Geschichte der Verfemung Deutschlands, Band 6

Das Unrecht an Deutschland

Von Dr. jur. et Dr. phil. et Dr. rer. pol. Franz J. Scheidl


DIE NACHKRIEGSSCHULD

WAS NACH DER BEDINGUNGSLOSEN KAPITULATION
IN DEUTSCHLAND GESCHAH

DAS UNRECHT AM DEUTSCHEN VOLK

Furchtbar ist die Schuld, die Roosevelt und Churchill nach Beendigung des zweiten Weltkrieges auf sich geladen haben; furchtbar ist die alttestamentarische Rache der Morgenthau-Leute, als deren Werkzeuge sich Roosevelt und Churchill nach errungenem Sieg am deutschen Volk hergaben; ungeheuerlich ist das Unrecht, das dem deutschen Volk zugefügt wurde.

DER MORGENTHAUPLAN ZUR VERNICHTUNG DEUTSCHLANDS

Die Rache des Weltjudentums an Deutschland

Der Initiator und Namensgeber des Vernichtungsplanes gegen das deutsche Volk war der amerikanische Jude Morgenthau.

Der Verfasser des Morgenthauplanes, Harry Dexter White, ist ein amerikanischer Jude aus Litauen und Kommunist.

Der Plan ist ein Teil der Rache und Vergeltung des Weltjudentums am deutschen Volk. So wie alles Unrecht, das damals an Deutschland geschah: die Austreibung der Deutschen, die Niedermetzelung von Millionen unschuldiger Deutscher ein Teil dieser alttestamentarischen Rache war.

Die einflußreichsten Befürworter des Morgenthau-Vernichtungsplanes bei Präsident Roosevelt waren der amerikanische Jude Felix Frankfurter, oberster amerikanischer Bundesrichter, und die jüdischen Finanzleute Bernhard Baruch und James P. Warburg.

Unterschrieben ist der Morgenthau-Vernichtungsplan von Präsident Roosevelt, dem Werkzeug des amerikanischen Judentums, der sich offen als begeisterter Zionist bekannte. Wenn der Morgenthauplan, die Umwandlung Deutschlands in ein Weideland, durchgeführt worden wäre, würde er den größten Akt eines Völkermordes dargestellt haben, den die Geschichte der Neuzeit kennt.

43


Präsident Roosevelt war persönlich ein blinder, unversöhnlicher Hasser Deutschlands. Ohne diesen Haß wäre es möglich gewesen, den Krieg zu vermeiden bzw. um Jahre früher zu beenden. Roosevelt und seinem Kreis galt die Befriedigung ihres Hasses mehr als Menschenleben, mehr selbst als das Leben amerikanischer Bürger. Er verweigerte einen Vertragsfrieden. Um seine Vernichtungspläne ausführen zu können, verlangte er die bedingungslose Unterwerfung, wie dies vor Jahrtausenden bei wilden Völkern üblich war.

Im Jänner 1943 verkündete Roosevelt, entgegen den Bedenken all jener, die die darin liegende unheilvolle Verlängerung des Krieges erkannten, von Casablanca aus die Forderung nach der "unconditional surrender", der bedingungslosen Unterwerfung Deutschlands, als das unverrückbare Kriegsziel der USA.

Das deutsche Volk war von Sorge und Schrecken erfüllt, als es gleichzeitig von den unmenschlichen und maßlosen Rache- und Vernichtungsplänen Kunde erhielt, die Roosevelt und das amerikanische Judentum gegen Deutschland vorbereiteten. Den Höhepunkt dieser Vernichtungspläne bildete der sogenannte Morgenthauplan. Dieser sah vor, daß Deutschland zerstückelt und seiner Industrie beraubt werden sollte. Seine Kohlenbergwerke sollten ersäuft werden, und seinen Bewohnern sollte nur die Beschäftigung mit Ackerbau und Viehzucht gestattet werden. Bei der katastrophalen Übervölkerung Deutschlands verurteilte dieser Plan an die zwei Drittel der deutschen Bevölkerung zum Tode.

In seinem Buch Germany Is Our Problem (Deutschland ist unser Problem) beschreibt Morgenthau, der Finanzminister der USA, seinen teuflischen Plan (vgl. hierzu auch sein als "top secret" [höchst geheim] bezeichnetes Memorandum Program to Prevent Germany from starting a World War III):

"Alle industriellen Anlagen und Ausrüstungen sollen vollständig abgebaut und entfernt werden. Die gesamte Ausrüstung der Kohlenbergwerke soll entfernt und die Bergwerke selbst vollständig vernichtet [ersäuft] werden. Abtretung weiter deutscher Gebiete in Ost und West. Zerreißung und Aufteilung des verbleibenden Rest-Deutschlands in eine Reihe voneinander völlig unabhängiger Kleinstaaten. Schließung der Schulen und Universitäten. Vollständige Sperre der Kapitaleinfuhr, scharfe Kontrolle, daß keine Schlüsselindustrie entstehe."

Der Plan des Juden Morgenthau, Finanzministers der USA, war der Racheplan des amerikanischen Judentums, den dieses durch Amerika

44


an Deutschland zu vollziehen versuchte 1. Nach den Mitteilungen der United States News vom 11. Dezember 1953 lauteten die 11 Hauptpunkte des Morgenthauplanes:

"1. Deutschland muß in einen Staat von Kleinbauern zurückverwandelt werden.

2. Die Kriegsindustrie muß verschwinden.

3. Die ganze andere Schwerindustrie muß zerstört oder weggeführt werden.

4. Das Ruhrgebiet muß eine internationale Zone werden; seine Industrie muß entfernt, seine Bergwerke müssen stillgelegt werden.

5. Alle Grenzgebiete müssen den Nachbarländern zufallen.

6. Alle deutschen Industrieunternehmungen müssen unter den Alliierten verteilt werden.

7. Im Dienste und zum Nutzen der anderen Länder soll durch Deutsche Zwangsarbeit abgeleistet werden.

8. Alle deutschen Guthaben und Vermögen im Ausland sind zu enteignen.

9. Der ganze Landbesitz soll in Kleinbesitz umgewandelt werden.

10. Deutschland ist aufzuteilen in voneinander unabhängige Staaten.

11. Die amerikanischen Truppen sind zurückzuziehen. Die Polizeidienste in Deutschland sind durch europäische Besatzungen zu leisten, die aus Ländern unter kommunistischer Führung zusammengestellt werden."


1 Max Walter Clauss nennt in seinem Buch Der Weg nach Jalta 1952 den Morgenthauplan bei seinem richtigen Namen als den Versuch, "die alliierte Kriegführung in den Dienst der jüdischen Weltvergeltung zu stellen". Der Morgenthau-Forscher John Morton Blum, Professor für Geschichte an der Yale-Universität, hat die 800 Tagebücher Morgenthaus, die er von seiner Bestellung zum Finanzminister (1934) bis zu seiner Verabschiedung (Sommer 1945) führte, bearbeitet. 1959 veröffentlichte Blum den ersten Band seines dreiteiligen Werkes From the Morgenthau Diaries (Aus den Morgenthau-Tagebüchern), 1965 folgte ein zweites Buch, im Februar 1968 wird im Düsseldorfer Droste-Verlag der letzte und für deutsche Leser besonders aufschlußreiche Band erscheinen: Die Geschichte des Morgenthauplans. Vgl. hierzu auch den aufschlußreichen Artikel über den Morgenthauplan in den Nr. 51, 52 und 53 des Spiegel, 1967.

45


MORGENTHAU, HANDLANGER DER BOLSCHEWIKEN

Der sogenannte Morgenthauplan ist von einem Gehilfen Morgenthaus, dem litauischen Juden mit dem amerikanischen Namen Harry Dexter White, entworfen worden. H. Dexter White war in den dreißiger Jahren Gehilfe des Finanzministers Morgenthau. White gehörte dem vom sowjetischen Oberst Bykow geleiteten kommunistischen "Underground apparat" in Washington, dessen Kurier Whittaker Chambers war. In dem am 28. August 1953 veröffentlichten Bericht des Staatsausschusses für innere Sicherheit wird ein Verhör mit Miß Bentley zitiert, in dem sie aussagt, daß der Morgenthauplan von H. D. White entworfen wurde, und zwar in Ausführung kommunistischer Instruktionen, die darauf abzielten, Deutschland zu zerstören, damit es den Westmächten keine Hilfe sein könne 1.

DER AMERIKANISCHE JUDE BERNHARD BARUCH ALS
SEKUNDANT MORGENTHAUS

Bernhard Baruch legte dem Militärausschuß des amerikanischen Senates nachstehende Forderungen zur Beschlußfassung als "amerikanische" Forderungen vor, obwohl diese in keiner Weise sinnvoll für die USA waren, sondern offenkundig nur die Rachepläne des amerikanischen Judentums zum Ausdruck brachten:

"Keine wichtigere Frage [!] wird jemals vor Ihnen stehen als die Frage: 'Wie können wir ein- für allemal die Wiederkehr einer deutschen Fähigkeit zur Kriegführung verhindern? Ist es möglich, eine Nation von über 60 Millionen Menschen mit einer so ausgezeichneten und wirkungsvollen Wirtschaft wie die Deutschen zu kontrollieren und niederzuhalten?' Ich glaube, daß dies möglich ist, und ich weiß, daß wir es tun müssen. Daher empfehle ich zunächst einmal, Deutschlands wirtschaftliche Macht über Europa ein- für allemal zu brechen! Jede Möglichkeit zur Kriegführung muß ihm genommen werden; viele seiner Fabriken und Werkstätten müssen nach Ost und West an freundliche Staaten abtransportiert werden; seine Groß-


1 Vgl. hierzu Whittaker Chambers, Witness, New York 1953, Random House, und London, André Deutsch.
Der Bericht des Senatsausschusses ist abgedruckt in U.S. News and World Report vom 28. August 1953.

46


landwirtschaft muß in kleine Bauernbesitze aufgeteilt werden; alle deutsche Ausfuhr und Einfuhr muß aufs schärfste kontrolliert werden; alle deutschen Guthaben und geschäftlichen Auslandsbeziehungen müssen mit der Wurzel ausgerottet werden. Schließlich müssen wir uns bereit machen für eine jahrzehntelange Besetzung Deutschlands ... Rußland und andere Siegerländer sind auch berechtigt, Deutsche als [Zwangs-]Arbeiter zu verwenden, besonders wenn diese Arbeitsbataillone die Kriegshetzer umschließen, die Nazis, die Gestapo, die Junker, den deutschen Generalstab, die Geopolitiker, die Kriegsindustriellen und Kriegsfinanziers, so daß nur noch die gewöhnlichen Arbeiter und Bauern übrigbleiben."

Unvorstellbarer alttestamentarischer Haß springt uns aus allen Plänen und Ansichten Morgenthaus entgegen. Er wollte allen Ernstes das deutsche Volk dem Hungertode preisgeben.

Wir zitieren als Proben wörtlich:

"Das Ruhrgebiet muß stillgelegt werden. ... Die Deutschen aus diesem Gebiet muß man irgendwo nach Mittelafrika umsiedeln ...

Die Deutschen müssen als Zwangsarbeiter in Europa und Rußland eingesetzt werden. — Die gesamte Industrie Deutschlands muß vernichtet werden — warum zum Teufel soll ich mir Gedanken machen, was aus diesem Volk wird ...

... Am besten wäre es, die Deutschen zu kastrieren, daß sie keine Kinder zeugen können — die Kinder müssen ihren Eltern völlig entzogen werden ...

Ich werde mit meinen Plänen nicht nachgeben, solange ich atme ..."

DER AMERIKANISCHE AUSSENMINISTER HULL
ÜBER DEN MORGENTHAUPLAN

Eines der interessantesten Kapitel der Memoiren des Außenministers Hull behandelt die Vorgeschichte, den Inhalt und die Ziele des Morgenthauplanes.

In der Konferenz von Quebeck wurde der Morgenthauplan von Roosevelt und Churchill angenommen. Roosevelt bemerkte dazu, "daß er von diesem Plan außerordentlich befriedigt sei". Churchill war zuerst gegen den Plan. Er sah darin ein Schema, das England dauernd an eine Leiche (Deutschland) ketten würde. Man gewann ihn schließlich für den Plan durch die Erwägung, daß England Deutsch-

47


lands Stahl- und Eisenmärkte erben und der gefährliche deutsche Konkurrent ausgeschaltet würde. Überdies versprach Morgenthau den Briten einen 6,5-Milliarden-Dollar-Kredit.

In einer Aussprache mit dem Präsidenten Roosevelt nach Quebeck erklärte Hull den Morgenthauplan als wahnsinnig ("out of reason"). Kein Fachmann, kein Diplomat habe damit etwas zu tun. Der Plan würde in Deutschland außer dem Land alles austilgen, und die Deutschen müßten vom Boden leben, das heißt, nur 60% der Bevölkerung könnten sich selbst erhalten, die anderen 40% müßten verkommen.

Man kann Morgenthau auch als Vater der Nürnberger Rachejustiz betrachten. James J. Byrnes, amerikanischer Außenminister, erzählt in seinem Buche Speaking Frankly, New York 1947, S. 182, daß Morgenthau vorschlug: "die sogenannten Erzverbrecher sollten durch das Militär ohne Gericht, lediglich nach Feststellung ihrer Identität, nach der Gefangennahme ermordet werden (put to death)".

Der US-Senator Heinrich Shipstead bezeichnete am 15. Mai 1946 im US-Senat den Morgenthauplan als "Amerikas Denkmal ewiger Schande zur Vernichtung der deutschsprachigen Menschen".

DER MORGENTHAUPLAN WIRD SCHEINBAR AUFGEGEBEN

Roosevelt hieß den Morgenthauplan gut und unterschrieb ihn. 1944 wurde er auch in Quebeck angenommen.

Als aber drei amerikanische Regierungsstellen diesen Racheplan des amerikanischen Judentums ablehnten, wurde er — wenigstens zum Schein — fallengelassen.

Der amerikanische Kriegsminister Henry Stimson äußerte zu diesem mörderischen Plan:

"Ich sehe ungeheure nachteilige Auswirkungen für den Fall der Verwirklichung voraus. Ich muß es als wirklichkeitsfremd bezeichnen, ein solches Gebiet bei der augenblicklichen wirtschaftlichen Lage in ein unproduktives "ghost territory" (Gespensterland) zu verwandeln, besonders nachdem es zum Zentrum des am stärksten industrialisierten Kontinents der Erde geworden ist und heute von einer energischen, kräftigen und fortschrittlichen Bevölkerung bewohnt wird. Ich kann mir nicht vorstellen, daß man ein Geschenk der Natur in einen Trümmerhaufen verwandeln sollte. Ich kann nicht einsehen, warum es zu unseren Zielen gehören sollte, den Lebens-

48


standard des deutschen Volkes auf ein Minimum herabzudrücken, wenn dieses an der Grenze des Elends liegt. Damit würde man das deutsche Volk zu einem Zustand der Knechtschaft verurteilen, in dem es, wie schwer und wie produktiv es auch arbeiten möge, seine Lage nicht verbessern könnte. Mein grundsätzlicher Einwand gegen die Behandlung der Deutschen, wie sie heute diskutiert wurde, ist, daß sie einem System der erzieherischen und präventiven Bestrafung noch die viel gefährlichere Waffe der vollständigen wirtschaftlichen Unterdrückung hinzufügen würde. Solche Methoden verhindern nach meiner Meinung keinen Krieg, sondern züchten eher einen heran ... Der Morgenthauplan ist unvereinbar mit der Atlantikcharta und bedeutet den Hungertod für das deutsche Volk. Man bestraft durch ihn nicht Deutschland, sondern ganz Europa."

Und der amerikanische Außenminister Cordell Hull erklärte hiezu: "Wenn der Morgenthauplan an die Öffentlichkeit gelangt, kann er nur dazu führen, daß die Deutschen bis zum bitteren Ende kämpfen."

Daß man den Morgenthauplan nur zum Schein aufgegeben hatte, zeigte die Zukunft. Man versuchte, den Morgenthauplan so weit und so viel wie möglich zu verwirklichen.

In Potsdam wurden die deutschen Industrieanlagen unter den Alliierten aufgeteilt. Der größte Teil der Anlagen ging in die Sowjetunion. Die Bolschewiken räumten nicht nur ihre Ostzone ratzekahl aus, sondern erhielten auch von Westdeutschland den größten Teil der demontierten Fabriken. Jede deutsche industrielle Tätigkeit wurde fast völlig unmöglich gemacht. Die Arbeitsmöglichkeiten waren so beschränkt, daß die deutsche Lebenshaltung tief unter die seiner Nachbarn sank.

Millionen Deutsche wurden als Zwangsarbeiter, als Arbeitssklaven der Bolschewiken nach Rußland und Sibirien verschleppt oder dort zurückgehalten. Deutschland wurde in zwei Staaten zerrissen, Westdeutschland überdies in mehrere Länder geteilt. Die fruchtbarsten Gebiete Deutschlands wurden von Deutschland abgetrennt und von Rußland und Polen in Besitz genommen. Die deutschen Guthaben und Vermögen im Ausland beschlagnahmt, Deutschland selbst besetzt. Dem deutschen Volk wurden jede Selbständigkeit und die einfachsten Rechte genommen.

