Geschichte der Verfemung Deutschlands, Band 6

Das Unrecht an Deutschland

Von Dr. jur. et Dr. phil. et Dr. rer. pol. Franz J. Scheidl


DIE NACHKRIEGSSCHULD

WAS NACH DER BEDINGUNGSLOSEN KAPITULATION
IN DEUTSCHLAND GESCHAH

DAS UNRECHT AM DEUTSCHEN VOLK

Furchtbar ist die Schuld, die Roosevelt und Churchill nach Beendigung des zweiten Weltkrieges auf sich geladen haben; furchtbar ist die alttestamentarische Rache der Morgenthau-Leute, als deren Werkzeuge sich Roosevelt und Churchill nach errungenem Sieg am deutschen Volk hergaben; ungeheuerlich ist das Unrecht, das dem deutschen Volk zugefügt wurde.

DER MORGENTHAUPLAN ZUR VERNICHTUNG DEUTSCHLANDS

Die Rache des Weltjudentums an Deutschland

Der Initiator und Namensgeber des Vernichtungsplanes gegen das deutsche Volk war der amerikanische Jude Morgenthau.

Der Verfasser des Morgenthauplanes, Harry Dexter White, ist ein amerikanischer Jude aus Litauen und Kommunist.

Der Plan ist ein Teil der Rache und Vergeltung des Weltjudentums am deutschen Volk. So wie alles Unrecht, das damals an Deutschland geschah: die Austreibung der Deutschen, die Niedermetzelung von Millionen unschuldiger Deutscher ein Teil dieser alttestamentarischen Rache war.

Die einflußreichsten Befürworter des Morgenthau-Vernichtungsplanes bei Präsident Roosevelt waren der amerikanische Jude Felix Frankfurter, oberster amerikanischer Bundesrichter, und die jüdischen Finanzleute Bernhard Baruch und James P. Warburg.

Unterschrieben ist der Morgenthau-Vernichtungsplan von Präsident Roosevelt, dem Werkzeug des amerikanischen Judentums, der sich offen als begeisterter Zionist bekannte. Wenn der Morgenthauplan, die Umwandlung Deutschlands in ein Weideland, durchgeführt worden wäre, würde er den größten Akt eines Völkermordes dargestellt haben, den die Geschichte der Neuzeit kennt.

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Präsident Roosevelt war persönlich ein blinder, unversöhnlicher Hasser Deutschlands. Ohne diesen Haß wäre es möglich gewesen, den Krieg zu vermeiden bzw. um Jahre früher zu beenden. Roosevelt und seinem Kreis galt die Befriedigung ihres Hasses mehr als Menschenleben, mehr selbst als das Leben amerikanischer Bürger. Er verweigerte einen Vertragsfrieden. Um seine Vernichtungspläne ausführen zu können, verlangte er die bedingungslose Unterwerfung, wie dies vor Jahrtausenden bei wilden Völkern üblich war.

Im Jänner 1943 verkündete Roosevelt, entgegen den Bedenken all jener, die die darin liegende unheilvolle Verlängerung des Krieges erkannten, von Casablanca aus die Forderung nach der "unconditional surrender", der bedingungslosen Unterwerfung Deutschlands, als das unverrückbare Kriegsziel der USA.

Das deutsche Volk war von Sorge und Schrecken erfüllt, als es gleichzeitig von den unmenschlichen und maßlosen Rache- und Vernichtungsplänen Kunde erhielt, die Roosevelt und das amerikanische Judentum gegen Deutschland vorbereiteten. Den Höhepunkt dieser Vernichtungspläne bildete der sogenannte Morgenthauplan. Dieser sah vor, daß Deutschland zerstückelt und seiner Industrie beraubt werden sollte. Seine Kohlenbergwerke sollten ersäuft werden, und seinen Bewohnern sollte nur die Beschäftigung mit Ackerbau und Viehzucht gestattet werden. Bei der katastrophalen Übervölkerung Deutschlands verurteilte dieser Plan an die zwei Drittel der deutschen Bevölkerung zum Tode.

In seinem Buch Germany Is Our Problem (Deutschland ist unser Problem) beschreibt Morgenthau, der Finanzminister der USA, seinen teuflischen Plan (vgl. hierzu auch sein als "top secret" [höchst geheim] bezeichnetes Memorandum Program to Prevent Germany from starting a World War III):

"Alle industriellen Anlagen und Ausrüstungen sollen vollständig abgebaut und entfernt werden. Die gesamte Ausrüstung der Kohlenbergwerke soll entfernt und die Bergwerke selbst vollständig vernichtet [ersäuft] werden. Abtretung weiter deutscher Gebiete in Ost und West. Zerreißung und Aufteilung des verbleibenden Rest-Deutschlands in eine Reihe voneinander völlig unabhängiger Kleinstaaten. Schließung der Schulen und Universitäten. Vollständige Sperre der Kapitaleinfuhr, scharfe Kontrolle, daß keine Schlüsselindustrie entstehe."

Der Plan des Juden Morgenthau, Finanzministers der USA, war der Racheplan des amerikanischen Judentums, den dieses durch Amerika

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an Deutschland zu vollziehen versuchte 1. Nach den Mitteilungen der United States News vom 11. Dezember 1953 lauteten die 11 Hauptpunkte des Morgenthauplanes:

"1. Deutschland muß in einen Staat von Kleinbauern zurückverwandelt werden.

2. Die Kriegsindustrie muß verschwinden.

3. Die ganze andere Schwerindustrie muß zerstört oder weggeführt werden.

4. Das Ruhrgebiet muß eine internationale Zone werden; seine Industrie muß entfernt, seine Bergwerke müssen stillgelegt werden.

5. Alle Grenzgebiete müssen den Nachbarländern zufallen.

6. Alle deutschen Industrieunternehmungen müssen unter den Alliierten verteilt werden.

7. Im Dienste und zum Nutzen der anderen Länder soll durch Deutsche Zwangsarbeit abgeleistet werden.

8. Alle deutschen Guthaben und Vermögen im Ausland sind zu enteignen.

9. Der ganze Landbesitz soll in Kleinbesitz umgewandelt werden.

10. Deutschland ist aufzuteilen in voneinander unabhängige Staaten.

11. Die amerikanischen Truppen sind zurückzuziehen. Die Polizeidienste in Deutschland sind durch europäische Besatzungen zu leisten, die aus Ländern unter kommunistischer Führung zusammengestellt werden."


1 Max Walter Clauss nennt in seinem Buch Der Weg nach Jalta 1952 den Morgenthauplan bei seinem richtigen Namen als den Versuch, "die alliierte Kriegführung in den Dienst der jüdischen Weltvergeltung zu stellen". Der Morgenthau-Forscher John Morton Blum, Professor für Geschichte an der Yale-Universität, hat die 800 Tagebücher Morgenthaus, die er von seiner Bestellung zum Finanzminister (1934) bis zu seiner Verabschiedung (Sommer 1945) führte, bearbeitet. 1959 veröffentlichte Blum den ersten Band seines dreiteiligen Werkes From the Morgenthau Diaries (Aus den Morgenthau-Tagebüchern), 1965 folgte ein zweites Buch, im Februar 1968 wird im Düsseldorfer Droste-Verlag der letzte und für deutsche Leser besonders aufschlußreiche Band erscheinen: Die Geschichte des Morgenthauplans. Vgl. hierzu auch den aufschlußreichen Artikel über den Morgenthauplan in den Nr. 51, 52 und 53 des Spiegel, 1967.

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MORGENTHAU, HANDLANGER DER BOLSCHEWIKEN

Der sogenannte Morgenthauplan ist von einem Gehilfen Morgenthaus, dem litauischen Juden mit dem amerikanischen Namen Harry Dexter White, entworfen worden. H. Dexter White war in den dreißiger Jahren Gehilfe des Finanzministers Morgenthau. White gehörte dem vom sowjetischen Oberst Bykow geleiteten kommunistischen "Underground apparat" in Washington, dessen Kurier Whittaker Chambers war. In dem am 28. August 1953 veröffentlichten Bericht des Staatsausschusses für innere Sicherheit wird ein Verhör mit Miß Bentley zitiert, in dem sie aussagt, daß der Morgenthauplan von H. D. White entworfen wurde, und zwar in Ausführung kommunistischer Instruktionen, die darauf abzielten, Deutschland zu zerstören, damit es den Westmächten keine Hilfe sein könne 1.

DER AMERIKANISCHE JUDE BERNHARD BARUCH ALS
SEKUNDANT MORGENTHAUS

Bernhard Baruch legte dem Militärausschuß des amerikanischen Senates nachstehende Forderungen zur Beschlußfassung als "amerikanische" Forderungen vor, obwohl diese in keiner Weise sinnvoll für die USA waren, sondern offenkundig nur die Rachepläne des amerikanischen Judentums zum Ausdruck brachten:

"Keine wichtigere Frage [!] wird jemals vor Ihnen stehen als die Frage: 'Wie können wir ein- für allemal die Wiederkehr einer deutschen Fähigkeit zur Kriegführung verhindern? Ist es möglich, eine Nation von über 60 Millionen Menschen mit einer so ausgezeichneten und wirkungsvollen Wirtschaft wie die Deutschen zu kontrollieren und niederzuhalten?' Ich glaube, daß dies möglich ist, und ich weiß, daß wir es tun müssen. Daher empfehle ich zunächst einmal, Deutschlands wirtschaftliche Macht über Europa ein- für allemal zu brechen! Jede Möglichkeit zur Kriegführung muß ihm genommen werden; viele seiner Fabriken und Werkstätten müssen nach Ost und West an freundliche Staaten abtransportiert werden; seine Groß-


1 Vgl. hierzu Whittaker Chambers, Witness, New York 1953, Random House, und London, André Deutsch.
Der Bericht des Senatsausschusses ist abgedruckt in U.S. News and World Report vom 28. August 1953.

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landwirtschaft muß in kleine Bauernbesitze aufgeteilt werden; alle deutsche Ausfuhr und Einfuhr muß aufs schärfste kontrolliert werden; alle deutschen Guthaben und geschäftlichen Auslandsbeziehungen müssen mit der Wurzel ausgerottet werden. Schließlich müssen wir uns bereit machen für eine jahrzehntelange Besetzung Deutschlands ... Rußland und andere Siegerländer sind auch berechtigt, Deutsche als [Zwangs-]Arbeiter zu verwenden, besonders wenn diese Arbeitsbataillone die Kriegshetzer umschließen, die Nazis, die Gestapo, die Junker, den deutschen Generalstab, die Geopolitiker, die Kriegsindustriellen und Kriegsfinanziers, so daß nur noch die gewöhnlichen Arbeiter und Bauern übrigbleiben."

Unvorstellbarer alttestamentarischer Haß springt uns aus allen Plänen und Ansichten Morgenthaus entgegen. Er wollte allen Ernstes das deutsche Volk dem Hungertode preisgeben.

Wir zitieren als Proben wörtlich:

"Das Ruhrgebiet muß stillgelegt werden. ... Die Deutschen aus diesem Gebiet muß man irgendwo nach Mittelafrika umsiedeln ...

Die Deutschen müssen als Zwangsarbeiter in Europa und Rußland eingesetzt werden. — Die gesamte Industrie Deutschlands muß vernichtet werden — warum zum Teufel soll ich mir Gedanken machen, was aus diesem Volk wird ...

... Am besten wäre es, die Deutschen zu kastrieren, daß sie keine Kinder zeugen können — die Kinder müssen ihren Eltern völlig entzogen werden ...

Ich werde mit meinen Plänen nicht nachgeben, solange ich atme ..."

DER AMERIKANISCHE AUSSENMINISTER HULL
ÜBER DEN MORGENTHAUPLAN

Eines der interessantesten Kapitel der Memoiren des Außenministers Hull behandelt die Vorgeschichte, den Inhalt und die Ziele des Morgenthauplanes.

In der Konferenz von Quebeck wurde der Morgenthauplan von Roosevelt und Churchill angenommen. Roosevelt bemerkte dazu, "daß er von diesem Plan außerordentlich befriedigt sei". Churchill war zuerst gegen den Plan. Er sah darin ein Schema, das England dauernd an eine Leiche (Deutschland) ketten würde. Man gewann ihn schließlich für den Plan durch die Erwägung, daß England Deutsch-

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lands Stahl- und Eisenmärkte erben und der gefährliche deutsche Konkurrent ausgeschaltet würde. Überdies versprach Morgenthau den Briten einen 6,5-Milliarden-Dollar-Kredit.

In einer Aussprache mit dem Präsidenten Roosevelt nach Quebeck erklärte Hull den Morgenthauplan als wahnsinnig ("out of reason"). Kein Fachmann, kein Diplomat habe damit etwas zu tun. Der Plan würde in Deutschland außer dem Land alles austilgen, und die Deutschen müßten vom Boden leben, das heißt, nur 60% der Bevölkerung könnten sich selbst erhalten, die anderen 40% müßten verkommen.

Man kann Morgenthau auch als Vater der Nürnberger Rachejustiz betrachten. James J. Byrnes, amerikanischer Außenminister, erzählt in seinem Buche Speaking Frankly, New York 1947, S. 182, daß Morgenthau vorschlug: "die sogenannten Erzverbrecher sollten durch das Militär ohne Gericht, lediglich nach Feststellung ihrer Identität, nach der Gefangennahme ermordet werden (put to death)".

Der US-Senator Heinrich Shipstead bezeichnete am 15. Mai 1946 im US-Senat den Morgenthauplan als "Amerikas Denkmal ewiger Schande zur Vernichtung der deutschsprachigen Menschen".

DER MORGENTHAUPLAN WIRD SCHEINBAR AUFGEGEBEN

Roosevelt hieß den Morgenthauplan gut und unterschrieb ihn. 1944 wurde er auch in Quebeck angenommen.

Als aber drei amerikanische Regierungsstellen diesen Racheplan des amerikanischen Judentums ablehnten, wurde er — wenigstens zum Schein — fallengelassen.

Der amerikanische Kriegsminister Henry Stimson äußerte zu diesem mörderischen Plan:

"Ich sehe ungeheure nachteilige Auswirkungen für den Fall der Verwirklichung voraus. Ich muß es als wirklichkeitsfremd bezeichnen, ein solches Gebiet bei der augenblicklichen wirtschaftlichen Lage in ein unproduktives "ghost territory" (Gespensterland) zu verwandeln, besonders nachdem es zum Zentrum des am stärksten industrialisierten Kontinents der Erde geworden ist und heute von einer energischen, kräftigen und fortschrittlichen Bevölkerung bewohnt wird. Ich kann mir nicht vorstellen, daß man ein Geschenk der Natur in einen Trümmerhaufen verwandeln sollte. Ich kann nicht einsehen, warum es zu unseren Zielen gehören sollte, den Lebens-

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standard des deutschen Volkes auf ein Minimum herabzudrücken, wenn dieses an der Grenze des Elends liegt. Damit würde man das deutsche Volk zu einem Zustand der Knechtschaft verurteilen, in dem es, wie schwer und wie produktiv es auch arbeiten möge, seine Lage nicht verbessern könnte. Mein grundsätzlicher Einwand gegen die Behandlung der Deutschen, wie sie heute diskutiert wurde, ist, daß sie einem System der erzieherischen und präventiven Bestrafung noch die viel gefährlichere Waffe der vollständigen wirtschaftlichen Unterdrückung hinzufügen würde. Solche Methoden verhindern nach meiner Meinung keinen Krieg, sondern züchten eher einen heran ... Der Morgenthauplan ist unvereinbar mit der Atlantikcharta und bedeutet den Hungertod für das deutsche Volk. Man bestraft durch ihn nicht Deutschland, sondern ganz Europa."

Und der amerikanische Außenminister Cordell Hull erklärte hiezu: "Wenn der Morgenthauplan an die Öffentlichkeit gelangt, kann er nur dazu führen, daß die Deutschen bis zum bitteren Ende kämpfen."

Daß man den Morgenthauplan nur zum Schein aufgegeben hatte, zeigte die Zukunft. Man versuchte, den Morgenthauplan so weit und so viel wie möglich zu verwirklichen.

In Potsdam wurden die deutschen Industrieanlagen unter den Alliierten aufgeteilt. Der größte Teil der Anlagen ging in die Sowjetunion. Die Bolschewiken räumten nicht nur ihre Ostzone ratzekahl aus, sondern erhielten auch von Westdeutschland den größten Teil der demontierten Fabriken. Jede deutsche industrielle Tätigkeit wurde fast völlig unmöglich gemacht. Die Arbeitsmöglichkeiten waren so beschränkt, daß die deutsche Lebenshaltung tief unter die seiner Nachbarn sank.

Millionen Deutsche wurden als Zwangsarbeiter, als Arbeitssklaven der Bolschewiken nach Rußland und Sibirien verschleppt oder dort zurückgehalten. Deutschland wurde in zwei Staaten zerrissen, Westdeutschland überdies in mehrere Länder geteilt. Die fruchtbarsten Gebiete Deutschlands wurden von Deutschland abgetrennt und von Rußland und Polen in Besitz genommen. Die deutschen Guthaben und Vermögen im Ausland beschlagnahmt, Deutschland selbst besetzt. Dem deutschen Volk wurden jede Selbständigkeit und die einfachsten Rechte genommen.

Von dem angeblich aufgehobenen Morgenthauplan war also immerhin noch so viel übriggeblieben, daß Morgenthau selbst sich in seinem Buch Germany Is Our Problem mit Recht rühmen konnte:

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"Deutlich ist, daß die drei Hauptverbündeten im Potsdamer Übereinkommen den angestrebten Zielen der Morgenthau-Politik zu entsprechen versuchten."

Die Sowjets selbst hielten sich weniger an das Potsdamer Abkommen als vielmehr (in ihrer Zone) an den Morgenthauplan.

Die angesehene amerikanische Zeitschrift United States News schrieb am 11. Dezember 1953:

"Seit 1945 haben sich die Sowjets jedenfalls mehr an den Morgenthauplan gehalten als an die Potsdamer Abmachung selbst. Der Sowjetunion gelang die Teilung Deutschlands, indem sie aus ihrer Besatzungszone ganz einfach einen kommunistischen Satellitenstaat machte. Die deutschen Industriewerke, sofern sie die Sowjets nicht nach Rußland transportierten, müssen für Rußland produzieren. Hunderttausende von Deutschen wurden als Zwangsarbeiter in sowjetischen Lagern festgehalten ... Der Morgenthauplan entsprach genau dem, was den Sowjets noch vorschwebt, so sehr, daß man im amerikanischen Senat herauszubekommen versuchte, ob nicht überhaupt der Morgenthauplan nach den Sowjetwünschen gestaltet wurde."

Eine Frage, die man angesichts der Personen, die ihn verfaßt haben, mit viel Wahrscheinlichkeit wird bejahen müssen. Jedenfalls waren die zionistischen und die sowjetischen Vernichtungspläne gegenüber Deutschland völlig ident.

Daß das amerikanische Judentum diesen Morgenthauplan auch heute noch nicht aufgegeben hat, geht aus allen von dieser Seite kommenden Publikationen hervor. Der amerikanische Finanzmann James P. Warburg gibt (1954) in seinem Buch Deutschland — Der Schlüssel zum Frieden den Amerikanern den Rat, "ein wohl verstümmeltes Deutschland in wehrlose Neutralität zu versetzen".

DER VERRAT DER MENSCHENRECHTE:
DIE TRAGÖDIE DER RUSSISCHEN NICHTBOLSCHEWIKEN

Unter Verleugnung der Grundsätze der Demokratie und der Menschenrechte, des Asylrechtes und der Freiheit hatte sich Amerika verpflichtet, alle im Machtbereich der Alliierten befindlichen Sowjetbürger an die Sowjetunion auszuliefern — wenn nötig auch gegen ihren Willen, zwangsweise mit Gewalt. Unter diese Verpflichtung fielen

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alle die Volksstämme, die freiwillig aus Rußland emigriert waren, wie etwa die Kosaken. Ferner fielen darunter alle Kriegsgefangenen, alle Überläufer und Deserteure, aber auch alle Zivilpersonen, die als Zivilarbeiter in Deutschland gearbeitet hatten und nicht mehr in das bolschewistische Himmelreich zurückkehren wollten.

Die Westmächte hatten die sowjetischen Fahndungskommandos in den westlichen Zonen ausdrücklich autorisiert, "bei dieser Rückführung auch Gewalt anzuwenden".

Und nur zu oft wurde auch Gewalt gebracht (vgl. hierzu Louis Fischer, Thirteen, Who Fled, New York 1949).

Allein aus den von den Westmächten besetzten Zonen Deutschlands (ohne die russische Zone) wurden an die Kommunisten 2031000 antikommunistische Sowjetbürger ausgeliefert. Nicht nur die in Deutschland befindlichen Sowjetbürger wurden ausgeliefert. Die USA lieferten selbst jene aus, die sich in den USA in Lagern befanden und die sich aufs heftigste gegen ihren Abtransport nach Rußland zur Wehr setzten (vgl. U. S. News and World Report, vom 6. Juni 1952, zitiert bei R. Magiroff, The Kremlin vs. the people, New York 1953):

"Nur wenige wollten zurückkehren. Die meisten wurden aus den Lagern in Idaho auf sowjetische Schiffe in Seattle und Portland gebracht. 118 blieben übrig, die sich besonders gewaltsam widersetzten. Sie wurden in ein Lager bei New Jersey gebracht ... Sie mußten schließlich mit Tränengasbomben aus ihren Baracken gejagt werden."

Ginghis Guerey (The Shadow of Power, New York 1953) berichtet, daß von den 5000 Kosaken (samt Kindern und Frauen), die die Briten unter General Arbuthnot an die Bolschewiken auslieferten, fast ein Drittel durch eigene Hand starben.

Ähnliches ereignete sich in Deutschland in den Lagern Dachau, in Kempten, Plattling, Weitlingen und Regensburg. Aber auch in den Russenlagern in Frankreich und Italien spielten sich die gleichen Tragödien ab. (Vgl. Eugène Lyons, Our Secret Allies, the People of Russia, New York — Boston 1954.)

Das Furchtbarste bei diesen Auslieferungen an die Bolschewiken war, daß auch jene russischen Flüchtlinge ausgeliefert wurden, die erst 1945 nach dem Sieg und nach Beendigung des Kampfes — die Freiheit suchend — zu den Westmächten überliefen. Diese verratenen Unglücklichen, die bei den Amerikanern Hilfe und Freiheit gesucht hatten, wurden von den Bolschewiken ausnahmslos zum Tode verurteilt. Die über sie gefällten Todesurteile halten für alle Zeiten

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diese Schande Amerikas — das die Rettungsuchenden für einen Hort der Freiheit gehalten hatten — fest: alle diese Todesurteile enthielten den Zusatz:

"Er floh zu den Amerikanern und wurde nach internationalem Brauch ausgeliefert."

DIE AUSLIEFERUNG DER KOSAKEN-ARMEE DES GENERALS
WLASSOW DURCH DIE ENGLÄNDER AN DIE BOLSCHEWIKEN

"Die unter Bruch eines Ehrenwortes erfolgte Auslieferung der Wlassow-Armee und der aus Rußland geflüchteten Familien der Kaukasus-Völker durch die Engländer ist ein Schandmal auf dem britischen Ehrenschilde, ebenso wie die Felonie, mit der die Briten den jugoslawischen bürgerlichen General Mihailovic im Stich ließen und ihn und seine Mitstreiter an Tito und dessen kommunistische Mordbanden auslieferten.

Großbritannien trägt die beschämende und schändliche Schuld, daß Hunderttausende von ehrlichen Anti-Bolschewiken den Bolschewiken zu einem grausamen Martertod ausgeliefert wurden.
(WL Plattform.)

Während des Krieges hatten antibolschewistische Russen an der Seite Deutschlands gekämpft. Oberbefehlshaber dieser antibolschewistischen Russen-Armee war General Wlassow. Die Russen stellten sich an die Seite Deutschlands nicht deshalb, weil sie Freunde Deutschlands waren, sondern deshalb, weil sie Rußland liebten und mit Hilfe Deutschlands hofften, das kommunistische Regime in Rußland zu brechen und ein demokratisches, bürgerliches Regime wiederherzustellen.

Es gereicht den Alliierten zur ewigen Schande, wie sie mit jenen Russen verfuhren, die den Kommunismus in ihrem Vaterland brechen wollten. Sowohl alle Offiziere und Soldaten der antikommunistischen Wlassow-Armee als auch ihre Angehörigen, Frauen und Kinder, wurden den Bolschewiken ausgeliefert und gingen einem grauenvollen Schicksal in den Eiswüsten und Bergwerken Sibiriens entgegen, soweit das Schicksal ihnen nicht so gnädig war, daß sie sofort als "russische Verräter" barmherzig erschossen wurden.

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DAS HELDENLIED DER KOSAKEN

Den Kern der russischen Wlassow-Armee bildeten die Kosaken. Sie waren die leidenschaftlichsten und erbittertsten Feinde der russischen Bolschewiken. Die Sowjets versuchten deshalb mit wahrhaft teuflischer Grausamkeit das Kosakentum erbarmungslos auszurotten. Die Bolschewiken unternahmen den Versuch, die Kosaken nach Sibirien zu verschicken. Der Transport umfaßte 52 000 Kuban-Kosaken mit ihren Familien. Der Transport erfolgte mitten im strengsten Winter in ungeheizten Güterwagen. Männer, Frauen, Greise und Kinder, der ganze Transport, alle ohne Ausnahme, gingen auf dem Weg zugrunde.

Der "kultivierte, humane Westen" schwieg hierzu und fuhr fort, mit den Henkern Handel zu treiben. Lloyd George entschuldigte das mit den leichtfertigen, ebenso gewissenlosen wie verantwortungslosen Worten: "Handel kann man auch mit Kannibalen treiben."

Die USA und England trieben nicht nur Handel mit den kommunistischen Henkern, sie verbündeten sich sogar mit ihnen.

Lange vor dem Krieg Deutschlands gegen Rußland standen die Kosaken im bewaffneten Kampf gegen die Bolschewiken, die das Kosakentum, den freiheitsliebenden, kriegerischen russischen Volksteil, planmäßig auszurotten versuchten. Drei Kosakenheere — das uralische, das Semigalatinsker und das sibirische — wurden in diesem heldenmütigen Freiheitskampf bis auf den letzten Mann vernichtet. Selbst dieses Unglück konnte die Kosaken nicht brechen. Sie kämpften als Partisanen weiter: am Terek, am Kuban und in den Steppen des Don.

Unter diesen Umständen begreift man den Jubel und die Hoffnung, mit denen sich die Kosaken im Krieg auf die Seite der Deutschen stellten, um mit ihnen das unselige kommunistische Regime in Rußland zu brechen.

Als das deutsche Heer aus Rußland abzog, zogen die Kosaken samt ihren Familien mit den Deutschen.

DAS GRAUEN VON LIENZ

Zur Zeit der deutschen Kapitulation befanden sich die Kosaken in der Steiermark und in Kärnten in Österreich, innerhalb der britischen Besatzungszone, im Machtbereich der englischen Armee.

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Der deutsche Kommandeur, von Pannwitz, ritt mit seinen Kosaken in voller Ordnung in die englische Internierung ein, wo er seine Männer endlich geborgen glaubte. Auf der Straße Griffen—Völkermarkt ritten die Schwadronen an ihm und englischen Offizieren das letzte Mal vorbei: voran das Trompeterkorps; dann folgten das 1. Donkosaken-Regiment, das 2. Sibirische Kosaken-Regiment, das 4. Kubankosaken-Regiment und schließlich die Reitende Artillerie-Abteilung.

Wochen vergingen in der Internierung. Durch das äußerlich faire Verhalten der Engländer schwanden die Besorgnisse um die Zukunft. Die Kosaken vertrauten darauf, daß man sie als bewährte Nichtkommunisten und Gegner des Bolschewismus nicht den Bolschewiken ausliefern werde. Ein englischer Bevollmächtigter, Major Davis, gab den Kosaken die Erklärung ab, daß sie, als geschworene Feinde des Kommunismus, den Alliierten sehr willkommen seien. Die Wahrheit sah dann so aus:

Am 20. Mai 1945 erhielten sie den Befehl, alle Waffen abzuliefern.

Am 23. Mai trafen Offiziere von General Alexander mit dem Balkan-Oberkommando der Sowjetarmee ein Abkommen, wonach die Kosaken "als Spezialeinheiten der deutschen SS-Partisanen" (!) und "als gegenrevolutionäre weiße Banden, die in deutschem Sold gestanden haben", an die Sowjets auszuliefern seien.

Am 27. Mai wurde von Pannwitz verhaftet.

Am 28. Mai kam der Befehl, daß alle Offiziere, ohne Ausnahme, mit all ihren militärischen Auszeichnungen sich bei dem britischen Armeekommando in der benachbarten Stadt Spittal an der Drau zwecks Umorganisierung des Kosakenheeres zu melden hätten.

Vertrauensvoll und nichtsahnend fuhren über 2000 Offiziere unter Führung des fast 80jährigen Generals P. N. Krasnow (Verfasser des berühmten historischen Romans Vom Doppeladler zur Roten Fahne) zu dieser angeblichen Beratung. Keiner von den vertrauensvollen Unglücklichen, die durch Major Davis in die gnadenlosen Hände der sowjetischen Henker geliefert wurden, wußte, daß sie ausgeliefert werden sollten. Keiner von ihnen wußte, daß schon am 28. Mai 1945 in Wien in Ausführung und Erweiterung des Abkommens zwischen Roosevelt, Churchill und Stalin von dem alliierten Oberkommando beschlossen worden war, den Bolschewiken die gesamte Bevölkerung des "Kosaken-Standortes" auszuliefern.

Kaum setzten sich die mit Offizieren besetzten Kraftwagen in Marsch, als sie schon ein starker britischer Panzerverband einschloß. Gegen die unbewaffneten Menschen hatte man über 20 Kanonen,

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150 Maschinengewehre, ungerechnet die zahlreichen automatischen Waffen, in Stellung gebracht. Nun wurde allen klar, zu welcher Art "Beratung" man sie führen wollte; aber nun war es zu spät. Auf dem Weg zur Stadt Spittal sind bei Fluchtversuchen von der englischen Mannschaft 21 Mann erschossen worden; 33 verübten Selbstmord; nur zweien gelang die Flucht.

In Spittal wurden die Unglücklichen unter schwerste Bewachung hinter Stacheldraht gebracht. Dort wurde ihnen mitgeteilt, daß sie den Bolschewiken ausgeliefert werden sollten. General Schkorow warf dem britischen Kommandanten seine britischen Orden — die ihm während des Krieges der Kosaken gegen Moskau und den Bolschewismus für seine Verdienste verliehen worden waren — vor die Füße. General Silkin, Oberst Mihailow und noch über 50 Offiziere nahmen sich auf der Stelle das Leben; fünf Offizieren gelang in der Nacht die Flucht.

Während der Fahrt von Spittal nach Judenburg, wo die Übergabe an die Sowjets erfolgte, sprangen 44 Offiziere von den Wagen. 78 wurden beim Fluchtversuch erschossen, 12 weitere vergifteten sich.

Ein mit verwundeten und kranken Kosaken voll belegter Spitalzug wurde von den Engländern an die steirische Demarkationslinie gebracht und dort den Bolschewiken übergeben. Ein österreichischer Augenzeuge, der kriegsgefangene Oberleutnant Heribert S., berichtet: "Nach erfolgter Übergabe des Spitalzuges durch die britischen Offiziere ließen die Bolschewiken die verwundeten und kranken Kosaken den Zug verlassen und neben dem Zug Aufstellung nehmen. Dann wurden sie alle samt und sonders vor den Augen der übergebenden Engländer und der deutschen Kranken- und Pflegeschwestern kurzer Hand erschossen und niedergemacht."

Von den ausgelieferten Kosakenoffizieren wurden von der sowjetischen Begleitmannschaft auf dem Weg nach Wien über 180 erschossen. Weitere 1028 wurden bei den Verhören zu Tode gemartert. Die übrigen — etwa tausend Offiziere — gingen hinter Wien zugrunde. Zwölf Kosakengeneräle, darunter der ehemalige Ataman-Präsident der Kosaken, P. N. Krasnow, wurden von Graz auf dem Luftweg nach Moskau zum Verhör gebracht und am 16. Februar 1947 nach mehreren "Gerichtssitzungen", die mit Folterungen abwechselten, gehenkt, darunter auch General Schkuré, Ritter des englischen Hosenbandordens. Zum erstenmal leuchtete auf der Brust eines Gehenkten das Band des britischen Hosenbandordens.

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Nur ganz wenigen Kosakenoffizieren war es gelungen, aus diesem Zug des Todes den Weg in die Freiheit zu finden. Sie brachten die Kunde von dem Geschehenen ins Lager der ihrer Führer beraubten Kosaken. Es muß besonders vermerkt werden, daß nur 32% des Offizierskorps des "Kasatschij Stan" bei Kriegsausbruch ehemalige Sowjetuntertanen waren, die unmittelbar von dem Repatriierungsbefehl betroffen wurden. Die überwiegende Mehrzahl, 68%, hatten niemals sowjetische Papiere besessen; sie waren sämtlich Inhaber des Nansen-Passes. Durch diesen Nansen-Paß, durch den die europäischen Nationen ihnen nach der Evakuierung der damaligen Kosakenarmeen im Jahre 1920 einen in dieser Beziehung von der UdSSR freien Status gegeben hatten, waren sie unter den Schutz der Liga der freien Nationen gestellt worden. Sie unterlagen also nach den Bestimmungen des Jalta-Abkommens keiner zwangsmäßigen Auslieferung an die Bolschewiken.

Der Kommandeur der Kosaken, der deutsche General von Pannwitz, lehnte ein Angebot, als Deutscher von der Auslieferung ausgenommen zu werden, ab. Er ging mit seinen Kosaken in den schaurigen Tod.

Das Schicksal der Kosaken selbst, ihrer Familien, Frauen und Kinder, war nicht minder grauenvoll als das der Kosakenoffiziere.

Am 29. Mai 1945 wurde in dem "Kasatschij Stan", dem Kosaken-Standort, bekanntgegeben, daß auch alle Kosaken samt Frauen und Kindern an die Bolschewiken ausgeliefert würden. In höchster Panik sandten die Kosaken Telegramme an Eisenhower, Montgomery, den Papst und den Erzbischof von Canterbury mit der Bitte um Hilfe. Umsonst! Die Telegramme blieben ohne Antwort. Die Nacht brach herein: 35 000 Kosaken, Männer, Frauen und Kinder, Greise und Verwundete, die man in dem riesigen Lager Peggetz bei Lienz in Osttirol zusammengetrieben hatte, standen im Banne des Schreckens.

In dieser Nacht stürzten sich an die 500 dieser Unglücklichen in die Drau. Ganze Familien banden sich zusammen und gingen in den nassen Tod. Dann umstellten Hunderte von englischen Panzern das Lager. Eine Autokolonne erschien vor den Lagertoren. Scheinwerfer begannen das Gelände taghell zu beleuchten. Vor dem Lager marschierten die britischen Einheiten auf. Es gab verzweifelte Ausbruchsversuche; es gab ein Handgemenge mit der britischen Wachmannschaft; es wurde geschossen, geschrien und gekämpft. Die Frauen und Kinder weigerten sich, dicht zusammengedrängt, den britischen Befehl zum Einsteigen zu befolgen. Zuerst wurden sie mit Kolbenschlägen getrieben; schließlich ließ man die Panzer anrollen.

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Augenzeugen berichten, daß sich die Frauen unter die Panzerketten warfen und zermalmt wurden, daß sie blindlings vor die Läufe der Maschinenpistolen liefen, um nicht "repatriiert" zu werden. Sieben Tage dauerten diese furchtbaren Szenen: Mütter stürzten sich mit ihren Kindern in die eisige Drau; Hunderte kamen durch Kugeln und Kolbenschläge der britischen Truppen um. Schließlich verweigerten englische Soldaten ihren Offizieren den Gehorsam bei ihrem Mord- und Mörderhandwerk.

Im Wald bei Lienz erhängten sich über 300 Kosaken. Ein grauenhaftes Bild: Der Sohn hilft seinem alten Vater, stellt ihm einen mitgenommenen Schemel unter und zieht diesen unter den Füßen seines Erzeugers weg — um sich dann selbst am nächsten Baum zu erhängen. — Gibt es eine Feder, die all dieses unsagbare Grauen zu schildern vermöchte, einen Stift, der diese Bilder des Grauens zu zeichnen vermöchte?

An einem Abend ist alles zu Ende: ein riesiger Zug, gefüllt mit Tausenden Niedergeschmetterten, voll Stöhnen und Schreien, angefüllt mit Entsetzen, bewegt sich nach Osten ... Die "freiwillige Repatriierung" ist in vollem Gang ...

Major Davis, die 8. Palästina-Brigade und die anderen blutbeschmierten Helden dieser in der Geschichte beispiellosen britischen "Heldentat" können sich vom Blut der Märtyrer, ihrer Opfer, reinigen ... Mit welch verlogenen Infamie, Hinterlist und Falschheit bei dieser ganzen schmutzigen Angelegenheit von den Briten vorgegangen wurde, zeigt folgendes Detail:

Als nach Abschiebung der Kosakenoffiziere nach Spittal die zurückgebliebenen Familien am folgenden Tag die Gewißheit erhielten, daß mit einer Rückkehr der Offiziere nicht mehr gerechnet werden könne, baten die Familien, ihren Männern Wertsachen, Geld, Bekleidung und Lebensmittel nachsenden zu dürfen. Der Bitte wurde entsprochen. Geleitet von drei Panzern, ging eine Kraftwagenkolonne ab. Sie hat die Empfänger nie erreicht.

Was mit den Angehörigen, Frauen und Kindern der unglücklichen antikommunistischen russischen Kosakenarmee geschah, schildert Boris Polosow:

"Am 31. Mai wird der nunmehr führerlosen Bevölkerung des Kosaken-Standortes — an der Zahl etwa 25 000 Menschen — von dem gleichen Davis [englischer Major] der Befehl gegeben, sich zur 'freiwilligen' Repatriierung in die Sowjetunion bereitzumachen. Alle ohne Ausnahme weigern sich. Es wird ein allgemeiner Hungerstreik ausgerufen und schwarze Flaggen gehißt, am nächsten Tag versam-

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meln sich alle Kosaken in Lienz, die Alten, die Frauen und Kinder, auf dem Lagerplatz, wo der Geistliche einen Trauergottesdienst hält. Um ihn drängen sich die Unglücklichen, dem Tode Geweihten, umgeben von den jungen, einander an der Hand haltenden Kosaken-Fähnrichen.

Diese lebende Mauer der Jugend schützt mit ihrer Brust die Wehrlosen und gibt ihnen die Möglichkeit, ein letztes Mal frei zu beten. Auf der Bahn steht schon ein riesiger Transportzug zur Verladung der verratenen Opfer bereit. Auf Befehl von Davis werden die Betenden von Panzerwagen mit Soldaten der 8. Palästina-Brigade und Engländern eingeschlossen. Die vieltausendköpfige Menge betet auf den Knien zu Gott, sich ihrer zu erbarmen, seine Gnade zu zeigen, sie vor dem herankommenden Grauen der Marterungen, der Leiden und dem qualvollen Tode in den sowjetischen Kerker-Höllen zu bewahren. Plötzlich eröffnen die englischen Soldaten das Feuer über die Köpfe der Betenden hinweg, und die Palästina-Brigade stürzt sich auf sie. Einige Fähnriche, von den Knüppelhieben niedergeschlagen, stürzen. Die Kette bricht. Und es beginnt das Niederschlagen der wehrlosen Greise, der Frauen und Kinder. Die Luft hallt wider von herzzerreißenden Schreien. Ein englischer Soldat haut mit einem Knüppelhieb die Kirchenfahne mit dem Kreuz zu Boden, ein anderer zerschlägt mit dem Bajonett die Hand des Diakons, der das Evangelium erhebt. Nichts Gewesenes läßt sich vergleichen mit diesem viehischen Niederschlagen von Wehrlosen, hilflosen Greisen und Kindern. Mit Knüppeln dreschen sie auf die Leiber schwangerer Frauen, und die so zur Welt gebrachten Kinder wälzen sich im Sande neben den in Todeswehen sich windenden Müttern. Die Niedergeschlagenen, sich auf dem Boden Krümmenden werden gepackt, auf die Wagen geworfen und in den 'Todeszug' geschleppt. Wer noch in der Lage ist, zu fliehen zu versuchen, den schlagen sie mit Kolben nieder und schleifen die Bewußtlosen davon. Ein grauenhaftes unaufhörliches Niederschlagen — Kinder trampeln sie mit Füßen nieder. Die an den Rand der Verzweiflung gebrachten Menschen versuchen Selbstmord. Da ist der Vater, der seine ganze Familie tötet — Frau, Kinder und sich selber. Eine junge Frau bindet sich ihre Kinder um den Leib und stürzt sich so in die Drau. Das Wasser des Flusses färbt sich rot von Kosakenblut. Wieviel tapfere alte Soldaten, Invaliden des Krieges von 1914—1918, die damals für diese Engländer gekämpft haben, wieviel Kosakenfrauen und Kosakenkinder liegen auf dem Grunde dieses dahinströmenden Flusses?"

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Jürgen Thorwald schildert in seiner gut belegten Reportage (Wen sie verderben wollen, Stuttgart 1952), wie sich die Frauen blindlings gegen die Läufe der britischen Maschinenpistolen stürzten, wie sie sich von den britischen Panzern zermalmen ließen, wie sie sich in der Drau ertränkten ... Alles war vergeblich. Die Befehle wurden ausgeführt ...

Das Echo auf diese entsetzliche Tragödie, die blutige, gewaltsame, unbarmherzige Auslieferung der Kosaken im Raum von St. Veit—Althofen und Spittal—Lienz, bildeten die ähnlichen Ereignisse von Farelli, Mannheim, Deggendorf, Dachau, Kempten, Plattling und anderen Orten, wo ebenfalls Kosaken gewaltsam repatriiert wurden. Insgesamt dürften etwa 165 000 kosakische Offiziere, Soldaten, Frauen und Kinder an die Bolschewiken ausgeliefert worden sein.

Über 1150 Leichen der Unglücklichen wurden in Peggetz an der Drau bei Lienz (Osttirol) in Massengräbern begraben. Hier wurden von Ex-Kosaken Friedhöfe errichtet. In der Mitte steht das riesige Monument zur Ehre der Opfer des Kosakenvolkes im Kampf für die Freiheit. Zum Jahrestag kommen hier jährlich die Delegationen der in freien europäischen Ländern lebenden Kosaken, legen Kränze am Monument nieder und halten feierliche Requien für alle gefallenen Brüder und Schwestern.

Das verratene Kosakenheer wurde mit Kindern und Frauen in die Straflager Sibiriens verbracht. Es sollen nur noch einige tausend Kosaken von den 165 000 Ausgelieferten übriggeblieben sein.

DIE TRAGÖDIE DES GENERALS WLASSOW
UND SEINER ARMEE1

General Wlassow und seine Armee erlitten das gleiche entsetzliche Schicksal wie die Kosaken.

Die 162. Turk-Division, die in Norditalien in englische Gefangenschaft geriet, wurde den Bolschewiken ausgeliefert und nach Odessa verschifft. Hunderte der Unglücklichen begingen Selbstmord.


1 Literatur hierzu: Nicholas Fersen, Im Zorn der Zeit, Scherz Verlag, Bern — Stuttgart (aus dem Amerikanischen übersetzt von Ernst Sander, Das Schicksal der Wlassow-Armee). — Erich Kern, General von Pannwitz und seine Kosaken, Plesse Verlag, Göttingen. — Anatol von Petrowsky: Unvergessener Verrat — Todesweg der Kosaken. — W. G. Glaskow, Die Kosakentragödie im Drautal (Deutsch-amerikanische Bürgerzeitung, Chikago 1958). — Jürgen Thorwald, Wen sie verderben wollen, Stuttgart 1952.

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Besser erging es dem russischen Schutzkorps in Serbien und der 2. Ukrainischen Division unter General Schandruk. Hier gelang es, die Engländer und Amerikaner zu überzeugen, daß ihre Angehörigen teils in Jugoslawien schon früher ansässig gewesen waren, teils aus den ukrainischen Gebieten Polens stammten. So war es ihnen möglich, der Auslieferung zu entgehen.

Wlassow, der mit dem Großteil seiner Armee, der ROA, im tschechischen Raum stand, gelang es, zu den Amerikanern durchzustoßen. Vergeblich suchte er zu verhandeln. Die Amerikaner begriffen nicht, worum es hier ging. Unbarmherzig wurden die Kämpfer gegen den Bolschewismus den Bolschewiken ausgeliefert. Tausende zogen auch hier den Freitod der "Heimkehr" vor.

In allen Teilen Deutschlands, an der Invasionsfront, in Norwegen und Dänemark, auf den Mittelmeerinseln und in Griechenland: Überall waren die sowjetischen Kommissionen tätig, mit Hilfe der englischen, amerikanischen, französischen, holländischen, belgischen, norwegischen, dänischen Behörden die antikommunistischen Russen aus den Millionenzahlen deutscher Gefangener auszulesen, abzusondern und ihrem furchtbaren Schicksal zu überliefern.

Am 12. August 1946 wurde Wlassow mit elf seiner nächsten Mitarbeiter in Moskau gehängt. Er hatte für die Befreiung Rußlands vom Bolschewismus gekämpft.

WIE ROOSEVELT DEUTSCHLAND
DEM BOLSCHEWISMUS AUSLIEFERTE

"Feldmarschall Viscount Montgomery führt in seinen Memoiren aus, die britisch-amerikanischen Armeen, die sich 1944/45 durch Italien nordwärts bewegten, hätten Österreich besetzen und Wien noch vor den Russen erreichen können, falls man seinem Rat gefolgt wäre. Wie Montgomery behauptet, haben die amerikanischen Militärstrategen den Russen in die Hände gespielt, indem sie Truppen aus Italien abzogen, um im August 1944 eine Invasion von Frankreich vom Süden her durchzuführen; dies sei einer der größten strategischen Fehler des Krieges gewesen." (AP)

Wenn man die deutsche Macht in Europa von Südosten her aufgerollt hätte und die amerikanisch-britischen Armeen von Bulgarien und Griechenland aus über Jugoslawien und Ungarn in das Herz Euro-

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pas vorgestoßen wären, wäre den bolschewistischen Armeen dadurch ein Riegel vorgeschoben gewesen. Das Eindringen in die baltischen Staaten, in Polen, Rumänien, Ungarn, die ČSSR und in Deutschland wäre den Bolschewiken dadurch verwehrt und unmöglich geworden, und Europa wäre vor dem Würgegriff der Bolschewiken bewahrt geblieben.

Und wenn man schon — unverständlicher- und unverantwortlicherweise — Ost- und Südosteuropa, die baltischen Staaten, Polen, Rumänien, Bulgarien, Jugoslawien, Ungarn und die ČSSR den Bolschewiken preisgab, hätte man sie doch unbedingt wenigstens von Mitteleuropa fernhalten müssen. Man mußte die Städte Wien, Prag und Berlin vor den Bolschewiken besetzen. Man tat nicht einmal das, obwohl es ohne weiteres möglich gewesen wäre. Man gebot den amerikanisch-britischen Armeen Halt, um den bolschewistischen Armeen Zeit und Möglichkeit zu geben, diese Städte vor den westlichen Einheiten zu besetzen. Ungeheuerlich, unverständlich und unverzeihlich, eine tödliche politische Unterlassungssünde.

Der britische Feldmarschall Viscount Montgomery geißelt diese verhängnisvolle Politik der USA gegenüber den Bolschewiken in seinen Memoiren (List Verlag, 1958, S. 372 f.):

"Das Wichtigste war, sobald die deutschen Streitkräfte endgültig besiegt waren, dafür zu sorgen, daß wir in Europa zu einem politischen Gleichgewicht kamen, das uns — den westlichen Nationen — half, den Frieden zu gewinnen. Dazu war es notwendig, daß wir uns in den Besitz gewisser politischer Mittelpunkte in Europa setzen mußten, ehe dies die Russen taten — in erster Linie von Wien, Prag und Berlin. Wäre die oberste Leitung des Krieges von den politischen Führern des Westens richtig gehandhabt worden ..., so hätten wir alle drei Städte vor den Russen bekommen können. Aber was geschah? Die Möglichkeit, Wien vor den Bolschewiken zu besetzen, schwand dahin, als die Landung in Südfrankreich beschlossen wurde. Die Truppen dafür nahm man Feldmarschall Alexander in Italien weg und bremste dadurch seinen Vormarsch. Kein Wunder also, daß Stalin dem Plan der Landung in Südfrankreich begeistert zustimmte, bekam er doch dadurch die Gewißheit, daß seine Truppen vor den unseren in Wien sein würden.

Was Prag betrifft, so bekam die 3. Amerikanische Armee gegen Ende April die Weisung an der Westgrenze der Tschechoslowakei haltzumachen — aus Gründen, die ich nie verstanden habe. Als ihr schließlich dann im Mai doch erlaubt wurde, die Grenze zu überschreiten, bekam sie, wie Bradley in seinem Buch A Soldier's Story

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berichtet, den Befehl, nicht über Pilsen hinaus vorzustoßen, 'weil die Befreiung der Tschechoslowakei der Roten Armee vorbehalten war'. Nach Bradleys Ansicht hätte Patton, wenn das Oberste Hauptquartier diesen Befehl nur etwas zurückgehalten hätte, 'wahrscheinlich in vierundzwanzig Stunden in Prag sein können'.

Berlin ging uns schon im August 1944 verloren, als wir es nach dem Sieg in der Normandie unterließen, einen vernünftigen Operationsplan aufzustellen.

