren sein soll. Ich halte auch diese mir glaubhaft

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berichteten Vorkommnisse für erwiesen angesichts der Aufnahmen, die über dieses Dekolleté in den alliierten Zeitungen erschienen sind, mit der [lügenhaften] Bemerkung, man habe das Herrenvolk in den Betten überrascht.

Darnach wurden alle Insassen des Hauses in unwürdiger Form auf dem Hofe zusammengetrieben. Sie mußten dort übermäßig lange mit erhobenen Armen stehen, dem Kreuzfeuer der Photographen, den Beleidigungen der Soldaten und den neugierigen, aber mit dieser Behandlung offenbar nicht einverstandenen Blicken der Bevölkerung ausgesetzt. Nach langem Hin und Her durften die für den Abtransport vorgesehenen Herren unter Bewachung ihr Gepäck holen, wobei sie feststellen mußten, daß alle Räume bereits gründlich durchsucht worden waren. Man trug nicht einmal Bedenken, die genommenen Uhren, Radios und sonstigen Wertgegenstände unter den Augen der Eigentümer fortzuschaffen.

Nach Einlieferung ins Polizeirevier fand erneut die eingehende Untersuchung auch des Gepäcks statt. Für das, was wirklich geschah, prägte Jodl die Bezeichnung 'organisierte Plünderung'. Angesichts der Ereignisse sah ich keine Möglichkeit, ihm zu widersprechen ... Admiral von Friedeburg hatte sich allerdings auch durch seinen Tod der entehrenden Behandlung nicht entziehen können. Seine Leiche wurde geplündert."

EISENHOWER. DIE PERSONIFIKATION DES HASSES
GEGEN DEUTSCHLAND

Eisenhower weigerte sich, gegenüber den deutschen Friedensunterhändlern und den deutschen Generalen auch nur die primitivsten Formen zu wahren, wie die militärische Höflichkeit sie vorschreibt. Er weigerte sich auch, nur einen einzigen deutschen General auch nur zu sehen.

Generalfeldmarschall Jodl, der die Kapitulation in Reims unterzeichnete, verweigerte er die primitivste militärische Ritterlichkeit. Er reichte Jodl, der ihn an wissenschaftlicher Bildung und an menschlichem Takt turmhoch überragte, nicht einmal die Hand und ignorierte ihn völlig, wie einen Verbrecher.

Eisenhower gehört, neben Churchill, zu den verhängnisvollsten Gestalten des 20. Jahrhunderts. Durch die Auslieferung von zwei Millionen deutschen Soldaten an die Bolschewiken, wurde er zum indirekten

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Mörder dieser Millionen. Dadurch, daß er Deutschland zwang, auch vor den Bolschewiken zu kapitulieren, lieferte er Millionen ostdeutscher Zivilisten, Frauen und Mädchen, dem entsetzlichsten Schicksal aus.

Eisenhower war — besonders in den entscheidenden Jahren nach 1945 — die Verkörperung des Hasses gegen Deutschland, die Verkörperung der Morgenthau-Clique. Der ehemalige Finanzminister der USA und persönliche Ratgeber Roosevelts, der berüchtigte Henry Morgenthau, berichtet in der New York Post vom 24. November 1947 mit Genugtuung, wie er seinen teuflischen Vernichtungsplan gegen Deutschland, den sogenannten "Morgenthau-Plan", dem damaligen Generalstabschef Eisenhower vortrug, um dessen Unterstützung gegen das widerstrebende Außenministerium zu gewinnen. Morgenthau gibt die haßerfüllten Äußerungen Eisenhowers gegen Deutschland wörtlich wieder:

"General Eisenhower gab mir eine prompte und klare Antwort: 'Ich sage Ihnen eindeutig, daß ich nicht im geringsten an der deutschen Wirtschaft interessiert bin', sagte er zu mir. 'Ich persönlich würde sie nicht wieder aufrichten, wenn dadurch das Los der Deutschen besser würde. Die Forderungen nach einem milden Frieden für Deutschland' — so fuhr Eisenhower fort — 'stammen von Leuten, die aus Deutschland ein Bollwerk gegen Rußland machen wollen. Es ist richtig, daß Rußlands Stärke heute so phantastisch ist; aber Rußland hat heute alles, was es überhaupt nur will und verdauen kann. Und damit ist es beschäftigt bis lange nach unserem Tod. Das ganze deutsche Volk ist sowieso geisteskrank [paranoid], und solche Leute kann man nicht mit Milde behandeln.' "

Es war Eisenhower, der in seiner Eigenschaft als Höchstkommandierender und Gouverneur im besetzten Deutschland öffentlich die Entfernung aller jener Amerikaner von ihren Posten verlangte, die ihm nicht erbarmungslos genug gegen Deutschland erschienen und die Vernichtungsprinzipien Morgenthaus gegen Deutschland nicht rücksichtslos genug durchführten.

Es war Eisenhower, der das Fraternisierungsverbot für die amerikanischen Besatzungstruppen in Deutschland herausgab, das sogar die Überlassung der amerikanischen Speisereste an die verhungernden deutschen Frauen und Kinder verbot, ja in seinem Haß so weit ging, daß es sogar zu der wahrhaft teuflischen Verfügung kam, daß die Speisereste vor dem Wegwerfen ungenießbar gemacht werden mußten, damit die verhungernden deutschen Frauen und Kinder sie nicht etwa aus den Abfalltonnen heraussuchen konnten.

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Das Blatt der "Gesellschaft zur Verhinderung des dritten Weltkrieges" berichtet (Nr. 22, 1947, S. 147), "daß Eisenhower im Oktober 1945 öffentlich die Tatsache beklagte, daß viele seiner Untergebenen nicht vertrauenswürdig genug waren, die Potsdam-Politik durchzuführen, und klar feststellte, daß jene, die nicht mit den Potsdamer Entscheidungen sympathisierten, ihre Ämter niederlegen sollten."

Bezeichnend für den unmenschlichen und unsoldatischen Haß Eisenhowers gegen alles Deutsche ist folgende Schilderung, die uns Hans Habe (Bekessy) in seinem Buch Ich stelle mich (Kurt Desch Verlag, Wien — München 1954) von seiner Begegnung mit Eisenhower gibt. Habe-Bekessy schreibt (S. 489 ff.):

"Schon das Zimmer des Generals Eisenhower machte auf mich einen höchst ungünstigen Eindruck. Es war ein riesiger, eiskalter Raum mit einem gewaltigen Mussolini-Schreibtisch, theatralisch indirekt beleuchtet, geschmacklos goldgelb tapeziert. Man mußte von der Tür aus einen langen Marsch unternehmen, ehe man vor dem Tisch stand, hinter dem der General 'thronte' ... Sein Gesicht war glatt, kalt und humorlos ... Der General begann einen zweistündigen Monolog, und während dieser zwei Stunden hatte ich kaum Gelegenheit, etwas anderes als 'Yes, Sir' oder 'No, Sir' zu sagen. Der General begann, sein politisches und journalistisches Programm zu entwickeln ... Je weiter er in seinen Ausführungen gedieh, desto größer wurde meine Ernüchterung ... Ich hatte mir von Eisenhower ein Idealbild geschaffen. Nun bröckelte die Farbe von diesem Bild schichtweise ab. Da war einmal die keineswegs spontane und daher auch nicht amüsante Theatralik, mit der Eisenhower seinen Vortrag begleitete. Er ging im Raum ununterbrochen umher ... Die immer erschrecklicheren Plattheiten wurden mit der Endgültigkeit sokratischer Weisheiten vorgebracht ...

Der Stellvertreter Eisenhowers, Generalleutnant Bedell-Smith, betrat das Zimmer.

