Vorwort

Convivo ergo sum

Es ist kalt in der offenen Gesellschaft Deutschlands. Seit fast einem halben Jahrhundert haben es die Siegermächte und ihre hiesigen Satrapen verstanden, den Deutschen die Erfahrung einer Gemeinschaft vorzuenthalten, in der sie sich wiederfinden und spiegeln können. Convivo, ergo sum. Ich lebe in einer Gemeinschaft (mit meinesgleichen), also bin ich; denn soziobiologisch ist der Mensch ein soziales Wesen, dessen Psyche evolutionsbedingt immer noch der Geborgenheit und Sicherheit eines vertrauten Umfeldes bedarf. Die Deutschen, deren fehlgeleiteter Gemeinschaftsgeist einst die halbe Welt aus den Angeln hob, wurden als Vergeltung mit dürftigen Ersatzbefriedigungen (Konsum, Hedonismus etc.) abgefunden. Selbst wir ›Nachgeborenen‹ wurden noch (um)erzogen, das Streben nach nationaler Gemeinschaft als fast anstößig zu empfinden.

Dieses Buch beschreibt, wie es zu dem hoffnungslosen Zustand unseres Volkes kommen konnte. Es zeigt auf, daß die Zerstörung der sozialen Netzwerke bestehender Gemeinschaften planvoll geschieht und daß die globalen Akteure in dem Spiel ›Schach den Völkern‹ im wesentlichen dieselben sind wie eh und je - nur mit anderen Tarnkappen. Es zeigt auf, daß sich das Böse in seiner pervertierten Machtambition wie eh und je hinter wohlfeilen Ideologien tarnt, repräsentiert von bestens situierten, machiavellistischen Drahtziehern, die wie eh und je biedermännisch vorgeben, sich für Frieden und internationale Zusammenarbeit sowie gegen Armut einsetzen zu wollen und dennoch nur eines anstreben - die Entmachtung der Völker.

Es sind jene Kräfte, die durch ihre gezielten Handlungen und Unterlassungen schon heute die Kriege und Bürgerkriege von morgen vorbereiten; denn davon leben sie - wie eh und je.

Nichts in diesem Buch ist eine radikale Überziehung. Es sind die Zustände und Zeiten, die radikal sind.

Das Buch wird von vielen als Zumutung empfunden werden, aber genau das soll es sein. Es mutet den Feinden der deutschen Gemeinschaft zu, enttarnt zu werden.

Die Freund-Feind-Bezeichnung ist ein notwendiges dialektisches Mittel jedes zivilisatorischen Fortschritts. Ohne die Benennung des Feindes, so schon Karl Litt, entsteht zivilisatorischer Stillstand. Dieser Erkenntnis war selbst Karl Popper, der Schöpfer der offenen Gesellschaft, nicht abhold; denn auch er benannte die Feinde der gemeinschaftssehädlichen (offenen) Gesellschaft, allen voran den preußischen Philosophen Hegel.

Die Bonner »Oligarchie« (Karl Jaspers) allerdings beschwört fast täglich die Deutschen, nicht zum ›alten‹ Freund-Feind-Denken zurückzukehren. Warum wohl? Ist es etwa die Angst, von dem deutschen Volk selbst als Hauptfeind entlarvt zu werden, als eben das Parteienkartell (CDU, SPD, FDP, CSU), das es bis heute verstanden hat, selbstbestimmtes Handeln des eigenen Volkes zu verhindern, und das sich durch den ›Coup von Maastricht‹ anschickt, den Zustand seiner Entmündigung und der Entfremdung von seiner eigenen Identität zu verewigen?

Maßgebliche Vertreter dieses Kartells haben immer wieder die Unumkehrbarkeit des Maastricht-Coups gefordert. Dieser Prozeß zur Liquidation der Nation mag inzwischen in der Tat für »irreversibel« (Kohl) gehalten werden. Und dennoch sollten wir es mit Luther halten und heute noch einen Apfelbaum pflanzen; denn nur die Nation ermöglicht Solidarität, Selbstbestimmung, Nähe und Vertrautheit.

Dieses Buch soll die Richtung zur Einführung wahrer Demokratie im Rahmen einer harmonischen Solidargemeinschaft weisen. Es soll auch dazu beitragen, anachronistische, von unseren Feinden künstlich aufrechterhaltene Links-Rechts-Positionen, die heute nur noch als Mittel zur inneren Spaltung der Gemeinschaft und des sie tragenden Mittelstandes dienen, zu beseitigen und das bestehende Defizit der inneren Einigung aufzulösen.

Das Buch ist nur einer von vielen Apfelbäumen, die es zu pflanzen gilt - jeder an seinem Platz. Es ist eine von vielen gewaltfreien Aktionen wider die gemeinschaftsfeindlichen Machenschaften des Viererkartells, das durch seine reaktionäre, fremden Interessen dienende Entnationalisierungspolitik den »Kulturkampf« (Bismarek) gegen sich selbst probt.


Zum nächsten Abschnitt
Zurück zum Inhaltsverzeichnis