Die Amerikaner konnten es nicht verstehen, daß es wenig nützte, den Krieg militärisch zu gewinnen, wenn wir ihn politisch verloren. Die Folgen dieses merkwürdigen Standpunktes haben wir vom Tage der deutschen Kapitulation an zu tragen gehabt und tragen sie heute noch ... Mir wurde schon im Herbst 1944 klar, daß die Art, wie man die Dinge anpackte, sich weit über das Kriegsende hinaus auswirken würde; ich hatte damals den Eindruck, daß wir auf dem besten Wege waren, unsere Sache zu 'verpfuschen' — und ich glaube, das taten wir."

Roosevelt erfüllte den Bolschewiken alle ihre Wünsche, weil sie ihm wichtig und unentbehrlich für die Verwirklichung seiner Rache- und Vernichtungspläne gegenüber Deutschland waren. So lieferte er nicht nur ganz Ost- und Südosteuropa der bolschewistischen Herrschaft aus; es entsprach auch seinen Racheplänen, daß Deutschland den bolschewistischen Horden preisgegeben und von ihnen überschwemmt werde. So spielte Roosevelt den Bolschewiken sowohl Wien wie Prag und Berlin in die Hände, was Montgomery und viele Einsichtige schon damals offen "als einen der größten Fehler des Krieges" bezeichneten.

Eisenhower war der letzte, der Roosevelt gegenüber seine warnende Stimme erhoben hätte, auch wenn er das Verhängnisvolle dieser Politik erkannt hätte. Eisenhower war das willfährigste und blinde Werkzeug für die Realisierung von Roosevelts Morgenthau-Racheplänen.

Noch am 15. September 1944 hatte Eisenhower in seinem Brief an den britischen Feldmarschall Montgomery geschrieben (Memoiren, S. 311):

"Unser Hauptziel ist selbstverständlich Berlin ... Meiner Ansicht nach besteht kein Zweifel darüber, daß wir alle unsere Energie und alle unsere Mittel für einen schnellen Vorstoß auf Berlin einsetzen müssen ... dazu die Gebiete der Ost- und Nordseehäfen Kiel, Lübeck, Hamburg, Bremen ... weiter die Gebiete von Hannover—Braun-

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schweig und Leipzig—Dresden. Sie sind sowohl industriell als auch versorgungsmäßig von Bedeutung."

Als aber Roosevelt Berlin den Russen preisgab, stimmte Eisenhower diesem ebenso militärisch verhängnisvollen wie politisch wahnsinnigen Plan widerspruchslos sofort zu. Am 31. März 1945 sandte er folgenden Funkspruch an den überraschten Montgomery (Memoiren, S. 372):

"Sie werden bemerkt haben, daß ich Berlin überhaupt nicht erwähnt habe. Dieser Ort ist für mich nur noch ein geographischer Begriff, und ich habe für derlei noch nie Interesse gehabt."

Diese verhängnisvolle Sinnesänderung kommentiert Montgomery in seinen Memoiren mit den Worten:

"Es war zwecklos, diese Angelegenheit von mir aus weiterzuverfolgen. Wir hatten schon so viele Auseinandersetzungen über entscheidende Fragen gehabt; außerdem — es war dafür sowieso fast zu spät."

Wie anders würde die Lage in Europa heute aussehen, wenn nicht Haß, sondern politische Vernunft die Politik Roosevelts und die militärischen Aktionen Eisenhowers bestimmt hätten.

Es war nur ein Glück, daß es Montgomery, dessen Hirn weniger von Haß vernebelt war, mit einem Vorsprung von nur sechs Stunden gelang, wenigstens Dänemark und Schleswig-Holstein vor dem Zugriff der Bolschewiken zu retten.

"Schließlich gelang es uns dann doch noch, vor den Russen dazusein. Am 2. Mai erreichten wir die Ostsee bei Wismar und Lübeck und versperrten dadurch — mit einem Vorsprung von nur sechs Stunden — den Russen den Weg nach Dänemark und Schleswig-Holstein."
(Memoiren
, S. 374)

Wie verblendet die Vernichtungspolitiker in den USA auch nach dem Tod Roosevelts waren, zeigt ihr Verhalten nach der Kapitulation Deutschlands. Man hätte nun annehmen sollen, daß die Westmächte — nachdem sie das Eindringen der Bolschewiken in Deutschland, ins Herz Europas, so sehr begünstigt und ermöglicht hatten — nunmehr wenigstens jene deutschen Gebiete in der Hand behalten würden, die ihre Armeen zur Zeit der Kapitulation besetzt hielten.

Nicht einmal das taten die USA.

Die Engländer waren fest entschlossen, die von ihnen besetzten deutschen Gebiete als Faustpfand dafür in der Hand zu behalten, daß die Bolschewiken sich ihrerseits an ihre in Potsdam und Jalta übernommenen Verpflichtungen halten würden.

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Aber schon beim ersten Zusammentreffen der vier Alliierten bei der Eröffnungssitzung des Berliner Kontrollrates am 5. Juni 1945 in Berlin forderte General Schukow als Vertreter der Bolschewiken energisch den Abzug der britischen und amerikanischen Armeen aus jenen deutschen Gebieten, die schon früher den Bolschewiken zugesagt worden waren.

Montgomery schreibt darüber in seinen Memoiren (S. 422 ff.):

"Schukow vertrat den Standpunkt, ... daß die westlichen Alliierten die Teile der russischen Zone, die sie noch besetzt hielten, den Russen zu übergeben hätten — mit anderen Worten, wir sollten uns sofort auf die Zonengrenzen zurückziehen, die auf der Jalta-Konferenz vereinbart worden waren. Während der Kämpfe in den letzten Wochen des Krieges waren die englischen und amerikanischen Truppen tatsächlich weit über diese Grenze nach Osten vorgestoßen. Ich wies darauf hin, daß vorher noch eine ganze Anzahl Überschneidungsfragen zu klären seien ... Anschließend suchte ich sofort Eisenhower in seiner Villa auf, um mit ihm über meine Unterhaltung mit Schukow und die Schwierigkeiten zu sprechen, mit denen wir nach Schukows Äußerungen rechnen mußten. Offenbar würde eine Zusammenarbeit mit den Russen erst möglich sein, wenn wir uns in unsere Zonen zurückgezogen hatten. Die Grenzen dieser Zonen waren schon am 22. September 1944 von der Europäischen Beratenden Kommission festgelegt und von den drei Regierungen gebilligt worden. Auf der Jalta-Konferenz hatten dann Churchill, Truman und Stalin am 11. Februar 1945 folgende Erklärung abgegeben:

'Nach dem vereinharten Plan werden die Truppen der drei Mächte getrennte Zonen in Deutschland besetzen. Für die gemeinsame Verwaltung und Kontrolle sieht der Plan eine gemeinsame Zentrale Kontrollkommission vor, die aus den Obersten Befehlshabern der drei Mächte mit dem Sitz in Berlin bestehen wird.'

Trotz dieser internationalen Absprachen betrachtete aber die britische Regierung die De-facto-Besetzung großer Teile der den Russen zugesprochenen Zone durch englische und amerikanische Armeen als wichtiges Faustpfand, um dafür von der Sowjetregierung eine befriedigende Lösung verschiedener noch offener Fragen einzuhandeln: unserer Politik gegenüber Deutschland und seiner Behandlung als wirtschaftliches Ganzes, des Polen-, Balkan- und Österreich-Problems sowie anderer damit zusammenhängender Fragen. In diesem Sinne war ich in London vor meiner Abreise nach Berlin instruiert worden. Ich wußte daher, daß der Premierminister [Churchill] größten Wert darauf legte, daß die englischen und amerikanischen Armeen an den

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augenblicklichen, am Tage der Kapitulation erreichten Grenzen stehenblieben bis zu der bevorstehenden Konferenz der Regierungschefs in Potsdam, bei der diese und andere Fragen erörtert und geregelt werden sollten.

Ich wußte aber auch, daß die amerikanische Regierung anders darüber dachte. Obwohl auch sie gern eine Regelung der deutschen und österreichischen Probleme vor dem Abzug der amerikanischen Armee erreicht hätte, war sie nicht geneigt, weitere Fragen, wie die die Polen und den Balkan betreffenden, damit zu verquicken. Auch wollte sie keine Zusicherung geben, daß ihre Truppen bis zu dem Treffen der Regierungschefs stehenbleiben würden; sie hatte vielmehr erklärt, wenn die Russen auf einer sofortigen Durchführung des Zonenabkommens bestünden, wolle sie die Räumung nicht auf die lange Bank schieben.

All dies schien mir wenig erfreulich. Ich besprach die abweichenden Ansichten unserer Regierungen mit Eisenhower. Sein Standpunkt aber war, wir müßten das einmal gegebene Wort halten. Andernfalls würden wir uns jeder Möglichkeit berauben, zu einer freundschaftlichen Zusammenarbeit mit den Russen zu gelangen ... Auf der anderen Seite, sagte ich, sei ich natürlich an die Weisungen meiner Regierung gebunden. Wenn die Frage zur Sprache käme, würde ich daher erklären, es sei Sache der Regierungschefs, darüber zu entscheiden ...

Doch Schukow ließ keinen Zweifel darüber aufkommen, daß mit dem Aufbau des Kontrollapparates erst begonnen werden könne, wenn die englischen und amerikanischen Streitkräfte die von ihnen besetzten Teile der russischen Zone verlassen hätten. Bis dahin seien nicht einmal vorbereitende Arbeiten der Stellvertreter oder Stäbe möglich ...

Eisenhower stellte in seiner Schlußansprache fest, ... daß die Russen nicht bereit seien, in Kontrollratsdingen 'mitzuspielen', solange die englischen und amerikanischen Streitkräfte nicht in ihre Zonen zurückgekehrt seien ...

Eine zentrale Kontrolle und Verwaltung von Deutschland war damit vorerst unmöglich. Ich berichtete entsprechend meiner Regierung und fügte hinzu, meines Erachtens müßten wir uns sofort in die vereinbarten Zonen zurückziehen. Hätten wir Wien, Prag und Berlin vor den Russen genommen, was durchaus möglich gewesen wäre, so wäre unsere Stellung wahrscheinlich jetzt ganz anders gewesen. Aber so mußten wir jetzt — zum erstenmal — für unsere Unterlassungssünden büßen. Militärische Gründe dafür, zu bleiben, wo wir waren, gab es nicht, dagegen sprachen viele politische Gründe für den Abzug

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der Truppen — zum mindesten der, daß wir sonst mit der gemeinsamen Verwaltung des eroberten Deutschland nicht einmal anfangen konnten.

Der Premierminister Churchill stimmte meiner Ansicht nicht zu; er war vielmehr, wie schon gesagt, der Meinung, wir sollten stehenbleiben, bis die Russen zugänglicher würden. Dabei erinnere ich mich an eine Unterhaltung mit Eisenhower über dieses Thema, als ich 1946 bei ihm in Washington zu Besuch war. Er war damals Chef des Generalstabes der amerikanischen Armee und ich der englischen. Bei nachträglicher Betrachtung meinte er, wären wir stehengeblieben, so hätten die Russen wohl schließlich nachgegeben; und hätten sie mit Gewalt versucht, uns hinauszuwerfen, so hätten wir eben mit ihnen kämpfen müssen."

DAS ENDE DER DEUTSCHEN WACHT GEGEN DEN OSTEN

Tief im deutschen Bewußtsein ist der Glaube an die deutsche Mission verankert, Europa vor dem Osten und den Osten vor sich selbst zu retten. In Jalta und Potsdam bewiesen die Alliierten ihre gänzliche Unfähigkeit, mit den Bolschewiken fertig zu werden. 700 Jahre deutsch-slawische Geschichte zeigen, daß allein die Deutschen die Russen verstehen, sie zu behandeln wissen und ihnen gewachsen sind.

Das deutsche Volk war es, das durch Jahrhunderte die Hauptlast der Verteidigung des Abendlandes und der abendländischen Kultur gegen die aus dem Osten eindringenden und anstürmenden Horden getragen und den höchsten Blutzoll in den schweren Kämpfen bezahlt hatte.

Das deutsche Volk hatte bis zum Schluß gehofft, daß man ihm, auch als Besiegten des Westens, erlauben werde, sich weiter gegen die aus dem Osten andrängenden Scharen des Bolschewismus zu verteidigen. Das war ja seit Anbeginn, seit dem Zusammenbruch des Römischen Reiches, die Aufgabe der Deutschen gewesen. Sie hatten gegen die Hunnen, die Awaren und die Magyaren standgehalten; sie hatten die Stürme der Mongolen, der Kumanen, der Tataren und der Kirgisen aufgefangen; sie waren vor den Türken nicht zurückgewichen. Sie hatten immer wieder die verwüsteten Gebiete aufgeräumt, in Ordnung gebracht und wieder besiedelt. Sie hatten eben nicht das Glück, in ferne, menschenarme Kontinente vorstoßen zu können.

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In diesen Stunden höchster Not und Gefahr hoffte das deutsche Volk, daß man ihm gestatten werde, seine Heimstätten und Europa mit seinen Leibern gegen den herandrängenden Bolschewismus zu schützen. Der Westen, der über den Rhein vorrückte, war nicht gefährlich. Zum Westen gehörte man doch selbst; aber wenn der Osten, der Bolschewismus, ins Land kam, dann kam mit ihm das Grauen; dann wurde es ein anderes Land; dann kamen mit ihm andere Menschen, die alles zerstörten, was den Menschen des Westens das Leben lebenswert machte.

Man hat dem deutschen Volk diese Ehre, die Gnade, sich und Europa gegen den Bolschewismus zu verteidigen, nicht gewährt. Als Jodl und Keitel bei der Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation zögerten, weil dies die Preisgabe von 20 Millionen deutschen Männern, Frauen und Kindern in Ostdeutschland an den Bolschewismus, an die Bolschewiken bedeutete, drohte Montgomery mit der unverzüglichen weiteren Ausradierung deutscher Städte; Eisenhower aber drohte, ganz Deutschland an die Bolschewiken auszuliefern.

Als dann das Unausdenkbare wirklich geschah, als die Millionen deutscher Soldaten und unübersehbare Heerscharen von Flüchtlingen, die nach dem Westen hetzten, in die Hand der Bolschewiken fielen, als die Leichen der Ermordeten, deutscher Männer und Kinder und geschändeter Frauen, die Donau, die Elbe, die Oder und die Weichsel hinabschwammen, da wußten die Deutschen, daß damit der Damm durchstoßen war, den das deutsche Volk durch mehr als 1000 Jahre gegen den Osten gehalten hatte, daß Roosevelt und Eisenhower damit dem allesverschlingenden Osten die Tore nach Europa weit aufgestoßen hatten und daß nun niemand mehr da war, der imstande war, Europa gegen den Bolschewismus erfolgreich zu verteidigen.

Deutschland versuchte vergeblich, noch im letzten Augenblick Europa vor dem Bolschewismus zu retten.

Ulrich Rudel berichtet in seiner Denkschrift zur "Wiederaufrüstung" (S. 14/15):

"In den letzten Monaten und Wochen des Krieges, als sich die Gefahr einer sowjetischen Invasion in das Herz Europas drohend klar abzeichnete, wurde bei der Masse des deutschen Heeres vom Mann bis zum höchsten Offizier ... angenommen, daß es den Deutschen gelingen würde, mit den westlichen Alliierten eine gemeinsame Front gegen die Rote Armee zu bilden. Es ist ... unwiderleglich bewiesen, daß mehrere maßgebliche deutsche Führer in solcher Richtung ihre Kräfte bis zur letzten Stunde eingesetzt haben, so z. B. Himmler, der sich außerdem bereit erklärte, im Falle einer Annahme die-

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ses Vorschlages, sich als verantwortliche Person für die unter seinem Befehl als oberster Polizeichef begangenen 'Verbrechen' gefangenzugeben.

Von den westlichen Alliierten wurde dies verweigert. Nachdem es also unmöglich war, mit den Alliierten eine gemeinsame Fortsetzung des Kampfes gegen die Bolschewiken zum Schütze Europas zu erzielen, versuchte man von deutscher Seite aus, eine gesonderte Kapitulation nur gegenüber dem Westen zu erreichen. Auch diese Mühe war vergeblich. In letzter Instanz versuchte Jodl in Eisenhowers Hauptquartier in Reims wenigstens einen zeitlichen Aufschub — für Wochen, Tage oder sogar nur Stunden — für die Kapitulation im Osten zu bekommen. Eisenhower wies dies ab und hat die Bitte nicht einmal seiner Regierung zugeleitet. Es war Jodls Absicht, auf jene Weise unzählige Truppen des Ostheeres vor der Gefangennahme durch die Rote Armee zu schützen und gleichzeitig die Möglichkeit zu bekommen, Hunderttausenden von Flüchtlingen aus dem Osten Zuflucht und Sicherheit vor dem roten Zugriff bei den westlichen Alliierten zu ermöglichen. Jodls Bitte wurde abgelehnt ... Dabei fehlte den militärischen und politischen Führern der Alliierten in jenem Zeitpunkt keineswegs die Einsicht und Erkenntnis der roten Gefährlichkeit ... Denn sonst könnte ich [Rudel] es mir nicht erklären, daß beim Einsatz des von mir persönlich geführten Geschwaders die anglo-amerikanischen Jagdgeschwader nie eingriffen, wenn sie merkten, daß wir Kurs nach Osten nahmen ...

Es wurde von den westlichen Alliierten die gleichzeitige Kapitulation gegenüber der Gesamtheit der Alliierten einschließlich der Sowjetunion gefordert. In Montgomerys Hauptquartier wurde den Deutschen sogar klargemacht, daß eine nicht sofortige Annahme der Gesamtkapitulation zur Ausradierung einer weiteren stattlichen Anzahl deutscher Bevölkerungszentren durch die alliierte Luftwaffe führen würde. Unter diesen Umständen kapitulierte Deutschland gleichzeitig gegen den Westen und den Osten."

Maurice Carlavilla schreibt in seinem Buch Guerra (Verlag NOS, Madrid):

"Irrtum oder Verrat? Als der Krieg zu Ende war, waren Heer, Marine und Luftwaffe der USA und Englands eine so riesige Macht, daß demgegenüber die Rote Armee geradezu belanglos war. Dann aber wurde diese ungeheuerlichste Militärmaschine aller Zeiten desorganisiert und in wenigen Monaten mit eigener Hand zerstört. Diese Geschwader fliegender Festungen, die das Deutsche Reich niederwar-

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fen, wurden nicht etwa in Reserve gehalten. Eine gute Ladung Dynamit in ihre Kanzeln, und die militärischen Flughäfen verwandelten sich in Flugzeugfriedhöfe. Aber man hatte so viel zu zerstören, daß die amerikanische Abrüstung bis zu Johnson, dem Nachfolger des 'verrückt gewordenen und liquidierten' Forrestal, dauerte ... Die britische und die französische Regierung imitierten die amerikanische bei der militärischen Selbstentwaffnung im gleichen Schritt und Tritt. Dazu kam die Preisgabe ganz Mitteleuropas und die teuflische Verfolgung der antikommunistischen Kräfte durch Entnazifizierung, Epuration und Ermordung der Faschisten in Italien und die Förderung der Linkselemente in ganz Europa."

DIE ZWEITE AMERIKANISCHE FRIEDENSTRAGÖDIE

Die USA forderten die bedingungslose Kapitulation des deutschen Volkes. — Sie waren damit verantwortlich für das Schicksal des deutschen Volkes, das sich bedingungslos in ihre Hand ergeben hatte.

Man kann entweder Frieden oder Rache, aber nicht beides zugleich haben.

Die Geschichte wird immer vom Sieger geschrieben; Niederlage ist der Beweis der Schuld.

In früheren Zeiten, als lebenserfahrene und geschichtskundige Staatsmänner die Geschicke Europas bestimmten, wurden auch nach den blutigsten und grausamsten Kriegen weise und kluge Frieden geschlossen. Die erfahrenen Staatsmänner von einst wußten nur allzu gut, daß Rache die teuerste Art der Vergeltung ist, daß Rache nichts bereinigt und nichts bessert, nicht aufbaut und nicht heilt, sondern nur neue Wunden schlägt und damit den Grundstein zu neuem Haß und neuer Rache legt. Wie grausam und häßlich immer die vorangegangenen Kriege gewesen sein mochten, man wußte aus jahrhundertealter Erfahrung, daß es nach einem gewonnenen Krieg ebenso wichtig ist, den darauffolgenden Frieden zu gewinnen, und daß dieser nur mit Mäßigung gewonnen werden kann.

Es gibt im Leben der Völker genauso wie im Leben der einzelnen Menschen bei gewissen Gelegenheiten nichts Weiseres und Klügeres als weise Mäßigung, wenn das Leben der Menschen und Völker nicht überhaupt zu einem endlosen Kampf aller gegen alle ausarten soll.

Schon der erste Weltkrieg wurde mit einem Diktatfrieden beendet, der jeder staatsmännischen Weisheit und Erfahrung ins Gesicht

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schlug und zwangsläufig als unvermeidliche Folge zum zweiten Weltkrieg führen mußte.

Der zweite Weltkrieg aber war auch ein deutsch-jüdischer Krieg gewesen. Da ging es nach beendetem Krieg und errungenem Sieg nicht um einen versöhnenden Friedensschluß. Das Verlangen nach alttestamentarischer Rache brachte nach dem zweiten Weltkrieg jede Stimme der Vernunft und der Mäßigung zum Schweigen. Die Morgenthau-Leute triumphierten und diktierten. Ihnen ging es nicht um Frieden und Versöhnung, sondern einzig um Rache und um Vernichtung des Gegners.

ROOSEVELT LIEFERT DEUTSCHLAND DER RACHE
DER MORGENTHAU-LEUTE UND DER EMIGRANTEN
UND OSTDEUTSCHLAND DEM BOLSCHEWISMUS AUS

Die amerikanischen Armeen wurden bei ihrem Einrücken in Deutschland und Österreich von der Bevölkerung nicht als Feinde, sondern als die Bringer des sehnsüchtig herbeigewünschten Friedens mit aufrichtiger Sympathie als Freunde begrüßt. Die Sympathien für die USA und das den Amerikanern entgegengebrachte Vertrauen waren so groß, daß das deutsche Volk in jener Zeit Wachs in den Händen der USA war. Viele Deutsche träumten von einer engsten Verbindung mit den USA. Ungezählte Deutsche waren in den bösen und bitteren Tagen am Radioapparat gesessen und hatten sehnsüchtig von dem Tag vernommen, den die Dreimächteerklärung von Teheran ihnen verhieß, den Tag, "an dem alle Völker der Erde ein Leben in Freiheit führen werden, unbehindert von Tyrannei und im Einklang mit ihren unterschiedlichen Wünschen und ihrem Gewissen."

Je größer die Sympathie, je tiefer das Vertrauen in die USA gewesen war, desto furchtbarer und erschütternder war das Erwachen aus diesem schönen Traum. Alle während des Krieges von den USA immer wieder abgegebenen feierlichen Versprechungen erwiesen sich als Täuschung: keine von ihnen wurde eingelöst.

Die USA hatten vorgegeben und feierlich erklärt, nicht gegen das deutsche Volk, sondern nur gegen Hitler Krieg zu führen, und vernichteten dann das deutsche Volk. Alles Gerede von Humanität, Recht und Christlichkeit erwies sich als leere Phrase, als unwahr. Von den versprochenen und gerühmten drei amerikanischen "Freiheiten" war in Deutschland keine einzige zu finden.

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Obwohl Japan als der unmittelbare Pazifik-Nachbar der größere und unmittelbare Feind der USA war, entwickelten sich die Dinge in Japan und Deutschland grundverschieden.

In Japan konnte General MacArthur sein Friedenswerk mit einem Stab objektiver, sachlicher Mitarbeiter durchführen, und Japan bekam auch bald seinen Friedensvertrag — an Japan war der Rachedurst der Morgenthau-Leute nicht interessiert.

Auf Deutschland aber wurde die Hölle losgelassen.

Deutschland wurde durch Roosevelt und seine Hintermänner in Jalta und Potsdam außerhalb jeder Völkergemeinschaft gestellt, und seine Bewohner, einschließlich der Frauen und Kinder, wurden vogelfrei erklärt.

Die wildesten Hasser Deutschlands, vor allem die Emigranten, wurden auf Deutschland losgelassen und als Fronvögte eingesetzt.

Fast allen Emigranten (unter ihnen ein ganz bedeutender Hundertsatz von Kommunisten) hatten die USA die Staatsbürgerschaft verliehen. 1945 kamen diese Emigranten als amerikanische Offiziere, Beamte oder sonstige Beauftragte der USA in allen möglichen Funktionen nach Deutschland. Eine Woge von Mitgefühl und brüderlicher menschlicher Verbundenheit schlug dort den Juden im Jahre 1945 von Seiten des deutschen Volkes entgegen. Die Mehrzahl der nach Deutschland zurückkehrenden Emigranten verstand dieses ungeheure Kapital weder zu schätzen noch auszuwerten. Fast alle waren blind vor Haß und verblendet von einem unstillbaren, alttestamentarischen wilden Durst nach Rache. Alle waren nur von einem Gedanken erfüllt: ihre abgrundtiefe Rache an Deutschland und dem deutschen Volk zu befriedigen.

Ausgestattet mit all den ungeheuren Machtmitteln der USA wüteten sie, Repräsentanten Amerikas, als erbarmungslose Rächer und Henker. Ein Inferno von Haß und Rache brach über Deutschland herein, und die Sympathien, die das deutsche Volk für die ehemals Verfolgten empfand, begannen um so rascher zu schwinden, je mehr die ehemals Verfolgten nun ihrerseits als erbarmungslose Verfolger zu wüten begannen; man kann billigerweise von keinem Volk verlangen, daß es seine Henker liebt.

Niemals hätte dieser gemarterte Erdteil dringender und mehr wirklicher Friedensengel bedurft als nach diesem Krieg. An Stelle von Friedensengeln aber sandten die USA ein Heer glühender Racheteufel nach Deutschland, jeder von ihnen bis zum Bersten erfüllt von orientalischem Haß und unstillbarem Rachedurst. Und diese Racheteufel beglichen ihre Rechnung an Deutschland nicht nur auf Heller

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und Pfennig. Nach dem alttestamentarischen Vergeltungsprinzip und dem Prinzip der Sippenhaftung übten sie hundertfache Rache am gesamten deutschen Volk, und es ist ihre unverhüllte Absicht, diese hemmungslose und uferlose Rache bis ins zehnte Glied zu üben. Die Grausamkeit und Erbarmungslosigkeit, mit der man die harmlosen Parteimitglieder und das gesamte deutsche Volk auszurotten, hinzumorden, auszuhungern, auszutreiben, auszurauben und wirtschaftlich zu vernichten begann, war in allen Einzelheiten eine Verhöhnung der während des Krieges von den USA gepredigten Prinzipien der Humanität, des Christentums, ja der einfachen Vernunft, durch jene, die ihre Verteidiger und Kreuzritter zu sein vorgegeben hatten.

Das Schuldbuch, in dem die Einzelheiten dieses ungeheuerlichen Rachefeldzuges aufgezeichnet sind, soll — im Interesse der notwendigen endlichen Befriedung dieser unglücklichen Welt — besser verschlossen bleiben. Aber dieses Schuldbuch ist da und vermerkt für spätere Zeiten und kommende Geschlechter, was in diesen Jahren Ungeheuerliches am deutschen Volk geschah und wie die USA, nachdem sie den größten und vollständigsten Sieg im gewaltigsten Kampf erfochten hatten, den Frieden verloren und im Kampf um die Organisation des Friedens eine Niederlage erlitten haben, die an Größe und Folgenschwere die Bedeutung ihres Sieges übertreffen und diesen auslöschen wird.

Die USA hätten nach 1945 die Welt nach ihrem Willen gestalten können; Deutschland und das deutsche Volk wären ihnen mit Begeisterung gefolgt. Den USA aber, oder was damals im Namen des amerikanischen Volkes handelte, galt die im Morgenthauplan verkörperte Rachepolitik mehr als der Aufbau einer neuen, besseren Welt. Die USA schufen keinen Frieden, sondern lieferten das deutsche Volk einfach einer bestimmten Gruppe von haßerfüllten Rächern aus.

Dem deutschen Volk aber hat dieser Unfriede nur die Augen darüber geöffnet, daß auch die Amerikaner nicht das sind, was zu sein sie vorgaben.

Dem deutschen Volk hat dieser Unfriede die Augen darüber geöffnet, daß es ein Unsinn ist, an Recht und Gerechtigkeit, an Vernunft und Mäßigung, an christlichen Geist eines Mächtigen, eines Siegers, zu glauben. Dieser Unfriede hat das deutsche Volk gelehrt, daß es in der Geschichte eines Volkes keinen größeren Fehler gibt, als den, zu unterliegen.

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ROOSEVELT, DER VATER DER EUROPÄISCHEN UND
ASIATISCHEN VOLKSDEMOKRATIEN, HAT EUROPA DEM
BOLSCHEWISMUS AUSGELIEFERT

"Die Weltgeschichte würde ihren Sinn verlieren, wenn Europa dem Bolschewismus in die Hände fiele. Es ist ein Schandfleck der Geschichte, daß ein System wie das bolschewistische zwanzig Jahre lang in Europa existieren konnte. Es ist eine Schande, daß die Bolschewiken durch andere Mächte unterstützt wurden."
(Pehr Evind Svinhufrud af Oalstad, Altpräsident von Finnland)

"Die größten Gegenspieler des zweiten Weltkrieges waren Josef Stalin und Adolf Hitler. Der Preis, um den sie kämpften, war die westliche Zivilisation. Hätte das antikommunistische Deutschland gesiegt, so wäre heute die Grenze der westlichen Zivilisation an der Wolga. Die Niederlage Deutschlands brachte die asiatischen Horden Sowjetrußlands über das halbe Europa. Aber die Folgen der deutschen Niederlage waren noch viel weitgehender. Die deutsche Niederlage pflasterte den Weg für Jalta und die Ausdehnung der bolschewistischen Herrschaft. Über eine Milliarde Asiaten ... das sind die Früchte unseres 'heiligen Kreuzzuges' gegen Deutschland."
(Aus The American Nationalist)

"Wir haben die Sowjets sozusagen eingeladen, ihre Macht auf die freien Völker Osteuropas auszudehnen. Wir zogen unsere Armee aus Tausenden von Quadratkilometern hart umkämpften Bodens zurück und erlaubten so die Aufpflanzung der roten Fahnen auf den Wällen von Berlin, Wien und Prag, Hauptstädten der westlichen Zivilisation. Wir erlaubten in kopfloser Weise die Umschließung Berlins ... Wir überließen den Sowjets zur Sklavenarbeit Hunderttausende von deutschen Kriegsgefangenen."
(Aus einer Rede des amerikanischen Generals MacArthur)

In Roosevelts Verrat an Europa, in die Überlassung so weiter Teile Ost- und Mitteleuropas an die sowjetische Herrschaft durch ihn und in die Zulassung der Massenaustreibungen von Deutschen aus den Satellitenstaaten durch ihn bringt auch eine Äußerung Roosevelts zu Kardinal Spellman einiges Licht. Diese Äußerung überliefert uns Robert J. Gannon in seiner Biographie Kardinal Spellmans. Danach habe sich Roosevelt zu Spellman folgendermaßen geäußert:

"Den Europäern bleibe nichts anderes übrig, als die sowjetische Herrschaft zu ertragen in der Hoffnung, daß sie sich in zehn oder zwanzig

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Jahren daran gewöhnt haben werden. Während dieser Zeit haben die Europäer die große Aufgabe, die Russen dahin zu bringen, weniger barbarisch zu sein. Um des guten Zusammenlebens willen müßten sich die Europäer allerdings an Rußland anpassen; denn die Sowjetunion werde mit vollem Einverständnis der USA die maßgebliche Macht in Europa sein, wohingegen sich die USA mehr um den pazifischen Raum und die Engländer um Afrika zu kümmern hätten."

Mitte Oktober 1944 kamen Churchill und Eden mit Stalin und Molotow zusammen. Über die Ergebnisse der dabei geführten Verhandlungen berichtete Churchill am 15. Dezember 1944 dem britischen Unterhaus:

"Ich bin nicht der Ansicht, daß die in Aussicht genommene neue Regelung der Grenzen Polens nicht solide und zufriedenstellend ist ... Bei der Abtretung von halb Polen an die UdSSR müsse man dafür in Betracht ziehen, daß die UdSSR dieses Land mit Billigung und Zustimmung der Vereinten Nationen nehme und daß es dafür den Polen freigestellt sei, ihr Staatsgebilde, soweit Rußland und England in Frage kommen, nach ihrer Wahl und ihrem Belieben auf Kosten Deutschlands nach dem Westen auszudehnen. Polen werde im Norden ganz Ostpreußen, südlich und westlich von Königsberg, einschließlich Danzig erhalten, eine der prächtigsten Städte der Welt, die schon durch Jahrhunderte berühmt und ein großer Handelsumschlagplatz für die ganze Welt sei. Statt eines stets bedrohten und künstlichen Korridors, den man mühsam nach dem letzten Krieg errichtet hatte, werde sich Polen nunmehr auf eine Grenze von 200 Meilen an der Ostsee erstrecken. Diese Gebietsausdehnung ist von hoher Bedeutung und findet die Unterstützung Großbritanniens. Die Polen werden gesunde und lebenskräftige Gebiete mit hochentwickelter Industrie an Stelle der an Rußland abgetretenen Gebiete erhalten."

Im Februar 1945 kamen die großen Drei in Jalta auf der Krim zusammen. Roosevelt bewilligte Stalin alles, was dieser wünschte: die Verschiebung Polens nach dem Westen auf Kosten Deutschlands, die Austreibung der Deutschen aus dem Osten, die Abtretung der Mandschurei und alles andere, was Stalin sonst noch verlangte.

Am 27. Februar 1945 bekannte Churchill vor dem britischen Unterhaus: "Darüber hinaus sind die drei Mächte jetzt dahin übereingekommen, daß Polen im Norden und im Westen wesentlichen Gebietszuwachs erhalten soll. Wir brauchen nicht zu fürchten, daß die Aufgabe, die neue Grenzlinie zu halten, sich als zu schwer für Polen erweisen oder

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eine neue deutsche Revanche heraufbeschwören wird oder, um eine landläufige Phrase zu gebrauchen, die Saat für künftige Kriege in sich tragen werde. Wir gedenken weitaus drastischere und wirksamere Maßnahmen als nach dem letzten Krieg zu ergreifen, weil wir jetzt mehr von diesem Geschäft verstehen, so daß ein offensives Vorgehen von seiten Deutschlands auf Generationen hinaus gänzlich unmöglich gemacht werden wird."

DER AUFSTIEG DES BOLSCHEWISMUS ZUR WELTMACHT

Wenn die USA nicht in den Krieg eingetreten wären, wäre Rußland heute befriedet, und es gäbe dort keinen Kommunismus mehr.

"Der erste Weltkrieg brachte den Sieg des Bolschewismus in Rußland; der zweite Weltkrieg wird Europa dem Bolschewismus ausliefern."
(Lenin)

So war es dank den USA in der Tat. Ohne den ersten Weltkrieg wäre es zu keinem bolschewistischen Rußland gekommen. Im Wege der fortschreitenden Entwicklung wäre es auch in Rußland — wie in allen Ländern mit friedlicher Entwicklung — schrittweise zu immer umfassenderen sozialen Reformen gekommen, und die Katastrophe des Bolschewismus wäre vermieden worden.

Der zweite Weltkrieg setzte das verhängnisvolle Werk des ersten Weltkrieges fort. Mit der entscheidenden Unterstützung Englands und der USA festigte sich in Rußland der Kommunismus, der ohne diese Unterstützung durch Deutschland zerschlagen worden wäre.

Über die menschliche Katastrophe, die ein Sieg des Kommunismus über die Welt bedeuten würde, braucht man heute wohl kein Wort mehr zu verlieren. Er macht die Menschen zu rechtlosen Staatssklaven, zu seelenlosen Arbeitsmaschinen; er bedeutet den Tod jeder Persönlichkeit und Menschenwürde; er bedeutet die Zertrümmerung jeder gesunden Wirtschaft. Nur ein Zusammenschluß aller freien Menschen und Völker unter Hintansetzung alles dessen, was sie sonst trennen könnte, zur gemeinsamen Abwehr dieser tödlichen Gefahr kann die freie Welt vor dem Bolschewismus retten.

Roosevelt war völlig in den Händen des amerikanischen Judentums, dem es vor allem um Rache ging und das die Welt lieber der Gefahr aussetzte, bolschewistisch zu werden, als auf seine Rache an Deutschland zu verzichten. Er war blind gegenüber der Weltgefahr des Bolschewismus.

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Die USA unterstützten die Bolschewiken mit über 10 Milliarden Dollar an Kriegsmaterial; das ermöglichte dem Bolschewismus nicht nur, den deutschen Angriff abzuwehren, der dem Bolschewismus ein Ende gemacht hätte, es gab ihm auch die Möglichkeit, seine Machtstellung in Europa und in Asien in einer Weise auszubauen und auszudehnen, daß es nach dem zweiten Weltkrieg mit aller Aussicht auf Erfolg an die Eroberung der Welt gehen konnte. Ein Sieg des Bolschewismus in der Welt würde aber ein Ende jeder Freiheit bedeuten, würde die Zerstörung alles dessen bedeuten, was uns heute noch das Leben lebenswert macht. Für das amerikanische Judentum allerdings würde ein Sieg des Kommunismus in den USA nichts bedeuten; er würde ihre Vormachtstellung in den USA nicht ändern, sondern vielleicht sogar noch festigen und verstärken. Das amerikanische Judentum würde in einem kommunistischen Amerika dieselbe — wenn nicht noch eine viel größere — Rolle spielen, wie heute in den freien bürgerlichen USA.

EIN ERSCHÜTTERNDES DOKUMENT

Im folgenden der Glückwunsch Georgs VI., Königs von Großbritannien und Irland, an den obersten Bolschewiken, den Vorsitzenden des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR, M. I. Kalinin:

"Im Namen meines ganzen Volkes wende ich mich mit großer Freude, Herr Präsident, durch Sie ... an das Sowjetvolk anläßlich dieses unvergeßlichen Geschehens. Endlich, nach so vielen Jahren heldenhafter Anstrengungen und heroischer Opfer, haben die vereinten Kräfte der verbündeten Nationen endgültig und unwiderruflich die abscheuliche Macht Hitlerdeutschlands niedergeworfen. Dadurch haben unsere Armeen den gequälten Völkern ganz Europas die Freiheit gebracht. Im Laufe dieser Kampfjahre haben unsere Völker eine neue Freundschaft gegründet, welche praktisch durch den im Juni unterzeichneten Anglo-Sowjetischen Vertrag über Bundesgenossenschaft und Zusammenarbeit nach dem Krieg verankert wurde. Ich hoffe, daß unserer Freundschaft in Kriegszeiten ein noch engeres Einvernehmen und Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Völkern in den kommenden Friedensjahren folgen wird. An diesem Tag weilen unsere Gedanken besonders bei denen, deren schwere Verluste und Opfer den Triumph der gerechten Sache möglich gemacht haben. Möge uns ihr Andenken mahnen, keine Kräfte für den Bau jener besse-

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ren Welt zu schonen, für die sie kämpften und fielen. Der Sieg und die Befreiung der Welt wurden dank der engen Zusammenarbeit der UdSSR, der USA und der britischen Völkerfamilie erreicht. Damit unsere Zusammenarbeit weiter bestehe, ist es notwendig, ein Fundament des ehrlichen, gerechten und festen Friedens zu schaffen. Ich sende Ihnen ... meine heißen Grüße und Glückwünsche und begrüße durch Sie die ruhmreiche Rote Armee, Marine und das starke Sowjetvolk, dessen unentwegte Standhaftigkeit und wunderbares Heldentum so viel zum Sieg der Vereinten Nationen beigetragen haben.

Georg, König und Imperator"

ROOSEVELT UND DIE BOLSCHEWIKEN

Während des Krieges überließ Roosevelt den Bolschewiken Waffen und Kriegsmaterial im Werte von 10 Milliarden Dollar; nach dem Krieg überließ er in Jalta den Bolschewiken alles, was sie nur wünschten.

Die USA überlieferten der Herrschaft der Bolschewiken die deutsche Sowjetzone (107.000 km2 und 17 Millionen Menschen), Polen und Ostpreußen (624.300 km2 und 24 Millionen Menschen) und in Asien 12 Millionen km2 und 550 Millionen Menschen.

Entsetzen erfaßte die freie Welt, als diese Politik Roosevelts zu ihrer Kenntnis kam und sie ihre verhängnisvolle Tragweite immer mehr erkannte.

1947 schrieb der Amerikaner Georg Sokolsky:

"Es läßt sich nicht länger in Abrede stellen, was seit Jalta Tatsache ist: daß nämlich die USA im zweiten Weltkrieg von der mit ihnen verbündeten UdSSR besiegt worden sind."

Der Australier Chester Wilmot schrieb in The Struggle for Europe (Der Kampf um Europa):

"Roosevelt war für Stalin die leichteste Beute, die dieser jemals erlegte. Was Hitler Stalin versagt hatte, warf ihm Roosevelt mit vollen Händen in den Schoß. Der Marsch der amerikanischen Armeen auf Berlin, Prag und Wien wurde durch Roosevelt verhindert."

John Flint schrieb in The Roosevelt Myth (New York 1948):

"Stalin brauchte nur fest zu bleiben; er brauchte nur Wünsche zu äußern. Roosevelt legte ihm alles in den Schoß (die Verschiebung Polens nach dem Westen, die Austreibung der Deutschen aus dem Osten, die Abtretung der Mandschurei und alles, was er sonst be-

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gehrte) in der Hoffnung, Stalin damit für die amerikanischen Ideale zu gewinnen."

Außer der ganzen modernen Industrieeinrichtung Mandschukuos überlieferte Roosevelt die Insel Sachalin und die ganze Kurilen-Inselkette den Bolschewiken. Die Rote Armee ist dadurch kaum 20 km und nur wenige Flugminuten von Japan entfernt. Sachalin ist auch der große geschützte Flugzeugträger nicht nur gegen Japan, sondern auch gegen Kanada und Nordamerika. Schon 1950 waren mehr als 700 Maschinen dort stationiert.

Bullit, der frühere Botschafter der USA in Moskau, warnte Roosevelt eindringlich vor seiner russischen Politik. Roosevelt, ein völliger politischer Narr in Christo, hatte überhaupt keine Ahnung von dem Totalitätsanspruch des Kommunismus. Er antwortete Bullit:

"Bill, ich bestreite weder die von Ihnen vorgelegten Tatsachen noch ihre Logik. Aber ich habe das Gefühl, daß Stalin nicht zu dieser Sorte von Menschen gehört und daß er keinen anderen Wunsch hat als den nach Sicherheit für sein Land. Ich werde ihm alles geben, was nur möglich ist. Ich werde keine Gegenleistung von ihm verlangen. Ich denke, daß er dann, nach dem Grundsatz 'Noblesse oblige' keinen Versuch machen wird, irgend etwas zu annektieren, und mit mir für eine Welt der Demokratie und des Friedens arbeiten wird."

Und als Bullit trotzdem weiter warnte, sagte Roosevelt:

"Bill, es ist meine Verantwortung, und nicht Ihre! Ich werde mein großes Spiel spielen."

Zu den ersten Aktionen Stalins nach dem Grundsatz "Noblesse oblige" gehörte es, daß er aus den von ihm besetzten Gebieten alle Kommunistengegner nach Sibirien verschleppen ließ: Aus Polen und der Ukraine 1,5 Millionen Menschen; 60.940 Esten; 60.000 Letten; 70.000 Litauer; dazu aus Ostdeutschland an die 2 Millionen Männer und Frauen als Zwangsarbeiter.

Der Haß Roosevelts gegen Deutschland machte ihn blind dafür, was die Tatsachen seit Jahrzehnten über die bolschewistische politische Praxis und Staatsmoral lehrten.

Genauso blind war Churchill.

Schon am 21. Februar 1943 hatte General Franco einen Brief an Churchill gerichtet, in dem es hieß:

"Unsere Beunruhigung über den bolschewistischen Vormarsch wird nicht nur von anderen neutralen Völkern geteilt, sondern auch von allen Menschen in Europa, die nicht die Fähigkeit klarer Überlegung

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verloren haben. Der Kommunismus ist eine ungeheure Gefahr für die Welt. Jetzt, wo er durch die siegreichen Armeen einer Weltmacht unterstützt wird, müssen alle, die nicht blind sind, erschrecken ... Wenn der Kriegsverlauf so weiter geht, dann ist es klar, daß die russischen Armeen bis tief in das deutsche Gebiet vordringen werden.

Wenn das geschieht, dann wird die eigentliche Gefahr für Europa darin bestehen, daß ein Sowjetdeutschland entsteht, das an Rußland seine Kriegsgeheimnisse, seine Ingenieure, seine Techniker, seine Spezialisten abgibt und dadurch Rußland in die Lage versetzt, ein ungeheures Weltreich vom Atlantik bis zum Pazifik zu schaffen.

Unserer Meinung nach wird sich die russische Gefahr, die schon bisher infolge ihres totalitären Kommunismus und ihrer gewaltigen militärischen und industriellen Macht die Hauptgefahr für Europa war, noch weiterhin gewaltig steigern. Und wir fragen: Gibt es dann noch irgendeine Macht in Mitteleuropa, diesem Mosaik von Nationen und Rassen, ohne Zusammenhalt und ohne Einheit, ruiniert und verelendet durch Krieg und Besetzung, die in der Lage wäre, die ehrgeizigen Pläne Stalins abzuwehren? Doch augenscheinlich nicht!

Man kann mit Sicherheit damit rechnen, daß nach Krieg und Besetzung der Kommunismus in allen diesen Nationen die Herrschaft übernehmen wird. Aus diesem Grund betrachten wir die Lage für überaus ernst, und wir wenden uns an den guten Instinkt des englischen Volkes, daß es sich über die Sachlage klarwerden soll: Wenn erst Rußland Deutschland übernommen hat, dann kann nichts und niemand mehr dieses Rußland aufhalten. Wenn Deutschland nicht existieren würde, dann müßten die Europäer ein Deutschland ins Leben rufen. Denn es ist einfach lächerlich, zu glauben, daß Deutschlands Stelle durch eine Föderation von Litauern, Polen, Tschechen und Rumänen ersetzt werden könnte, eine Föderation, die sich zudem sehr rasch in einen Bund von Sowjetstaaten verwandeln würde."

Churchill ließ Franco durch den englischen Botschafter in Madrid, Sir Samuel Hoare, am 25. Februar 1943 antworten:

"Ich kann die These nicht annehmen, daß Rußland für das Nachkriegseuropa eine Gefahr darstellt ...

Ich hoffe, Ihnen beweisen zu können, daß Ihre Befürchtungen ohne jede Grundlage sind. Ebenso weise ich den Gedanken zurück, Rußland könne nach Abschluß der Kämpfe eine politische Kampagne gegen Westeuropa starten.

Sie sagen, daß die eigentliche Gefahr für Europa im Kommunismus

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besteht, daß ein russischer Sieg den Vormarsch des Kommunismus in andere Länder Europas zur Folge haben würde und daß dies die Zerstörung der europäischen Zivilisation und der christlichen Kultur bedeuten würde. Unsere Auffassung ist die gerade entgegengesetzte! ... Glauben Sie wirklich, daß eine einzige Nation stark genug sein würde, um Europa nach diesem Krieg zu beherrschen? Gerade Rußland ist mehr als alle anderen Nationen gezwungen, sich dem Wiederaufbau in größtem Maße zu widmen, und bedarf dazu der Hilfe Englands und der USA. Rußland nimmt bei dem Kampf um den Sieg keine führende Rolle ein ... Den Sieg werden die Alliierten gemeinsam erringen. Nach Kriegsende werden große amerikanische und englische Armeen den Kontinent besetzen. Sie werden aus erstklassigen Soldaten bestehen und nicht, wie die russischen Einheiten, angeschlagen und erschöpft sein. Ich wage zu prophezeien, daß die Engländer die kraftvollste Militärmacht auf dem Kontinent sein werden. Der britische Einfluß auf Europa wird ebenso stark sein wie in den Tagen nach dem Sturz Napoleons. Gestützt auf unsere militärische Stärke, wird unser ganzer Einfluß in Europa spürbar sein."

Wie wenig Churchill die bolschewistische Gefahr erkannte und wie milde er die Bolschewiken beurteilte, zeigt seine Meinung über das Abschlachten der russischen Intelligenz. Im Jahre 1937 verteidigte er dieses Abschlachten. Er nannte es "eine erbarmungslose, aber vielleicht nicht unnötige politische und militärische Säuberung in der Sowjet-Republik".

Dr. Malan warnte im südafrikanischen Parlament im April 1944:

"In England und den USA scheint man aber völlig vergessen zu haben, daß man früher einmal in Deutschland das einzige Bollwerk gegen den Bolschewismus erkannte und der Sowjetunion gegenüber Feindseligkeit an den Tag legte. Was aber ist die Folge, wenn Deutschland, das einzige Bollwerk gegen den Bolschewismus, in diesem Krieg unterliegt?

Die bolschewistische Ideologie durchdringt dann tief den europäischen Kontinent und lahmt sowohl den Nationalismus wie die Einheit anderer Länder. Ganz Europa liegt, wenn die Alliierten siegen, für die Sowjets offen da.

Die Sowjetunion wird im Falle eines alliierten Sieges eine Position in Europa einnehmen wie bisher in der europäischen Geschichte noch kein anderes Land."

Am 27. Februar 1945 rechtfertigte Churchill seine Politik gegen Deutschland und für die UdSSR wie folgt:

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"Wir lassen uns bei diesem Problem von dem Grundsatz leiten, daß wir jeden unterstützen, der während des Krieges einen Hunnen töten kann, während wir nach Beendigung des Friedens auf freie demokratische Wahlen hinarbeiten. Von der Krim und den früheren Zusammenkünften habe ich den Eindruck mitgebracht, daß Marschall Stalin und die übrigen sowjetischen Staatsmänner sich durch ihr Wort gebunden fühlen. Keine Regierung steht, auch wenn es auf ihre eigenen Unkosten geschieht, mehr zu ihren Verpflichtungen als gerade die Sowjetregierung. Ich lehne es hier absolut ab, in eine Diskussion einzutreten über die Glaubwürdigkeit der Russen. Von diesen Dingen hängt zweifellos die Zukunft der Welt ab. Dunkel wäre es um das Schicksal der Menschheit bestellt, wenn es zu einem Zwiespalt der westlichen Demokratien mit der UdSSR kommen würde ...