Von dem angeblich aufgehobenen Morgenthauplan war also immerhin noch so viel übriggeblieben, daß Morgenthau selbst sich in seinem Buch Germany Is Our Problem mit Recht rühmen konnte:

49


"Deutlich ist, daß die drei Hauptverbündeten im Potsdamer Übereinkommen den angestrebten Zielen der Morgenthau-Politik zu entsprechen versuchten."

Die Sowjets selbst hielten sich weniger an das Potsdamer Abkommen als vielmehr (in ihrer Zone) an den Morgenthauplan.

Die angesehene amerikanische Zeitschrift United States News schrieb am 11. Dezember 1953:

"Seit 1945 haben sich die Sowjets jedenfalls mehr an den Morgenthauplan gehalten als an die Potsdamer Abmachung selbst. Der Sowjetunion gelang die Teilung Deutschlands, indem sie aus ihrer Besatzungszone ganz einfach einen kommunistischen Satellitenstaat machte. Die deutschen Industriewerke, sofern sie die Sowjets nicht nach Rußland transportierten, müssen für Rußland produzieren. Hunderttausende von Deutschen wurden als Zwangsarbeiter in sowjetischen Lagern festgehalten ... Der Morgenthauplan entsprach genau dem, was den Sowjets noch vorschwebt, so sehr, daß man im amerikanischen Senat herauszubekommen versuchte, ob nicht überhaupt der Morgenthauplan nach den Sowjetwünschen gestaltet wurde."

Eine Frage, die man angesichts der Personen, die ihn verfaßt haben, mit viel Wahrscheinlichkeit wird bejahen müssen. Jedenfalls waren die zionistischen und die sowjetischen Vernichtungspläne gegenüber Deutschland völlig ident.

Daß das amerikanische Judentum diesen Morgenthauplan auch heute noch nicht aufgegeben hat, geht aus allen von dieser Seite kommenden Publikationen hervor. Der amerikanische Finanzmann James P. Warburg gibt (1954) in seinem Buch Deutschland — Der Schlüssel zum Frieden den Amerikanern den Rat, "ein wohl verstümmeltes Deutschland in wehrlose Neutralität zu versetzen".

DER VERRAT DER MENSCHENRECHTE:
DIE TRAGÖDIE DER RUSSISCHEN NICHTBOLSCHEWIKEN

Unter Verleugnung der Grundsätze der Demokratie und der Menschenrechte, des Asylrechtes und der Freiheit hatte sich Amerika verpflichtet, alle im Machtbereich der Alliierten befindlichen Sowjetbürger an die Sowjetunion auszuliefern — wenn nötig auch gegen ihren Willen, zwangsweise mit Gewalt. Unter diese Verpflichtung fielen

50


alle die Volksstämme, die freiwillig aus Rußland emigriert waren, wie etwa die Kosaken. Ferner fielen darunter alle Kriegsgefangenen, alle Überläufer und Deserteure, aber auch alle Zivilpersonen, die als Zivilarbeiter in Deutschland gearbeitet hatten und nicht mehr in das bolschewistische Himmelreich zurückkehren wollten.

Die Westmächte hatten die sowjetischen Fahndungskommandos in den westlichen Zonen ausdrücklich autorisiert, "bei dieser Rückführung auch Gewalt anzuwenden".

Und nur zu oft wurde auch Gewalt gebracht (vgl. hierzu Louis Fischer, Thirteen, Who Fled, New York 1949).

Allein aus den von den Westmächten besetzten Zonen Deutschlands (ohne die russische Zone) wurden an die Kommunisten 2031000 antikommunistische Sowjetbürger ausgeliefert. Nicht nur die in Deutschland befindlichen Sowjetbürger wurden ausgeliefert. Die USA lieferten selbst jene aus, die sich in den USA in Lagern befanden und die sich aufs heftigste gegen ihren Abtransport nach Rußland zur Wehr setzten (vgl. U. S. News and World Report, vom 6. Juni 1952, zitiert bei R. Magiroff, The Kremlin vs. the people, New York 1953):

"Nur wenige wollten zurückkehren. Die meisten wurden aus den Lagern in Idaho auf sowjetische Schiffe in Seattle und Portland gebracht. 118 blieben übrig, die sich besonders gewaltsam widersetzten. Sie wurden in ein Lager bei New Jersey gebracht ... Sie mußten schließlich mit Tränengasbomben aus ihren Baracken gejagt werden."

Ginghis Guerey (The Shadow of Power, New York 1953) berichtet, daß von den 5000 Kosaken (samt Kindern und Frauen), die die Briten unter General Arbuthnot an die Bolschewiken auslieferten, fast ein Drittel durch eigene Hand starben.

Ähnliches ereignete sich in Deutschland in den Lagern Dachau, in Kempten, Plattling, Weitlingen und Regensburg. Aber auch in den Russenlagern in Frankreich und Italien spielten sich die gleichen Tragödien ab. (Vgl. Eugène Lyons, Our Secret Allies, the People of Russia, New York — Boston 1954.)

Das Furchtbarste bei diesen Auslieferungen an die Bolschewiken war, daß auch jene russischen Flüchtlinge ausgeliefert wurden, die erst 1945 nach dem Sieg und nach Beendigung des Kampfes — die Freiheit suchend — zu den Westmächten überliefen. Diese verratenen Unglücklichen, die bei den Amerikanern Hilfe und Freiheit gesucht hatten, wurden von den Bolschewiken ausnahmslos zum Tode verurteilt. Die über sie gefällten Todesurteile halten für alle Zeiten

51


diese Schande Amerikas — das die Rettungsuchenden für einen Hort der Freiheit gehalten hatten — fest: alle diese Todesurteile enthielten den Zusatz:

"Er floh zu den Amerikanern und wurde nach internationalem Brauch ausgeliefert."

DIE AUSLIEFERUNG DER KOSAKEN-ARMEE DES GENERALS
WLASSOW DURCH DIE ENGLÄNDER AN DIE BOLSCHEWIKEN

"Die unter Bruch eines Ehrenwortes erfolgte Auslieferung der Wlassow-Armee und der aus Rußland geflüchteten Familien der Kaukasus-Völker durch die Engländer ist ein Schandmal auf dem britischen Ehrenschilde, ebenso wie die Felonie, mit der die Briten den jugoslawischen bürgerlichen General Mihailovic im Stich ließen und ihn und seine Mitstreiter an Tito und dessen kommunistische Mordbanden auslieferten.

Großbritannien trägt die beschämende und schändliche Schuld, daß Hunderttausende von ehrlichen Anti-Bolschewiken den Bolschewiken zu einem grausamen Martertod ausgeliefert wurden.
(WL Plattform.)

Während des Krieges hatten antibolschewistische Russen an der Seite Deutschlands gekämpft. Oberbefehlshaber dieser antibolschewistischen Russen-Armee war General Wlassow. Die Russen stellten sich an die Seite Deutschlands nicht deshalb, weil sie Freunde Deutschlands waren, sondern deshalb, weil sie Rußland liebten und mit Hilfe Deutschlands hofften, das kommunistische Regime in Rußland zu brechen und ein demokratisches, bürgerliches Regime wiederherzustellen.

Es gereicht den Alliierten zur ewigen Schande, wie sie mit jenen Russen verfuhren, die den Kommunismus in ihrem Vaterland brechen wollten. Sowohl alle Offiziere und Soldaten der antikommunistischen Wlassow-Armee als auch ihre Angehörigen, Frauen und Kinder, wurden den Bolschewiken ausgeliefert und gingen einem grauenvollen Schicksal in den Eiswüsten und Bergwerken Sibiriens entgegen, soweit das Schicksal ihnen nicht so gnädig war, daß sie sofort als "russische Verräter" barmherzig erschossen wurden.

52


DAS HELDENLIED DER KOSAKEN

Den Kern der russischen Wlassow-Armee bildeten die Kosaken. Sie waren die leidenschaftlichsten und erbittertsten Feinde der russischen Bolschewiken. Die Sowjets versuchten deshalb mit wahrhaft teuflischer Grausamkeit das Kosakentum erbarmungslos auszurotten. Die Bolschewiken unternahmen den Versuch, die Kosaken nach Sibirien zu verschicken. Der Transport umfaßte 52 000 Kuban-Kosaken mit ihren Familien. Der Transport erfolgte mitten im strengsten Winter in ungeheizten Güterwagen. Männer, Frauen, Greise und Kinder, der ganze Transport, alle ohne Ausnahme, gingen auf dem Weg zugrunde.

Der "kultivierte, humane Westen" schwieg hierzu und fuhr fort, mit den Henkern Handel zu treiben. Lloyd George entschuldigte das mit den leichtfertigen, ebenso gewissenlosen wie verantwortungslosen Worten: "Handel kann man auch mit Kannibalen treiben."

Die USA und England trieben nicht nur Handel mit den kommunistischen Henkern, sie verbündeten sich sogar mit ihnen.

Lange vor dem Krieg Deutschlands gegen Rußland standen die Kosaken im bewaffneten Kampf gegen die Bolschewiken, die das Kosakentum, den freiheitsliebenden, kriegerischen russischen Volksteil, planmäßig auszurotten versuchten. Drei Kosakenheere — das uralische, das Semigalatinsker und das sibirische — wurden in diesem heldenmütigen Freiheitskampf bis auf den letzten Mann vernichtet. Selbst dieses Unglück konnte die Kosaken nicht brechen. Sie kämpften als Partisanen weiter: am Terek, am Kuban und in den Steppen des Don.

Unter diesen Umständen begreift man den Jubel und die Hoffnung, mit denen sich die Kosaken im Krieg auf die Seite der Deutschen stellten, um mit ihnen das unselige kommunistische Regime in Rußland zu brechen.

Als das deutsche Heer aus Rußland abzog, zogen die Kosaken samt ihren Familien mit den Deutschen.

DAS GRAUEN VON LIENZ

Zur Zeit der deutschen Kapitulation befanden sich die Kosaken in der Steiermark und in Kärnten in Österreich, innerhalb der britischen Besatzungszone, im Machtbereich der englischen Armee.

53


Der deutsche Kommandeur, von Pannwitz, ritt mit seinen Kosaken in voller Ordnung in die englische Internierung ein, wo er seine Männer endlich geborgen glaubte. Auf der Straße Griffen—Völkermarkt ritten die Schwadronen an ihm und englischen Offizieren das letzte Mal vorbei: voran das Trompeterkorps; dann folgten das 1. Donkosaken-Regiment, das 2. Sibirische Kosaken-Regiment, das 4. Kubankosaken-Regiment und schließlich die Reitende Artillerie-Abteilung.

Wochen vergingen in der Internierung. Durch das äußerlich faire Verhalten der Engländer schwanden die Besorgnisse um die Zukunft. Die Kosaken vertrauten darauf, daß man sie als bewährte Nichtkommunisten und Gegner des Bolschewismus nicht den Bolschewiken ausliefern werde. Ein englischer Bevollmächtigter, Major Davis, gab den Kosaken die Erklärung ab, daß sie, als geschworene Feinde des Kommunismus, den Alliierten sehr willkommen seien. Die Wahrheit sah dann so aus:

Am 20. Mai 1945 erhielten sie den Befehl, alle Waffen abzuliefern.

Am 23. Mai trafen Offiziere von General Alexander mit dem Balkan-Oberkommando der Sowjetarmee ein Abkommen, wonach die Kosaken "als Spezialeinheiten der deutschen SS-Partisanen" (!) und "als gegenrevolutionäre weiße Banden, die in deutschem Sold gestanden haben", an die Sowjets auszuliefern seien.

Am 27. Mai wurde von Pannwitz verhaftet.

Am 28. Mai kam der Befehl, daß alle Offiziere, ohne Ausnahme, mit all ihren militärischen Auszeichnungen sich bei dem britischen Armeekommando in der benachbarten Stadt Spittal an der Drau zwecks Umorganisierung des Kosakenheeres zu melden hätten.

Vertrauensvoll und nichtsahnend fuhren über 2000 Offiziere unter Führung des fast 80jährigen Generals P. N. Krasnow (Verfasser des berühmten historischen Romans Vom Doppeladler zur Roten Fahne) zu dieser angeblichen Beratung. Keiner von den vertrauensvollen Unglücklichen, die durch Major Davis in die gnadenlosen Hände der sowjetischen Henker geliefert wurden, wußte, daß sie ausgeliefert werden sollten. Keiner von ihnen wußte, daß schon am 28. Mai 1945 in Wien in Ausführung und Erweiterung des Abkommens zwischen Roosevelt, Churchill und Stalin von dem alliierten Oberkommando beschlossen worden war, den Bolschewiken die gesamte Bevölkerung des "Kosaken-Standortes" auszuliefern.

Kaum setzten sich die mit Offizieren besetzten Kraftwagen in Marsch, als sie schon ein starker britischer Panzerverband einschloß. Gegen die unbewaffneten Menschen hatte man über 20 Kanonen,

54


150 Maschinengewehre, ungerechnet die zahlreichen automatischen Waffen, in Stellung gebracht. Nun wurde allen klar, zu welcher Art "Beratung" man sie führen wollte; aber nun war es zu spät. Auf dem Weg zur Stadt Spittal sind bei Fluchtversuchen von der englischen Mannschaft 21 Mann erschossen worden; 33 verübten Selbstmord; nur zweien gelang die Flucht.

In Spittal wurden die Unglücklichen unter schwerste Bewachung hinter Stacheldraht gebracht. Dort wurde ihnen mitgeteilt, daß sie den Bolschewiken ausgeliefert werden sollten. General Schkorow warf dem britischen Kommandanten seine britischen Orden — die ihm während des Krieges der Kosaken gegen Moskau und den Bolschewismus für seine Verdienste verliehen worden waren — vor die Füße. General Silkin, Oberst Mihailow und noch über 50 Offiziere nahmen sich auf der Stelle das Leben; fünf Offizieren gelang in der Nacht die Flucht.

Während der Fahrt von Spittal nach Judenburg, wo die Übergabe an die Sowjets erfolgte, sprangen 44 Offiziere von den Wagen. 78 wurden beim Fluchtversuch erschossen, 12 weitere vergifteten sich.

Ein mit verwundeten und kranken Kosaken voll belegter Spitalzug wurde von den Engländern an die steirische Demarkationslinie gebracht und dort den Bolschewiken übergeben. Ein österreichischer Augenzeuge, der kriegsgefangene Oberleutnant Heribert S., berichtet: "Nach erfolgter Übergabe des Spitalzuges durch die britischen Offiziere ließen die Bolschewiken die verwundeten und kranken Kosaken den Zug verlassen und neben dem Zug Aufstellung nehmen. Dann wurden sie alle samt und sonders vor den Augen der übergebenden Engländer und der deutschen Kranken- und Pflegeschwestern kurzer Hand erschossen und niedergemacht."

Von den ausgelieferten Kosakenoffizieren wurden von der sowjetischen Begleitmannschaft auf dem Weg nach Wien über 180 erschossen. Weitere 1028 wurden bei den Verhören zu Tode gemartert. Die übrigen — etwa tausend Offiziere — gingen hinter Wien zugrunde. Zwölf Kosakengeneräle, darunter der ehemalige Ataman-Präsident der Kosaken, P. N. Krasnow, wurden von Graz auf dem Luftweg nach Moskau zum Verhör gebracht und am 16. Februar 1947 nach mehreren "Gerichtssitzungen", die mit Folterungen abwechselten, gehenkt, darunter auch General Schkuré, Ritter des englischen Hosenbandordens. Zum erstenmal leuchtete auf der Brust eines Gehenkten das Band des britischen Hosenbandordens.

55


Nur ganz wenigen Kosakenoffizieren war es gelungen, aus diesem Zug des Todes den Weg in die Freiheit zu finden. Sie brachten die Kunde von dem Geschehenen ins Lager der ihrer Führer beraubten Kosaken. Es muß besonders vermerkt werden, daß nur 32% des Offizierskorps des "Kasatschij Stan" bei Kriegsausbruch ehemalige Sowjetuntertanen waren, die unmittelbar von dem Repatriierungsbefehl betroffen wurden. Die überwiegende Mehrzahl, 68%, hatten niemals sowjetische Papiere besessen; sie waren sämtlich Inhaber des Nansen-Passes. Durch diesen Nansen-Paß, durch den die europäischen Nationen ihnen nach der Evakuierung der damaligen Kosakenarmeen im Jahre 1920 einen in dieser Beziehung von der UdSSR freien Status gegeben hatten, waren sie unter den Schutz der Liga der freien Nationen gestellt worden. Sie unterlagen also nach den Bestimmungen des Jalta-Abkommens keiner zwangsmäßigen Auslieferung an die Bolschewiken.

