Geschichte der Verfemung Deutschlands, Band 7

Zur Hölle mit allen Deutschen!

Von Dr. jur. et Dr. phil. et Dr. rer. pol. Franz J. Scheidl


Ein Ehrenblatt zum Abschluß

Allen Deutschen ins Herz geschrieben

»Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr alles freudig setzt an ihre Ehre.«


Nur einer sieht gelassen zu …

Die deutschen Berge brennen
rot vor Scham,
weil sie es nicht fassen können
wie alles kam.
Es bäumen sich deutsche Meere
gegen den Strand;
sie haben die deutsche Ehre
anders gekannt.
Es glühen die deutschen Fluren
in wehem Leid,
seit sie die Schande erfuhren,
die Schande der Zeit.
Und ob der Schmach, der feigen,
die uns alles nahm
deutsche Eichen neigen
ihr Haupt vor Gram.
Nur einer sieht der Schande
gelassen zu:
Deutscher aus deutschem Lande,
das bist du!

Kapitän B. von Selchow

Nein, ich mag sie nicht …

Nein, ich mag sie nicht, die weder kalt noch warm,
die nicht lieben können und nicht hassen,
alles gehen, alles gelten lassen,
vor der arroganten Spötter Schwarm.
Nein, ich mag sie nicht, die sich zu entscheiden
stets zu feige – jede Klarheit meiden;
die nicht glühen können für ihr Land,
dem man Recht und Freiheit hat entwandt.
Denn ein würdig Leben fordert Streit
zwischen Wahr und Falsch und Gut und Böse,
daß man hier geselle sich und dort sich löse,
zu bekennen und zu opfern sei bereit.
Doch daß man nichts böslich unterschiebe –
stärker als der Haß bleib’ doch die Liebe!

Walther Etterich

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»Einfangen und binden läßt sich die deutsche Nation wohl, zumal, wenn einer schlau und geschickt anzugreifen weiß; umbringen und abschlachten aber läßt sie sich nicht, und sie ganz zu vernichten, ist unmöglich!

Also Mut!

Und Ihr, denen des Vaterlandes Freiheit am Herzen liegt, die Ihr Deutschlands Ehre erkennet und noch nicht ganz dem Abergläubischen verfallen seid, leset, waget ähnliches!

Ulrich von Hutten, 1488–1523

Gebet

Herr, Gott, laß’ mich glühend brennen
für mein blutend’ Volk und Land!
Auch verstoßen und verbannt
muß ich mich zu ihm bekennen.
Laß das Herz nicht müde werden,
weil die Not so grausam ist.
Wer den Glauben hoffend hißt,
meistert alles Leid der Erden.
Laß die Männer wacker werken
an der Zukunft neuem Bau,
daß sie sich in klarer Schau
ihrer Pflicht die Seelen stärken.

Oskar Wendnagel

Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht!
Wenn der Gedrückte nirgends Recht kann finden,
Wenn unerträglich wird die Last – greift er
Hinauf getrosten Mutes in den Himmel
Und holt herunter seine eigenen Rechte,
Die droben hangen unveräußerlich
Und unzerbrechlich wie die Sterne selbst.

Friedrich v. Schiller »Wilhelm Teil«

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Adolf Hitler und das deutsche Volk

Ein wichtiges Wort zu einer wichtigen Klarstellung

Ich lege größten Wert darauf, einer Mißdeutung meiner »Geschichte der Verfemung Deutschlands« als Verteidigungsschrift für Adolf Hitler vorzubeugen.

Ich verteidige nicht Adolf Hitler, sondern mein geliebtes deutsches Volk. Hitler ist weder, noch war er jemals mit dem deutschen Volke gleichzusetzen. Wohl deckte sich zum Beginne seines Auftretens vieles, aber nicht alles, im Wollen des deutschen Volkes mit dem Wollen Adolf Hitlers; anders wäre es gar nicht denkbar, daß die weit überwiegende Majorität des deutschen Volkes sich in jenen Jahren, als Hitler die politische Bühne betrat, um seine Fahne scharte.