Der in der Krimkonferenz gefaßte — Polen betreffende — Beschluß ... legt die übereinstimmenden Ansichten der drei Alliierten dar und gibt ihrem gemeinsamen Wunsch Ausdruck, daß ein starkes, freies und unabhängiges Polen im Zusammenwirken mit Polen selbst geschaffen wird ... Polen wird Herr im eigenen Hause sein. Es wird so frei sein wie wir in England oder wie die Völker in Frankreich und Amerika. Seine Souveränität wird unangetastet bleiben. Es wird nicht lediglich zu einem Protektorat der Sowjetunion werden, das gegen seinen eigenen Willen durch bewaffnete Mehrheit zur Annahme des Kommunismus oder eines totalitären Systems gezwungen wird. Marschall Stalin und die Sowjetunion haben in feierlichster Weise erklärt, daß die Souveränität und Unabhängigkeit Polens gewahrt bleiben soll. Dieser Erklärung haben sich Großbritannien und die USA angeschlossen."

Am 24. Februar 1945 erklärte Eden vor dem Unterhaus:

"Aus der Debatte klang vielfach die Furcht heraus, die UdSSR träume siegestrunken auch von der Beherrschung Europas. Das ist das ständige, unerschöpfliche Thema der deutschen Propaganda. Das bolschewistische Gespenst war das Thema vor dem Krieg, und Hitler machte guten Gebrauch davon."

Die gleiche mangelnde Voraussicht und fehlende Einsicht in der Frage der bolschewistischen Gefahr zeigten auch andere einflußreiche Engländer.

Lord Beaverbrook, englischer Zeitungsmagnat, Mitglied der Konservativen Partei, sagte in seiner Oberhausrede am 3. Jänner 1943:

"Es gibt einige wenige Narren, die glauben, daß ein russischer Sieg eine Gefahr für das Britische Empire darstellen würde. In der Tat

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aber können wir uns keinen Sieg vorstellen, der uns mehr Glück, größere Freude und einen besseren Trost bringen würde als der vollständige Triumph Rußlands in Europa, und zwar so bald als möglich. Ganz England ist entschlossen, auch nach dem Krieg mit Rußland befreundet zu bleiben."

Simon Harcourt-Smith schrieb in einem Aufsatz in der Daily Mail am 19. Februar 1944:

"Wo immer auch die Bolschewiken haltmachen mögen, an der Weichsel, der Oder oder bei Calais, in ihren Händen wird die Zukunft Europas liegen ... Die sowjetrussische Vorherrschaft, wenn nicht über den ganzen Kontinent, so doch mindestens in Ost- und Mitteleuropa, ist seit langem unvermeidlich. Wir begrüßen dies. Wir sind der Auffassung, daß Finnland, Ungarn, Rumänien und Bulgarien das Schicksal, welches die Sowjets ihnen zugedacht haben, in reichem Maß verdienen."

Und in der Monatsschrift Life pries ein "Fachmann" in einer "Sondernummer über die Beziehungen der USA zur UdSSR" am 26. März 1943:

"Die Sowjetunion ist gleich den USA ein ungeheurer Schmelztiegel. Die Bolschewiken sehen aus wie Amerikaner, kleiden sich wie Amerikaner und denken wie Amerikaner.

Lenin ist vielleicht der größte Mann unserer Zeit. Er hat die Revolution zu einem sinnvollen Vorgang gemacht und ihr viel von der Ungezügeltheit der Französischen Revolution genommen."

Und der Botschafter der USA in Moskau, Admiral Standley, hielt am 23. Juni 1943 bei der Überreichung US-amerikanischer Auszeichnungen an bolschewistische Soldaten im Kreml folgende denkwürdige Rede:

"Die Ziele und die Politik der Sowjetunion stimmen sowohl im Krieg als auch im Frieden mit dem überein, was wir uns alle anständigen Nationen von Herzen wünschen. Die Sowjetunion hat den beneidenswerten Ruf, ihr gegebenes Wort zu halten."

Erst nach 1945 erwachten Engländer und Amerikaner allmählich aus ihrem Traum zur fürchterlichen Wirklichkeit der Folgen ihrer Politik gegenüber der Sowjetunion.

Bei der Feier des amerikanischen Unabhängigkeitstages am 5. Juli 1950 legte Churchill ein spätes Einbekenntnis ab:

"Allein die Briten und Amerikaner waren es, die verhinderten, daß Hitler Stalin hinter den Ural zurücktrieb."

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In seiner Rede am 14. November 1957 machte Eisenhower ein leider um zwei Jahrzehnte verspätetes Geständnis. Er sagte:

"Hinsichtlich der Gefahren, die den freien Menschen in aller Welt durch den Bolschewismus drohen und die Aufrüstung der USA mit den modernsten Waffen erforderlich machen, hat man die seinerzeitigen Warnungen Hitlers weithin nicht verstanden."

Bitter beklagte Hitler gegenüber Oberst Skorzeny (Otto Skorzeny, Geheimkommando Skorzeny, Hansa Verlag Josef Toth, Hamburg 1950, S. 254):

"Sie wollen nicht sehen, daß Deutschland für Europa kämpft und sich für Europa verblutet, um Asien den Weg nach Europa zu versperren."

Und Fürst Borghese, Kommandeur der italienischen X. MAS-Flottille, bekannte Mitte Juni 1944 (Skorzeny, ebenda, S. 193):

"In diesem Kriege kämpft das wahre Europa gegen Asien. Wenn Deutschland fällt, fällt das eigentliche Herzstück Europas. Deshalb bin ich, als Italiener, bereit, mit meinen Männern mit Ihnen zu kämpfen, und sei es zuletzt vor den Toren Berlins. Die westlichen Alliierten, die jetzt mithelfen, Deutschland zu zerschlagen, werden dies noch einmal bereuen."

Einiges Licht auf die Haltung Roosevelts wirft die Tatsache, daß sein Fachberater in Jalta, wo Roosevelt ganz Osteuropa und Ostasien Stalin und dem Bolschewismus auslieferte, der später als Sowjetspion entlarvte amerikanische Jude Alger H. Hiss war.

Die Jalta-Dokumente wurden vom State Departement der USA zur Veröffentlichung durch die New York Times freigegeben. Diese brachten sie in einer Sonderausgabe vom 17. März 1955 heraus.

Andreas Sawchuk, Sohn sowjetrussischer Einwanderer in den USA, war Dolmetscher auf amerikanischer Seite bei der Konferenz von Jalta. Er berichtet:

"Jalta war eines der monumentalsten alkoholischen Gelage der Weltgeschichte ... Die Tische waren stets mit Wein-, Sekt- und Wodkaflaschen bedeckt, ... ich sah, wie mehr als ein hoher Beamter des State Departements im Zustand völliger Trunkenheit abgeführt wurde. Stalin füllte sein Wodkaglas jedesmal, wenn er es zur Hälfte geleert hatte, mit Wasser auf."

William Henri Chamberlin schreibt über die Konferenz von Jalta in seinem Buch America's Second Crusade (Amerikas zweiter Kreuzzug), S. 176:

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"In dem schmutzigen Handel von Jalta gibt es auch nicht einen lohnenden Beitrag zur Wiederherstellung Europas, nur nackte imperialistische Machtpolitik schlimmster Art. Der hier vorbereitete Rachefrieden, der Versailles noch übertraf, versprach wenig für den Wiederaufbau Europas."

Und an anderer Stelle:

"Es war eine Illusion, daß die USA sich durch Nazideutschland bedroht fühlen konnten; es war eine Illusion, daß Hitler das britische Reich zerstören wollte; es war eine Illusion, daß China ein friedliches Reich des Ostens werden könnte; es war eine Illusion, daß eine mächtige Sowjetunion ein Friedensfaktor in einem geschwächten europäisch-asiatischen Komplex sein könnte."

STIMMEN AUS AMERIKANISCHEN ZEITUNGEN

30. Oktober 1947:

"In Deutschland entscheidet sich das Schicksal Europas — in China entscheidet sich das Schicksal Asiens! Wenn Deutschland in die Hände Stalins fällt, wird ganz Europa in seine Hände fallen. Wenn China in die Hände Stalins fällt, wird ganz Asien — früher oder später — in seine Hände fallen.

Und in beiden Fällen gilt die Prophezeiung Bullits: 'Die Unabhängigkeit Amerikas wird diese Entwicklung nicht eine Generation lang überdauern.'"

William C. Bullit, der ehemalige amerikanische Botschafter in London, schrieb in einem Aufsatz in der Zeitschrift Life am 13. Oktober 1947:

"Die Durchführung der sowjetischen Politik wurde durch einen unvorstellbaren Fehler Roosevelts im Schanddokument von Jalta ermöglicht ...

Zu keiner Zeit ist von einem Präsidenten der USA ein mehr unnötiges, ein mehr schädliches, ein mehr mit schicksalsschweren Möglichkeiten belastetes Aktenstück unterzeichnet worden als die Akte von Jalta."

W. H. Chamberlin in Human Events vom 17. Dezember 1947:

"Wilson kämpfte wenigstens für seine 14 Punkte. Roosevelt gab die Atlantikcharta und die vier Freiheiten ohne eine Spur von Protest

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preis. Sind wir jemals moralisch so tief gesunken, als da wir den Morgenthauplan für die Behandlung Deutschlands annahmen und zu den Massendeportationen, selten an Brutalität erreicht, schwiegen? ... Der Totalitarismus, den wir bekämpften, wurde zerstört. Ein neuer, viel gefährlicherer, weil verführerischer für die Massen, ist an seine Stelle getreten. Die Gefahr mag vorübergehen, aber der Betrug, den wir hinnahmen, wird die Blätter amerikanischer Geschichte für immer beflecken."

Freda Utley schrieb 1948:

"Amerika war 1945 fast so allmächtig wie Gott. Es hätte Deutschland und Europa nach seinem Willen formen können. Heute hat es sein Pfund vertan. Es hat, um Deutschland zu besiegen, das ihm nichts in den Weg legte, das bolschewistische Rußland groß und übermächtig gemacht. (Es hat den Sowjets im "lend and lease pact" Kriegsmaterial im Werte von 10 Milliarden Dollar gegeben; es hat ihnen erlaubt, Deutschland zu teilen und den landwirtschaftlich wertvollsten Teil Deutschlands wegzunehmen, ihnen dazu 10 Milliarden DM an Reparationen und einige Millionen deutsche Sklavenarbeiter überlassen.)

Roosevelt hat das bolschewistische Rußland übermächtig gemacht, so daß es fast halb Europa diktatorisch und absolut beherrscht und auf den Tag wartet, an dem es auch die zweite Hälfte einkassieren kann."

In ihrem Buch The High Cost of Vengeance (Der hohe Preis der Vergeltung) schrieb Freda Utley:

Während des ersten Weltkrieges versuchte Wilson bei den Alliierten die Stimme der Vernunft und der Menschlichkeit zu Gehör zu bringen und trat für einen Frieden ohne Annexionen und ohne Entschädigungen ein, um die Welt demokratisch zu machen.

Aber während und nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Präsident der USA ein Vorkämpfer der Politik "alle Rechte den Siegern"; er nahm keine Rücksicht auf die Atlantikcharta, die er selbst geschaffen hatte. Es war Präsident Roosevelt, der Polen und China in Jalta auslieferte und Osteuropa dem kommunistischen Terror preisgab. Es war Roosevelt, der mit Stalin übereinstimmte, daß eine Art Reparationen durch die Verwendung der Deutschen als Sklavenarbeiter erhoben werden sollten. Es war auch der demokratische Präsident der USA, der den Morgenthauplan und damit den Hungertod von Millionen Deutschen billigte und der Enteignung und Vertreibung von Millionen Deutschen aus Schlesien, Ostpreußen, dem Sudetenland und

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dem Balkan zustimmte, nur weil sie des einzigen Verbrechens schuldig waren, Deutsche zu sein ...

Wenn jemals die Geschichte unserer Zeit von Geschichtsschreibern niedergeschrieben wird, die von nationalen Vorurteilen frei sind, dann werden die 'Verbrechen gegen die Menschlichkeit', die von den Siegern des zweiten Weltkrieges begangen wurden, denen gleich erscheinen, die die Nazis begingen. Denn ein objektiver Beobachter kann nicht leugnen, daß die Enteignung und Vertreibung von Millionen Deutschen aus ihrer Heimat, nur weil sie des Verbrechens schuldig waren, Deutsche zu sein, ein Verbrechen war.

Die meisten Amerikaner glauben weiterhin, daß das deutsche Volk die Quelle aller Bosheit und eine fortgesetzte Bedrohung des Weltfriedens ist, weil sie ihre Ehrfurcht vor dem verstorbenen Präsidenten bewahren wollen. Den meisten von ihnen fehlt es an Mut, zuzugeben, daß Roosevelt im Irrtum war, wenn er glaubte, alles, was nötig wäre, um einen dauernden Frieden zu sichern, sei die Vernichtung der deutschen Existenz, und wenn er außerdem glaubte, dieses Bestreben rechtfertige die Zusammenarbeit mit Stalin ... Den Amerikanern fehlt der moralische Mut, zuzugeben, daß Präsident Roosevelts Politik in ihrer Grundlage ungerecht war. Zum zweitenmal ist die Demokratie innerhalb von dreißig Jahren gleichbedeutend geworden mit der Unterwerfung unter unerträgliche Bedingungen, gleichbedeutend mit der Verneinung von Freiheit, Sicherheit und Selbstachtung für das deutsche Volk ..."

Victor Gollancz sagt in Our Threatened Values (Unsere bedrohten Werte):

"In vier Worten läßt sich der Inhalt der Entscheidungen [von Jalta und Potsdam] ausdrücken; sie heißen: Landraub, Zwangsverschickung, Ausplünderung und wirtschaftliche Versklavung. Sämtliche vier Tatbestände bilden, man möge sich dessen erinnern, den Inhalt der Hauptanklagen gegen die Deutschen in Nürnberg. Deutschlands geschichtliches Ostland, wo deutsches Volk ansässig war und sich gemüht hat durch Generationen und wo ihm die Nahrungsmittel am reichlichsten zuwuchsen, wurde von ihm gerissen."

Der amerikanische Botschafter in China erklärte 1952 bei einer Vernehmung vor der außenpolitischen Kommission des amerikanischen Senats:

"Die amerikanischen Diplomaten haben in Jalta die territoriale Integrität und die politische Unabhängigkeit Chinas ausgeliefert, die Grundsätze der Atlantikcharta aufgegeben und den Plan für die

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kommunistische Eroberung Chinas durch Geheimabkommen schriftlich festgelegt ... Unsere Diplomaten gaben insgeheim jeden einzelnen der Grundsätze preis, für die zu kämpfen wir vorgaben ... Wir lieferten Stalin feige alles aus, und wir taten es heimlich."

Vom Inhalt des Jalta-Vertrages, Ostasien betreffend, ließ Roosevelt seinen Verbündeten Tschiangkaischek, den Führer Nationalchinas, nichts erfahren.

Lenin schrieb einmal: "Europa muß auf dem Umweg über Asien für den Kommunismus erobert werden." Roosevelt war der Wegbereiter des Kommunismus für diesen Umweg.

Dadurch, daß Roosevelt in Jalta zur Befriedigung seiner Rache am deutschen Volk die Hälfte von Deutschland und dazu ganz Osteuropa und Ostasien, um Stalin bei Laune zu halten, den Bolschewiken preisgab, hat er ungeheure Schuld auf sich geladen. Ohne Roosevelt würde die Welt heute anders aussehen.

Nur ein durch Haß und Rachegefühle verblendeter Dilettant konnte darauf vertrauen, daß die Bolschewiken die übernommenen Verpflichtungen wirklich einhalten und in Osteuropa und Ostasien wirklich demokratische Regierungen unter gemeinsamer alliierter Kontrolle errichten würden. In allen diesen Ländern: in Ungarn, Polen, Rumänien, Bulgarien, Albanien, einschließlich der deutschen Sowjetzone und in Korea und Indochina, gibt es keinen Schimmer von Demokratie, von freier Meinungsäußerung, von politischer, wirtschaftlicher oder geistiger Freiheit. In den "selbständigen" volksdemokratischen Staaten ist das gesamte Militär fest in der Hand der Bolschewiken. Vom Oberkommandierenden bis herab zum Bataillon sind die Offiziere Bolschewiken.

Ohne Roosevelt gäbe es heute keine Bolschewiken in Deutschland bis an die Elbe, gäbe es keine Volksdemokratien in Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, der Tschechoslowakei und in Nordkorea. Ohne Roosevelt hätte es keinen Krieg in Korea gegeben. Und so wie Roosevelt ausschließlich die volle und alleinige Verantwortung für die Errichtung der Volksdemokratien in Osteuropa und in Ostasien trägt, so trägt er allein die Verantwortung dafür, daß sich infolge dieser Auslieferung Ost- und Mitteleuropas an den Bolschewismus auch in den augenblicklich vom Bolschewismus noch nicht besetzten west- und südeuropäischen Staaten, besonders in Frankreich und Italien, eine so überaus bedrohliche kommunistische Strömung so tatkräftig und lebendig erhält, die andernfalls nicht bestehen würde.

Es ist eine alte Erfahrung, daß nur allzu viele Menschen es mit den

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stärkeren Bataillonen halten. Angesichts der nachgiebigen Politik der USA sind nur allzu viele Europäer mit nur allzuviel Recht davon überzeugt, daß der Herr Europas von morgen nicht die USA, sondern die Bolschewiken sein werden und daß es seine Früchte tragen wird, dem künftigen Herrn rechtzeitig die Steigbügel gehalten zu haben.

In Ostasien tränkten Hunderttausende amerikanischer Soldaten den Boden Koreas mit ihrem Blut um Roosevelts Rache an Deutschland willen. Zehntausende der besten Söhne Amerikas, die Blüte der amerikanischen Jugend, die heute, beweint von ihren Familien, in der fremden Erde Koreas ruhen, starben ohne Not.

In Europa hat Roosevelt den Bolschewiken die Schlüssel zur Herrschaft über den ganzen Kontinent in die Hände gespielt. Was immer Deutschland begangen haben mag, welche Schuld immer es auf sich geladen haben soll: diese Schuld wäre — auch wenn sie wirklich bestünde — ein Kinderspiel gegen jene Schuld, die Roosevelt durch die Auslieferung Osteuropas und Ostdeutschlands auf sich geladen hat. Denn die Auslieferung Ostdeutschlands an den Bolschewismus wird, wenn sie aufrecht bleibt, morgen die Auslieferung Europas und übermorgen die Auslieferung der Welt an den Bolschewismus bedeuten.

Wahrlich: Niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit ist dem Weltherrschaftsstreben des Kommunismus größerer Vorschub geleistet worden!

(Vgl. hiezu auch den vom US-Außenministerium im Juni 1961 herausgegebenen, 932 Seiten umfassenden Dokumentenband über die Konferenzen von Kairo und Teheran im Jahre 1943.)

ROOSEVELT IST DER VATER DER OSTASIATISCHEN
VOLKSDEMOKRATIEN
WAS DIE USA DIESE VATERSCHAFT KOSTET

Für die verfehlte Politik Roosevelts gegenüber dem Kommunismus zahlen die USA bis heute Hunderte von Milliarden Dollar und zahlen überdies dafür mit dem Blut ihrer besten Söhne.

Nach den Angaben der US-Zeitschrift News and World Report vom 25. Juni 1953 schickten die USA bis 1953 1.446.431 junge Amerikaner, die Blüte der Nation, nach Korea. Davon fielen 21.700, 2300 starben und 11.400 waren vermißt. Die Zahl der Verwundeten betrug 988.000.

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"Mit diesen Zahlen ist nur ein Teil des Verlustes der USA im Koreakrieg aufgezeigt [und nur bis 1953] ... Ein Achtel von allem, was die USA in drei Jahren produzierten, ist bis Juni 1953 für den Koreakrieg und die Ausrüstung verbraucht worden. Die Lebenskosten in den USA sind in diesen drei Jahren um 12% gestiegen."

Die Opfer des Krieges in Vietnam sind noch höher.

DIE AUSTREIBUNG UND HINMORDUNG VON MILLIONEN
DEUTSCHEN AUS OSTDEUTSCHLAND, POLEN, DER
TSCHECHOSLOWAKEI, AUS UNGARN, RUMÄNIEN,
JUGOSLAWIEN UND BULGARIEN

Nicht nur deutsches Land wurde den Bolschewiken ausgeliefert, sondern auch deutsche Menschen. Bei der Zusammenkunft der Staatsmänner im Oktober 1944 wurden die deutschen Bewohner von ganz Osteuropa dem Bolschewismus als Freiwild überlassen.

In der schon zitierten Rede vor dem britischen Unterhaus berichtete Churchill:

"Von den an Rußland fallenden polnischen Gebieten werden die Polen in die Gebiete umgesiedelt, die Polen von Deutschland erhalte. Gleichzeitig werde eine gänzliche Austreibung der Deutschen durchgeführt werden. Es werde eine Totalaustreibung der Deutschen aus diesen Gebieten stattfinden, die den Polen zugesprochen seien. Man wünsche keine Vermischung der Bevölkerung. Eine solche Zwangsvertreibung sei die zufriedenstellendste und dauerhafteste Methode. Ich [Churchill] vermag nicht einzusehen, warum sich nicht in Deutschland der Raum für die Bevölkerung Ostpreußens und der übrigen von mir erwähnten Gebiete finden lassen sollte."

Und der ungeheuerliche Punkt XIII der Potsdamer Deklaration von 1945, beschlossen auf der Potsdamer Dauerkonferenz vom 16. Juni bis zum 2. Juli 1945, lautet:

"Die drei Regierungen haben die Frage von allen Seiten erwogen und sind zu der Ansicht gelangt, daß eine Überführung der deutschen Bevölkerung oder deutschen Bevölkerungselemente, die in Polen, der Tschechoslowakei oder in Ungarn geblieben sind, nach Deutschland vorgenommen werden muß. Sie sind sich darüber einig, daß diese Überführung auf eine geregelte und menschliche Weise erfolgen soll."

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Und wie sah diese "geregelte und menschliche Weise" in Wirklichkeit aus?

Man glaubt bei den Reden Churchills einen verantwortungslosen politischen Abenteurer zu hören.

Mit ausdrücklicher Zustimmung und Billigung der USA wurden in ganz Osteuropa und Ostdeutschland die dort seit vielen Jahrhunderten ansässigen deutschen Familien aus ihrer Heimat ausgetrieben. Die "menschliche Art und Weise", in der dies geschah, bestand darin, daß sie ihren gesamten Besitz, Haus und Hof und alle bewegliche Habe, zurücklassen und froh sein mußten, ihr nacktes Leben zu retten und nicht erbarmungslos massakriert zu werden.

Millionen und Abermillionen hatten nicht das Glück; sie wurden auf die grausamste und barbarischste Weise hingemordet. Unvorstellbar sind die bestialischen Grausamkeiten und Verbrechen, die hiebei begangen wurden.

Für die USA, für die Weststaaten, ja für die gesamte christliche Welt existieren diese ungeheuerlichen Verbrechen heute offiziell nicht mehr. Die Millionen erschlagenen, lebend verbrannten, in Gefängnissen verhungerten und zu Tode gemarterten Menschen belasten das "Weltgewissen" bisher überhaupt noch nicht. Die USA haben über diese mit ihrer ausdrücklichen Zustimmung und Billigung, ja unter dem Schutz ihrer Waffen erfolgten zum Himmel schreienden Verbrechen tiefes Schweigen gebreitet. Aber es ist das Schweigen des bösen Gewissens, der Angst vor dem Urteil aller christlichen und freiheitsliebenden Menschen 1.

Freda Utley sagt (S. 202):

"Die Grausamkeiten, die wir selbst in Deutschland begangen haben, sind aber nicht die einzigen, an denen die Nachwelt uns die Schuld


1 In den USA hat sich vor einigen Jahren ein Ausschuß gegen Massenausweisungen (Committee Against Mass Expulsions) gebildet, der den Versuch unternahm, die ungeheuerlichen Geschehnisse zur Kenntnis des amerikanischen Volkes zu bringen. Der Ausschuß hat drei Flugschriften herausgegeben: The Land of the Dead. Study of the Deportation from Eastern Germany (Das Land des Todes. Untersuchungen über die Ausweisungen aus Ostdeutschland). Tragedy of a People. Racialism in Czecho Slovakia (Tragödie eines Volkes. Volkshaß in der ČSSR). Men without the Rights of Man. Report on the Expulsion and Extermination of German speaking Minority Groups in the Balkans and prewar Poland (Menschen ohne Menschenrecht. Bericht von der Austreibung und Ausrottung deutscher Minderheitsgruppen auf dem Balkan und in Vorkriegs-Polen).
Diese Aufklärungsversuche drangen nicht in die Masse des amerikanischen Volkes.

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zumessen wird. Präsident Roosevelt und Präsident Truman haben in Jalta und Potsdam im Namen des amerikanischen Volkes einem der barbarischsten Akte zugestimmt, von denen die lange Geschichte menschlicher Unmenschlichkeit zu berichten weiß. Auf Grund dieser Übereinkommen wurden an die zwölf Millionen Menschen enteignet und von Haus und Hof verjagt, einzig wegen des Verbrechens, Deutsche zu sein.

Wenn in vergangenen Zeiten ein Sieger ein Gebiet annektierte, so wurden nicht alle Bewohner ausgeplündert; sie durften weiter in der Heimat ihrer Väter leben. Amerika und England aber gaben die Zustimmung, daß Deutschland nicht nur des seit Jahrhunderten von Deutschen besiedelten Gebietes beraubt wurde; man sprach den Russen, Polen, Tschechen, Jugoslawen und anderen Nationen auch das Recht zu, alle Menschen deutscher Abstammung zu enteignen und zu vertreiben. Der Vorbehalt, daß diese Austreibung in 'humaner Weise' vor sich gehen solle, kleidete dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit nur in ein abstoßendes Gewand der Heuchelei.

Die Polen, denen der Besitz der Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie übergeben wurde, vertrieben die Bewohner mit äußerster Brutalität. Wenige Stunden nach dem Ausweisungsbefehl rissen sie Frauen und Kinder, Alte und Kranke aus ihren Wohnungen heraus und verschonten nicht einmal die Kranken- und Waisenhäuser.

Die Tschechen waren nicht weniger roh; sie vertrieben die Deutschen zu Fuß über die Gebirge und stahlen ihnen das Wenige, das sie hatten mitnehmen können. Da sie aber nicht nur auf Rache, sondern gleichzeitig auch auf Profit bedacht waren, hielten sie Tausende von deutschen Männern als Sklavenarbeiter zurück, indem sie die Frauen und Kinder verjagten. Viele von den Alten und Kranken und den Kindern kamen auf den langen Märschen nach Westdeutschland durch Hunger, Kälte und Erschöpfung um; andere gingen an Hunger, Durst und Krankheiten in den vollgepfropften Viehwagen zugrunde, in denen ein Teil der Flüchtlinge abtransportiert wurde.

Wer die Reise überlebte, sah sich auf die spärlichen Hilfsmittel eines hungernden besetzten Deutschland angewiesen. Keinem Menschen deutscher Abstammung durfte von den Vereinten Nationen geholfen werden. Die Lager für die DP (Displaced Persons) waren ihnen verschlossen, und es wurde erst der UNRRA (United Nations Relief an Rehabilitation Administration) und dann der IRO (International Refugees Organisation) durch Kongreß-Akte verboten, ihnen Hilfe zu leisten ... Die neuen Parias wurden nach Deutschland hineingestoßen, mochten sie sterben oder, falls sie am Leben blieben, zu-

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sehen, wie sie als Bettler und noch ärmere Teufel als die Menschen der ausgebombten Städte in den elenden Notunterkünften zurecht kamen.

Wie viele Menschen ermordet wurden oder starben, wird man niemals erfahren. Von einer Gesamtzahl von zwölf oder dreizehn Millionen, die das Verbrechen begangen hatten, Deutsche zu sein, sind vier oder fünf Millionen verschollen. Niemand weiß, wie viele davon tot oder als Sklavenarbeiter noch eine Zeitlang am Leben waren. Nur eines ist gewiß: die Aussiedlung der Juden durch Hitler wurde übertroffen durch die Ausrottung der Deutschen von der Hand der 'demokratischen, friedliebenden' Mächte der Vereinten Nationen."

Der wallisische Pfarrer Dr. Elfan Rees, der Leiter des Flüchtlingsamtes des Weltkirchenrates, stellte in seiner am 13. März 1949 an der Genfer Universität gehaltenen Predigt fest:

"Durch den Frieden der Alliierten sind mehr Menschen heimatlos geworden als durch den Krieg der Nationalsozialisten."

(Vgl. hierzu auch: Statistisches Bundesamt, Die deutschen Vertreibungsverluste — Bevölkerungsbilanzen für die deutschen Vertreibungsgebiete 1939/50, Bonn 1958, 540 Seiten.)

DIE AUSTREIBUNG DER DEUTSCHEN
AUS DER TSCHECHOSLOWAKEI

In der ČSSR allein wurden an die vier Millionen Deutsche, die dort schon 1000 Jahre, ehe Amerika überhaupt entdeckt war, ansässig gewesen waren, wie Tiere zusammengetrieben und über Berge und durch Flüsse erbarmungslos in endlosen Zügen aus dem Land gejagt. Nur zweieinhalb Millionen von ihnen erreichten die rettende Grenze. Weit über eine Million deutscher Männer und Frauen, Greise, Kinder und Säuglinge wurden bei dieser Treibjagd gleich räudigen Tieren erschlagen und hingemordet. Und ausgetrieben und hingemordet wurden nicht etwa nur die ehemaligen Nationalsozialisten, sondern unterschiedslos alle Deutschen.

300.000 besonders qualifizierte deutsche Arbeiter wurden als Zwangsarbeiter zurückbehalten, ebenso etwa 250.000 deutsche Kriegsgefangene in Konzentrationslagern untergebracht.

Die Austreibung und Niedermetzelung erfolgte nicht etwa im Kampfverlauf, sondern mitten im Frieden; sie betrafen friedliche Bauern

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und Bürger; sie waren überlegter, kalter Mord. Die Deutschen wurden einfach als vogelfrei erklärt und mußten weiße Armbinden tragen; auch die Kinder von 5 Jahren aufwärts. Die Säuglinge ließ man verhungern, die Männer wurden erschlagen und die Frauen vergewaltigt und wie Vieh über die Grenze getrieben.

Die Geschichte dieses unter dem besonderen Schutz der USA verübten ungeheuerlichen Verbrechens muß noch geschrieben werden. Das gesamte bewegliche und unbewegliche Vermögen dieser an die vier Millionen Bürger verfiel dem Staat und der Plünderung. Der Raub war so enorm, daß die weltberühmte Beute der spanischen Konquistadoren ein Bettel dagegen war. Das deutsche Sudetenland war hochentwickelt und stand als Industrieland nach Belgien an zweiter Stelle in ganz Europa. Die deutschen Gebiete der Tschechoslowakei hatten ein Flächenausmaß und eine Bevölkerungszahl wie etwa die Schweiz oder wie Dänemark, und auch der Lebensstandard war kaum niedriger. Das Verhältnis der Deutschen zu den Tschechen war sowohl bevölkerungs- wie flächenmäßig etwa 1: 2.

Wahre Orgien an Metzeleien, die die legendären Grausamkeiten der Hussiten in den Schatten stellten, begleiteten diesen gewaltigen Beutezug, dessen Ertrag sich — nach tschechischen Angaben — auf rund 2 Milliarden Golddollar belief.

Die Austreibung erfolgte derart, daß auch im letzten sudetendeutschen Dorf schwerbewaffnete tschechische Horden erschienen. Innerhalb weniger Stunden nach deren Erscheinen mußten die Dorfbewohner antreten, wurden auf verstecktes Gold, auf Juwelen, Pelze, Geld und andere Wertsachen gründlich durchsucht, dann in Kolonnen formiert und in Richtung Grenze getrieben. Die Haus- und Wohnungsschlüssel, Sparkassenbücher und Wertgegenstände mußten vor dem Verlassen des Heimes offen auf den Tisch gelegt und höchstens 20 kg Gepäck durften mitgenommen werden. Durch die langen Märsche ermüdet, warfen die meisten auch dieses letzte Gepäck noch weg, um nicht zurückbleiben zu müssen und von den Schergen, die diese endlosen Elendszüge antrieben, niedergemacht zu werden. Wer diesen furchtbaren Marsch überhaupt überlebte, kam nach Deutschland mit dem, was er auf dem Leibe trug.

Aus dem Bericht eines Augenzeugen, Father Emanuel Reichenberger:

"Prag war zur Lazarettstadt erklärt und die deutschen Truppen abgezogen worden. Diese Situation benützten die Tschechen, die während des zweiten Weltkrieges die deutsche Kriegsmaschine in der servilsten Weise bedient hatten, auf gänzlich gefahrlose Weise an den

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wehrlosen Deutschen ihren Heldenmut zu beweisen. Am 1. Mai 1945 begann in Prag die Hatz auf die Deutschen. Auf dem Wenzelsplatz wurden die unbewaffneten kranken und verwundeten deutschen Soldaten an den Laternenmasten aufgeknüpft und Feuer unter die Unglücklichen gelegt, so daß sie als lebende Fackeln eines gräßlichen Todes starben. Andere wurden vom Mob in den Straßen kurzerhand erschlagen oder erschossen.

Die Stadt war von bewaffneten tschechischen Truppen besetzt, die die deutschen Lazarette stürmten, die Verwundeten ermordeten, in die deutschen Wohnungen und Geschäfte einbrachen und unter der nichttschechischen Bevölkerung ein grauenvolles Blutbad anrichteten ... In den Straßen lagen Massen von Leichen, Soldaten und Zivilisten, Frauen und Kindern. Die unglücklichen Menschen wurden aus den Fenstern ihrer Wohnungen einfach auf die Straße gestürzt. Tag und Nacht waren die Todesschreie der unglücklichen Menschen zu hören ... Frauen wurden mit Kolbenschlägen und Peitschenhieben, vollkommen unbekleidet, durch die Straßen getrieben und gezwungen, Barrikaden zu errichten und Leichen wegzuräumen. Viele dieser geschändeten Frauen und Mädchen mußten die ermordeten eigenen Angehörigen in die Massengräber werfen. Bei der Scharnhorstkaserne wurden nicht weniger als 4000 Verwundete, die man zusammengetrieben hatte, erschossen ... Die Schwestern vom Roten Kreuz wurden vor den Augen aller öffentlich vergewaltigt."

Aus dem Bericht von Martha Halke über die Niedermetzelung der Deutschen in Prag (Ostdeutsche Passion. Father Reichenberger, Westland-Verlag, Düsseldorf):

"Auf der Flucht vor den Bolschewiken kam ich aus dem Osten mit meiner neunjährigen Tochter Mitte April 1945 nach Prag und nahm bei meiner Schwester in Prag-Weinberge 6 Zuflucht. Am 5. Mai begann die Verfolgung der Deutschen in Prag ... Was über uns hereinbrach, war zu furchtbar und bestialisch, als daß es mit bloßen Worten wiedergegeben werden könnte ... Die tschechische Bevölkerung rief trunken vor Haß: 'Erschlagt die deutschen Bestien, erschießt sie!' ... Man schnitt den Deutschen mit Rasiermessern Hakenkreuze in den Rücken und in andere Körperteile ... Es war nicht nur die Unterschichte des tschechischen Volkes, die sich bei diesen ungeheuerlichen Grausamkeiten beteiligte, auch viel Intelligenz war fest am Werk dabei ... Auf dem Karlsplatz und in der Rittergasse wurden gefangene Deutsche mit dem Kopf nach unten an die Laternen gehängt, mit Benzin angegossen und lebendig verbrannt ... Meine

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Mutter wurde zum Barrikadenbau getrieben. Ein junger Tscheche schlug ihr mit dem Gewehrkolben so lange auf die Hand, bis sie gebrochen schlaff herunterhing, weil sie seinem Befehl, mit den blanken Händen in einem Haufen Glasscherben zu wühlen, nicht schnell genug nachgekommen war ... Dann wurden ihr von einem 14jährigen Lausejungen die Kopfhaare abgeschnitten, wofür sie ihm zum Danke die Hand küssen mußte. Dann mußte sie trotz der gebrochenen Hand noch Steine tragen und wurde, weil sie den Befehl nicht ausführen konnte, so lange geschlagen, bis sie liegenblieb ...

Die Baracken der deutschen Wehrmachtshelferinnen wurden erbrochen und die Mädchen von tschechischen Frauen zu Tode getrampelt. Rote-Kreuz-Schwestern ließ man im Hemd über den Wenzelsplatz und die Fochstraße zum Wolschaner Friedhof laufen, wo sie mit Maschinengewehren erschossen wurden. Die Verwundeten trieb man aus den Lazaretten und ließ sie in den Gassen durch eine immer ärger tobende Menge Spießruten laufen."

Eine deutsche Krankenschwester berichtet über die Austreibung der Deutschen aus Brunn und ihren Todesmarsch:

"Am 30. Mai wurden wir aus unseren Brünner Wohnungen gejagt. Die ganze Nacht standen wir in Massen, Frauen und Kinder und Männer, im Freien. Bei Morgengrauen kam ein tschechischer Stabskapitän mit einer Horde von Gendarmen und Partisanen und schrie: 'Gold, Geld und Sparkassenbücher abgeben!' Nach diesem Ruf stürzten er selber und alle seine Begleiter auf die wehrlosen Frauen und Greise und entrissen ihnen alles, was ihnen wertvoll genug erschien. Eine alte Dame, der ein Partisan den ganzen Schmuck geraubt hatte, bat ihn: 'Mein Herr, ich bitte Sie, lassen Sie mir den Ehering. Er hat keinen Wert für Sie. Bald sind es 55 Jahre, daß ihn mir mein Mann vor dem Altar gegeben hat. Ich will mit diesem Ring begraben werden.' Der Tscheche schrie sie an: 'Du alte Sau!' ...

Im Morgengrauen begann der Abmarsch. Da die Massen die ganze Nacht hatten stehend verbringen müssen, brachen die Alten und Kranken schon nach wenigen Kilometern zusammen ... Ein schweres Gewitter überflutete die Straßen. Die müden, vollständig erschöpften alten Menschen rutschten auf dem aufgeweichten Boden aus und fielen. Sie wurden aufgeprügelt und weitergepeitscht. Oft waren sie nicht mehr auf die Füße zu bringen. Die Straßengräben waren gefüllt mit Gepäckstücken, die von den völlig Erschöpften weggeworfen worden waren. Wer nicht weiter konnte, starb am Wege oder wurde von der Bevölkerung überfallen, nackt ausgezogen und nach

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Schmuck und Wertgegenständen durchsucht. Zahllose wurden zu Tode geprügelt oder erschossen ...

Nacht für Nacht wurden alle Frauen, die kranken, die alten, ja die siebzigjährigen, vergewaltigt. Die Frauen kamen jede Nacht zwei- bis dreimal daran. Ein Soldat wollte ein elfjähriges Mädchen mißbrauchen. Die Mutter wehrte sich mit übermenschlichen Kräften und bot sich an Stelle des Kindes an, um das Kind zu retten. Die Mutter wurde blutig geschlagen, das Kind nicht freigegeben ... Ich wurde in einer Nacht von fünf Soldaten vergewaltigt."

Rhoma Churchill berichtet in der Daily Mail:

"Die Deutschen wurden aufgerufen, sich mit einem Stück Handgepäck vor ihren Haustüren einzufinden, um die Stadt für immer zu verlassen. Die Frauen hatten zehn Minuten Zeit, ihre Kinder anzuziehen und zu packen. Vor der Tür waren Geld, Schmuck, Uhren und Pelze abzugeben. Dann begann der Marsch zur österreichischen Grenze ... Im ganzen Land entstehen Konzentrationslager für die Deutschen, die wahllos hingebracht werden, um auf die Abschiebung nach Deutschland zu warten. Sogar Juden und Antinazi, die erst kürzlich aus den Konzentrationslagern der Gestapo befreit worden waren ..."

Augenzeugenbericht einer deutschen Frau aus Aussig:

"Ich kam am 4. August 1945 auf der Flucht nach Deutschland von Dux nach Aussig und nächtigte dort bei tschechischen Bekannten, deren Haus unmittelbar an der Elbe lag. Am 5. August um 11 Uhr vormittags war die ganze Stadt auf den Beinen. Aus einem Konzentrationslager in der Nähe wurden die deutschen Frauen und Kinder herangebracht. Ich beobachtete den Zug aus einem Fenster des zweiten Stockwerkes, was nicht auffiel, da sämtliche Fenster von tschechischen Zuschauern dicht besetzt waren. Unter ohrenbetäubendem Gejohle bewegte sich der Zug, der ausnahmslos aus Frauen und Kindern bestand, darunter eine große Zahl in Kinderwagen, zur Elbebrücke.

Hier wurden den Frauen, soweit es sich um jüngere handelte, sämtliche Kleider vom Leibe gerissen und die Arme mit eigenen Kleidungsstücken am Rücken zusammengebunden. Verzweifelte, die sich zu wehren versuchten, wurden noch auf der Brücke angeschossen und dann über die Brücke in die Elbe gestoßen. Die ersten Ertränkungen erfolgten um 11 Uhr 20 Minuten und dauerten ununterbrochen bis ungefähr um 16 Uhr. Am rechten Elbeufer waren, soweit ich feststellen konnte, brückenabwärts, eine große Anzahl von Zivilisten mit

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Gewehren und Maschinengewehren postiert. Daneben gab es zahlreiche Angehörige des zivilen nationalen Ordnungsdienstes, alle schwer bewaffnet. Die Frauen waren, wie mir Tschechen erzählten, bereits um vier Uhr früh aus dem Lager geholt worden. Die Frauen gehörten allen Bevölkerungsklassen an. Alle ihre Männer waren bereits mehrere Wochen vorher ins Landesinnere abtransportiert worden. Bei der Aushebung der Frauen wurde keinerlei Rücksicht auf Parteizugehörigkeit oder nicht genommen. Kinder in Kinderwagen — häufig stieß man auch die Mutter noch in den Kinderwagen hinein — wurden in den Strom gestoßen. Ich selbst mußte mehrere Tage im Hause bleiben, da diesen furchtbaren Ausschreitungen noch weitere Treibjagden auf die Deutschen folgten und ein Teil der Bevölkerung den Eindruck von unter einem Blutrausch stehenden Volltrunkenen machte."

Das Furchtbare bei allen diesen Verbrechen war die allgemeine Beteiligung des tschechischen Volkes daran. In der Tschechoslowakei war das ganze Volk fast ohne Ausnahme mit Begeisterung an der Austreibung und den damit verbundenen Greueltaten und Niedermetzelungen verbunden.

Das weitere Furchtbare war, daß die amerikanischen Besatzungsbehörden 750.000 der ausgetriebenen Deutschen die Aufnahme in Westdeutschland verweigerten, so daß sie in der Ostzone Deutschlands den Sowjets ausgeliefert wurden. Ein amerikanischer Journalist schrieb hiezu (Wanderer, St. Paul, Minnesota, 13. November 1947):

"Wir haben 750.000 Sudetendeutsche an die Sowjets verschachert; wir verweigerten ihnen die Einreise in die amerikanische Zone Deutschlands."

Und dieselbe Zeitung schrieb am 30. Oktober 1947:

"Stalins Weizen blüht. Millionen von Deutschen hat man ihm kaltblütig ausgeliefert, 750.000 in die Sowjetzone verschleppt. Was können diese Unglücklichen anderes tun, als Kommunisten zu werden, wenigstens äußerlich? Sollen sie neuerdings ihr Leben riskieren aus Liebe zu schönen Phrasen und entgegengesetzten Taten der Westmächte? Wer nimmt sie auf, wenn sie Widerstand leisten?"

Den Haß Amerikas gegen alles Deutsche kann man aus folgender ungeheuerlicher Tatsache ermessen: Den von den Tschechen und Polen ausgetriebenen und vor ihren tschechischen und polnischen Mördern flüchtigen Deutschen erlaubten die Amerikaner nicht die Ein-

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reise nach Westdeutschland, in ihr eigenes Vaterland. Sie mußten in der deutschen Sowjetzone unter bolschewistischer Herrschaft bleiben.

Die Tschechen und Polen aber, die zuerst in ihren Ländern den Kommunisten zur Macht verholfen hatten, sich dann unter bolschewistischer Herrschaft aber nicht sicher und wohl genug fühlten und nach Deutschland flüchteten, mußten in Westdeutschland aufgenommen werden.

Man kann sich die niederschmetternde Wirkung der amerikanischen Befehle (Verordnung des amerikanischen Hohen Kommissars) auf das deutsche Volk vorstellen, der den Deutschen auftrug, die flüchtenden Räuber und Mörder nicht nur in Westdeutschland aufzunehmen, sondern auch auf deutsche Kosten unterzubringen und zu erhalten. Dabei handelte es sich hier nicht nur um einige wenige. In Bayern allein mußten hunderttausend flüchtige Tschechen und Ungarn aufgenommen und erhalten werden — zur gleichen Zeit, als sich Hunderttausende ausgeraubte, vertriebene, hungernde und frierende deutsche Flüchtlinge ohne Obdach und Nahrung, Frauen und Kinder, an den Grenzen Westdeutschlands stauten und vergeblich um Einlaß in ihr Vaterland bettelten.

Dabei waren unter den Tschechen und Polen vielfach Menschen, die nachgewiesen Massenmorde an Deutschen begangen hatten. Die Mörder durften von den Deutschen nicht zur Rechenschaft gezogen und mußten von ihnen noch auf deutsche Kosten untergebracht und erhalten werden.

Die Neue Zürcher Zeitung vom 15. Juni 1946 schreibt:

"Es ist wahr, daß in Teplitz-Schönau deutsche Frauen aus dem zweiten Stock sprangen, um nicht vergewaltigt zu werden; es ist wahr, daß hier deutsche Kinder aus den Fenstern geworfen wurden; es ist wahr, daß Dutzende von Deutschen an den Bäumen im Kurpark hingen; es ist wahr, daß tagelang Gebrüll und Geschrei die Straßen füllte."

Father Reichenberger bringt im Wochenblatt Neue Heimat, Linz, vom 6. Februar 1949 folgenden Tatsachenbericht:

"Als ehemalige leitende Ärztin des tschechischen Konzentrationslagers Olomouc-Hodolany lege ich folgendes eidesstattlich nieder: Im Lager befanden sich auch Engländer, Juden, Zigeuner und aktive kommunistische deutsche Arbeiter und viele Kinder ... Neun Baracken — normalerweise für je 80 Personen berechnet — waren mit 2800 bis 3200 Personen belegt ... Sie lagen alle, Männer, Frauen und Kinder, auf dem blanken Fußboden ... Bei der Einlieferung ins Lager wurde

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ihnen auch das Letzte noch abgenommen. Den Brillenträgern wurden die Brillen zerschmettert. Sie wurden getreten, geschlagen, bis sie zusammenbrachen ... Magistratsdirektor Dr. Z. wurde, nachdem man ihn blutig geprügelt hatte, getötet, indem man ihm einen Schlauch in den After einführte und ihm so lange kaltes Wasser in den Darm einströmen ließ, bis er starb. Ing. H. wurde zweimal gehängt und wieder abgeschnitten, dann mit einer Riemenpeitsche mit Bleikugeln geschlagen, daß er aussah wie ein anatomisches Präparat von bloßgelegten Sehnen, Blutgefäßen und Nerven. Dann wimmelten in den heißen Sommermonaten Myriaden von Fliegenmaden, bis der Tod dieser Qual ein Ende machte. Der Tote wog kaum noch 30 kg. Diese Methode, jemanden langsam sterben zu lassen, war die häufigste. Monatelang waren die Räume mit derart zugerichteten Menschen belegt. Bei der Ausdehnung der zerschlagenen Muskulatur und der Wunden war an eine Heilung nicht zu denken. Der furchtbarste Fall war ein 13jähriges deutsches Mädchen, das von einem Kapitän der tschechischen Armee vergewaltigt worden war und dem davon ein 30 Zentimeter langes Stück Darmschlinge aus der Scheide hing ... Aus dem Altersheim Olmütz wurden 68 alte Leute in das Lager gebracht und von den 17- bis 19jährigen der Wachmannschaft einfach zusammengeschossen, weil sie alt und unnütz waren."

Marianne Klaus gibt an (Kern, Das andere Lidice, S. 108):

Am 9. Mai 1945 wurde mein Mann, 66 Jahre alt, in der Polizeidirektion in Prag zu Tode geprügelt. Sein Gesicht hatte faustgroße Beulen, Mund und Nase waren eine blutige Masse, seine Hände dick angeschwollen. Ich sah, wie man Deutsche mit Peitschen so lange ins Gesicht schlug, bis sie zusammenbrachen. Dann wurden sie mit Füßen in den Bauch getreten, daß das Blut hervorquoll, und schließlich eine Treppe hinuntergeschleift. Ich sah, wie eine deutsche Wehrmachtshelferin gesteinigt wurde, bis sie zusammenbrach. Dann wurde sie an einem Rollbalken eines Geschäftes aufgehängt. Ich sah einen Soldaten mit einem Fuß an einem Kandelaber hängen und vom Kopf herauf brennen ..."