Der Kommandeur der Kosaken, der deutsche General von Pannwitz, lehnte ein Angebot, als Deutscher von der Auslieferung ausgenommen zu werden, ab. Er ging mit seinen Kosaken in den schaurigen Tod.

Das Schicksal der Kosaken selbst, ihrer Familien, Frauen und Kinder, war nicht minder grauenvoll als das der Kosakenoffiziere.

Am 29. Mai 1945 wurde in dem "Kasatschij Stan", dem Kosaken-Standort, bekanntgegeben, daß auch alle Kosaken samt Frauen und Kindern an die Bolschewiken ausgeliefert würden. In höchster Panik sandten die Kosaken Telegramme an Eisenhower, Montgomery, den Papst und den Erzbischof von Canterbury mit der Bitte um Hilfe. Umsonst! Die Telegramme blieben ohne Antwort. Die Nacht brach herein: 35 000 Kosaken, Männer, Frauen und Kinder, Greise und Verwundete, die man in dem riesigen Lager Peggetz bei Lienz in Osttirol zusammengetrieben hatte, standen im Banne des Schreckens.

In dieser Nacht stürzten sich an die 500 dieser Unglücklichen in die Drau. Ganze Familien banden sich zusammen und gingen in den nassen Tod. Dann umstellten Hunderte von englischen Panzern das Lager. Eine Autokolonne erschien vor den Lagertoren. Scheinwerfer begannen das Gelände taghell zu beleuchten. Vor dem Lager marschierten die britischen Einheiten auf. Es gab verzweifelte Ausbruchsversuche; es gab ein Handgemenge mit der britischen Wachmannschaft; es wurde geschossen, geschrien und gekämpft. Die Frauen und Kinder weigerten sich, dicht zusammengedrängt, den britischen Befehl zum Einsteigen zu befolgen. Zuerst wurden sie mit Kolbenschlägen getrieben; schließlich ließ man die Panzer anrollen.

56


Augenzeugen berichten, daß sich die Frauen unter die Panzerketten warfen und zermalmt wurden, daß sie blindlings vor die Läufe der Maschinenpistolen liefen, um nicht "repatriiert" zu werden. Sieben Tage dauerten diese furchtbaren Szenen: Mütter stürzten sich mit ihren Kindern in die eisige Drau; Hunderte kamen durch Kugeln und Kolbenschläge der britischen Truppen um. Schließlich verweigerten englische Soldaten ihren Offizieren den Gehorsam bei ihrem Mord- und Mörderhandwerk.

Im Wald bei Lienz erhängten sich über 300 Kosaken. Ein grauenhaftes Bild: Der Sohn hilft seinem alten Vater, stellt ihm einen mitgenommenen Schemel unter und zieht diesen unter den Füßen seines Erzeugers weg — um sich dann selbst am nächsten Baum zu erhängen. — Gibt es eine Feder, die all dieses unsagbare Grauen zu schildern vermöchte, einen Stift, der diese Bilder des Grauens zu zeichnen vermöchte?

An einem Abend ist alles zu Ende: ein riesiger Zug, gefüllt mit Tausenden Niedergeschmetterten, voll Stöhnen und Schreien, angefüllt mit Entsetzen, bewegt sich nach Osten ... Die "freiwillige Repatriierung" ist in vollem Gang ...

Major Davis, die 8. Palästina-Brigade und die anderen blutbeschmierten Helden dieser in der Geschichte beispiellosen britischen "Heldentat" können sich vom Blut der Märtyrer, ihrer Opfer, reinigen ... Mit welch verlogenen Infamie, Hinterlist und Falschheit bei dieser ganzen schmutzigen Angelegenheit von den Briten vorgegangen wurde, zeigt folgendes Detail:

Als nach Abschiebung der Kosakenoffiziere nach Spittal die zurückgebliebenen Familien am folgenden Tag die Gewißheit erhielten, daß mit einer Rückkehr der Offiziere nicht mehr gerechnet werden könne, baten die Familien, ihren Männern Wertsachen, Geld, Bekleidung und Lebensmittel nachsenden zu dürfen. Der Bitte wurde entsprochen. Geleitet von drei Panzern, ging eine Kraftwagenkolonne ab. Sie hat die Empfänger nie erreicht.

Was mit den Angehörigen, Frauen und Kindern der unglücklichen antikommunistischen russischen Kosakenarmee geschah, schildert Boris Polosow:

"Am 31. Mai wird der nunmehr führerlosen Bevölkerung des Kosaken-Standortes — an der Zahl etwa 25 000 Menschen — von dem gleichen Davis [englischer Major] der Befehl gegeben, sich zur 'freiwilligen' Repatriierung in die Sowjetunion bereitzumachen. Alle ohne Ausnahme weigern sich. Es wird ein allgemeiner Hungerstreik ausgerufen und schwarze Flaggen gehißt, am nächsten Tag versam-

57


meln sich alle Kosaken in Lienz, die Alten, die Frauen und Kinder, auf dem Lagerplatz, wo der Geistliche einen Trauergottesdienst hält. Um ihn drängen sich die Unglücklichen, dem Tode Geweihten, umgeben von den jungen, einander an der Hand haltenden Kosaken-Fähnrichen.

Diese lebende Mauer der Jugend schützt mit ihrer Brust die Wehrlosen und gibt ihnen die Möglichkeit, ein letztes Mal frei zu beten. Auf der Bahn steht schon ein riesiger Transportzug zur Verladung der verratenen Opfer bereit. Auf Befehl von Davis werden die Betenden von Panzerwagen mit Soldaten der 8. Palästina-Brigade und Engländern eingeschlossen. Die vieltausendköpfige Menge betet auf den Knien zu Gott, sich ihrer zu erbarmen, seine Gnade zu zeigen, sie vor dem herankommenden Grauen der Marterungen, der Leiden und dem qualvollen Tode in den sowjetischen Kerker-Höllen zu bewahren. Plötzlich eröffnen die englischen Soldaten das Feuer über die Köpfe der Betenden hinweg, und die Palästina-Brigade stürzt sich auf sie. Einige Fähnriche, von den Knüppelhieben niedergeschlagen, stürzen. Die Kette bricht. Und es beginnt das Niederschlagen der wehrlosen Greise, der Frauen und Kinder. Die Luft hallt wider von herzzerreißenden Schreien. Ein englischer Soldat haut mit einem Knüppelhieb die Kirchenfahne mit dem Kreuz zu Boden, ein anderer zerschlägt mit dem Bajonett die Hand des Diakons, der das Evangelium erhebt. Nichts Gewesenes läßt sich vergleichen mit diesem viehischen Niederschlagen von Wehrlosen, hilflosen Greisen und Kindern. Mit Knüppeln dreschen sie auf die Leiber schwangerer Frauen, und die so zur Welt gebrachten Kinder wälzen sich im Sande neben den in Todeswehen sich windenden Müttern. Die Niedergeschlagenen, sich auf dem Boden Krümmenden werden gepackt, auf die Wagen geworfen und in den 'Todeszug' geschleppt. Wer noch in der Lage ist, zu fliehen zu versuchen, den schlagen sie mit Kolben nieder und schleifen die Bewußtlosen davon. Ein grauenhaftes unaufhörliches Niederschlagen — Kinder trampeln sie mit Füßen nieder. Die an den Rand der Verzweiflung gebrachten Menschen versuchen Selbstmord. Da ist der Vater, der seine ganze Familie tötet — Frau, Kinder und sich selber. Eine junge Frau bindet sich ihre Kinder um den Leib und stürzt sich so in die Drau. Das Wasser des Flusses färbt sich rot von Kosakenblut. Wieviel tapfere alte Soldaten, Invaliden des Krieges von 1914—1918, die damals für diese Engländer gekämpft haben, wieviel Kosakenfrauen und Kosakenkinder liegen auf dem Grunde dieses dahinströmenden Flusses?"

58


Jürgen Thorwald schildert in seiner gut belegten Reportage (Wen sie verderben wollen, Stuttgart 1952), wie sich die Frauen blindlings gegen die Läufe der britischen Maschinenpistolen stürzten, wie sie sich von den britischen Panzern zermalmen ließen, wie sie sich in der Drau ertränkten ... Alles war vergeblich. Die Befehle wurden ausgeführt ...

Das Echo auf diese entsetzliche Tragödie, die blutige, gewaltsame, unbarmherzige Auslieferung der Kosaken im Raum von St. Veit—Althofen und Spittal—Lienz, bildeten die ähnlichen Ereignisse von Farelli, Mannheim, Deggendorf, Dachau, Kempten, Plattling und anderen Orten, wo ebenfalls Kosaken gewaltsam repatriiert wurden. Insgesamt dürften etwa 165 000 kosakische Offiziere, Soldaten, Frauen und Kinder an die Bolschewiken ausgeliefert worden sein.

Über 1150 Leichen der Unglücklichen wurden in Peggetz an der Drau bei Lienz (Osttirol) in Massengräbern begraben. Hier wurden von Ex-Kosaken Friedhöfe errichtet. In der Mitte steht das riesige Monument zur Ehre der Opfer des Kosakenvolkes im Kampf für die Freiheit. Zum Jahrestag kommen hier jährlich die Delegationen der in freien europäischen Ländern lebenden Kosaken, legen Kränze am Monument nieder und halten feierliche Requien für alle gefallenen Brüder und Schwestern.

Das verratene Kosakenheer wurde mit Kindern und Frauen in die Straflager Sibiriens verbracht. Es sollen nur noch einige tausend Kosaken von den 165 000 Ausgelieferten übriggeblieben sein.

DIE TRAGÖDIE DES GENERALS WLASSOW
UND SEINER ARMEE1

General Wlassow und seine Armee erlitten das gleiche entsetzliche Schicksal wie die Kosaken.

Die 162. Turk-Division, die in Norditalien in englische Gefangenschaft geriet, wurde den Bolschewiken ausgeliefert und nach Odessa verschifft. Hunderte der Unglücklichen begingen Selbstmord.


1 Literatur hierzu: Nicholas Fersen, Im Zorn der Zeit, Scherz Verlag, Bern — Stuttgart (aus dem Amerikanischen übersetzt von Ernst Sander, Das Schicksal der Wlassow-Armee). — Erich Kern, General von Pannwitz und seine Kosaken, Plesse Verlag, Göttingen. — Anatol von Petrowsky: Unvergessener Verrat — Todesweg der Kosaken. — W. G. Glaskow, Die Kosakentragödie im Drautal (Deutsch-amerikanische Bürgerzeitung, Chikago 1958). — Jürgen Thorwald, Wen sie verderben wollen, Stuttgart 1952.

59


Besser erging es dem russischen Schutzkorps in Serbien und der 2. Ukrainischen Division unter General Schandruk. Hier gelang es, die Engländer und Amerikaner zu überzeugen, daß ihre Angehörigen teils in Jugoslawien schon früher ansässig gewesen waren, teils aus den ukrainischen Gebieten Polens stammten. So war es ihnen möglich, der Auslieferung zu entgehen.

Wlassow, der mit dem Großteil seiner Armee, der ROA, im tschechischen Raum stand, gelang es, zu den Amerikanern durchzustoßen. Vergeblich suchte er zu verhandeln. Die Amerikaner begriffen nicht, worum es hier ging. Unbarmherzig wurden die Kämpfer gegen den Bolschewismus den Bolschewiken ausgeliefert. Tausende zogen auch hier den Freitod der "Heimkehr" vor.

In allen Teilen Deutschlands, an der Invasionsfront, in Norwegen und Dänemark, auf den Mittelmeerinseln und in Griechenland: Überall waren die sowjetischen Kommissionen tätig, mit Hilfe der englischen, amerikanischen, französischen, holländischen, belgischen, norwegischen, dänischen Behörden die antikommunistischen Russen aus den Millionenzahlen deutscher Gefangener auszulesen, abzusondern und ihrem furchtbaren Schicksal zu überliefern.

Am 12. August 1946 wurde Wlassow mit elf seiner nächsten Mitarbeiter in Moskau gehängt. Er hatte für die Befreiung Rußlands vom Bolschewismus gekämpft.

WIE ROOSEVELT DEUTSCHLAND
DEM BOLSCHEWISMUS AUSLIEFERTE

"Feldmarschall Viscount Montgomery führt in seinen Memoiren aus, die britisch-amerikanischen Armeen, die sich 1944/45 durch Italien nordwärts bewegten, hätten Österreich besetzen und Wien noch vor den Russen erreichen können, falls man seinem Rat gefolgt wäre. Wie Montgomery behauptet, haben die amerikanischen Militärstrategen den Russen in die Hände gespielt, indem sie Truppen aus Italien abzogen, um im August 1944 eine Invasion von Frankreich vom Süden her durchzuführen; dies sei einer der größten strategischen Fehler des Krieges gewesen." (AP)

Wenn man die deutsche Macht in Europa von Südosten her aufgerollt hätte und die amerikanisch-britischen Armeen von Bulgarien und Griechenland aus über Jugoslawien und Ungarn in das Herz Euro-

60


pas vorgestoßen wären, wäre den bolschewistischen Armeen dadurch ein Riegel vorgeschoben gewesen. Das Eindringen in die baltischen Staaten, in Polen, Rumänien, Ungarn, die ČSSR und in Deutschland wäre den Bolschewiken dadurch verwehrt und unmöglich geworden, und Europa wäre vor dem Würgegriff der Bolschewiken bewahrt geblieben.

Und wenn man schon — unverständlicher- und unverantwortlicherweise — Ost- und Südosteuropa, die baltischen Staaten, Polen, Rumänien, Bulgarien, Jugoslawien, Ungarn und die ČSSR den Bolschewiken preisgab, hätte man sie doch unbedingt wenigstens von Mitteleuropa fernhalten müssen. Man mußte die Städte Wien, Prag und Berlin vor den Bolschewiken besetzen. Man tat nicht einmal das, obwohl es ohne weiteres möglich gewesen wäre. Man gebot den amerikanisch-britischen Armeen Halt, um den bolschewistischen Armeen Zeit und Möglichkeit zu geben, diese Städte vor den westlichen Einheiten zu besetzen. Ungeheuerlich, unverständlich und unverzeihlich, eine tödliche politische Unterlassungssünde.

Der britische Feldmarschall Viscount Montgomery geißelt diese verhängnisvolle Politik der USA gegenüber den Bolschewiken in seinen Memoiren (List Verlag, 1958, S. 372 f.):

"Das Wichtigste war, sobald die deutschen Streitkräfte endgültig besiegt waren, dafür zu sorgen, daß wir in Europa zu einem politischen Gleichgewicht kamen, das uns — den westlichen Nationen — half, den Frieden zu gewinnen. Dazu war es notwendig, daß wir uns in den Besitz gewisser politischer Mittelpunkte in Europa setzen mußten, ehe dies die Russen taten — in erster Linie von Wien, Prag und Berlin. Wäre die oberste Leitung des Krieges von den politischen Führern des Westens richtig gehandhabt worden ..., so hätten wir alle drei Städte vor den Russen bekommen können. Aber was geschah? Die Möglichkeit, Wien vor den Bolschewiken zu besetzen, schwand dahin, als die Landung in Südfrankreich beschlossen wurde. Die Truppen dafür nahm man Feldmarschall Alexander in Italien weg und bremste dadurch seinen Vormarsch. Kein Wunder also, daß Stalin dem Plan der Landung in Südfrankreich begeistert zustimmte, bekam er doch dadurch die Gewißheit, daß seine Truppen vor den unseren in Wien sein würden.

Was Prag betrifft, so bekam die 3. Amerikanische Armee gegen Ende April die Weisung an der Westgrenze der Tschechoslowakei haltzumachen — aus Gründen, die ich nie verstanden habe. Als ihr schließlich dann im Mai doch erlaubt wurde, die Grenze zu überschreiten, bekam sie, wie Bradley in seinem Buch A Soldier's Story

61


berichtet, den Befehl, nicht über Pilsen hinaus vorzustoßen, 'weil die Befreiung der Tschechoslowakei der Roten Armee vorbehalten war'. Nach Bradleys Ansicht hätte Patton, wenn das Oberste Hauptquartier diesen Befehl nur etwas zurückgehalten hätte, 'wahrscheinlich in vierundzwanzig Stunden in Prag sein können'.

Berlin ging uns schon im August 1944 verloren, als wir es nach dem Sieg in der Normandie unterließen, einen vernünftigen Operationsplan aufzustellen.

Die Amerikaner konnten es nicht verstehen, daß es wenig nützte, den Krieg militärisch zu gewinnen, wenn wir ihn politisch verloren. Die Folgen dieses merkwürdigen Standpunktes haben wir vom Tage der deutschen Kapitulation an zu tragen gehabt und tragen sie heute noch ... Mir wurde schon im Herbst 1944 klar, daß die Art, wie man die Dinge anpackte, sich weit über das Kriegsende hinaus auswirken würde; ich hatte damals den Eindruck, daß wir auf dem besten Wege waren, unsere Sache zu 'verpfuschen' — und ich glaube, das taten wir."

