Gemeinschaft statt (offener) Gesellschaft

Gemeinschaft und Gesellschaft bestehen beide aus einer Gruppe von Menschen, die in der Gesellschaft »nicht wesentlich verbunden, sondern wesentlich getrennt sind« (Ferdinand Tönnies), während sie in der organisch entstandenen Gemeinschaft trotz aller Trennungen wesentlich verbunden sind und bleiben. Die Verbundenheit (sprich: Solidarität) in der Gemeinschaft entsteht durch gemeinsame Identität und das gemeinsame Interesse, diese zu erhalten. Identitätsmerkmale sind vor allem die gemeinsame Kultur und die gemeinsame Sprache, das entschiedene Bekenntnis zu beiden und der Wille, beide gegen feindliche Kräfte der Zersetzung zu verteidigen. Die Gesellschaft dagegen ist ein künstliches, ›äußerliches‹ Gebilde.

Je homogener eine Gruppe, desto weniger anfällig ist sie gegen zersetzende äußere Einflüsse und desto befriedeter ist sie im Inneren.

In einer Gesellschaft gibt es Klassenkämpfe, in der Gemeinschaft den Kompromiß und die Kooperation. Die Gesellschaft atomisiert Menschen zu bloßen Individuen, die Gemeinschaft verschmelzt sie zu einem zivilisatorisch höheren Win. Die Gemeinschaft schafft Geborgenheit, Wärme und das Gefühl der Zusammengehörigkeit, die Gesellschaft schafft Kälte, Distanz und das Gefühl der Fremdheit. Die Gemeinschaft schafft Vertrautheit, die Gesellschaft Anonymität und Isoliertheit. Die Gemeinschaft schafft Solidarität, die Gesellschaft Streit. Die Gemeinschaft schafft Loyalität, die Gesellschaft Verrat und Intrige. Die Gemeinschaft macht den Einzelnen stark, die Gesellschaft macht ihn schwach. Die Gemeinschaft übt kulturelle und territoriale Selbstbeschränkung, um ihre Einheit nicht zu gefährden, die Gesellschaft ist maßlos.

Mit anderen Worten: Der Import nichtkompatibler Kulturen durch Menschen oder Medien in eine bestehende homogene, harmonische Solidargemeinschaft, die gewaltsame Einverleibung anderer Kulturen im Wege militärischer Eroberungskriege oder deren vertragliche Zwangszusammenführung à la Maastricht, sind gleichermaßen gemeinschaftsschädlich, wenn sie nicht von den Völkern mitgetragen werden. Multikulturismus, ›Hollywoodisierung‹, imperialistische Eroberungskriege oder die dem deutschen Volk aufoktroyierte EU-Mitgliedschaft sind bzw. waren gleichermaßen gemeinschaftsschädlich.

Die Gemeinschaft steht im krassen Gegensatz zur popperschen (offenen) Gesellschaft. Die Philosophie der Gemeinschaft ist dienend, die der (offenen) Gesellschaft final (zweckerfüllend).

Die Qualität der Freiheit innerhalb einer Gemeinschaft ist eine andere als die der Gesellschaft. Die homogene, harmonische Gemeinschaft, in die sich der einzelne Mensch eingebettet findet, produziert idealiter die Freiheit ›von‹ Furcht, die Gesellschaft, in der der Mensch als individuelles Selbst in einem fremden, bedrohlichen und gewalttätigen Umfeld weitgehend auf sich allein gestellt ist, produziert dagegen das Entstehen gerade dieser Furcht und macht ihn damit unfrei und für fremde Interessen (zum Beispiel Religionen, Ideologien usw.) anfällig.

Es ist eben diese Freiheit von Furcht, die den befriedeten Menschen schafft, der keine Aggressionen gegen seine Nachbarn entwickelt, nicht so sehr die ebenfalls wichtigen Sekundärfreiheiten der Gesellschaft wie zum Beispiel die Konsumfreiheit oder die Reisefreiheit.

Der Weg zu einer homogenen Solidargemeinschaft führt im Wege einer Güterabwägung notwendigerweise zur Diskriminierung von gemeinschaftsschädlichen Sonderinteressen. Dem Gut einer homogenen, harmonischen Gemeinschaft werden besondere Partikularinteressen untergeordnet. Diese Unterordnung ist unter anderem zugleich der Preis für den Zugewinn an Solidarität und die Befreiung von Furcht.

Karl Popper behauptet nun gerade umgekehrt, daß wir die »inneren Spannungen« und die »Last« einer entsolidarisierten Gesellschaft auf uns zu nehmen hätten, und zwar als einen »Preis für die Humanität«. Hat Popper recht, oder handelt es sich nur um eine schlitzohrige jüdische Semantik zur intellektuellen Verwirrung schlichter Geister?

Es gibt erschreckende Zahlen, welchen Preis der Übergang von einer Gemeinschaft zu einer überindividualisierten Wolfsgesellschaft fordern kann.

Auch wenn im Gegensatz zu konfuzianisch-marktwirtschaftlichen Gemeinschaften die kommunistisch-planwirtschaftlichen Staaten des ehemaligen Ostblocks ökonomisch gesehen nur Not- oder Mangelgemeinschaften mit einem erheblichen Defizit individueller Freiheitsrechte waren, sie hatten vor den westlichen Gesellschaften doch einen erheblichen Vorsprung an Homogenität, Harmonie und Solidarität, den sie durch die abrupte Zerschlagung dieser Gemeinschaften verloren haben.

Es ist gerade dieser Vorsprung an Homogenität, Harmonie und Solidarität, den China heute zu nutzen versteht. China hat, auch durch die neuerliche Hinwendung zum Konfuzianismus, die Gemeinschaft beibehalten, gleichzeitig aber wird die Marktwirtschaft sukzessive eingeführt. Diese Kombination von Gemeinschaft und Marktwirtschaft ist der Schlüssel zum Erfolg. Er hat China im Jahre 1994 ein reales Wirtschaftswachstum von etwa 10 % gebracht, Zuwachsraten, denen sich auch Deutschland annähern könnte, wenn die hiesige Streitgesellschaft in eine harmonische marktwirtschaftliche Gemeinschaft umgewandelt würde; denn eine solche Umwandlung setzt erhebliche synergetische Kräfte frei.