Stefanie Mohr gibt an (Kern):

"Ich wurde geprügelt und in den Bunker im Kaunitzkolleg geworfen. Jede Nacht kamen die tschechischen Polizisten und mißhandelten die Häftlinge. Einer verlangte von mir, daß ich seinen Geschlechtsteil in den Mund nehme. Als ich mich weigerte, wurde ich geprügelt, mit den Füßen getreten, mit dem Gummiknüppel in den Mund gestoßen. Eine Frau wurde neben mir so geprügelt, daß ihr

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die Sehnen an den Fußsohlen durchschlagen wurden. Dann wurde sie in diesem Zustande von einem Aufseher vergewaltigt. Einmal kamen zehn junge Tschechen. Wir mußten uns ausziehen und eine der anderen den Geschlechtsteil ablecken. Dann wurden wir geprügelt."

Hertha Kaiser, ehemalige Leiterin eines Müttererholungsheimes in Liblin bei Pilsen gibt an (Kern, S. 201 und 203):

"Am 8. Mai 1945 wurde ich mit einer anderen Frau und zwei Kindern verhaftet, gefesselt und an einen Wagen gebunden, der im Trab nach Kralowitz fuhr, daß ich im Laufschritt mitlaufen mußte. Ein tschechischer Radfahrer trieb uns mit der Peitsche an. Am Marktplatz in Kralowitz wurden wir der tschechischen Zivilbevölkerung zur Mißhandlung freigegeben ... Wir wurden geprügelt und angespuckt. Dann wurden wir in einen Kohlenschacht zur Arbeit verschickt, wo ich 7 Monate auf blanker Erde liegen mußte."

Elfriede Brookelt gibt an (Kern, S. 210):

"Wir wurden am 1. Juni 1945 verhaftet und ohne Angabe von Gründen ins Gefängnis von Grottau eingeliefert und schwer mißhandelt. Am 13. Juni wurden wir, 30 Personen, ins Kreisgericht Reichenberg eingeliefert. Männer und Frauen mußten sich nackt ausziehen. Jede Frau wurde von vier tschechischen Soldaten mit Gummiknütteln und Peitschen, über ein Bett gebeugt, geschlagen. Als ich an der Reihe war, weigerte ich mich, mich auszuziehen, da ich unwohl war. Ein Wachtmeister schaute nach, ob das wahr sei, und erklärte, das sei gleich. Da ich mich trotzdem nicht auszog, zog mir ein Wachtmeister das Hemd hoch und ein anderer die Hose herunter, und es schlugen mich vier Männer mit Gummiknütteln und Peitschen. Dann wurde ich noch von einem Wachtmeister geohrfeigt und an den Haaren in die Zelle geschleift."

Maria Benatzky gibt an (Kern, S. 224):

"Ich befand mich am 30. Juli 1945 in einem Friseurgeschäft am Marktplatz in Aussig, wo ich den Platz übersehen konnte. Ich sah, wie tschechische Eisenbahner in Uniform und tschechische Zivilisten die Deutschen, die ja alle Armbinden tragen mußten, jagten. Zu 30 und 40 stürzten sie immer auf ein Opfer, schlugen es zu Boden und traten es mit Füßen, bis es liegenblieb. Kopf und Gesicht waren dann nur mehr eine blutige, unförmige Masse. Unter den Opfern befanden sich auch Frauen und Mädchen ... Ich hörte die Todesschreie eines Mädchens und sah, wie es niedergetrampelt wurde ... 30—50 deutsche Arbeiter wurden auf den Brückenplatz geworfen und von tsche-

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chischen Soldaten mit Maschinengewehren hineingeschossen, solange sich einer noch rührte. Viele Deutsche wurden in schwerverletztem Zustande in die Elbe geworfen und beschossen, wenn sie aus dem Wasser auftauchten ... Wenigstens 600 Deutsche haben an diesem Tage in Aussig das Leben verloren."

Adam Ehrenhart gibt an (Kern, S. 225 f.):

"Wir waren gegen 2000 Kriegsgefangene. Die amerikanischen Entlassungspapiere waren uns weggenommen worden ... Wir wurden von einem Arzt auf das SS-Blutgruppenzeichen untersucht und dabei ungefähr 200 SS-Angehörige festgestellt ... Diese wurden der Zivilbevölkerung zur Mißhandlung ausgeliefert. Ich war selbst Augenzeuge, wie sämtliche 200 Mann von der Zivilbevölkerung auf das grausamste ermordet wurden. Die SS-Leute wurden von den Frauen mit Messern und Dolchen erstochen und mit Knüppeln erschlagen. Körper, die noch lebten, wurden mit Benzin übergössen und verbrannt. Ich habe selbst mitgeholfen, die Leichen in 3 Massengräbern im Schloß von Nachod zu begraben.

Die Kriegsgefangenen wurden täglich geprügelt ... Kiefer zerbrochen ... Augen ausgeschlagen ...

Die Deutschen wurden 500 Meter weit durch eine Reihe tschechischer Zivilisten einzeln durchgejagt und dabei — Männer, Frauen und Kinder — von der Bevölkerung mit Stöcken geschlagen. Vielen wurde ein Bein gestellt. Wenn sie fielen, wurden sie mit Füßen getreten. Die Deutschen wurden zu dieser Mißhandlung namentlich aufgerufen."

Ingenieur Franz Rösch gibt an (Kern, S. 245 f.):

"Ich sah in Wokonitz, wie Tausende von deutschen Soldaten und Zivilisten — Männer und Frauen und Jugendliche — auf die grausamste Art ermordet wurden. Sie wurden von tschechischen Revolutions-Gardisten meist mit Knüppeln erschlagen, zum kleineren Teil erschossen. Die meisten wurden nur angeschossen, um sie zu quälen, und dann erschlagen. Die furchtbar zerschlagenen Körper wurden häufig mit Salzsäure eingerieben, um sie zu quälen."

Robert Rief berichtet (Kern, S. 247 f.):

"Ich bin bis 10. Oktober 1945 in Saaz gewesen und hatte Gelegenheit, alles mitzuerleben, was in meiner Heimatstadt vorgegangen ist ... Die Deutschen wurden zu Tausenden in ein Lager nach Postelberg gebracht. Angehörige der Revolutionsgarde schossen wahllos in die Menge ... Fünf 13—15jährige Buben, darunter der kleine Kör-

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ner, dessen Vater der Exekution zuschauen mußte, wurden an die Wand gestellt und ohne weiteres erschossen ... Am 13. Juni, nachdem bereits alle Männer weggeschafft waren, wurden alle Frauen in ein Lager in die Kaserne von Saaz gebracht ... Am Abend öffneten sich die Tore des Lagers den russischen Soldaten, die sich wie die wilden Tiere auf die deutschen Frauen stürzten und sie vergewaltigten. Sie taten ihren Opfern in aller Öffentlichkeit Gewalt an. Die Tschechen vergnügten sich damit, zuzusehen ... Saaz, eine rein deutsche Stadt mit etwa 20.000 Einwohnern, ist ganz entvölkert worden ... Dem Arzt Dr. Krippner, dessen Frau eine Tschechin ist, wurde von den Tschechen eine Sprengschnur um den Hals gelegt und sein Körper furchtbar verstümmelt."

Else Rotter berichtet (Kern, S. 250) über das als "Landskroner Blutgericht" bekannte Massaker der Deutschen:

"Die tschechische Meute trieb die deutsche Bevölkerung ohne Unterschied des Alters auf dem Marktplatz von Landskron zusammen. Mit erhobenen Händen mußten sie warten, bis alle Opfer beisammen waren. Etwa 50 Männer, darunter [es folgen Namen] ... ein achtzigjähriger Greis wurden ohne Verfahren auf den Kandelabern aufgehängt. Die Schreie der Gemarterten waren durch die ganze Stadt zu hören. An die hundert ältere Männer wurden in ein zu Luftschutzzwecken erbautes Wasserbecken geworfen."

Karl Schöner berichtet (Kern, S. 256):

"Von den vielen deutschen Ärzten in Prag wurden die meisten erschlagen, so Universitätsprofessor Dr. Albrecht, Universitätsprofessor Dr. Greipl, Universitätsprofessor Dr. Watzka [folgen weitere Namen]."

Jaroslaw Stransky, der Sohn des ehemaligen tschechischen Justizministers Jan Stransky, schreibt in seinem Buch Eastwind over Prague:

"In einem Prager Haus verbarrikadierte sich eine Gruppe von SS-Männern, während sie die Bevölkerung von der Straße belagerte. Als sich die Menge nach einigen Stunden den Zugang zum Haus erkämpft hatte, wurden die Deutschen, die noch am Leben waren, mit dem Kopf nach unten an den Straßenlaternen aufgehängt und langsame Feuer unter ihnen angezündet."

Das Protokoll der 86. Sitzung des bayrischen Landtages vom 18. August 1948 bringt auf S. 28 die eidliche Aussage eines Arztes:

"Am 10. oder 11. Mai lag ich in einem Gehölz. Markerschütternde

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Schreie rissen mich aus dem Schlaf. Etwa 200 m von mir entfernt sah ich auf der Straße 60 bis 80 deutsche Soldaten, von Tschechen bewacht, dahintrotten ... Die schwerbewaffneten Banditen griffen sich jeweils in kurzen Abständen ein bis zwei Mann aus den Reihen. Sie schlugen sie mit Knüppeln und Gewehrkolben, bis sie zusammenbrachen. Den Ohnmächtigen wurden die Beine zusammengebunden. Dann hingen die Tschechen diese unglücklichen Leute mit dem Kopf nach unten an den Bäumen der Straße auf ... Unter dem Kopf jedes Gehängten zündeten die Verbrecher Feuer an. Ich habe niemals Menschen so unmenschlich schreien gehört wie damals."

Zum tschechischen Grauen von 1945 schreibt Hans Udo Stein in seinem Artikel "Der tschechische Völkermord vom Mai 1945" in Die Plattform, Heft A 2/3, 1960, S. 6 f.:

"Die UNO hat eine Art Weltgesetz gegen 'Genocidium' angenommen, das die Ausrottung ganzer Menschengruppen aus rassischen, religiösen oder politischen Gründen ächtet. Bei der Beschlußfassung wirkte ein Staat mit, der selbst das scheußlichste 'Genocid' begangen hat ... Von diesem 'Völkermord' aber wird geschwiegen, weil die Opfer Deutsche waren und dieser Staat die ČSSR ist. Die Schuldigen an diesem Verbrechen sind nicht die Tschechoslowaken, die es gar nicht gibt, auch nicht das brave Bauernvolk der Slowakei, sondern allein die Tschechen, die sich an diesen Greueltaten so allgemein und in einem solchen zahlenmäßigen Ausmaß aktiv beteiligt haben, wie das bei ähnlichen Massakern in keinem anderen Lande der Fall war ... Zu unvernünftig, um die Verbindung mit Deutschland, die geographisch und wirtschaftlich die gegebene ist, zu bejahen, und zuwenig mutig, einen bewaffneten Freiheitskampf zu beginnen ..., warteten sie, bis es gefahrlos war, sich in unvorstellbarer unmenschlicher Grausamkeit auszutoben.

Diese Stunde kam im Mai 1945. Die deutsche Führung wollte die Stadt Prag, die sich nicht mehr schützen konnte, nicht von der feindlichen Luftwaffe verwüsten lassen, und erklärte sie zur Lazarettstadt. Die deutschen Truppen wurden daher gemäß den völkerrechtlichen Bestimmungen aus Prag abgezogen. Das war am 1. Mai. Und jetzt, als es keine bewaffneten deutschen Verbände mehr in Prag gab, schlugen die Tschechen los. Es begann mit einer Treibjagd durch die Straßen. Tschechische Haufen fingen einzelne Verwundete, aber auch Hitlerjungen, banden ihnen Stricke um die Beine, stellten Benzintanks unter die mit dem Kopf nach unten hängenden unglücklichen Deutschen und klatschten wie besessen Beifall, wenn die Deutschen

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als lebende Fackeln verbrannten. Heulende Horden bewaffneter Tschechen drangen in die Wohnungen der Deutschen, erschlugen Männer und Frauen und Kinder. Die Tschechen griffen hauptsächlich die Lazarette an. Man trieb, wen man nicht ermordete, in provisorischen Gefängnissen zusammen. Aus den Wohnungen in den oberen Stockwerken warf man die Deutschen, vor allem die alten Leute und die Säuglinge, aus den Fenstern auf die Straße. Man schändete die Frauen, vom Schulmädchen bis zur Greisin, und schlug sie dann nieder oder ermordete sie ...

Und was in Prag begonnen hatte, wuchs sich dann in ganz Böhmen und Mähren zur Hölle des Massenmordes aus."

Jürgen Thorwald, der als Anti-Nazi bekannte Autor, schildert in seinem Buch Die große Flucht die Greueltaten der Tschechen nach Augenzeugenberichten. Er schildert, wie der deutsche Pfarrer einer Gemeinde bei Pirna (deutsche Ostzone), Karl Seifert, mit einigen alten Männern seiner Gemeinde jene Deutschen bestattete, die Tag für Tag an den Ufern der Elbe angespült wurden.

"Sie kamen elbeabwärts aus der Tschechoslowakei. Es waren Frauen und Kinder, Säuglinge und Greise und deutsche Soldaten. Es waren Tausende und Abertausende, von denen der Strom nur wenige an jene Seite des Ufers schwemmte, an der die Gemeinde des Pfarrers Seifert lag. Am 20. Mai 1945 geschah es, daß der Strom nicht nur solche Deutsche von sich gab, die zusammengebunden ins Wasser geworfen und ertränkt worden waren, nicht nur solche Opfer, die man, bevor man sie in den Fluß warf, erdrosselt, erstochen und erschlagen, ihrer Zunge, ihrer Augen, ihrer Brüste beraubt hatte. Der Strom trieb, wie ein Schiff, eine hölzerne Bettstelle an, auf der eine ganze deutsche Familie samt ihren Kindern mit langen Nägeln angenagelt war!"

Jürgen Thorwald schreibt am 14. Januar 1951 in der Ostdeutschen Zeitung:

"Das waren keine Menschen, die wahllos jeden Deutschen niederprügelten und zu Tode traten. Das waren keine Menschen, die nackte deutsche Frauen zwangen, Steine fortzuräumen, ihnen die Achillessehnen durchschnitten und sich an ihrem hilflosen Anblick weideten. Das waren keine Menschen, die deutsche Mädchen, ... nachdem sie ihnen die Kleider geraubt hatten, durch die Fochova-Straße nach dem Wolschaner Friedhof trieben und sie dort mit Maschinengewehren zusammenschossen oder andere mit Schlägen und Stichen in Heuhaufen hineintrieben und diese dann anzündeten. Und dies waren

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nur einige Episoden aus dem Meer an Unmenschlichkeit, in dem die einfache Erschießung — wie die Hunderter von Schülern der Adolf-Hitler-Schule — noch als eine Wohltat erschien ... Allein in der Scharnhorst-Kaserne waren 4000 verwundete Soldaten, die man aus den Lazaretten herausgeholt hatte, erschossen worden.

Im ganzen Lande setzte die Ermordung, Festnahme und Vertreibung der Deutschen ein ... bevor man die Deutschen aus dem Lande trieb (das viele Hunderte Jahre ihre Heimat gewesen war), mußten sie durch die grauenhaften Verhungerungslager des Tschechenstaates gehen.

Es gab 56 Konzentrationslager in der Tschechoslowakei, darunter das Lager Budweis unter der Leitung des blutigen Kommandanten Hrnecek (der wegen seiner Grausamkeiten von den Amerikanern notgedrungen verurteilt, aber dann sofort begnadigt wurde), das Todeslager von Joachimsthal, wo der Massenfolterer Kroupa eine Hölle einrichtete (der dann nach Deutschland flüchtete, nicht zur Verantwortung gezogen werden durfte, sondern vom deutschen Staat noch erhalten werden mußte), das furchtbare Lager in Pribram usw., usw., usw."

Grauenhaft sind die Schilderungen der Tausende von Hinrichtungen von Deutschen, die durch tschechische Haßgerichte zum Henkertod verurteilt wurden. (Vgl. hiezu die Dokumente zur Austreibung der Sudetendeutschen, die der UNO überreicht wurden.)

Angesichts dieses satanischen Massenmordes an Deutschen und der satanischen Grausamkeiten, die an Deutschen verübt wurden, ist es wahrhaft der größten Bewunderung wert, wenn es in der Charta der Heimatvertriebenen heißt:

"Wir Heimatvertriebenen verzichten auf Rache und Vergeltung!"

Der Priester Father Reichenberger berichtet in seinem erschütternden Buch Europa in Trümmern:

"Haben die demokratischen Tschechen in Prag dagegen protestiert, als die brennenden Menschenfackeln auf Befehl des Präsidenten Benesch unter unsäglichen Schmerzen zum Himmel loderten? Fanden sie ein Wort des Widerstandes, als in der Großschlächterei in Prag mehrere hundert Deutsche mit Fleischhaken am Kinn lebend gehenkt wurden? Haben sie zu verhindern gesucht, daß Tausende Deutsche, zu Tode gequält, in die Elbe geworfen wurden? Wiesen sie jene Mörder in Schranken, die in einer böhmischen Stadt mit Frauen- und Kinderköpfen das Wappen des roten Teufels formten? Nahmen sie Anstoß daran, wenn tschechische Jugend mit abgeschnittenen deutschen Köpfen Fußball spielte?"

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DIE LÜGEN EINES MASSENMÖRDERS

Das schlechte Gewissen plagt viele Tschechen. Sie suchen sich durch die Erfindung von Greuellügen zu verteidigen.

So schreibt der tschechische Jude W. R. Nebesar, Brünn, zur Zeit in Haifa, Israel, an die DNZ in München (DNZ vom 1. 4. 1966, Nr. 13, S. 9): "Ich habe die deutsche Besetzung zweieinhalb Jahre mitgemacht; dann ging ich über die Grenze und vereinigte mich mit der russischtschechoslowakischen Legion in Rußland und kämpfte gegen die Nazis (ich erhielt fünf Tapferkeitsmedaillen)."

Dieser Mann erfindet aus der Luft folgende deutsche Greuel:

"Am 6. April war der Todestag unseres Präsidenten Masaryk ..., und da ist es Usus, daß alles an sein Grab pilgert. Als gerade 10.000 dort waren, eröffneten die Deutschen ein wahnsinniges MG-Feuer auf uns Wehrlose und Nichtsahnende. Den 'Erfolg' können Sie sich vorstellen ... Am 28. Oktober, dem Gründungstag der Republik, stürmten die Deutschen die Studentenheime, Klublokale, als gerade alles dort versammelt war, um diesen Tag zu feiern, verhafteten alle und erhängten und erschossen nach drei Stunden 563 Studenten, 1789 Arbeiter. Nach vier Monaten deutscher Besetzung wurden alle ehemaligen Unteroffiziere verhaftet, und bis 1945 kehrte keiner mehr zurück. Im ganzen waren es 89.600 Mann. Die Deutschen verschleppten aus meiner Heimat 2.394.000 Tschechen ins KZ, und es kamen zurück 5600 Menschen. Sieben Dörfer wurden ohne jeden Grund mit Mann und Maus angezündet und verbrannt (Summe 19.878 Menschen). Verbrannt! Lebendig! Außerdem wurden 123.000 Menschen gehängt, massakriert, torturiert ... Wenn Sie diese Tatsachen nicht glauben, dann schreiben Sie an das tschechische Außenministerium um die Broschüre Die Nazis in der ČSSR, dann das Buch Gegen die Übermacht, dann Wie die Sudetendeutschen in Prag hausten. Unsere Offiziere wurden aufgefordert, mit ihren Medaillen zu erscheinen vor der Gestapo in Prag ... Dann wurden die Medaillen glühend heiß gemacht und den Männern so auf den Bauch eingebrannt (Protokoll Nr. 545 des Außenministeriums, Akt 456/1939, Band 5). So geschehen an 456 Mann."

Das sind alles schlecht erfundene Propagandalügen eines kranken Hirns, um die eigenen Morde zu rechtfertigen. Das Einbrennen glühender Medaillen ist mit absoluter Sicherheit eine der mit menschlicher Phantasie nicht zu fassenden Greueltaten der Tschechen nach der Kapitulation an der Wehrmacht.

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DIE TSCHECHEN IN DER ÖSTERREICHISCH-
UNGARISCHEN MONARCHIE

Böhmen und Mähren haben durch mehr als ein Jahrtausend zum deutschen Staatsverband gehört. Tschechen und Deutsche haben durch eineinhalb Jahrtausende nebeneinander in einem Staat gelebt. In diesen vielen Jahrhunderten wurden die an Zahl weit unterlegenen Tschechen ihrer Nationalität nicht beraubt. Im Verband der österreichisch-ungarischen Monarchie bekleideten sie die höchsten Staatsämter und Ministerposten. Dieser österreichisch-ungarischen Monarchie stellte der tschechische Historiker Palacki das ehrenvolle Zeugnis aus, sie sei für die in ihr vereinigten Völker sehr segensreich gewesen, und meint:

"Wenn die österreichisch-ungarische Monarchie nicht bestünde, müßte sie erfunden werden."

DIE SELBSTÄNDIGE TSCHECHOSLOWAKEI

Im Juni 1917, während des ersten Weltkrieges, hatte in Stockholm die Konferenz der "Sozialistischen Internationale" getagt. Die Forderung der tschechischen Nationalisten unter Führung von Th. G. Masaryk nach der Zerstörung der Monarchie und Schaffung eines unabhängigen tschechischen Staates wurde von den tschechischen Sozialisten abgelehnt.

Diese forderten vielmehr einen unabhängigen tschechischen Staat innerhalb einer österreichischen Föderation. Trotzdem zerschlug Wilson 1918 das Meisterwerk der österreichisch-ungarischen Monarchie. Das herrliche Staatengebilde der Monarchie wurde balkanisiert. Zwergstaaten wurden geschaffen, die sich gegenseitig an Großmannssucht und nationalem Chauvinismus überschlugen und überboten. Unter Verhöhnung des Selbstbestimmungsrechtes und der Gerechtigkeit für alle, für die Amerika angeblich in den Krieg gezogen war, wurden das deutsche Sudetenland und die Slowakei, die eine eigene, von der tschechischen Sprache verschiedene Sprache sprechen und eine eigene, verschiedene Kultur hatten, gegen ihren feierlichen Protest in den neuen tschechischen Staat gepreßt, in dem sieben Millionen Tschechen sofort begannen, über 3,5 Millionen Deutsche und etwa 1,5 Millionen Slowaken zu herrschen, sie ihres Selbstbestimmungsrechtes und ihrer Nationalität zu berauben und sie zu tschechisieren.

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DER BERICHT DES LORD RUNCIMAN

Nach dem Urteil des von England als Beobachter und Sonderbeauftragter Großbritanniens in die ČSSR entsandten Lord Runciman war der Beschluß der Bevölkerung des Sudentenlandes, sich und ihr Land an Deutschland anzuschließen, Ausdruck des demokratischen Selbstbestimmungsrechtes und eine "gerechte und natürliche Entwicklung".

In dem Bericht, den Lord Runciman dem britischen Premier Neville Chamberlain erstattet, heißt es:

"Es ist ein hartes Ding, durch eine feindliche Rasse regiert zu werden, und ich wurde in dem Eindruck gefestigt, daß die tschechoslowakische Herrschaft in den sudetendeutschen Gebieten in den letzten zwanzig Jahren gekennzeichnet war durch Taktlosigkeit, Mangel an Verständnis, kleinliche Unduldsamkeit und Diskriminierung bis zu einem Punkt, wo die Empfindlichkeit der deutschen Bevölkerung sich unvermeidlich in der Richtung der Empörung bewegen mußte. Lokale Reibungen ergänzen diese Hauptbeschwerden; tschechische Beamte und Polizisten, die wenig oder kein Deutsch sprechen, wurden in großer Anzahl in rein deutsche Gebiete gebracht, tschechische Bauernsiedler wurden ermutigt, sich inmitten der deutschen Bevölkerung niederzulassen: für die Kinder dieser tschechischen Eindringlinge wurden in großem Maße tschechische Schulen gebaut. Es ist eine weit verbreitete Ansicht, daß tschechische Firmen bei der Vergebung von Staatsaufträgen bevorzugt werden ...

Ich glaube, daß diese Beschwerden in der Hauptsache berechtigt sind. Sogar zur Zeit meiner Mission konnte ich keine Bereitwilligkeit zur Abhilfe auf Seiten der tschechoslowakischen Regierung finden.

Bis vor drei oder vier Jahren bestand unter den Sudetendeutschen das Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Aber der Aufstieg von Nazi-Deutschland gab ihnen neue Hoffnung. Ich betrachte es als eine natürliche, in den Umständen gelegene Entwicklung, daß sie sich an ihre Verwandten um Hilfe wandten, mit dem Wunsche, sich ans Reich anzuschließen."

Es war ein grundlegender staatsmännischer Irrtum, daß die Tschechen den Staat als Minderheitenstaat ansahen, in dem die Deutschen eine Minderheit seien; die Bevölkerung bestand aus etwa 7,2 Millionen Tschechen, 2,5 Millionen Slowaken, 3,5 Millionen Deutschen und 0,7 Millionen Magyaren. Der Staat wurde aber von den Tschechen

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beherrscht, die die anderen Nationen zu entnationalisieren suchten. Das war der zweite grundlegende staatsmännische Irrtum der Tschechen; ein Nationalitätenstaat ist etwas wesentlich anderes als ein Minoritätenstaat.

DIE TSCHECHEN IM PROTEKTORAT
UNTER DEUTSCHER SCHUTZHERRSCHAFT

Hitler befreite die deutschen Sudetengebiete; die Slowakei erhielt endlich die jahrhundertelang erstrebte Selbständigkeit. Der tschechische Staat wurde deutsches Protektorat.

Wenn auch der damalige tschechische Staatspräsident Hacha mit Deutschland den Protektoratsvertrag schloß, ist das Protektorat doch eine Schöpfung der Gewalt. Politisch gesehen war diese Gewalttat für Deutschland lebensnotwendig. Weder die USA noch England, noch irgendeine andere Großmacht hätten im gleichen Fall anders handeln können. Berlin und zahlreiche andere deutsche Großstädte lagen nur Flugminuten von der Tschechei entfernt. Dabei war dieser Staat Deutschland feindlich gesinnt. Es war unmöglich für eine Großmacht, sich gegen die tödliche Gefahr eines feindlichen Flugzeugstützpunktes in so unmittelbarer Nähe nicht zu sichern. Die Schaffung des Protektorates wurde deshalb auch international anerkannt. Selbst durch die UdSSR.

Die Ausrüstung der tschechischen Industrie erhöhte sich während der deutschen Besetzung um 11 Prozent.

Die Umwandlung der ČSSR in ein Protektorat geschah in vollster Ruhe. Kein Protest des tschechischen Volkes erfolgte. Kein Widerstand wurde geleistet. Es gab keinen Streik, schon gar keinen Generalstreik. Das englische Unterhaus stellte ungehalten fest, daß "die Tschechen sich selbst aufgegeben und nicht einmal eine Geste gegen die Okkupation gemacht" hätten.

Die Tschechen hatten auch unter dem deutschen Protektorat nicht zu leiden. Sie tauschten dafür Sicherheit, Ruhe und Ordnung und Wohlstand ein. In für das ganze übrige Europa schweren Kriegszeiten lebten die Tschechen gesichert in Ruhe und in bedeutendem wirtschaftlichem Wohlstand. Das Protektorat hatte seine eigene Regierung; der Verwaltungs- und Beamtenapparat und die Polizei blieben fast unangetastet. Überall wehte frei und ungehindert die tschechische Flagge.

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Die Tschechen lebten in kultureller Autonomie und in wirtschaftlichem Wohlstand den ganzen furchtbaren Krieg hindurch. Kein Tscheche brauchte Kriegsdienste zu leisten; keiner wurde deutscher Soldat. Die Einreise und Niederlassung von Deutschen in Böhmen und Mähren war an eine besondere Erlaubnis gebunden, die nicht leicht erteilt wurde.

Das tschechische Volk wußte das zu schätzen. In Wahrheit gab es bei keinem nichtdeutschen Volk so viele Hitler-Verehrer wie unter den Tschechen. Während der ganzen Dauer des deutschen Protektorates gab es keine Partisanenverbände, keine Sabotagegruppen, keinen Fememord, kein einziger Eisenbahnzug wurde in die Luft geblasen, keine Brücke gesprengt, kein Militärtransport durch einen Straßenüberfall behelligt.

Das Protektorat war der sicherste Fleck Erde in ganz Europa. Der Tscheche lebte ruhig, sicher und ungeschoren mit hohem Verdienst — besser als jeder andere Europäer, die Deutschen inbegriffen. Je höher der tschechische Lebensstandard anstieg, um so mehr schwand jeder Widerstandswille auch dort, wo er früher bestanden hatte. Niemals gab es in den ganzen sechs Jahren des deutschen Protektorates einen Versuch zu aktivem Widerstand. Jeder Tscheche arbeitete fleißig für die Hitlerische Kriegsmaschine und fuhr dabei ausgezeichnet.

Zu einem aktiven Widerstand kam es erst am 5. Mai 1945, als die deutsche Niederlage schon völlig unabwendbar war, die amerikanischen Panzer bereits in Pilsen und die bolschewistischen Divisionen schon vor Bodenbach standen.

Es gab auch keinen sichtbaren und fühlbaren passiven Widerstand. Die Beamtenschaft, angefangen von der hohen Ministerialbürokratie bis hinunter zum Amtsdiener, arbeitete ohne Anzeichen einer passiven Resistenz. Der tschechische Beamtenapparat einschließlich tschechischer Polizei und Gendarmerie funktionierte bis zum Kriegsende tadellos. Alle deutschen Anordnungen und Weisungen wurden reibungslos durchgeführt. Eine tschechische Offiziersverschwörung in den ersten Tagen des Protektorates wurde durch die tschechische Polizei aufgedeckt und unschädlich gemacht.

Die gleiche durchaus positive Haltung wie die Beamtenschaft und die polizeiliche Exekutive nahmen auch die tschechischen Industrieführer und Finanzgewaltigen und die gesamte tschechische Arbeiterschaft ein. Die tschechische Wirtschaft arbeitete fleißig und reibungslos für die deutsche Rüstung und Wirtschaft, und alle Tschechen fuhren dabei ausgezeichnet. Die tschechische Rüstungsindustrie ebenso wie die tschechische Landwirtschaft steigerten gleicherweise ihre Produk-

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tion auf einen bis dahin ungekannten und unerreichten Höchststand. Darüber hinaus arbeiteten die Tschechen auf dem Rüstungssektor produktiver als selbst die Deutschen. Die Produktivität in der tschechischen Metallindustrie lag 15,18 Prozent über dem deutschen Reichsdurchschnitt (Statistik des Zentralverbandes der Industrie in Prag).

Diese Tatsache allein, die niemals durch Zwang und Gewalt erzielbar gewesen wäre, beweist die Freiwilligkeit und Bereitwilligkeit der Leistung der tschechischen Arbeiter.

Von 1939 bis 1945 stieg der Leistungsanteil der tschechischen Industrie an der gesamten Rüstungsindustrie Deutschlands bis zu 33 Prozent! Den tschechischen Ingenieuren und Arbeitern waren geheime Fertigungsprogramme anvertraut. Die tschechischen Arbeiter wetteiferten mit den deutschen an Präzision, Verläßlichkeit und Fleiß in der Herstellung von Waffen und Werkzeugmaschinen, von Düsenjägern und Raketenflugzeugen und von Treibstoffen für die V-Waffen.

Genauso verhielt es sich in der tschechischen Landwirtschaft.

Das sind Tatsachen. Sie können mit Methoden des Terrors und der Unterdrückung allein nicht erklärt werden. Auch die raffiniertest ausgedachten und die brutalst durchgeführten Maßnahmen einer politischen Polizei können nicht Millionen von Menschen veranlassen, ihre Arbeit mit jener Intensität, mit jener Pünktlichkeit und jenem Fleiß zu verrichten, wie sie die tschechischen Arbeiter tatsächlich verrichtet haben. Wenn wirklich tiefgehender innerer Widerstand bei den tschechischen Arbeitern vorhanden gewesen wäre, hätten sie diese Leistungen niemals erbracht. Das Ergebnis ihrer Arbeit hätte um ein Vielfaches geringer sein können, ohne daß die Deutschen in der Lage gewesen wären, praktisch etwas Wirksames dagegen zu unternehmen. Der tschechische Arbeiter wie der tschechische Bauer und der tschechische Beamte waren eben von sich aus durchaus arbeitswillig. Sie setzten der deutschen Schutzherrschaft nicht einmal auf jenen Gebieten einen Widerstand entgegen, wo ein solcher ohne Gefährdung der eigenen Person durchaus möglich gewesen wäre. Ihr Lohn war, daß sie mehr verdienten und ruhiger und sicherer und besser lebten, als wenn die deutsche Schutzherrschaft nicht bestanden hätte. Die deutsche Herrschaft über Böhmen und Mähren, die 1939 als "Protektorat" aufgerichtet worden war, war das mildeste "Protektorat", die mildeste Schutzherrschaft, die jemals ein Volk über das andere ausübte. Sie war notwendig geworden durch die feindselige Haltung der tschechischen Regierung, die das Land offen als Flugplatz gegen Deutschland zur Verfügung stellte, von wo aus fast alle deutschen Städte in wenigen Flugminuten erreichbar waren.

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Während der Dauer des "Protektorates" gab es keinerlei Versuche und Maßnahmen Deutschlands zur Entnationalisierung der Tschechen. Dagegen gereichte die deutsche Schutzherrschaft dem Lande und dem Volke zu gewaltigen Vorteilen: Während alle anderen Völker im mörderischen Krieg standen und die Männer bluteten und fielen, lebten die tschechischen Männer friedlich und gefahrlos zu Hause. Die Ernährung war die beste von allen Ländern der Achse. Es wurde ungeheuer verdient, was vorher nicht der Fall gewesen war. Der allgemeine Wohlstand der Massen stieg auf einen seither nicht mehr erreichten Höhepunkt.

Die deutsche Herrschaft brachte Vollbeschäftigung bei hohem Verdienst. Niemals war in der Welt eine Fremdherrschaft wirtschaftlich so segensreich und sozial und national so rücksichtsvoll gewesen wie die deutsche in Böhmen.

Es gab auch kein "Heldentum des Widerstandes gegen die deutsche Herrschaft"; es mag offenbleiben, ob aus Feigheit oder aus Zufriedenheit. Jedenfalls gab es keine soziale Unterdrückung und keine Behinderung, als Tscheche zu leben.

Trotzdem hat sich 1945 kein europäisches Volk mit solchen unmenschlichen Grausamkeiten befleckt wie das tschechische.

DAS RÄTSEL DER TSCHECHISCHEN BESTIALITÄT

Um so unfaßbarer ist die viehische Grausamkeit gegen die Deutschen nach dem Einmarsch der Sowjets. Zu vergelten und zu rächen gab es nach den sechs Jahren guten Lebens nichts. Sie hatten nur eines zu fürchten: Die Anklage wegen ihrer jahrelangen Kollaboration mit den Deutschen. Mit jeder geschändeten deutschen Frau, mit jedem lebendig verbrannten deutschen Soldaten, mit jedem erschlagenen Deutschen, mit jedem zu Tode getrampelten oder ersäuften deutschen Kind konnten sie ihre Kollaboration vergessen machen, konnten sie beweisen, daß sie Feinde der Deutschen waren. Daß das Austreiben und Morden nebenbei auch noch sehr einträglich war, wirkte anfeuernd. Der Mensch, gleichgültig welcher Rasse, Nation oder Konfession wird, wenn er von der zähmenden und hemmenden Kette eiserner Gesetze losgelassen wird, nur zu leicht zu einer Bestie.

Und hatten nicht Roosevelt wie Churchill in aller Weltöffentlichkeit erklärt, daß ihnen als Helfer jeder willkommen sei, der einen Deutschen tötet? Hatten sie nicht erklärt, daß sie sich mit dem Teufel

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selbst verbünden würden, wenn ihnen das hülfe, die Deutschen zu vernichten?

Die Tschechen waren nach 1945 bemüht, sich wenigstens noch nachträglich die Anerkennung als Helfer und Verbündete Roosevelts und Churchills zu verdienen.

PROPAGANDALÜGEN

Man hat zur Entschuldigung der viehischen tschechischen Grausamkeiten die Lüge in die Welt gesetzt, sie seien nur die Vergeltung für die deutschen Grausamkeiten. Abgesehen davon, daß von den Deutschen gegen die Tschechen keine Grausamkeiten verübt wurden, hat sich das deutsche Volk nie an grausamen Maßnahmen beteiligt oder diese auch nur gebilligt.

Die Massaker und viehischen Gewalttaten an deutschen Männern und Frauen, Kindern und Greisen aber geschahen in aller Öffentlichkeit, auf offener Straße, am hellichten Tage, unter johlendem Beifall und tätiger Mitwirkung der gesamten Bevölkerung.

Das tschechische Volk hat in seiner Mehrheit dieses viehischen Verbrechen begangen und in seiner Gesamtheit gesehen und geduldet.

Das war beim deutschen Volk niemals der Fall.

Genausowenig stimmt das Vergeltungsmärchen, daß die Massenaustreibungen der Deutschen nur eine gerechte Vergeltung für den angeblichen Plan der Deutschen waren, die Tschechen auszusiedeln. Abgesehen davon, daß ein Plan nie ein Freibrief für eine derart viehische Austreibung sein kann, bestand ein Plan zur Aussiedlung der Tschechen niemals.

Der Schwindel mit dem angeblichen deutschen Aussiedlungsplan wurde durch die USA selbst widerlegt. Der eingefleischte Deutschenhasser und Rächer Robert M. Kempner, der Stellvertreter des amerikanischen Hauptanklägers in Nürnberg, gab auf einer Pressekonferenz am 1. September 1947 in Prag folgende offizielle Erklärung ab (sozialdemokratische Prager Tageszeitung Pravo Lidu vom 3. September 1947):

"Es liegt ein Dokument vor, nach dem Hitler selbst dem seinerzeitigen Reichsprotektor, K. H. Frank, im Beisein des seinerzeitigen deutschen Reichsjustizministers Gürtner erklärte, eine Aussiedlung der Tschechen und eine Besiedlung Böhmens und Mährens mit Deutschen sei nicht durchführbar, weil ein solcher Plan 100 Jahre zu seiner

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Ausführung benötige. Es bleibe nur die Möglichkeit einer allmählichen Assimilierung. Hitler verbot gleichzeitig alle anderen Wege zur Lösung der tschechischen Frage."

Hitler hielt eine Aussiedlung der sieben Millionen Tschechen nicht für möglich. Roosevelt und Churchill ließen 24 Millionen Deutsche in knapp drei Jahren austreiben.

Wenn man einwirft, daß Hitler doch die Assimilierung plante, ist dazu zu sagen, daß eine solche Absicht kein Verbrechen darstellt. Davon abgesehen hatte Benesch die gleiche, nur umgekehrte Absicht schon längst gegenüber den Deutschen und Slowaken zu verwirklichen begonnen. Am 3. Juni 1945 erklärte der tschechische Präsident Benesch in einer Rede in der tschechischen Stadt Tabor vor aller Welt:

"Alle Deutschen müssen verschwinden! Was wir im Jahre 1918 schon durchführen wollten, erledigen wir jetzt. Damals schon wollten wir alle Deutschen abschieben. Deutschland war aber noch nicht vernichtet, und England hielt uns die Hände. Jetzt aber muß alles erledigt werden ... Wir wollten das auf eine etwas feinere Weise zur Durchführung bringen, aber da kam uns das Jahr 1938 hindernd dazwischen."

Eineinhalb Jahrtausende hatten die Tschechen im deutschen Staatenverband gelebt, ohne ihrer Nationalität beraubt zu werden. Als das Diktat von Versailles an die vier Millionen Deutschen und an die zwei Millionen Slowaken der Herrschaft von sieben Millionen Tschechen unterwarf, waren diese, wie es die geschichtlichen Tatsachen beweisen und wie es das Eingeständnis und Zeugnis des tschechischen Staatspräsidenten beurkundet, vom ersten Tag an bemüht, Deutsche und Slowaken ihrer staatsbürgerlichen Rechte, des Menschenrechtes auf Selbstbestimmung, das von Amerika so feierlich proklamiert worden war und ihrer Sprache und Nationalität zu berauben.

DAS SUDETENLAND NACH DER AUSTREIBUNG

Wie es in den verlassenen Dörfern des deutschen Sudetenlandes vier Jahre nach Austreibung der Deutschen aussah, davon gibt der Bericht eines tschechischen Funkoffiziers ein Bild, dem wir nachstehende Auszüge entnehmen:

"Ich nehme teil an einem Unternehmen, das der Regierung Klarheit

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über die Zustände im ehemaligen deutschen Sudetenland bringen soll. Die Meldungen der Polizeistellen des Altvater-, des Riesen- und Erzgebirges sind in den letzten Monaten immer spärlicher geworden, berühren doch die Sicherheitstruppen kaum noch die verlassenen Winkel der Berge, sondern halten sich lieber hinter den Mauern der Städte auf. Auf den Landkarten der politischen Geheimpolizei entstehen immer mehr weiße Flecken — die Gebietsteile, über die sie jede Orientierung verloren hat ... Dazu kommt noch, daß sich seit Tagen eine sowjetische Delegation in Prag aufhält und genaue Informationen verlangt, da ihr Vorschlag auf Besiedlung durch Ostzonen-Deutsche abgelehnt worden ist.

Unsere Expedition soll erkunden, wie es im Sudetenland wirklich aussieht. Unsere Vorhut besteht aus mehreren Krads mit Beiwagen. Ihnen folgen in geringem Abstand die kleinen, beweglichen Gefechtsautos, ausgerüstet mit Maschinengewehren und Maschinenpistolen. Dann kommen drei Panzerspäheinheiten, und dicht dahinter fahren die Dienstautos der leitenden Offiziere, in deren Reihe sich mein Funkwagen befindet. Gleich hinter mir fährt ein blaulackierter Wagen modernster Bauart, in dem die Männer der sowjetischen Kommission Platz genommen haben. Danach folgt das Gros unserer Expedition, ein halbes Dutzend leichter Panzer, und der Schluß wird abermals von Spähwagen und Krads gebildet. Das Ganze sieht aus, als ob es in eine Schlacht ginge, und doch ist es nur eine Erkundungsfahrt durch das eigene Land.

Allerhand Gesindel soll in den verlassenen Wäldern Zuflucht gefunden haben: Verbrecher, politisch Verfolgte, Reste der deutschen Waffen-SS — und vor allem vermutet man Untergrundbewegungen.

Kaum haben wir die frühere Protektoratsgrenze passiert und sind im Sudetenland, merken wir, daß die Ansiedler in dem von den Deutschen verlassenen Land Zigeuner sind. Zerrissene Betten hängen aus den Fenstern der schmutziggrauen Häuser, in Lumpen gehüllte Kinder spielen in den Gassen. Wochenalter Mist liegt in den Straßen, und der Gehsteig ist von zerbrochenen Fensterscheiben, Stoffresten und Abfällen aller Art übersät ... Den Zigeunern aus Ungarn, der Slowakei und den Karpaten gehört jetzt das deutsche Land, das Altvatergebirge, dessen Grund und Boden ihnen der Staat angeboten hat, nur damit das Gebiet bevölkert wurde.

Hinter Römerstadt beginnt das Leben spärlicher zu werden. Als wir in Karlov-Studanka [Karlsbrunn], der einstigen Metropole des Altvater-Fremdenverkehrs, einfahren, macht auch dieser Kurort einen verlassenen Eindruck. Die Wohnungen stehen zum großen Teil leer.

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Unser Weg führt an unbewirtschafteten Gaststätten vorüber auf den Praded [Altvater]. Der 32 m hohe Turm gewährt einen weiten Rundblick über das verlassene Land. Kein Mensch ist zu sehen. Nicht eine Kuh weidet auf den Hängen. Die sichtbaren Schutzhütten sind unbewohnt. Schweigend blicken wir uns an. Niemand spricht ein Wort. Wir fühlen alle die drückende und schwere Stille eines sterbenden Landes. Hier schon! Wie wird das erst in den gänzlich verlassenen Gebieten sein?

Unsere Wagen eilen auf einer bergigen Straße nach Nordwesten — entlang an mit beinahe mannshohem Gras bewachsenen Wiesen, vorbei an unbestellten, mit Unkraut überwucherten Feldern und durch dichtstehende Fichtenwälder ins sterbende Land oder noch besser, ins schon gestorbene Land, ins Riesengebirge. Zweimal sind uns schon Kolonnen von Siedlern mit entgegengesetztem Kurs begegnet. Sie fuhren schnell und scheu an uns vorbei, wie das schlechte Gewissen. Sie verlassen das Land, in dem sie es nicht mehr aushalten können ...

Stundenlang geht es durch die Wälder, oft nur ganz verwachsenen Waldwegen entlang. Die spärlich bewohnten Dörfer sind ohne Organisation und Polizei. Schließlich verebbt das dünne menschliche Leben gänzlich. Es geht durch die toten Dörfer: Voll Unrat sind die Straßen; mitten auf ihnen wächst schon das Gras. Meterhohes Gras wächst in den Straßengräben und erkämpft sich Schritt um Schritt den unbewachsenen Boden. Geknickte Äste einst prächtiger Alleebäume liegen quer über den Weg. Türen und Tore stehen weit geöffnet oder hängen zersplittert in den Füllungen. Haushaltgeräte liegen in den Höfen zerstreut umher. Durch die zerschlagenen Fenster sieht man in das Innere der Räume, in denen die zurückgelassenen Möbel stehen und liegen.

Wie eine blutige Ironie des Schicksals hängen an einer Anschlagtafel noch zwei halbvergilbte Verordnungen, datiert von 1946; auf der einen heißt es:

'Alle deutschen Bewohner der Häuser von Nr. 21 bis 28 und von 54 bis 69 haben sich morgen mit Gepäck im Höchstgewicht von 50 kg um 10 Uhr vormittags bei der Dorfkapelle einzufinden.'

Auf der anderen steht:

'Für den nächsten Transport am kommenden Sonntag haben sich alle noch hier befindlichen Deutschen bereitzuhalten.'

Die Deutschen gingen und mit ihnen das Leben, die Arbeit und der Segen. Was von den einst blühenden Ortschaften zurückblieb, sind eingerissene Gartenzäune, halbverfallene, geplünderte Häuser, ausgebrannte Ruinen. Ein paar magere, verwilderte Katzen huschen

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scheu vorüber. Ein toter Hund hängt an der Kette, und inmitten wildblühender Blumen eines Gartens liegt eine verwesende Kuh.

Gegen Mittag des fünften Tages fahren wir auf einer knapp zwei Meter breiten Höhenstraße. Wir befinden uns mitten im Riesengebirge. Plötzlich liegt ein weites Tal vor uns, und wir sehen zu unserem grenzenlosen Erstaunen ein langgezogenes Dorf mit gepflegten Anlagen, mehreren bebauten Feldern und friedlich weidendem Vieh. Der Kontrast zwischen dem in den letzten Tagen Gesehenen und diesem Anblick beeindruckt uns so tief, daß wir alle auf dieses kleine Wunder im Tal hinabstarren. Ein frohes Leuchten geht über die Gesichter. Wir sind tief beglückt, aus dieser unheimlichen Verlassenheit herauszukommen, wieder Menschen zu finden, gleichgültig, welche Sprache sie auch sprechen mögen.

Aber die Bevölkerung ist nirgends zu sehen. Kein Ruf erklingt. Nur die Kühe stehen mit prall gefüllten Eutern auf den Wiesen. Die Schornsteine rauchen nicht. Kein Fuhrwerk poltert über die Straße. Alles ist still. Wo sind die Menschen?

Am anderen Ende des Dorfes finden wir einige. Erst starren sie uns fassungslos entgegen, dann eilen sie auf uns zu, und ihre Stimmen überschlagen sich fast vor Freude. Vorgestern ist das Dorf voll bewohnt gewesen. Ein Befehl von Reichenberger Dienststellen hat die hiesigen deutschen Holzarbeiterfamilien zur Umsiedlung in die Gegend von Gottwaldov [Zlin] gezwungen. 24 Stunden nach der Bekanntmachung kamen schon die Autos zur Evakuierung. Für je drei Familien ein Auto. Was die Deutschen darauf nicht unterbringen konnten, mußten sie für die tschechischen Kolonisten zurücklassen, die an ihrer Stelle kommen sollten.

'Aber wann kommen diese?' fragte man uns mit bangen Gesichtern. 'Haben doch sogar die Tschechen, die gemeinsam mit den Deutschen dieses Dorf hier bewohnt hatten, kurz nach den Deutschen das Dorf verlassen, weil sie sich ein Leben ohne die deutschen Arbeiter gar nicht vorstellen konnten. Nur wir sind hier zurückgeblieben, im ganzen 14 Leute, in einer Ortschaft, die früher dreißigmal soviel Einwohner hatte!'

Wir erleben ein Stück grauenvoller Romantik, wenn wir an knisternden Lagerfeuern sitzen, während aus dem Dunkel die lauernden Augen hungriger Katzen jede unserer Bewegungen verfolgen und die herrenlosen Hunde mit leisem Winseln um das Lager schleichen. Sie ziehen wie die Wölfe durch die seit Jahren ungepflegten, fast dschungelartigen Wälder und jagen das Rotwild auf seinen Wechseln.

In einem Land, das früher eine Bevölkerung von 4,5 Millionen auf-

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wies (3 3/4 Millionen Deutsche und 3/4 Millionen Tschechen und Slowaken), befinden sich heute nur wenig mehr als 600.000 Menschen und diese nur in den Städten und in den Ebenen. Die Wälder und Gebirge aber sind unbewohnt. Von den 1946 noch in ihrer Heimat verbliebenen 350.000 Deutschen wurden bereits 320.000 in das Innere von Böhmen umgesiedelt, wo sie für den Staat als billige Arbeitskräfte in den Bergwerken, Fabriken, Rüstungsindustrien und auf den Gutshöfen beschäftigt sind.