Roosevelt erfüllte den Bolschewiken alle ihre Wünsche, weil sie ihm wichtig und unentbehrlich für die Verwirklichung seiner Rache- und Vernichtungspläne gegenüber Deutschland waren. So lieferte er nicht nur ganz Ost- und Südosteuropa der bolschewistischen Herrschaft aus; es entsprach auch seinen Racheplänen, daß Deutschland den bolschewistischen Horden preisgegeben und von ihnen überschwemmt werde. So spielte Roosevelt den Bolschewiken sowohl Wien wie Prag und Berlin in die Hände, was Montgomery und viele Einsichtige schon damals offen "als einen der größten Fehler des Krieges" bezeichneten.

Eisenhower war der letzte, der Roosevelt gegenüber seine warnende Stimme erhoben hätte, auch wenn er das Verhängnisvolle dieser Politik erkannt hätte. Eisenhower war das willfährigste und blinde Werkzeug für die Realisierung von Roosevelts Morgenthau-Racheplänen.

Noch am 15. September 1944 hatte Eisenhower in seinem Brief an den britischen Feldmarschall Montgomery geschrieben (Memoiren, S. 311):

"Unser Hauptziel ist selbstverständlich Berlin ... Meiner Ansicht nach besteht kein Zweifel darüber, daß wir alle unsere Energie und alle unsere Mittel für einen schnellen Vorstoß auf Berlin einsetzen müssen ... dazu die Gebiete der Ost- und Nordseehäfen Kiel, Lübeck, Hamburg, Bremen ... weiter die Gebiete von Hannover—Braun-

62


schweig und Leipzig—Dresden. Sie sind sowohl industriell als auch versorgungsmäßig von Bedeutung."

Als aber Roosevelt Berlin den Russen preisgab, stimmte Eisenhower diesem ebenso militärisch verhängnisvollen wie politisch wahnsinnigen Plan widerspruchslos sofort zu. Am 31. März 1945 sandte er folgenden Funkspruch an den überraschten Montgomery (Memoiren, S. 372):

"Sie werden bemerkt haben, daß ich Berlin überhaupt nicht erwähnt habe. Dieser Ort ist für mich nur noch ein geographischer Begriff, und ich habe für derlei noch nie Interesse gehabt."

Diese verhängnisvolle Sinnesänderung kommentiert Montgomery in seinen Memoiren mit den Worten:

"Es war zwecklos, diese Angelegenheit von mir aus weiterzuverfolgen. Wir hatten schon so viele Auseinandersetzungen über entscheidende Fragen gehabt; außerdem — es war dafür sowieso fast zu spät."

Wie anders würde die Lage in Europa heute aussehen, wenn nicht Haß, sondern politische Vernunft die Politik Roosevelts und die militärischen Aktionen Eisenhowers bestimmt hätten.

Es war nur ein Glück, daß es Montgomery, dessen Hirn weniger von Haß vernebelt war, mit einem Vorsprung von nur sechs Stunden gelang, wenigstens Dänemark und Schleswig-Holstein vor dem Zugriff der Bolschewiken zu retten.

"Schließlich gelang es uns dann doch noch, vor den Russen dazusein. Am 2. Mai erreichten wir die Ostsee bei Wismar und Lübeck und versperrten dadurch — mit einem Vorsprung von nur sechs Stunden — den Russen den Weg nach Dänemark und Schleswig-Holstein."
(Memoiren
, S. 374)

Wie verblendet die Vernichtungspolitiker in den USA auch nach dem Tod Roosevelts waren, zeigt ihr Verhalten nach der Kapitulation Deutschlands. Man hätte nun annehmen sollen, daß die Westmächte — nachdem sie das Eindringen der Bolschewiken in Deutschland, ins Herz Europas, so sehr begünstigt und ermöglicht hatten — nunmehr wenigstens jene deutschen Gebiete in der Hand behalten würden, die ihre Armeen zur Zeit der Kapitulation besetzt hielten.

Nicht einmal das taten die USA.

Die Engländer waren fest entschlossen, die von ihnen besetzten deutschen Gebiete als Faustpfand dafür in der Hand zu behalten, daß die Bolschewiken sich ihrerseits an ihre in Potsdam und Jalta übernommenen Verpflichtungen halten würden.

63


Aber schon beim ersten Zusammentreffen der vier Alliierten bei der Eröffnungssitzung des Berliner Kontrollrates am 5. Juni 1945 in Berlin forderte General Schukow als Vertreter der Bolschewiken energisch den Abzug der britischen und amerikanischen Armeen aus jenen deutschen Gebieten, die schon früher den Bolschewiken zugesagt worden waren.

Montgomery schreibt darüber in seinen Memoiren (S. 422 ff.):

"Schukow vertrat den Standpunkt, ... daß die westlichen Alliierten die Teile der russischen Zone, die sie noch besetzt hielten, den Russen zu übergeben hätten — mit anderen Worten, wir sollten uns sofort auf die Zonengrenzen zurückziehen, die auf der Jalta-Konferenz vereinbart worden waren. Während der Kämpfe in den letzten Wochen des Krieges waren die englischen und amerikanischen Truppen tatsächlich weit über diese Grenze nach Osten vorgestoßen. Ich wies darauf hin, daß vorher noch eine ganze Anzahl Überschneidungsfragen zu klären seien ... Anschließend suchte ich sofort Eisenhower in seiner Villa auf, um mit ihm über meine Unterhaltung mit Schukow und die Schwierigkeiten zu sprechen, mit denen wir nach Schukows Äußerungen rechnen mußten. Offenbar würde eine Zusammenarbeit mit den Russen erst möglich sein, wenn wir uns in unsere Zonen zurückgezogen hatten. Die Grenzen dieser Zonen waren schon am 22. September 1944 von der Europäischen Beratenden Kommission festgelegt und von den drei Regierungen gebilligt worden. Auf der Jalta-Konferenz hatten dann Churchill, Truman und Stalin am 11. Februar 1945 folgende Erklärung abgegeben:

'Nach dem vereinharten Plan werden die Truppen der drei Mächte getrennte Zonen in Deutschland besetzen. Für die gemeinsame Verwaltung und Kontrolle sieht der Plan eine gemeinsame Zentrale Kontrollkommission vor, die aus den Obersten Befehlshabern der drei Mächte mit dem Sitz in Berlin bestehen wird.'

Trotz dieser internationalen Absprachen betrachtete aber die britische Regierung die De-facto-Besetzung großer Teile der den Russen zugesprochenen Zone durch englische und amerikanische Armeen als wichtiges Faustpfand, um dafür von der Sowjetregierung eine befriedigende Lösung verschiedener noch offener Fragen einzuhandeln: unserer Politik gegenüber Deutschland und seiner Behandlung als wirtschaftliches Ganzes, des Polen-, Balkan- und Österreich-Problems sowie anderer damit zusammenhängender Fragen. In diesem Sinne war ich in London vor meiner Abreise nach Berlin instruiert worden. Ich wußte daher, daß der Premierminister [Churchill] größten Wert darauf legte, daß die englischen und amerikanischen Armeen an den

64


augenblicklichen, am Tage der Kapitulation erreichten Grenzen stehenblieben bis zu der bevorstehenden Konferenz der Regierungschefs in Potsdam, bei der diese und andere Fragen erörtert und geregelt werden sollten.

Ich wußte aber auch, daß die amerikanische Regierung anders darüber dachte. Obwohl auch sie gern eine Regelung der deutschen und österreichischen Probleme vor dem Abzug der amerikanischen Armee erreicht hätte, war sie nicht geneigt, weitere Fragen, wie die die Polen und den Balkan betreffenden, damit zu verquicken. Auch wollte sie keine Zusicherung geben, daß ihre Truppen bis zu dem Treffen der Regierungschefs stehenbleiben würden; sie hatte vielmehr erklärt, wenn die Russen auf einer sofortigen Durchführung des Zonenabkommens bestünden, wolle sie die Räumung nicht auf die lange Bank schieben.

All dies schien mir wenig erfreulich. Ich besprach die abweichenden Ansichten unserer Regierungen mit Eisenhower. Sein Standpunkt aber war, wir müßten das einmal gegebene Wort halten. Andernfalls würden wir uns jeder Möglichkeit berauben, zu einer freundschaftlichen Zusammenarbeit mit den Russen zu gelangen ... Auf der anderen Seite, sagte ich, sei ich natürlich an die Weisungen meiner Regierung gebunden. Wenn die Frage zur Sprache käme, würde ich daher erklären, es sei Sache der Regierungschefs, darüber zu entscheiden ...

Doch Schukow ließ keinen Zweifel darüber aufkommen, daß mit dem Aufbau des Kontrollapparates erst begonnen werden könne, wenn die englischen und amerikanischen Streitkräfte die von ihnen besetzten Teile der russischen Zone verlassen hätten. Bis dahin seien nicht einmal vorbereitende Arbeiten der Stellvertreter oder Stäbe möglich ...

Eisenhower stellte in seiner Schlußansprache fest, ... daß die Russen nicht bereit seien, in Kontrollratsdingen 'mitzuspielen', solange die englischen und amerikanischen Streitkräfte nicht in ihre Zonen zurückgekehrt seien ...

Eine zentrale Kontrolle und Verwaltung von Deutschland war damit vorerst unmöglich. Ich berichtete entsprechend meiner Regierung und fügte hinzu, meines Erachtens müßten wir uns sofort in die vereinbarten Zonen zurückziehen. Hätten wir Wien, Prag und Berlin vor den Russen genommen, was durchaus möglich gewesen wäre, so wäre unsere Stellung wahrscheinlich jetzt ganz anders gewesen. Aber so mußten wir jetzt — zum erstenmal — für unsere Unterlassungssünden büßen. Militärische Gründe dafür, zu bleiben, wo wir waren, gab es nicht, dagegen sprachen viele politische Gründe für den Abzug

65


der Truppen — zum mindesten der, daß wir sonst mit der gemeinsamen Verwaltung des eroberten Deutschland nicht einmal anfangen konnten.

Der Premierminister Churchill stimmte meiner Ansicht nicht zu; er war vielmehr, wie schon gesagt, der Meinung, wir sollten stehenbleiben, bis die Russen zugänglicher würden. Dabei erinnere ich mich an eine Unterhaltung mit Eisenhower über dieses Thema, als ich 1946 bei ihm in Washington zu Besuch war. Er war damals Chef des Generalstabes der amerikanischen Armee und ich der englischen. Bei nachträglicher Betrachtung meinte er, wären wir stehengeblieben, so hätten die Russen wohl schließlich nachgegeben; und hätten sie mit Gewalt versucht, uns hinauszuwerfen, so hätten wir eben mit ihnen kämpfen müssen."

DAS ENDE DER DEUTSCHEN WACHT GEGEN DEN OSTEN

Tief im deutschen Bewußtsein ist der Glaube an die deutsche Mission verankert, Europa vor dem Osten und den Osten vor sich selbst zu retten. In Jalta und Potsdam bewiesen die Alliierten ihre gänzliche Unfähigkeit, mit den Bolschewiken fertig zu werden. 700 Jahre deutsch-slawische Geschichte zeigen, daß allein die Deutschen die Russen verstehen, sie zu behandeln wissen und ihnen gewachsen sind.

Das deutsche Volk war es, das durch Jahrhunderte die Hauptlast der Verteidigung des Abendlandes und der abendländischen Kultur gegen die aus dem Osten eindringenden und anstürmenden Horden getragen und den höchsten Blutzoll in den schweren Kämpfen bezahlt hatte.

Das deutsche Volk hatte bis zum Schluß gehofft, daß man ihm, auch als Besiegten des Westens, erlauben werde, sich weiter gegen die aus dem Osten andrängenden Scharen des Bolschewismus zu verteidigen. Das war ja seit Anbeginn, seit dem Zusammenbruch des Römischen Reiches, die Aufgabe der Deutschen gewesen. Sie hatten gegen die Hunnen, die Awaren und die Magyaren standgehalten; sie hatten die Stürme der Mongolen, der Kumanen, der Tataren und der Kirgisen aufgefangen; sie waren vor den Türken nicht zurückgewichen. Sie hatten immer wieder die verwüsteten Gebiete aufgeräumt, in Ordnung gebracht und wieder besiedelt. Sie hatten eben nicht das Glück, in ferne, menschenarme Kontinente vorstoßen zu können.

66


In diesen Stunden höchster Not und Gefahr hoffte das deutsche Volk, daß man ihm gestatten werde, seine Heimstätten und Europa mit seinen Leibern gegen den herandrängenden Bolschewismus zu schützen. Der Westen, der über den Rhein vorrückte, war nicht gefährlich. Zum Westen gehörte man doch selbst; aber wenn der Osten, der Bolschewismus, ins Land kam, dann kam mit ihm das Grauen; dann wurde es ein anderes Land; dann kamen mit ihm andere Menschen, die alles zerstörten, was den Menschen des Westens das Leben lebenswert machte.

Man hat dem deutschen Volk diese Ehre, die Gnade, sich und Europa gegen den Bolschewismus zu verteidigen, nicht gewährt. Als Jodl und Keitel bei der Unterzeichnung der bedingungslosen Kapitulation zögerten, weil dies die Preisgabe von 20 Millionen deutschen Männern, Frauen und Kindern in Ostdeutschland an den Bolschewismus, an die Bolschewiken bedeutete, drohte Montgomery mit der unverzüglichen weiteren Ausradierung deutscher Städte; Eisenhower aber drohte, ganz Deutschland an die Bolschewiken auszuliefern.

Als dann das Unausdenkbare wirklich geschah, als die Millionen deutscher Soldaten und unübersehbare Heerscharen von Flüchtlingen, die nach dem Westen hetzten, in die Hand der Bolschewiken fielen, als die Leichen der Ermordeten, deutscher Männer und Kinder und geschändeter Frauen, die Donau, die Elbe, die Oder und die Weichsel hinabschwammen, da wußten die Deutschen, daß damit der Damm durchstoßen war, den das deutsche Volk durch mehr als 1000 Jahre gegen den Osten gehalten hatte, daß Roosevelt und Eisenhower damit dem allesverschlingenden Osten die Tore nach Europa weit aufgestoßen hatten und daß nun niemand mehr da war, der imstande war, Europa gegen den Bolschewismus erfolgreich zu verteidigen.

Deutschland versuchte vergeblich, noch im letzten Augenblick Europa vor dem Bolschewismus zu retten.

Ulrich Rudel berichtet in seiner Denkschrift zur "Wiederaufrüstung" (S. 14/15):

"In den letzten Monaten und Wochen des Krieges, als sich die Gefahr einer sowjetischen Invasion in das Herz Europas drohend klar abzeichnete, wurde bei der Masse des deutschen Heeres vom Mann bis zum höchsten Offizier ... angenommen, daß es den Deutschen gelingen würde, mit den westlichen Alliierten eine gemeinsame Front gegen die Rote Armee zu bilden. Es ist ... unwiderleglich bewiesen, daß mehrere maßgebliche deutsche Führer in solcher Richtung ihre Kräfte bis zur letzten Stunde eingesetzt haben, so z. B. Himmler, der sich außerdem bereit erklärte, im Falle einer Annahme die-

67


ses Vorschlages, sich als verantwortliche Person für die unter seinem Befehl als oberster Polizeichef begangenen 'Verbrechen' gefangenzugeben.

Von den westlichen Alliierten wurde dies verweigert. Nachdem es also unmöglich war, mit den Alliierten eine gemeinsame Fortsetzung des Kampfes gegen die Bolschewiken zum Schütze Europas zu erzielen, versuchte man von deutscher Seite aus, eine gesonderte Kapitulation nur gegenüber dem Westen zu erreichen. Auch diese Mühe war vergeblich. In letzter Instanz versuchte Jodl in Eisenhowers Hauptquartier in Reims wenigstens einen zeitlichen Aufschub — für Wochen, Tage oder sogar nur Stunden — für die Kapitulation im Osten zu bekommen. Eisenhower wies dies ab und hat die Bitte nicht einmal seiner Regierung zugeleitet. Es war Jodls Absicht, auf jene Weise unzählige Truppen des Ostheeres vor der Gefangennahme durch die Rote Armee zu schützen und gleichzeitig die Möglichkeit zu bekommen, Hunderttausenden von Flüchtlingen aus dem Osten Zuflucht und Sicherheit vor dem roten Zugriff bei den westlichen Alliierten zu ermöglichen. Jodls Bitte wurde abgelehnt ... Dabei fehlte den militärischen und politischen Führern der Alliierten in jenem Zeitpunkt keineswegs die Einsicht und Erkenntnis der roten Gefährlichkeit ... Denn sonst könnte ich [Rudel] es mir nicht erklären, daß beim Einsatz des von mir persönlich geführten Geschwaders die anglo-amerikanischen Jagdgeschwader nie eingriffen, wenn sie merkten, daß wir Kurs nach Osten nahmen ...