Die Versöhnung von Gemeinschaft (nicht Gesellschaft) und Kapital ist der eigentliche Inhalt der Konvergenztheorie. Die Nation selbst ist ein Großunternehmen. Dieses Unternehmen und die Subunternehmen bzw. ihre Kopfstellen (Verbände) sind optimal aufeinander abzustimmen, zum Wohle der Gemeinschaft, zum Wohle aller Deutschen. Wir nennen diese Abstimmung neudeutsch ›social engineering‹. Das Großunternehmen Nation ist quasi eine Familie, die unter Vermittlung solidarischer Werte und in skeptischer Distanz zu entmündigenden Kräften metaphysischer Provenienz fürsorglich zu führen ist. Der ehemalige Ostblock (ohne frühere DDR) aber kollabiert und mit ihm die Gemeinschaften. Die Menschen leiden.

Nach einer Studie von UNICEF (United Nations Children's Fund) ist in Rußland die Zahl der Morde je hunderttausend Einwohner zwischen 1991 und 1993 von 10 auf 19,6 gestiegen, hat sich also fast verdoppelt. Im Vergleich: Die US-Mordrate für 1993 betrug 9,3.

In Ungarn stieg die Mordrate unter der männlichen Bevölkerung zwischen 20 und 59 Jahren in demselben Zeitraum um 55 %. Auf jeden Mord, und dies ist noch erschreckender, kommen 9 Selbstmorde.

Betrachten wir des weiteren zur Höhe des Preises, den wir für das, was Popper unter ›Humanität‹ versteht, zahlen sollen, die USA, den mit jüdischen ›pressure groups ‹ durchsetzten Prototyp der offenen Gesellschaft.

Die USA wurden bekanntlich überwiegend von Kriminellen, Glücksrittern,Ausgestoßenen (›Diskriminierten‹), Unterprivilegierten und spinnerten Religionsfanatikern des alten Europas gegründet. Der Sklavenhandel, das Indianergenozid, der Cowboykult, die Brutalität Hollywoods, der barbarische Vietnamkrieg, das unnötige Abschlachten von Millionen deutscher Zivilisten durch ein verbrecherisches Flächenbombardement (zum Beispiel Dresdens), der Abwurf der Hiroshima-Bombe, dies alles sind die Früchte dieses schillernden, unaristokratischen Auswurfs Europas.

Es wurde ein Land geschaffen, in dem der Mensch das Zuordnungsobjekt des Dollars und zum vegetierenden Konsumidioten wurde [›Shop 'til you drop!‹ (›Kauft bis zum Umfallen!‹), ›Born to shop‹ (›Geboren, um zu kaufen‹)], ein Land, in dem die Menschen in den Städten durch überbordende Kriminalität einen Teil ihrer Bewegungs- und Handlungsfreiheit bereits eingebüßt haben. Sie haben ein Land geschaffen, in dem man so frei war, die Umwelt ohne Beispiel zu zerstören (»Machet Euch die Erde untertan!«). Sie haben ein Land geschaffen, in dem die Korruption der Meister der Politik ist.

Das alles beherrschende Wort der entsolidarisierten USGesellschaft heißt ›positiv‹. »Think positive«! (›Denke positiv!‹) ›Positiv‹ ist zu einem orwellschen ›Catchword‹ für egoistisch, skrupellos, bedenkenlos, rücksichtslos, habgierig, unkritisch usw. geworden. Positiv geht die Welt zugrunde. Positiv zerstören wir die Natur. Positiv töten, betrügen und erpressen wir den Nächsten.

In einer entsolidarisierten Gesellschaft ist auch das Wort ›Hero‹ (Held) inflationär. Bereits natürliche Akte von Solidarität qualifizieren zum Heldentum. Ständig werden in dieser kaputten, sensationsgeilen Gesellschaft neue Helden geboren. Jemand, der, einer natürlichen menschlichen Regung entsprechend, ein verletztes Kind aus der Oklahoma-Ruine rettet, ist ein Held. Jemand, der einen Ertrinkenden rettet, ist ein Held. Die Gesellschaft hat jegliche Maße verloren. Wo Solidarität ideologisch nicht vorgesehen ist, wird sie zur Heldentat.

Die Zustände haben sich in den USA, vor allem in den letzten drei Jahrzehnten, dramatisch verschlechtert. Manche sprechen heute von einer objektiv bestehenden vorrevolutionären Situation, die wegen der blinden Religiosität der Mehrheit der US-Amerikaner aber kaum in eine Revolution umschlagen wird. Diese programmierten und domestizierten Menschen neigen eher dazu, die Zustände als ›gottgewollt‹ oder als Vorzeichen eines nahen gottgewollten Weltunterganges zu deuten.

Anfang 1990 waren bereits 14 % der Amerikaner von Armut betroffen.

Seit Mitte der 70er Jahre ist die Armut unter jungen Erwachsenen (18 bis 34 Jahre) um 50% gestiegen; die Anzahl der Kinder, die in Armut leben, nahm in den letzten dreißig Jahren um fast 30 % zu. Heute leben bereits über 20 % aller amerikanischen Kinder in Armut.

Die Hälfte der nicht krankenversicherten Bevölkerung der USA ist unter 25 Jahre alt. Fast 75 Millionen Amerikaner sind entweder überhaupt nicht krankenversichert oder unterversichert.

Seit 1961 ist ein 560 %iger Anstieg von Gewalttaten zu verzeichnen. Die Mordrate in den USA ist fünfmal. so hoch wie in Europa (ohne den früheren Ostblock), viermal so hoch wie in Kanada, Australien oder Neuseeland.

