Der unbefohlene Völkermord

Zusammengestellt von Richard Widmann

»Es gibt nicht annähernd etwas wie einen geschriebenen oder von Hitler unterschriebenen Befehl zur Ermordung der europäischen Juden.«

Colin Cross, Adolf Hitler, Mailand 1977, S. 313.

»Trotz der großen Menge an Nazidokumenten, die von den Alliierten bei Kriegsende sichergestellt wurden, fehlen genau jene Dokumente, die den Prozeß der Entschlußbildung zur Endlösung der Judenfrage betreffen, so daß es bis heute schwierig ist zu beurteilen, wie, wann und genau von wem der Befehl zur Vernichtung der Juden gegeben wurde.«

Lilliano Picciotto Fargion, La congiura del silenzio (Die Verschwörung des Schweigens), La Rassegna mensile d'Israel, Mai-August 1984, S. 226.

»Zumal uns aus all den Tischgesprächen, Reden, Dokumenten oder Erinnerungen der Teilnehmer in all diesen Jahren kein einziger konkreter Bezug Hitlers auf die Praxis der Auslöschung überliefert wurde. Niemand kann sagen, wie Hitler auf die Einsatzgruppenberichte reagierte, ob er nach Filmen oder Fotos ihrer Arbeit fragte oder sie sogar ansah, und ob er mit Vorschlägen, Lob oder Tadel eingriff. Wenn wir bedenken, daß er all seine Voreingenommenheiten gewöhnlich in ungehaltene Reden umsetzte, daß er nie seinen Radikalismus, seine Vulgarität und seine Bereitschaft ins Extreme zu gehen verbarg, so erscheint diese Stille um das zentrale Anliegen seines Lebens - das nach seinen Vorstellungen die Rettung der Welt einschloß - umso befremdlicher.«

Joachim C. Fest, Hitler, Vintage Books, New York 1975, S. 681.[2]

»Da noch niemand in den bis heute erforschten Quellen eine schriftliche Spur dieses Befehls [zur Liquidierung der Juden unter deutscher Kontrolle] entdeckt hat, und da dies [auch in Zukunft] unwahrscheinlich ist, liegt es in der Pflicht der Historiker, diesen durch den Rückgriff auf Interpretationen so gut wie möglich zu datieren. Zumal die Methoden und Hypothesen zu diesem Thema sehr zahlreich sind, sehen wir uns sehr verschiedenen Meinungen gegenüber.«

Saul Friedländer, L'Allemagne nazie et le genocide juif, Gallimard, Le Seuil, 1985, S. 177f.

»Bezüglich meiner Forderung nach harten Beweisen - und 1977 bot ich weltweit jedem 1.000 £ an, der mir ein Dokument der Kriegszeit vorlegen kann, das ausdrücklich zeigt, daß Hitler z.B. von Auschwitz wußte - griffen meine Kritiker auf Argumente zurück, die von Spitzfindigkeiten bis zu Vorschlaghämmern reichten (in einem Fall wörtlich). Sie postulierten die Existenz eines Führerbefehls ohne den geringsten schriftlichen Beweis für dessen Existenz. [...] An ausdrücklichen, schriftlichen Beweisen aus der Kriegszeit, jene Art von Beweisen, die einen Menschen an den Galgen bringen könnten, haben sie keine Zeile vorgelegt.«

David Irving, Hitler's War, Focal Point, London 1991, S. 19f.

»Bis zum heutigen Tag wurde kein schriftlicher Befehl Hitlers bezüglich der Zerstörung der europäischen jüdischen Gemeinde gefunden, und aller Wahrscheinlichkeit nach wurde ein solcher Befehl auch niemals gegeben.«

Walter Laqueur, Was niemand wissen wollte: Die Unterdrückung der Nachrichten über Hitlers Endlösung, Berlin-Wien 1981, S. 190.

»Das New York Times [...] Editorial (Dezember 2, 1942) stellt fest, daß "von Deutschlands 200.000 Juden des Jahres 1939 bis auf 40.000 alle deportiert oder umgekommen seien", und versichert zugleich, daß "nach in den Händen des [U.S.] State Departments befindlichen Beweisen" bekannt gewesen sei, "daß es einen Befehl Adolf Hitlers zur Vernichtung aller Juden in den von Deutschland kontrollierten Gebieten" gibt. 40 Jahre später sind die Forscher immer noch auf der Suche nach diesem Befehl oder nach Hinweisen auf jemanden, der ihn irgendwann gesehen haben mag.«

James J. Martin, The Man who invented 'Genocide': The Public Career and Consequences of Raphael Lemkin, Institute for Historical Review, Torrance 1984, S. 40.

