Nachrichten aus der Rubrik »In Kürze« aus VffG 4/2002



Vertragskündigung ist Volksverhetzung

Am 11.3.2001 wollte die jüdische Organisation "Keren Hayesod" einen Spendensammelabend für Israel im Nachtlokal "Y Julieta" am Beethovenplatz in München veranstalten. Drei Tage vor dem Ereignis kündigte der Eigentümer des Lokals Rudolf Fischer, 55, den Vertrag, nach seinen Angaben, weil er keine politische Veranstaltung in seinem Haus wolle. Er wurde daraufhin von den Veranstaltern beschimpft, bedroht, und wegen angeblicher antisemitischer Äußerungen wie »Euch Juden mache ich die Tür nicht auf« angezeigt. Anfang September 2002 wurde Fischer deswegen zu €2.500 Strafe verurteilt ("Volksverhetzung"). Fischer hatte bestritten, derartige Äußerungen gemacht zu haben. (SZ, 4.9.2002) Im Gegensatz dazu ist die Parole »Euch Rechten mache ich die Tür nicht auf« für deutsche Lokalbesitzer quasi moralisch vorgeschrieben.

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Innviertler Bauer zeigt Zivilcourage

Mit dem untenstehenden Aufklärungs-Plakat auf seinem Grundstück sorgt ein Landwirt in Aurolzmünster (Ried, Österreich) für gehörige Unruhe. Bisher sehen die örtlichen Behörden keine rechtliche Möglichkeit, gegen den Bauern einzuschreiten. Doch das DÖW droht bereits mit dem Verbotsgesetz. (Rieder Rundschau, 2.6.2002)

Noch eine neuseeländische Magisterarbeit im Kreuzfeuer

1994 schloß Steven Eaton an der Universität von Canterbury unter Prof. Vincent Orange eine Magisterarbeit über das Nürnberger Tribunal ab. Eaton schlußfolgerte, die Alliierten hätten sich nicht um internationales Recht gekümmert und die Prozesse seien eine willkürliche Machtdemonstration gewesen. Prof. Orange war bereits für die Betreuung der 1993 fertiggestellten Holocaust-revisionistischen Magisterarbeit von Joel Hayward ins Kreuzfeuer geraten. Eaton bedankte sich in seiner Arbeit bei Hayward für dessen Hilfe. Angeblich habe der Holocaust-Revisionist Dr. Countess einen Teil von Eatons Arbeit auf seiner Website veröffentlicht (The Press, NZ, 24.10.2002) Dr. Countess hat gar keine Website, und auf der Website www.tadp.org wurde Eatons Arbeit nur am Rande und ohne Namensnennung erwähnt (www.vho.org/About.html; vgl. VffG 3/2001, S. 330-333.)

Verbotene Gästebucheinträge

Weil zwei junge Besucher des KL Struthof ungezogene Kommentare in das dortige Gästebuch schrieben, wurden sie von der französischen Gendarmerie verhaftet und wegen Rechtfertigung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht gestellt (Dernières Nouvelles d'Alsace, 24.9.2002)

Ernest Hemingway wird bewältigt

Weil die schwäbische Gemeinde Triberg in einem von Hemingways Romanen beiläufig erwähnt wird, veranstaltete man dort jährlich sogenannte "Hemingway-Tage". Da Hemingway in Privatbriefen detailliert berichtet hat, wie er 122 wehrlose deutsche Kriegsgefangene brutal ermordet hatte, stellte ein Aktivist der Deutschland-Bewegung in einem Flugblatt fest: »Triberg feiert einen Mörder«. Zumal die Staatsanwaltschaft München II der Strafanzeige von Tribergs Bürgermeister wegen übler Nachrede und Verleumdung nicht nachging, beschloß die Stadt Triberg, in Zukunft keine Hemingway-Tage mehr zu durchzuführen (Schwarzwälder Bote, 29.9.2002).

Zyklon Staubsauger

Als Bosch und Siemens am 25.7.2001 bei der US-Patent- und Markenschutzbehörde einen Antrag einreichten, die Namen X-Zyklon und Mixed-Zyklon für Staubsauger reservieren zu lassen, hatten sie die Rechnung ohne die Berufsvergangenheitsbewältiger gemacht. Zuerst protestierte der britische Sportartikel-Hersteller Umbro, der Turnschuhe mit dem Namen Zyklon verkauft, doch dann bekam eine jüdische Interessengruppe von dem Namensstreit Wind, und als die BBC den Fall aufgriff, war der Pseudoskandal perfekt: Wie können deutsche Firmen angesichts von Zyklon B schrecklichen Angedenkens nur diesen Begriff benutzen? Die Bosch-Siemens-Haushaltswarengruppe hat den Markenschutzantrag inzwischen zurückgezogen und sich entschuldigt. (Spiegel Online, 5.9.2002)

Spontaner Berliner Protest gegen Juden

Nachdem der Berliner Senat beschlossen hatte, der "Kinkelstraße" ihren Vorkriegsnamen "Jüdenstraße" wieder zurückzugeben, kam es anläßlich der Umbenennungsfeierlichkeit am Freitag, dem 1.11.2002, zu einer spontanen Demonstration von etwa 40 Anwohnern der Kinkelstraße, von denen sich einige angesichts der Umbenennung mit nicht unerheblichen Kosten bei der Änderung von Briefköpfen und Werbematerialien konfrontiert sehen. Seit Jahrzehnten wehren sich die Anwohner gegen eine Umbenennung, wurden jetzt aber einfach übergangen. Während der Festrede des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Berlins soll es zu Rufen wie »Juden raus« und »Die Juden sind selbst schuld« gekommen sein. Der Staatsschutz ermittelt. (Berliner Morgenpost, 3.-7.11.2002)

Skandal um Hitler-Statue

Ein lebensgroßer kniender, nach oben schauender Hitler mit zum Gebet gefalteten Händen, eine Plastik des Titels "Er", sorgte zwischen Anfang September und Anfang November 2002 für Aufregung im Boijmans van Beuningen Museum in Rotterdam. Die Plastik war vom italienischen Bildhauer Maurizio Cattelan hergestellt worden, der für seine Provokationen bekannt ist. Dies sei eine Zumutung für die Niederländer, die unter Hitlers Bomben gelitten hätten, so Rotterdams Kulturreferent (AP, 5.9.2002)

Holocaust-Massengrab gefunden - oder auch nicht...

Im Slutsk, einer Stadt 100 km südlich von Minsk, wurde im Oktober 2002 ein Massengrab entdeckt, aus dem bisher etwa 50 Leichen exhumiert wurden. Die Ausgrabungen sollen nächstes Jahr fortgesetzt werden. Die Identität der Opfer sowie der Hintergrund ihres Todes sind bisher offenbar ungeklärt. Soweit die Fakten laut Chicago Tribune (31.10.2002, S. 5). Über die 50 bisher geborgenen unidentifizierten Opfer hinaus spekuliert die Chicago Tribune dann aber, das gefundene Grab könne »bis zu 12.000 Menschen« enthalten. Als Täter kämen laut Ortsansässigen »Nazi-Truppen« in Frage, und als Opfer »Juden von Slutsk«. Anschließend berichtet der Artikel:

»Von den 6 Millionen Juden, die in Europa während des Zweiten Weltkriegs starben, wurden 800.000 in Weißrußland von den Nazis getötet.«

Man darf gespannt sein, auf welche Größenordnung diese Opferzahl nächstes Jahr zusammenschrumpft, wer sich als tatsächliche Opfer und Täter herausstellt und ob man überhaupt noch etwas von der Angelegenheit hört.


Stand: 15.11.2002


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