Jedes Jahr werden 5 Millionen US-Amerikaner Opfer von Gewalttaten, 19 Millionen Opfer von Eigentumsdelikten.

Durchschnittlich 8 von 10 US-Amerikanern werden mindestens einmal in ihrem Leben Opfer einer Gewalttat.

Jedes Jahr werden durchschnittlich 24.000 Amerikaner durch Schußwaffen getötet, also etwa 65 jeden Tag.

Über eine Milliarde US-Dollar werden jährlich ausgegeben, um Schußwaffenverletzungen zu behandeln.

Allein in New York City gab es im Jahre 1991 1499 Tötungsdelikte, die durch Schußwaffen verursacht wurden. 1991 besaßen die US-Amerikaner insgesamt 201,8 Millionen Schußwaffen, also fast eine Schußwaffe je Einwohner. 66,3 % aller aufgeklärten Morde wurden im Jahre 1991 durch Schußwaffen verursacht, von denen 93 % illegal erworben wurden.

25 % aller afroamerikanischen Männer zwischen 20 und 30 Jahren befinden sich entweder im Gefängnis, auf Hafturlaub oder auf Bewährung.

In Washington, D. C., der US-Hauptstadt und Kriminalitätshochburg, werden 70 % aller männlichen Schwarzen mindestens einmal vor ihrem 35. Lebensjahr inhaftiert.

Ein junger Schwarzer in Harlem, N. Y., hat geringere Chancen, das 40. Lebensjahr zu erreichen als sein Pendant in der Hungerzone Bangladesh.

Schwarze Teenager werden dreimal so häufig durch Schußwaffengewalt als durch natürliche Ursachen getötet.

99 % aller US-Amerikaner werden durchschnittlich mindestens einmal in ihrem Leben Opfer eines Diebstahls, 78 % sogar dreimal und mehr.

Von 1960 bis 1991 hat sich die Rate der Totschlagsdelikte, die von Jugendlichen an Jugendlichen unter 19 Jahre verübt wurde, vervierfacht.

Zwischen 1982 und 1991 ist die Zahl von Verhaftungen jugendlicher Mörder um 93 %, die von jugendlichen Vergewaltigern um 24 % und die von jugendlichen Autodieben um 97 % gestiegen.

Etwa 3 Millionen Diebstahls- und Gewaltdelikte ereignen sich auf oder nahe dem Schulhof, also umgerechnet etwa 8 000 pro Tag.

20 % der Oberschüler führen regelmäßig Schußwaffen, Messer, Rasiermesser oder andere Waffen mit sich.

Während die Kriminalität explosionsartig ansteigt, sinkt auf Grund von Platzmangel die Verweildauer in den Gefängnissen ständig. Da der kriminelle Nachschub in immer schnellerer Abfolge anrollt, muß immer früher entlassen werden, geradezu eine Ermunterung zur Kriminalität zum Fast-Nulltarif. Gerichte tragen den Engpässen in den Gefängnissen bereits in den Urteilen mehr und mehr Rechnung. Es ist absurd: Nicht die Art und Schwere des Delikts bestimmen die Strafe, sondern der Platzmangel in den Gefängnissen. Der Abschrekkungsgedanke ist nicht ideologisch, sondern kraft der ›Normativität des Faktischen‹ auf der Strecke geblieben.

Weniger als 1 von 10 Verbrechen führen überhaupt noch zu einer Gefängnisstrafe. Im Jahre 1992 betrug die durchschnittlich ausgesprochene Gefängnisstrafe für Mord nur noch etwa 15 Jahre, während die durchschnittliche Dauer, die davon abgesessen wurde, nur noch etwas mehr als fünf (5) Jahre (!) betrug. Und dennoch: Da die US-Kriminalitätsrate alle Weltmaßstäbe sprengt, ist die Zahl der einsitzenden US-Amerikaner bei weitem höher als die jeder anderen Nation auf diesem Planeten, nämlich 455 je 100 000 Einwohner. Zum Vergleich: Diese Rate ist zehnmal so hoch wie die Japans.

Im Jahre 1992 wurden pro 100 000 Einwohner 5 666 verhaftet.

Die Kosten der Kriminalität sind gigantisch. Für die Opfer allein betrugen sie im Jahre 1990 19,2 Milliarden US-Dollar.

Die Kosten der Gesellschaft betragen, konservativ geschätzt, pro Person durchschnittlich 2 500 US-Dollar für jedes Delikt.

Jeden Tag erleben 2 500 amerikanische Kinder die Scheidung oder Trennung ihrer Eltern.

Jeden Tag werden 90 Kinder ihren Eltern entzogen und der staatlichen Fürsorge übergeben.

Jeden Tag verüben 13 Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahre Selbstmord, und weitere 16 werden ermordet.

Die Kindersterblichkeit ist in 18 anderen hochindustrialisierten Staaten geringer als in den USA

Die USA haben die größte Anzahl von Analphabeten in der industrialisierten Welt. Heute sind etwa 7 Millionen Teenager Analphabeten.

MitAusnahme von Hongkong schneiden 14jährige USKinder unter allen größeren Staaten am schlechtesten in wissenschaftlichen Tests ab.

Im Jahre 1992 gaben die USA 24,9 Milliarden US-Dollar für 1,3 Millionen Gefangene aus. Ein Gefangener kostete 20 072 US-Dollar pro Tag, während lediglich etwa 4 000 US-Dollar pro Tag für den Schüler einer öffentlichen Schule ausgegeben wurden.

Seit 1965 haben sich die Inhaftierungen jugendlicher Gewalttäter verdreifacht.

Hollywood, dieses zerstörerisch wuchernde Krebsgeschwür im Fleische vieler Völker, hat die US-Bevölkerung fest im Griff. Im Jahre 1990 hatten bereits 98 % aller Haushalte mindestens ein Fernsehgerät. Schon das Vorschulkind schaut durchschnittlich mehr als 27 Stunden pro Woche in die Glotze oder etwa 4 Stunden pro Tag. Der Teenager schaut durchschnittlich pro Woche 21 Stunden fern, liest aber nur 1,8 Stunden pro Woche (!). Bedarf es in Anbetracht dessen noch einer Erklärung, warum 14jährige US-Schüler in wissenschaftlichen Tests von allen Nationen der ›ersten Welt‹ am schlechtesten abschneiden?