'Wir müssen etwas tun', sagte er zu Eisenhower. 'Diese Photographien wurden mir zugeschickt. So sehen die deutschen Kriegsgefangenen aus, die wir den Franzosen abgetreten haben. Sie verhungern ja. Es kann so nicht weiter gehen. Soll ich mit den Franzosen sprechen?'

Eisenhower besah sich die Bilder.

'Tun Sie nichts dergleichen', sagte er. 'Schicken Sie einen Bericht nach Washington.'

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Bedell-Smith zuckte mit den Achseln und ging.

Der General setzte seinen Monolog fort. Er gab mir eine Stunde lang Weisungen, die kein Journalist hätte befolgen können. Dann verlangte er, seine weiteren Ausführungen wörtlich aufzunehmen. Es handelte sich dabei um die Geleitworte, die er, von ihm selbst unterschrieben, auf der ersten Seite der Neuen Zeitung (der von den Amerikanern in Deutschland herausgegebenen Zeitung) sehen wollte.

Daß es zuweilen nicht leicht ist, keine Satire zu schreiben, wird man zugeben, wenn ich nur zwei Absätze dieser Erklärung Eisenhowers, wie sie am 18. November 1945 in der ersten Nummer der Neuen Zeitung erschien, wörtlich zitiere:

'Die Säuberung von nationalsozialistischen Elementen muß mit allen Mitteln vorwärtsgetrieben werden. Betroffen sind nicht nur die Parteimitglieder, sondern alle jene, die auf diese oder jene Weise vom Nationalsozialismus profitiert haben. Es gibt nirgends unersetzliche Nationalsozialisten. Der Nationalsozialismus muß vernichtet werden, und die Mitglieder der NSDAP sowie ihrer Organe müssen von ihren Posten entfernt werden.

Der Militarismus muß zusammen mit dem Nationalsozialismus vernichtet werden. Die physische Entmilitarisierung wird tatkräftig durchgeführt; aber sie allein kann nicht garantieren, daß Deutschland in der Zukunft die Welt wieder in einen neuen Krieg zwingt. Militärisches Denken muß aus der deutschen Gedankenwelt ausgeschaltet werden. Für alle zivilisierten Nationen der Erde gilt Aggression als unmoralisch; die Deutschen müssen aber zu dieser selbstverständlichen Wahrheit erst erzogen werden.'

Also sprach der spätere Präsident der USA, der Gouverneur des besetzten Deutschland und General der USA-Armee, Dwight D. Eisenhower! Nachdem der General noch eine kurze Weile über Deutschland gesprochen und auch weiterhin eine erschreckende Fremdheit gegenüber Deutschland verraten hatte, wurde ich entlassen."

Selbst als Eisenhower durch den persönlichen Kontakt mit dem deutschen Volk schließlich erkennen mußte, daß das abscheuliche Bild, das die Haß-Propaganda der Zionisten, der Morgenthau-Leute dem amerikanischen Volk vom deutschen Volk eingehämmert hatte, nicht stimmte, behielt er seine Abneigung gegen das deutsche Volk — dem er schließlich selbst entstammte, da seine Vorfahren Deutsche gewesen waren — auch weiterhin bei. Er war in seiner Politik und in seiner persönlichen Haltung unaufrichtig und falsch gegen das

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deutsche Volk selbst noch zu einer Zeit, als Deutschland Bündnispartner Amerikas geworden war. Während er nach außen hin Deutschland versicherte, daß er für das demokratische Selbstbestimmungsrecht des deutschen Volkes und für ein geeintes Deutschland eintrete, verriet er insgeheim Deutschland in der Frage der Zweiteilung an die Bolschewiken und paktierte mit Chruschtschow. Chruschtschow desavouierte Eisenhower öffentlich, indem er mitteilte, daß Eisenhower ihm gegenüber erklärt habe, daß er an der Zweiteilung Deutschlands festhalte. Diese Entlarvung der Unaufrichtigkeit Eisenhowers gegenüber dem deutschen Bündnispartner erschütterte das deutsche Volk aufs tiefste.

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