Es wurde von den westlichen Alliierten die gleichzeitige Kapitulation gegenüber der Gesamtheit der Alliierten einschließlich der Sowjetunion gefordert. In Montgomerys Hauptquartier wurde den Deutschen sogar klargemacht, daß eine nicht sofortige Annahme der Gesamtkapitulation zur Ausradierung einer weiteren stattlichen Anzahl deutscher Bevölkerungszentren durch die alliierte Luftwaffe führen würde. Unter diesen Umständen kapitulierte Deutschland gleichzeitig gegen den Westen und den Osten."

Maurice Carlavilla schreibt in seinem Buch Guerra (Verlag NOS, Madrid):

"Irrtum oder Verrat? Als der Krieg zu Ende war, waren Heer, Marine und Luftwaffe der USA und Englands eine so riesige Macht, daß demgegenüber die Rote Armee geradezu belanglos war. Dann aber wurde diese ungeheuerlichste Militärmaschine aller Zeiten desorganisiert und in wenigen Monaten mit eigener Hand zerstört. Diese Geschwader fliegender Festungen, die das Deutsche Reich niederwar-

68


fen, wurden nicht etwa in Reserve gehalten. Eine gute Ladung Dynamit in ihre Kanzeln, und die militärischen Flughäfen verwandelten sich in Flugzeugfriedhöfe. Aber man hatte so viel zu zerstören, daß die amerikanische Abrüstung bis zu Johnson, dem Nachfolger des 'verrückt gewordenen und liquidierten' Forrestal, dauerte ... Die britische und die französische Regierung imitierten die amerikanische bei der militärischen Selbstentwaffnung im gleichen Schritt und Tritt. Dazu kam die Preisgabe ganz Mitteleuropas und die teuflische Verfolgung der antikommunistischen Kräfte durch Entnazifizierung, Epuration und Ermordung der Faschisten in Italien und die Förderung der Linkselemente in ganz Europa."

DIE ZWEITE AMERIKANISCHE FRIEDENSTRAGÖDIE

Die USA forderten die bedingungslose Kapitulation des deutschen Volkes. — Sie waren damit verantwortlich für das Schicksal des deutschen Volkes, das sich bedingungslos in ihre Hand ergeben hatte.

Man kann entweder Frieden oder Rache, aber nicht beides zugleich haben.

Die Geschichte wird immer vom Sieger geschrieben; Niederlage ist der Beweis der Schuld.

In früheren Zeiten, als lebenserfahrene und geschichtskundige Staatsmänner die Geschicke Europas bestimmten, wurden auch nach den blutigsten und grausamsten Kriegen weise und kluge Frieden geschlossen. Die erfahrenen Staatsmänner von einst wußten nur allzu gut, daß Rache die teuerste Art der Vergeltung ist, daß Rache nichts bereinigt und nichts bessert, nicht aufbaut und nicht heilt, sondern nur neue Wunden schlägt und damit den Grundstein zu neuem Haß und neuer Rache legt. Wie grausam und häßlich immer die vorangegangenen Kriege gewesen sein mochten, man wußte aus jahrhundertealter Erfahrung, daß es nach einem gewonnenen Krieg ebenso wichtig ist, den darauffolgenden Frieden zu gewinnen, und daß dieser nur mit Mäßigung gewonnen werden kann.

Es gibt im Leben der Völker genauso wie im Leben der einzelnen Menschen bei gewissen Gelegenheiten nichts Weiseres und Klügeres als weise Mäßigung, wenn das Leben der Menschen und Völker nicht überhaupt zu einem endlosen Kampf aller gegen alle ausarten soll.

Schon der erste Weltkrieg wurde mit einem Diktatfrieden beendet, der jeder staatsmännischen Weisheit und Erfahrung ins Gesicht

69


schlug und zwangsläufig als unvermeidliche Folge zum zweiten Weltkrieg führen mußte.

Der zweite Weltkrieg aber war auch ein deutsch-jüdischer Krieg gewesen. Da ging es nach beendetem Krieg und errungenem Sieg nicht um einen versöhnenden Friedensschluß. Das Verlangen nach alttestamentarischer Rache brachte nach dem zweiten Weltkrieg jede Stimme der Vernunft und der Mäßigung zum Schweigen. Die Morgenthau-Leute triumphierten und diktierten. Ihnen ging es nicht um Frieden und Versöhnung, sondern einzig um Rache und um Vernichtung des Gegners.

ROOSEVELT LIEFERT DEUTSCHLAND DER RACHE
DER MORGENTHAU-LEUTE UND DER EMIGRANTEN
UND OSTDEUTSCHLAND DEM BOLSCHEWISMUS AUS

Die amerikanischen Armeen wurden bei ihrem Einrücken in Deutschland und Österreich von der Bevölkerung nicht als Feinde, sondern als die Bringer des sehnsüchtig herbeigewünschten Friedens mit aufrichtiger Sympathie als Freunde begrüßt. Die Sympathien für die USA und das den Amerikanern entgegengebrachte Vertrauen waren so groß, daß das deutsche Volk in jener Zeit Wachs in den Händen der USA war. Viele Deutsche träumten von einer engsten Verbindung mit den USA. Ungezählte Deutsche waren in den bösen und bitteren Tagen am Radioapparat gesessen und hatten sehnsüchtig von dem Tag vernommen, den die Dreimächteerklärung von Teheran ihnen verhieß, den Tag, "an dem alle Völker der Erde ein Leben in Freiheit führen werden, unbehindert von Tyrannei und im Einklang mit ihren unterschiedlichen Wünschen und ihrem Gewissen."

Je größer die Sympathie, je tiefer das Vertrauen in die USA gewesen war, desto furchtbarer und erschütternder war das Erwachen aus diesem schönen Traum. Alle während des Krieges von den USA immer wieder abgegebenen feierlichen Versprechungen erwiesen sich als Täuschung: keine von ihnen wurde eingelöst.

Die USA hatten vorgegeben und feierlich erklärt, nicht gegen das deutsche Volk, sondern nur gegen Hitler Krieg zu führen, und vernichteten dann das deutsche Volk. Alles Gerede von Humanität, Recht und Christlichkeit erwies sich als leere Phrase, als unwahr. Von den versprochenen und gerühmten drei amerikanischen "Freiheiten" war in Deutschland keine einzige zu finden.

70


Obwohl Japan als der unmittelbare Pazifik-Nachbar der größere und unmittelbare Feind der USA war, entwickelten sich die Dinge in Japan und Deutschland grundverschieden.

In Japan konnte General MacArthur sein Friedenswerk mit einem Stab objektiver, sachlicher Mitarbeiter durchführen, und Japan bekam auch bald seinen Friedensvertrag — an Japan war der Rachedurst der Morgenthau-Leute nicht interessiert.

Auf Deutschland aber wurde die Hölle losgelassen.

Deutschland wurde durch Roosevelt und seine Hintermänner in Jalta und Potsdam außerhalb jeder Völkergemeinschaft gestellt, und seine Bewohner, einschließlich der Frauen und Kinder, wurden vogelfrei erklärt.

Die wildesten Hasser Deutschlands, vor allem die Emigranten, wurden auf Deutschland losgelassen und als Fronvögte eingesetzt.

Fast allen Emigranten (unter ihnen ein ganz bedeutender Hundertsatz von Kommunisten) hatten die USA die Staatsbürgerschaft verliehen. 1945 kamen diese Emigranten als amerikanische Offiziere, Beamte oder sonstige Beauftragte der USA in allen möglichen Funktionen nach Deutschland. Eine Woge von Mitgefühl und brüderlicher menschlicher Verbundenheit schlug dort den Juden im Jahre 1945 von Seiten des deutschen Volkes entgegen. Die Mehrzahl der nach Deutschland zurückkehrenden Emigranten verstand dieses ungeheure Kapital weder zu schätzen noch auszuwerten. Fast alle waren blind vor Haß und verblendet von einem unstillbaren, alttestamentarischen wilden Durst nach Rache. Alle waren nur von einem Gedanken erfüllt: ihre abgrundtiefe Rache an Deutschland und dem deutschen Volk zu befriedigen.

Ausgestattet mit all den ungeheuren Machtmitteln der USA wüteten sie, Repräsentanten Amerikas, als erbarmungslose Rächer und Henker. Ein Inferno von Haß und Rache brach über Deutschland herein, und die Sympathien, die das deutsche Volk für die ehemals Verfolgten empfand, begannen um so rascher zu schwinden, je mehr die ehemals Verfolgten nun ihrerseits als erbarmungslose Verfolger zu wüten begannen; man kann billigerweise von keinem Volk verlangen, daß es seine Henker liebt.

Niemals hätte dieser gemarterte Erdteil dringender und mehr wirklicher Friedensengel bedurft als nach diesem Krieg. An Stelle von Friedensengeln aber sandten die USA ein Heer glühender Racheteufel nach Deutschland, jeder von ihnen bis zum Bersten erfüllt von orientalischem Haß und unstillbarem Rachedurst. Und diese Racheteufel beglichen ihre Rechnung an Deutschland nicht nur auf Heller

71


und Pfennig. Nach dem alttestamentarischen Vergeltungsprinzip und dem Prinzip der Sippenhaftung übten sie hundertfache Rache am gesamten deutschen Volk, und es ist ihre unverhüllte Absicht, diese hemmungslose und uferlose Rache bis ins zehnte Glied zu üben. Die Grausamkeit und Erbarmungslosigkeit, mit der man die harmlosen Parteimitglieder und das gesamte deutsche Volk auszurotten, hinzumorden, auszuhungern, auszutreiben, auszurauben und wirtschaftlich zu vernichten begann, war in allen Einzelheiten eine Verhöhnung der während des Krieges von den USA gepredigten Prinzipien der Humanität, des Christentums, ja der einfachen Vernunft, durch jene, die ihre Verteidiger und Kreuzritter zu sein vorgegeben hatten.

Das Schuldbuch, in dem die Einzelheiten dieses ungeheuerlichen Rachefeldzuges aufgezeichnet sind, soll — im Interesse der notwendigen endlichen Befriedung dieser unglücklichen Welt — besser verschlossen bleiben. Aber dieses Schuldbuch ist da und vermerkt für spätere Zeiten und kommende Geschlechter, was in diesen Jahren Ungeheuerliches am deutschen Volk geschah und wie die USA, nachdem sie den größten und vollständigsten Sieg im gewaltigsten Kampf erfochten hatten, den Frieden verloren und im Kampf um die Organisation des Friedens eine Niederlage erlitten haben, die an Größe und Folgenschwere die Bedeutung ihres Sieges übertreffen und diesen auslöschen wird.

Die USA hätten nach 1945 die Welt nach ihrem Willen gestalten können; Deutschland und das deutsche Volk wären ihnen mit Begeisterung gefolgt. Den USA aber, oder was damals im Namen des amerikanischen Volkes handelte, galt die im Morgenthauplan verkörperte Rachepolitik mehr als der Aufbau einer neuen, besseren Welt. Die USA schufen keinen Frieden, sondern lieferten das deutsche Volk einfach einer bestimmten Gruppe von haßerfüllten Rächern aus.

Dem deutschen Volk aber hat dieser Unfriede nur die Augen darüber geöffnet, daß auch die Amerikaner nicht das sind, was zu sein sie vorgaben.

Dem deutschen Volk hat dieser Unfriede die Augen darüber geöffnet, daß es ein Unsinn ist, an Recht und Gerechtigkeit, an Vernunft und Mäßigung, an christlichen Geist eines Mächtigen, eines Siegers, zu glauben. Dieser Unfriede hat das deutsche Volk gelehrt, daß es in der Geschichte eines Volkes keinen größeren Fehler gibt, als den, zu unterliegen.

72


ROOSEVELT, DER VATER DER EUROPÄISCHEN UND
ASIATISCHEN VOLKSDEMOKRATIEN, HAT EUROPA DEM
BOLSCHEWISMUS AUSGELIEFERT

"Die Weltgeschichte würde ihren Sinn verlieren, wenn Europa dem Bolschewismus in die Hände fiele. Es ist ein Schandfleck der Geschichte, daß ein System wie das bolschewistische zwanzig Jahre lang in Europa existieren konnte. Es ist eine Schande, daß die Bolschewiken durch andere Mächte unterstützt wurden."
(Pehr Evind Svinhufrud af Oalstad, Altpräsident von Finnland)

"Die größten Gegenspieler des zweiten Weltkrieges waren Josef Stalin und Adolf Hitler. Der Preis, um den sie kämpften, war die westliche Zivilisation. Hätte das antikommunistische Deutschland gesiegt, so wäre heute die Grenze der westlichen Zivilisation an der Wolga. Die Niederlage Deutschlands brachte die asiatischen Horden Sowjetrußlands über das halbe Europa. Aber die Folgen der deutschen Niederlage waren noch viel weitgehender. Die deutsche Niederlage pflasterte den Weg für Jalta und die Ausdehnung der bolschewistischen Herrschaft. Über eine Milliarde Asiaten ... das sind die Früchte unseres 'heiligen Kreuzzuges' gegen Deutschland."
(Aus The American Nationalist)

"Wir haben die Sowjets sozusagen eingeladen, ihre Macht auf die freien Völker Osteuropas auszudehnen. Wir zogen unsere Armee aus Tausenden von Quadratkilometern hart umkämpften Bodens zurück und erlaubten so die Aufpflanzung der roten Fahnen auf den Wällen von Berlin, Wien und Prag, Hauptstädten der westlichen Zivilisation. Wir erlaubten in kopfloser Weise die Umschließung Berlins ... Wir überließen den Sowjets zur Sklavenarbeit Hunderttausende von deutschen Kriegsgefangenen."
(Aus einer Rede des amerikanischen Generals MacArthur)

In Roosevelts Verrat an Europa, in die Überlassung so weiter Teile Ost- und Mitteleuropas an die sowjetische Herrschaft durch ihn und in die Zulassung der Massenaustreibungen von Deutschen aus den Satellitenstaaten durch ihn bringt auch eine Äußerung Roosevelts zu Kardinal Spellman einiges Licht. Diese Äußerung überliefert uns Robert J. Gannon in seiner Biographie Kardinal Spellmans. Danach habe sich Roosevelt zu Spellman folgendermaßen geäußert:

"Den Europäern bleibe nichts anderes übrig, als die sowjetische Herrschaft zu ertragen in der Hoffnung, daß sie sich in zehn oder zwanzig

73


Jahren daran gewöhnt haben werden. Während dieser Zeit haben die Europäer die große Aufgabe, die Russen dahin zu bringen, weniger barbarisch zu sein. Um des guten Zusammenlebens willen müßten sich die Europäer allerdings an Rußland anpassen; denn die Sowjetunion werde mit vollem Einverständnis der USA die maßgebliche Macht in Europa sein, wohingegen sich die USA mehr um den pazifischen Raum und die Engländer um Afrika zu kümmern hätten."

Mitte Oktober 1944 kamen Churchill und Eden mit Stalin und Molotow zusammen. Über die Ergebnisse der dabei geführten Verhandlungen berichtete Churchill am 15. Dezember 1944 dem britischen Unterhaus:

"Ich bin nicht der Ansicht, daß die in Aussicht genommene neue Regelung der Grenzen Polens nicht solide und zufriedenstellend ist ... Bei der Abtretung von halb Polen an die UdSSR müsse man dafür in Betracht ziehen, daß die UdSSR dieses Land mit Billigung und Zustimmung der Vereinten Nationen nehme und daß es dafür den Polen freigestellt sei, ihr Staatsgebilde, soweit Rußland und England in Frage kommen, nach ihrer Wahl und ihrem Belieben auf Kosten Deutschlands nach dem Westen auszudehnen. Polen werde im Norden ganz Ostpreußen, südlich und westlich von Königsberg, einschließlich Danzig erhalten, eine der prächtigsten Städte der Welt, die schon durch Jahrhunderte berühmt und ein großer Handelsumschlagplatz für die ganze Welt sei. Statt eines stets bedrohten und künstlichen Korridors, den man mühsam nach dem letzten Krieg errichtet hatte, werde sich Polen nunmehr auf eine Grenze von 200 Meilen an der Ostsee erstrecken. Diese Gebietsausdehnung ist von hoher Bedeutung und findet die Unterstützung Großbritanniens. Die Polen werden gesunde und lebenskräftige Gebiete mit hochentwickelter Industrie an Stelle der an Rußland abgetretenen Gebiete erhalten."

Im Februar 1945 kamen die großen Drei in Jalta auf der Krim zusammen. Roosevelt bewilligte Stalin alles, was dieser wünschte: die Verschiebung Polens nach dem Westen auf Kosten Deutschlands, die Austreibung der Deutschen aus dem Osten, die Abtretung der Mandschurei und alles andere, was Stalin sonst noch verlangte.