Jeden Tag steigen 2 200 Kinder aus der Schule aus.

Jeden Tag beginnen 500 Heranwachsende mit illegalem Drogen- und 1000 mit Alkoholkonsum.

Jeden Tag werden 1000 uneheliche Mädchen Mütter.

Einer von 20 Lehrern wird jedes Jahr tätlich angegriffen. Einer von 5 High-School-Schülern hat mindestens einmal ein Gewehr oder eine sonstige Waffe in die Schule mitgebracht, und zwar 32 % der Jungen und 8 % der Mädchen.

Während 100 Stunden verlieren auf den innerstädtischen Straßen der USA dreimal so viele junge amerikanische Männer ihr Leben durch Gewehrschüsse, wie während der gleichen Zeit junge Amerikaner im Irakkrieg fielen.

Die USA sind absoluter Weltmeister in der Umweltverschmutzung und -vernichtung. Luftverschmutzung verursachtjährlich einen Schaden von 40 Milliarden USDollar für Heilungskosten und Verlust von ökonomischer Produktivität.

Die gesamten Kosten für die Beseitigung des giftigen Mülls betragen fast 750 Milliarden US-Dollar, die Hälfte des gesamten US-Jahreshaushalts.

Die USA verbrauchen 6 % ihres Brutto-Sozialprodukts für das Militär, während Japan dafür weniger als 1 % einsetzt. 70 % aller US-Forschungs- und Entwicklungskosten werden für das Militär ausgegeben. Gleichzeitig aber rangieren die USA erst an 17. Stelle, was öffentliche Erziehungsmittel anbetrifft. Auch diese Zusammenhänge erhellen überdeutlich das hohe Analphabetentum, das niedrige Bildungsniveau der Schüler und den technischen High-Tech-Rückschritt der USA.

Fast zwei Drittel der Straßen sind reparaturbedürftig. Mehr als 41 % der Brücken sind strukturell unsicher.

Zwischen 1987 und 1991 stieg in den USA die Zahl der Jugendlichen unter 18 Jahren, die wegen unerlaubten Waffenbesitzes verhaftet wurden, um 62 %. Bei den Verhaftungen wegen Mordes stieg sie um 85 %. Der Anteil der Jugendlichen an Gewaltverbrechen liegt mittlerweile bei 17 %. Im Juni 1993 veranstaltete der Meinungsforscher Louis Harris eine Umfrage unter 2 500 Schülern an 96 Schulen in allen Teilen der USA ' 9 % der Befragten räumten ein, schon einmal auf jemanden geschossen zu haben. 11 % waren schon selbst beschossen worden. 40 % kannten jemanden, der durch eine Schußwaffe getötet oder verletzt worden war. 15 % hatten im Monat vor der Umfrage mindestens einmal eine Schußwaffe mit sich geführt.

Jeden Tag erhalten diese Jugendlichen ihre Verhaltensmuster von Hollywood, wie jetzt auch in Deutschland, frei Haus geliefert. Das ›Center for Media and Public Affairs‹ zählte Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Überfälle und bewaffnete Bedrohungen, die an einem einzigen Apriltag des Jahres 1993 auf den zehn ›populärsten‹ Kanälen zu sehen waren, und kam auf 1846. Nach einem viel beachteten Gutachten hat ein amerikanischer Jugendlicher, wenn er das 18. Lebensjahr erreicht hat, 200 000 Gewalttaten im Fernsehen miterlebt, darunter 40 000 Morde.

Zusammenfassend sind die USA jeweils negativ führend in bezug auf

Die Liste des Versagens des Prototyps der (offenen) Gesellschaft ließe sich beliebig fortsetzen. Die USA liegen mit sich selbst permanent im Streit. Jeder ist des anderen Feind. Ein Volk von Tätern und Opfern. 900 000 Anwälte, ein trauriger Weltrekord, schüren das Feuer.

Seit 1965 ist in der Streitgesellschaft USA die Zahl der Anwälte im Vergleich zum Bevölkerungszuwachs um das Vierfache gestiegen. Ein Anwalt kommt auf 290 US-Amerikaner, Kinder inbegriffen. Zum Vergleich: In Deutschland kommt ein Anwalt auf etwa 1000 Deutsche. Auch diese Zahl ist im übrigen für einen Japaner eine kaum nachzuvollziehende Größe. Ein weiterer Vergleich: Die USA haben etwa 5 % der Weltbevölkerung, aber 30 % der Anwälte dieser Welt.

Der Flickenteppich USA, dieser mißlungene Versuch eines Vielvölkerstaates, ist ein Land der diskriminierten Sensibelchen geworden. Jeder liegt im Schützengraben, um entweder einen Diskriminierungsangriff abzuwehren oder um einen anderen mit einer Diskriminierungsklage abzuschießen.

Schwule, Schwarze, Kleinwüchsige, Religionsanhänger, Linkshänder, Fettleibige, Hispanos, Alte, Frauen, und inzwischen auch schon Männer, die sich durch die Einstellungs- und Beförderungspolitik bestimmter Unternehmen, die ausschließlich Frauenprodukte herstellen und diese verständlicherweise auch durch Frauen nach außen vertreten sehen wollen, benachteiligt fühlen, sind die Kläger.

Das Prinzip ›Diskriminierung‹ das sich auf Betreiben von SPD, ›Grünen‹ und dem freimaurerischen Geißler-Flügel der CDU auch hierzulande auf dem Vormarsch befindet, ist das Gift der US-Gesellschaft geworden, das jede Möglichkeit zur Schaffung von Harmonie ausschließt.