Mehr als 200 Dörfer sind völlig ausgestorben, nicht mitgerechnet die drei Dutzend Ortschaften, die im Frühjahr vorigen Jahres, weil sie unbewohnt waren, bei den Manövern der tschechischen Armee in Grund und Boden geschossen wurden. In fünfzehnhundert Siedlungen sind nur wenige Familien zu finden und im ganzen Sudetenland, ausschließlich der Grenzgebiete, gibt es weder Städte noch Dörfer, die mehr als 10 bis 20 Prozent der Einwohnerzahl von 1938 aufweisen.

11.500 Industriebetriebe, 65.000 Gewerbebetriebe und 140.000 landwirtschaftliche Betriebe liegen brach. Rund vier Fünftel aller sudetendeutschen Häuser stehen leer. Zwei Drittel des fruchtbaren Bodens veröden und versteppen. Das Land, das einst Hauptausfuhrgebiet der ČSSR gewesen ist, ernährt heute kaum seine Bevölkerung. Tausende Hektar Wald fallen dem Borkenkäfer zum Opfer, der sich ungestört mit geradezu unheimlicher Schnelligkeit vermehrt und jetzt schon seine Vorhuten drohend bis in die südböhmischen Wälder entsendet.

Das Ergebnis unserer Expedition läßt sich in diesen wenigen Zahlen und Worten sagen, aber was hinter uns liegt, ist die Wüste Europas."

Als wichtige Quellensammlungen für die Ereignisse in der ČSSR sei verwiesen: auf das seit 1956 in englischer Sprache erscheinende Sudeten-Bulletin und das unter dem jungen Historiker Dr. Heinrich Kuhn in München vorbildlich arbeitende "Sudetendeutsche Archiv", ferner: Reinhard Pozorny, Wir suchten die Freiheit, Bogen Verlag, München. — Verjagt — beraubt — erschlagen. Die Austreibung aus den alten deutschen Grenzmarken, K. H. Priester Verlag, Wiesbaden.

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DIE AUSTREIBUNG DER DEUTSCHEN AUS DEN
BOLSCHEWISTISCH UND POLNISCH GEWORDENEN
GEBIETEN OSTDEUTSCHLANDS

Die von der Sowjetunion und Polen besetzten Gebiete Ostdeutschlands zählten 17—20 Millionen deutsche Einwohner.

Die Bolschewiken trieben die deutsche Bevölkerung Ostdeutschlands als Sklaven in die Bergwerke und Zwangsarbeitslager nach Sibirien und in das Innere der Sowjetunion.

Über die Auslieferung der Deutschen an die Bolschewiken als Zwangsarbeiter schreibt John Flynn in seinem Werk The Roosevelt Myth (New York 1948):

"In Jalta wurde auf diplomatischem Weg die Gefangennahme von Menschen für Sklavenarbeit nach dem Krieg bestätigt; es wurde die Basis eines furchtbaren Verbrechens nach dem Ende der Feindseligkeiten — eine Abmachung, die Roosevelt vor Byrnes geheimhielt. Es ist einfach nur die Wahrheit, daß Roosevelt durch Stalin in jedem Punkt an die Wand gedrückt wurde oder richtiger: Roosevelt drückte sich selbst an die Wand. Stalin brauchte nur fest zu bleiben, brauchte nur seine Wünsche zu äußern, und Roosevelt legte sie ihm in den Schoß ... Roosevelt traf Vereinbarungen mit Stalin ..., die den Herren des State Departement bis zu seinem Tod unbekannt blieben; im ungünstigsten Moment wurden sie dann von Molotow unsern Vertretern ins Gesicht geschleudert."

Freda Utley schreibt in ihrem Werk The High Cost of Vengeance (Der hohe Preis der Rache):

"Es war Roosevelt, der mit Stalin übereinstimmte, daß die Deutschen von den Bolschewiken als Sklavenarbeiter verwendet werden sollten."

In den von den Polen besetzten Gebieten Ostdeutschlands erfolgte die Austreibung, Nacktberaubung, Niedermetzelung der Deutschen wenn möglich noch barbarischer als in der ČSSR. Durch die Polen wurden die Deutschen noch zahlreicher und grausamer gemordet und hingemetzelt. Schon nach dem ersten Weltkrieg verschwanden eineinhalb Millionen Deutsche spurlos aus den damals den Polen zugesprochenen deutschen Gebieten.

Nach dem zweiten Weltkrieg war der Blutrausch der Polen noch ärger. Die an Millionen von Deutschen verübten Morde und Grausamkeiten sind so gräßlich, daß die menschliche Phantasie nicht ausreicht, sie sich vorzustellen. Was an Deutschen nicht ermordet oder an die Bolschewiken als Sklavenarbeiter ausgeliefert wurde, jagte und

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hetzte man durch das Land wie vogelfreies Wild vor sich her in die Sowjetzone Deutschlands l. Für jene, die völlig ausgeraubt und nur mit gerettetem nacktem Leben die Grenze der deutschen Sowjetzone erreichten — es waren nur Frauen, Greise und Kinder —, waren damit die Leiden noch nicht zu Ende. Längs der Oder-Neiße-Linie ballten sich die Millionen dieser Ausgetriebenen aus dem Osten; es gab kein Quartier, keine Lebensmittel. Millionen und Abermillionen lagerten, allen Unbilden der Witterung ausgesetzt, auf freiem Feld, ohne Kochgeschirr, ohne warme Decken, ja ohne ausreichende Kleidung. Die Amerikaner verweigerten ihnen die rettende Einreise in die von ihnen besetzte Zone Deutschlands, also in das eigene Vaterland der Flüchtlinge, und überlieferten sie den Bolschewiken. Ungezählte gingen zugrunde.

Die New York Times schrieben am 23. September 1946:

"Der Umfang dieser Rücksiedlung und die Umstände, unter denen sie stattfindet, sind ohne Beispiel in der Geschichte. Niemand, der ihre Grauenhaftigkeit aus der Nähe beobachtet, kann daran zweifeln, daß sie Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind, die von der Geschichte in schrecklicher Weise vergolten werden können."

Aus einem amtlichen Bericht:

"Am 16. Dezember 1946 rollte aus dem Breslauer Hauptbahnhof der Deportiertenzug Nr. 514. Er bestand aus einer Lokomotive, einem geheizten Personenwagen und 52 ungeheizten Viehwagen. Im geheiz-

1 Unglaublich ist angesichts dieser historischen Tatsachen, daß ein prominenter deutscher Sozialistenführer, der erste Sprecher der SPD, bei einem parteioffiziellen Besuch in Polen folgenden Monolog deklamiert:
"Ich komme mit gesenktem Haupte. Die Schuld, die wir Deutschen durch die Ermordung so vieler Polen auf uns geladen haben, ist in Wahrheit unsühnbar." (Carlo Schmidt)

In diesem Fall mangelt dem Redner ebenso die Kenntnis der geschichtlichen Tatsachen wie der Sinn für die Würde Deutschlands und des deutschen Volkes. Bei den von den Deutschen und Polen gegenseitig verübten Grausamkeiten kommt den Polen weitaus der Vorrang zu. Jedenfalls ist die Zahl der Opfer auf deutscher Seite ein Vielfaches der Opfer, die auf polnischer Seite zu beklagen sind.

Die Polen wurden durch die Deutschen zwar hinsichtlich ihrer staatsbürgerlichen Rechte schwer benachteiligt, aber ihr Leben war — im allgemeinen — nicht gefährdet. Nach dem ersten Weltkrieg verschwanden aus den Gebieten, die den Polen zuerkannt wurden, eineinhalb Millionen Deutsche. Wir können ihr Schicksal nur schaudernd ahnen. Die Zahl der Todesopfer bei der Austreibung der Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg aus den von Polen und der UdSSR in Besitz genommenen Gebieten steht als furchtbare Blutschuld der Polen im Buch der Geschichte.

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ten Personenwagen fuhren fünf Mann polnisches Bewachungspersonal, in den ungeheizten Viehwagen 1542 ausgetriebene Deutsche. 80 Prozent davon waren Frauen und Kinder, 50 Prozent waren Greise und Kranke; 50 Prozent waren über 60 Jahre alt. Der jüngste Ausgewiesene war drei Monate alt. Die Temperatur betrug 15° Kälte. Die Menschen erfroren in den Viehwagen. Während des Transportes gab es drei Entbindungen und zwei Fehlgeburten. Eine Frau mit Fehlgeburt war am Waggonboden festgefroren. Sie mußte von Dr. Loeb mit Hilfe eines Spirituskochers abgetaut werden. Dr. Loeb selbst froren während des Transportes beide Füße ab. Trecks, die mit 30.000 Menschen losgezogen waren, kamen mit ein paar hundert Leuten an. Was von den Russen eingeholt wurde, wurde der warmen Kleider beraubt und notdürftig bekleidet zurück nach dem Osten geschleppt."

Nach der Statistik des Amerikanischen Komitees gegen Massenausweisungen sind bei der Umsiedlung aus Ostdeutschland und Polen 4.800.000 Ostflüchtlinge ums Leben gekommen. Millionen wurden als Zwangsarbeiter nach Sibirien verschleppt. Zwei Millionen deutscher Frauen wurden in Ostdeutschland vergewaltigt und geschändet! In seinem Buch German Realities gibt der in den USA verstorbene Staatswissenschaftler Dr. Gustav Stolper sechs Millionen Deutsche an, die seit der Kapitulation spurlos verschwanden. In dieser Zahl sind die Gefallenen und nachgewiesenen Gefangenen nicht erhalten.

Der Suchdienst der Anstalt Bethel verfügt über die Unterlagen von rund 200 Frauenlagern in der UdSSR, in denen Hunderttausende von zwangsverschleppten deutschen Frauen festgehalten wurden.

Der damalige amerikanische Heeresminister, Kenneth Royall, machte am 27. Dezember 1948 auf einer Pressekonferenz in Berlin bekannt: "In den Zwangsarbeitslagern in der Sowjetunion befinden sich zwei Millionen Deutsche, darunter Frauen und Kinder. In dieser Zahl sind die Kriegsgefangenen nicht eingeschlossen. In Polen befinden sich eine Million Deutsche, die nicht mehr rechtzeitig fliehen konnten, in Zwangslagern und verrichten Sklavenarbeit ... Wir wissen, daß beim Vormarsch der Russen, den wir dank Jalta nicht aufhalten durften, so gut wie keine weibliche Person, von Greisinnen bis zu Kindern, unvergewaltigt blieb."

Bericht aus der Neuen Zürcher Zeitung vom 17. Jänner 1948:

"Am 12. Oktober 1947 wurden wir auf dem Bahnhof Stalino verladen. Wir hatten bis dahin in Stalino im Bergwerk gearbeitet. Am selben Tage wurden unsere Ersatzleute auf einem Geleise neben

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dem unseren ausgeladen. Es waren 1400 geistliche Ordensschwestern, Vinzentinerinnen. Sie machten alle einen elenden Eindruck. Sie waren genauso herunter wie wir. Die Hälfte der Schwestern hatte noch ihre Schwesterntracht an, natürlich verdreckt und zerrissen. Zur anderen Hälfte trugen sie Steppanzüge. Mit zwei Schwestern konnte ich sprechen. Sie waren 1946 aus ihren Ordenshäusern in der deutschen Ostzone herausgeholt und verschleppt worden ... Bis jetzt hatten die Schwestern am Dnjepr beim Brückenbau schwere Arbeit geleistet. Die Schwestern wußten, daß sie nun in ein Bergwerk kamen. Sie waren sehr niedergedrückt. Ihr größtes Leid war, daß sie unter der Willkür der Bewachungsmannschaft schwer zu leiden hatten. Die schlechte Ernährung, die schwere Arbeit, die elenden Lumpen, der Schmutz, alles wollten sie gerne ertragen, selbst Krankheit und Tod. Das alles sei nicht so schlimm als das, was sie von der Bewachungsmannschaft zu leiden hätten. Willkürlich würden einzelne aus den Baracken geholt ... Sie beneideten ihre verstorbenen Schwestern. Es käme vor, daß sich mitten in der Nacht betrunkene Posten Schwestern von den Pritschen holten ... Von den Schwestern hörten wir, sie seien von Dnjepropetrowsk mit 1500 Schwestern abgefahren. Bis Stalino seien etwa 50 Schwestern tot oder sterbend ausgeladen worden."

DIE SLAWISCHEN MINDERHEITEN IN OSTDEUTSCHLAND

Schon bei den Friedensverhandlungen nach 1918 tauchten immer wieder Behauptungen auf, wonach in Ostdeutschland starke polnische Minderheiten leben würden, wodurch die Forderung nach Abtretung dieser Gebiete gerechtfertigt sei. Diese den Tatsachen und der Geschichte hohnsprechenden Argumente werden heute von der kommunistischen Presse Polens wie auch den Exilorganisationen mit noch größerer Lautstärke vorgetragen. Da auf diese Weise die große Gefahr besteht, daß die gewaltsame Annexion der deutschen Ostgebiete nach 1945 in der Weltöffentlichkeit eine nachträgliche Rechtfertigung erfährt, ist es notwendig, immer wieder die historischen Tatsachen ins Gedächtnis zurückzurufen. Das ist um so nötiger, als selbst in der westdeutschen Publizistik — namentlich im Fernsehen und durch Professoren der politischen Wissenschaften — die polnischen Thesen leichtfertig oder böswillig übernommen werden.

Heinz-Dieter Hansen brachte in der DWZ vom 7. August 1964 einen aufschlußreichen Artikel über dieses Thema:

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"Daß es auch polnische und andere slawische Minderheiten in den deutschen Ostgebieten innerhalb der Reichsgrenzen nach dem ersten Weltkrieg gegeben hat, ist niemals ein Geheimnis gewesen. Jedem, der sich auch nur oberflächlich mit Minderheitsfragen befaßt hat, ist das bekannt. Die Reichsregierung hat hierüber umfangreiche statistische Erhebungen angestellt. Außerdem beteiligten sich diese Minderheiten — Polen, Wenden, Masuren und Litauer — an den Wahlen sogar mit eigenen Listen.

Die Wahlvorschläge der 'Polnischen Volkspartei', der 'Masurischen Vereinigung' und der 'Wendischen Volkspartei' waren zu einem gemeinsamen Reichstagswahlvorschlag unter der Bezeichnung 'Nationale Minderheiten Deutschlands' zusammengefaßt.

Sie erhielten bei den Reichstagswahlen:

20.
4.
7.
28.
14.
31.
6.
Juni
Mai
Dez.
Mai
Sept.
Juli
Nov.
  1920
1924
1924
1928
1930
1932
1932
  84.629
119.736
92.966
71.108
75.889
34.947
34.682
  0,3 %
0,4 %
0,3 %
0,2 %
0,2 %
0,1 %
0,1 %

Diese Liste erreichte mit 119.736 oder 0,4% der abgegebenen gültigen Stimmen im Reichsgebiet bei der Reichstagswahl am 4. Mai 1924 ihre höchste Stimmenzahl. Diese Wahlergebnisse seien deshalb zugrunde gelegt.

In den Wahlkreisen, die heute ganz oder teilweise hinter der sogenannten Oder-Neiße-Linie liegen, ergaben sich folgende Einzelresultate:

Ostpreußen
Frankfurt/Oder
(Ostbrandenburg und Posen-Westpreußen)
Pommern
Breslau (Niederschlesien)
Liegnitz (Niederschlesien)
Oppeln (Oberschlesien)
14.122

8.861
2.983
1.417
2.155
49.259
  (1,38 %)

(1,09 %)
(0,36 %)
(0,15 %)1
(0,16 %)
(8,67 %)
und als Vergleichszahlen:
Westfalen-Nord
Westfalen-Süd
6.551
11.421
  (0,62 %)
(0,89 %)


1 Bei der Reichstagswahl am 4. Mai 1924 im Wahlkreis Breslau keine Liste. Das Ergebnis stammt von der Landtagswahl am 7. Dezember 1924.

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Die Ergebnisse zeigen, daß die Minderheiten mit Ausnahme Oberschlesiens (8,7%) und der Provinz Grenzmark-Westpreußen, eines Teiles des Wahlkreises Frankfurt/Oder (3,8%), nirgendwo größere Wahlerfolge erzielen konnten. Die Zahl der für die polnische Liste in Westfalen (Ruhrgebiet) abgegebenen Stimmen (0,9%) zum Beispiel ist bedeutend höher als in Pommern (0,4%), ohne daß daraus wohl irgendwie Gebietsansprüche erhoben werden können. Über die Wahlergebnisse in einzelnen Kreisen, Städten und Gemeinden gibt es eine sehr ausführliche Veröffentlichung des Statistischen Reichsamtes, auf die besonders hingewiesen sei 1.

Die Volkszählungen 1925 und 1923

Nun wird in Wahlergebnissen bekanntlich immer nur ein Teil der Bevölkerung erfaßt. Denn es sind nicht alle wahlberechtigt, und es beteiligten sich auch nicht alle Wahlberechtigten an der Wahl. Ebenso sind gewisse Manipulationen bei der Zulassung von Wahlvorschlägen möglich. Um solche Einwände auszuschalten, müssen in erster Linie die Ergebnisse der Volkszählungen berücksichtigt werden. Es kommen die Volkszählung vom 16. Juni 19252 und vom 16. Juni 19333 in Betracht, da bei diesen auch Erhebungen über die Muttersprache angestellt wurden.

Die Zahlen der Volkszählung von 1933 weichen teilweise erheblich von denen von 1925 ab.

Warum das so ist — ob ein Teil inzwischen assimiliert worden ist oder ob es vielleicht 1933 nicht opportun war, sich zu einer fremdsprachigen Minderheit zu bekennen —, mag dahingestellt bleiben. Bei den Wahlergebnissen wurden die Zahlen vom 4. Mai 1924 zugrunde gelegt, weil sie das günstigste Ergebnis erbracht hatten. So sollen auch hier die für die Minderheiten vorteilhafteren Zahlen verwendet werden, zumal beide aus der gleichen Zeit stammen.


1 Die bei den Wahlen zum Reichstag am 4. Mai 1924 und am 7. Dezember 1924 für die Kreiswahlvorschläge der "Nationalen Minderheiten Deutschlands" abgegebenen Stimmen (Statistik des Deutschen Reiches, Band 315, Heft 5; Berlin 1925).
2 Die Bevölkerung des Deutschen Reiches nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 16. Juni 1925 (Statistik des Deutschen Reiches, Band 401; Berlin).
3 Die Bevölkerung einiger Gebiete des Deutschen Reiches nach der Muttersprache (Statistik des Deutschen Reiches, Band 451, Heft 4, 2. Teil; Berlin 1936).

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Muttersprache im deutschen Osten

Von der in den Gebieten jenseits der heutigen Oder-Neiße-Linie wohnenden Bevölkerung (Reichsangehörige und Ausländer) gaben bei der Volkszählung 1925 als ihre Muttersprache an:

in Ostpreußen
2.117.157
24.812
24.531
18.627
41.735
2.379
2.368
93,8 %
1,1 %
1,1 %
0,8 %
1,9 %
0,1 %
0,1 %
Deutsch
Deutsch und Polnisch
Deutsch und Masurisch
Polnisch
Masurisch
Deutsch und Litauisch
Litauisch
in Posen-Westpreußen
317.173
4.965
8.319
95,4 %
1,5 %
2,5 %
Deutsch
Deutsch und Polnisch
Polnisch
in Oberschlesien
810.835
384.572
151.162
6.855
6.163
58,8 %
27,9 %
11,0 %
0,5 %
0,4 %
Deutsch
Deutsch und Polnisch
Polnisch
Deutsch und Tschechisch
Tschechisch
in Niederschlesien
3.038.167
3.761
16.719
9.779
2.240
1.952
2.477
97,0 %
0,1 %
0,5 %
0,3 %
0,0 %
0,0 %
0,0 %
Deutsch
Deutsch und Wendisch
Wendisch
Deutsch und Polnisch
Polnisch
Deutsch und Tschechisch
Tschechisch

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in Ostbrandenburg
Reg.-Bez. Frankfurt/Oder
1.246.377
5.347
17.144
3.215
1.532
96,4 %
0,4 %
1,3 %
0,3 %
0,1 %
Deutsch
Deutsch und Wendisch
Wendisch
Deutsch und Polnisch
Polnisch
in Pommern
1.840.279
2.678
2 905
98,0 %
0,2 %
0,2 %
Deutsch
Deutsch und Polnisch
Polnisch

Keine nennenswerten Minderheiten.

Um ganz klar den deutschen Charakter der Ostgebiete herauszustellen, seien die obigen Tabellen noch einmal zusammengefaßt:

Bevölkerung deutscher Muttersprache in

Ostpreußen
Posen-Westpreußen
Oberschlesien
Niederschlesien
Ostbrandenburg
Pommern
94,5 %
95,7 %
59,6 %
98,3 %
97,1 %
98,4 %

Es kann festgestellt werden, daß es, außer in Oberschlesien, keine nennenswerten slawischen Minderheiten gegeben hat. Die Volksabstimmung auf Grund des Versailler Vertrages und die Ergebnisse der späteren Wahlen haben im übrigen gezeigt, daß der größte Teil der Minderheitenbevölkerung sich zum Deutschen Reich und nicht zu Polen bekannt hat.

Die Volksabstimmungen

Die Abstimmungen vom 11. Juli 1920 erbrachten im Gebiet Allenstein (Ostpreußen), dem Siedlungsraum der masurischen Volksgruppe, eine rein deutsche Mehrheit von 97,5% und im Abstimmungsgebiet Westpreußen von 92% für ein Verbleiben bei Deutschland.

Noch deutlicher war das Ergebnis in Oberschlesien, wo nach der Volkszählung von 1910 etwa 65% der Bevölkerung zur polnischen Bevölkerungsgruppe gehörten. In der Abstimmung vom 20. März

126


1921 jedoch stimmten 62% für Deutschland (!) und nur 38% für Polen, so daß etwa 42% der wasserpolnisch-sprechenden Bevölkerung für Deutschland gestimmt haben.

Die verlorenen Gebiete von 1919

Durch das Versailler Diktat sind Gebiete von Deutschland abgetrennt worden, die vergleichsweise wesentlich größere deutsche 'Minderheiten' beheimateten. So hatten bei der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 Deutsch als ihre Muttersprache angegeben:

In den ohne Abstimmung an Polen abgetretenen Gebieten der ehemaligen Provinzen Westpreußen 42,7%, Schlesien 35,7% und Posen 34,4%; im von Litauen annektierten Memelgebiet zunächst 50,4% 1, wobei jedoch zu bemerken ist, daß bei den Landtagswahlen im Memelgebiet am 19. Oktober 1925 die Parteien der Deutschen 'Einheitsfront' 91,04% der abgegebenen Stimmen und 27 von 29 Mandaten gewinnen konnten. Auch in späteren Jahren, als dieser Anteil durch Zersplitterung und Wahlbehinderung etwas zurückging, konnten die litauischen Parteien nie mehr als 5 von 29 Mandaten erobern.

Dieser Vergleich zeigt deutlich, welche Bedeutung die slawischen Minderheiten in den Gebieten jenseits von Oder und Neiße besaßen. Da sich daraus kein Anspruch nach dem Selbstbestimmungsrecht der Völker ableiten läßt, bleibt nur der Schluß, daß es sich um eine völkerrechtswidrige Annexion gehandelt hat."

Wir zitieren wörtlich aus einem Artikel aus der DWZ vom 9. Oktober 1964:

VERGESSENES ZUR ODER-NEISSE-DISKUSSION

Churchill persönlich als Kronzeuge gegen den Raub deutscher Gebiete

In den Diskussionsbeiträgen zu der Frage der Oder-Neiße-Linie stößt man bedauerlicherweise immer wieder auf Unwissenheit, auf tendenziöse Desavouierung ausschlaggebender Tatsachen und auf Argumente,


1 Errechnet nach Angaben des Statistischen Jahrbuchs für den Freistaat Preußen; Berlin 1921.
Es ist hierbei, genau wie bei den anderen Prozent-Angaben, darauf verzichtet worden, diejenigen, die Deutsch und eine andere Sprache als Muttersprache angegeben haben, zur Hälfte der deutschen Volksgruppe zuzuzählen, wie es sonst statistischen Gepflogenheiten entspricht.

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deren Logik nur Verwunderung auszulösen vermag. Aus der Fülle solcher Stellungnahmen sei als klassisches Beispiel der Leserbrief "Frieden machen mit Polen" in der FAZ vom 10. Juli 1963 herausgegriffen. Dem Verfasser ist es zu danken, daß er so ziemlich alle Argumente zusammengetragen hat, die einer Widerlegung wert sind.

Zunächst wird behauptet:

"Die Vertreibung der Deutschen aus Ostpreußen, Pommern und Schlesien war unmittelbare Folge des von Deutschland frevelhaft begonnenen Krieges."

Dieser "Kausalität" haben sich nicht einmal die Repräsentanten der damaligen Feindmächte in Jalta und Potsdam bedient. Im Gegenteil. Churchill schreibt:

"Die baltischen Länder Polen, Rumänien, Bulgarien sind auf den Status von Satelliten unter einem totalitären kommunistischen Regime herabgesunken." (S. 848)

"Im November 1945 standen wir vor einer neuen Situation. Rußlands Grenze war bereits zur Curzon-Linie vorgeschoben. Wie Roosevelt und ich vorausgesehen hatten, mußten jetzt die drei bis vier Millionen Polen, die auf der russisch gewordenen Seite der Linie lebten, nach dem Westen umgesiedelt werden. Die sowjethörige polnische Regierung hatte nicht an der östlichen Neiße (sog. Glatzer Neiße) haltgemacht, sondern war bis zur westlichen Neiße (sog. Lausitzer Neiße) vorgerückt. Das Gebiet zwischen beiden Flüssen hatte eine fast ausschließlich deutsche Bevölkerung. Hier war ein Unrecht im Werden, gegen das unter dem Gesichtspunkt der künftigen Befreiung Europas Elsaß-Lothringen und der polnische Korridor nicht viel mehr als Kleinigkeiten waren." (S. 856)

"Ich wies darauf hin, daß dem russischen Vorgehen Halt geboten werden müßte, nicht weniger aber auch den Polen, die, eifrig damit beschäftigt, sich aus Deutschland gewaltige Stücke herauszuschneiden, offensichtlich gehorsame Marionetten Moskaus geworden waren." (S. 859)

"Die von den Russen beherrschte polnische Regierung wurde aufgemuntert, ungeheuere und unberechtigte Übergriffe auf deutsches Gebiet zu unternehmen ... Eine Massenaustreibung fand statt, in schrecklichem, bisher unbekanntem Ausmaß." (S. 863)

Stalin sprach — verständlicherweise — nicht von Austreibung. Er erklärte in Potsdam, "auf dem Papier handle es sich zwar um deutsches Gebiet, aber de facto sei es polnisch geworden, da es dort keine Deutschen mehr gäbe" (Truman, Memoiren, Bd. 1, S. 366).

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Truman fügt dem hinzu:

"Die Russen hatten die Deutschen teils in unsere Zone gejagt, teils umgebracht." (S. 366)

Soweit die Vertreter der früheren Feindmächte, deren Stellungnahme — für einen Deutschen — unbedingter Ausgangspunkt zur Beurteilung der Frage sein müßte, zumal das Verhalten der Sowjets nicht treffender charakterisiert und nicht vernichtender beurteilt hätte werden können.

Statt dessen aber wird behauptet, daß "die Vertreibung ... auf der Konferenz von Potsdam auch von Vertretern Amerikas und Großbritanniens ausdrücklich gebilligt worden" wäre. Auf den Unterschied zwischen östlicher und westlicher Neiße einzugehen, hält man von vornherein nicht für nötig, obwohl gerade dieser von ausschlaggebender Bedeutung ist, da die Grenzziehung an der östlichen Neiße, die die westlichen Vertreter verlangten, den größten Teil Schlesiens bei Deutschland beließe, während umgekehrt die Grenzziehung an der westlichen Neiße dieses deutsche Gebiet den Polen überantwortete.

Stalin hat die Forderung der westlichen Vertreter damit umschrieben, daß dann "die Städte Stettin und Breslau und das Gebiet westlich von Breslau bei Deutschland verbleiben" (Truman, S. 372).

Nun aber, seit wann rechtfertigt ein Unrecht das andere? Verpflichtete man sich nicht feierlichst in der Atlantikcharta, der Rußland am 1. Jänner 1942 beitrat, "keinerlei Gebiets- und sonstige Vergrößerungen" zu betreiben?

Aber auch die uns so geläufige Schwarz-Weiß-Zeichnung bezüglich des "von Deutschland begonnenen frevelhaften Krieges" hat mittlerweile durch Heranziehung der vorgefundenen Dokumente — seltsamerweise wiederum durch Angehörige ehemaliger Feindstaaten — eine andere Verteilung von Licht und Schatten erfahren. Das sollte man nicht einfach desavouieren oder mit dem simplen Schlagwort "Chauvinismus" abtun. Man erinnere sich an eine Parallele — die Ursachen des ersten Weltkrieges!

Die Austreibung der Deutschen wurde von den Vertretern Englands und der USA in Jalta und Potsdam verurteilt. Die Konferenz in Potsdam schloß ab mit der amerikanischen Erklärung (Byrnes), daß die "endgültige Grenzziehung dem Friedensvertrag vorbehalten" bliebe (Truman, S. 413). Stalin erklärte hierzu, "das ganze Problem müsse erlegt werden". "Das war das Ende der Sache", fügt Churchill hinzu (S. 859).

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So also war der Verlauf der Dinge

Das weitere Verzichtsargument lautet: "18 Jahre polnischer Verwaltung in den ehemals preußischen Provinzen ... lassen sich nicht mit den überkommenen Begriffen und Grundsätzen des Völkerrechts verstehen oder gar wegdisputieren. Sie haben eine neue Ordnung geschaffen, die wir auch rechtlich nicht ignorieren, der gegenüber wir nicht wohl den Standpunkt vertreten können, 'de jure' sei seit dem 31. Dezember 1937 bisher nichts Endgültiges geschehen." Mit anderen Worten: Es wird hier an Stelle überkommender Rechtsgrundsätze das Prinzip der brutalen Gewalt gesetzt und damit das, was Churchill als maßloses Unrecht bezeichnete, als Recht deklariert.

DIE AUSTREIBUNG DER DEUTSCHEN AUS UNGARN

Aus Ungarn wurden 500.000 Deutsche, die seit Jahrhunderten dort als fleißige Bauern siedelten, ausgetrieben und nackt beraubt, aber wenigstens nicht niedergemetzelt.

Ein amerikanischer Journalist schrieb am 1. August 1948:

"Nicht einmal das heidnische Altertum hatte in so großem und so grausamem Ausmaß wie die Völker von heute die Vertreibung vieler Millionen Menschen aus der Heimat ihrer Vorfahren ins Werk gesetzt. Was wir da erlebt haben und noch erleben, bildet eines der tränen- und schmerzreichsten Kapitel der Weltgeschichte. Von überallher kommt die erschütternde Kunde über Flüchtlingselend ohnegleichen. Man könnte eine Bibliothek füllen mit Schilderungen dessen, was die in unseren Tagen ihrer Heimat und aller ihrer Habe beraubten Menschen, deren Zahl in die Millionen geht, bereits durchgemacht haben. Auch die seit Jahrhunderten in Ungarn angesiedelten Deutschen sind von dem grausamen Geschick der Landesverweisung befallen worden."

Dabei waren die deutschen Bauern die fleißigsten und erfolgreichsten Bauern des Landes gewesen.

Die Zeitung Magyar Szo schrieb damals zu den Ausweisungen:

"Es ist allen Behörden unverständlich, daß man den Schwaben so heiße Tränen nachweint ... Es ist unbegreiflich, daß die Masse der Bevölkerung nur die strengen Maßnahmen sieht und die Reichtümer nicht bemerken will, die jetzt dem Volk und dem Staat durch die Ausweisung zufließen. Man jammert wegen Kleinigkeiten und sieht

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nicht das Kapital und die Vermögenswerte der Schwaben, die wir unbedingt haben müssen."

Man trieb die Deutschen, die zu besitz- und rechtlosen Sklaven geworden waren, in Lager zusammen. Die Starken mußten bis zum Zusammenbrechen arbeiten. Die Schwachen ließ man verhungern. Viele töteten sich selbst, um nicht in die Hände der Zigeuner zu fallen.

DIE AUSTREIBUNG DER DEUTSCHEN AUS RUMÄNIEN

In Rumänien wurde eine Million deutscher Bauern nackt beraubt und ausgetrieben. Man hatte zwar Rumänien nicht ausdrücklich ein Recht auf Beraubung und Austreibung der Deutschen zugestanden, aber die Morgenthau-Amerikaner sahen dieser Beraubung und Austreibung wohlwollend und fördernd zu. Das besonders Furchtbare daran war, daß diese Austreibung nicht nach Deutschland erfolgte, sondern daß die Rumänen die Deutschen als Zwangsarbeiter an die Bolschewiken auslieferten, die sie wie Vieh in die Sowjetunion transportierten.

Die Rumänen töteten die Deutschen nicht, wie es die Tschechen, die Polen, die Serben und die Zigeuner taten. Aber sie raubten doch die rechtlos gewordenen Deutschen gründlich aus, nahmen die Höfe, die Häuser, das Vieh, die Wohnungen, ihr Geld und ihren Schmuck und ihr ganzes übriges Besitztum weg und lieferten die deutschen Menschen den Bolschewiken als Sklavenarbeiter für deren Bergwerke und für den Wiederaufbau aus.

Eine deutsche Frau erzählt:

"Man brachte uns in das Frauenlager Bukarest. Von dort kamen wir in die Sowjetunion, in das Lager 'R 1209 Engels' im Dombasbecken. Wir mußten in den Kohlenbergwerken arbeiten. Der Schacht lag fünf Kilometer vom Lager entfernt. Zweimal täglich mußten wir den Weg zurücklegen. Die Bergwerke waren sehr primitiv eingerichtet. Durch Einsturz und schlagende Wetter entstanden Explosionen und andere Unglücke. Viele Arbeiter kamen dabei ums Leben. Fördertürme gab es nicht. Wir mußten Stufen hinuntersteigen bis 200 m unter Tag, dann über einen Kilometer weit durch niedere Gänge kriechen, teilweise auf dem Bauch. Wir schlugen 12 und 16 Stunden lang Kohle. Oder wir zogen die Lore durch die Gänge. Eine Lore hatte das Gewicht einer Tonne.

Die Russen und die Russinnen arbeiteten unter den gleichen Verhält-

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nissen. Wer von uns nicht Schritt halten konnte, wurde geschlagen. Wir waren 500 Frauen im Bergwerk. Es gab auch Bolschewiken, die gut zu uns waren. Im Schacht mußte jeden Tag ein Pensum erledigt werden. Reichten die acht Stunden nicht aus, dann wurden drei, vier und mehr Überstunden drangehängt. Untergebracht waren wir in einem Barackenlager, das vielfach mit Stacheldraht umzäunt war. In einem Raum von 3 × 4 Metern lebten 15 bis 20 Frauen.

Die Einrichtung bestand aus einem Ofen und drei Bretterrosten, ähnlich den deutschen Obsthürden. Darauf schliefen wir zu siebent. Stroh gab es nicht. Es war unerträglich. Wir glaubten, wir könnten es nicht aushalten. Als Arbeitskleider erhielten wir eine Hose, eine Jacke, eine Mütze und ein Paar Galoschen und im Winter manchmal Handschuhe. In diesen Kleidern arbeiteten und schliefen wir. In der letzten Zeit ließ man uns kaum mehr schlafen. Nach zwei Stunden Schlaf wurden wir mitten in der Nacht geweckt, um das Lager zu putzen. Zuvor gab es noch stundenlang Appelle, Lagerarbeiten, Tote begraben; das war unsere Freizeit. Es starben sehr viele. Niemand hoffte mehr. Es war nur ein täglicher Kampf um den letzten Hauch Leben."

DIE AUSTREIBUNG DER DEUTSCHEN AUS JUGOSLAWIEN

Aus Jugoslawien wurden 750.000 Deutsche ausgetrieben und nackt beraubt. Die Serben töteten soviel Deutsche, wie sie nur konnten. Man zählte etwa 400.000 Todesopfer. Auch den Jugoslawen war zwar die Austreibung der Deutschen nicht offiziell zugestanden worden, aber niemandem fiel es ein, gegen die barbarische Ermordung, Austreibung und Beraubung zu protestieren. Vor allem wurden auch die sich aus Griechenland, Rumänien und Bulgarien zurückziehenden deutschen Truppen, soweit dies nur möglich war, von den Serben erbarmungslos niedergemetzelt.

Auch hier in Jugoslawien wurden die Deutschen, nachdem man sie aller ihrer Habe beraubt hatte, zusammengetrieben und an die Bolschewiken als Sklaven ausgeliefert.

Aus einem Bericht:

"Am Heiligen Abend 1944 mußten sich in allen Orten der Batschka und des Banates die deutschen Männer von 18 bis 40 Jahren versammeln und die Frauen von 18 bis 30. Eine bolschewikische Kommission prüfte sie auf ihre Arbeitsfähigkeit. Sie wurden dann in Viehwagen verladen und nach dem Osten abtransportiert."

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Über die Ermordung und Ausrottung der Deutschen in Jugoslawien berichtet Joß-Pauer:

"Frau Anna T. am Palanka berichtet: Es herrschte wüstes Plündern und Morden ... Karl Cerveny wurde in die Donau geworfen und ersäuft. Sein Bruder erlitt einen noch gräßlicheren Tod. Es wurden ihm die Hände zerbrochen, die Augen herausgestochen, die Nasenlöcher aufgerissen, die Geschlechtsteile abgeschnitten und ihm in den Mund gesteckt ... Die Deutschen wurden tagelang systematisch gefoltert und getötet ... Nach einigen Tagen wurden alle überlebenden Deutschen zusammengetrieben. Nach einer Nacht im Freien im strömenden Regen traten sie den Todesmarsch von 60 Kilometer in das Lager Batschki Jarek an. Ständig angetrieben, blieben die Greise, Kranken und Krüppel zurück und wurden erschlagen und erschossen. Säuglinge und Kleinstkinder lagen mit ihren Großmüttern am Straßenrand. Die Straße war von Hunderten von Leichen umsäumt ..."

In der Gemeinde Werbaß wurden rund 600 deutsche Männer erschossen. Die Opfer wurden an die Gräber herangeführt und durch Genickschuß getötet ...

In dem Bezirksort Kula verloren wohl nur 200 Deutsche das Leben, doch waren die Niedermetzelungen dort bedeutend brutaler als in Werbaß. Ganze Familien wurden einfach totgeschlagen ...

In Klein-Ker (Backo Dobropolje) wurden 4000 Deutsche zusammengetrieben und ermordet ...

Sofort nach der Errichtung der Militärverwaltung wurde mit der Niedermetzelung der deutschen Bevölkerung begonnen ... In der Doppelgemeinde Werbaß wurden die Deutschen, soweit sie nicht gleich erschlagen wurden, nackt ausgezogen, an die Gräber herangeführt und mit Genickschuß erschossen ...

Im Bezirksort Kula waren die Niedermetzelungen noch bedeutend brutaler. Ganze Familien wurden einfach totgeschlagen ...

In Klein-Ker (Backo Dobropolje) wohnten früher 4000 Deutsche ... Man trieb die Familien — die Hälfte darunter waren Frauen und Kinder — um 3 Uhr früh aus dem Hause. Alle mußten sich bis aufs Hemd ausziehen. Die Hände wurden ihnen mit Draht gefesselt. So trieb man sie aus der Gemeinde ... Sie mußten sich hinlegen und wurden mit Genickschuß getötet ...

Filipova war der Schauplatz der größten Massenerschießung in der Batschka ...

In Syrmien wurde vor allem die Stadt Ruma eine Richtstätte des deutschen Donau-Schwabentums ... Die Deutschen mußten sich nackt ausziehen..., dann wurden die nackten Männer, Frauen und

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Kinder der Ortschaft in die Gruben einer Ziegelei getrieben und dort von Titoisten niedergemetzelt. Die nächsten mußten sich auf die Leichen der Getöteten legen. Wer sich weigerte, dem wurde mit Bajonetten nachgeholfen. Viele von diesen Unglücklichen lebten noch und gingen erst unter der Last der nachfolgenden Opfer elend zugrunde. Nicht besser erging es der deutschen Bevölkerung aller anderen Orte. Der Vorgang war überall der gleiche. Unvorstellbare tierische Grausamkeiten wurden an den unglücklichen deutschen Opfern, Frauen und Kindern, verübt.

Die Hinmetzelung und Austreibung der Deutschen in Jugoslawien ist eines der düstersten Kapitel der Geschichte. Vernichtungskommandos erschienen in den deutschen Städten, Dörfern und Siedlungen und führten dort ihr furchtbares Werk durch. In Syrmien und im Banat fiel fast die Gesamtheit der dort wohnenden Deutschen den Massenerschießungen und Morden zum Opfer. Wer nicht ermordet wurde, wurde deportiert, aber nicht nach Deutschland oder Österreich, sondern den Bolschewiken als Arbeitssklaven für Sibirien ausgeliefert. Von den 16.000 in Werschetz im Banat lebenden Deutschen wurden 6000 Männer, Frauen und Kinder ermordet, der Rest ausgetrieben."

Vgl. hiezu den Bericht von Dr. Joß-Pauer "Organisierter Völkermord — Blutbilder vom deutschen Kreuzweg" in der Zeitschrift Die Grenzmark, 1957 und 1958.

Über die Massenermordungen von Deutschen in Jugoslawien, die Zwangsarbeitslager und die Verschleppung und Auslieferung von Deutschen an die Bolschewiken und ihre Deportation nach Sibirien berichtet das erschütternde Buch von Leopold Rohrbacher Ein Volk wurde ausgelöscht — Die Ausrottung der Deutschen in Jugoslawien 1944—1948, Verlag des Forschungs-Institutes für Fragen der Heimatlosen, Salzburg, Ignaz-Harrer-Straße 2.

DIE SCHULD DER USA UND ENGLANDS AN DER
AUSTREIBUNG DER DEUTSCHEN AUS OST- UND SÜDEUROPA

Roosevelt und Churchill werden mit Schmach und Schande überschüttet werden, wenn an den Tag gekommen sein wird, welche Schuld sie auf sich geladen haben; wenn die Überlebenden jener Massaker, jener unsäglichen Martern und Leiden aus Ostdeutschland,

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dem Sudetenland, aus Ost- und Südeuropa den Mund auftun werden, um der Welt zu verkünden, welch viehische Verbrechen besonders in der Tschechoslowakei und in Polen an Millionen deutschen Frauen und Kindern, Männern und Greisen damals über Beschluß dieser Männer und unter dem Schutz der Waffen ihrer Länder verübt wurden.

Aus der Weihnachtsansprache des Heiligen Vaters im Jahre 1947:

"Nun, da ein weiteres Jahr der Nachkriegszeit vergangen ist, mit seiner Last und Qual und Leid, reich an Enttäuschung und Entbehrung, müssen alle, die Augen haben, zu sehen, und Ohren, zu hören, nur von Schmerz erfüllt und gedemütigt sein. Europa und die Welt, sogar das ferne gequälte China, sind heute weiter als je zuvor entfernt von einem wahren Frieden, weiter von völliger und bestimmter Sicherheit, weiter von einer neuen Ordnung, die sich auf gegenseitige Übereinstimmung gründet ...

Wir haben kein Recht, unsere moralische 'Überlegenheit' der Entartung Hitlers gegenüberzustellen; die Geschichte der Nachkriegszeit ist kein Ruhmesblatt. Ein Dante hätte sich gesträubt, die Furchtbarkeit dieser Repressalien an Unschuldigen darzustellen ... Zwangsaustreibungen und Zwangsarbeit verleugnen die elementarsten Menschheitsgesetze und Geist und Buchstaben des Völkerrechts ...

Wer kann ermessen, welche weiteren moralischen, internen sozialen Übel, welcher Schaden für die kulturelle und wirtschaftliche Stabilität Europas der zwangsweisen und unterschiedslosen Vertreibung von Völkern folgen muß! Welches Leid in der Gegenwart! Welche Pein für die Zukunft!"

Byrnes gibt in seinem Buch Speaking Frankly zu:

"Wir waren bestürzt über die umfangreiche Verpflanzung der Bevölkerung durch die Russen."

Ernest Bevin, Englands Außenminister, schrieb:

"Als in Potsdam die Forderung nach einer deutschen Odergrenze erhoben wurde, mußten 13 Millionen Menschen nach dem Westen vertrieben werden. Ich hatte eingewilligt, daß dieses Gebiet polnisch verwaltet wird, weil angesichts der Lage, die durch den Krieg geschaffen worden war, keine andere Lösung möglich war. Seit ich im Amt bin, habe ich weitere zwei Millionen Deutsche aus der Tschechoslowakei wandern sehen und ich habe mit ansehen müssen, wie Millionen Menschen in Europa von Pontius zu Pilatus gehetzt wurden. Gleichgültig wer für den Krieg verantwortlich ist, mir ist es nicht aus dem Sinn gekommen, daß diese Menschen, wenn man sie in Ruhe läßt, einfache, anständige Leute sind, die ein einfaches, anständiges

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Leben führen. Zwischen diesen Volksstämmen gibt es, wenn sie in Ruhe gelassen werden, nicht viel Unterschied ... Die Gewohnheit, Volk gegen Volk zu hetzen, ist einer der Schrecken, die sich in den letzten 30, 40 Jahren entfaltet haben."

In der Zeitung Wanderer (St. Paul, Minnesota) heißt es am 13.11.1947:

"Durch die Massenaustreibung von Millionen Menschen aus ihrer seit vielen Jahrhunderten angestammten Heimat wurde das Naturrecht, wurden die unabdingbaren Rechte, von denen schon unsere Unabhängigkeitserklärung redet, mit Füßen getreten. Es wurden Handlungen begangen, die Verbrechen gegen die Menschheit waren."

Die Heimatvertriebenen wollen ihre Heimat, in der ihre Vorfahren weit über 1000 Jahre saßen. Sie haben den Boden dieser Heimat kultiviert und ertragreich gemacht. Sie haben diese Heimat und mit ihr ganz Europa gegen alle Anstürme aus dem Osten, gegen Avaren, Hunnen und Mongolen erfolgreich mit ihrem Blut verteidigt.

Haben die USA überhaupt auch eine leise Ahnung von der Bedeutung dieser Ostwacht, mit der Deutschland jahrhundertelang Europa gegen die Überflutung durch die Völkerschwärme und Völkerhorden des Ostens erfolgreich schützte? Eine Wacht, die Ströme deutschen Blutes kostete!

Verleiht aber die Macht der USA dieser Verkrüppelung Deutschlands Dauer, dann ist die Bolschewisierung Europas nicht aufzuhalten.

Was hat man nicht alles über den Imperialismus und die Grausamkeit der Deutschen geschrieben und gesprochen, der Deutschen, die doch immerhin so etwas wie Vettern der Engländer und Amerikaner sind. Aber selbst wenn der deutsche Imperialismus und die deutsche Brutalität wirklich so groß gewesen wären, wie sie sich in dem Haß der ändern gegen Deutschland und in ihrer Angst vor Deutschland verzerrt widerspiegeln und wie eine maß- und hemmungslos übersteigerte Propaganda und kalte kaufmännische Konkurrenzfurcht der Welt vorzugaukeln versuchen: sie wären noch ein Kinderspiel gegen das Weltherrschaftsstreben des Ostens und die slawisch-mongolische Grausamkeit, die kennenzulernen die westliche Welt noch genügend Gelegenheit haben wird.

Die USA, Westeuropa und nicht zuletzt die Judenschaft werden, wenn die Verkrüppelung Deutschlands aufrecht bleibt, noch ausreichend Gelegenheit haben zu erkennen, ob die Welt, die Menschheit und die Judenheit durch die Auslieferung Europas an den Osten gewonnen haben wird oder ob, wie der Abenteurer Churchill heute schon in später Erkenntnis klagend feststellt, das "falsche Schwein geschlachtet" wurde.

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MENSCHENVERLUSTE DER VERTRIEBENEN

Nach den Ermittlungen des Bonner Vertriebenenministeriums sind während der unmenschlichen Heimatvertreibungen 2.112.000 Deutsche zugrunde gegangen: ermordet, erfroren, verhungert. Diese Verluste betragen für

Schlesien
Ostpommern
Ostpreußen
Sudetenländer
Polen (1937)
Ostbrandenburg
Jugoslawien
Rumänien
Danzig
Ungarn
Baltendeutsche
446.000
399.000
277.000
267.000
185.000
173.000
136.000
101.000
90.000
57.000
51.000
(10 %)
(18,1 %)
(11,6 %)
(7,7 %)
(14,3 %)
(28,1 %)
(26,6 %)
(12,9 %)
(23,7 %)
(9,5 %)
(21,1 %)

In den Vertreibungsländern verblieben:

Ostpreußen 175.000, Ostpommern 61.000, Ostbrandenburg 18.000, Schlesien 882.000, Danzig 6000, Deutschbalten 19.000, Polen, im Gebiet von 1937.436.000, Sudetendeutsche 259.000, Ungarndeutsche 338.000, Jugoslawiendeutsche 87.000, Rumäniendeutsche 438.000.

Nach Feststellungen der Forschungsgesellschaft für das Welt-Flüchtlingswesen betrugen die Vermögensverluste für die 13,5 Millionen deutschen Heimatvertriebenen und die 2 Millionen Flüchtlinge aus Mitteldeutschland über 350 Milliarden DM.

