Aufgeschnappt

Von Herbert Verbeke

 

In Zeiten politischer Turbulenzen ist es nicht einfach, eine neue Zeitschrift auf den Markt zu bringen, die sich zwar alles andere als politisch versteht, die aber Dinge thematisiert, die nur allzu leicht politisch interpretiert werden und die ohne Zweifel politisches Gewicht bekommen können.

Die eigentlichen Schwierigkeiten waren bisher allerdings übewiegend technischer Art. So hat sich zum Beispiel das vollmundige Versprechen eines Setzers, er könne die Daten unserer Software einfach verarbeiten, als leeres Versprechen erwiesen. Noch dazu bekam die Gattin dieses Setzer just dann ein Kind – und der Setzer somit zwei Wochen Urlaub –, als die Erstausgabe unserer Zeitung durch ihn bearbeitet wurde. Von beiden "Problemen" erfuhren wir nur durch Zufall, und bis wir einen neuen Setzer fanden, waren schon zwei Wochen vergangen. Als nächstes teilte uns dann die von uns beauftragte Druckerei mit, daß sie aufgrund anstehender nationaler Parlamentswahlen einen Auftragsrückstau von mehr als einem Monat habe, so daß unsere Zeitschrift erst in einigen Wochen gedruckt werden könne. Schließlich könne man die Herausgabe der Zeitschrift ja verschieben, die Parlamentswahlen aber nicht. Lange Rede, kurzer Sinn: daß die Erstausgabe unserer Vierteljahresschrift erst Ende April erschien, lag weder an irgendwelchen Verschwörungen, noch daran, daß wir vorgehabt hätten, das zum Teil im voraus bezahlte Geld unserer Abonnenten zu veruntreuen, wie böse Stimmen meinten munkeln zu müssen. Dennoch darf ich mich an dieser Stelle für diese Verspätung bei Ihnen entschuldigen.

Hinter verschlossenen Türen gehen seit einigen Jahren seltsame Dinge vor sich. Der geschichtliche Revisionismus hat inzwischen eine derartige argumentative Wucht erhalten, daß sich dem auch viele Kräfte im etablierten Lager nicht mehr entziehen können. Freilich bleiben entsprechende Äußerungen in der Öffentlichkeit aus, und man gibt die eigene Niederlage nur hinter vorgehaltener Hand zu.

So meinte die Münchner Historikerin Ingrid Weckert bereits in den achtziger Jahren, ihren Ohren nicht trauen zu können, als sie bei Arbeiten im Archiv des Museums Yad Vashem von einer Sachbearbeiterin für den Komplex des "Vernichtungslagers" Treblinka vernahm, im Museum wisse man seit langem, daß es in Treblinka kein "Vernichtungslager" gegeben habe. Man habe die Angaben der Zeugen seit langem vor Ort untersucht und herausgefunden, daß diese Äußerungen nicht haltbar sind. Auf eine Nachfrage bei einem Vorgesetzten dieser Sachbearbeiterin bestätigte dieser diese Angaben. Wer die Zeugenaussagen mit kritischer Vernunft durchliest und sie den Sachbeweisen gegenüberstellt, der muß zu diesem Schluß kommen, wie es z.B. auch Arnulf Neumaier in seinem Beitrag im Buch Grundlagen zur Zeitgeschichte tat (beziehbar bei VHO). Doch die gleichen Aussagen hinter verschlossenen Türen in der "Höhle des Löwen" zu hören, ist schon ein recht starker Tobak, vor allem, wenn die gleichen Personen in allen Publikationen und Verlautbarungen in der Öffentlichkeit genau das Gegenteil verkünden.