Rechte, die früher zum Schutz gegen die Willkür des Staates bestimmt waren, sind heute zur Waffe gegen die Gemeinschaft geworden. Es ist zu einer jedes Gemeinschaftsdenken zerstörenden lnflation gruppenspezifischer Rechte gekommen, und immer wenn eine Gruppe in dem die Demokratie korrumpierenden Gefälligkeitssystem neue Rechte erhält, gibt es andere Gruppen, die meinen, gleiche oder ähnliche Rechte in Anspruch nehmen zu können.

Rechte sind, wie der Philosoph Ronald Dworkin es ausdrückt, zur »Trumpfkarte« egoistischer Partikularinteressen geworden. Die dadurch verursachten ideellen, betriebs- und volkswirtschaftlichen Schäden sind gigantisch.

Da es in der westlichen Gesellschaft an einer Gemeinschaftssolidarität fehlt, werden diese Rechte gehortet, als wären sie eine Ersatzwährung für schwierige Zeiten.

Eine Nation von Feinden ist so entstanden, und der Hauptfeind ist männlich und/oder weiß.

Der Kampf um Rechte, und damit um gesellschaftliche Vorteile, ist nämlich wie eine religiöse Überzeugung nachgerade zwanghaft geworden, und mit dem ständigen Kampf hat sich in der Gesellschaft immer mehr Haß aufgebaut. Die Frau haßt den Mann. Der Schwarze haßt den Weißen. Der weiße Mann beginnt, beide zu hassen, weil er sich von beiden völlig zu Unrecht in die Ecke gestellt fühlt.

Dies ist das absurde Szenarium, der Tod der praktischen Vernunft. Das, was manche verniedlichend ›Streitkultur‹ nennen, ist zu pathologischer Zwanghaftigkeit geworden.

Seit 1969 sind Diskriminierungsklagen aufgrund der Inflation der Rechte um 2 200 % gestiegen. ›Civil-rights‹Klagen machen heute 10 % aller am Bundesgericht anhängigen Zivilklagen aus.

Das Prinzip ›Diskriminierung, ist zu einer offenen, immer größer werdenden Wunde in der US-Gesellschaft geworden. Rechte, die früher gewährt wurden, um eine benachteiligte Gruppe (zum Beispiel die Afroamerikaner) in die Gesellschaft zu integrieren, sind dazu umfunktioniert worden, in der Gesellschaft einen Vorsprung zu erlangen. Ein Wettlauf um die Erlangung von Sonderrechten war die Folge. Die ›Civil-right‹-Bewegung sollte die Menschen zusammenbringen. Das Gegenteil ist geschehen.

›Diskriminierung‹ ist inzwischen zum allgemeinen ›Prügel-aus-dem-Sack‹ am Arbeitsplatz geworden. Und die 900 000 Rechtsanwälte, die am liebsten jeden Tag neue, gemeinschaftsfeindliche Sonderrechte hätten, reiben sich die Hände. Streit ist ihr täglich Brot.

Die Verteidigung gegen eine auf den Arbeitsplatz bezogene Diskriminierungsklage, so ungerechtfertigt sie auch sein mag, kann einen Arbeitgeber mehr als 100 000 Dollar kosten.

Aber ein Schaden entsteht nicht erst durch die Klage. Wenn fast jedem Individuum das Recht eingeräumt wird, die Handlungsmotive eines anderen gerichtlich in Frage zu stellen, wird eine wesentliche Bedingung für eine freie Interaktion unter Menschen zerstört. Die Furcht, verklagt zu werden, verpestet die Luft. Es droht Erstickungsgefahr.

Der größte ideelle Schaden aber entsteht im Zusammenhang mit dem Demokratieprinzip. Die Flut neuer ›Civil-rights‹ verursacht ein Meer neuen Richterrechts. Wird einer Gruppe erst einmal ein Recht gewährt, kann sie den Umfang dieses Rechts vor Gericht, also vor einer demokratisch nicht legitimierten Gewalt, austesten. Und Gerichte haben leider die Tendenz, Rechte mit der Zeit immer weiter extensiver auszulegen. Der stete Tropfen der Anwälte höhlt den Stein der Demokratie.

Jeder weiß um diese Probleme, und kaum jemand wagt, sie öffentlich anzusprechen; denn die USA sind eine Nation der gesetzlich verordneten Blindheit geworden, ein Orwell-Staat par excellence.

Auch ansonsten sind die USA, wie Deutschland, kaum eine Demokratie, sondern eine Geldmonarchie (›Money monarchr). Das amerikanische Volk ist allenfalls eine ›quantité négligeable‹.

In dem 1991-Bericht Citizen and Polltics der Ketteringstiftung heißt es dazu zusammenfassend: »... ManyAmericans do not believe that they are living in a demoeracy now. They dont believe ›we the people‹ aetually rule ... (they) deseribe the political system as impervious to publie direction, a system run by a professional politieal elass and controlled by money, not votes.

The people talk as though our politieal system had been taken over by alien beings ... They feel as though they have been locked out of their own homes, and they reaet the way people do when they have been evicted from their own property.

Citizens now believe that individual Americans simply do not count in politics ... «

Zu deutsch: »Viele Amerikaner sind nicht der Ansicht, daß sie heute in einer Demokratie leben. Sie sind nicht derAnsicht, daß (das demokratische Prinzip, der Verfasser) ›Wir, das Volk‹ wirklich regiert ...

Sie beschreiben das politische System als undurchdringlich hinsichtlich der Durchsetzung des Volkeswillen, ein System, das von einer politischen Klasse geführt wird, die ihrerseits nicht von Stimmen, sondern vom Geld kontrolliert wird.