Ich habe in Band 2 dieses Werkes (»Die Lügenhetze im Zweiten Weltkriege«) eingehend objektiv die Ursachen dargelegt (S. 60 – 101), die zu Hitlers Aufstieg und Anklang im deutschen Volke führten.

Hitlers und des deutschen Volkes gemeinsames Wollen erstreckte sich nur auf den gemeinsamen Wunsch nach der nationalen und wirtschaftlichen Befreiung Deutschlands aus den unerträglichen Fesseln des Versailler Diktates. Das aber war kein Verbrechen, sondern das natürliche, gesunde Streben eines gesunden und starken Volkes, sich aus einer unnatürlichen und unwürdigen Lage zu befreien. Mit der großartigen Erreichung der nationalen und wirtschaftlichen Befreiung des deutschen Volkes fand die Einheit des Wollens zwischen Adolf Hitler und dem deutschen Volke im wesentlichen ihr natürliches Ende.

Unbestreitbar hat Hitler auf dem Gebiete der nationalen und wirtschaftlichen Befreiung und des Wiederaufbaues Deutschlands unvergeßliches und unvergängliches geleistet. Aber ich habe mich niemals der übertriebenen Verherrlichung des Kanzlers angeschlossen.

Für mich persönlich ist der Kanzler weder der größte Feldherr, noch der größte Staatsmann, noch der größte Sonst-Was aller Zeiten. Er ist auch nicht ein Genie schlechthin, ein Genie auf allen Gebieten, sondern ein Mensch mit enormen Fähigkeiten neben einem gerütteltem Maß voller Mängel und Fehler. Ein Mensch mit überragenden Leistungen auf vielen, und mit verhängnisvollen Fehlleistungen und Fehlansichten auf einigen Gebieten.

Ganz besonders katastrophal erwies sich seine Fehlbehandlung der unter russischer Zwangsherrschaft stehenden Völker, besonders der Ukrainer. Die Ukraine umfaßt ein Gebiet von 452.000 Quadratkilo-

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metern mit rund 32,000.000 Einwohnern (1932). Sie waren in der UdSSR unterdrückt und erstrebten die Selbständigkeit. Sie erhofften diese durch Deutschland zu erlangen. Sie wären dafür die wertvollsten und tatkräftigsten Unterstützer der deutschen Truppen gewesen. Die hätten Deutschland als Nahrungsmittellieferant der Nahrungssorgen enthoben. Sie wären als Dank für die durch deutsche Hilfe erlangte, so lange vergeblich angestrebte Selbständigkeit ebenso viele Millionen begeisterter freiwilliger Hilfsarbeiter für Deutschland gewesen. Die Ukrainer proklamierten am 30. Juni 1941 über den Sender Lemberg den Freien Ukrainischen Staat. Deutschland aber anerkannte diese Proklamation nicht. Dadurch wurde ein besonders zuverlässiger Bevölkerungsteil, der mit ehrlichem Willen bereit gewesen war, mit Deutschland zusammen den Kampf gegen die UdSSR zu führen, tiefst enttäuscht und ins Lager Rußlands getrieben. Jenen Einsichtigen, die den Kanzler zur Anerkennung einer selbständigen Ukraine bewegen wollten, antwortete Hitler, dessen Bildungsgrad nicht ausreichte, die Tragweite dieses Entschlusses zu übersehen und die Notwendigkeit und Wichtigkeit eines selbständigen ukrainischen Staates für Deutschland zu ermessen:

»Davon verstehen Sie nichts. Rußland ist unser Afrika und die Bewohner Rußlands sind unsere Neger.«

Diese Antwort ist in jeder Hinsicht geradezu erschreckend und unfaßbar. Der Kanzler stieß mit seiner Haltung hundert Millionen begeisterter freiwilliger Mitarbeiter, Mitkämpfer und Helfer Deutschlands zurück. Mit den Ukrainern an der Seite, wäre der Ostfeldzug überhaupt nicht zu verlieren gewesen. Deutschland wäre nie in Ernährungsschwierigkeiten gekommen. Es hätte nie einen Mangel an freiwilligen Mitarbeitern und Hilfsarbeitern gegeben.