Statistik nach Dr. Manfred Straka ("Deutsche in aller Welt", Eckartschriften, Heft 6, 1961):

Land   vertrieben   ermordet   im Land
verblieben
  heute
Polen
Danzig
Ostdeutschland
ČSSR
Rumänien
  688.000
300.000
8.000.000
2.850.000
2.500.000
  185.000
85.000
1.940.000
273.000
  70.000
4.000
1.500.000
250.000
400.000
 

200.000

400.000
 (+ 174.000 in Siebenbürgen)
Jugoslawien
Ungarn
 
213.000
  230.000   25.000   25.000
270.000

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DAS SCHICKSAL DER DEUTSCHEN ZIVILBEVÖLKERUNG
IN OSTEUROPA1

Gebiet (1939) Zahl der
ansässigen
Deutschen
(1939)
Beim
Zusammenbruch
geflüchtet oder
sofort vertrieben
Ermordert
oder
verschollen
Zahl
% Zunächst
im Land
verblieben

A   Derzeit unter russische oder polnische Verwaltung gestelltes Reichsgebiet
1. Ospreußen und Memel
2. Ostpommern und Stettin
3. Posen, Westpreußen
4. Schlesien
5. Ost-Brandenburg
6. Danzig (Stadt)
2.620.000
1.960.000
370.000
4.734.000
660.000
400.000
1.900.000
1.450.000
240.000
3.250.000
361.000
285.000
610.000
450.000
120.000
874.000
289.000
130.000
23,3
23,0
32,5
18,5
43,8
32,5
110.000
50.000
10.000
610.000
10.000
20.000

1.—6. insgesamt 10.744.000 7.486.000 2.473.000 23,0 810.000
B   Ost- und südosteuropäische Staaten
7. Polen
8. ČSSR
9. Litauen, Lettland, Estland
10. Jugoslawien
11. Ungarn
12. Rumänien
13. Bulgarien
14. Rußland :
Ukraine, Wolhynien,
Wolga-, Kaukasus-
und Sibiriendeutsche
1.000.000
3.500.000
147.000
840.000
600.000
800.000
6.000

440.000

587000
620.000
2.600.000
81.500
308.000
200.000
276.000
—    

5.000

—    
350.000
695.000
65.500
437.000
120.000
159.000
2.000

435.000

587.000
35,0
20,0
44,6
52,0
20,0
20,0
33,0

98,9

100,0
30.000
205.000
—    
45.000
280.000
365.000
4.000

—    

—    

7.—14. insgesamt 7.920.000 4.090.500 2.850.500 36,0 929.000

1.—14. insgesamt 18.664.000 11.576.500 5.323.500 28,5 1.739.000
C   Sonstige Verluste: Von der verbliebenen deutschen Zivilbevölkerung aus den Ostgebieten und der Sowjetzone verschleppt und verschollen : 1.000.000.


1 Statistik der Grenzmark, Organ für Ostfragen, Jahrg. X, 1961/1, S. 12.

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DIE VERMÖGENSVERLUSTE DER VOLKSDEUTSCHEN
VERTRIEBENEN

Zum Jahresende 1960 hat Bonn die Verluste der Volksdeutschen Vertriebenen veröffentlicht.

Die Aufstellung ergibt einen Gesamtbetrag von 65 Milliarden DM.

Diese Schadenssumme enthält jedoch nur die Vertreibungsschäden jener Vertriebenen, die heute in der Bundesrepublik und in Westberlin leben!

DIE VERKRÜPPELUNG UND ZERREISSUNG DEUTSCHLANDS

Grenfell schreibt in Bedingungsloser Haß, S. 198 f.:

"Das vansittarthafte Ergebnis des zweiten Weltkrieges — es wäre ungenau, von einem 'Frieden' zu sprechen — übertraf selbst Versailles noch an Unterdrückung und Züchtigung. Es wurde nicht nur die deutsche Wehrmacht völlig aufgelöst, die führenden Deutschen wurden gehängt und eingesperrt. Die deutsche Regierung wurde vernichtet und durch alliierte Kontrollkommissare ersetzt, die, wie sie selbst sagten, ihre Aufgabe in der Erwartung 20jährigen Verbleibens antraten. Die Zerstörung der Zentralregierung führte zu einer Teilung Deutschlands in zwei Hälften: eine kommunistische und eine demokratische ...

Die Teilung Deutschlands ist die Frucht der Churchillschen Ausrottungspolitik ... Sie ist ein sehr häßliches Ergebnis. Wir brauchen nicht anzunehmen, daß die Deutschen eine solche Teilung ihres Landes auch nur einen Augenblick länger als notwendig ertragen werden. So hat auch Dr. Adenauer am 23. 6.1953 vor 500.000 Menschen den feierlichen Schwur abgelegt, 'nicht zu rasten noch zu ruhen, bis die Deutschen wieder vereint sind.' ... Aber es ist sehr viel leichter, ein Land zu teilen, als es wieder zu vereinen. Sicher würden freie Wahlen das Ergebnis haben, daß die Deutschen in der Sowjetzone den Kommunismus abwerfen ... Es ist ebenso sicher, daß die Machthaber freien Wahlen in der Sowjetzone den äußersten Widerstand entgegensetzen, da sie davon den Verlust ihrer Macht, wahrscheinlich auch das Exil und möglicherweise eine Verurteilung zu gewärtigen haben."

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Man nahm den Deutschen nach dem
ersten Weltkrieg
nach dem
zweiten Weltkrieg

an Land in Europa 200.000 km2 die Hälfte von Deutschland
an Menschen in Europa 17.000.000 24.000.000
an Kolonien 3.000.000 km2
an Menschen in den Kolonien
an Kriegsschiffen
an Handelsschiffen
an Flugzeugen
an Privatbesitz im Ausland
an Patenten
an Besatzungskosten
an Kohle

an Zink
an Blei
15.000.000
alles
alles
alles
alles

5.500.000.000 DM
21% der deutschen
Produktion

alles
alles
alles
alles: 7.500.000.000 DM
alles: 18.000.000.000 DM

50.000.000.000 Tonnen

20% der Weltproduktion
25% der deutschen Produktion

In den Landgebieten, die die UdSSR und Polen Deutschland im Osten entrissen, liegen 25% des landwirtschaftlich genutzten Bodens Deutschlands.

Die Getreideernte in diesem Gebiet betrug 1938 insgesamt 6.540.000 Tonnen. (Im Vergleich hiezu: Die gesamte Getreideernte Australiens betrug 5,7 Millionen Tonnen.)

Wie schwer der Verlust dieser Getreidemenge für Deutschland wiegt, zeigt die Tatsache, daß die deutsche Bundesrepublik 1954 insgesamt 4,51 Millionen Tonnen Getreide importieren mußte!

Die Kartoffelernte in den entrissenen deutschen Ostgebieten betrug 1938 14.570.000 Tonnen. Das ist fast soviel wie die Kartoffelernte von ganz Frankreich (1954 = 17,01 Millionen Tonnen) und fast doppelt soviel wie die Kartoffelernte in den USA (1954 = 9,44 Millionen Tonnen)!

Noch mehr als in diesen erschütternden Tatsachen manifestiert sich der Vernichtungswille Amerikas und seiner Alliierten gegenüber Deutschland in zwei Tatsachen: 1. darin, daß man ihm den Frieden vorenthält. Heute, so viele Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation, ist der Friedensvertrag noch gar nicht abzusehen, 2. darin, daß man das, was man von Deutschland noch übrigließ, als einheitliches Staatsgebilde zerschlug. Während die Russen das von ihnen besetzte Ostdeutschland als einheitliches Staatsgebilde bestehen ließen, zertrümmerten die Westmächte das von ihnen besetzte Westdeutschland in elf lebensunfähige ohnmächtige Zwergstaaten.

140


Die amerikanische Publizistin Dorothy Thompson urteilt auf Grund ihrer eigenen Beobachtungen auf einer Deutschlandreise:

"Die kommunistische Propaganda konzentriert sich vollständig auf die deutsche Einheit. Die ebenso demütigende wie widernatürliche Zerreißung Deutschlands liefert den Kommunisten das wirksamste Propagandamaterial. Sie appellieren dauernd an das deutsche Nationalgefühl und treten für die Einheit Deutschlands, für die Befreiung von der Besetzung durch die Alliierten und gegen die Erdrosselung der deutschen Industrie durch England ein.

Die Worte, die am Gebäude der Sozialistischen Einheitspartei in Berlin prangen, verkünden nicht irgendeine kommunistische These, sondern die Einheit des Reiches.

Der maßgebende KP-Führer Deutschlands fällte das alarmierende Urteil: "Wir sehen ruhig zu und machen gar nichts. Die Amerikaner arbeiten hundertprozentig für uns ... Die Behandlung Deutschlands durch die USA muß dieses Land zwangsläufig kommunistisch machen."

DIE AUSHUNGERUNG DEUTSCHLANDS

"Man ließ das amerikanische Volk in Unkenntnis der Tatsache, daß man das deutsche Volk aus Rache der Verzweiflung und dem Hungertod preisgab." (F. Utley)

Die Schmach, wie man das deutsche Volk in den Jahren 1945 bis 1949 erbarmungslos dem Hungertod preisgab, ohne auch nur einen Finger zu seiner Hilfe zu rühren, wird als Denkmal amerikanischer Christlichkeit und Humanität in die Geschichte eingehen.

Drei volle Jahre nach der bedingungslosen Unterwerfung Deutschlands machte der Schweizer Nationalrat Rupp eine Studienreise durch Deutschland. Er berichtete über die Lebensverhältnisse in Deutschland im Juni 1948:

Ware Zuteilung (Menge) Schwarzmarkt-Preis
Fett
Brot
Fleisch
Zucker
Ei
Wurst
Butter
Kaffee
seit 3 Monaten nicht ein Gramm
pro Woche 1 kg
seit 3 Monaten nicht ein Gramm
seit 3 Monaten nicht ein Gramm
überhaupt nie
überhaupt nie
überhaupt nie
überhaupt nie
unerhältlich



je Stück 7—12 Mark
je kg 460 Mark
je kg 560 Mark
je kg 800 Mark

141


Zur gleichen Zeit betrug der Wochenlohn eines deutschen Arbeiters in Köln 23 bis 26 Mark, in Berlin 32 Mark.

Während die deutsche Bevölkerung buchstäblich verhungerte, zogen die Besatzungsmächte Zehntausende Tonnen Lebensmittel zum Unterhalt ihrer Truppen aus dem Land. Frankreich schickte zu den 100.000 Mann Besatzungstruppen noch deren Familien samt Zehntausenden Kindern nach Deutschland, die aus der deutschen Wirtschaft ihre Lebensmittel zogen.

"In Baden-Baden, wo General König (inmitten eines verhungernden Volkes) mit dem Pomp eines Vizekönigs von Indien residiert, leben mehr Franzosen als Deutsche ... Frankreich nutzt seine Zone als Übungsplatz für seine Armee aus, und die französischen Besatzungstruppen bringen nicht nur ihre Frauen und Kinder, Großmütter, Tanten, Geschwister und Vettern mit. Außer diesen Menschen, die alle auf Kosten der deutschen Wirtschaft leben, werden auch Kinder und Kriegsverletzte zum Erholungs- und Ferienaufenthalt nach Deutschland geschickt, wo sie mit riesigen Mengen von Milch, Butter, Eiern und allen sonstigen Nahrungsmitteln versorgt werden müssen. Bis 1948 waren die Deutschen in dieser Zone buchstäblich am Verhungern. Dann erhielten sie wenigstens etwas aus den Zuteilungen der amerikanischen ECA." (F. Utley, S. 282)

Harry Soderbaum schreibt in seinen Lebenserinnerungen (deutsch bei Kiepenheuer & Witsch, Köln 1957, S. 336):

"In Deutschland herrschte [1946] das graue Elend ... Hunger und Erschöpfung ließen die Deutschen nur mühselig dahinvegetieren. Man konnte kaum glauben, daß dieses verhungernde Volk einmal vor Energie gesprüht hatte ... Es besorgte mich tief, meine deutschen Freunde in einem so kläglichen Zustande wiederzusehen ... Was ich in Deutschland sah, übertraf meine schlimmsten Erwartungen. In jeder Familie standen die Mütter verzweifelt vor ihren leeren Kochtöpfen, umgeben von ihren vor Hunger weinenden Kindern, und warteten auf die Rückkehr ihrer Männer, die arbeitslos waren und auf dem Lande ein paar Kartoffeln aufzutreiben suchten. Die Kinder sahen entsetzlich abgemagert aus, hatten hohle Wangen, und ihre kleinen Gesichter spiegelten die dumpfe Hoffnungslosigkeit ihrer Mütter. Überall sah ich nur Leiden; das Schlimmste aber waren für mich die Kinder, die Unsägliches litten ... Die Sieger aber und selbst viele Neutrale sahen in den deutschen Kindern nur 'Otterngezücht'."

Die meisten Völker wären unter dem furchtbaren Druck der entsetzlichen Hungersnot und der entwürdigenden Behandlung durch

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die Alliierten der Verzweiflung anheimgefallen; sie wären zusammengebrochen und hätten sich aufgelöst.

Nicht so das deutsche Volk, das zu den arbeitsamsten und fleißigsten, zu den ordnungsliebendsten und genügsamsten Völkern der Erde gehört. Mit spartanischer Genügsamkeit und verbissenem Lebenbehauptungswillen ertrugen die Deutschen die jahrelange furchtbare Hungersnot und die entsetzlichen Entbehrungen und arbeiteten mit einem damals fast zwecklos erscheinenden Mut inmitten der Trümmer der fast völlig zerstörten Städte unter dem Druck völliger Hoffnungslosigkeit am Aufbau eines neuen Lebens.

Voll Bewunderung für die deutschen Frauen in jener furchtbaren Zeit schreibt Freda Utley:

"Hier, inmitten von Schutt und Ruinen, inmitten eines großen Volkes, das Krieg, Niederlage und eine demütigende Behandlung als Verbrechernation auf ein asiatisches Existenzniveau heruntergedrückt haben; hier, wo die Kinder zerlumpt und barfuß gehen, wo sie aus kalten Schulräumen kommen, um in finsteren Kellerlöchern auf die von der Arbeit heimkehrende Mutter zu warten — nach einer Arbeit, gleich der chinesischer Kuli: Ziegel tragen, schwere Lasten tragen und ziehen, schwere Männerarbeit verrichten — hier findet man trotz Hunger, Entwürdigung und zermürbender Arbeit keine Verzweiflung, keinen Nihilismus oder zynischen Defaitismus und keine Eigensucht, sondern einen standhaften Glauben an den Wert westlicher Kultur — zu der das Volk Kants und Goethes so wesentliche Beiträge geleistet hatte."

DIE ERZIEHUNG DEUTSCHLANDS ZUR DEMOKRATIE

Die USA gaben in jenen Jahren vor, das deutsche Volk zur Demokratie erziehen zu wollen. Mit den nach Deutschland als Vertreter der USA entsandten Lehrmeistern, die nichts anderes im Sinn hatten, als sich an Deutschland zu rächen, konnte man das deutsche Volk weder zur Demokratie noch zu irgendeinem anderen Ideal erziehen.

Man kann ein Volk nicht zu Idealen erziehen, wenn man ihm gleichzeitig sein Land raubt, es auf jede erdenkliche Art demütigt und peinigt und dem Verhungern und der tiefsten Verelendung preisgibt. Man kann einem anderen Volk überhaupt nur dann Ideale vorsetzen, wenn man sie ihm vorlebt.

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Die Basler Nachrichten veröffentlichten 1947 in Nr. 425 einen Bericht des Schweizers Peter Dürrenmatt über seinen langjährigen Studienaufenthalt in Deutschland, wohin er als Gastprofessor von den Engländern eingeladen war.

"Es wird immer erklärt, Deutschland müsse zur Demokratie erzogen werden. Wie soll je in einem Lande irgendeine demokratische Ordnung zu wirklichem Leben kommen, in dem das Besatzungsregime die öffentliche Moral, das Rechtsleben und die soziale Ordnung zerstört. Es ist geradezu niederschmetternd, in welchen Sumpf man Deutschland dadurch hineingestoßen hat, indem man es dem Verhungern preisgibt. Wer nicht Schwarzhandel in irgendeiner Form betreibt, ist zum Tode verurteilt. Jede Verantwortlichkeit und Moral im öffentlichen Leben wird dadurch vernichtet. Der Beamte, der nur von seinem Gehalte leben möchte, muß des Hungers sterben. Dabei war früher die unbestechliche, sorgfältig und selbstlos arbeitende Verwaltung für die Deutschen der Begriff des Staates. Der Hunger zerstört diesen Begriff vollkommen. Aber auch die Rechtsordnung als Grundlage der Demokratie wurde von der Besatzung vollkommen zerstört. Noch jetzt, im vierten Jahre der Besetzung, fehlt jede Rechtsordnung absolut. In jeder Zone kommen täglich willkürliche, gegen jedes Völkerrecht und jedes Rechtsempfinden überhaupt verstoßende Gewalthandlungen vor. Kein Deutscher besitzt praktisch einen wirklichen Rechtsschutz. Wie soll in einem solchen Klima des Hungers, der Korruption und der Rechtlosigkeit die Demokratie gedeihen?"

Zur Erwirkung einer Änderung der Gesinnung ist ein erzieherisches Mittel unentbehrlich: das lebendige Beispiel. Und in der Anwendung dieses erzieherischen Mittels haben die Amerikaner total versagt. In bezug auf das tätige Vorleben wahrhaft demokratischen Verhaltens ließen sowohl die Amerikaner als auch die übrigen Besatzungselemente, die das Geschick Deutschlands und des deutschen Volkes bestimmten, alles zu wünschen übrig, so sehr, daß nur zu hoffen ist, daß sich die deutsche Demokratie nicht nach dem Beispiel richten und bilden wird, das uns die Amerikaner in Deutschland gaben.

Die Bevormundung der Deutschen auf Grund ihrer Umschulung zur Demokratie nahm in den ersten Jahren der Besetzung geradezu groteske Formen an: so war es z. B. lange Zeit verboten, das eigene Vaterland, Deutschland, im Erdkundeunterricht zu behandeln! Im Geschichtsunterricht durfte nur alte Geschichte gelehrt werden; die Behandlung der neueren Geschichte war verboten! Selbstverständlich

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war auch jeder Turnunterricht verboten; auch das Gehen oder gar Marschieren im Gleichschritt war verboten! Nicht nur viele Lieder, auch viele namhafte deutsche Dichter waren verboten!

Die Amerikaner übersahen dabei nur eines: Umschulen kann man Menschen in der Technik und in Berufen, aber nicht hinsichtlich Gesinnung und Wesensart.

DER RAUB DER DEUTSCHEN PATENTE

Im Berliner Patentamt fielen den Amerikanern rund 346.000 Patentschriften in die Hände, die zusammen alles enthielten, was Deutschland an wissenschaftlichen und militärischen Geheimnissen besaß. Unter den beschlagnahmten deutschen Patenten befanden sich die Forschungs- und Betriebsgeheimnisse aller großen und entscheidenden deutschen Unternehmungen, wie Zeiss, Siemens, Telefunken, Krupp, Thyssen usw. Bei den IG-Farbenwerken wurden nur an neuen Farbformeln rund 50.000 erbeutet. Das Fischer-Tropsch-Verfahren zur Erzeugung von synthetischem Benzin aus minderwertiger Kohle enthebt die USA kostenlos der ungeheuren Sorge, woher sie im Falle des Versiegens ihrer Ölquellen Benzin nehmen könnten.

Um welch gigantisches Geschäft, um welch ungeheuren Werte es sich bei diesem Patentraub handelte, darüber liegen interessante Feststellungen von amerikanischer Seite vor. Sprecher der US-Army erklärten bereits 1947, daß die deutschen Forscher dem amerikanischen Steuerzahler allein auf dem Gebiet der Raketenforschung mindestens 750 Millionen Dollar erspart haben.

Nach den Feststellungen H. Rubinsteins, dessen Abhandlung in einem Artikel der New York Times vom 17. Februar 1947 zitiert wird, beträgt der Wert der ungefähr 200.000 deutschen Auslandspatente, die die USA an sich genommen haben, viele Milliarden Dollar.

Am 1. Dezember 1946 berichteten die New York Times über die Ausbeute an deutschen Medikamenten und pharmazeutischen Erfindungen, daß sie "das Leben und die Gesundheit des amerikanischen Volkes in der nächsten Zukunft wesentlich verbessern werden".

Ein Artikel in der Zeitschrift Newsweek vom 8. Dezember 1947 berichtet, daß die USA eine deutsche Erfindung eines Insektenbekämpfungsmittels "erobert" haben, das fünfundzwanzigmal stärker und wirksamer ist als DDT und von den amerikanischen Behörden nach einjährigen Versuchen als "the most universally effective insec-

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ticide ever developed" gepriesen wird, das den USA ein Weltmonopol gibt — natürlich ohne daß der deutsche Staat oder der deutsche Erfinder auch nur einen Cent dafür erhält.

Am 30. November 1947 veröffentlichten die New York Times eine Mitteilung, daß die Deutschland geraubten Entdeckungen und Erfindungen allein auf dem Gebiet der Aeronautik mehr als 55.000 unbezahlbare Dokumente umfassen — 1500 Tonnen, berichtet die Zeitung stolz —, über deren geschäftlichen Wert der Bericht wörtlich sagt:

"Unsere Sachverständigen schätzen, daß die Kosten dieser Studien, wenn wir sie heute in unserem Land durchführen müßten, zwischen zwei bis drei Billionen Dollar betragen würden."

Die Lizenzgebühren für die deutschen Patente brachten vor dem Krieg jährlich rund 500 Millionen RM an Devisen ein. Das gibt einen ziemlich klaren Anhaltspunkt für die Bewertung der beschlagnahmten deutschen Patente.

Die Sowjets haben bereits 1947 behauptet, daß der Westen allein durch die deutschen Patente und Industrieberichte einen Wert von 10 Milliarden Dollar erhalten hat. Von amerikanischer Seite werden 5 Milliarden Dollar zugegeben. Deutsche Fachleute schätzen den Schaden der Patententeignung auf etwa 16,8 Milliarden DM.

Am schwierigsten ist die Bezifferung des materiellen Schadens, der Deutschland durch den Mißbrauch seiner Warenzeichen entstand, weil es sich dabei um einen kontinuierlichen ideellen und propagandistischen Wert handelt. Deutsche Sachverständige setzen diesen Schaden mit dem 2 1/2 - bis 4fachen des Wertes der Patente an.

Ist es nicht grotesk, daß die Alliierten den Deutschen durch Gesetz (Militärgesetz Nr. 23) verbieten, Erfindungen zu machen? Im fünften Jahr der Besatzung wurde ein Deutscher, der eine Erfindung auf dem Gebiet des Flugwesens gemacht hatte, wegen Übertretung dieses durch Militärgesetz Nr. 23 statuierten Verbotes verurteilt!

Es wurde den Deutschen nicht nur verboten, Erfindungen zu machen, ein Verbot, das nur ein krankhaftes Rachegehirn aushecken konnte. Auch die Auswertung bereits vorhandener segensreicher Erfindungen wurden den Deutschen verboten, wie etwa jene des Buna und des synthetischen Benzins. Trotz des absoluten, völligen Mangels an Benzin und Gummi durfte Deutschland weder synthetischen Benzin noch Buna (künstlichen Gummi) herstellen. Die USA aber, die die deutschen Patente geraubt hatten, benutzten diese segensreichen Erfindungen um so eifriger. Buna übertrifft durch seine Eigenschaften den

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natürlichen Gummi bei weitem. Er ist besser, dauerhafter und vielseitiger verwendbar. Die Produktion der USA an Buna ist für 1957 auf 1.718.000 Tonnen veranschlagt. Zur gleichen Zeit beträgt die Welternte an Naturgummi nur 1.800.000 Tonnen!

DIE AUSLIEFERUNG DER DEUTSCHEN WISSENSCHAFT UND
FORSCHUNG UND IHRER VERTRETER AN DIE SOWJETS

Mit dem Zusammenbruch Deutschlands wurden der UdSSR der deutsche Wissensstand in einem Ausmaß in die Hände gespielt, daß sich die praktischen Folgen dieser "Kriegsbeute" und ihre Auswirkungen heute noch nicht im entferntesten übersehen lassen.

Dank der kurzsichtigen Haltung der USA gegenüber Deutschland konnten sich die Bolschewiken der deutschen Wissenschaftler und damit der Atombombe bemächtigen. Ohne die blindwütige Rache gegen das deutsche Volk wären die USA heute die Herren der Welt.

Das Ende des zweiten Weltkrieges und der Zusammenbruch Deutschlands haben den Bolschewiken die Ergebnisse der deutschen Wissenschaft in einem Ausmaß in die Hände gespielt, daß sich die Folgen dieser "Kriegsbeute" heute noch nicht entfernt übersehen lassen. Amerika und England sahen tatenlos zu, wie sich die Sowjetunion diese Beute aneignete und sich sowohl der Ergebnisse als auch der Spitzenkräfte der deutschen Forschung bemächtigte, um sie für kommunistische Zwecke auszunützen.

Am wesentlichsten waren für die Sowjets die deutschen Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Atomwissenschaft. Die Sowjets bemächtigten sich zu diesem Zweck der Person Prof. Ardennes. In seinem Institut war bei Kriegsende ein Zyklotron nahezu fertig gebaut; jene gewaltige Apparatur, die elektrische Elementarteilchen so zu beschleunigen vermag, daß sie "Geschosse" für die Atomzertrümmerung zu werden vermögen. In einem eigens zu diesem Zweck errichteten großen unterirdischen Bunker war Ende 1943 diese Anlage montiert worden. Deutschland besaß nämlich nur in Heidelberg ein kleines Zyklotron, das 1944 vorübergehend in Betrieb genommen war. Das bei Kriegsende nahezu fertiggestellte neue Zyklotron in Lichterfelde fiel den Sowjets in die Hände.

Ardennes Spezialgebiet im Bereich der Atomforschung war die Isotopentrennung. Bekanntlich sind die Atome ein und desselben chemischen Elements in ihrem Kernaufbau nicht völlig gleich. Fast jedes

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Element hat gleichsam verschiedene Sorten, die sich dadurch unterscheiden, daß bei der einen etwas mehr, bei der anderen etwas weniger Neutronen in den Kern eingelagert sind. Diese Sorten nennt man in der Atomphysik Isotopen. In der Natur sind aber z. B. in einem Quantum Uranerz oder Chlorgas die Isotope fast unlösbar ineinandergemischt. Für die Atomtechnik ist jedoch die Entmischung der Isotope die Voraussetzung für jeden weiteren Erfolg. Sie ist indessen außerordentlich schwierig. Mit chemischen Methoden gelingt sie überhaupt nicht, mit physikalischen nur durch die Entwicklung höchst komplizierter Apparaturen.

Drei Dinge waren in Ardennes Institut erreicht:

1. Ein magnetischer Isotopentrenner war erfunden worden, der für Elemente bis zum Atomgewicht 30 zuverlässig funktionierte.

2. Auf der Basis des sogenannten Massenspektrographen hatte Ardenne ein elegantes Verfahren zum Nachweis radioaktiver Isotope und ihrer Trennung entwickelt.

3. Bis zum Kriegsende war daraus ein dem Massenspektrographen ähnliches Gerät geschaffen worden, mit dem sich die beiden Uransorten so elegant trennen ließen, daß Fachleute, die Einblick bekamen, davon tief beeindruckt waren. Die Isotopentrennung ist aber das A und O jeglicher Atomtechnik. Die Ergebnisse all dieser Arbeit und ihre praktische Anwendung konnten nun bei den Sowjets heranreifen. Ardenne befand sich mit seinem ganzen Institut in Suchum in Georgien.

Er war keineswegs der einzige Hochfrequenztechniker und Kernphysiker, den die Russen holten. Seine Kenntnisse wurden für die Sowjets aufs beste ergänzt durch die Forschungen des Leiters des Forschungslaboratoriums der Auer-Gesellschaft, Dr. Nikolaus Riehl, und des ehemaligen Mitarbeiters des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik, der Forschungsstätte von Professor Hahn, Dr. L. Bewilogua.

DIE ERGEBNISSE DER DEUTSCHEN FORSCHUNG AUF DEM
GEBIET DER INFRAROTTECHNIK IN DEN HÄNDEN DER
BOLSCHEWIKEN

Neben Prof. Ardenne bemächtigten sich die Sowjets der Person von Dr. Nikolaus Riehl. Riehl war der bedeutendste und erfolgreichste deutsche Forscher und Spitzenfachmann auf dem Gebiet der Infrarottechnik. Die deutsche Infrarottechnik hatte zu Kriegsende dank der

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Arbeit Riehls einen Höchststand erreicht. Eines der Spezialgebiete des vielseitigen Dr. Nikolaus Riehl war die Arbeit am sogenannten "Bildwandler". Aus dem Bereich der elektromagnetischen Schwingungen empfindet das menschliche Auge nur einen bestimmten Ausschnitt dieser Frequenzskala als sichtbares Licht. So merkwürdig es klingt — es gibt auch "unsichtbares Licht". Dazu gehören z. B. die ultraroten Strahlen, so genannt, weil sie im Farbenspektrum jenseits des Rots liegen. Man kann also z. B. bei völliger Dunkelheit einen Gegenstand in nächtlicher Landschaft mit ultraviolettem Licht anstrahlen. Dieser Gegenstand wird die Strahlen reflektieren. Niemand merkt etwas davon. Es bleibt so dunkel wie zuvor. Nun beginnt aber erst das Problem. Es heißt: Läßt sich ein Gerät entwickeln, das die reflektierten Ultrarotstrahlen dem menschlichen Auge auf einem Bildschirm optisch sichtbar machen könnte? Dies würde nämlich nicht weniger bedeuten, als den mit diesem Gerät ausgestatteten Menschen sehend zu machen, während für alle übrigen stockdunkle Nacht herrscht. Dieses Gerät besteht, und zwar in mehrfachen Konstruktionsabwandlungen, abgestimmt nach Verwendungszweck und Ziel. Der Bildwandler ist gleichsam die Umkehrung einer Tarnkappe. Die Tarnkappe macht ihren Träger für alle umstehenden Sehenden unsichtbar; für den Benutzer des Bildwandlers sind alle Umstehenden blind wegen der herrschenden Dunkelheit, nur er allein wird "nachtsichtig", ihm wird die Nacht zum Tag.

Die militärische Bedeutung dieser Erfindung liegt auf der Hand. Man nehme ein Infanteriegewehr, dem ein Bildwandler, vergleichbar einem Zielfernrohr, aufgesetzt ist. Der Schütze tastet bei völliger Dunkelheit mit einem Ultrarot-Strahlenbündel die feindliche Linie ab. Der Gegner sieht und spürt davon nichts. Er erscheint aber auf dem Schirm des Bildwandlers als optisches Bild und damit als sichtbares Punktziel und kann abgeschossen werden. Wird dieses Gewehr noch mit schalldämpfenden Einrichtungen versehen, zeichnet sich ein dämonisch unheimlicher Nachtkrieg als praktische Möglichkeit ab. Auf eine andere Waffengattung angewandt: Wer über serienmäßig produzierte Bildwandler verfügt, kann ohne jeden verräterischen Lichtschimmer beachtliche Truppenbewegungen bei Nacht ausführen, auch in einem sonst dafür unmöglichen Gelände, in Wäldern und wasserdurchzogenen Sümpfen. Noch mehr: mit dem Bildwandler lassen sich Panzerangriffe nachts fahren, und der Angreifer bleibt dem Angegriffenen gespenstisch unsichtbar.

Dr. Nikolaus Riehl hat als Meister der Ultrarottechnik in den letzten Kriegsjahren persönlich in der Elbemündung eine ganze Reihe von

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ihm konstruierter Nacht- und Nebelsehgeräte mit Erfolg ausprobiert. Nachrichten besagen, daß er bei den Sowjets im Raum von Moskau diese Entwicklungsreihen weiter ausgebaut hat. Es käme fahrlässiger Vogel-Strauß-Politik gleich, würde sich der Westen in seiner Waffentechnik mit allen Problemen der Ultrarottechnik für Abwehr und Angriff nicht in entsprechender Weise vertraut machen. Wissenschaftler in die Hände der Gegner fallen zu lassen, kann im 20. Jahrhundert eben weitreichende Folgen haben.

DIE ERGEBNISSE DER DEUTSCHEN RAKETENFORSCHUNG
IN DEN HÄNDEN DER BOLSCHEWIKEN

Nur die deutschen Raketenspezialisten, die die Amerikaner den Bolschewiken in die Hände fallen ließen, ermöglichten den Russen die Konstruktion des künstlichen Satelliten. — Die Rote Armee brachte nach dem Krieg die deutschen Raketenspezialisten Dr. Siegmund, Dr. Roesch, Dr. Umpfenbach, Dr. Schulz, Dr. Gröttrup u. a. — fast alle von der deutschen Versuchsstation Peenemünde — nach der UdSSR. Die Fernlenktechniker Dr. Eigenberger, Dr. Buschbeck u. a. folgten.

Die deutschen Raketenforscher entschieden das Raketenduell zwischen den USA und Moskau für Moskau. Sie konstruierten, bevor sie wieder in ihre Heimat entlassen wurden, die Mehrstufenrakete, die von den Sowjets zur ersten interkontinentalen Fernrakete und zur Triebrakete für den Mondsatelliten weiterentwickelt wurde.

(Siehe auch Klee-Merk, Damals in Peenemünde, Gerhard Stalling Verlag, Oldenburg.)

WIE DIE RUSSEN HITLERS GEHEIMWAFFE FANDEN

Kurz nach Beendigung des Krieges fiel den Bolschewiken in einem von den Amerikanern eroberten Gebiet die vielleicht wichtigste Beute des Krieges unversehrt in die Hände: eine unterirdische deutsche V2-Fabrik, einschließlich der deutschen Pläne für eine interkontinentale Fernrakete.

Wladimir Schabinsky, ein ehemaliger Spezialoffizier der Roten Armee, der 1947 in den Westen floh, schildert, wie er den erstaunlichen

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Fund machte, der für die sowjetische Raketenentwicklung von überragender Bedeutung werden sollte (1958):

"Viele Leute fielen aus allen Wolken, als die Russen ihre Sputniks vor den Amerikanern in den Weltraum schossen. Ich nicht. Vor zwölf Jahren, ehe ich aus der Sowjetzone Deutschlands floh, konnte ich genau beobachten, wie sich die Russen ihren Vorsprung im Rennen um die Langstreckenrakete holten. Ich kann heute noch nicht verstehen, wie Amerika den Russen zu ihrer Überlegenheit im Raketenbau verhalf ... Die amerikanische Armee war tief nach Deutschland eingedrungen und hatte die Provinzen Sachsen und Thüringen erobert. Einige Monate nach der deutschen Niederlage rückten die Amerikaner aus diesen Gebieten wieder ab und überließen sie den Russen.

Als die Amerikaner Sachsen und Thüringen verließen, wurde ich beauftragt, eine Zementfabrik in Nordhausen zu demontieren. Ich kam unmittelbar auf den Fersen der abrückenden Amerikaner nach Nordhausen. Am folgenden Tage fuhr ich mit meiner Gruppe zu einem Dörfchen namens Dora, sechs Kilometer von Nordhausen, wo sich die Zementfabrik befand. Sie war enttäuschend klein, es lohnte sich fast nicht, sie nach Rußland zu verfrachten ...

Als ich mich in der Gegend umsah, stieß ich auf die Mündung eines Tunnels, in den Eisenbahnschienen und eine Fahrstraße hineinliefen. Wir fuhren hinein und sahen, daß andere Tunnels seitlich abzweigten. Plötzlich sahen wir im Lichte unserer Scheinwerfer flache Güterwagen, auf denen scheinbar riesige Torpedos geladen waren. Diese silbernen Zigarren waren etwa 15 m lang und hatten 2 m im Umfang. Bei näherem Hinsehen aber wurde es uns klar, daß es gar keine Torpedos waren. Durch Zufall waren wir in das Arsenal der deutschen V2-Raketen hineingestolpert ...

Dies war die geheimste deutsche Waffe, und die Amerikaner hatten sie für uns hiergelassen. Keine schlechten Kerle, die Amerikaner, aber manchmal wirklich naiv. Ich mußte an den Sowjetbefehl zur Plünderung von Westberlin denken: 'Laßt unseren Alliierten kein Bett zum Schlafen stehen!'...

Der Bürgermeister sagte uns, daß diese Anlage in Dora der einzige Ort in Deutschland war, wo die V2 zusammengesetzt wurde. Amerikanische und britische Bomber hatten Nordhausen im Krieg schwer zerstört, um die Produktion der V2 zu drosseln. Die unterirdische Anlage hatten sie nie beschädigen können. Als jedoch die amerikanischen Truppen einrückten, fanden und untersuchten sie das Arsenal ... Die Anlage hatte zwei Haupttunnels, beide etwa 1,5 km lang, und

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62 kleine Verbindungstunnels. An manchen Stellen war die Höhle zwei bis drei Stockwerke hoch. In dem einen Haupttunnel hatten die Deutschen die V1 hergestellt, im anderen die V2. Keine Bombe hätte dieses Arsenal beschädigen können: es lag 800 m unter der Erde. Ich zählte über 1000 Werkzeugmaschinen für die Herstellung von Raketen. Alles stand und lag in schönster Ordnung da, als sei der Betrieb nur über Nacht geschlossen worden. Die Lagerräume waren angefüllt mit Raketenersatzteilen, Hartstahl, Kupferplatten und den kompliziertesten Fernsteuermechanismen. Entgegen meiner Befürchtungen war nichts vermint, weder von den Amerikanern noch von den Deutschen.

Ein Sowjetoberst lachte und sagte:

'Das haben uns die Amerikaner alles geschenkt. Aber in zehn Jahren werden sie weinen. Stellt euch vor, wenn unsere Raketen über den Ozean fliegen werden!'

... Viele Arbeiter und Ingenieure der Raketenfabrik wurden in der Umgebung von Nordhausen aufgespürt und mit der Fabrik nach Rußland geschickt ... Die Amerikaner hatten einen fast kompletten Satz von V2-Plänen dortgelassen; außerdem Entwürfe von größeren Raketen einschließlich der interkontinentalen A9/A10.

Inzwischen hatten sich die Amerikaner wirklich einen Witz geleistet. Während sie die Dora-Anlage nicht anrührten, hatten die abziehenden amerikanischen Truppen in Suhl die Jagdgewehrfabrik von Sauer in die Luft gesprengt. Sie hatte im Krieg nichts Schlimmeres als Armeepistolen hergestellt ... Die Amerikaner hatten diese kleine Fabrik gesprengt, weil dort ein berühmtes Jagdgewehr hergestellt wurde, das auf dem Weltmarkt in scharfer Konkurrenz mit den amerikanischen und britischen Jagdwaffen stand. V2-Raketen werden nicht auf dem Weltmarkt angeboten; sie sind also kein Konkurrenzartikel. Die Hauptsache im Westen ist der Handel.

Die meisten führenden Raketenspezialisten verließen Nordhausen mit den Amerikanern. Dennoch fand die Sowjetpolizei bei genauem Durchkämmen der Ostzone einige Raumwissenschaftler. Andere wurden durch Bestechung, Drohung oder Menschenraub aus Westdeutschland geholt.

Schon 1946 wurde eine große Zahl von V2-Raketen in der UdSSR abgeschossen. Und das sowjetische Kriegsministerium brüstete sich, daß die russischen Langstreckenraketen in einem kommenden Krieg fürchterlich werden würden. Dies dank den Entwürfen der deutschen interkontinentalen Rakete, die die Amerikaner in Dora für den russischen Gebrauch zurückgelassen hatten.

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Als ich damals aus Nordhausen nach Berlin zurückkehrte, nahm ich an einem Armee-Essen teil. Wir tranken auf die Inbesitznahme der V2-Fabrik. Und Oberstleutnant Tarakanow rief dabei: 'Was für Idioten diese Amerikaner sind!' "

EIN AMERIKANISCHES GESCHENK AN STALIN

Unverständlicherweise hatten die amerikanischen Einheiten, die vor der Roten Armee auf das deutsche Raketengeheimlager gestoßen waren, die ganzen Anlagen samt wichtigen Plänen für neue Raketen den Bolschewiken in die Hände fallen lassen. Amerikanische Nachforschungen bei den beteiligten Stellen ergaben den genauen Sachverhalt und die Gründe, die zu diesem Verhalten der Amerikaner führten.

Ganz Sachsen und Thüringen waren schon vorher den Bolschewiken als Besatzungszone zugesprochen worden. Auf diesem Gebiet befanden sich auch die V2-Anlagen in Nordhausen. Schon auf der Jalta-Konferenz im Februar 1945 hatte Stalin 80% der ganzen deutschen Industrie als Entschädigung für die Zerstörungen in Rußland verlangt.

Am 5. Juli 1945 unterzeichnete der — nur im Deutschenhaß große — General Eisenhower einen Erlaß, in dem es hieß:

"Alle Fabriken, Anlagen, Werkstätten, Forschungsinstitute, Laboratorien, Versuchsanstalten, Patente, Pläne, Zeichnungen und Erfindungen müssen intakt und in gutem Zustand für die alliierten Vertreter erhalten werden."

Aus der Tatsache, daß Nordhausen als russisches Besatzungsgebiet vorgesehen war und von den Amerikanern geräumt und den Bolschewiken überlassen wurde, war klar, daß diese alliierten Vertreter nur die Bolschewiken sein konnten. Jedenfalls mußten die amerikanischen Armeebehörden dies annehmen: diese Direktiven Eisenhowers waren schuld, daß die amerikanischen Truppen am Ende des zweiten Weltkrieges die deutschen Raketengeheimnisse unverantwortlicherweise in die Hände der Sowjetunion fallen ließen.

Wie es dazu kam, daß amerikanische Stellen die unterirdischen Geheimanlagen und Pläne in Dora bei Nordhausen den Sowjets überlassen hatten, sei hier kurz geschildert:

Am 11. April 1945 stießen die Amerikaner bis nach Nordhausen.

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Sechs Kilometer nördlich von Nordhausen stießen sie auf ein unterirdisches Geheim-Arsenal von V2-Raketen. Es machte den Eindruck, als ob es gerade verlassen worden sei. Es war in der Tat kurz zuvor von den deutschen Raketenspezialisten verlassen worden. Diese Spezialisten waren im Januar 1945 aus der Raketenversuchsanstalt in Peenemünde an der Ostsee gekommen, wo die V2 entwickelt worden war. Dort hatten sie, neben der V2, schon seit langem auch an dem sogenannten Projekt A9/A10 gearbeitet, von dem der deutsche General Dr. Walter Dornberger, der Leiter der Peenemünder Versuchsanstalt, in seinem Buch über die V2 schrieb:

"Mit unseren großen Raketenmotoren und Stufenraketen wären wir in der Lage, Raumschiffe zu bauen, die wie Monde in einer Höhe von 5000 km und mit einer Geschwindigkeit von 26.000 km/h um die Erde kreisen könnten."

Das paßte haargenau auf die russischen Sputniks, die fünf Jahre später die Welt erstaunten.

Im Januar 1945 kamen die Peenemünder Wissenschaftler zur Beratung ihres Schicksals und ihrer Zukunft zusammen. Die Rote Armee war bereits auf knapp 100 km an Peenemünde herangekommen. Arbeit und Leben der Wissenschaftler waren in Gefahr. Sie wußten, daß der Krieg verloren war, und beschlossen, sich den Amerikanern zu ergeben. Sie verbrannten, was sie nicht mitnehmen konnten. Dann verließen viertausend Männer, Frauen und Kinder Peenemünde und machten sich auf den Weg nach Dora. Sie kamen Anfang Februar in Dora bei Nordhausen an. Als der Krieg zu Ende war, warteten sie ungeduldig auf die amerikanischen Truppen. Vierhundert führende Wissenschaftler wurden von der SS zwangsweise in die Allgäuer Alpen in Südbayern geschafft.

Am 11. April 1945 zog die 3. amerikanische Panzerdivision in Nordhausen ein. Sie blieb nur etwa 48 Stunden und setzte dann ihren Vormarsch nach Osten fort. Nach ihnen traf Major Hamille von der Technischen Sonderabteilung (Abwehr) ein. Er schreibt darüber:

"Wir wußten von der Geheimanlage in Nordhausen, lange bevor unsere Truppen dorthin kamen. Der schriftliche Befehl, den ich bekam, lautete, daß Nordhausen zur russischen Zone gehören würde und daß alle Dokumente und Gegenstände für die Sowjets dortgelassen werden sollten. Dieser Befehl ging von einer sehr hohen Stelle aus. Inoffiziell und geheim aber habe ich den Auftrag bekommen, so viel Material, wie ich konnte, einzupacken, ohne daß es nachher zu bemerken war, daß wir die Fabrik geplündert hatten."

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Der Krieg war noch nicht vorbei, und den Amerikanern lag sehr viel an einem russischen Eingreifen im Pazifik. Deshalb waren sie bemüht, um jeden Preis einen internationalen Zwischenfall zu vermeiden.

Führende Raketensachverständige sind der Meinung, daß Major Hamille sich seines Auftrages, den schwierigen Verhältnissen entsprechend, gut entledigt hat. Er brachte es fertig, 100 fast komplette V2-Raketen und eine Reihe wertvoller Dokumente sicherzustellen. Alles hätte er in Ausführung seiner Befehle doch nicht mitnehmen dürfen. Ende Mai schaffte er 300 Wagen Material von Nordhausen nach Antwerpen und von dort in die USA.

Im Juni 1945 machte eine andere Gruppe von Abwehrleuten aus Garmisch einen letzten Besuch in Nordhausen ... Sie hatte den Auftrag, die dort zurückgebliebenen Wissenschaftler und ihre Familien zu evakuieren, ehe die Russen kamen. Knapp 24 Stunden standen ihnen zur Verfügung. Bei dieser Gelegenheit entdeckten sie weitere Verstecke mit Plänen, einschließlich fünf Koffer voll mit Dr. Dornbergers Notizen in einem verlassenen Salzbergwerk.

Ein Mitglied dieser Gruppe faßte später das Abschneiden der beiden Seiten in den Worten zusammen:

"Wir haben wahrscheinlich die Pläne alle komplett; aber die Russen haben sie wahrscheinlich auch fast alle komplett."

Ehe sie aus Nordhausen abzogen, überlegten sie, ob sie die unterirdische Anlage in die Luft sprengen sollten. Aber da sie keine Vollmacht dazu hatten, sahen sie sich gezwungen, die Anlagen den Russen, die wenige Stunden später eintrafen, unzerstört in die Hände fallen zu lassen.

Nach Dr. Dornbergers Mitteilung sind einige der in Nordhausen zurückgelassenen Werkzeugmaschinen einzigartig in der ganzen Welt.

GÖRINGS LETZTER BRIEF AN CHURCHILL

"Nürnberg, 10. 10.1946

Herr Churchill!

Sie werden die Genugtuung haben, mich und meine Schicksalskameraden zu überleben. Ich stehe nicht an, Sie zu diesem persönlichen Triumph und der Delikatesse zu beglückwünschen, mit der Sie ihn zustande gebracht haben. Sie haben sich und Großbritannien diesen

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Erfolg wahrlich etwas kosten lassen. Dürfte ich Sie für einfältig genug halten, ihm mehr als die Bedeutung eines von Ihnen und Ihren Freunden — den von Ihnen gegen das Großdeutsche Reich in den Krieg hineinmanövrierten Völkern und Ihren jüdischen und bolschewistischen Bundesgenossen — verschuldeten Schauspiels beizulegen, dann wäre die Erklärung in meiner vorletzten Lebensstunde auch vor den Augen der Nachwelt an einen Unwürdigen verschwendet.

Mein Stolz als Deutscher und eines meistverantwortlichen deutschen Führers in einer welthistorischen Auseinandersetzung verbietet es mir, an die entehrende Niedrigkeit des von den Siegern angewendeten Verfahrens auch nur ein Wort zu verschwenden, soweit dies meine Person betrifft. Da es aber der offenkundige und erklärte Zweck dieser Justiz ist, das deutsche Volk selbst in den Abgrund der Rechtlosigkeit hinabzustoßen und es durch die Beseitigung der verantwortlichen Männer des nationalsozialistischen Staates jeder späteren Verteidigungsmöglichkeit ein für allemal zu berauben, habe ich unter dieses von Ihnen und Ihren Verbündeten beschlossene Urteil noch einige Bemerkungen zu dem geschichtlichen Gegenstand hinzuzufügen.

Ich richte sie an Ihre Adresse, weil Sie einer der Meistwissenden um die wahren Hintergründe dieses Krieges und um die Möglichkeiten, ihn zu vermeiden oder ihn doch in einem für die europäische Zukunft noch tragbaren Zeitpunkt zu beenden, sind, aber Ihrem eigenen Tribunal Ihr Zeugnis und Ihren Eid verweigert haben. Ich will daher nicht verfehlen, Sie rechtzeitig vor das Tribunal der Geschichte zu fordern, und richte meine Erklärung an Sie, weil ich weiß, daß dieses Tribunal einmal Sie als den Mann Europas nennen wird, der mit Ehrgeiz, Intelligenz und Tatkraft das Schicksal der europäischen Nationen unter die Räder fremder Weltmächte geworfen hat.

Ich stelle in Ihnen vor der Geschichte den Mann fest, der zwar das Format hatte, Adolf Hitler und sein europäisches Werk zu Fall zu bringen, dem es aber versagt bleiben wird, an Stelle des Gefallenen noch einmal schützend den Schild gegen den asiatischen Einbruch in Europa zu heben.

Ihr Ehrgeiz war es, mit Versailles über Deutschland Recht zu behalten. Ihr Verhängnis wird es sein, daß Ihnen dies gelang.