Das Volk äußert sich, als ob unser politisches System von fremden Wesen übernommen worden sei ... Sie fühlen sich, als ob sie aus ihren eigenen Häusern ausgeschlossen wurden, und sie reagieren wie Menschen, die von ihrem eigenen Grund und Boden gewaltsam vertrieben wurden. Die Bürger sind heute der Ansicht, daß einzelne Amerikaner schlicht und einfach in der Politik nicht zählen ... «

Die fremden Wesen, die nach dem Eindruck des amerikanischen Volkes das politische System der USA übernommen und das Demokratieprinzip ad absurdum geführt haben, sind so fremd nicht. Sie heißen William Jefferson Clinton bzw. George Bush und sind Mitglieder sowohl der Trilateralen Kommission (siehe Seite 121 ff.) wie auch des berüchtigten ›Council on Foreign Relations‹ (siehe Seite 114 ff.), beide maßgeblich geprägt von dem jüdischen Großbankier David Rockefeller. Einige Amerikaner meinten vor den letzten Wahlen wohl immer noch, entweder einen Republikaner oder Demokraten zum Präsidenten wählen zu können, tatsächlich aber hatten sie keine Wahl; denn sie wählten in jedem Fall einen Nachfolger der Illuminaten, nur die Etiketten waren unterschiedlich.

Das lobbyistische Gewerbe ist die fünfte Gewalt im Lande (nach Legislative, Exekutive, Judikative und Medien).

»Lobbyismus ist in Washington außer Kontrolle geraten. Nicht nur wuchert die legale Korruption zügellos, sie ist vor allem schon zum Lebensstil geworden - ein Lebensstil, in dem die Kultur der Käuflichkeit das öffentliche Interesse verdrängt hat. Und er ist schlimmer als je zuvor«, so Charles Lewis vom ›Center for Public Integrity‹.

Lobbyismus ist nach dem Regierungsapparat Washingtons zweitgrößtes Gewerbe.

Das lobbyistische Gewerbe ist heute größer, komplexer, mächtiger und finanziell einträglicher als je zuvor in der Geschichte.

Jeder zweite Kongreßabgeordnete wird nach seinem Ausscheiden aus dem Kongreß Lobbyist. Lobbyisten, die kaum mehr als einen Zuhälterstatus haben, speichellekken und scharwenzeln um jeden Kongreßabgeordneten.

Eine besondere lobbyistische Rolle in der Wahlkampfkosten-Finanzierung spielen die sogenannten PACs (Political Action Committees), die zum korruptesten Element in der amerikanischen Politik geworden sind. 1993 gab es rund 4 700 PACs in verschiedenen Kategorien. Allein 1992 flossen insgesamt 269 Millionen US-Dollar an Kandidaten für den Kongreß. Auf diese Weise werden Abgeordnete bereits korrumpiert, bevor sie überhaupt gewählt sind; denn nur jene können mit PAC-Geldern rechnen, die der jeweiligen Interessengruppe als späterer gewählter Abgeordneter auch gefällig sein werden. Mit anderen Worten: Wahlen werden schon im Vorfeld gekauft.

Die sieben größten Geldgeber im PAC-Geschäft waren im letzten Kongreßwahlkampf

  • die ›National Rifle Association‹
6,0 Mio. $
  • die ›American Medical Association‹
5,4 Mio. $
  • Gewerkschaft ›Civil Service Workers‹
4,7 Mio. $
  • die Vereinigung der Prozeßanwälte
4,5 Mio. $
  • die Makler
4,4 Mio. $
  • die ›United Auto Workers‹
4,4 Mio. $
  • AT&T (Telefongesellschaft)
2,8 Mio. $

Auf der Nehmerseite schoß der Republikaner Arlen Specter (Pennsylvania) mit 2 038 057 US-Dollar den Vogel ab. Von den Demokraten heimste Dick Gephardt (Missouri), früherer Präsidentschaftskandidat und Sprecher der Demokratischen Partei, mit 1240 597 US-Dollar am meisten ein, also eben jener Dick Gephardt, der vor laufenden Kameras ständig vorgibt, dem amerikanischen Volk müsse mehr Macht zuwachsen. Alles Geschwätz!

Die USA sind die institutionalisierte Heuchelei. Einerseits christliche Frömmelei und Bekenntnis zu den ›Menschenrechten‹ (siehe Seite 143 ff.), andererseits ausufernde Korruption, Kriminalität, Pornographie und Habgier. Einerseits De-Facto-Apartheid, andererseits die ›politisch korrekte‹ Sprache, die die Benennung der authentischen Umstände vermeidet. Einerseits die Verherrlichung der Familie, andererseits der Weltrekord für geschlagene Ehefrauen, mißhandelte Kinder, gequälte Greise und geschiedene Ehen.

Als im April 1995 das Bundesgebäude in Oklahoma-City durch eine Düngemittelbombe gesprengt wurde, verurteilte Clinton die Tat als einen feigen, teuflischen Akt, so als ob es mutiger war, die mehr oder minder wehrlosen Waco-Insassen zusammenzubomben, Zivilisten in Bagdad durch Raketenbeschuß zu liquidieren, die Atombombe auf Hiroshima abzuwerfen oder das wehrlose Dresden plattzumachen. Heuchlerisch beklagte Clinton, daß die Oklahoma-Bombe auch Kinder getroffen habe. Dabei kann es keinen Zweifel geben, daß lange vor dem Attentat bekannt war, daß eine Waco-Revanchetat gegen US-Bundeseinrichtungen bevorstand, man aber dennoch die Kinder im Oklahoma-City-Gebäude beließ. Wer also ist für die Tötung der Kinder verantwortlich? Die Täter, denen die Anwesenheit von Kindern wahrscheinlich nicht einmal bekannt war, oder Clinton und Co., die es in Ansehung der konkreten Gefahr unterließen, Kindern den Verbleib in Bundeseinrichtungen zu verwehren?

Jetzt kennen wir also den Preis der offenen Gesellschaft, den wir nach der Lehre der durchweg jüdisch inspirierten Frankfurter Schule und vor allem des ebenso im Jüdischen wurzelnden ›Sozialphilosophen‹ Karl Popper für die in das Absurde getriebene Vergötterung des Individuums zahlen sollen.