»Kein schriftliches Dokument, das einen ausdrücklich Befehl zur Vernichtung der Juden enthält oder darüber berichtet, wurde bisher gefunden. Dies heißt freilich nicht, daß ein solcher direkter Beweis nicht doch noch in Zukunft auftauchen könnte. Zwischenzeitlich muß die Annahme dahingehen, daß der Befehl oder die informelle Verfügung zum Massenmord an den Juden mündlich weitergegeben wurde.«

Arno J. Mayer, Why did the Heavens not Darken?: The "Final Solution" in History, Pantheon Books, New York 1990, S. 235f.

»Der Prozeß, durch den die völlige Vernichtung die Umsiedlung nach Madagaskar oder "den Osten" als sogenannte Endlösung der Judenfrage ersetzte, bleibt unklar. Es wurde kein schriftlicher Befehl Hitlers zur Vernichtung der Juden entdeckt, und der Beweis für einen mündlichen Befehl ist lediglich indirekt. Die Chronologie der Entwicklung des Vernichtungsprogramms ist ebenfalls verworren.«

J. Noakes, G. Pridham (Hg.), Nazism: A History in Documents and Eyewitness accounts 1919-1945, Vol. 2, Schocken Books, New York 1988, S. 1136.

»Die den Eingeweiden des Dritten Reiches entrissenen Archive, die Protokolle und Bilanzen ihrer Chefs erlauben uns, bis ins kleinste Detail die Entstehung und Entwicklung seiner Aggressionspläne, seiner Militäraktionen und die ganze Spanne der Vorgänge, mit denen die Nazis vorhatten, die Welt nach ihren Vorstellungen zu verändern, zu rekonstruieren. Nur die Aktion zur Vernichtung der Juden bleibt bezüglich ihrer Vollendung wie auch bezüglich vieler anderer wichtiger Aspekte in Nebel gehüllt. Psychologische Rückschlüsse and Überlegungen sowie Berichte aus dritter oder vierter Hand erlauben uns die Rekonstruktion der Entwicklung mit annehmbarer Wahrscheinlichkeit. Bestimmte Einzelheiten werden dennoch für immer unbekannt bleiben. Was das eigentliche Konzept des Plans zur völligen Vernichtung anbelangt, so sind die drei oder vier Hauptverantwortlichen tot. Kein Dokument blieb erhalten bzw. hat möglicherweise jemals existiert.«

Leon Poliakov, Breviaire de la haine (Brevier des Hasses), Paris 1979, S. 134.

»Was in den hohen Nazikreisen als Führerbefehl zur Endlösung bekannt wurde, wurde anscheinend niemals zu Papier gebracht - zumindest wurde bisher keine Kopie davon unter den erbeuteten Nazidokumenten aufgestöbert.«

William Shirer, The Rise and Fall of the Third Reich, Fawcett Crest, New York 1960, S. 1256.

»Man kann den genauen Zeitpunkt nicht festlegen, an dem Hitler den - zweifellos niemals schriftlich aufgezeichneten - Befehl zur Vernichtung der Juden gab.«

Christian Zentner, Adolf Hitler, Mein Kampf, München 1974, S. 168.

Gibt es Beweise dafür, daß Hitler die Massenvernichtung der Juden befahl?[1]Die vorstehend wiedergegebenen Zitate entstammen verschiedenen Werken mehr oder weniger angesehener Historiker, die hauptsächlich oder nur nebenbei den "Holocaust" behandeln. Als Quintessenz dieser Zitaten läßt sich feststellen: Es gibt nach allgemeiner Auffassung keinen Beweis dafür, daß Adolf Hitler den Völkermord an den Juden befahl. Als Ergebnis dieser Feststellung vermuten viele Historiker, daß der Befehl mündlich übermittelt wurde.

Das Fehlen eines solchen schriftlichen Befehls heißt zudem, daß jemand irrtümlich behauptet hat, er habe den dokumentarischen Beweis dafür, daß Hitler die "Endlösung" befohlen habe. Bei diesem jemand handelt es sich um Prof. Dr. Raul Hilberg, gemeinhin auch als "Holocaust Papst" bezeichnet. (Vgl. den nachfolgenden Beitrag von Prof. R. Faurisson.)


Anmerkungen
[1]So lautet die Frage Nr. 26 des vom Institute for Historical Review herausgegebenen Flugblattes: The Holocaust: 66 Questions and Answers, Costa Mesa, California, o.J. Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag des Committee for the Open Debate on the Holocaust (CODOH): »The Missing Hitler 'Orders'« http://www.codoh.com/incon/inconorders.html; Post-anschrift: P.O. Box 3267; Visalia CA 93278, USA.
[2]Rückübersetzung der englischen Fassung.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 1(2) (1997), S. 85f.
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