Sie verkörperten den erhärteten Trotz Ihres alten Herrenvolkes, aber Sie verkörpern auch den Trotz des Alters gegen den letzten großen Versuch der erneuerten germanischen Kraft, das Schicksal Europas in den Steppen Asiens zu entscheiden und für die Zukunft zu si-

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chern. Sie werden, wenn meine Verantwortung in der weiteren Entwicklung der Ereignisse Ihren letzten objektiven Richter gefunden hat, die Verantwortung dafür zu übernehmen haben, daß der vergangene blutige Krieg nicht der letzte gewesen ist, der um die Lebensmöglichkeiten des Kontinents auf seinem Boden ausgefochten werden mußte. Sie werden zu verantworten haben, daß dem Blutbad von gestern ein noch größeres folgen wird und Europa nicht an der Wolga, sondern an den Pyrenäen um die Entscheidung über Leben und Tod wird antreten müssen. Es ist mein heißer Wunsch, daß Sie den Tag wenigstens erleben mögen, an dem die Welt und die abendländischen Nationen, besonders die britische, die bittere Einsicht erfahren werden, daß Sie und Ihr Freund Roosevelt es waren, die ihre Zukunft für den billigen Triumph über das nationalsozialistische Deutschland verkauft haben. Dieser Tag wird schneller kommen, als es Ihnen lieb sein wird, und Sie werden ihn daher trotz Ihres vorgeschrittenen Alters wahrscheinlich noch rüstig genug auch über den Britischen Inseln blutigrot aufgehen sehen. Ich bin fest überzeugt, daß er Ihnen alle jene schrecklichen Überraschungen bringen wird, denen Sie diesmal durch die Gunst des Kriegsglücks oder des Abscheues der deutschen Kriegführung vor einer völligen Entartung des Kampfes zwischen unseren artverwandten Völkern entgangen sind. Mein Wissen um den Stand und Umfang der — nicht zuletzt dank Ihrer militärischen Hilfe — der Roten Armee zur Beute gewordenen Waffen und Projekte aus unserem Besitze ermächtigen mich zu dieser Voraussage.

Sie werden zweifellos nicht versäumen, nach Ihrer Gepflogenheit bald gute Memoiren zu schreiben, und Sie werden Sie um so besser schreiben, als Sie nun niemand mehr zu hindern vermag, nach Ihrem Belieben zu berichten oder zu verschweigen. Dennoch werden Sie gegen jene Korrekturen machtlos sein, die eine von Ihnen herbeigeführte Entwicklung unbeirrbar vornehmen wird. Ihre Sache wird es dann sein, den Völkern jene Antwort zu geben, die Sie Ihrem Schautribunal schuldig geblieben sind, und weniger uns, die wir Ihrer Fairneß nichts zu danken wünschten. Sie glauben, es geschickt angestellt zu haben, daß Sie diese geschichtliche Wahrheit den advokatischen Spitzfindigkeiten einer Handvoll ehrgeiziger juristischer Subalterner auf den Seziertisch geworfen haben und zu einem dialektischen Traktat der Propagandaschusterei verwandeln ließen, obwohl Sie als Brite wie als Staatsmann nur allzugut wissen, daß sich mit solchen Mitteln die Existenzprobleme der Völker weder in der Vergangenheit beurteilen ließen, noch in Zukunft lösen lassen.

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Ich habe eine zu begründete Meinung von der Verschlagenheit Ihrer Intelligenz, als daß ich Ihnen den Glauben an die vulgären Parolen zumuten könnte, mit denen Sie den Krieg gegen uns motivierten und Ihren Sieg über uns als ein zirzensisches Schauspiel erklären ließen.

Ich erkläre daher als einer der höchsten militärischen, politischen und wirtschaftlichen Führer des Großdeutschen Reiches noch einmal mit allem Nachdruck, daß dieser Krieg nur deshalb nicht vermeidbar war, weil die Politik Großbritanniens unter dem Einfluß Ihrer Person und Ihrer Gesinnungsfreunde auf allen Gebieten darauf ausging, dem Lebensinteresse und der natürlichen Entwicklung des deutschen Volkes den Weg zu verlegen und — von senilem Ehrgeiz um die Aufrechterhaltung der britischen Vormachtstellung erfüllt — den zweiten Weltkrieg einem von unserer Seite aufrecht und immer wieder angestrebten Ausgleich vorzog.

Ich erkläre hier noch einmal ausdrücklich, daß die einzige Schuld des deutschen Volkes an dem Ausbruch des von Ihnen erzwungenen Weltkrieges die ist, daß es der von Ihnen kunstvoll aufrechterhaltenen und künstlich geschürten Bedrängnis seiner nationalen Daseinsverhältnisse ein Ende zu machen versuchte.

Es hieße Wasser in den Atlantik tragen, wollte ich mich Ihnen gegenüber noch über die Ursachen, Zwangsläufigkeiten und Motive aussprechen, die im Verlaufe des Krieges zu den politischen und militärischen Weiterungen geführt haben, die Ihre juristisch Beflissenen hier so zielsicher einseitig auf Kosten der NS-Staatsführung des deutschen Volkes auszuweiten verstanden. Der verwüstete europäische Kulturraum und sein in Schutt und Asche liegender historischer Reichtum zeugen heute in erster Linie von der verzweifelten Erbitterung, mit der ein großes und stolzes Volk gestern noch mit einem Opfermut sondergleichen um seine Existenz gekämpft hat. Morgen werden sie aber von der Bedenkenlosigkeit zeugen, mit der allein die von Ihnen ins Feld geführte Übermacht Europa an das Rote Asiatentum ausgeliefert hat.

Das von Ihnen geschlagene Deutschland aber wird sich gerade durch seinen Untergang an Ihnen rächen, denn Sie haben weder eine bessere Politik gemacht als wir, noch eine größere Tapferkeit gezeigt als wir. Sie haben Ihren Sieg nicht besseren Qualitäten und einer eingebildeten Überlegenheit Ihrer Kraft und Kunst, sondern einzig und allein sechs Jahren Übermacht Ihrer Koalition zu verdanken. Nehmen Sie ihn nicht für das, als das Sie ihn ausgeben möchten. Die Früchte Ihrer politischen Kunst werden Sie und Ihr Land nur

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allzufrüh ernten. Was Sie als erfahrener Zyniker nicht gelten lassen wollten, daß nämlich unser Kampf im Osten eine höchste Notwehraktion nicht nur für Deutschland, sondern zugleich für ganz Europa war und die eigentliche Rechtfertigung aller von Ihrer Seite her so kurz und bündig verurteilten Akte Maßnahmen der deutschen Kriegführung im einzelnen gewesen sind oder sein mögen, wird Ihnen und dem Britischen Empire Ihr heute verbündeter Freund Stalin sehr bald beweisen. Sie werden erfahren, daß auch Ihre Not dann kein Gebot mehr kennt und Sie ihm [Stalin] weder mit advokatischer Schläue noch mit dem Gewicht Großbritanniens und seiner europäischen Zwerge erfolgreich begegnen können.

Sie haben dem deutschen Volke gegenüber immer die Behauptung aufgestellt, es sei Ihnen in erster Linie um die Wiederherstellung seiner demokratischen Lebensform gegangen. Sie haben jedoch kein Wort darüber gesprochen, daß es Ihnen auch um die Wiederherstellung der ihm nun seit einem Vierteljahrhundert vorenthaltenen vernünftigen Lebensgrundlagen geht. Ihr Name steht unter allen prinzipiellen Dokumenten dieser Ära der britischen Verständnislosigkeit und Eifersucht gegenüber Deutschland. Ihr Name wird auch unter den Resultaten stehen, die diese Ära der Liquidierung Deutschlands vor der Geschichte für den Bestand Europas herausgefordert hat.

Mein Glaube an die Lebenskraft des deutschen Volkes ist unerschütterlich. Deutschland wird stärker sein und länger leben als Sie. Aber mich schmerzt es, daß es Ihnen wehrlos ausgeliefert ist und nun mit zu den unglücklichen Opfern gehört, die dank Ihrem Erfolge nun nicht einem Zeitalter segensreicher Arbeit für die Verwirklichung der durch die Vernunft den abendländischen Völkern gestellten gemeinsamen Aufgaben entgegengehen, sondern der größten Katastrophe ihrer gemeinsamen Geschichte.

Ich erspare mir den Disput über die Exzesse, die Sie uns zu Recht oder Unrecht vorwerfen und die weder meiner noch der Auffassung des deutschen Volkes entsprechen, ebenso wie über die, die auf Ihrer Seite und auf Seite Ihrer Verbündeten an Millionen von Deutschen begangen wurden. Denn ich weiß, daß Sie unter diesem Vorwand das ganze deutsche Volk zum Gegenstand eines kollektiven Exzesses von weltgeschichtlich nie dagewesenem Ausmaß gemacht haben und daß Sie auf jeden Fall in der Behandlung Deutschlands nicht anders verfahren werden, weil Sie Ihr Ziel seit 1914 unentwegt und beharrlich in nichts anderem als in der Zertrümmerung des deutschen Reiches gesehen und angestrebt haben.

Diese Ihre Zielsetzungen versagen Ihnen den Anspruch auf ein Rich-

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teramt über die vermeidbaren und unvermeidbaren Folgewirkungen, die Ihre kaltblütige Zielstrebigkeit herausforderte oder Ihnen als nachträgliches Beweismittel für die Berechtigung Ihres Bestrebens willkommen war.

Ich bereue heute meinen in der NS-Staatsführung schwersten Fehler, dem ich und unsere Politik in der Beurteilung Ihrer staatsmännischen Einsichtskraft unterlagen. Ich bedauere, Ihnen die Einsicht in die weltpolitische Notwendigkeit eines befriedeten und lebensfähigen Deutschlands auch für den Bestand des britischen Empire zugetraut zu haben.

Ich bedauere, daß unsere Macht und Mittel nicht dazu ausreichten, Ihnen wenigstens noch in allerletzter Minute die bessere Erkenntnis abzuringen, daß die Liquidierung Deutschlands der Beginn der Liquidierung der britischen Weltmacht sein wird.

Wir traten an und handelten jeder nach seinem Gesetz, ich nach dem neuen, für das dieses Europa schon zu alt war, Sie nach dem alten, für das dieses Europa nicht mehr bedeutend genug ist.

Ich werde meinen Weg zu Ende zu gehen wissen in dem sicheren Bewußtsein, als deutscher Nationalsozialist trotz allem auch ein besserer Europäer gewesen zu sein als Sie. Ich überlasse das Urteil darüber beruhigt der Nachwelt, der Sie nach meinem aufrichtigen Wunsche noch möglichst lange angehören mögen. Vielleicht bietet Ihnen das Schicksal noch eine Chance, die mir geboten war: Im Untergang eine Wahrheit zu sein! Hermann Göring"

DIE TOTALE AUSPLÜNDERUNG DEUTSCHLANDS
DIE DEMONTAGEPOLITIK

"Die tschechische Industrie war 1943 um 11% größer als 1939 vor der deutschen Besetzung.

Während der deutschen Besetzung Belgiens im zweiten Weltkrieg vermehrte sich der Viehbestand Belgiens um 100.000 Stück Großvieh.

Während der Besetzung Frankreichs nahmen die Deutschen dort beträchtliche Investitionen in Industrie und Landwirtschaft vor.

Deutschland aber wurde während der Besetzung durch die Alliierten total ausgeplündert.

Die Nachkriegspolitik [der Alliierten] geht dahin, Deutschland in Ketten und Lumpen zu halten." (Economist, London)

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Freda Utley schreibt:

"Die amerikanische Öffentlichkeit weiß so gut wie nichts über die ungeheure Vergeudung durch die Demontage. Die Deutschen haben niemanden, der ihre Sache vertritt. Keine freie Presse, keine Repräsentanten im Ausland. Die meisten amerikanischen Journalisten, Kongreßmitglieder und Senatskomitees beziehen ihre Informationen ausschließlich von der Militärregierung, die die Morgenthau-Politik vertritt.

Die wenigen Berichte des Kriegsministeriums, des Außenministeriums und der ECA, die einiges von den wahren Zuständen erkennen lassen, wie etwa der Wolff-Bericht, der Kennan-Bericht, der Bericht des ECA-Humphrey-Komitees, werden unterdrückt und geheimgehalten. Sie sind sogar der Presse und den Kongreßmitgliedern vorenthalten worden ...

Unter dem — getarnten — Einfluß der Morgenthau-Jünger in der Wirtschafts- und Finanzabteilung der amerikanischen Militärregierung sind den obersten Stellen unvollständige, wenn nicht geradezu falsche Darstellungen der ganzen Demontage gegeben worden ... Ich stellte fest, daß die obersten Stellen der amerikanischen Militärregierung es ablehnten, die Demontage als dringliche und wichtige Angelegenheit anzusehen ... Sie verließen sich deshalb ohne Nachprüfung auf die wirtschaftlichen Informationen ihrer zivilen Untergebenen, sei es wegen der [Rache-]Stimmung in den USA und wegen der Washingtoner Anweisungen oder weil England und Frankreich den USA nur zögernd den Rücken gegen die UdSSR deckten ... General Hays, der Stellvertreter des Generals Clay, der alles andere als ein Racheapostel ist, war eindeutig über die Kosten und Wirkungen der Demontage falsch informiert ... Mr. Wilkinson, Mitglied der amerikanischen Militärregierung und Hauptwirtschaftsberater des Generals Clay, erklärte, er könne keinen Deutschen ausstehen und wisse nichts, was ihm 'mehr Wurst sei' als die Meinung der Deutschen über die Demontage ...

Diese Einstellung, die General Clays Hauptwirtschaftsberater zum Ausdruck brachte, erklärt die sonst unbegreifliche Politik, wie ich sie in der amerikanischen Zone am Werk gesehen habe. Rassische Antipathien und blindwütiges Vergeltungsstreben gegenüber dem besiegten Volk schließen ein weises, staatsmännisches Vorgehen aus ... Mr. Wilkinson, der Hauptwirtschaftsberater, hatte mich durch seinen eiskalten Haß gegen das deutsche Volk entsetzt ... ich fragte mich aber, ob nicht die Unwissenheit hochgestellter Angehöriger der Militärregierung der demokratischen Sache in Europa noch mehr schadet als der Rassenhaß der Morgenthau-Jünger."

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Das Haager Abkommen über die Sitten und Gebräuche des Landkrieges untersagt ausdrücklich jede Zerstörung und Wegnahme feindlichen Staatseigentums, wenn dies nicht durch die Kriegsnotwendigkeiten gebieterisch verlangt würde. Die Zerstörung und entschädigungslose Wegnahme feindlichen Privateigentums ist durch die Haager Konvention gleichfalls feierlich untersagt.

Niemals wurde auf diesem Gebiet das Völkerrecht gründlicher verachtet und verletzt als durch die amerikanischen Prediger und Kreuzritter des Rechts. Die Ausraubung Deutschlands durch die Demontage deutscher Fabriken erfolgte noch vier Jahre nach der bedingungslosen Kapitulation.

Man täuschte das amerikanische Volk überdies und verführte es zu dem falschen Glauben, die Demontage der deutschen Fabriken diene nur der Entwaffnung Deutschlands. In Wahrheit diente sie aber nur zur Befriedigung der Rache der Morgenthau-Leute und beraubte Millionen von Deutschen aller vernünftigen Lebensmöglichkeiten.

Auf der Demontageliste der Westmächte standen nicht nur alle Werke der Kriegsindustrie, die ohne weiteres auf Friedensproduktion hätten umgestellt werden können, sondern auch alle jene Werke, die mit dem Krieg nicht das mindeste zu tun hatten, aber der englischen oder französischen Industrie als Konkurrenzunternehmen lästig waren.

Der durch diese wirtschaftlich unverantwortlichen Demontagen Deutschland zugefügte Schaden an Sachwerten und Investitionskosten ist mit 2000 Millionen Dollar nicht zu hoch geschätzt. Dabei ist in dieser Schätzung der Entgang an Steuern und der ungeheure Schaden durch den Entfall von Arbeitsplätzen nicht berücksichtigt.

Die Interessen der drei westlichen Alliierten an der deutschen Demontage waren verschieden. Den Engländern ging es darum, Deutschlands Wirtschaft so weit zu vernichten, daß Deutschland als wirtschaftlicher Konkurrent auf dem Weltmarkt praktisch für immer ausschied. Den Franzosen ging es darum, Deutschland womöglich für immer so zu schwächen, daß es ihnen niemals wieder gefährlich werden konnte. Den Amerikanern aber ging es darum, als Werkzeug und Rächer der Judenschaft den Morgenthauplan wenigstens soweit wie möglich zu verwirklichen und Deutschland so weitgehend wie nur möglich zu vernichten.

Senator Taft (Ohio) schrieb am 20. November 1947 (Wanderer, St. Paul, Minnesota):

"Man hat den idiotischen Morgenthauplan zwar offiziell aufge-

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hoben, aber man kann alle Zweifel darüber haben, ob man diesen Unsinn auch wirklich aufgegeben hat. Die Demontagen in Deutschland sind mit keinen vernunftgemäßen militärischen Sicherheitserwägungen mehr zu begründen."

Der Morgenthauplan sollte Deutschland in eine "Ziegenweide" verwandeln. Der Plan, nach dem die Deutschen als sich selbst versorgende Bauern leben sollten, ist ein offenkundiges, nur für Laien getarntes Völkermordprogramm. Die Bolschewiken nahmen alles deutsche Land östlich der Oder-Neiße-Linie in ihren Besitz. Dieses Land war die Kornkammer Deutschlands. Man raubte dadurch Deutschland nicht nur ein Drittel seines Ackerlandes, sondern trieb überdies die Bewohner dieser Kornkammer in das übersiedelte Westdeutschland, das bereits an Menschen erstickte. In Westdeutschland ist der Hektarertrag der Äcker bereits um 50% höher als in den USA! Westdeutschland konnte schon früher seine Bevölkerung nicht durch seinen Boden ernähren, noch weniger jetzt, nach dem Zustrom von Millionen deutscher Flüchtlinge aus dem Osten. Westdeutschland hat heute mit 50 Millionen Einwohnern weit über die Hälfte der Bevölkerung des früheren gesamten Reichsgebietes zu ernähren; dabei hat es hiezu weniger als die Hälfte des früheren Ackerbodens, der schon seinerzeit zur Ernährung nicht ausreichte, obwohl man das Letzte und Höchste aus ihm herausholte. Eine weitere Ertragssteigerung ist völlig unmöglich.

N. H. Collisson, der stellvertretende Chef der ECA-Kommission, gab im Februar 1949 vor dem amerikanischen Kongreß die Erklärung ab, daß Westdeutschland niemals mehr als 50% seines Lebensmittelbedarfes erzeugen kann, den es zur Ernährung seiner Bevölkerung benötigt. Die andere Hälfte muß eingeführt werden. Das wieder ist aber nur möglich, wenn Deutschland für die einzuführenden Lebensmittel Industriegüter ausführen kann, um damit die eingeführten Lebensmittel zu bezahlen. Ohne Industrie ist mehr als die Hälfte der Bewohner Deutschlands zum Verhungern verurteilt. Collisson stellt in seinem Bericht fest, daß Westdeutschland Lebensmittel und Rohstoffe im Wert von mindestens 2800 Millionen Dollar einführen muß; es muß also mindestens ebensoviel Industriegüter exportieren, um die Einfuhr der Lebensmittel und Rohstoffe bezahlen zu können.

Die vorgesehenen Demontagen waren so umfangreich und vernichteten die deutsche Industrie so gründlich, daß nicht nur keine Möglichkeit einer Ausfuhr von Industrieartikeln bestand, sondern auch

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Deutschland selbst jeder Möglichkeit einer Selbstversorgung mit eigenen Industrieartikeln beraubt war.

Der Londoner Economist führt in seiner Nummer vom 6. Februar 1946 aus, daß Deutschland 1944 allein 44% seiner Stahlerzeugung (also fast 9 1/2 Millionen Tonnen von 24 Millionen Tonnen) allein für die Herstellung von Friedensbedarfsartikeln wie Nägel, Blechen, Messern, Scheren, Öfen, Röhren, Werkzeugen und Haushaltsgeräten verbrauchte.

Ein Wiederaufbau der bombenzerstörten Städte, Bauwerke und Brücken, die Wiederherstellung der Eisenbahnen und ihres rollenden Materials, der Ersatz der von den Russen, Polen, Franzosen usw. "erbeuteten" Lokomotiven und Güterwagen war unmöglich. Völlig unmöglich war auch der Bau von zusätzlichen Häusern und Wohnungen für die Millionen von Ostvertriebenen.

Fast jede Stadt, ob groß oder klein, lag in Trümmern. Niemand, der die Kriegszerstörungen in Westdeutschland sah, konnte die Schätzung der deutschen Wirtschaft bezweifeln, daß der jährliche Stahlbedarf nur für den Wiederaufbau und allein zur Deckung des Inlandbedarfes mindestens 14 Millionen Tonnen Rohstahl betrage. Trotzdem zerstörte man die deutschen Stahlwerke.

Die Zerstörung der Stahlwerke widersprach auch dem allgemeinen Interesse der Weltwirtschaft ... Collisson erklärte in seiner Aussage vor dem außenpolitischen Senatsausschuß (siehe oben):

"Der kritische Stahlmangel in der Welt von heute erfordert zwingend die größtmögliche Ausnutzung der deutschen Stahlerzeugungskapazität."

Trotzdem erklärte der Steel-Productions Board (Düsseldorf) noch im August 1948:

"Es ist nicht beabsichtigt, Deutschland eine Stahlproduktionskapazität zu belassen, die es je wieder in den Stand setzen würde, Stahl und Stahlerzeugnisse in nennenswerten Mengen zu exportieren."

F. Utley schrieb 1949:

"Deutschland verfügt, abgesehen von Kohle, praktisch über keine Rohstoffe. Deutschlands 'Reichtum' liegt ausschließlich in der Geschicklichkeit und im Fleiß seiner Bewohner. Solange es ihm verwehrt ist, beides zum eigenen und zum Nutzen Europas zu verwenden, kann es seine Bevölkerung nicht ernähren und erhalten. Gleichzeitig bedarf auch ganz Europa mehr als dringend deutscher Maschinen.

Trotzdem standen allein 94 Eisen- und Stahlwerke auf der Demon-

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tageliste, die Deutschland im Oktober 1947 ausgehändigt wurde und fast 700 modernste und leistungsfähige Industriewerke enthielt."

Die New York Times schrieben in einem Leitartikel im November 1947 über die amerikanische Demontagepolitik in Deutschland:

"Wir haben die Demontierung von 682 deutschen Fabriken angeordnet, von denen die Hälfte überhaupt keine Kriegsfabriken waren und der Rest sich leicht auf Friedensproduktion umstellen läßt."

Umfassend war auch die Liste der Industriezweige, die Deutschland zu betreiben verboten war. Sie umfaßte nicht nur die gesamte Kriegszwecken dienende Industrie, sondern ging weit darüber hinaus. Verboten waren: der Schiffsbau, die Herstellung von Aluminium, Magnesium, Kugellagern, synthetischem Ammoniak, synthetischem Kautschuk, synthetischem Benzin und Öl.

Aber auch von den "erlaubten" Industrien wurden trotzdem alle jene Betriebe demontiert bzw. ihrer Maschinen beraubt, die nach Ansicht der Sieger für die Deckung des inneren Marktes, des eigenen deutschen Bedarfs "überzählig" waren.

Als Ende 1947 der Befehl zur Abwrackung der Krupp-Werke gegeben wurde (die vor dem Kriege 40.000 Arbeiter beschäftigten), erhoben die deutschen Behörden Vorstellungen wegen der dadurch verursachten Arbeitslosigkeit.

Hiezu erklärte General Bishop geistreich:

"Durch die Abwrackarbeiten werden 8000 deutsche Arbeiter auf Jahre hinaus Beschäftigung und Verdienst finden."

Trotz heftiger Proteste der in diesen Werken beschäftigten Arbeiter wurden auch Werke demontiert, die ausschließlich Friedenszwecken dienten: Fabriken für ganz und gar unkriegerische Dinge wie Pfannen, Tee- und Kaffeekannen, Kessel und sonstige Haushaltsgeräte, Spielwaren, Möbel, optische Instrumente, Krankenhausbedarf, landwirtschaftliche Traktoren usw., usw.

Noch im April 1949 (!) erhielt Frankreich die Genehmigung, einen Teil der großen Stickstoffwerke in Oppeln zu demontieren, die größte europäische Anlage zur Herstellung von synthetischem Stickstoff mit einer Produktionskapazität von 750 t reinem Stickstoff täglich. Die Folge dieser Demontage war: Die abgebauten Maschinen hatten nur mehr Schrottwert, und Deutschland mußte für den Produktionsausfall jährlich um 36 Millionen Dollar Kunstdünger einführen.

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Freda Utley sagt (S. 268):

"Das Vorgehen der Franzosen in ihrer Zone kann nur mit dem der Russen verglichen werden. Die französische Zone wurde in einem solchen Ausmaß von Lebensmitteln und Maschinen entblößt, daß nur amerikanische Hilfe die dortige Bevölkerung am Leben erhalten hat ... Die französische Ausplünderung führte zu wirklicher Hungersnot, bis 1948 ECA-Hilfe eintraf. Abgesehen von den 875 Millionen Dollar im Jahr, mit denen die USA die französische Wirtschaft direkt unterstützen, leisten die USA nun auch noch einen Zuschuß von 155 Millionen Dollar für die französische Zone, zum Ausgleich dessen, was Frankreich in Form von Lebensmitteln, Holz, Industrieerzeugnissen und Maschinen dort herausholt."

Selbst Seifenwerke wurden demontiert!

"Der größte Skandal der ganzen Reparationszerstörung ist die Demontage der deutschen Seifenwerke. Die schreckliche Folge war, daß der Mangel an Seife zu einem Ansteigen der Säuglingssterblichkeit von 6 auf 18% führte. Jede Politik ist gegenüber einem hilflosen Volk verbrecherisch, wenn sie ihre Opfer unter den Kindern sucht. Wäre es nicht an der Zeit, etwas praktisches Christentum zu üben?"

(Aus der Chicago Tribüne)

Über den Eifer der Engländer, durch eine umfassende Demontage die deutsche Konkurrenz gründlich zu vernichten, schreibt Freda Utley (S. 111):

"Die Demontagesucht der Engländer, angefacht von dem Bestreben, den deutschen Konkurrenten auszuschalten, schien ohne Grenzen zu sein, ebenso wie die heuchlerischen Vorwände, mit denen die Engländer deutsche Aktiva an sich brachten, um ihr eigenes Dollardefizit zu verringern.

Da gibt es z. B. den Fall der 'Diana-Spielwaren-Fabrik' in der französischen Zone, die Luftgewehre herstellt. Die Engländer veranlaßten die Franzosen, diese Fabrik als 'Rüstungsbetrieb' zu erklären, um die Maschinen für sich zu bekommen.

Als ich Deutschland im Dezember 1948 verließ, lernte ich im Zug nach Ostende einen englischen Spielwarenfabrikanten kennen, der gerade aus Nürnberg kam. Er zeigte mir Muster von Spielzeugautos mit drei Gängen und andere Beispiele deutschen Erfindungsreichtums. Mit den deutschen Spielwarenfabrikanten könne niemand konkurrieren, meinte er. Dann erzählte er, daß ihm und anderen englischen Industriellen unmittelbar nach dem Kriegsende vom Board of Trade gesagt worden war, sie sollten passende Heeres- oder

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Marineuniformen bekommen, um als 'Reparationsbeamte' nach Deutschland zu gehen und sich dort alle Maschinen auszusuchen, die sie wünschten oder verwenden zu können glaubten. Er selbst habe kein Verlangen darnach getragen, sich am Raub des Lebensunterhaltes der Deutschen zu beteiligen. So hatte er das Anbot abgelehnt. Er führe auch besser, wenn er deutsche Spielwaren kaufe, statt sie in England anzufertigen. Die englischen Arbeiter seien nicht so leistungsfähig und weigerten sich, so hart zu arbeiten wie die Deutschen. Deshalb war es billiger, Spielzeug von den erfindungsreicheren Deutschen zu kaufen, als deutsche Maschinen wegzunehmen und damit einen Wettbewerb aufzuziehen."

Aufreizend war auch die Demontage der deutschen Uhrenindustrie, die mit der Rüstungsindustrie nichts zu tun hat. Die Uhrenindustrie ist hauptsächlich im Schwarzwald (französische Zone) konzentriert. Die Franzosen begannen sogleich mit der Zerstörung und Wegschaffung der Maschinen nach Frankreich. Die Engländer waren an der Zerstörung gleichfalls sehr interessiert.

Die englische Zeitschrift British Jeweller an Metal Worker in London veröffentlichte am 1. Juli 1948 einen Bericht über die Jahresversammlung der britischen Uhrenindustrie vom 16. Juni:

"Mr. Barett, der Vorsitzende der Exportgruppe, hat in den vergangenen drei Jahren langwierige Verhandlungen und Besprechungen geführt und erreicht, daß die deutsche Produktion auf 50% von 1938 reduziert wird. Zu diesem Zweck wird eine Anzahl deutscher Fabriken aufgelassen. Mr. W. Cope hat diese Fabriken und auch verschiedene andere England zur Verfügung gestellte Maschinen inspiziert. ... Es wurde festgestellt, daß die deutsche Uhrenindustrie infolge der französischen Reparationsentnahmen nur noch über alte Maschinen verfüge. Trotz dieser Verkrüppelung vermögen die Deutschen infolge ihrer technischen Befähigung noch immer billige Uhren herzustellen. Der britische Verband müsse daher in der Frage der Ausschaltung der deutschen Konkurrenz scharf vorgehen."

Auch die Textilindustrie wurde entsprechend erledigt. Sie wurde der modernen Knüpf-, Rundstrick- und Webemaschinen beraubt und damit von jeder Exportmöglichkeit abgeschnitten.

Die Leder-, Holzbearbeitungs- und Bauindustrie wurden ebenfalls ihrer Ausrüstung beraubt.

Drei Jahre wurde in Deutschland zerstört und geplündert, ehe die

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Amerikaner erkannten, wohin dieser Weg der Zerstörung führen mußte: zur Zerstörung Europas.

Es kam zum Marshallplan. Das Werk der ECA und des ERP (European Rebuild Program = europäisches Wiederaufbau-Programm) wurde ins Leben gerufen. Der Marshallplan beruht auf der Erkenntnis, daß ein armes und verzweifeltes Volk die Demokratie verwirft und den Kommunisten folgt. Um die westliche Welt vor der Tyrannei des Bolschewismus zu bewahren, müsse man die notleidenden Völker diesseits des Eisernen Vorhanges genügend unterstützen, damit sie ihre Wirtschaft wiederaufbauen könnten.

Trotz des Inkrafttretens des Marshallplanes wurde die Demontage- und Zerstörungspolitik gegen Deutschland fortgesetzt. Die Morgenthau-Boys ließen sich ihr Handwerk nicht so leicht legen. Auch Englands Interesse verlangte die Fortsetzung der Zerstörung der deutschen Konkurrenz, von Frankreichs blinder Vernichtungswut gar nicht zu reden.

Den Engländern lag auch nichts daran, daß die Zerstörung der deutschen Industrie auch den Wiederaufbau Europas verhinderte. Sie hatten vielmehr Interesse daran, etwa den Wiederaufbau der holländischen oder norwegischen Handelsmarine unter deutscher Mithilfe möglichst zu verzögern.

"Auch noch lange nach dem Anlaufen des Marshallplanes und während die Deutschen in Berlin unter unerhörten Entbehrungen, Opfern und Gefahren Schulter an Schulter mit uns in der Abwehr der sowjetischen Blockade standen, handelten wir, als bedrohe Deutschland und nicht die UdSSR die Freiheit Europas. Wir demontierten weiter deutsche Fabriken und erfüllten weiter die verhängnisvollen Abkommen von Jalta und Potsdam, als ob Rußland diese Abkommen niemals gebrochen hätte.

Wir taten dies mit geradezu totaler Mißachtung des Marshallplanes. Große Transporte wertvollster Güter und Maschinen gingen nach wie vor aus der amerikanischen, englischen und französischen Zone nach der UdSSR, der ČSSR, nach Polen, Jugoslawien und anderen bolschewistischen Ländern hinter dem Eisernen Vorhang. Es handelte sich um Hunderttausende von Tonnen wertvollster Maschinen und technischer Einrichtungen." (Utley)

Die Züricher Zeitung Die Tat veröffentlichte am 6. Februar 1949 ein Kommuniqué der englischen Militärregierung, das — nur für die englische Zone — folgende Teilzahlen angibt:

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Insgesamt aus deutschen Werken abgebaute
Maschinen und Material
598.000 t
davon geliefert an die UdSSR
an die ČSSR
an Jugoslawien
an Albanien
163.896 t
18.618 t
45.135 t
1.789 t

Der Haß der Morgenthau-Boys gegen Deutschland ging so weit, daß sie zur selben Zeit, als die USA die Welt gegen das bolschewistische Vordringen zu einigen suchten, die bolschewistischen Länder auf Kosten Deutschlands unterstützten und stärkten.

Nach der Londoner Times vom 20. Dezember 1948 befand sich zu dieser Zeit das Borbecker Rüstungswerk von Krupp auf dem Weg nach der UdSSR.

Nach 1949 gingen unter Mr. Wilkinsons Ägide Transporte demontierter deutscher Maschinen und Anlagen aus der amerikanischen Zone in die kommunistischen Länder hinter dem Eisernen Vorhang ab. Im Februar 1949 verschickten Mr. Wilkinsons Leute aus der amerikanischen Zone 305 t Maschinen der Firma Martin Beilhac in Rosenheim nach der ČSSR und nach Jugoslawien. Eine horizontale 900-t-Schmiede wurde den tschechischen Kommunisten übergeben.

Über die Sabotage des Marshallplanes durch die Morgenthau-Leute berichtet Freda Utley (1949):

"In Amerika war man im Glauben, daß der Marshallplan den Morgenthauplan abgelöst habe. Das war eine Illusion. Der Morgenthau-Geist inspiriert die amerikanische Deutschland-Politik nach wie vor. Die Marshall-Lieferungen bedeuten nur, daß wir uns bemühen, mit unserer rechten Hand den Schaden gutzumachen, den unsere linke anrichtet ...

Tragisch ist der endlose Kampf zwischen den Amerikanern, die zur Förderung des Marshallplanes nach Deutschland entsandt wurden, und den Morgenthau-Boys der Militärregierung, deren Sinnen und Trachten auf Zerstörung der deutschen Wirtschaft gerichtet war. Der Konflikt zwischen den beiden Gruppen war noch größer und erbitterter als der Neid zwischen den konkurrierenden Washingtoner Ministerien ...

Die Morgenthau-Boys führten ihre zerstörende Morgenthau-Politik offen und getarnt durch. Die Lage wurde mir gegenüber von einem amerikanischen Beamten treffend in folgenden Worten zusammengefaßt:

'Wir sind zwischen zwei widerstreitenden politischen Richtungen ein-

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geklemmt und können uns nicht vorwärts bewegen. Die aus Kriegshysterie geborenen und vom Morgenthauplan in Bewegung gesetzten Kräfte der Zerstörung sind immer am Werk, während die konstruktiven Kräfte des Marshallplanes nicht zum Zuge kommen können. ... Gegenwärtig ist die alte zerstörende Morgenthau-Politik von der neuen Marshall-Politik nur überdeckt.'

Die Lager der Zerstörer und der Aufbauer arbeiten erbittert gegeneinander, wobei die Zerstörer das Übergewicht haben ... Als ich Ende Oktober [1949] nach Stuttgart kam, hatte ich auf Grund verschiedener Erklärungen General Marshalls und anderer Vertreter des State Department in Washington sowie General Clays und seiner Untergebenen in Deutschland geglaubt, die Demontage in der amerikanischen Zone sei abgeschlossen oder eingestellt. Ich war bestürzt, als ich merkte, daß auch die erwartete Ankunft des Humphrey-Komitees der Marshallplan-Verwaltung [das feststellen sollte, welche Werke der Demontageliste im Interesse Europas besser erhalten blieben] zu einer fieberhaften Ankurbelung und Beschleunigung der Demontagearbeiten führten. Man wollte die Demontageliste erledigt haben, bevor das Fachkomitee nach Europa kam. England, Frankreich und Amerika wollten das Komitee Paul Hoffmann vor vollendete Tatsachen stellen. Die Morgenthau-Leute erklärten offen, das ERP-Programm gehe sie nichts an und die Weisungen der amerikanischen Handels- und Industriebehörde interessierten sie nicht.

Die Berliner Militärregierung wollte unbedingt der Marshallplan-Verwaltung zuvorkommen und demontierte schnell auch dann, wenn es sicher war, daß die demontierten Maschinen nicht benötigt wurden und auf dem Schrott enden würden. So geschah es mit den Kiefer-Werken in Stuttgart, die Klima-, Heiz- und Ventilationsanlagen für Krankenhäuser herstellt. Das Werk ist für Griechenland bestimmt, und die Erklärung der griechischen Mission nach Besichtigung der Werke, daß Griechenland weder den Markt für diese Erzeugnisse noch die Rohstoffe, noch das technische Personal für den Betrieb eines solchen Werkes habe, hinderte die zwecklose Zerstörung des Werkes nicht. Rache muß sein!

Man zerstörte nicht nur völlig zwecklos schnell noch zahlreiche Betriebe, sondern verschleppte auch vorsorglich Maschinen, um zu verhindern, daß sie von der ECA-Prüfungskommission freigegeben werden könnten.

Überall in der amerikanischen Zone passierte das gleiche: mit den Zaiser-Werken (elektrische Aufzüge und Kräne) in Stuttgart, den Frank-Werken in Birkenau (Hessen), die Glasaugen für Blinde, Meß-

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instrumente für die Textilindustrie und optische Präzisionsgeräte herstellten, den Gendorf-Werken in Bayern (wichtig für die Kunstfaserindustrie), der Kraftanlage der Norddeutschen Hütte in Bremen usw., usw.

In Hast wurden die Werke demontiert, bevor die ECA-Experten eintreffen konnten, und zum Großteil in die bolschewistischen Länder geschafft. Die Marshallplan-Verwaltung machte den Deutschen offiziell Zusagen, die von der Militärregierung in Berlin sabotiert wurden.

Unter einer Militärregierung ist es stets schwierig, die Verantwortlichkeit festzulegen, ob Washington oder die Wirtschaftsberater Clays für die Befehle verantwortlich waren, wenn möglichst viele Maschinen abtransportiert wurden, bevor die ECA eingreifen konnte.

Als die deutsche Verwaltung für die Wirtschaft zu protestieren wagte, wurde ihr von der Militärregierung bei Strafe verboten, sich direkt mit den ECA-Behörden in Verbindung zu setzen."

Weisung an die deutschen Behörden vom 22. September 1948, unterzeichnet von Wilkinson (Wirtschaftsberater General Clays) und Sir Cecil Weir (Wirtschaftsberater der englischen Militärregierung):

"Es ist unstatthaft, daß Sie unmittelbar mit der Marshallplan-Verwaltung verkehren."

Im September 1948 fand zwischen dem Wirtschaftsminister von Niederrhein-Westfalen, Nölting, und dem Chef der engl. Reparations Koon an der Ruhr, Brigadegeneral Noel, eine Unterredung statt. Der deutsche Minister teilte dem Briten mit, daß er ein deutsches Ansuchen wegen Änderungen des Demontageplanes an Mr. Hoffmann, den Chef der ECA, weitergeleitet habe, nachdem alle Vorstellungen bei den Engländern nutzlos waren. General Noel erklärte aufgebracht:

"Mr. Hoffmann ist nur ein Privatmann. Soweit es sich um britische Angelegenheiten handelt, wird das englische Außenministerium keine Vorschläge in Erwägung ziehen, die von Privatpersonen vorgelegt werden."

Mr. Hoffmann, der Chef der Marshallplan-Verwaltung, vermied es auch peinlich, mit den deutschen Industriellen und Arbeiterführern zu konferieren, um nur ja nicht den Unwillen der Militärregierung zu erregen. Bei einem Flugbesuch in Deutschland im November 1948 verbrachte er ganze 20 Minuten mit den Vertretern der deutschen Wirtschaftsverwaltung, die eigens nach Frankfurt gekommen waren, ihn zu treffen. Das genügte zur Überreichung des gedruckten Berich-

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tes "Die Auswirkungen der geplanten Demontage auf Deutschlands Wirtschaftslage und ihre Rolle beim europäischen Wiederaufbau". Man gab den deutschen Vertretern aber keine Zeit und Gelegenheit, ihr Anliegen im einzelnen mündlich vorzutragen.

Hoffmann verbrachte seine Zeit in Paris und nicht in Deutschland und hatte keine Zeit oder keine Lust zum Studium der deutschen Wirtschaftslage, was seine Aufgabe gewesen wäre.

Die Deutschen verstanden zur Not, daß man sie zwang, den von Deutschen besetzt gewesenen Ländern Reparationen zu leisten, obwohl sie, wie z. B. besonders in Jugoslawien und der ČSSR, in Ungarn, Rumänien und Bulgarien, die Wirtschaft dieser Länder nicht geschädigt, sondern ihr im Gegenteil große Einkünfte verschafft hatten, und die Industrien dieser Länder durch Neuerrichtung bombengeschützter Betriebe und durch Ausstattung der bestehenden Betriebe mit den modernsten Maschinen ausgebaut und entwickelt hatten.

Aber sie verstanden nicht, daß man es nicht ihnen überließ, von welchen Betrieben sie die gewünschten Maschinen nehmen wollten. Die Deutschen beschworen die Amerikaner und Engländer beim Empfang der Demontageliste im Oktober 1947:

"Sie können alle Maschinen haben. Wir bitten Sie nur darum, uns die Entscheidung zu überlassen, von wo die Maschinen herzuholen sind. Wenn Sie uns dies gestatten, können Unterbrechungen der Produktion und die Auflösung der Wirtschaft vermieden werden."

Die deutsche Bitte wurde abgelehnt. Es ging nicht um Sachlichkeit. Es ging um die Vernichtung der deutschen Wirtschaft.

Die Deutschen verstanden auch nicht, daß man Betriebe demontierte, die sich gar nicht verpflanzen ließen, bei denen es sich also von vornherein nur um Zerstörung handelte.

Jeder Fachmann weiß, daß sich Siemens-Martin-Öfen, Glühöfen, auch (mit gewissen Ausnahmen) Hochöfen usw. nicht verpflanzen lassen. Man kann sie nur zerstören. Ein "demontiertes" Hüttenwerk, Eisen- oder Stahlwerk, ergibt einen Reparationswert von höchstens 20—25% seiner früheren Produktionsmöglichkeit.

Die gewaltige Presse der Dortmunder Union, die größte und leistungsfähigste ganz Europas, die an Ort und Stelle errichtet worden war, wurde abgerissen, obwohl sie für einen Abtransport zu groß war. Sie mußte an Ort und Stelle zerstört werden!

Vier Jahre nach Kriegsende, im März 1949, mußte in Hamburg der größte Schwimmkran der Erde sinnlos zerstört werden.

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Die Deutschen verstanden auch nicht, daß man z. B. ihr Anbot ablehnte, den Reparationsländern neuhergestellte, bessere Maschinen zu liefern, an Stelle der alten, die man erst demontieren mußte und die jedenfalls minderwertiger waren als neue Maschinen. Den Morgenthau-Rächern kam es aber nicht darauf an, die Reparationsländer zu unterstützen und ihnen zu nützen, als vielmehr die deutsche Industrie zu vernichten.

Man bestand darauf, die vorhandenen Maschinen zu demontieren und die bestehenden Werke zu zerstören, und erlaubte nicht, daß diese Werke bestehen blieben und an Stelle alter, demontierter Maschinen neue und bessere und wertvollere Maschinen gebaut und geliefert wurden.

Die mit der Dortmunder Union verbundenen Anlagen der Fa. Wagner & Co. mußten ihre Maschinen nach Indien liefern. Die Firma bot an, statt dieser alten Maschinen neue an Indien zu liefern, die man nach den speziellen Angaben und den besonderen Wünschen der Inder hergestellt hätte. Die Inder hätten es bei weitem vorgezogen, neue, speziell für ihre Bedürfnisse angefertigte Maschinen zu bekommen. Die Engländer erlaubten es nicht und bestanden auf der Zerstörung der Wagner-Werke.

"Man kann nur annehmen, daß dies deshalb geschah, weil es vom englischen Standpunkt aus besser ist, daß die Inder alte Maschinen erhalten, mit denen sie nichts anfangen können, statt neuer Maschinen, die sie in die Lage versetzt hätten, von der englischen Industrie nicht nur unabhängig zu werden, sondern sie auch noch zu konkurrieren. — So wurde mit der Demontage der Wagner-Werke gleichzeitig die deutsche Konkurrenz vernichtet und das Aufkommen einer neuen leistungsfähigen Konkurrenz verhindert." (Freda Utley)

Die Engländer gingen in ihrer Vernichtungswut gegen die deutsche Industrie so weit, daß sie auch die leeren Werkshallen abreißen ließen, die sonst wenigstens als Lagerräume hätten dienen können.

In dem schon erwähnten Bericht des Schweizer Nationalrates Peter Dürrenmatt über seine Studienreise durch Deutschland im Jahre 1948 heißt es (Basler Nachrichten):

"Deutschland erweckt heute den Eindruck eines großen Steinbruches, aus dem man herausholt, was nur herauszuholen ist, ohne Rücksicht auf die Zukunftsfolgen. Die Frage ist nur, was der Sinn des Sieges über den Nationalsozialismus sein soll. ... Heute herrscht regelloser Raubbau in Deutschland, bei dem jede der vier Besatzungsmächte sich aus Deutschland einfach nimmt, was ihr gut scheint."

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Dorothy Thompson, die amerikanische Publizistin und strenge Kritikerin, schreibt:

"Keine der von den Westmächten nach dem Zusammenbruch Deutschlands ergriffenen Maßnahmen hat einen schlimmeren psychologischen Eindruck hervorgerufen als die Wiederaufnahme der Demontagen vier Jahre nach Kriegsende. Die Kommunisten machen triumphierend das deutsche Volk darauf aufmerksam, daß dies in krassem Gegensatz zum Potsdamer Abkommen stehe, das klar und eindeutig festlegte, daß die Demontagen bis spätestens Ende Oktober 1947 auslaufen sollten. Die Fortsetzung von Zerstörungen inmitten eines Trümmerfeldes war von Anfang an die schlechteste Friedenspolitik, die man sich vorstellen kann. Die Wiederaufnahme solcher Zerstörungen ist für jeden vernünftig Denkenden einfach unerträglich ... Dies alles geschieht in einem Land, wo jedes Gebäude mit einem Dach, elektrischer Anlage und Wasserleitung Seltenheitswert besitzt. Die deutschen Industriellen erklären verzweifelt: 'Nehmt in Gottes Namen die Fabriken, betreibt sie selber, verwendet ihre Erzeugnisse für eure Zwecke, aber macht endlich Schluß mit dieser Politik der Zerstörung und der Ruinen!' Jede Politik muß, wenn sie Erfolg haben will, erträglich und leidlich vernünftig sein. Bei dieser Politik muß sich jeder Deutsche und jeder nur einigermaßen mit Vernunft begabte ausländische Besucher sagen, daß er in einer Irrenanstalt lebt. Es hat einen Sinn, die Deutschen zu veranlassen, am Wiederaufbau Europas teilzunehmen. Es ist aber sinnlos, sie zu zwingen, zur Vergrößerung des europäischen Trümmerhaufens beizutragen. Es ist einfach verrückt, auf der einen Seite Millionen von Dollars in das Land hineinzupumpen und sie auf der anderen Seite wieder herauszupressen."

Eine amerikanische Zeitung schrieb am 27. November 1947:

"Was uns alles zukommt an Mitteilungen über die Ausmaße der landweiten Zerstörungen und erst recht über menschliche Not, Hunger und Mangel am Allernotwendigsten an Kleidung, über menschenunwürdige Wohnverhältnisse, Armut und als Folge alles dessen sittliche Verwilderung bildet zusammen ein solches Bild von Greueln, die kaum eine menschliche Phantasie erdenken, geschweige denn normale Sinne völlig begreifen können. Deutschland hat nicht nur den Krieg verloren, sondern man hat ihm auch alles genommen, was zum notwendigen Bestand eines Volkes gehört. Als Außenstehender kann man kaum noch den Mut aufbringen, zu glauben und zu hoffen, daß dieses Volk sich wieder aus seiner beispiellosen Erniedrigung und inneren und äußeren Verarmung wird erheben können."

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Die Demontagekosten der Gute-Hoffnung-Hütte, Abt. Düsseldorf, betrugen 800 bis 1000 DM je Tonne. Die Herstellung neuer Maschinen — einschließlich der Montagekosten — hätte 400 DM je Tonne gekostet. Die Hütte hätte also neue, bessere Maschinen viel billiger und in kürzerer Zeit herstellen können. Das Werk, das in großem Umfang für den Export arbeitete, mußte zerstört werden. Von den demontierten Maschinen erhielten Jugoslawien das Preß- und Hammerwerk und Maschinen für Schiffbaumaterial, Griechenland das Kesselhaus samt dem 1871 (!) gebauten Dach, Australien eine 5000-t-Presse für Stahlbarren, Pakistan einen Kran für 125 t, für den es gar keine Verwendungsmöglichkeit hat, und Indien das Zubehör zu diesem Kran. Der Rest kam in verschiedene Länder. Knapp vor der Demontage hatte die Gute-Hoffnung-Hütte Exportaufträge für eine Million DM. Die Demontage erfolgte ganz offensichtlich zur Vernichtung der deutschen Konkurrenz für England.

Die Morgenthau-Leute der amerikanischen Militärregierung trieb die Rachsucht so weit, daß sie Reparationsmaschinen grundsätzlich nicht stillgelegten Betrieben entnehmen ließen, sondern, um die deutsche Produktion zu stören und zu schädigen, immer nur aus Fabriken, die in Betrieb standen. Die Deutschen verstanden auch nicht, daß man Maschinen auf Schrotthaufen verrotten ließ und Werke zwecklos demontierte, statt sie arbeiten zu lassen.