Wollen wir diese Art von ›Humanität‹ wirklich? Ist dies auch unser Verständnis von Menschlichkeit? Wollen wir unsere Kinder wirklich in eine solche Zukunft entlassen? Oder zeigen uns nicht nach hegelschem bzw. konfuzianischem Muster organisierte Gemeinschaften eine bessere Zukunft auf?

Singapur ist eine solche Gemeinschaft, allerdings mit einem völlig unakzeptablen Demokratiedefizit. Japan war eine solche Gemeinschaft, allerdings mit einem häßlichen Übermaß an Korruption und Klientelismus. Zwischenzeitlich ist Japan ebenfalls vom Hollywoodbazillus befallen und driftet, insbesondere in den großen Städten, nach westlichem Vorbild rapide in einen Zustand der Zersetzung ab. Immerhin scheint es für Japan noch nicht zu spät zu sein, die Notbremse zu ziehen.

Betrachten wir daher Japan vor dem (Sünden-)Fall als eine, wenn auch nicht idealiter in die Praxis umgesetzte Gemeinschaftsphilosophie.

Die japanische Gemeinschaft, die unter massiven negativen westlichen Einwirkungen auf dem Weg zur Gesellschaft ist, wird immer noch, insbesondere in ländlichen Präfekturen, vom Konfuzianismus geprägt.

Die Philosophie von Konfuzius (551-479) kam mutmaßlich über Korea nach Japan und weist manche Ähnlichkeiten mit den Lehren des preußischen Philosophen Hegel auf. Auf dem chinesischen Festland wurde der Konfuzianismus durch die zerstörerische marxistisch-maoistische Kulturrevolution weggefegt, er findet aber auch dort heute wieder eine allmähliche Rehabilitation. Im übrigen gibt es Unterschiede in der chinesischen und japanischen Interpretation des Konfuzianismus, insbesondere dadurch bedingt, daß er in Japan auf den Shintuismus und Buddhismus traf.

Am deutlichsten lassen sich die Unterschiede zwischen konfuzianischer/hegelscher Gemeinschaftsphilosophie und (offener) Gesellschaftsphilosophie in einer 30 Punkte-Gegenüberstellung darstellen, die zugleich die Kluft zwischen Fortschritt (Gemeinschaft) und Reaktion (Gesellschaft) aufzeigt. Die Ähnlichkeiten zwischen konfuzianisch-japanischer und hegelscher Philosophie bestätigen zugleich den preußischen Philosophen und widerlegen ebenso eindeutig Popper, seinen kläffenden Kritiker. Die 30 konfuzianisch-japanischen Ordnungsprinzipien einer Gemeinschaft sind daher in etwa auch zugleich deren hegelsche Ordnungsprinzipien. (siehe Aufstellung nächste Seite)

Gemeinschaft Gesellschaft
1. Konsens/Kompromiß Klassenkampf
2. Harmonie Streit
3. Homogenitât/Konformitât Heterogenität/Nonkonformität
4. Gemeinschaftsinteresse Individualinteresse
5. Gruppenorientierung Egomanie
6. Hierarchie Antihierarchisches Verhalten
7. Pragmatismus/Realismus Ideologie/Religion
8. Kooperation/Konkordanz Konkurrenz
9. Assimilation/Integration Individualismus/Desintegration/Separation
10. Vertrautheit Fremdheit/Anonymität
11. Autorität Antiautorität
12. Nationaler Stolz Nationale Gleichgültigkeit
13. Seniorität Juvenilität
14. Gelehrsamkeit Jobmentalität
15. Loyalität/Treue Illoyalität/Verrat/Intrige
16. Information Desinformation/Herrschaftswissen
17. Solidarität Kosten-Nutzen-Rechnung
18. Menschliche Wärme Menschliche Kälte
19. Ehre Desavouierung des Ehrbegriffs
20. Genügsamkeit Anspruchsdenken
21. A-Religiosität/Skeptizismus Religiosität/Gläubigkeit
22. Demut Anmaßung
23. Sein Schein
24. Anpassung Profilneurose
25. Identität/Traditionen Identitäts-/Traditionslosigkeit
26. Höflichkeit Schnodderigkeit
27. Direkte Industriepolitik (Koordination) Indirekte Industriepolitik (Steuerrecht)
28. Betriebsgewerkschaften Fachgewerkschaften
29. Arbeitsliebe Freizeitliebe
30. Gruppen-/Betriebs-/Produktidentifikation Distanz/Indifferenz

Die ehristlich-jüdisch-›sozialistischen‹ Demagogen, die ständig die Totschlagworte ›Humanität‹, ›Menschenrechte‹, ›Menschlichkeit‹ usw. heuchlerisch auf ihren Lippen führen und tatsächlich das Gegenteil geschaffen haben, werden sich mit diesen fundamental voneinander abweichenden Ordnungsprinzipien von Gemeinschaft und Gesellschaft nicht konfrontiert sehen wollen. Wo ist denn ihre ›Humanität‹ in der von ihnen geschaffenen Wolfsgesellschaft, wo die Solidarität, wo das menschlichste, was einem Menschen gegeben werden kann, das Gefühl von Geborgenheit und Freiheit von Furcht im Rahmen einer harmonischen, homogenen Solidargemeinschaft.

Man erinnert sich an die Sprüche von Cohn-Bendit alias Modzelewsky und Mischnik, daß die sogenannte offene Gesellschaft »schnell, hart, grausam« bzw. »das Experiment eines riskanten Lebens ohne Fundamente« sei. Das also ist ihre zynische Botschaft: der Mensch, der bewußt und gewollt einem riskanten Experiment ausgeliefert wird. Ist es nicht ›menschenverachtend‹, um eine Lieblingsdiktion dieser Kreise zu benutzen, die Deutschen dieser Wolfsgesellschaft quasi im Wege eines Experiments auszuliefern?

Die Gemeinschaft hat Konsequenzen. Es gibt in Japan keine mit westlichen Zahlen vergleichbare Kriminalität. Singapur, ein anderer konfuzianischer Staat, hat praktisch keine Kriminalität.

