Schlußbesinnung

Unsere Fakten und Zitate, originale Quellen für die Geschichtsschreibung, machen deutlich, wie vielseitig und vielschichtig die Faktoren waren, die zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges beitrugen.

Die Entwicklung führte nicht einlinig-deutsch zum Kriege, so wie interessierte Kreise es den Deutschen gerne vorspiegeln. Dem Kriege voraus ging ein langes europäisch-amerikanisches Ränkespiel um konflikt-geladene Interessen. So sahen sich deutsche Lebensinteressen konfrontiert mit dem katastrophalen Diktat von Versailles, mit der kommunistischen Weltrevolution und mit der von England vorgetragenen (traditionellen) Einkreisungs- bzw. europäischen Gleichgewichtspolitik.

Unsere Quellen klären auf über viele Standpunkte, die im Hinblick auf die geschichtlichen Momente ganz anders sind als das, was der Bundesbürger seit Jahrzehnten als mehr oder weniger offizielle Meinung vorgesagt bekommt.

Wir lernen daraus, daß das "(Nur)-vor-der-eigenen-Tür-Kehren" bei geschichtlicher Sehweise völlig falsch ist. Ferner begreifen wir, daß die Fragen nach Schuld und Mehr-Schuld beim Ringen der Völker häufig offen bleiben müssen. Schuldig ist nicht nur derjenige, der den ersten Schlag tut, schuldig ist auch derjenige, der den Streit zuvor verursacht oder verschuldet. Schuldig sind alle, die im Streit über Regeln hinaus Verbrechen begehen. Schuldig sind solche, die Abrüstungs- und Friedensangebote ablehnen. Und schließlich werden diejenigen schuldig, die – in Friedenszeiten – ein Volk geistig unterdrücken und knebeln und den Kindern die Unbefangenheit rauben, so wie es in unserem Land dauernd geschieht, wenn unsere Kinder als "Kinder der Täter" herumgeschubst werden und vom Kindergarten an "holocaust-Unterricht" erleiden müssen. Die sog. Umerziehung hat die Deutschen in eine neurotische Dauerkrise gestürzt, die heutzutage ihren Tiefpunkt erreicht in Gestalt von wahnhafter Selbstbezichtigung, extremen Schuld- und Bußgefühlen bis hin zum Identitätsverlust des ganzen Volkes. Die geschichtliche Wahrheit kann bei dieser "Stimmung" weder frei erforscht, noch frei gesagt werden.

Der Schriftsteller Martin Walser hat diesen Tiefpunkt gespürt und das Wort ergriffen, um da herauszukommen. Wenn nicht ein Tod drohen soll, so kann nur neues Denken weiterhelfen.

Der Neue Geist überwindet die Kriegsmentalität, die auch heute noch durch Maßnahmen und Begriffe nachwirkt, die das deutsche Volk weiterhin in Haft halten. Das Neue ist ein Konzept der Freiheit, das einen schöpferischen Neubeginn beinhaltet für die Arbeit an der Geschichte und an der geschichtlichen Gegenwart.

Die "anderen" historischen Quellen, die wir in dieser Arbeit ausschöpfen, belehren uns, daß noch viel unbekanntes Wissen für den objektiven Betrachter brach liegt, daß wir mit unserer Weisheit über die Vergangenheit noch lange nicht am Ende sind. Die Wirklichkeit von "damals" ist bis heute mächtig als eine oder andere Seite der Geschichte. Aktuelle Entwicklungen, welche das Überleben der Deutschen als Volk betreffen, werden von herrschenden Kreisen gesteuert, von "der anderen Seite" als existentielle Bedrohung wahrgenommen.

Der Neue Geist, den wir proklamieren, will die autonome Person fördern, die sich von herrschenden Zwängen des Zeitgeistes befreien kann. Die autonome Person will frei urteilen, ohne daß politische Korrektoren auf den Plan treten. Wie Lennart Meri mit Klugheit feststellt, haben viele Deutsche, insbesondere global eingestellte Ideologen, ihre Geschichte verloren. So fehlt ihnen das natürliche Wertgefühl als Nation. Jedoch – warum sollte sich organisches Denken nicht wieder durchsetzen? – Ein Volk lebt aus seiner Geschichte, aus seiner ganzen Geschichte! Und jedes Volk hat nur seine Wahrheit. –

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