"Die englische Demontagepolitik ist besoffen von dem Gedanken, die deutsche Wirtschaft soweit nur irgend möglich zu zerstören, um die lästige deutsche Konkurrenz zu vernichten ... In der englischen Zone habe ich Berge von verrostetem, vor langer Zeit demontiertem Material gesehen, das immer unbrauchbarer wurde, da es im Freien oder in feuchten, ungeheizten Schuppen lag. Die Engländer demontierten Maschinen auch dann rücksichtslos, wenn keines der zu Reparationen berechtigten Länder sie haben will.

Die Engländer sind entschlossen, die deutsche Konkurrenz zu beseitigen, ganz gleich wie hoch politisch und moralisch der Preis dafür ist." (Freda Utley)

Aber selbst wenn Maschinen nicht verrotteten, sondern ins Ausland abtransportiert wurden, war der Wert, der für die demontierten Maschinen auf das Reparationskonto angerechnet wurde, ein Hohn auf deren wahren Wert.

Die von Deutschland zu tragenden und auf Reparationskosten nicht angerechneten Demontagekosten beliefen sich auf ein Vielfaches des auf das Reparationskonto angerechneten Wertes der demontierten Maschinen.

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So kostete allein die Demontage der berühmten Thyssen-Hütte in Hamborn 65 Millionen DM! Die Ersatzkosten sind mit 263 Millionen DM veranschlagt! Auf Reparationskonto angerechnet wurden 40 Millionen DM! Hätte Deutschland das Werk behalten dürfen, dann hätte es in weniger Zeit neue, bessere Maschinen liefern können.

Die August-Thyssen-Hütte war die leistungsfähigste Europas. Sie erzeugte 1938 2.223.000 Tonnen Stahl! Mit der Demontage wurde im Juli 1948 begonnen. Der Abbruch dauerte fünf Jahre. 80% der Maschinen hatten nach erfolgter Demontage nur mehr Schrottwert!

Die Art der Bewertung der demontierten Maschinen für das Reparationskonto war ein offenkundiges Unrecht: zuerst wurde der Wert von 1938 genommen; dann wurde für die Jahre und die Kriegsschäden eine feste jährliche Wertabschreibungsrate festgesetzt. Sehr oft ergab sich dann der Wert Null, obwohl die Maschinen vor dem Abbau voll in Betrieb und voll leistungsfähig waren. So wurde für einen großen Teil der demontierten Maschinen auf Reparationskonto überhaupt nichts gutgeschrieben!

Der Stand der Verrechnung sah im Monat Oktober 1948 so aus:

Demontierte Fabriksanlagen
(nach Angaben der
amerikanischen
Militärregierung):
Anrechnung durch die
amerikanische
Militärregierung
(Millionen Dollar)
Wirklicher
Wert
(Millionen Dollar)
amerikanische Zone
britische Zone
187
496
22
600—700
} 5000
französische Zone 84 150—200   1200

Dazu kam, daß die beträchtlichen Demontagekosten, die oft den angerechneten Wert überstiegen, unberücksichtigt blieben.

Die Demontage-Kosten der 5-Meter-Grobblech-Straße des Dortmund-Hörder Hüttenvereins betrugen eine Million DM. Die Mindestersatzkosten belaufen sich auf 13 Millionen DM. Auf Reparationskosten angerechnet wurden 2,2 Millionen DM.

Schutt und Schrott bilden das Endergebnis der Demontage von Hochöfen, Siemens-Martin-Öfen und Walzwerken. Die gewaltigen Walzstraßen und Pressen können nicht abtransportiert werden, weil ihr Gewicht für Brücken und ihr Umfang für Tunnels zu groß ist. Wasser-, Dampf- und elektrische Leitungen, automatische Kontrollapparate können nicht wirtschaftlich demontiert werden und gehen praktisch fast völlig verloren.

Um die Öffentlichkeit irrezuführen und die Zerstörungen zu tarnen, erklärte das State Department im November 1947 völlig unwahr,

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die Lohn- und Materialkosten der Demontagen seien relativ geringfügig. Die Fachleute der ECA erklärten demgegenüber:

"Die Demontage ist eine reine Vergeudung, praktisch wertlos und eine Verschwendung. Die hohen Kosten der Demontage der Betriebsanlagen, die hohen Kosten des Abtransportes und der Remontage, der Verlust durch den Produktionsausfall, die enormen Wiederbeschaffungskosten für die demontierten Betriebseinrichtungen stehen in gar keinem Verhältnis zu dem von den Reparationsländern erzielten Vorteil und Gewinn ...

... Die Demontage war nicht nur ein Fehlschlag, sie war eine grenzenlose Dummheit und Schädigung der gesamten menschlichen Wirtschaft. Die Seifenproduktion mußte — Gott allein weiß warum — um 25 Prozent gesenkt werden. Vielleicht haben die Alliierten Seifenpulver mit Schießpulver verwechselt. Das größte deutsche Seifenwerk mußte ein Drittel seiner Ausrüstung als Reparationsleistung an Griechenland und Jugoslawien liefern ... Die Griechen und Jugoslawen boten dann die gelieferten demontierten Maschinen den Deutschen zum Kauf an. Die Deutschen, die inzwischen die verlorene Ausrüstung durch die modernsten Maschinen ersetzt hatten, lehnten das Angebot ab. Es stellte sich dann heraus, daß die demontierten Maschinen niemals ihren Bestimmungsort erreicht hatten, sondern in Frankreich und Italien lagen und verrotteten, daß sie nur mehr zur Verschrottung taugten." (Utley)

DIE "ENTFLECHTUNG" DER DEUTSCHEN INDUSTRIE

Ebenso verhängnisvoll und vernichtend wie die Demontage selbst wirkte sich die sogenannte "Entflechtung" der deutschen Industrie aus. Sie war von teuflisch raffiniertem, sachverständigem Haß diktiert.

Die wirtschaftliche Verbundenheit der Kohlen-, Eisen- und Stahlindustrie war in Deutschland ganz besonders stark und vorteilhaft ausgebildet. Das Stahlwerk stand gleich neben dem Kohlenbergwerk, und das Stahl-Bearbeitungswerk, das Walzwerk und die Pressen schlössen sich unmittelbar an. Noch rotglühend kam der Stahl aus dem Stahlwerk auf die Walzstrecke, um dort zu Blechen oder Bändern ausgewalzt oder durch Pressen geformt zu werden. Meist wurde die gesamte Produktion, vom Hochofen bis zum Endprodukt, Blech, Rohre, Draht usw., auf dem gleichen Werksgelände durch-

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geführt. Die Transport- und Bearbeitungskosten waren dadurch auf ein Minimum herabgesetzt.

Die Demontage, zusammen mit der sogenannten Entflechtung, beseitigte diese Wirtschaftlichkeit gründlich. Der deutsche Bergbau und die Schwerindustrie wurden auf den Leistungsstand des 19. Jahrhunderts zurückgedrängt.

Die sachverständigen Morgenthau-Leute täuschten auch hier die amerikanische Öffentlichkeit. Man stellte die "Entflechtung" so dar, als handle es sich dabei um die Beseitigung der "Monopole", der Hindernisse eines freien Unternehmertums. Tatsächlich aber handelte es sich um die Vernichtung der Wirtschaftlichkeit der deutschen Produktion.

Die "Operation Severance" (Auflösung) begann damit, daß man zunächst die zulässige Höchstzahl der Betriebsangehörigen eines deutschen Werkes auf 1000 festsetzte bzw. beschränkte. (Sie wurde später auf 10.000 erhöht.) Damit war jeder wirtschaftliche und leistungsfähige vertikale Aufbau der deutschen Montanindustrie zerstört.

Die Untersagung der wirtschaftlichen Verbindung zusammengehöriger Produktionszweige durch das "Entflechtungsprogramm" setzte die deutsche Produktionskapazität einschneidend herab, erhöhte die Gestehungskosten empfindlich und schaltete die deutsche Konkurrenz auf dem Weltmarkt weitgehend aus.

DIE "MULTILATERAL DELIVERIES" UND DIE "PRÉLÈVEMENTS"

Schon vor Beginn der Demontage der deutschen Industrie nach der Demontageliste und dann neben der offiziellen Demontage einhergehend, gab es noch andere Formen und Titel für die Ausplünderung Deutschlands. Man plünderte Deutschland auch unter den Titeln der "Multilateral Deliveries", der "Prélèvements" und schließlich der "Restitutionen" aus.

"Multilateral deliveries" ist die englische Bezeichnung für den Abtransport besonders wertvoller — meist unersetzlicher — Spezialmaschinen aus deutschen Fabriken nach England. Das spielte sich so ab, daß in der englischen Zone eine Kommission in einer nicht auf der Demontageliste verzeichneten Fabrik erschien und verschiedene besonders wertvolle Maschinen "zur Deckung des englischen Bedarfes" einfach wegnahm.

Am 18. Oktober 1947 gab General Robertson zwar offiziell das Versprechen ab, daß keine weiteren "Multilateral Deliveries" mehr ge-

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fordert werden würden, das Versprechen wurde aber nicht eingehalten.

"Prélèvements" sind der französische Begriff für die Wegnahme ganzer deutscher Fabriken oder einzelner Maschinen in der französischen Zone ohne Rechenschaftslegung gegenüber der interalliierten Reparationsbehörde (IARA) in Brüssel.

"Multilateral Deliveries" und "Prélèvements" sind beides nur Bezeichnungen für etwas, was man richtiger und aufrichtiger als "Plünderung" bezeichnet.

Die Franzosen stellten die Behauptung auf, die Deutschen hätten während der Besetzung Frankreichs 60.000 Maschinen abtransportiert. Sie verschweigen aber, daß nach den offiziellen Handelsstatistiken in der gleichen Zeit 40.000 deutsche Maschinen nach Frankreich geliefert wurden.

Als 1947 die Demontagelisten für die drei Westzonen veröffentlicht wurden, hatten die Franzosen als "Prélèvements" bereits allein aus ihrer Zone 45.000 Maschinen abtransportiert. Die Maschinen, die als "Prélèvements" nach Frankreich gingen, wurden auf der Reparationsrechnung nicht mitgezählt. Überdies war es in der französischen Zone den deutschen Fabrikbesitzern unter Androhung von Gefängnisstrafen verboten, Amerikanern Angaben über die französischen Beschlagnahmungen von Maschinen zu machen.

DIE "RESTITUTIONEN"

Unter "Restitutionen" verstand man ursprünglich nur die Pflicht zur Rückgabe von Waren, die von den Deutschen während des Krieges in den von ihnen besetzten Ländern requiriert worden waren oder deren Eigentum "unter Zwang" an Deutsche übertragen worden war. Im Juli 1948 aber gab die amerikanische Militärregierung dem Begriff "Restitutionen" eine Deutung, die ungesetzlich und unbillig ist. General Clay hatte 1946 verfügt, daß der "Zwang" bei solchen Eigentumsübertragungen nachgewiesen werden müsse. Diese Verfügung wurde nun aufgehoben. Es wurde angeordnet, daß überhaupt keine Eigentumsübertragung in der Zeit der deutschen Besetzung als "normale geschäftliche Transaktion" zu betrachten sei.

Auf Grund dieser ungeheuerlichen Regelung mußten alle Maschinen und andere Güter, die von deutschen Kaufleuten oder Industriellen ordnungsmäßig und regulär gekauft und ordnungsmäßig bezahlt

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worden waren, dem Ursprungsland als "Restitutionen" zurückgegeben werden, ohne daß es des Nachweises eines Zwanges bedurfte.

Selbst wenn der deutsche Käufer den dokumentarischen Nachweis liefern konnte, daß der Verkäufer den gezahlten Preis als angemessen betrachtet und keinen Rückerstattungsanspruch erhebt, muß er die Waren ohne jede Entschädigung herausgeben, denn "Restitutionsforderungen sind Regierungsforderungen und keine private Angelegenheit".

Das Ergebnis dieser ungeheuerlichen Anordnung der amerikanischen Militärregierung war also, daß restitutionspflichtige Waren nicht denjenigen rückerstattet werden, die sie an Deutsche verkauft haben, sondern an ausländische Regierungen. Die meisten ausländischen Regierungen aber, die auf diese Weise Restitutionsgüter erhielten, sind heute bolschewistische Satellitenstaaten.

Der Handel der von Deutschland besetzten Staaten, ČSSR, Polen, Ungarn, Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien, Albanien, Griechenland, Norwegen, Frankreich, Belgien, der Niederlande, mit Deutschland war schon im Frieden umfangreich gewesen. Im Krieg und infolge der alliierten Blockade nahm er beträchtlich zu, besonders als die deutsche Produktion wegen der Luftangriffe auf Deutschland so gefährdet war, daß sie in die besetzten Länder, besonders nach Frankreich und in die ČSSR, verlagert wurde.

Länder wie die ČSSR und Jugoslawien haben viel mehr Maschinen (neben den notwendigen modernsten technischen Betriebseinrichtungen) von Deutschland erhalten, als sie an Deutschland regulär verkauften.

Deutschland wimmelte nur so von "Restitutionskommissionen" aus Polen, der ČSSR, Jugoslawien, Rumänien, Ungarn, Bulgarien und sonst fast sämtlichen Nationen Europas, die Deutschland mit höchstem Eifer und Fleiß durchstöberten.

Über die "Restitutionen" wurde überhaupt kein Buch geführt. Der Chef des amerikanischen Restitutionsbüros, ein deutscher Emigrant (!), gestand offen, daß er "nicht die geringste Vorstellung von dem Umfang und der Menge der unter dem Titel 'Restitutionen' weggenommenen Maschinen und Güter" habe und "daran auch gar nicht interessiert" sei.

Einen Begriff von der "Weitherzigkeit", mit der man den Begriff "Restitutionen" auslegte, gibt die französische Forderung vom Sommer 1948 auf Rückgabe gewisser deutscher Vollblutpferde. Keines dieser rückgeforderten deutschen Pferde war älter als drei oder vier Jahre, konnte also gar nicht während der Besetzung Frankreichs

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genommen worden sein. Die Franzosen behaupteten einfach, daß diese deutschen Pferde von französischen Hengsten abstammten.

Wie weitgehend und ins Kleinste gehend und wie niederträchtig diese Restitutionsforderungen gehandhabt wurden, zeigen einige von F. Utley angeführte Fälle.

Hans Schweighofer, Schneidermeister in Regen, war ausgebombt und seine Werkstätte zerstört worden. Er kaufte eine gebrauchte tschechische Nähmaschine und ließ sie wieder instand setzen. Er wurde gezwungen, sie dem tschechischen Staat zurückzugeben. Er verlor damit die Existenzgrundlage für sich und seine siebenköpfige Familie.

Frau Leni Kraus verlor bei einem Bombenangriff in Berlin ihr gesamtes Hab und Gut. Ihr Mann war im Krieg gefallen. Sie kaufte in Mühlhausen im Elsaß einige gebrauchte Möbel. Die Franzosen verlangen die Rückgabe sogar des Bettes, das sie mit ihrem Kind teilt.

Die Liste läßt sich beliebig verlängern.

Die Franzosen gingen bei den Restitutionen so weit, daß sie sogar französische Personenkraftwagen konfiszierten, die bereits vor dem Krieg gekauft worden waren.

Die Amerikaner wieder beschlagnahmten Autos, die sie selbst in den ersten Besatzungsjahren aus konfiszierten Wehrmachtsbeständen an Deutsche verkauften. Mehrere tausend Kraftwagen, von den Besatzungsmächten an die Deutschen verkauft und von diesen bezahlt, wurden dann den Deutschen ohne Entschädigung wieder weggenommen.

Ganz besonderen Umfang nahmen die "Restitutionen" an, als durch den Marshallplan die Zerstörung der deutschen Industrie durch Demontagen infolge der deutschen Proteste schwieriger wurde. Der Restitutionsbegriff wurde nun einfach auch auf völlig legal erworbene und voll bezahlte Maschinen ausgedehnt; die Restitutionen traten einfach an die Stelle der "Reparationen".

Eine vom englischen Außenministerium am 18. August 1948 erlassene vertrauliche Anweisung REF Nr. 45 Basic (Saving), von der ein Exemplar in deutsche Hände geriet, verfügt:

Es liegt im Interesse der Wirtschaft ..., daß ... deutsche Industrien abtransportiert werden. Eine großzügige Restitutionspolitik würde diesem Ziel dienen."

So kam es dazu, daß, wie sich aus den vorhandenen Unterlagen ergibt, die unter dem Titel "Restitutionen" der westdeutschen Wirt-

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schaft entnommenen Aktiva an Höhe sogar den Wert der Reparationen übersteigen.

Wir wollen dieses Kapitel über die Demontagepolitik abschließen mit der Erklärung, die N. H. Collisson, der stellvertretende Chef der ECA-Kommission in Deutschland, im Februar 1949 vor dem amerikanischen Kongreß abgab. Sie beleuchtet kraß und klar die Idiotie und das Verbrechen der Demontage- und Vernichtungspolitik gegen Deutschland:

"Es ist meine feste Überzeugung, daß eine Gesundung Westeuropas ohne den bedeutenden Beitrag, den Westdeutschland dazu leisten kann und muß, unmöglich ist. Alle ausländischen Handelsvertrags-Delegationen, die nach Westdeutschland kamen, setzten sich für erhöhte deutsche Exportlieferungen der früheren Art ein, und zwar in einem Umfang, der Deutschlands gegenwärtige Produktionsfähigkeit weit übersteigt. Um diesen Erfordernissen einer friedlichen Wiederherstellung Europas zu genügen, muß der Wiederaufbau Westeuropas zustande gebracht werden."

DIE PLÜNDERUNG DER DEUTSCHEN WÄLDER

Einen besonderen Schandfleck in der Geschichte der völkerrechtswidrigen Ausplünderung Deutschlands bildet die Vernichtung der deutschen Wälder.

An der Spitze der Plünderer stehen hier die Franzosen; aber die Russen und Engländer bemühten sich sehr, nicht allzuweit hinter den Franzosen zurückzubleiben.

C. A. Schenck, der Gründer der Biltmore-Forstschule, zeigt in einer 1948 in New York erschienenen Schrift das Verbrechen auf, das hier an Deutschland verübt wurde. In Deutschland entfällt auf den Kopf der Bevölkerung nur ein Drittel Morgen Wald. 8,2 Millionen Kubikmeter Holz mußten schon früher jährlich in Deutschland eingeführt werden, um den deutschen Holzbedarf zu decken. Trotzdem wurde an den deutschen Wäldern Raubbau schlimmster Art unter Mißachtung aller Regeln gesunder Forstwirtschaft getrieben. Die Kahlschläge wurden nicht wieder aufgeforstet. Schenck schreibt:

"Im Schwarzwald werden von der französischen Militärregierung Tausende Italiener mit Holzfällung von gigantischem Ausmaß beschäftigt. Die Engländer beschäftigen 700 englische Holzfäller. Natürlich werden dabei alle Gesetze der Forstwirtschaft außer acht

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gelassen, da sie den Holzeinschlag zu sehr verlangsamen würden ... Kahlschläge in der Ausdehnung von 53.600 Morgen in der französischen Zone, 75.000 Morgen in der englischen Zone und 40.000 in der amerikanischen Zone rufen nach Wiederaufforstung."

Die Bodenerosion als Ergebnis der Vernichtung der deutschen Wälder durch die Eroberer wird auch zu einer beträchtlichen Verschlechterung des Ackerbodens führen und das Klima Europas nachteilig beeinflussen.

Ein Schweizer Forstmann schrieb:

"Das deutsche Klima nimmt Steppencharakter an. Diese Gefahr muß nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa ernst genommen werden."

Ein Artikel in der Forstzeitschrift der UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft, Unasylva (Juli/August 1947), stellt fest: "Viele Länder beobachten die übermäßige Abforstung des deutschen Waldbestandes mit großer Sorge, weil dadurch die ganze Wirtschaftsstruktur und das wirtschaftliche Gleichgewicht Europas umgestoßen und die Zukunft mit einer Hypothek belastet wird, die abzutragen mindestens 100 Jahre erfordern wird."

In dem Bericht des Schweizer Nationalrates Peter Dürrenmatt über seine Studienreise durch Deutschland (1948) heißt es (Basler Nachrichten):

"Ein Problem dieser Vernichtungspolitik gegen Deutschland, das von europäischen Konsequenzen sein könnte, ist der gewaltige Raubbau, der gegenwärtig in allen Teilen Deutschlands mit dem deutschen Waldbestand getrieben wird. Welches werden die klimatischen Folgen dieser gewaltigen Verkleinerung der Waldfläche sein — für Deutschland und für die angrenzenden Staaten?"

DIE AUSPLÜNDERUNG DEUTSCHLANDS DURCH DIE
BESATZUNGSKOSTEN

Eine nicht weniger gründliche Ausplünderung Deutschlands wie durch die Demontage erfolgte durch die Berechnung phantastischer Besatzungskosten.

Nur für das Rechnungsjahr 1950/51 stellte die Hohe Kommission der deutschen Bundesregierung 4048 Millionen DM in Rechnung.

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(Das ist fast ein Viertel des Gesamthaushaltes der deutschen Bundesrepublik und der einzelnen Länder. Von dieser Gesamtsumme entfallen: auf die britische Zone 1741 Millionen DM; auf die amerikanische Zone 1517 Millionen DM und auf die französische Zone 740 Millionen DM.

Enorm war der Personalaufwand der Besatzungsmächte, der auf Kosten Deutschlands ging. Nach einem Bericht des Manchester Guardian Weekly vom 9. März 1950 benötigte allein der englische Hohe Kommissar, Sir Brian Robertson, einen Stab von 9000 Personen (1949).

Auch die Löhne und Gehälter für die deutschen Angestellten und Bediensteten der Besatzungsmächte mußte Deutschland zahlen.

Der bereits zitierte Bericht des Landes Nordrhein-Westfalen enthält eine Fülle interessanter Details über die Ausplünderung Deutschlands auf diesem Gebiet durch die Besatzungsmächte: so darüber, was man alles unter Requisitionen verstand, welche Vergeudung man mit Wohnraum für die Besatzungsangehörigen trieb, indes die deutschen Familien in Kellerlöchern hausen mußten, und über die große Zahl von deutschen Bediensteten, die erforderlich waren, um den Bedürfnissen und dem Vergnügen der Besatzungsmacht zu dienen. (Als ein Beispiel für die bedenkenlose Personalverschwendung sei der Klub Weserklaue in Minden herausgegriffen: Dort waren etwa 70 Deutsche in zwei Schichten damit beschäftigt, durchschnittlich 5 Mittags- und 12 Abendgäste zu bedienen.)

Die verschiedenen Konsulate einschließlich der Vertretungen der russischen Satellitenstaaten, beschäftigten gleichfalls eine große Zahl von Deutschen, deren Gehälter Deutschland zahlen mußte.

Selbst das holländische Rote Kreuz (das seine Tätigkeit ausschließlich auf Holländer beschränkte) rechnete die Gehälter seiner Angestellten Deutschland auf.

Nicht nur Offiziere, sondern auch die Feldwebel und Musiker der Besatzungsmächte hatten Dienstboten, deren Löhne von den Deutschen bezahlt werden mußten.

Selbstverständlich gibt es keine Bestimmung des Völkerrechts, auf die Anforderungen von Waren und Diensten für Personen gestützt werden können, die keine Beziehung zur Besatzungsmacht haben.

Vom Gesamtverdienst der Bevölkerung allein der drei westlichen Zonen wurden 60% für die Besatzung verbraucht.

Allein für das deutsche Hilfspersonal im Dienste der Besatzungsmächte müssen doppelt soviel Kosten aufgebracht werden, als die Gehälter der gesamten aktiven deutschen Beamtenschaft ausmachen.

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DIE AUSHEBUNG UND VERSCHLEPPUNG ZIVILER
DEUTSCHER BÜRGER, MÄNNER UND FRAUEN, ALS
ZWANGSARBEITER
DER MISSBRAUCH DEUTSCHER KRIEGSGEFANGENER
ZU SKLAVENARBEIT

"In Potsdam wurde vereinbart, daß die Sieger berechtigt seien, Reparationen in Form von Zwangsarbeit zu erheben. Die Russen nutzten das voll aus. Sie hielten Millionen von Kriegsgefangenen als Sklavenarbeiter zurück und hoben Hunderttausende deutscher Männer und Frauen ihrer Zone ah Zwangsarbeiter aus und verschleppten sie als eine Art Sklaven nach Rußland." (Freda Utley)

Nach einer Studie der Nordatlantikpakt-Organisation waren 7 Millionen Kriegsgefangene und Zivilgefangene in sowjetischem Gewahrsam. Das menschlich schmachvollste Kapitel der Ausplünderungstragödie, die sich nach 1945 abspielte, war die Verurteilung vieler Millionen Deutscher zur Sklavenarbeit.

Bei den Abmachungen in Jalta im Februar 1945 überließen Roosevelt und Churchill das deutsche Volk als Arbeitssklaven dem Bolschewismus.

Die UdSSR mißbrauchte als Sklavenarbeiter in den Bergwerken und Eiswüsten Sibiriens und Nordrußlands wenigstens 3 Millionen deutscher Soldaten und mehr als 2 Millionen deutscher Zivilisten (die gesamte deutsche Zivilbevölkerung Ostpreußens, Rumäniens, Ungarns und die 1945 aus Ostdeutschland verschleppten Familien).

Diese Millionen Deutschen sind es, Männer und Frauen, Greise und Kinder, die in der Hauptsache auch die vielen neuen Städte und Industrieanlagen in Sibirien aus dem Nichts schufen.

Roosevelt und Churchill stimmten zu, als Stalin verlangte, das deutsche Volk als Zwangsarbeiter und Sklaven für den Bolschewismus zu verwenden. Man kann rechnen, daß die deutschen Sklaven 500 Milliarden Arbeitsstunden unter den menschenunwürdigsten Verhältnissen für den Bolschewismus unbezahlt geleistet haben.

War man blind vor Haß und Rachsucht gegen das deutsche Volk oder wollte man blind sein? Wußte man nicht, daß der Bolschewismus, dem man das deutsche Volk als Zwangsarbeiter überließ, schon 1939—1941 Verbrechen über Verbrechen gegen die Menschlichkeit gehäuft hatte, als er die Zivilbevölkerung des Baltikums in die Eiswüsten und Bergwerke Sibiriens verschleppte, wo sie elend zugrunde gingen? Auch die anderen Staaten, die ČSSR, Polen, Frankreich und selbst England folgten jahrelang dem bolschewistischen Beispiel, deutsche

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Kriegsgefangene und Zivilisten als unbezahlte Sklavenarbeiter zu verwenden. Die USA stellten fast alle ihre deutschen Kriegsgefangenen Frankreich als Arbeitssklaven zur Verfügung.

Die amerikanische Zeitung Wanderer (St. Paul, Minnesota) schrieb am 18. Jänner 1948:

"Selbst die brutalste Wiedergutmachungstheorie kann aber jene anderen Leistungen nicht verteidigen oder gar rechtfertigen, ... wir meinen die Sklavenarbeit von mehreren Millionen deutschen Soldaten, die gegen alles göttliche und menschliche Recht viele Jahre nach Kriegsende noch in der Gefangenschaft zurückbehalten werden und als Arbeitssklaven für die Sieger fronen müssen ... Selbst bei Zugrundelegung nur des ortsüblichen Lohnes für ungelernte Arbeiter ergibt sich ein Milliardenbetrag an Dollars — ganz zu schweigen von der unheilbaren Wunde, die hier der Humanität und der Christlichkeit geschlagen wird, nicht von Nazis und Faschisten, sondern von Demokraten, Sozialisten und Kommunisten, die sich in tönenden Worten so stolz auf ihre Humanität und ihre internationale Brüderlichkeit berufen!"

Man hat es in Nürnberg als todeswürdiges Verbrechen erklärt, daß Deutschland unter dem Druck der Kriegsnotwendigkeit unter der Bevölkerung der besetzten Gebiete neben freiwilligen auch unfreiwillige Arbeitskräfte aushob und zur Arbeit für und in Deutschland zwangsverpflichtete. Diese Arbeiter erhielten ihren Arbeitslohn und waren innerhalb ihres Arbeitsortes und in der arbeitsfreien Zeit freie Menschen. Sie standen in gleicher Weise wie die deutschen Arbeiter unter dem Schutz der deutschen Arbeitsgesetze.

Dieselben Staaten, die in Nürnberg deshalb über das deutsche Volk Gericht hielten, hoben Hunderttausende ziviler deutscher Bürger, Männer und Frauen, als Sklavenarbeiter aus und verschleppten sie; sie hielten Millionen deutsche Kriegsgefangene, und zwar nach Einstellung des Kampfes, also nicht unter dem Druck der Kriegsnotwendigkeit, noch jahrelang als unentlohnte und ihrer Freiheit beraubte Sklaven in der Gefangenschaft zurück. Millionen deutsche Kriegsgefangene leisteten jahrelang, ja leisten in der Sowjetunion noch heute entschädigungslos und unter erbärmlichen Lebens- und Ernährungsverhältnissen schwerste und niederste Sklavenarbeit in Bergwerken, Sümpfen, in Eis- und Sandwüsten für ebenjene, die in Nürnberg über Deutschland wegen einer ganz unvergleichlich milderen und entschuldbaren Handlungsweise zu Gericht saßen und Todesurteile fällten.

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Aus einem amerikanischen Zeitungsbericht (Wanderer, St. Paul, Minnesota, 30. Oktober 1947):

"Im Jahre 1947 wurde der letzte deutsche Kriegsgefangene aus Amerika wegbefördert. Aber nicht etwa heim nach Deutschland! Man überließ sie den Alliierten, die Arbeitskräfte benötigten, als Arbeitssklaven. Allein nach Frankreich wurden über 600.000 deutsche Kriegsgefangene seitens Amerikas geliefert. Andere gingen nach England, Belgien usw., wo ebenfalls Arbeitskräfte benötigt wurden. Hoffmann begründete diese Sklavenverschickung mit den Worten (New York Times vom 7. September 1947):

'Diese Männer arbeiten schwer und erfolgreich. Wenn sie weggehen, fehlt es an örtlichen Arbeitskräften, sie zu ersetzen; der Ausfall würde sich zeigen in ausgefallenen Ernten und ungeförderter Kohle.'

So ungefähr haben auch Hitler und Saukel die Notwendigkeit fremder Arbeitskräfte begründet. Nur sind etliche Unterschiede festzuhalten:

1. Dies geschah während des Krieges und nicht in einem sogenannten christlichen Frieden.

2. Viele dieser Arbeiter kamen durchaus freiwillig der guten Bezahlung wegen oder auch, um dem Kriegsdienst zu entgehen; sie wußten, wann sie wieder heimkehren könnten; sie hatten ihren Urlaub; sie konnten zu dieser Zeit ihren Lohn verwerten, soweit es etwas zu kaufen gab. Die Kriegsgefangenen aber werden um den Lohn, den sie hart und schwer erarbeitet haben, den man ihnen zurückhielt, einfach betrogen. Sie können nicht einmal Liebesgabenpakete dafür kaufen. Sie erhalten zu einem Scheinkurs falsche Papiermark, für die nichts zu kaufen ist. Vorenthaltung des verdienten Arbeitslohnes hat eine christliche Zeit einmal für eine himmelschreiende Sünde gehalten.

3. Die Sieger ließen die Ausrede der Nazi nicht gelten: Saukel wurde in Nürnberg wegen dieses Verbrechens gegen die Menschlichkeit gehenkt! Es gibt aber kaum jemand in diesem Land, der sich darüber entsetzt, daß im Land des Sklavenbefreiers Lincoln der Sklavenhandel wiederaufgenommen wurde.

Es ist mir ganz klar, daß für die durch Potsdam ausgetriebenen Christen die Rückkehr in ihre geraubte, längst vor der Entdeckung Amerikas besiedelte Heimat die einzig gerechte, vernünftige, menschenwürdige und christliche Lösung wäre, zudem eine gewaltige Erleichterung des durch Hitler und Morgenthau geschaffenen Problems Deutschland ...

Man redet viel von den 'displaced persons'; aber von den durch Potsdam ausgetriebenen, displaced 15 und mehr Millionen Christen

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wird überhaupt nicht geredet! Massa damnata! Wir haben ein Gesetz, und nach diesem müssen sie sterben! ...

So handeln Nachkommen von Emigranten, die mit den geistigen und materiellen Mitteln der alten Heimat diese Länder kolonisierten; so handelt besonders eine gewisse Clique von Emigranten, die zumeist nicht aus irgendeiner Überzeugung weggingen, sondern die gehen mußten, nicht weil sie gegen Hitler, sondern weil Hitler gegen sie war. Und diese Clique will heute Deutschland 'umerziehen'! ...

Viele der Herren, die bei uns über das Schicksal der Welt entscheiden, haben überhaupt keinen blauen Dunst von den Problemen, um die es sich hier handelt. Vor kurzem berichtete ein Staatsmann in einem erlesenen Kreis über seine Europareise und erwähnte hiebei die Weißrussen, worauf er mit der Frage unterbrochen wurde: "Ja, sind denn nicht alle Russen weiß?" ...

Das Interesse für die durch Potsdam vertriebenen Millionen wird erst dann beginnen, wenn man sie in einem kommenden Konflikt wird brauchen können; dann erst wird man Sympathien für sie bekunden, von denen man dann vorgeben und behaupten wird, sie angeblich schon immer gehabt zu haben.

Anders gesagt: Ich glaube nicht an eine gerechte, vernünftige, menschliche und christliche Lösung des Problems der durch Potsdam vertriebenen Christen — vor dem nächsten Konflikt. Und dann wird alles noch davon abhängen, daß diese Opfer des Hasses, der Rachsucht und der Stupidität auf der rechten Seite stehen."

EINE KLEINE ÜBERSICHT ÜBER DIE BEUTE

"Im zweiten Weltkrieg war Präsident Roosevelt der Hauptexponent der Politik 'Alle Beute den Siegern'. Er verriet die Atlantikcharta, die er selbst entworfen hatte ...

Wir haben nicht nur wiederum dem deutschen Volk eine erdrückende Reparationslast auferlegt. Diesmal haben wir auch einem bereits übervölkerten Deutschland das Gebiet entrissen, ohne das seine Bevölkerung nicht ernährt werden kann; wir haben ihm die Industrie weggenommen, die Ausfuhrwaren zum Kauf der sonst nicht erhältlichen Lebensmittel produzieren könnte." (Freda Utley)

Die deutschen Gesamtverluste wurden auf 12 Billionen DM geschätzt; dazu gehören u. a.: die Beute an Material im Wert von 71 Milliarden Dollar, die Beschlagnahme des größten Teiles des deut-

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schen Privatbesitzes im Ausland im Wert von etwa 7 Milliarden DM, dazu die ungeheuren Kosten der Besatzung, die allein in Westdeutschland 60% des Gesamtverdienstes der Bevölkerung verbrauchte, ferner die geraubten deutschen Patente und Betriebsgeheimnisse im geschätzten Wert von 18 Milliarden DM und schließlich der beschlagnahmte gesamte deutsche Goldschatz.

Die Beute der USA

"Wenn ein Staat ausländisches Privateigentum enteignet, hat er so wenig einen Rechtsanspruch darauf wie ein Dieb auf das von ihm gestohlene Gut."

(Sir Hartley Shawcross, früherer britischer Hauptankläger in Nürnberg, auf dem Internationalen Anwälte-Kongreß in Köln am 25. Juli 1958; FAZ vom 26. Juli 1958, Nr. 170, S. 4)

Abgesehen vom Raub der deutschen Patente, die mit 18 Milliarden DM bewertet werden, waren die USA auch an der Wegnahme des gesamten deutschen Goldschatzes wie an der Beschlagnahme des gesamten privaten Besitzes deutscher Staatsangehöriger im Ausland beteiligt. Durch Gesetz wurde das gesamte Vermögen deutscher Staatsbürger in den USA beschlagnahmt (Zusatz zu dem Gesetz des "Trading with the Enemy Act"). Etwa 300.000 Personen wurden in den USA davon betroffen. Ihr Gesamtverlust beträgt mehr als 500 Millionen Dollar.

Die Beschlagnahmungsbehörde (Office of Alien Property) verwaltet und verwertet das beschlagnahmte deutsche Vermögen. Zehntausende Angestellte, Hauspersonal und kleine Leute, die sich ihr Vermögen oft in jahrzehntelanger mühevoller Arbeit rechtmäßig erworben haben, wurden ihres Spargroschens beraubt: ohne Anklage, ohne Gerichtsurteil, ohne Verhandlung, ohne Benachrichtigung. Beschlagnahmt wurde alles, selbst der geringfügigste Besitz, wie Eheringe, Spielzeug, Hausgerät, Aktien, Anteile, selbst religiöse und kulturelle Werte. Sogar Erbschaften wurden beschlagnahmt. Müttern wurden Versicherungen vorenthalten, die ihre — für die USA gefallenen — Söhne zu ihren Gunsten abgeschlossen hatten.

Der Exekutivsekretär des "Committee for return of confiscated German and Japanese Property" tritt für die Rückgabe bzw. Freigabe ein, soweit es noch nicht verschleudert ist. Mächtige politische Kreise in den USA sind aber gegen eine Rückgabe der beschlagnahmten deutschen Vermögen. (Von einer Rückgabe des beschlagnahmten Goldschatzes des deutschen Staates ist überhaupt keine Rede.)

Die Amerikaner wollen nur Vermögen bis 10.000 Dollar zurück-

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geben; das sind wohl 90% der rund 30.000 Rückerstattungsfälle, aber nur rund 10% der beschlagnahmten 500 Millionen Dollar.

Die ärgsten Feinde der Rückgabe sind u. a. die Manager der Schering Corp., die zwar nicht zu befürchten haben, daß ihr Unternehmen — einstmals eine Tochter der deutschen Schering — wieder der früheren deutschen Muttergesellschaft zurückgegeben wird, die jedoch eine kräftige finanzielle Stärkung der deutschen Schering AG, wie sie zweifellos durch eine Entschädigung eintreten würde, aus Konkurrenzgründen verhindern wollen.

Ärgste Feinde einer "großen Lösung" sind ferner jene Kreise, die sich für die General Aniline & Film Corp. (GAF) interessieren und dieses Unternehmen in ihren Besitz bringen wollen. GAF ist eine Tochter der Interhandel, Basel, die vor dem Krieg einmal mit den IG-Farben in Verbindung gestanden hat. GAF muß nach den amerikanischen Gesetzen auf alle Fälle an amerikanische Staatsbürger veräußert werden. Nach dem jetzigen Zustand kann der Justizminister den Preis bestimmen und sich auch die Käufer aussuchen. Kommt es dagegen in absehbarer Zeit zu einer vollen Zurückgabe der deutschen Vermögenswerte (zu denen die Amerikaner merkwürdigerweise auch diesen Schweizer Besitz zählen), dann ist ein freihändiger Verkauf erforderlich, und der Erlös wird den eigentlichen Eigentümern gutgeschrieben. Preismanipulationen sind bei einem derartigen Verkauf nur noch begrenzt möglich.

Es sind also höchst eigennützige Interessen, die es noch verhindern, daß der dunkle Schatten, der über den deutsch-amerikanischen Beziehungen liegt, endlich fortgefegt wird. Offensichtlich ist es so, daß in Washington die Dollars nur dann locker sitzen, wenn irgendwo in der Welt politische Interessen auf dem Spiel stehen. Dollars aber zu geben, "nur" um das Recht wiederherzustellen, fällt anscheinend auch den sonst so mächtigen USA schwer. Nicht zu Unrecht aber fürchten amerikanische Finanzkreise, daß diese Einstellung in der Welt Schule macht und sich eines Tages als gefährlicher Bumerang erweist. Ägypten war in der Beschlagnahme von Privateigentum bereits ein gelehriger Schüler ...

Die Beute der ČSSR

Die Tschechoslowakei erbeutete das gesamte bewegliche und unbewegliche Vermögen, Hab und Gut der fast vier Millionen ausgetriebenen oder getöteten Deutschen. An Grund und Boden wurde ein Flächenausmaß in der Größe der Schweiz oder Dänemarks erbeutet.

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Nach tschechischen Angaben belief sich der Wert der Blutbeute auf 20 Milliarden Dollar. Die Steuerleistung der erbeuteten deutschen Gebiete betrug nach den offiziellen Steuerausweisen 3,5 Milliarden Dollar jährlich. Bei dem Betrag von 20 Milliarden Dollar ist noch zu berücksichtigen, daß in dieser Aufstellung alle immateriellen Werte fehlen, z. B. die Werte der zurückgelassenen Patente und Arbeitsverfahren, der Unternehmenswert der deutschböhmischen Weltkurorte und Bäder, deren Weltruf die Sudetendeutschen geschaffen hatten, dann der sogenannte "goodwill" der Exportindustrien usw., ganz zu schweigen von den Zukunftswerten der Bodenschätze, der Kunstsammlungen, Museen, Bibliotheken usw. Es fehlt darunter auch das Entgelt für die Arbeitsleistungen der mindestens 300.000 zivilen sudetendeutschen Zwangsarbeiter und von mindestens 250.000 deutschen Kriegsgefangenen, die die Tschechen zurückbehalten haben.

Die Beute der UdSSR und Polens

Diese beiden Staaten erbeuteten das gesamte bewegliche und unbewegliche Hab und Gut von rund 17 Millionen ausgetriebenen Deutschen. Der Wert ihres Raubes ist dementsprechend noch um vieles höher als jener der ČSSR. Der amerikanische Staatssekretär Byrnes hat offiziell bekanntgegeben, daß allein der Steuerwert der von Rußland und Polen geraubten ostdeutschen Provinzen 14 Milliarden Dollar betrug. Und diese Provinzen wurden von den Bolschewiken und Polen mit Sack und Pack eingesteckt.

Die arbeitsfähige Bevölkerung der einverleibten deutschen Ostprovinzen wurde gemeinsam mit den Millionen arbeitsfähigen Deutschen aus Ungarn, Rumänien und Jugoslawien und mit drei Millionen deutschen Kriegsgefangenen den Bolschewiken als Zwangsarbeiter überliefert.

Aus dem bei Deutschland verbliebenen, aber bolschewistisch besetzten Ostdeutschland wurden alle Fabriken samt ihren Einrichtungen wie überhaupt alles Wertvolle als Kriegsbeute verschleppt. Die Bolschewiken gingen bei der Ausräumung Ostdeutschlands so gründlich vor, daß sie auch 80% der Gleisanlagen abmontierten und nach Rußland verfrachteten.

Die Krönung der Ausplünderung aber war, daß die UdSSR aus der von ihr besetzten Zone Deutschlands mehr als 80% der gesamten laufenden Industrieproduktion als laufende Reparationen zogen. General Clay schätzte den Wert dieser Reparationen aus der laufenden deutschen Produktion auf 900 Millionen Dollar jährlich.

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Die Beute Englands

England beteiligte sich am Raub der deutschen Patente wie des privaten deutschen Besitzes im Ausland. Es war hervorragend beteiligt an der Demontage und Ausräumung deutscher Fabriken, um die eigene Leistungsfähigkeit zu erhöhen und die deutsche Konkurrenz auszuschalten.

Die Beute Frankreichs

Frankreich ist am Raub sowohl der deutschen Patente wie des privaten deutschen Besitzes im Ausland beteiligt. Es war hemmungslos in der Ausräumung der Fabriken in der von ihm besetzten Zone und in der Raubschlägerung des deutschen Waldbestandes. In Heerscharen überschwemmten die Familienangehörigen der französischen Besatzung die von den Franzosen besetzte Zone Deutschlands und lebten dort in den beschlagnahmten schönsten deutschen Villen und Häusern auf Kosten des verhungernden Deutschlands.

Dazu einige Berichte aus der Süddeutschen Zeitung, München, aus dem Jahre 1948:

"Während die deutsche Bevölkerung darbt und buchstäblich verhungert, läßt Frankreich seine Besatzungstruppen und Beamten samt Anhang, das heißt samt ihren Familien mit zehntausend Kindern, aus der deutschen Wirtschaft mit Tausenden Tonnen Lebensmitteln, Fleisch, Butter, Käse usw. noch im Jahre 1948 ernähren."

"Gerade jetzt [vor der Vereinigung der Zonen] scheinen die Franzosen zum Endspurt anzusetzen, was die Entnahmen aus dem Lande betrifft. Was schließlich zu dem vereinten und einheitlich verwalteten Wirtschaftsgebiet der 'Trizone' eingebracht werden kann, wird eine ausgesaugte und ausgelaugte Wirtschaft sein ... Es sind Monate her, daß General König versprach, die Abholzung der Wälder zu beenden. Die Tatsachen sehen anders aus ... An Wein müssen mehr als zwei Drittel der gesamten Ernte abgeliefert werden ..."

Ein eigenes Kapitel ist die Einverleibung des deutschen Saarlandes in das französische Wirtschaftsgebiet. Sie brachte Frankreich einen Steuerwert von wenigstens 2,5 Milliarden Dollar.

Über die Bedenkenlosigkeit besonders der französischen Ausplünderungsmethoden entnehmen wir aus einer Denkschrift des Landes Nordrhein-Westfalen (und das ist nur einer der 11 Teilstaaten Westdeutschlands) vom November 1948:

"Es wird gebeten, zu überprüfen, ob es mit den nach anerkanntem

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Völkerrecht auch einem besetzten Land zukommenden Rechtsgrundsätzen in Einklang zu bringen ist, wenn Leistungen auch für Personen requiriert werden, die nicht zur Besatzungsmacht gehören."

Die Zwangsleistungen für dieses Land enthalten u. a. auch: 1000 elektrische Kindereisenbahnen, 5568 Herren-, Damen- und Kinderfahrräder, 20.500 Knabenpullover, 75.500 Damenpullover, 1300 Damenschreibtische, 3.555.435 Flaschen Steinhäger, 800 Füllhalter, 14.000 Gummihöschen, 500 Damenschirme, Marke Knirps, 3600 Weinkühler, 70 Kameras usw., usw.

Wenn die Deutschen sich anmaßten, über eine solche schamlose Ausplünderung nicht erfreut zu sein, war dies strafwürdig. Mit Entrüstung berichtet die französische Besatzungszeitung Neue Zeitung, die von den Franzosen für ihr Besatzungsgebiet herausgegeben wurde:

"Die öffentlichen Gebäude in Singen am Hohentwiel [einer kleinen deutschen Stadt] mußten von der französischen Militärregierung auf vier Wochen für die deutsche Bevölkerung gesperrt werden, aus Strafe dafür, daß beim Besuch des Generalinspekteurs der französischen Armee, General Lattre de Tassigny, im Juli 1948 die Privathäuser der deutschen Stadt mangelhaft beflaggt waren!"

Die Beute Jugoslawiens

Jugoslawien erbeutete entschädigungslos das gesamte bewegliche Hab und Gut von 750.000 ausgetriebenen Deutschen, dazu den gesamten deutschen Besitz und die deutschen Guthaben im Land. Die beträchtlichen Investitionen in die jugoslawische Industrie, die während der deutschen Besetzung vorgenommen wurden, fielen entschädigungslos in die Hände Jugoslawiens. Trotzdem fand es noch gigantische Belege für "Wiedergutmachungs- und Besatzungsschäden".

Die Beute Rumäniens

Rumänien erbeutete den gesamten beweglichen und unbeweglichen Besitz von einer Million ausgetriebenen Deutschen, dazu die gesamten deutschen Guthaben im Land.

Die Beute Ungarns

Ungarn erbeutete den gesamten beweglichen und unbeweglichen Besitz von 500.000 ausgetriebenen Deutschen, dazu die gesamten deutschen Guthaben im Lande.

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MORGENTHAU STATT HITLER

Am 15. Jänner 1948 schrieb die amerikanische Zeitung Wanderer, St. Paul, Minnesota:

"Es ist sicher viel eher eine Unterschätzung, wenn man annimmt, daß die von der UdSSR, England und Frankreich bereits bisher erlangte Beute einen Gesamtwert von über 50 Milliarden Dollar hat. Die Folgen eines "deutschen Armenhauses" im Herzen von Europa, bewohnt von einer völlig verproletarisierten, hoffnungslosen, verbitterten Nation von siebzig Millionen Menschen, kommen über das Haupt derer, die Hitler durch Morgenthau ersetzt haben."

DIE FOLGEN DES UNRECHTS AN DEUTSCHLAND

Ein deutscher Sieg hätte nicht die Verewigung des Nationalsozialismus in sich geschlossen; aber die Aufrechterhaltung der Zertrümmerung Deutschlands und seine dauernde Schwächung würde die Vorherrschaft des Bolschewismus bedeuten; denn allein Deutschland kann das Vordringen der Bolschewiken nach Westeuropa verhindern.

Roosevelt hat sie nicht nur so unterstützt und ausgerüstet, daß sie dadurch erst überhaupt in die Lage gesetzt wurden, den Krieg länger als durch einige Monate zu führen: er hat den Bolschewiken jeden Wunsch erfüllt; er hat ihnen die Tschechei, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Lettland, Estland, Litauen und Ostasien in die Hand gespielt und hat ihnen die Tore in die übrige Welt weit aufgestoßen.

Wenn Hitler so gewissenlos gewesen wäre wie Roosevelt, Europa an die Bolschewiken verraten und sich mit den Bolschewiken verbündet hätte, dann hätte er mit den Russen zusammen den westlichen Alliierten — vor allem der Vorherrschaft Großbritanniens und Frankreichs — ein rasches Ende bereitet. Der Preis, den Molotow 1940 von Berlin forderte, war unvergleichlich geringer als das, was Roosevelt den Bolschewiken für den gemeinsamen Kampf gegen Deutschland zahlte. Stalin forderte von Hitler nicht, Europa dem Bolschewismus in den Schoß zu werfen.

Wenn Deutschland gesiegt hätte — und das wäre geschehen, wenn die USA nicht in den Krieg eingetreten wären — hätte es Rußland besiegt und den kommunistischen Spuk beendet. Der Osten wäre befriedet und geordnet; überall würde Ordnung, Friede und Sicherheit herrschen. Es gäbe keinen Bolschewismus und keine Atomdrohung — und die weiße Rasse stünde ungefährdet an der ihr zukommenden Stelle.

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