Das Primat der Homogenität und Harmonie erfordert die konsequente Verfolgung gemeinschaftsschädlicher Handlungen, um Zersetzungserscheinungen im Keim zu ersticken. Es impliziert auch die gesetzliche Diskriminierung nicht assimilierbarer Ausländer und gemeinschaftstörender Außenseiter. Das Wort ›Diskriminierung‹ ist also in einer konfuzianischen oder auch hegelschen Gemeinschaft nicht, wie im (dekadenten) Westen, negativ, sondern positiv besetzt. Liberales Einwanderungsrecht ist für solche Gemeinschaften nachgerade eine Absurdität. Für Ausländer gibt es lediglich zeitlich begrenzte Arbeitserlaubnisse und die Rückführung der Gastarbeiter in ihre Heimatländer nach Zeitablauf. Auch die Schweiz verfährt bekanntlich entsprechend, weil sie sonst gänzlich auseinanderfallen würde.

Gemeinschaftsfremde bzw. -störende Minderheiten führen in Japan ein marginales Dasein. Keine Rede von gemeinschaftsschädlichen Minderheitenrechten, wie sie von dem Bonner Viererkartell durch Einführung des neuen Artikels 20 b Grundgesetz geplant waren.

Nach offiziellen Statistiken betrug 1990 die Anzahl der in Japan arbeitenden Ausländer 1 075 317, davon etwa 78 % Koreaner und Chinesen. Anders aber als seinerzeit das gemeinschaftsfeindliche Bonner Viererkartell betreibt Japan keine zersetzende Gastarbeiterpolitik durch Abwerbeabkommen mit den Herkunftsländern. Viele ausländische Arbeiter bewegen sich daher nach Ablauf ihrer Zeitarbeitsverhältnisse in der Illegalität und in einem mehr oder minder rechtlosen Raum, und dies, obwohl Koreaner und Chinesen von ihrer Kultur her wesentlich besser in Japan assimilierbar wären als die völlig artfremden Türken in Deutschland, die auf unseren Straßen ihre Bürgerkriege austragen und in erheblichem Umfang an der Gesamtkriminalität beteiligt sind. Die Tolerierung einer solchen Gruppe, die inzwischen in Deutschland bereits die Zwei-Millionen-Grenze überschritten hat, wäre in Japan völlig undenkbar; denn die Japaner stehen, ihrem gesunden Gemeinschaftsinstinkt entsprechend, der Aufnahme von Fremden extrem ablehnend gegenüber. Demagogen nennen dies ›Rassismus‹. Dabei ist es nur das, was Juden, dem Gebot Jahwes folgend, ebenfalls praktizieren; denn wie steht es doch geschrieben: »Heilig ist, was gesondert, unrein, was vermischt wurde« (vergl. Nehemia 13, 20). Selbst Popper, der andere als die jüdische Gemeinschaft ›philosophisch‹ zu liquidieren trachtet, weist zu Recht darauf hin, daß schon die spartanische Politik das Primat der Abwehr von Fremden bzw. des Antiuniversalismus enthält. Sie! Nur uns, den Deutschen, will die Bonner Ochlokratie Gemeinschaft, Solidarität, Selbstbestimmung und die Freiheit von Furcht vorenthalten. Cui bono? Gewiß nicht uns, den Deutschen.

Lebte Popper noch, dann könnte er heute bei der jüdischen Philosophin Gertrude Himmelfarb nachlesen (On looking into the abyss), daß Hegel nicht nur über Marx, den zynischen Feind der Familie, sondern letztlich auch über seinen läppischen Kritiker Popper obsiegt hat; denn die (süd)ostasiatische Erfolgsstory ist mehr oder weniger praktisch angewandter Hegel.

Die japanische Elite, stets schneller, pragmatischer und souveräner im Umdenken als die deutsche, hat bereits mit der politisch-philosophischen Kehrtwendung begonnen. Anders als in Deutschland handelt die politische und wirtschaftliche Elite Japans zwar international, denkt aber national. National denken, international handeln, dies wäre auch der Kurs für Deutschland, würden die internationalistischen ›Nieten in Nadelstreifen‹ in Deutschlands Führungsetagen durch weitsichtige und verantwortungsbewußte nationale Eliten ersetzt werden.

Die Kehrtwendung in Japan wurde 1989 mit dem Buch No to ieru nihon (zu deutsch: ›Wir sind die Weltmacht‹) von Shintaro Ishihara eingeleitet. Dieses Buch, das 1991 auch unter dem englischsprachigen Titel The Japan that can say no (›Das Japan, das nein sagen kann‹) erschien, war ursprünglich eine Koproduktion von Ishihara und Akio Morita, dem Vorstandsvorsitzenden von SONY, der jedoch aus naheliegenden Gründen nicht als Mitautor in Erscheinung trat. Dem Beispiel dieses Buches folgend erschien im Jahre 1994 das Buch The Asia that can say no des malayischen Ministerpräsidenten Mahathir Mohamad, eines der schärfsten US-Kritiker Asiens.

Beide, Ishihara und Mohamad, drängen Japan, den USA den Rücken zu kehren und die nachkriegsbedingte ›unnatürliche‹ Bindung Japans an den Westen aufzugeben. Japan sei, so der Liberaldemokrat Ishihara, eine Nation asiatischer Menschen »mit asiatischem Blut«, und er fordert, asiatische Werte wie Disziplin, Fleiß und den Vorrang der Gemeinschaft vor dem Individuum zu fördern, Werte, die einst auch deutsche Werte waren und die ein Volk in seiner Selbstbehauptung stärken. Und der Vorstandsvorsitzende von FUJI XEROX, Yotaro Kabayaschi, fordert: »Datsu-o, nyu-ah« (»Verlaßt den Westen, wendet Euch gen Asien«), eine Forderung, die die nach 1850 geprägte Losung »Datsu-ah, ny-o« (»Verlaßt Asien, wendet Euch gen Westen«) konterkariert.


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