Am 27. Februar 1945 bekannte Churchill vor dem britischen Unterhaus: "Darüber hinaus sind die drei Mächte jetzt dahin übereingekommen, daß Polen im Norden und im Westen wesentlichen Gebietszuwachs erhalten soll. Wir brauchen nicht zu fürchten, daß die Aufgabe, die neue Grenzlinie zu halten, sich als zu schwer für Polen erweisen oder

74


eine neue deutsche Revanche heraufbeschwören wird oder, um eine landläufige Phrase zu gebrauchen, die Saat für künftige Kriege in sich tragen werde. Wir gedenken weitaus drastischere und wirksamere Maßnahmen als nach dem letzten Krieg zu ergreifen, weil wir jetzt mehr von diesem Geschäft verstehen, so daß ein offensives Vorgehen von seiten Deutschlands auf Generationen hinaus gänzlich unmöglich gemacht werden wird."

DER AUFSTIEG DES BOLSCHEWISMUS ZUR WELTMACHT

Wenn die USA nicht in den Krieg eingetreten wären, wäre Rußland heute befriedet, und es gäbe dort keinen Kommunismus mehr.

"Der erste Weltkrieg brachte den Sieg des Bolschewismus in Rußland; der zweite Weltkrieg wird Europa dem Bolschewismus ausliefern."
(Lenin)

So war es dank den USA in der Tat. Ohne den ersten Weltkrieg wäre es zu keinem bolschewistischen Rußland gekommen. Im Wege der fortschreitenden Entwicklung wäre es auch in Rußland — wie in allen Ländern mit friedlicher Entwicklung — schrittweise zu immer umfassenderen sozialen Reformen gekommen, und die Katastrophe des Bolschewismus wäre vermieden worden.

Der zweite Weltkrieg setzte das verhängnisvolle Werk des ersten Weltkrieges fort. Mit der entscheidenden Unterstützung Englands und der USA festigte sich in Rußland der Kommunismus, der ohne diese Unterstützung durch Deutschland zerschlagen worden wäre.

Über die menschliche Katastrophe, die ein Sieg des Kommunismus über die Welt bedeuten würde, braucht man heute wohl kein Wort mehr zu verlieren. Er macht die Menschen zu rechtlosen Staatssklaven, zu seelenlosen Arbeitsmaschinen; er bedeutet den Tod jeder Persönlichkeit und Menschenwürde; er bedeutet die Zertrümmerung jeder gesunden Wirtschaft. Nur ein Zusammenschluß aller freien Menschen und Völker unter Hintansetzung alles dessen, was sie sonst trennen könnte, zur gemeinsamen Abwehr dieser tödlichen Gefahr kann die freie Welt vor dem Bolschewismus retten.

Roosevelt war völlig in den Händen des amerikanischen Judentums, dem es vor allem um Rache ging und das die Welt lieber der Gefahr aussetzte, bolschewistisch zu werden, als auf seine Rache an Deutschland zu verzichten. Er war blind gegenüber der Weltgefahr des Bolschewismus.

75


Die USA unterstützten die Bolschewiken mit über 10 Milliarden Dollar an Kriegsmaterial; das ermöglichte dem Bolschewismus nicht nur, den deutschen Angriff abzuwehren, der dem Bolschewismus ein Ende gemacht hätte, es gab ihm auch die Möglichkeit, seine Machtstellung in Europa und in Asien in einer Weise auszubauen und auszudehnen, daß es nach dem zweiten Weltkrieg mit aller Aussicht auf Erfolg an die Eroberung der Welt gehen konnte. Ein Sieg des Bolschewismus in der Welt würde aber ein Ende jeder Freiheit bedeuten, würde die Zerstörung alles dessen bedeuten, was uns heute noch das Leben lebenswert macht. Für das amerikanische Judentum allerdings würde ein Sieg des Kommunismus in den USA nichts bedeuten; er würde ihre Vormachtstellung in den USA nicht ändern, sondern vielleicht sogar noch festigen und verstärken. Das amerikanische Judentum würde in einem kommunistischen Amerika dieselbe — wenn nicht noch eine viel größere — Rolle spielen, wie heute in den freien bürgerlichen USA.

EIN ERSCHÜTTERNDES DOKUMENT

Im folgenden der Glückwunsch Georgs VI., Königs von Großbritannien und Irland, an den obersten Bolschewiken, den Vorsitzenden des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR, M. I. Kalinin:

"Im Namen meines ganzen Volkes wende ich mich mit großer Freude, Herr Präsident, durch Sie ... an das Sowjetvolk anläßlich dieses unvergeßlichen Geschehens. Endlich, nach so vielen Jahren heldenhafter Anstrengungen und heroischer Opfer, haben die vereinten Kräfte der verbündeten Nationen endgültig und unwiderruflich die abscheuliche Macht Hitlerdeutschlands niedergeworfen. Dadurch haben unsere Armeen den gequälten Völkern ganz Europas die Freiheit gebracht. Im Laufe dieser Kampfjahre haben unsere Völker eine neue Freundschaft gegründet, welche praktisch durch den im Juni unterzeichneten Anglo-Sowjetischen Vertrag über Bundesgenossenschaft und Zusammenarbeit nach dem Krieg verankert wurde. Ich hoffe, daß unserer Freundschaft in Kriegszeiten ein noch engeres Einvernehmen und Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Völkern in den kommenden Friedensjahren folgen wird. An diesem Tag weilen unsere Gedanken besonders bei denen, deren schwere Verluste und Opfer den Triumph der gerechten Sache möglich gemacht haben. Möge uns ihr Andenken mahnen, keine Kräfte für den Bau jener besse-

76


ren Welt zu schonen, für die sie kämpften und fielen. Der Sieg und die Befreiung der Welt wurden dank der engen Zusammenarbeit der UdSSR, der USA und der britischen Völkerfamilie erreicht. Damit unsere Zusammenarbeit weiter bestehe, ist es notwendig, ein Fundament des ehrlichen, gerechten und festen Friedens zu schaffen. Ich sende Ihnen ... meine heißen Grüße und Glückwünsche und begrüße durch Sie die ruhmreiche Rote Armee, Marine und das starke Sowjetvolk, dessen unentwegte Standhaftigkeit und wunderbares Heldentum so viel zum Sieg der Vereinten Nationen beigetragen haben.

Georg, König und Imperator"

ROOSEVELT UND DIE BOLSCHEWIKEN

Während des Krieges überließ Roosevelt den Bolschewiken Waffen und Kriegsmaterial im Werte von 10 Milliarden Dollar; nach dem Krieg überließ er in Jalta den Bolschewiken alles, was sie nur wünschten.

Die USA überlieferten der Herrschaft der Bolschewiken die deutsche Sowjetzone (107.000 km2 und 17 Millionen Menschen), Polen und Ostpreußen (624.300 km2 und 24 Millionen Menschen) und in Asien 12 Millionen km2 und 550 Millionen Menschen.

Entsetzen erfaßte die freie Welt, als diese Politik Roosevelts zu ihrer Kenntnis kam und sie ihre verhängnisvolle Tragweite immer mehr erkannte.

1947 schrieb der Amerikaner Georg Sokolsky:

"Es läßt sich nicht länger in Abrede stellen, was seit Jalta Tatsache ist: daß nämlich die USA im zweiten Weltkrieg von der mit ihnen verbündeten UdSSR besiegt worden sind."

Der Australier Chester Wilmot schrieb in The Struggle for Europe (Der Kampf um Europa):

"Roosevelt war für Stalin die leichteste Beute, die dieser jemals erlegte. Was Hitler Stalin versagt hatte, warf ihm Roosevelt mit vollen Händen in den Schoß. Der Marsch der amerikanischen Armeen auf Berlin, Prag und Wien wurde durch Roosevelt verhindert."

John Flint schrieb in The Roosevelt Myth (New York 1948):

"Stalin brauchte nur fest zu bleiben; er brauchte nur Wünsche zu äußern. Roosevelt legte ihm alles in den Schoß (die Verschiebung Polens nach dem Westen, die Austreibung der Deutschen aus dem Osten, die Abtretung der Mandschurei und alles, was er sonst be-

77


gehrte) in der Hoffnung, Stalin damit für die amerikanischen Ideale zu gewinnen."

Außer der ganzen modernen Industrieeinrichtung Mandschukuos überlieferte Roosevelt die Insel Sachalin und die ganze Kurilen-Inselkette den Bolschewiken. Die Rote Armee ist dadurch kaum 20 km und nur wenige Flugminuten von Japan entfernt. Sachalin ist auch der große geschützte Flugzeugträger nicht nur gegen Japan, sondern auch gegen Kanada und Nordamerika. Schon 1950 waren mehr als 700 Maschinen dort stationiert.

Bullit, der frühere Botschafter der USA in Moskau, warnte Roosevelt eindringlich vor seiner russischen Politik. Roosevelt, ein völliger politischer Narr in Christo, hatte überhaupt keine Ahnung von dem Totalitätsanspruch des Kommunismus. Er antwortete Bullit:

"Bill, ich bestreite weder die von Ihnen vorgelegten Tatsachen noch ihre Logik. Aber ich habe das Gefühl, daß Stalin nicht zu dieser Sorte von Menschen gehört und daß er keinen anderen Wunsch hat als den nach Sicherheit für sein Land. Ich werde ihm alles geben, was nur möglich ist. Ich werde keine Gegenleistung von ihm verlangen. Ich denke, daß er dann, nach dem Grundsatz 'Noblesse oblige' keinen Versuch machen wird, irgend etwas zu annektieren, und mit mir für eine Welt der Demokratie und des Friedens arbeiten wird."

Und als Bullit trotzdem weiter warnte, sagte Roosevelt:

"Bill, es ist meine Verantwortung, und nicht Ihre! Ich werde mein großes Spiel spielen."

Zu den ersten Aktionen Stalins nach dem Grundsatz "Noblesse oblige" gehörte es, daß er aus den von ihm besetzten Gebieten alle Kommunistengegner nach Sibirien verschleppen ließ: Aus Polen und der Ukraine 1,5 Millionen Menschen; 60.940 Esten; 60.000 Letten; 70.000 Litauer; dazu aus Ostdeutschland an die 2 Millionen Männer und Frauen als Zwangsarbeiter.

Der Haß Roosevelts gegen Deutschland machte ihn blind dafür, was die Tatsachen seit Jahrzehnten über die bolschewistische politische Praxis und Staatsmoral lehrten.

Genauso blind war Churchill.

Schon am 21. Februar 1943 hatte General Franco einen Brief an Churchill gerichtet, in dem es hieß:

"Unsere Beunruhigung über den bolschewistischen Vormarsch wird nicht nur von anderen neutralen Völkern geteilt, sondern auch von allen Menschen in Europa, die nicht die Fähigkeit klarer Überlegung

78


verloren haben. Der Kommunismus ist eine ungeheure Gefahr für die Welt. Jetzt, wo er durch die siegreichen Armeen einer Weltmacht unterstützt wird, müssen alle, die nicht blind sind, erschrecken ... Wenn der Kriegsverlauf so weiter geht, dann ist es klar, daß die russischen Armeen bis tief in das deutsche Gebiet vordringen werden.

Wenn das geschieht, dann wird die eigentliche Gefahr für Europa darin bestehen, daß ein Sowjetdeutschland entsteht, das an Rußland seine Kriegsgeheimnisse, seine Ingenieure, seine Techniker, seine Spezialisten abgibt und dadurch Rußland in die Lage versetzt, ein ungeheures Weltreich vom Atlantik bis zum Pazifik zu schaffen.

Unserer Meinung nach wird sich die russische Gefahr, die schon bisher infolge ihres totalitären Kommunismus und ihrer gewaltigen militärischen und industriellen Macht die Hauptgefahr für Europa war, noch weiterhin gewaltig steigern. Und wir fragen: Gibt es dann noch irgendeine Macht in Mitteleuropa, diesem Mosaik von Nationen und Rassen, ohne Zusammenhalt und ohne Einheit, ruiniert und verelendet durch Krieg und Besetzung, die in der Lage wäre, die ehrgeizigen Pläne Stalins abzuwehren? Doch augenscheinlich nicht!

Man kann mit Sicherheit damit rechnen, daß nach Krieg und Besetzung der Kommunismus in allen diesen Nationen die Herrschaft übernehmen wird. Aus diesem Grund betrachten wir die Lage für überaus ernst, und wir wenden uns an den guten Instinkt des englischen Volkes, daß es sich über die Sachlage klarwerden soll: Wenn erst Rußland Deutschland übernommen hat, dann kann nichts und niemand mehr dieses Rußland aufhalten. Wenn Deutschland nicht existieren würde, dann müßten die Europäer ein Deutschland ins Leben rufen. Denn es ist einfach lächerlich, zu glauben, daß Deutschlands Stelle durch eine Föderation von Litauern, Polen, Tschechen und Rumänen ersetzt werden könnte, eine Föderation, die sich zudem sehr rasch in einen Bund von Sowjetstaaten verwandeln würde."

Churchill ließ Franco durch den englischen Botschafter in Madrid, Sir Samuel Hoare, am 25. Februar 1943 antworten:

"Ich kann die These nicht annehmen, daß Rußland für das Nachkriegseuropa eine Gefahr darstellt ...

Ich hoffe, Ihnen beweisen zu können, daß Ihre Befürchtungen ohne jede Grundlage sind. Ebenso weise ich den Gedanken zurück, Rußland könne nach Abschluß der Kämpfe eine politische Kampagne gegen Westeuropa starten.

Sie sagen, daß die eigentliche Gefahr für Europa im Kommunismus

79


besteht, daß ein russischer Sieg den Vormarsch des Kommunismus in andere Länder Europas zur Folge haben würde und daß dies die Zerstörung der europäischen Zivilisation und der christlichen Kultur bedeuten würde. Unsere Auffassung ist die gerade entgegengesetzte! ... Glauben Sie wirklich, daß eine einzige Nation stark genug sein würde, um Europa nach diesem Krieg zu beherrschen? Gerade Rußland ist mehr als alle anderen Nationen gezwungen, sich dem Wiederaufbau in größtem Maße zu widmen, und bedarf dazu der Hilfe Englands und der USA. Rußland nimmt bei dem Kampf um den Sieg keine führende Rolle ein ... Den Sieg werden die Alliierten gemeinsam erringen. Nach Kriegsende werden große amerikanische und englische Armeen den Kontinent besetzen. Sie werden aus erstklassigen Soldaten bestehen und nicht, wie die russischen Einheiten, angeschlagen und erschöpft sein. Ich wage zu prophezeien, daß die Engländer die kraftvollste Militärmacht auf dem Kontinent sein werden. Der britische Einfluß auf Europa wird ebenso stark sein wie in den Tagen nach dem Sturz Napoleons. Gestützt auf unsere militärische Stärke, wird unser ganzer Einfluß in Europa spürbar sein."

Wie wenig Churchill die bolschewistische Gefahr erkannte und wie milde er die Bolschewiken beurteilte, zeigt seine Meinung über das Abschlachten der russischen Intelligenz. Im Jahre 1937 verteidigte er dieses Abschlachten. Er nannte es "eine erbarmungslose, aber vielleicht nicht unnötige politische und militärische Säuberung in der Sowjet-Republik".

Dr. Malan warnte im südafrikanischen Parlament im April 1944:

"In England und den USA scheint man aber völlig vergessen zu haben, daß man früher einmal in Deutschland das einzige Bollwerk gegen den Bolschewismus erkannte und der Sowjetunion gegenüber Feindseligkeit an den Tag legte. Was aber ist die Folge, wenn Deutschland, das einzige Bollwerk gegen den Bolschewismus, in diesem Krieg unterliegt?

Die bolschewistische Ideologie durchdringt dann tief den europäischen Kontinent und lahmt sowohl den Nationalismus wie die Einheit anderer Länder. Ganz Europa liegt, wenn die Alliierten siegen, für die Sowjets offen da.

Die Sowjetunion wird im Falle eines alliierten Sieges eine Position in Europa einnehmen wie bisher in der europäischen Geschichte noch kein anderes Land."

Am 27. Februar 1945 rechtfertigte Churchill seine Politik gegen Deutschland und für die UdSSR wie folgt:

80


"Wir lassen uns bei diesem Problem von dem Grundsatz leiten, daß wir jeden unterstützen, der während des Krieges einen Hunnen töten kann, während wir nach Beendigung des Friedens auf freie demokratische Wahlen hinarbeiten. Von der Krim und den früheren Zusammenkünften habe ich den Eindruck mitgebracht, daß Marschall Stalin und die übrigen sowjetischen Staatsmänner sich durch ihr Wort gebunden fühlen. Keine Regierung steht, auch wenn es auf ihre eigenen Unkosten geschieht, mehr zu ihren Verpflichtungen als gerade die Sowjetregierung. Ich lehne es hier absolut ab, in eine Diskussion einzutreten über die Glaubwürdigkeit der Russen. Von diesen Dingen hängt zweifellos die Zukunft der Welt ab. Dunkel wäre es um das Schicksal der Menschheit bestellt, wenn es zu einem Zwiespalt der westlichen Demokratien mit der UdSSR kommen würde ...