Mit der Befreiung der Ukraine und der vielen anderen Fremdvölker unter sowjetischer Diktatur: den Esten, Letten usw. usw. an der Seite, hätte Deutschland den Kampf gegen die Sowjetunion niemals verloren.

Mit der Person des Kanzlers muß sich zur gegebenen Zeit die zünftige Geschichtsschreibung befassen. Es ist nicht meine Aufgabe, hier zu untersuchen, abzuwiegen und zu urteilen.

Jedenfalls aber werde ich, unbeschadet meiner persönlichen Stellung zu Hitler, leidenschaftlich für das demokratische Recht jedes Deutschen eintreten, sich frei zur damaligen politischen Staatspartei bekennen zu dürfen. Man kann nicht durch rückwirkende Gesetze die damalige Zugehörigkeit zur damaligen Staatspartei nachträglich und rückwirkend

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für strafbar erklären. Die Straffälligkeit für allfällige Vergehen gegen allgemein immer geltende und gültige Strafrechtsgesetze bleibt davon unberührt. Es ist schändlich, jeden Deutschen, der damals von seinem demokratischen Grundrecht Gebrauch machte und der Partei beitrat, heute als Verbrecher zu behandeln. Es ist schändlich, was die Welt heute mit dem deutschen Volke aufführt. Es ist schändlich, wie man die Gefolgsmänner Hitlers, die deutschen Generäle und die deutschen Minister in Nürnberg behandelte.

Weder waren die deutschen Minister und Generäle Verbrecher, sondern höchst ehrenwerte Männer, noch ist das deutsche Volk ein Verbrechervolk, sondern steht an der Spitze in der ersten Reihe aller Kulturnationen, noch entspricht auch das Bild, das alttestamentarischer Haß überhaupt von der deutschen Geschichte zeichnet, der Wahrheit.

Es ist ganz und gar unzulässig, unrecht und unsittlich, wie alttestamentarischer Haß und alttestamentarische Rachsucht die deutsche Geschichte jener Jahre verfälscht, um das deutsche Volk zu verfemen und Rache an Hitler zu nehmen. Das Werk des Kanzlers steht vor dem Urteile der Geschichte. Wir werden leidenschaftlich darüber wachen und nicht zulassen, daß dieses Urteil durch alttestamentarischen Haß verfälscht wird. Wir mißbilligen auch Fehlzeichnungen, die durch verblendete Liebe und Verehrung verursacht werden. Denn wir verwerfen ebenso wie den Haß auch jenes Bestreben, alles, was Hitler getan hat, zu bewundern und ihn und sein Werk zu vergöttern. Wir wehren uns auch ebenso entschieden gegen das Bestreben von gewisser Seite, jede Kritik an Adolf Hitler und an seinem Werk als nationale Todsünde zu brandmarken.

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Für diese elektronische Auflage wurden die folgenden Korrekturen vorgenommen:

S. 29: und laufend immer nooch werden — noch
S. 36: ein gutes Gechäft — Geschäft
S. 41: Stanley Hollies — Hollis
S. 57: Heliokopter — Helikopter
S. 69: Käpitän — Kapitän
S. 70: Die »Milwankee Deutsche Zeitung« — Milwaukee
S. 72: »La Problème — Le
S. 73: durch ihre Lügenpropadana — Lügenpropaganda
S. 75-76: Fritsche — Fritzsche (6x)
S. 75-76: Dr. Siemens — Siemers (4x)
S. 83: Chateau — Château
S. 83: Haute Sovoie — Savoie
S. 83: Annexy — Annecy
S. 83: die Todeskanditaten — Todeskandidaten
S. 84: Miöizionären — Milizionären
S. 93: Capitain Loquin — Kapitän
S. 94: ein französicher Kommandant — französischer
S. 95: Ponsoby — Ponsonby
S. 95: Contre-espionage-bureau — Contre-espionnage-Bureau
S. 107: hessisch-naussauische — nassauische
S. 110: Cote d’Azur — Côte
S. 113: »Les repressailles … sont condammuné« — »Les représailles … sont condamnées«
S. 116: Enstehung — Entstehung
S. 130: »Die Lüge von Marbotto« — Marzabotto
S. 138: Rene D'Argyle — René d'Argile
S. 138: Jacques Benoit-Mechin — Benoist-Méchin
S. 138: Henry Cocton — Coston
S. 138: Russel Greenfell — Russell Grenfell
S. 138: Raimond Geouffre de la Pradelle — Raymond de
S. 138: Frederic R. Sanburn — Sanborn
S. 141: Dyonys — Dionys
S. 143: Franktireuer-Krieg — Franktireur-Krieg
S. 143: Fanktireurkrieges — Franktireurkrieges
S. 143: Zentral-Massiv — Zentralmassiv
S. 143: Little Hart — Liddell
S. 144: Advance to Barbarisme — Barbarism
S. 149: General Le Clerc — Leclerc
S. 149: Leclerqus — Leclercs
S. 149: Lattre de Tassignys — de Lattre de Tassignys
S. 152: Lattre de Tassigny — de Lattre de Tassigny
S. 155: Dr. Krstallis — Kristallis
S. 159: Kalavryla — Kalavryta (3x)
S. 161: Opcina — Opicina
S. 161: Bassoirizza — Basovizza
S. 163: Henry Sienkewicz — Henryk Sienkiewicz
S. 172: änhlich — ähnlich
S. 172: Hewet, Assistent Secretary — Hewett, Assistant
S. 173: Euopa — Europa
S. 176: Baudoin — Baudouin
S. 176: Avenue Marcea — Marceau
S. 180: sonderen — sondern
S. 181: Feburar — Februar
S. 187: Interwiev — Interview
S. 187: mindenstens — mindestens
S. 197: Capitain — Capitaine
S. 198: Adjudant — Adjutant
S. 202: Monlog — Monolog
S. 202: Satyre — Satire
S. 203: industriealisierten — industrialisierten
S. 210: anworteten — antworteten
S. 225: Pädogogische — Pädagogische
S. 235: tréve — trêve (2x)
S. 241: Vorermitttlungen — Vorermittlungen
S. 243: Verlangsanstalt — Verlagsanstalt
S. 249: Maquisardes — Maquisards
S. 255: Jusitz —Justiz
S. 258: Deustchland — Deutschland
S. 266: Judentume — Judentum
S. 267: Matieu — Mathieu
S. 270: Zentimenter — Zentimeter
S. 271: Brandes-Bury-SynagogeBrandesbury-Synagoge
S. 271: Green-Bank-SynagogeGreenbank-Synagoge
S. 279: Syndicat — Syndicate
S. 280: entwicklteentwickelte
S. 284: edelmüitg — edelmütig
S. 287: civilisied — civilised
S. 288: droti — droit
S. 288: attantentoire — attentatoire
S. 293: gschätzt — geschätzt
S. 294: Comission — Commission
S. 294: Regierungsdiensstellen — Regierungsdienststellen
S. 299: Jedenfall — Jedenfalls
S. 306: Virgina Cowless — Virginia Cowles
S. 309: Zustammenstehens — Zusammenstehens
S. 311: Euopa — Europa
S. 311: Geoffry — Geoffrey
S. 311: ehrenwere — ehrenwerte
S. 315: anwortete — antwortete
S. 319: deuschen Soldaen — deutschen Soldaten
S. 320: Perigeux — Périgueux
S. 322: Patrik — Patrick
S. 324: Pary — Party
S. 328: übezeugt — überzeugt
S. 331: trotslos — trostlos
S. 333: Verteidgiung — Verteidigung
S. 345: Nora Valn — Waln
S. 348: von Seekt — Seeckt
S. 349: Brynes — Byrnes
S. 355: Valn »Bittere, süße Frucht China« — Waln »Süße Frucht, bittere Frucht China«
S. 363: wichtigees — wichtiges