Auch David Cole hat eine ähnliche Bemerkung von offizieller Seite aufgeschnappt. Er hatte in einem Interview die Verantwortlichen des Museums des KZ Majdanek darauf aufmerksam gemacht, daß alle Türen der angeblichen Menschengaskammern in Majdanek nach innen Öffnen. Dies mache ihre Verwendung als Exekutionsgaskammern unmöglich, da die Leichen nach einer Hinrichtung die Türen blockiert hätten. Man sagte daraufhin zu David Cole sinngemäß, daß man selber wisse, daß es in Majdanek nie Menschenvergasungen gegeben habe. In der Öffentlichkeit freilich lauten die Äußerungen dieses Museums genau umgekehrt.

Auch Jürgen Graf und Carlo Mattogno machten eine ähnliche Erfahrung, als sie im Staatsarchiv in Moskau wichtige Dokumente sichteten. Einer der dortigen Angestellten äußerte sich gegenüber den zwei revisionistischen Forschern offenherzig, daß man angesichts der Beweislage in ihrem Archiv zu der festen Überzeugung gekommen sei, daß es in Auschwitz nie Gaskammern zur Tötung von Menschen gegeben habe. Doch nach außen dringen derartige Bekenntnisse auch hier nicht.

Ein weiteres vergleichbares Erlebnis hatte auch Siegfried Verbeke, als er zu einem Gespräch mit dem Hochschuldozenten Michel Korzec zusammentraf. Korzec gab an, einen Artikel über den Revisionismus publizieren und deshalb mit meinem Bruder sprechen zu wollen. In diesem Gespräch gab er offen zu, daß er die Auffassung der Revisionisten teilt, daß es im Dritten Reich keine Gaskammern zur Menschentötung gegeben habe. Seine Versuche, diese Ansicht in Zeitungsartikeln unterzubringen, scheiterten jedoch am Widerstand der Medien. Um überhaupt etwas lancieren zu können, ging er dann offenbar einen Kompromiß ein. Die niederländische Zeitung Intermediair druckte schließlich einen Beitrag von ihm ab, demzufolge die Gaskammern nur eine Nebensächlichkeit gewesen seien, denen insgesamt nicht mehr als 700.000 bis 800.000 Menschen zum Opfer gefallen seien (15.12.1995). Als Ersatz schrieb er dafür von vielen anderen Greueln, insbesondere von Massenerschießungen im Osten. Er eilte damit quasi Daniel J. Goldhagen voraus, der die Gaskammern auch zur Nebensächlichkeit erklärte und via Massenexekutionen alle Deutschen in Kollektivhaft nahm.

Auch Germar Rudolf hat von einem der angeblich schärfsten Widersacher der Revisionisten aufgeschnappt, was dem historischen Establishment gar nicht gefallen dürfte. Jean-Claude Pressac erklärte ihm gegenüber zu Beginn des Jahres 1993 am Telefon, daß er aus Sicherheitsgründen nicht schriftlich mit ihm korrespondieren wolle, weil ihm das Thema zu gefährlich sei. Auch Rudolf solle aus Sicherheitsgründen nicht gleich alles auf einmal in Frage stellen, sondern besser in Salamitaktik ein Stück nach dem anderen angehen. Ähnlich hatte sich Pressac bereits Anfang der achtziger Jahre gegenüber Prof. Faurisson geäußert: Ihr Revisionisten habt ja recht, aber euer Beharren auf der ganzen Wahrheit ist mir zu gefährlich. Ich möchte es Stück für Stück machen.

Natürlich wurden all diese Äußerungen in Situationen gemacht, als niemand diese Gespräche aufzeichnete. Aus purer Angst würden diese unsere Gesprächspartner solches nie dokumentiert sehen wollen.

Und was beweist das nun? Diese Zeugenaussagen beweisen genau so wenig wie die Zeugenaussagen zum Holocaust, nämlich annähernd gar nichts. Aber ich schreibe dies auch nicht, um etwas zu beweisen, sondern um unseren Gegnern und Feinden deutlich zu machen, warum wir trotz all ihrer Gewalt nicht klein beigeben werden. Sie sollen wissen, daß wir wissen, daß sie wissen!


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 1(2) (1997), S. 59.
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