Der in der Krimkonferenz gefaßte — Polen betreffende — Beschluß ... legt die übereinstimmenden Ansichten der drei Alliierten dar und gibt ihrem gemeinsamen Wunsch Ausdruck, daß ein starkes, freies und unabhängiges Polen im Zusammenwirken mit Polen selbst geschaffen wird ... Polen wird Herr im eigenen Hause sein. Es wird so frei sein wie wir in England oder wie die Völker in Frankreich und Amerika. Seine Souveränität wird unangetastet bleiben. Es wird nicht lediglich zu einem Protektorat der Sowjetunion werden, das gegen seinen eigenen Willen durch bewaffnete Mehrheit zur Annahme des Kommunismus oder eines totalitären Systems gezwungen wird. Marschall Stalin und die Sowjetunion haben in feierlichster Weise erklärt, daß die Souveränität und Unabhängigkeit Polens gewahrt bleiben soll. Dieser Erklärung haben sich Großbritannien und die USA angeschlossen."

Am 24. Februar 1945 erklärte Eden vor dem Unterhaus:

"Aus der Debatte klang vielfach die Furcht heraus, die UdSSR träume siegestrunken auch von der Beherrschung Europas. Das ist das ständige, unerschöpfliche Thema der deutschen Propaganda. Das bolschewistische Gespenst war das Thema vor dem Krieg, und Hitler machte guten Gebrauch davon."

Die gleiche mangelnde Voraussicht und fehlende Einsicht in der Frage der bolschewistischen Gefahr zeigten auch andere einflußreiche Engländer.

Lord Beaverbrook, englischer Zeitungsmagnat, Mitglied der Konservativen Partei, sagte in seiner Oberhausrede am 3. Jänner 1943:

"Es gibt einige wenige Narren, die glauben, daß ein russischer Sieg eine Gefahr für das Britische Empire darstellen würde. In der Tat

81


aber können wir uns keinen Sieg vorstellen, der uns mehr Glück, größere Freude und einen besseren Trost bringen würde als der vollständige Triumph Rußlands in Europa, und zwar so bald als möglich. Ganz England ist entschlossen, auch nach dem Krieg mit Rußland befreundet zu bleiben."

Simon Harcourt-Smith schrieb in einem Aufsatz in der Daily Mail am 19. Februar 1944:

"Wo immer auch die Bolschewiken haltmachen mögen, an der Weichsel, der Oder oder bei Calais, in ihren Händen wird die Zukunft Europas liegen ... Die sowjetrussische Vorherrschaft, wenn nicht über den ganzen Kontinent, so doch mindestens in Ost- und Mitteleuropa, ist seit langem unvermeidlich. Wir begrüßen dies. Wir sind der Auffassung, daß Finnland, Ungarn, Rumänien und Bulgarien das Schicksal, welches die Sowjets ihnen zugedacht haben, in reichem Maß verdienen."

Und in der Monatsschrift Life pries ein "Fachmann" in einer "Sondernummer über die Beziehungen der USA zur UdSSR" am 26. März 1943:

"Die Sowjetunion ist gleich den USA ein ungeheurer Schmelztiegel. Die Bolschewiken sehen aus wie Amerikaner, kleiden sich wie Amerikaner und denken wie Amerikaner.

Lenin ist vielleicht der größte Mann unserer Zeit. Er hat die Revolution zu einem sinnvollen Vorgang gemacht und ihr viel von der Ungezügeltheit der Französischen Revolution genommen."

Und der Botschafter der USA in Moskau, Admiral Standley, hielt am 23. Juni 1943 bei der Überreichung US-amerikanischer Auszeichnungen an bolschewistische Soldaten im Kreml folgende denkwürdige Rede:

"Die Ziele und die Politik der Sowjetunion stimmen sowohl im Krieg als auch im Frieden mit dem überein, was wir uns alle anständigen Nationen von Herzen wünschen. Die Sowjetunion hat den beneidenswerten Ruf, ihr gegebenes Wort zu halten."

Erst nach 1945 erwachten Engländer und Amerikaner allmählich aus ihrem Traum zur fürchterlichen Wirklichkeit der Folgen ihrer Politik gegenüber der Sowjetunion.

Bei der Feier des amerikanischen Unabhängigkeitstages am 5. Juli 1950 legte Churchill ein spätes Einbekenntnis ab:

"Allein die Briten und Amerikaner waren es, die verhinderten, daß Hitler Stalin hinter den Ural zurücktrieb."

82


In seiner Rede am 14. November 1957 machte Eisenhower ein leider um zwei Jahrzehnte verspätetes Geständnis. Er sagte:

"Hinsichtlich der Gefahren, die den freien Menschen in aller Welt durch den Bolschewismus drohen und die Aufrüstung der USA mit den modernsten Waffen erforderlich machen, hat man die seinerzeitigen Warnungen Hitlers weithin nicht verstanden."

Bitter beklagte Hitler gegenüber Oberst Skorzeny (Otto Skorzeny, Geheimkommando Skorzeny, Hansa Verlag Josef Toth, Hamburg 1950, S. 254):

"Sie wollen nicht sehen, daß Deutschland für Europa kämpft und sich für Europa verblutet, um Asien den Weg nach Europa zu versperren."

Und Fürst Borghese, Kommandeur der italienischen X. MAS-Flottille, bekannte Mitte Juni 1944 (Skorzeny, ebenda, S. 193):

"In diesem Kriege kämpft das wahre Europa gegen Asien. Wenn Deutschland fällt, fällt das eigentliche Herzstück Europas. Deshalb bin ich, als Italiener, bereit, mit meinen Männern mit Ihnen zu kämpfen, und sei es zuletzt vor den Toren Berlins. Die westlichen Alliierten, die jetzt mithelfen, Deutschland zu zerschlagen, werden dies noch einmal bereuen."

Einiges Licht auf die Haltung Roosevelts wirft die Tatsache, daß sein Fachberater in Jalta, wo Roosevelt ganz Osteuropa und Ostasien Stalin und dem Bolschewismus auslieferte, der später als Sowjetspion entlarvte amerikanische Jude Alger H. Hiss war.

Die Jalta-Dokumente wurden vom State Departement der USA zur Veröffentlichung durch die New York Times freigegeben. Diese brachten sie in einer Sonderausgabe vom 17. März 1955 heraus.

Andreas Sawchuk, Sohn sowjetrussischer Einwanderer in den USA, war Dolmetscher auf amerikanischer Seite bei der Konferenz von Jalta. Er berichtet:

"Jalta war eines der monumentalsten alkoholischen Gelage der Weltgeschichte ... Die Tische waren stets mit Wein-, Sekt- und Wodkaflaschen bedeckt, ... ich sah, wie mehr als ein hoher Beamter des State Departements im Zustand völliger Trunkenheit abgeführt wurde. Stalin füllte sein Wodkaglas jedesmal, wenn er es zur Hälfte geleert hatte, mit Wasser auf."

William Henri Chamberlin schreibt über die Konferenz von Jalta in seinem Buch America's Second Crusade (Amerikas zweiter Kreuzzug), S. 176:

83


"In dem schmutzigen Handel von Jalta gibt es auch nicht einen lohnenden Beitrag zur Wiederherstellung Europas, nur nackte imperialistische Machtpolitik schlimmster Art. Der hier vorbereitete Rachefrieden, der Versailles noch übertraf, versprach wenig für den Wiederaufbau Europas."

Und an anderer Stelle:

"Es war eine Illusion, daß die USA sich durch Nazideutschland bedroht fühlen konnten; es war eine Illusion, daß Hitler das britische Reich zerstören wollte; es war eine Illusion, daß China ein friedliches Reich des Ostens werden könnte; es war eine Illusion, daß eine mächtige Sowjetunion ein Friedensfaktor in einem geschwächten europäisch-asiatischen Komplex sein könnte."

STIMMEN AUS AMERIKANISCHEN ZEITUNGEN

30. Oktober 1947:

"In Deutschland entscheidet sich das Schicksal Europas — in China entscheidet sich das Schicksal Asiens! Wenn Deutschland in die Hände Stalins fällt, wird ganz Europa in seine Hände fallen. Wenn China in die Hände Stalins fällt, wird ganz Asien — früher oder später — in seine Hände fallen.

Und in beiden Fällen gilt die Prophezeiung Bullits: 'Die Unabhängigkeit Amerikas wird diese Entwicklung nicht eine Generation lang überdauern.'"

William C. Bullit, der ehemalige amerikanische Botschafter in London, schrieb in einem Aufsatz in der Zeitschrift Life am 13. Oktober 1947:

"Die Durchführung der sowjetischen Politik wurde durch einen unvorstellbaren Fehler Roosevelts im Schanddokument von Jalta ermöglicht ...

Zu keiner Zeit ist von einem Präsidenten der USA ein mehr unnötiges, ein mehr schädliches, ein mehr mit schicksalsschweren Möglichkeiten belastetes Aktenstück unterzeichnet worden als die Akte von Jalta."

W. H. Chamberlin in Human Events vom 17. Dezember 1947:

"Wilson kämpfte wenigstens für seine 14 Punkte. Roosevelt gab die Atlantikcharta und die vier Freiheiten ohne eine Spur von Protest

84


preis. Sind wir jemals moralisch so tief gesunken, als da wir den Morgenthauplan für die Behandlung Deutschlands annahmen und zu den Massendeportationen, selten an Brutalität erreicht, schwiegen? ... Der Totalitarismus, den wir bekämpften, wurde zerstört. Ein neuer, viel gefährlicherer, weil verführerischer für die Massen, ist an seine Stelle getreten. Die Gefahr mag vorübergehen, aber der Betrug, den wir hinnahmen, wird die Blätter amerikanischer Geschichte für immer beflecken."

Freda Utley schrieb 1948:

"Amerika war 1945 fast so allmächtig wie Gott. Es hätte Deutschland und Europa nach seinem Willen formen können. Heute hat es sein Pfund vertan. Es hat, um Deutschland zu besiegen, das ihm nichts in den Weg legte, das bolschewistische Rußland groß und übermächtig gemacht. (Es hat den Sowjets im "lend and lease pact" Kriegsmaterial im Werte von 10 Milliarden Dollar gegeben; es hat ihnen erlaubt, Deutschland zu teilen und den landwirtschaftlich wertvollsten Teil Deutschlands wegzunehmen, ihnen dazu 10 Milliarden DM an Reparationen und einige Millionen deutsche Sklavenarbeiter überlassen.)

Roosevelt hat das bolschewistische Rußland übermächtig gemacht, so daß es fast halb Europa diktatorisch und absolut beherrscht und auf den Tag wartet, an dem es auch die zweite Hälfte einkassieren kann."

In ihrem Buch The High Cost of Vengeance (Der hohe Preis der Vergeltung) schrieb Freda Utley:

Während des ersten Weltkrieges versuchte Wilson bei den Alliierten die Stimme der Vernunft und der Menschlichkeit zu Gehör zu bringen und trat für einen Frieden ohne Annexionen und ohne Entschädigungen ein, um die Welt demokratisch zu machen.

Aber während und nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Präsident der USA ein Vorkämpfer der Politik "alle Rechte den Siegern"; er nahm keine Rücksicht auf die Atlantikcharta, die er selbst geschaffen hatte. Es war Präsident Roosevelt, der Polen und China in Jalta auslieferte und Osteuropa dem kommunistischen Terror preisgab. Es war Roosevelt, der mit Stalin übereinstimmte, daß eine Art Reparationen durch die Verwendung der Deutschen als Sklavenarbeiter erhoben werden sollten. Es war auch der demokratische Präsident der USA, der den Morgenthauplan und damit den Hungertod von Millionen Deutschen billigte und der Enteignung und Vertreibung von Millionen Deutschen aus Schlesien, Ostpreußen, dem Sudetenland und

85


dem Balkan zustimmte, nur weil sie des einzigen Verbrechens schuldig waren, Deutsche zu sein ...

Wenn jemals die Geschichte unserer Zeit von Geschichtsschreibern niedergeschrieben wird, die von nationalen Vorurteilen frei sind, dann werden die 'Verbrechen gegen die Menschlichkeit', die von den Siegern des zweiten Weltkrieges begangen wurden, denen gleich erscheinen, die die Nazis begingen. Denn ein objektiver Beobachter kann nicht leugnen, daß die Enteignung und Vertreibung von Millionen Deutschen aus ihrer Heimat, nur weil sie des Verbrechens schuldig waren, Deutsche zu sein, ein Verbrechen war.

Die meisten Amerikaner glauben weiterhin, daß das deutsche Volk die Quelle aller Bosheit und eine fortgesetzte Bedrohung des Weltfriedens ist, weil sie ihre Ehrfurcht vor dem verstorbenen Präsidenten bewahren wollen. Den meisten von ihnen fehlt es an Mut, zuzugeben, daß Roosevelt im Irrtum war, wenn er glaubte, alles, was nötig wäre, um einen dauernden Frieden zu sichern, sei die Vernichtung der deutschen Existenz, und wenn er außerdem glaubte, dieses Bestreben rechtfertige die Zusammenarbeit mit Stalin ... Den Amerikanern fehlt der moralische Mut, zuzugeben, daß Präsident Roosevelts Politik in ihrer Grundlage ungerecht war. Zum zweitenmal ist die Demokratie innerhalb von dreißig Jahren gleichbedeutend geworden mit der Unterwerfung unter unerträgliche Bedingungen, gleichbedeutend mit der Verneinung von Freiheit, Sicherheit und Selbstachtung für das deutsche Volk ..."

Victor Gollancz sagt in Our Threatened Values (Unsere bedrohten Werte):

"In vier Worten läßt sich der Inhalt der Entscheidungen [von Jalta und Potsdam] ausdrücken; sie heißen: Landraub, Zwangsverschickung, Ausplünderung und wirtschaftliche Versklavung. Sämtliche vier Tatbestände bilden, man möge sich dessen erinnern, den Inhalt der Hauptanklagen gegen die Deutschen in Nürnberg. Deutschlands geschichtliches Ostland, wo deutsches Volk ansässig war und sich gemüht hat durch Generationen und wo ihm die Nahrungsmittel am reichlichsten zuwuchsen, wurde von ihm gerissen."

Der amerikanische Botschafter in China erklärte 1952 bei einer Vernehmung vor der außenpolitischen Kommission des amerikanischen Senats:

"Die amerikanischen Diplomaten haben in Jalta die territoriale Integrität und die politische Unabhängigkeit Chinas ausgeliefert, die Grundsätze der Atlantikcharta aufgegeben und den Plan für die

86


kommunistische Eroberung Chinas durch Geheimabkommen schriftlich festgelegt ... Unsere Diplomaten gaben insgeheim jeden einzelnen der Grundsätze preis, für die zu kämpfen wir vorgaben ... Wir lieferten Stalin feige alles aus, und wir taten es heimlich."

Vom Inhalt des Jalta-Vertrages, Ostasien betreffend, ließ Roosevelt seinen Verbündeten Tschiangkaischek, den Führer Nationalchinas, nichts erfahren.

Lenin schrieb einmal: "Europa muß auf dem Umweg über Asien für den Kommunismus erobert werden." Roosevelt war der Wegbereiter des Kommunismus für diesen Umweg.

Dadurch, daß Roosevelt in Jalta zur Befriedigung seiner Rache am deutschen Volk die Hälfte von Deutschland und dazu ganz Osteuropa und Ostasien, um Stalin bei Laune zu halten, den Bolschewiken preisgab, hat er ungeheure Schuld auf sich geladen. Ohne Roosevelt würde die Welt heute anders aussehen.

Nur ein durch Haß und Rachegefühle verblendeter Dilettant konnte darauf vertrauen, daß die Bolschewiken die übernommenen Verpflichtungen wirklich einhalten und in Osteuropa und Ostasien wirklich demokratische Regierungen unter gemeinsamer alliierter Kontrolle errichten würden. In allen diesen Ländern: in Ungarn, Polen, Rumänien, Bulgarien, Albanien, einschließlich der deutschen Sowjetzone und in Korea und Indochina, gibt es keinen Schimmer von Demokratie, von freier Meinungsäußerung, von politischer, wirtschaftlicher oder geistiger Freiheit. In den "selbständigen" volksdemokratischen Staaten ist das gesamte Militär fest in der Hand der Bolschewiken. Vom Oberkommandierenden bis herab zum Bataillon sind die Offiziere Bolschewiken.

Ohne Roosevelt gäbe es heute keine Bolschewiken in Deutschland bis an die Elbe, gäbe es keine Volksdemokratien in Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, der Tschechoslowakei und in Nordkorea. Ohne Roosevelt hätte es keinen Krieg in Korea gegeben. Und so wie Roosevelt ausschließlich die volle und alleinige Verantwortung für die Errichtung der Volksdemokratien in Osteuropa und in Ostasien trägt, so trägt er allein die Verantwortung dafür, daß sich infolge dieser Auslieferung Ost- und Mitteleuropas an den Bolschewismus auch in den augenblicklich vom Bolschewismus noch nicht besetzten west- und südeuropäischen Staaten, besonders in Frankreich und Italien, eine so überaus bedrohliche kommunistische Strömung so tatkräftig und lebendig erhält, die andernfalls nicht bestehen würde.

Es ist eine alte Erfahrung, daß nur allzu viele Menschen es mit den

87


stärkeren Bataillonen halten. Angesichts der nachgiebigen Politik der USA sind nur allzu viele Europäer mit nur allzuviel Recht davon überzeugt, daß der Herr Europas von morgen nicht die USA, sondern die Bolschewiken sein werden und daß es seine Früchte tragen wird, dem künftigen Herrn rechtzeitig die Steigbügel gehalten zu haben.

In Ostasien tränkten Hunderttausende amerikanischer Soldaten den Boden Koreas mit ihrem Blut um Roosevelts Rache an Deutschland willen. Zehntausende der besten Söhne Amerikas, die Blüte der amerikanischen Jugend, die heute, beweint von ihren Familien, in der fremden Erde Koreas ruhen, starben ohne Not.

In Europa hat Roosevelt den Bolschewiken die Schlüssel zur Herrschaft über den ganzen Kontinent in die Hände gespielt. Was immer Deutschland begangen haben mag, welche Schuld immer es auf sich geladen haben soll: diese Schuld wäre — auch wenn sie wirklich bestünde — ein Kinderspiel gegen jene Schuld, die Roosevelt durch die Auslieferung Osteuropas und Ostdeutschlands auf sich geladen hat. Denn die Auslieferung Ostdeutschlands an den Bolschewismus wird, wenn sie aufrecht bleibt, morgen die Auslieferung Europas und übermorgen die Auslieferung der Welt an den Bolschewismus bedeuten.

Wahrlich: Niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit ist dem Weltherrschaftsstreben des Kommunismus größerer Vorschub geleistet worden!

(Vgl. hiezu auch den vom US-Außenministerium im Juni 1961 herausgegebenen, 932 Seiten umfassenden Dokumentenband über die Konferenzen von Kairo und Teheran im Jahre 1943.)

ROOSEVELT IST DER VATER DER OSTASIATISCHEN
VOLKSDEMOKRATIEN
WAS DIE USA DIESE VATERSCHAFT KOSTET

Für die verfehlte Politik Roosevelts gegenüber dem Kommunismus zahlen die USA bis heute Hunderte von Milliarden Dollar und zahlen überdies dafür mit dem Blut ihrer besten Söhne.

Nach den Angaben der US-Zeitschrift News and World Report vom 25. Juni 1953 schickten die USA bis 1953 1.446.431 junge Amerikaner, die Blüte der Nation, nach Korea. Davon fielen 21.700, 2300 starben und 11.400 waren vermißt. Die Zahl der Verwundeten betrug 988.000.

88


"Mit diesen Zahlen ist nur ein Teil des Verlustes der USA im Koreakrieg aufgezeigt [und nur bis 1953] ... Ein Achtel von allem, was die USA in drei Jahren produzierten, ist bis Juni 1953 für den Koreakrieg und die Ausrüstung verbraucht worden. Die Lebenskosten in den USA sind in diesen drei Jahren um 12% gestiegen."

Die Opfer des Krieges in Vietnam sind noch höher.

DIE AUSTREIBUNG UND HINMORDUNG VON MILLIONEN
DEUTSCHEN AUS OSTDEUTSCHLAND, POLEN, DER
TSCHECHOSLOWAKEI, AUS UNGARN, RUMÄNIEN,
JUGOSLAWIEN UND BULGARIEN

Nicht nur deutsches Land wurde den Bolschewiken ausgeliefert, sondern auch deutsche Menschen. Bei der Zusammenkunft der Staatsmänner im Oktober 1944 wurden die deutschen Bewohner von ganz Osteuropa dem Bolschewismus als Freiwild überlassen.

In der schon zitierten Rede vor dem britischen Unterhaus berichtete Churchill:

"Von den an Rußland fallenden polnischen Gebieten werden die Polen in die Gebiete umgesiedelt, die Polen von Deutschland erhalte. Gleichzeitig werde eine gänzliche Austreibung der Deutschen durchgeführt werden. Es werde eine Totalaustreibung der Deutschen aus diesen Gebieten stattfinden, die den Polen zugesprochen seien. Man wünsche keine Vermischung der Bevölkerung. Eine solche Zwangsvertreibung sei die zufriedenstellendste und dauerhafteste Methode. Ich [Churchill] vermag nicht einzusehen, warum sich nicht in Deutschland der Raum für die Bevölkerung Ostpreußens und der übrigen von mir erwähnten Gebiete finden lassen sollte."

Und der ungeheuerliche Punkt XIII der Potsdamer Deklaration von 1945, beschlossen auf der Potsdamer Dauerkonferenz vom 16. Juni bis zum 2. Juli 1945, lautet:

"Die drei Regierungen haben die Frage von allen Seiten erwogen und sind zu der Ansicht gelangt, daß eine Überführung der deutschen Bevölkerung oder deutschen Bevölkerungselemente, die in Polen, der Tschechoslowakei oder in Ungarn geblieben sind, nach Deutschland vorgenommen werden muß. Sie sind sich darüber einig, daß diese Überführung auf eine geregelte und menschliche Weise erfolgen soll."

89


Und wie sah diese "geregelte und menschliche Weise" in Wirklichkeit aus?

Man glaubt bei den Reden Churchills einen verantwortungslosen politischen Abenteurer zu hören.

Mit ausdrücklicher Zustimmung und Billigung der USA wurden in ganz Osteuropa und Ostdeutschland die dort seit vielen Jahrhunderten ansässigen deutschen Familien aus ihrer Heimat ausgetrieben. Die "menschliche Art und Weise", in der dies geschah, bestand darin, daß sie ihren gesamten Besitz, Haus und Hof und alle bewegliche Habe, zurücklassen und froh sein mußten, ihr nacktes Leben zu retten und nicht erbarmungslos massakriert zu werden.

Millionen und Abermillionen hatten nicht das Glück; sie wurden auf die grausamste und barbarischste Weise hingemordet. Unvorstellbar sind die bestialischen Grausamkeiten und Verbrechen, die hiebei begangen wurden.

Für die USA, für die Weststaaten, ja für die gesamte christliche Welt existieren diese ungeheuerlichen Verbrechen heute offiziell nicht mehr. Die Millionen erschlagenen, lebend verbrannten, in Gefängnissen verhungerten und zu Tode gemarterten Menschen belasten das "Weltgewissen" bisher überhaupt noch nicht. Die USA haben über diese mit ihrer ausdrücklichen Zustimmung und Billigung, ja unter dem Schutz ihrer Waffen erfolgten zum Himmel schreienden Verbrechen tiefes Schweigen gebreitet. Aber es ist das Schweigen des bösen Gewissens, der Angst vor dem Urteil aller christlichen und freiheitsliebenden Menschen 1.

Freda Utley sagt (S. 202):

"Die Grausamkeiten, die wir selbst in Deutschland begangen haben, sind aber nicht die einzigen, an denen die Nachwelt uns die Schuld


1 In den USA hat sich vor einigen Jahren ein Ausschuß gegen Massenausweisungen (Committee Against Mass Expulsions) gebildet, der den Versuch unternahm, die ungeheuerlichen Geschehnisse zur Kenntnis des amerikanischen Volkes zu bringen. Der Ausschuß hat drei Flugschriften herausgegeben: The Land of the Dead. Study of the Deportation from Eastern Germany (Das Land des Todes. Untersuchungen über die Ausweisungen aus Ostdeutschland). Tragedy of a People. Racialism in Czecho Slovakia (Tragödie eines Volkes. Volkshaß in der ČSSR). Men without the Rights of Man. Report on the Expulsion and Extermination of German speaking Minority Groups in the Balkans and prewar Poland (Menschen ohne Menschenrecht. Bericht von der Austreibung und Ausrottung deutscher Minderheitsgruppen auf dem Balkan und in Vorkriegs-Polen).
Diese Aufklärungsversuche drangen nicht in die Masse des amerikanischen Volkes.

90


zumessen wird. Präsident Roosevelt und Präsident Truman haben in Jalta und Potsdam im Namen des amerikanischen Volkes einem der barbarischsten Akte zugestimmt, von denen die lange Geschichte menschlicher Unmenschlichkeit zu berichten weiß. Auf Grund dieser Übereinkommen wurden an die zwölf Millionen Menschen enteignet und von Haus und Hof verjagt, einzig wegen des Verbrechens, Deutsche zu sein.

Wenn in vergangenen Zeiten ein Sieger ein Gebiet annektierte, so wurden nicht alle Bewohner ausgeplündert; sie durften weiter in der Heimat ihrer Väter leben. Amerika und England aber gaben die Zustimmung, daß Deutschland nicht nur des seit Jahrhunderten von Deutschen besiedelten Gebietes beraubt wurde; man sprach den Russen, Polen, Tschechen, Jugoslawen und anderen Nationen auch das Recht zu, alle Menschen deutscher Abstammung zu enteignen und zu vertreiben. Der Vorbehalt, daß diese Austreibung in 'humaner Weise' vor sich gehen solle, kleidete dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit nur in ein abstoßendes Gewand der Heuchelei.

Die Polen, denen der Besitz der Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie übergeben wurde, vertrieben die Bewohner mit äußerster Brutalität. Wenige Stunden nach dem Ausweisungsbefehl rissen sie Frauen und Kinder, Alte und Kranke aus ihren Wohnungen heraus und verschonten nicht einmal die Kranken- und Waisenhäuser.

Die Tschechen waren nicht weniger roh; sie vertrieben die Deutschen zu Fuß über die Gebirge und stahlen ihnen das Wenige, das sie hatten mitnehmen können. Da sie aber nicht nur auf Rache, sondern gleichzeitig auch auf Profit bedacht waren, hielten sie Tausende von deutschen Männern als Sklavenarbeiter zurück, indem sie die Frauen und Kinder verjagten. Viele von den Alten und Kranken und den Kindern kamen auf den langen Märschen nach Westdeutschland durch Hunger, Kälte und Erschöpfung um; andere gingen an Hunger, Durst und Krankheiten in den vollgepfropften Viehwagen zugrunde, in denen ein Teil der Flüchtlinge abtransportiert wurde.

Wer die Reise überlebte, sah sich auf die spärlichen Hilfsmittel eines hungernden besetzten Deutschland angewiesen. Keinem Menschen deutscher Abstammung durfte von den Vereinten Nationen geholfen werden. Die Lager für die DP (Displaced Persons) waren ihnen verschlossen, und es wurde erst der UNRRA (United Nations Relief an Rehabilitation Administration) und dann der IRO (International Refugees Organisation) durch Kongreß-Akte verboten, ihnen Hilfe zu leisten ... Die neuen Parias wurden nach Deutschland hineingestoßen, mochten sie sterben oder, falls sie am Leben blieben, zu-

91


sehen, wie sie als Bettler und noch ärmere Teufel als die Menschen der ausgebombten Städte in den elenden Notunterkünften zurecht kamen.

Wie viele Menschen ermordet wurden oder starben, wird man niemals erfahren. Von einer Gesamtzahl von zwölf oder dreizehn Millionen, die das Verbrechen begangen hatten, Deutsche zu sein, sind vier oder fünf Millionen verschollen. Niemand weiß, wie viele davon tot oder als Sklavenarbeiter noch eine Zeitlang am Leben waren. Nur eines ist gewiß: die Aussiedlung der Juden durch Hitler wurde übertroffen durch die Ausrottung der Deutschen von der Hand der 'demokratischen, friedliebenden' Mächte der Vereinten Nationen."

Der wallisische Pfarrer Dr. Elfan Rees, der Leiter des Flüchtlingsamtes des Weltkirchenrates, stellte in seiner am 13. März 1949 an der Genfer Universität gehaltenen Predigt fest:

"Durch den Frieden der Alliierten sind mehr Menschen heimatlos geworden als durch den Krieg der Nationalsozialisten."

(Vgl. hierzu auch: Statistisches Bundesamt, Die deutschen Vertreibungsverluste — Bevölkerungsbilanzen für die deutschen Vertreibungsgebiete 1939/50, Bonn 1958, 540 Seiten.)

DIE AUSTREIBUNG DER DEUTSCHEN
AUS DER TSCHECHOSLOWAKEI

In der ČSSR allein wurden an die vier Millionen Deutsche, die dort schon 1000 Jahre, ehe Amerika überhaupt entdeckt war, ansässig gewesen waren, wie Tiere zusammengetrieben und über Berge und durch Flüsse erbarmungslos in endlosen Zügen aus dem Land gejagt. Nur zweieinhalb Millionen von ihnen erreichten die rettende Grenze. Weit über eine Million deutscher Männer und Frauen, Greise, Kinder und Säuglinge wurden bei dieser Treibjagd gleich räudigen Tieren erschlagen und hingemordet. Und ausgetrieben und hingemordet wurden nicht etwa nur die ehemaligen Nationalsozialisten, sondern unterschiedslos alle Deutschen.

300.000 besonders qualifizierte deutsche Arbeiter wurden als Zwangsarbeiter zurückbehalten, ebenso etwa 250.000 deutsche Kriegsgefangene in Konzentrationslagern untergebracht.

Die Austreibung und Niedermetzelung erfolgte nicht etwa im Kampfverlauf, sondern mitten im Frieden; sie betrafen friedliche Bauern

92


und Bürger; sie waren überlegter, kalter Mord. Die Deutschen wurden einfach als vogelfrei erklärt und mußten weiße Armbinden tragen; auch die Kinder von 5 Jahren aufwärts. Die Säuglinge ließ man verhungern, die Männer wurden erschlagen und die Frauen vergewaltigt und wie Vieh über die Grenze getrieben.

Die Geschichte dieses unter dem besonderen Schutz der USA verübten ungeheuerlichen Verbrechens muß noch geschrieben werden. Das gesamte bewegliche und unbewegliche Vermögen dieser an die vier Millionen Bürger verfiel dem Staat und der Plünderung. Der Raub war so enorm, daß die weltberühmte Beute der spanischen Konquistadoren ein Bettel dagegen war. Das deutsche Sudetenland war hochentwickelt und stand als Industrieland nach Belgien an zweiter Stelle in ganz Europa. Die deutschen Gebiete der Tschechoslowakei hatten ein Flächenausmaß und eine Bevölkerungszahl wie etwa die Schweiz oder wie Dänemark, und auch der Lebensstandard war kaum niedriger. Das Verhältnis der Deutschen zu den Tschechen war sowohl bevölkerungs- wie flächenmäßig etwa 1: 2.

Wahre Orgien an Metzeleien, die die legendären Grausamkeiten der Hussiten in den Schatten stellten, begleiteten diesen gewaltigen Beutezug, dessen Ertrag sich — nach tschechischen Angaben — auf rund 2 Milliarden Golddollar belief.

Die Austreibung erfolgte derart, daß auch im letzten sudetendeutschen Dorf schwerbewaffnete tschechische Horden erschienen. Innerhalb weniger Stunden nach deren Erscheinen mußten die Dorfbewohner antreten, wurden auf verstecktes Gold, auf Juwelen, Pelze, Geld und andere Wertsachen gründlich durchsucht, dann in Kolonnen formiert und in Richtung Grenze getrieben. Die Haus- und Wohnungsschlüssel, Sparkassenbücher und Wertgegenstände mußten vor dem Verlassen des Heimes offen auf den Tisch gelegt und höchstens 20 kg Gepäck durften mitgenommen werden. Durch die langen Märsche ermüdet, warfen die meisten auch dieses letzte Gepäck noch weg, um nicht zurückbleiben zu müssen und von den Schergen, die diese endlosen Elendszüge antrieben, niedergemacht zu werden. Wer diesen furchtbaren Marsch überhaupt überlebte, kam nach Deutschland mit dem, was er auf dem Leibe trug.

Aus dem Bericht eines Augenzeugen, Father Emanuel Reichenberger:

"Prag war zur Lazarettstadt erklärt und die deutschen Truppen abgezogen worden. Diese Situation benützten die Tschechen, die während des zweiten Weltkrieges die deutsche Kriegsmaschine in der servilsten Weise bedient hatten, auf gänzlich gefahrlose Weise an den

93


wehrlosen Deutschen ihren Heldenmut zu beweisen. Am 1. Mai 1945 begann in Prag die Hatz auf die Deutschen. Auf dem Wenzelsplatz wurden die unbewaffneten kranken und verwundeten deutschen Soldaten an den Laternenmasten aufgeknüpft und Feuer unter die Unglücklichen gelegt, so daß sie als lebende Fackeln eines gräßlichen Todes starben. Andere wurden vom Mob in den Straßen kurzerhand erschlagen oder erschossen.

Die Stadt war von bewaffneten tschechischen Truppen besetzt, die die deutschen Lazarette stürmten, die Verwundeten ermordeten, in die deutschen Wohnungen und Geschäfte einbrachen und unter der nichttschechischen Bevölkerung ein grauenvolles Blutbad anrichteten ... In den Straßen lagen Massen von Leichen, Soldaten und Zivilisten, Frauen und Kindern. Die unglücklichen Menschen wurden aus den Fenstern ihrer Wohnungen einfach auf die Straße gestürzt. T